Foodcoops?


Liebe Community, ich muss zugeben dass ich teilweise sehr skeptisch bin, noch im Supermarkt einzukaufen. Auch wo Bio draufsteht, scheint schon Massenware drin zu sein. Habe jetzt von einer Freundin von sogenannten Foodcoops erfahren, die gemeinsam ihr Essen direkt vom Produzenten (also Bauern) organisieren. Habt ihr damit Erfahrungen?


Wovon lebst du dann?
Nur von Grundnahrungsmitteln?
Nix für mich.


ellelle, nein, damit habe ich keine Erfahrung. Ich werde nicht gerne über den Tisch gezogen. Nicht überall wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Ich kaufe oft beim Bauern ein. Aber wirklich nur saisongerechte Ware. Das Gemüse ist frisch. Aber keiin Bio. Das hat er mir gesagt, ohne dass ich nachgefragt habe. Für mich ist es praktisch, dort ein zu kaufen, da es sehr nahe gelegen ist.


Zitat (risiko @ 12.12.2015 14:27:04)
. Für mich ist es praktisch, dort ein zu kaufen, da es sehr nahe gelegen ist.

Das wäre mir wichtig: Wenn du über 20 km mit dem fahren müsstest um zu so einem Hofladen zu gelangen, hättest du eine miserable Ökobilanz.

Und wieso soll sog. Massenware nicht biologisch sein?
Bei Bio halt auf die Zertifikate achten; da wird sehr unterschiedlich kontrolliert.

Gibt es bei dir keine Bioläden? Oder Biosupermarkt? :o

Augen auf beim Bio-Kauf.
Eine Fachfrau vom Veterinäramt sagte mir mal, dass es ausreicht, Puten nur eine zeitlang auszunüchtern, um sie später als Bioware zu deklarieren.
Das ist doch zum :heul:


Zitat (ellelle @ 12.12.2015 12:59:27)
Habt ihr damit Erfahrungen?

Sogar große.....

Wir bewirtschaften 250 m² Anbaufläche in reinem Bio. Alles unseres, alles selbst angebaut, gegossen und gezogen. Beim Wachsen zugeschaut.
Und ja, alles Bio, sogar die Krabbelkäfer incl. Und davon hammer reichlich. Von der Kohlfliege, Kartoffelkäfer bis hin zu Mäusen und Kaninchen, die sich an unseren Bio-Produkte erfreuen.
Das die Ernte "misslungen" ausschaut, kannst du dir sicherlich denken. Entweder ist sie "bewohnt" oder aber "abgenagt". Beim Lauch und Kohl sogar Beides. Lecker. Dieses "reines Bio" kannst du nicht verkaufen und würde auch keiner kaufen wollen. Selbst verschenkt verziehen die Beschenkten noch lange Gesichter. Selbst ich tu mich schwer, Käfer aus dem Lauch zu Puhlen.

Ergo: spritzen.

Mit anderen Worten: Wenn du Bio haben willst, musst du mit Tieren sowie angenagte Ware rechnen. Wenn du es hübsch haben willst, musst du gespritzte Ware in Kauf nehmen.

Zitat (ellelle @ 12.12.2015 12:59:27)
Liebe Community, ich muss zugeben dass ich teilweise sehr skeptisch bin, noch im Supermarkt einzukaufen. Auch wo Bio draufsteht, scheint schon Massenware drin zu sein. Habe jetzt von einer Freundin von sogenannten Foodcoops erfahren, die gemeinsam ihr Essen direkt vom Produzenten (also Bauern) organisieren. Habt ihr damit Erfahrungen?

ich verstehe den beitrag nicht. im supermarkt kann es bionahrung vom bauern nebenan geben, der in bioqualität anbaut. beim bauern kann es konventionelle ware geben, in der viel chemie zu finden ist. zudem gibt es arg viele biosiegel, und es soll nicht so schwer sein, eines zu erhalten.

in kleinerem maßstab habe ich erfahrung mit dieser art von lebensmittelbeschaffung, von der ich bereits öfter berichtet habe. meine familie und ich sind mitglieder in einem privaten tauschzirkel. die daran beteiligten stellen lebensmittel zur verfügung, weil sie sie entweder selbst anbauen oder viel geschenkt bekommen.

man tauscht, was man zu viel hat. teils rohe ware, teils auch zubereitete lebensmittel. mein mann und ich bauen selbst nichts an, aber wir verarbeiten lebensmittel und geben sie auch so weiter, oder wir leiten sie einfach nur weiter. der oberste gedanke dabei ist nicht so sehr das sparen, sondern dass man gute lebensmittel nicht wegwirft. dabei gibt es keinen geldfluss, auch keine symbolischen werte.

man kennt und vertraut sich untereinander. der größte posten der lebensmittel stammt von einem älteren ehepaar, das viel anbaut und auch freude daran hat, aber sie können körperlich nicht mehr so schwer wie früher arbeiten, und die eigene familie hat wenig bis kein interesse an den lebensmitteln, die sie ernten. auch nicht, wenn sie sie geschenkt bekommen. ich koche sehr viel mit obst und gemüse, friere ein, gebe es weiter, und bekomme selbst auch fertige gerichte zugeteilt.

vorteile: es kostet kein geld. wir berechnen untereinander keine kosten für lieferungen. absprachen gehen über sms oder telefonate, manchmal auch emails, und das verursacht bei flatrates sowieso keine zusätzlichen kosten. die waren stammen von menschen und haushalten, die sich einander vertrauen. es ist gute, frische ware, aber nicht automatisch bio. geld spart man auch.

nateile gibt es auch: es kostet zeit, das alles zu verwerten, und manchmal hat man auch wenig lust, beispielsweise abends noch dutzende kilo äpfel zu apfelmus oder anderen speisen zu verarbeiten. die beteiligten tun es aber, weil sie sich über die gaben der natur freuen. wer nicht gern täglich in der küche steht und etwas frisch zubereitet, wird an dieser art von tauschzirkel wenig freude haben, auch nicht, wer alles auf den cent genau abgerechnet haben will. und wie gemalt schön sehen obst und gemüse meistens auch nicht aus. es fällt viel arbeit beim säubern und putzen an. wie eifelgold bereits erwähnte, mögen auch kleine tiere gern daran knabbern, was das aussehen auch nicht verbessert.


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