Hauskredit


Hallo,

ich habe mal eine Frage zu einem Hauskredit.
Ich habe mir heute ein Haus angeguckt. Das soll 109,000 kosten, mit Nebenkosten ca. 120.000. Es ist natürlich noch einiges zu machen. Es müssten noch ca 20.000 investiert werden. Wir haben immer gesagt, sollten wir uns mal was eigenes anschaffen, soll es nicht über 150.000 inkl. Nebenkosten kosten.
Das wäre hier ja machbar.
Nun ist meine Frage, kann man bei der Bank den Kredit nach eigenen Wünschen anpassen? Also kann man sagen, wir hätten gerne 150.000, obwohl der Kaufpreis niedriger liegt? Oder bekommt man nur den Kaufpreis + Nebenkosten von der Bank?

Vielen Dank schon mal.

Grüße


Der Kredit richtet sich normalerweise nach den Sicherheiten, die du bieten kannst.
Der Bank ist normalerweise wurscht, was du mit dem Geld nachher machst; aber sie wollen sicher sein, dass du die Zinsen zahlen kannst und den Kredit auch.

Bei geförderten Krediten ist es schon interessant wofür das Geld ist, aber bei Wohnraumbeschaffung müsste dann schon auch ein Betrag für Renovierungs- und Adaptierungsarbeiten drin sein.

Am besten sprichst du direkt mit einem Bankmitarbeiter deines Vertrauens.


Danke für dien schnelle Antwort.

Also würde es reichen, wenn es in den Unterlagen des Maklers oder Verkäufers drin steht? Ich habe heute ein paar Unterlagen mitbekommen und da steht der Kaufpreis drin und so ungefähr, dass Renovierungs- und Sanierungsarbeiten anfallen.
Wenn man der Bank das Exposé zeigt, wäre das eine Art Sicherheit?
Also das Haus ist BJ 1981.

Letztes JAhr hatten wir uns das mal unverbindlich ausrechnen lassen. Einen Kredit in der Höhe hätten wir damals ohne Probleme bekommen.


Nun, das Exposè allein ist ganz bestimmt keine Sicherheit für die Bank! Wenn die Bank Euch den Kredit in der gewünschten Höhe geben soll, wird sie sich u. a. Eure monatlichen Einkünfte belegen lassen abzüglich der sowieso schon regelmäßig vorhandenen Ausgaben für andere Verbindlichkeiten oder sonstige immer wiederkehrende notwendigen Ausgaben. Weiterhin wird die Bank ebenfalls darauf bestehen, im Grundbuch miteingetragen zu werden in der Höhe des bereitgestellten Kredites.

Das heißt, wenn Ihr in irgendeiner Weise in Zahlungsverzug kommt oder gar überhaupt nicht mehr zahlungsfähig sein werdet - was ich Euch natürlich keinesfalls wünsche -, dann kann die Bank auf das Haus zugreifen und die Zwangsversteigerung veranlassen. Sollte mit dem Erlös aus dieser Versteigerung der noch offenstehende Kreditbetrag samt Zins und Zinseszins noch nicht abgelöst sein, so dürft Ihr natürlich immer noch weiterzahlen, bis auch der letzte Cent an die Bank zurückgeflossen ist.

Also überlegt Euch gut, ob Ihr ohne jegliches Eigenkapital diesen eventuellen Kredit auf längere Dauer - so ca. 25 bis 30 Jahre - stemmen könnt!


Ihr müsst bei der Bank eure gesamten Ein.- und Ausgaben darlegen. Gehaltsnachweise, Lebensversicherungen, Bausparkasse usw. Wirklich alles!
Dann prüft die Bank eure Daten ganz genau und schaut in welchen Kreditrahmen ihr fallt und welche Kreditsumme sie anbieten kann.
Die Bank braucht ja Sicherheiten und die Gewissheit dass ihr zahlungsfähig seid.

Wird die Kaufsumme/Kreditsumme des Hauses z.T. über eine Bausparkasse finanziert, möchte die natürlich auch zu Prüfung eure gesamten Unterlagen haben um zu schauen ob ihr Kreditwürdig seid.
Sollte das Haus z.T. über die Bausparkasse finanziert werden, möchte die natürlich auch alle Rechnungen haben, die zur Restaurierung/ Sanierung des Hauses erbracht wurden.

Wichtig ist zu wissen, ob ein Kreditrahmen über die Bank, (%Zinsen+ Laufzeit)
oder über den Bausparvertrag (%Zinsen+ Laufzeit) sinnvoll wäre.

Nachgefragt.
Du hattest dich ja schon mal für ein Hauskauf interessiert. Und hier im Forum gepostet. Liegt einige Zeit zurück.
Apfelbaum, war das nicht so, dass du mit deinem Lebensgefährten im Haus der Schwiegereltern in „Spe“ wohnst? In der oberen Etage? (Eigenheim der Schwiegereltern) Und unten wohnt ein Mieter?
Und wolltest du den Mieter nicht kündigen, da du die untere Wohnung für euch haben wolltest, falls mal irgendwann ein Kinderwunsch ansteht? Dein Lebensgefährte aber noch nicht so richtig mitgespielt, wie du möchtest?

Wohnt ihr noch im Haus der Schwiegereltern?

Bearbeitet von SAHARA am 01.08.2014 14:52:50


Bin mir nicht sicher, ob ich in punkto Hausfinanzierung noch auf dem neuesten Stand bin, möchte aber folgenden Punkt in die Diskussion mit einbringen. Widersprecht mir, wenn mein alter Kopf das falsch memoriert oder Ihr anderer Meinung seid.

Also, vor etwa zwanzig, dreißig Jahren war es gang und gäbe, zur Absicherung einer Baufinanzierung einen Lebensversicherungsvertrag abzuschließen. Der beinhaltete selbstverständlich auch eine BUZ (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung). Wenn dem Versicherungsnehmer / Kreditnehmer etwas zustieß, war dieser wohl ernsthaft krank, Invalide oder gar totgegangen, doch das Haus war schuldenfrei. Das wäre dann interessant, wenn Erben wie Kinder oder Ehepartner abgesichert werden sollen. Unter bestimmten Bedingungen können auch Alt-Versicherungsverträge beliehen werden. Da kann Dir Dein Versicherungsmensch weiterhelfen, so das eine Option wäre.

Übrigens solltest Du vielleicht mit einkalkulieren, dass Kostenvoranschläge im Baugewerbe - obwohl verbindlich abgegeben - mit der Realität zuweilen nicht viel gemein haben. Rechne lieber etwas großzügiger. Solltest Du am Ende doch noch von dem geliehenen Geld etwas übrig haben, kannst Du es ja gleich als Sondertilgungsrate in den Kredit zurückfließen lassen.

Grüßle und alles Gute,

Egeria


Zitat (Murmeltier @ 01.08.2014 13:49:32)


Also überlegt Euch gut, ob Ihr ohne jegliches Eigenkapital diesen eventuellen Kredit auf längere Dauer - so ca. 25 bis 30 Jahre - stemmen könnt!

So sieht es aus.

Mit etwas Eigenkapital ist es besser, denn das Teuerste am Eigenheim ist nicht das Grundstück oder der Bau, sondern die Zinsen

Nur mal so als Beispiel:

Ein 200.000-Euro-Darlehen zu 5 Prozent Zins bekommen.

Abgezahlt werden monatlich 1000€ und man hat zum Schluß 440.000€ bezahlt, davon 240.000 Euro Zinsen.

Gut, die Zinsen sind jetzt niedriger, aber können vielleicht immer noch das doppelte des Kredites ausmachen, je nachdem, wie die Tilgung ausfällt.

Bearbeitet von Rumburak am 01.08.2014 15:01:59


Zitat (Rumburak @ 01.08.2014 15:00:52)
Mit etwas Eigenkapital ist es besser, denn das Teuerste am Eigenheim ist nicht das Grundstück oder der Bau, sondern die Zinsen

Nur mal so als Beispiel:

Ein 200.000-Euro-Darlehen zu 5 Prozent Zins bekommen.

Abgezahlt werden monatlich 1000€ und man hat zum Schluß 440.000€ bezahlt, davon 240.000 Euro Zinsen.

Gut, die Zinsen sind jetzt niedriger, aber können vielleicht immer noch das doppelte des Kredites ausmachen, je nachdem, wie die Tilgung ausfällt.

Und man darf nicht vergessen, der Anwalt kostet auch Geld und die Eintragung im Grundbuch ebenfalls.

Zitat (SAHARA @ 01.08.2014 15:03:44)
Und man darf nicht vergessen, der Anwalt kostet auch Geld und die Eintragung im Grundbuch ebenfalls.

Dasd hatte Apfelbaum ja schon mit den "Nebenkosten zum Kaufpreis" beschrieben, das beinhaltet sowas ja.
Als Faustregel üblicherweise 10-20% des Kaufpreises

Zitat (Egeria @ 01.08.2014 14:50:30)
Solltest Du am Ende doch noch von dem geliehenen Geld etwas übrig haben, kannst Du es ja gleich als Sondertilgungsrate in den Kredit zurückfließen lassen.

:) Auch da würde ich noch mal genau nachfragen, unter welchen Bedingungen man diese Raten einfliessen lassen kann, ist glaube ich von Bank zu Bank verschieden.

:blink: Mich wundert, dass kein Eigenkapital und keine Sicherheiten wie zB: Das Grundstück gefordert werden, ist das nicht mehr üblich?

Wir haben vor 16 jahren das Grundstück als Sicherheit gehabt (also schon bezahlt gehabt) und zusätzlich noch 20% der Baukosten für das Haus übernommen.

Lebensversicherung war auch Pflicht, aber vielleicht hat sich da ja auch einiges geändert.


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