@ Abraxas,
Deinen Ärger kann ich zu einem gewissen Grad verstehen.
Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, habe ich bis vor gut einem Jahr selbst geraucht.
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| Wenn die Krankenkassen für diese Suchtbehandlung nicht aufkommen wollen oder können, dann bin ich dafür, dass der Junkie demnächst sein Methadon auch selber zahlen soll. Oder der Alkoholiker selber seine Sucht behandeln soll. |
Aber diesen Satz hast Du bestimmt nicht ganz ernst gemeint, oder? ;) Das wäre ja ein ziemlicher Rückschritt, und dabei wünschen wir uns doch einen Fortschritt (z.B. besseren Nichtraucherschutz und mehr Unterstützung für aufhörwillige Raucher)
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| Solange aber jeder nur an sich selbst denkt, denke ich nicht dran, auch nur eine Zigarette weniger zu rauchen. |
Naja, ich denke, selbst wenn es irgendwann bessere Unterstützung für aufhörwillige Raucher gäbe, um ein bisschen Eigenverantwortung wird man auch dann nicht herumkommen. Und das Wichtigste: Man muss aufhören
wollen - bitte
nicht zu verwechseln mit:
"die Raucher sollen sich nicht so anstellen, mit ein bisschen Willensstärke ist das doch locker zu schaffen" <- soooo einfach geht es leider bei vielen Menschen nicht. Was ich meine ist, es muss zumindest der ehrliche Wunsch und Wille da sein, aufzuhören und sich mit seiner Sucht auseinander zu setzen. Sonst hilft einem auch die beste Therapie nichts. Und
kein Junkie oder Alkoholiker wird eine Therapie bezahlt kriegen, wenn er nicht im Vorfeld diesen Aufhörwillen zeigt.
Und wenn man wirklich mit Rauchen aufhören
will... naja, also mein Nichtraucherkurs letztes Jahr kostete mich 20 Euro pro Monat, und ich war dort zwei Monate angemeldet. 40 Euro Kosten also, diesen Betrag habe ich früher in 1 1/2 Wochen verqualmt. Was Nikotinersatzpräparate kosten, weiß ich nicht, weil ich keine genommen habe. Aber selbst die, vermute ich mal, sind auf die Dauer billiger als einfach immer weiter zu rauchen.
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| Auch wenn es mir niemand glauben würde: ich würde nicht in der Lage sein, ein Auto sicher durch die Strassen zu lenken. Ergo: ich könnte als Taxifahrer zumindest die erste Zeit nicht arbeiten |
Doch, ich glaube Dir das. Bei mir waren die Entzugserscheinungen zwar nicht ganz so stark, aber man hört das schon von manchen Leuten. Allerdings: Nach drei, vier Tagen ist der körperliche Entzug vorbei. Der Rest spielt sich größtenteils im Kopf ab (deshalb ist es so wichtig, den Entzug durch eine Art Kurs oder Therapie zu begleiten). Auf jeden Fall: Man kann sich den Entzug ja auf ein verlängertes Wochenende legen oder sich ein paar Tage Urlaub nehmen, oder wenn es ganz schlimm wird, vielleicht schreibt einen der Arzt dann auch krank? Keine Ahnung, ob das geht, aber da könnte man sich ja bei seinem Hausarzt erkundigen.
Was ich damit sagen will?
Die Tatsache, dass man als aufhörwilliger Raucher momentan mit seinem Entzug leider ziemlich allein gelassen wird, naja, diese Tatsache sollte man doch
bitte nicht als Ausrede dafür benutzen, um den Ausstieg nicht trotzdem zu wagen. Die finanziellen Kosten halten sich zumindest in einem vertretbaren Rahmen.
Ich denke halt, wenn man als Raucher mehr Unterstützung bekäme (gesellschaftlich, ärztlich, wie auch immer), dann würde man sich nicht so allein gelassen vorkommen, und das würde bestimmt bei vielen Menschen die Erfolgschancen steigern. Und das Wissen darum: Es ist nicht einfach "Willensschwäche", wenn man es beim ersten Mal und auf eigene Faust nicht schafft - oder vielmehr, wenn man als Raucher nicht selbst erst so viel Initiative ergreifen müsste, um sich die passende Unterstützung zu holen.
:mellow: Jetzt habe ich viel geschrieben und weiß gar nicht so recht, ob ich Sinn mache. Naja. Außerdem schweift das ja auch vom Thema ab, aber irgendwie gehört das für mich auch mit rein, wenn man über Nichtraucherschutz redet.
Was mir sonst noch aufgefallen ist:
@Grisu
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| will aber für mich selber entscheiden können, wann ich rauchen will |
ich finde, das WANN ist nicht die Frage, sondern das WO.
Wenn jemand z.B. nach dem Essen rauchen will, bitte schön, gerne - aber doch nicht an einem Ort, wo er dann andere Leute zunebelt. Ergo: Draußen vor der Tür oder in einem Raucherzimmer.
Ich würde mir ja auch nicht anmaßen, jemand das Trinken von Alkohol zu verbieten. Aber wenn er dann in seinem alkoholisierten Zustand Autofahren will und andere damit gefährdet, dann habe ich halt ein Problem damit.
Das ist für mich der Knackpunkt bei der ganzen Diskussion, natürlich soll hier jeder tun und lassen können, was er will, solange er nicht andere damit gefährdet oder schädigt.
@ Sparfuchs
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Kann man nur einen geselligen Abend verbringen mit Rauchen? Sehr bedenklich!
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:unsure: Du hast wahrscheinlich nie geraucht, oder? Glaub mir, ich hätte mir das vor 12 Monaten auch nicht vorstellen können, dass ich das jemals wieder schaffe. Ich habe eine ganze Weile gebraucht um zu kapieren, dass Rauchen eben
kein Genuss ist, keine Belohnung, dass es mir nicht den Abend verschönert, dass es nichts zur Geselligkeit beiträgt, dass ich mich auch ohne Zigarette in der Hand entspannen, angeregt unterhalten und prächtig amüsieren kann... :blink:
Das ist genauso wie sich viele Menschen nur schwer einen geselligen Abend ohne Alkohol vorstellen können, oder einen Geburtstag / Silvester ohne mit einem Gläschen
Sekt anzustoßen...
... das ist eben einfach Sucht.
So, genug gelabert jetzt.