Gedichte: Wer liebt oder hat schöne Gedichte?


Ein gedicht als Beispiel:


[[Gedicht entfernt]]

Das ist nur eine strophe

Das wünscht euch Puschel wems gefällt :rolleyes:

Bearbeitet von Bernhard am 29.04.2009 16:27:23


aaaalso: *räusper*

zu dionys, dem tyrannen
schlich damon, den dolch im gewande
ihn schlugen die häscher in bande
was wolltest du mit dem dolche? sprich!
entegnet ihm finster der wüterich
die stadt von tyrannen befreien!
das sollst du am kreuze bereuen!


mag jetzt nicht das ganze gedicht aufsagen, ist mir zulange.


Wer kennt oder kann noch das gedicht der erlenkönig?

Gruß vom Puschel :rolleyes:




Ps: Ein sehr ergreifendes Gedicht :)


Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

Du liebes Kind, komm geh' mit mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind,
In dürren Blättern säuselt der Wind.

Willst feiner Knabe du mit mir geh'n?
Meine Töchter sollen dich warten schön,
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh'es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an,
Erlkönig hat mir ein Leids getan.

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not,
In seinen Armen das Kind war tot.


Zitat (aglaja @ 30.04.2005 - 18:57:41)
aaaalso: *räusper*
Schnipp....
mag jetzt nicht das ganze gedicht aufsagen, ist mir zulange.

Lang? Hier die Kurzversion:

Zu Dyonis,
dem Tyrannen schlich Damon,
zu meucheln den Wüterich
Was willst Du mit dem Dolche, sprich?
Kartoffeln schälen, siehste das nicht?

Oder so ähnlich...

Kenne da noch eins... :D

Der Ring des Polykrates

Er stand auf seines Daches Zinnen
und blickte mit vergnügten Sinnen
auf zwei belegte Brötchen hin.
Dies, sprach er zu Ägyptens König,
dies alles ist mir untertänig.
Gesteh, daß ich gefräßig bin.


Erlkönig?
...
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
der Knabe lebt, das Pferd war tot...

Sorry... irgendwie fallen mir nur die merchwürdigen Varianten ein...

Bearbeitet von fiona123 am 30.04.2005 19:56:41

Danke aglaja. ES ist eins meiner lieblings gedichte ,aber ich bekam es einfach nicht mehr zusammen.
Hier ein neues Gedicht:

Die Liebe war nicht geringe

Die Liebe war nicht geringe.
Sie wurden ordentlich blaß
sie sagten sich tausend Dinge
Und wußten immer noch was.

Sie mußten sich lange quälen,
Doch schließlich kam`s dazu,
Daß sie sich konnten vermählen.
Jetzt haben die Seelen Ruh`.



Bei eines Strumpfes Bereitung
Sitzt sie im Morgenhabit;
Er liest in der Kölnischen Zeitung
Und teilt ihr das Nötige mit.




Wie gefällt dir das?



Puschel :rolleyes:


Heinrich Heine:

Belsazar

Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh lag Babylon.

Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackerts, da lärmt des Königs Troß.

Dort oben in dem Königssaal
Belsatzar hielt sein Königsmahl.

Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.

Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;
So klang es dem störrigen Könige recht.

Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs im kecker Mut,

Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.

Und er brüstet sich frech, und lästert wild;
Der Knechtenschar ihm Beifall brüllt.

Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.

Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.

Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.

Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
und rufet laut mit schäumendem Mund:

Jehovah! dir künd ich auf ewig Hohn -
Ich bin der König von Babylon!

Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König wards heimlich im Busen bang.

Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.

Und sieh! und sieh! an weißer Wand
Da kams hervor wie Menschenhand;

Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.

Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblaß.

Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.

Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.

Belsazar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

Edit: Das Gedicht hat mir auch schon immer gefallen.

Bearbeitet von fiona123 am 30.04.2005 20:00:35


Zitat (puschel515 @ 30.04.2005 - 19:56:58)
Bei eines Strumpfes Bereitung
Sitzt sie im Morgenhabit;
Er liest in der Kölnischen Zeitung
Und teilt ihr das Nötige mit.

Klingt nach Wilhelm Busch irgendwie... :D

Aus Glas
Josef Guggenmos

Manchmal denke ich mir irgendwas.
Und zum Spaß
denke ich mir jetzt, ich bin aus Glas.
Alle Leute, die da auf der Strasse gehen,
bleiben stehen,
um einander durch mich anzusehen.
Und die vielen andern Kinder schrein:
"Ein wie fein!
Ich, ich, ich will auch durchsichtig sein."

Doch ein Lümmel stößt mich in den Rücken.
Ich fall hin...
Klirr, da liege ich in tausend Stücken.

Ach, ich bleibe lieber, wie ich bin.



Ich glaube, ich mag Gedichte auch sehr gern... :lol:

Theodor Fontane

Gorm Grymme

König Gorm herrscht über Dänemark,
Er herrscht die dreißig Jahr.
Sein Sinn ist fest, seine Hand ist stark,
Weiß worden ist nur sein Haar.
Weiß worden sind nur seine buschigen Brau´n,
Die machten manchen stumm.
In Grimme liebt er drein zu schaun, -
Gorm Grymme heißt er drum.
Und die Jarls kamen zum Feste des Jul,
Gorm Grymme sitzt im Saal,
Und neben ihm sitzt, auf beinernem Stuhl,
Thyra Danebod, sein Gemahl.
Sie reichen einander still die Hand
Und blicken sich an zugleich.
Ein Lächeln in beider Augen stand –
Gorm Grymme, was macht dich so weich?

Den Saal hinunter, in offner Hall´,
Da fliegt es wie Locken im Wind.
Jung-Harald spielt mit dem Federball,
Jung-Harald, ihr einziges Kind.
Sein Wuchs ist schlank, blond ist sein Haar,
Blau-golden ist sein Kleid.
Jung-Harald ist heut fünfzehn Jahr,
Und sie lieben ihn allbeid.

Sie lieben ihn beid´ ; eine Ahnung bang
Kommt über die Königin,
Gorm Grymme aber den Saal entlang
Auf Jung-Harald deutet er hin,
Und er hebt sich zum Sprechen – sein Mantel ist rot,
Gleitet nieder auf den Grund:
„Wer je mir spräche ‚Er ist tot’,
Der müsste sterben zur Stund´!“

Und Monde gehn. Es schmolz der Schnee.
Der Sommer kam zu Gast.
Dreihundert Schiffe fahren in See.
Jung-Harald steht am Mast.
Er steht am Mast, er singt ein Lied,
Bis sich´s im Winde brach.
Das letzte Segel, es schwand, es schied –
Gorm Grymme schaut ihm nach.

Und wieder Monde. Grau-Herbstestag
Liegt über Sund und Meer.
Drei Schiffe mit mattem Ruderschlag
Rudern heimwärts drüber her.
Schwarz hängen die Wimpel; auf Brömsebro-Moor
Jung-Harald liegt im Blut –
Wer bringt die Kunde vor Königs Ohr?
Keiner hat den Mut.

Thyra Danebod schreitet hinab an den Strand.
Sie hatte die Segel gesehn.
Sie spricht: „Und bangt sich euer Mund,
Ich meld ihm, was geschehn.“
Ab legt sie ihr rotes Korallengeschmeid
Und die Gemme von Opal.
Sie kleidet sich in ein schwarzes Kleid
Und tritt in Hall´ und Saal.

In Hall´ und Saal. An Pfeiler und Wand
Goldteppiche ziehen sich hin.
Schwarze Teppiche nun mit eigener Hand
Hängt drüber die Königin.
Und sie zündet zwölf Kerzen. Ihr flackerndes Licht –
Es gab einen trüben Schein.
Und sie legt ein Gewebe, schwarz und dicht,
Auf den Stuhl von Elfenbein.

Ein tritt Gorm Grymme. Es zittert sein Gang.
Er schreitet wie im Traum.
Er starrt die schwarze Hall´ entlang.
Die Lichter, die sieht er kaum.
Er spricht: „Es weht wie Schwüle hier.
Ich will an Meer und Strand.
Reich meinen rot-goldenen Mantel mir
Und reiche mir deine Hand.“

Sie gab ihm um einen Mantel dicht,
Der war nicht golden, nicht rot.
Gorm Grymme sprach: „Was niemand spricht,
Ich sprech es: er ist tot.“
Er setzte sich nieder, wo er stand.
Ein Windstoß fuhr durchs Haus.
Die Königin hielt des Königs Hand,
Die Lichter loschen aus.


christian morgenstern: wiesel

ein wiesel sass auf einem kiesel
inmitten bachgeriesel
wisst ihr weshalb?
das mondkalb verriet es mir im stillen
das schlaue tier tat es um des reimes willen.


Johann Wolfgang von Goethe

Der Fischer

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt, und wie er lauscht,
teilt sich die Flut empor;
Aus des bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor:

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
„Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?"

Das Wasser rauscht' das Wasser schwoll,
Netzt ihm sden nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoill,
Wie bei der Liebsten Gruß,
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
da war's um ihn geschehn:
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
Und ward nicht mehr gesehn.


Robert Gernhardt "Noch einmal: Mein Körper"

Mein Körper rät mir:
Ruh dich aus!
Ich sage: Mach ich,
altes Haus!

Denk aber: Ach, der
sieht's ja nicht!
Und schreibe heimlich
dies Gedicht.

Da sagt mein Körper:
Na, na, na!
Mein guter Freund,
was tun wir da?

Ach gar nichts! sag ich
aufgeschreckt,
und denk: Wie hat er
das entdeckt?

Die Frage scheint recht
schlicht zu sein,
doch ihre Schlichtheit
ist nur Schein.

Sie läßt mir seither
keine Ruh:
Wie weiß mein Körper
was ich tu?


Danach
Heinz Erhardt

Ich reiste solo durch die Tropen,
sah Affen, Gnus und Antilopen
und (leider viel zu spät) den Tiger!
Er kam von hinten und blieb Sieger!

Nun sitz ich hier im Paradiese
mit andern Engeln auf der Wiese.
Man ist sich noch ein wenig fremd.
Zwei Flügel wachsen durch mein Hemd...

Heinz Erhardt mag ich auch sehr gern! :lol:

Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr.
Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.


Hier das ganze Gedicht.

Die erste strohpe siehe oben :lol:


[[Gedicht entfernt]]




Puschel :rolleyes:


Eines meiner Lieblingsgedichte:

Bertolt Brecht "Entdeckung an einer jungen Frau"

Des Morgens nüchterner Abschied, eine Frau
Kühl zwischen Tür und Angel, kühl besehn.
Da sah ich: eine Strähn in ihrem Haar war grau
Ich konnt mich nicht entschließen mehr zu gehn.

Stumm nahm ich ihre Brust, und als sie fragte
Warum ich Nachtgast nach Verlauf der Nacht
Nicht gehen wolle, denn so war's gedacht
Sah ich sie unumwunden an und sagte:

Ist's nur noch eine Nacht, will ich noch bleiben
Doch nütze deine Zeit; das ist das Schlimme
Daß du so zwischen Tür und Angel stehst.

Und laß uns die Gespräche rascher treiben
Denn wir vergaßen ganz, daß du vergehst.
Und es verschlug Begierde mir die Simme.


HIer eine kleine Kostprobe von meinem Lieblingsautor --->

Perspektive

Ich habe dich gestern geliebt
ich liebe dich heute.
Ob ich dich morgen lieben werde
darf ich nicht wissen.
Was ich jedoch zu wissen glaube
ist, daß ich es immer
lieben werde zu lieben.
Warum also nicht dich
auch übermorgen?


Robert Gernhardt "Als sich die Party auflöste"

Arr ju launsam tuneit?
Yes, I'm lonesome tonight.

Will ju hauld mi tuneit?
Yes, I will hold you tonight.

Schell ei order as ä texi?
Oh yes, order us a taxi.

Schell wi gau tu ju orr tu mi?
Well, let's go to your place.

Batt wi kännt gau tu mi, eim merriet.
Good God! You should have told me earlier.

Ei treit tu. Batt epperentli
jorr Inglisch is verri pur!

Did you say: My English?
Nau. Ei sed: Jorr Inglisch.

My English? I really don't understand -
Wei daunt ju trei tu lörn Inglisch?


Dürfen, müssen, sollen

Daß du mir fehlst
macht mir mehrere
Probleme:

Erstens, daß du
mir nicht fehlen
solltest.

Zweitens, daß du
mir nicht fehlen
müßtest.

Drittens, daß du
mir nicht fehlen
dürftest.

Viertens, daß du
mir fehlst.



Hmm meine passen wohl nicht so gut
:ph34r:


Verzeihen

Verzeihen können ist oft schwer,
man wird gekränkt und leidet sehr.
Doch ärmer ist der andre dran,
der nicht" Verzeihung"sagen kann.
Die Schuld gestehet er nicht ein,
wie leer muß doch sein Leben sein.
Menschen mit diesem harten Kern
ist der Begriff von Liebe fern.
Wir alle haben,auch bedacht,
schon mal ein böses Wort gesagt.
Drum sollt`es ein Bedürfnis sein,
uns gegenseitig zu verzeih´n


Dies ist ein wahres Gedicht


Puschel


Zitat (Sanne @ 30.04.2005 - 21:17:06)
Hmm meine passen wohl nicht so gut
:ph34r:

Die passen wunderbar!

Wer ist der Autor?

Uii das ist doch DER Jörn Pfennig :)


Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag,
doch niemals klug genug für den,der kommen mag


(F.Rückert)

Puschel :)


Zitat (puschel515 @ 30.04.2005 - 21:21:14)
Dies ist ein wahres Gedicht

Puschel


Frage an Puschel

Puschel, so sag uns: was macht dein Zahn?
Gegen den Schmerz was hast du getan?
Warst schon beim Notdienst, hast ihn gefunden?
Oder ist gar der Schmerz von selber verschwunden?

Der Zahn er pocher so leis vor sich hin ,
und ich versuch nicht dran zu denken,das werde ich mir schenken.
aber montag wird mein erster gang,der liebe onkel dokter san :o

Puschel auaaaa


Was pocht vor sich hin bei Nacht und Wind?
Es ist Puschels Zahn. Oh du armes Kind!
Ich fühl mit dir mit und denk' vor mich hin:
was 'n Glück doch, daß ich grad Puschel nicht bin. ;)


Zwei meiner Lieblingsgedichte sind:" Stufen "von Hermann Hesse und "Und auf einmal steht es neben Dir" von Joachim Ringelnatz. Beide sind ziemlich lang, und da ich leider nicht aus dem Netz kopieren kann, und sie zum Abschreiben zu lang sind, müßten die Interessierten unter Euch sie mal im Netz nachschlagen. Sorry :( .
"Stufen" hab ich bei der Beerdigung meiner Mutter vorgetragen.
Und Jörn Pfennig hat mich vor langer Zeit mal ein Wochenende besucht. Der Mann ist sehr nett, und wie seine Gedichte.

LG Bücherwurm


Erich Fried "Zum Beispiel"

Manches
kann lächerlich sein
zum Beispiel
mein Telefon
zu küssen wenn ich
deine Stimme
in ihm gehört habe.

Noch lächerlicher
und trauriger
wäre es
mein Telefon
nicht zu küssen
wenn ich nicht dich
küssen kann.


@würmchen

ich bin entrüstet mein Jörn hat dich besucht :o ;)


Ja, bücherwurm, auch eins meiner absoluten Lieblingsgedichte!

Hermann Hesse "Stufen"

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


Zitat (Sanne @ 30.04.2005 - 22:14:13)
@würmchen

ich bin entrüstet mein Jörn hat dich besucht  :o  ;)

Kennst Du ihn auch? Das ist ja witzig. :)

Edit, danke, chris, fürs Kopieren. Ist es nicht zum Weinen schön? Also, das Gedicht, nicht das Kopieren :rolleyes:

Bearbeitet von Bücherwurm am 30.04.2005 22:18:33

Aber montag bin ich stark,dann ist er dran der bösewicht (der Zahn)
es klappert die düse es klappert der Zahn ,bald ist er hin und ich im Wahn


Puscheeell :( ;)


Nein leider nicht privat *seufz*


Zitat (puschel515 @ 30.04.2005 - 22:16:36)
Aber montag bin ich stark,dann ist er dran der bösewicht (der Zahn)
es klappert die düse es klappert der Zahn ,bald ist er hin und ich im Wahn


Puscheeell :(  ;)

Oh Puschel, was klappert in deinem Gesicht?
Hörst du die Düse, den Schneidezahn nicht?
Den Schneidezahn, das Klappern, den Schmerz?
Bleib ruhig, Puschel, 's ist nur ein schlechter Scherz!

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst die Straße lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
Vorbei, verweht, nie wieder.

Du musst auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.

Kurt Tucholsky


chris du heiterst einen auf das brauch mein Zahn ,ich gehe jetzt zu Bett und hoffe der Zahn läst mich in Ruh was sagst denn du dazu :lol:

Gruß vom Puschelzahn :lol:


Zitat (puschel515 @ 30.04.2005 - 22:36:43)
chris du heiterst einen auf das brauch mein Zahn ,ich gehe jetzt zu Bett und hoffe der Zahn läst mich in Ruh was sagst denn du dazu :lol:

Gruß vom Puschelzahn :lol:

Meditation für Puschel

In Puschels Zähnen
ist Ruh'!
Trotz Klappern der Düse
spürst jetzt du
keinen Schmerz!
Klappernder Schmerz verläuft sich im Walde!
Warte nur, balde,
schläfst du in Ruh!

(frei nach Johann Wolfgang von Goethes 'Über allen Gipfeln ist Ruh')

Hier mal die Page von einer guten Freundin::

http://www.lyrik-e-cards.de


Sind zwar eigentlich Liedtexte, aber... ich hab noch ne uralte Platte, heisst "Lang, lang ist her"... da sind Moritaten u.ä. drauf - habe hier drei Texte entdeckt - kennt jemand noch diese Lieder von Anno dazumal? Habe ich früher mit den Großeltern tatsächlich noch gesungen... boah eyh, bin ich ALT...

http://www.volksliederarchiv.de/cms/module...ic=11&pagenum=2


Wenn man sich die Texte durchliest hat man immer das Gefühl im Hintergrund eine Drehorgel zu hören. :lol:


Ja, genau so geht es mir auch... die Bänkelsänger früher haben ja auch mit Drehorgel gespielt oder Leierkasten oder sowas :)


darf ich auch eigenes hier zum besten geben?

ich versuch es einfach mal

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tag der offenen tür

der kopf
heute leer
wie ein großes büro
am wochenende
in den mülleimern
ein paar zerknitterte blätter
ideen
totgeburten
oder
ungewollte gedanken
einfach entsorgt
träume
ängste
hoffnungen
pläne
alles dabei
manche überdacht
mehrmals vielleicht
und doch verworfen
noch sind sie lebendig
nicht durch den schredder
aber dort landen sie
in der regel
die meisten
im schredder der normalität
in der presse der norm
ich will nicht normal sein
ich will freiheit
für alle gedanken
absurd
verrückt
oder einfach albern
ab sofort ist
tag der offenen tür
in meinem kopf
auf den kopf gestellt
sind nur die mülleimer

© manfred 2004-10-21

hoffe dem einen oder anderen gefällt es


Sehnsucht nach dem Anderswo von Mascha Kaleko

Drinnen duften die Äpfel im Spind,
prasselt der Kessel im Feuer.
Draussen pfeift Vagabundenwind
und singt das Abenteuer.

Der Sehnsucht nach dem Anderswo
kannst du wohl nie entrinnen:
nach drinnen, wenn du draussen bist,
nach draussen, bist du drinnen.

Liebe Grüße Elisabeth :rolleyes:


Frühling im Garten.

Frühling ist´s die Sonne scheint,
das Wetter es wieder gut mit uns meint.

Ein jeden es nach draußen zieht
und ist erstaunt, was man dort sieht.

Es blühen nicht nur Tulpen und Narzissen,
sondern auch Löwenzahn und andere Unkrautkissen.

Frohgemut man in den Keller geht,
um zu hohlen das ganze Jähtgerät.

Schaufel, Rechen und auch Hacken,
damit kann man im Garten ganz schön zupacken.

Man denkt an das kniehen und das hocken
und höhrt sie schon krachen die morschen Knochen.

Dann kommt der erste hackenschlag
und der schreck einem durch die Knochen jagt.

Die Erde bebt, was soll das sein?
es werden doch nicht schon die Ameisen sein?

Nach allen seiten sausen sie davon,
auch die Arme und Beine hoch, das hatt man nun davon.

Regenwürmer aalen sich in der Sonne,
manche so dick, die wiegen wohl ne tonne!

Bienen summen viel umher
und die Wespen werden auch immer mehr!

Mit gekrümmten Rücken steht man da,
so man sich durch die Beete plagt.

Und man beginnt sich zu fragen, was tu ich mir an?
Ob das jehmals noch was werden kann?

Nach zwei Stunden blickt man sich mal um
und merkt man hatt noch einiges zu tun.

Nach weitern zwei, es raubt einem den Atem,
er ist fertig der stressgebende Garten.

Das Wergzeug dann noch weggestaut,
sieht man, das sich das Unkraut im Korb aufbaut.

Wohin damit, fragt man sich nun entsetzt,
denn beim wegwerfen sind einem ja Grenzen gesetzt.

In den Kompost zu werfen man sich scheut,
weil man sich im nächsten jahr doppelt drüber freut.

Zum Recyclinghof man diesen nun bringt,
auch wenn einem dort keine Prämie winkt.

Mit Muskelkater in den Beinen muß man sich loben,
denn im Garten wird nun doch wieder einiges geboten.

Doch dann fährt einem der Schreck in die Glieder,
in vier Wochen beginnt das ganze schon wieder.

©Marianne

Gruß Tulpe :D

Ps. ratet mal wann ich das geschrieben habe :lol:

Bearbeitet von Tulpe am 01.05.2005 19:01:03


Tulpe es ist ein sehr schönes Gedicht ich liebe Gedicht und Zitate :rolleyes:



Gruß vom Puschel

Bearbeitet von puschel515 am 01.05.2005 19:43:23


Mir ist noch eine Kurzversion der Bürgschaft eingefallen: :lol:

Zu Dyonis, dem Tyrannen schlich
Damon, der Killer
weiter weiß ich nich
und unterschrieben hat Schiller


:lol: :lol: :lol: Fiona123 klasse: weiter so

Gruß puschel ;)


Zitat (puschel515 @ 01.05.2005 - 19:42:56)
Tulpe es ist ein sehr schönes Gedicht ich liebe Gedicht und Zitate :rolleyes:



Gruß vom Puschel

Danke :D
Gruß Tulpe :D

Sprichwörter:

Zwei Dinge sind schädlich für jeden,der die Stufen des Glücks will ersteigen:
Schweigen,wenn Zeit ist,zu reden,und reden,wenn Zeit ist zu schweigen.


Redet wahr und lacht des Teufels!



Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht.


DAs schrieb Puschel :lol:


Weiter so? Hihihi, was mir so alles einfällt...

Die Glocke (in Kürze)

Loch in Erde
Bronze rin
Glocke fertig
Bimm Bimm Bimm


Der Taucher (ebenso kurz)

Gluck, Gluck
weg war er


Und hier - KEIN WITZ:

Fisches Nachtgesang (Christian Morgenstern)
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U U
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U U U U
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U U U U
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U U U U
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U U U U
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U U
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