Berufsunfähigkeitsversicherung


Hallo,

meine Tochter (25 Jahre alt) fragte mich heute um Rat und ich habe keine Ahnung:

Sie ist gelernte Polsterin und arbeitet auch in ihrem Beruf. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen.

Von der R+V-Versicherung bekam sie folgendes Angebot: eine Berufsunfähigkeitsversicherung; pro Monat 32 Euro plus/minus Beitrag, dafür bekommt sie 250 Euro im Monat, wenn sie in ihrem Beruf als Polsterin nicht mehr arbeiten kann.

Aber: sie kann doch, wenn sie in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten kann, dann in einem anderen Beruf arbeiten, oder bekommt sie da dann vielleicht zusätzlich noch die 250 Euro? Und was ist, wenn sie sich einen anderen Beruf sucht, braucht sie dann auch eine andere Versicherung? Die hier gilt ja nur für Polsterin. Und: wenn sie wirklich arbeitsunfähig ist, die 250 Euro langen pro Monat ja gar nicht zum leben.

Angeblich wird die Berufsunfähigkeitsversicherung bald gesetzlich vorgeschrieben, laut Angestellter bei der Bank. Und bis Dienstag muss sich meine Tochter entscheiden, wenn sie die Versicerung nicht abschließen will, muss sie einen Zettel unterschreiben, dass sie beraten wurde, aber kein Interesse hat.

Was soll ich meiner Tochter raten: abschließen oder nicht abschließen.

Danke für Eure Hilfe.


Zitat (SissyJo @ 01.05.2009 23:58:25)
Von der R+V-Versicherung bekam sie folgendes Angebot: eine Berufsunfähigkeitsversicherung; pro Monat 32 Euro plus/minus Beitrag, dafür bekommt sie 250 Euro im Monat, wenn sie in ihrem Beruf als Polsterin nicht mehr arbeiten kann.

Das Angebot klingt vordergründig ja mal ganz nett...

Zitat
Aber: sie kann doch, wenn sie in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten kann, dann in einem anderen Beruf arbeiten,

aber das ist der Punkt: sie kann dann ja trotzdem in einem anderen Beruf arbeiten, sie wäre nur berufs-, nicht aber arbeitsunfähig.

Zitat
Und: wenn sie wirklich arbeitsunfähig ist, die 250 Euro langen pro Monat ja gar nicht zum leben.

Wenn sie wirklich arbeitsunfähig wird, muss sie Rente beantragen. Die ist allerdings nicht grad zum Hurra schreien...

Zitat
Angeblich wird die Berufsunfähigkeitsversicherung bald gesetzlich vorgeschrieben, laut Angestellter bei der Bank.

Aha...?

Zitat
Und bis Dienstag muss sich meine Tochter entscheiden,

Warum so schnell??

Zitat
wenn sie die Versicerung icht abschließen will, muss sie einen Zettel unterschreiben, dass sie beraten wurde, aber kein Interesse hat.

Pfeifendeckel muss sie. Wo steht das geschrieben, dass sie eine nicht erwünschte und erbetene Beratung in Anspruch nehmen und auch noch quittieren muss?

Zitat
Was soll ich meiner Tochter raten: abschließen oder nicht abschließen.

Ich würd ihr raten, sich mal mit der Innung oder was immer für Polsterinnen zuständig ist in Verbindung zu setzen, gleich Montag in der Früh.

Auch ich bin da völlig der Meinung, dass deiner Tochter da etwas aufgedrängt werden soll, was nicht unbedingt sein muss. Ich habe noch nie etwas davon gehört, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung, egal für welchen Beruf, gesetzlich vorgeschrieben wird. Da gibt es ganz andere Berufe, die viel stärker dann davon betroffen wären.
Ausserdem ist mir nicht völlig klar, warum sie einen Zettel unterschreiben soll, dass sie beraten wurde, es aber ablehnt. Also ich würde da schnellstens die Bank wechseln, das ist meine Meinung dazu.
romero

Bearbeitet von Romero am 02.05.2009 01:39:44


Grundsätzlich muss man sich nicht über Berufsunfähigkeit absichern.

Auch gibt es keine Gesetzesvorlage, welche demnächst kommt.

Deshalb Finger weg, nicht reagieren.

Falls jemand solch eine BU Rente/Versicherung abgeschlossen hat, bekommt er eine Rente und kann dann in einem anderen Beruf natürlich weiter arbeiten, und dort Geld verdienen. Die BU Rente wird natürlich meist trotzdem weiter gezahlt.
Nur, bis Du eine BU Rente bekommst, das wird nicht einfach.

Trotzdem, ich rate von einer solchen Versicherung grundsätzlich ab. Und die Prämie ist viel zu teuer.

Versicherungen dieser Art gibt es übrigens schon ab 8 Euro monatlich.

Der Hammer: Derjenige, der Deine Adresse weiter vermittelt, oder der mit Dir die Versicherung abschliesst bekommt 12 Monatsprämien Provision. Bei 30 Euro verdient der Vermittler somit 360 Euros. Und das Geld zahlst Du.

Lass die Finger davon und sichere Dich anderweitig ab.

Labens

Edit:
Und auf den Zettel der Beratung würd ich drauf schreiben:
"Unterschrift verweigert"
Das geht nämlich niemanden was an.

Bearbeitet von labens am 02.05.2009 01:55:44


Zitat (labens @ 02.05.2009 01:52:02)
Edit:
Und auf den Zettel der Beratung würd ich drauf schreiben:
"Unterschrift verweigert"
Das geht nämlich niemanden was an.

Meiner einer würde auf diesen Zettel nicht einen einzigen Tropfen Tinte verteilen...

Noch ein Gedanke hierzu:

Die R+ V Versicherung hat kein Recht Daten von Deiner Tochter zu bekommen.

Somit würde ich mal den Datenschutzbeaufragten Deines Landes einschalten und fragen, was hier eigentlich abgeht.

Die freuen sich sich über jede Post und E-Mail. Ich hab da schon ganz tolle Erfahrungen gemacht.

Mein bester Freund ist der Vorsitzender des Datenschutzes des Landes Baden-Württemberg.

Ach ja, und die Bank würde ich ganz schnell wechseln. Am besten dem Vorstand den Namen der verlogenen Bank-Mitarbeiterin nennen und kündigen.

Die bekommt bestimmt auch noch Provision und die Volksbanken arbeiten eh mit der
R + V Versicherungen zusammen.

Labens


Ich habe seid einiger zeit einen Versicherungsmarkler... Der suchte mir wirklich die Günstigsten Alternativen raus, so das ich im Monat sparen kann und wenn es dann mal soweit ist das ich rente bekomme, auch Finanziell auch noch besser da stehe.

Ich finde die Idee mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht schlecht... gerade wenn du so jung bist... Doch das was du da schreibst ist irgend eine abzocke...

Sille


Mit Interesse lese ich über das Vorgehen der Versicherung (Unterschrift um die Beratung zu quittieren etc.). Mir ist nämlich Folgendes passiert: Vor einiger Zeit bekam ich einen Anruf eines Mitarbeiters der Debeka. Er sei nun der für mich zuständige Sachbearbeiter, wolle sich vorstellen. Die Geschäftsbedingungen zu meiner Hausrat- und Haftpflicht hätten sich geändert, er wolle einen Termin mit mir machen, konnte mir auch gleich schon einen vorschlagen ...

Ich lehnte ein Treffen ab und bat ihn, mir die Änderungen schriftlich zuzuschicken, damit ich sie mir in Ruhe ansehen könne. Wenn ich Fragen hätte, würde ich auf ihn zukommen. Das gefiel ihm nicht so recht, aber ich bestand darauf. Daraufhin sagte er: "Dann schicke ich es Ihnen als Angebot raus." :blink:

Ich stellte noch einmal klar, dass es sich lediglich um geänderte Bedingungen einer bereits bestehenden Versicherung handelte. Er: "Ja, aber wir müssen jetzt von Gesetzes wegen eine Beratung durchführen, und die müssen Sie auch unterschreiben. Das lege ich Ihnen dann bei, schicken Sie mir das unterschrieben zurück."

Ich sagte ihm noch einmal, dass ich nur an den Änderungen interessiert wäre. :wacko:

Bis heute ist nichts gekommen. Ich bin so sauer, ich würde am liebsten beide Versicherungen kündigen. Leider haben die sich gerade automatisch um ein Jahr verlängert.


Vielen Dank für Eure Antworten :blumen: Ich werde meiner Tochter raten, telefonisch abzusagen. Ich vermute nämlich, dass die eine Unterschrift wollen, damit sie gezwungen ist, nochmal hinzugehen, und dann hat sie die Beraterin nochmal "am Wickel".

@Sille: Hast Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung? Und was zahlst Du im Monat?

Meine Tochter hat sich ja schon woanders wegen einer solchen Versicherung erkundigt. Bei einem anderen Anbieter hätte sie gut 60 Euro im Monat hinlegen müssen und hätte eine Rente von 750 Euro gehabt. Die Versicherung wäre bis zum 60. Geburtstag gelaufen. Erhöhung der Versicherungssumme und des Beitrages jederzeit möglich, eine Minderung wäre nicht möglich gewesen. Meine Tochter hätte einen Fragebogen ausfüllen müssen. Da sie schon länger Probleme mit der Lunge hat, hätte sie das angeben müssen. Da sie vermutet, dass sie deswegen mal ihren Job aufgeben muss, würde also "Lunge" als Auszahlungsgrund wegfallen. Da haben wir ihr gleich abgeraten, da was zu unterschreiben. Auch deshalb, weil bei Arbeitslosigkeit keine Regelung vorgesehen war. Zur möglichen Kündigung der Versicherung fand ich auch nichts.

Da ihr Freund unbedingt will, dass sie so eine Versicherung abschließt (vielleicht hat er Angst, dass sie ihm mal "auf der Tasche liegt") und sie sich ja auch bestmöglichst absichern will, stellt sich die Frage, was das Beste für meine Tochter wäre. Wenn ich zu unserem Versicherungsmakler gehe und er ihr dies und das vorschlägt, verstehen wir nur "Bahnhof". Und es stellt sich die Frage: Braucht sie sowas wirklich????????????? Hilfe :heul:


Hallo Sissy Jo
Wie wäre es mit einer Unabhängigen Beratung zb. Verbraucher Zentrale geht auch per E-Mail kostet ein paar Taler aber so eine Langfristige Versicherung will Gut überlegt sein.
Gruß Moped


Ich habe auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und bisher bin ich damit ganz gut gefahren. Zumindest deckt meine Versicherung ziemlich viel ab, weil sie in etwa wie eine Lebensversicherung aufgebaut ist. Die 45 EUR die ich im Monat dafür zahlen muss finde ich persönlich in Ordnung. Ich glaube etwas mehr als 700 EUR würde bei mir als monatliche Rente raus kommen, wenn ich berufsunfähig werden sollte. Also ich finde es gut, dass ich so eine Versicherung habe, aber das muss eben jeder selber wissen. ^^
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass eine Bekannte von mir das ganze mit mir durchgesprochen hat, die ist Versicherungsmaklerin und die hat mir dann eben ein sehr gutes Angebot raussuchen können.

Hab noch was vergessen ^^
Also dass dieser Berater es schriftlich haben will, wenn deine Tochter ablehnt, kommt mir auch spanisch vor. Sie soll es am Besten so machen, wie sie es gesagt hat, per Telefon. Auf so einen Quark sollte man sich gar nicht erst einlassen, die versuchen einen dann ohnehin nur nochmal umzustimmen. Dass es bald eine gesetzliche Verpflichtung sein soll, dass man eine BUV hat, kommt mir auch komisch vor, davon hab ich noch nie was gehört. *skeptisch guck*

Bearbeitet von dark_and_angel am 02.05.2009 19:11:17


Da ich im Bereich der Sozialversicherung tätig war, frage ich mich ernsthaft, wie oft der Fall einer Berufsunfähigkeit eintritt.

In den meisten Fällen liegt keine BU sondern Erwerbsunfähigkeit vor.

Auszug aus den Satzungen der meisten Versicherungen:


Berufsunfähigkeitsversicherung /

Der Versicherte wird als berufsunfähig eingestuft, wenn er voraussichtlich auf Dauer seinen Beruf nicht mehr ausüben und auch nach einer Umschulung keinen adäquaten Job mehr finden kann.

Die Versicherungen springen in der Regel ab einer Beeinträchtigung von 50 Prozent ein, während ein Einkommensverlust von 30 Prozent zugemutet werden kann. Im Versicherungsfall wird eine Rente in vereinbarter Höhe gezahlt.


Der Gesetzgeber hat nicht ohne Grund diese sinnlose Versicherung abgeschafft.
Wann etwa ist ein Angestellter berufsunfähig?

Ich würde das Geld lieber anderweitig anlegen. Oder eine andere Versicherungsart wählen.

Labens


Na, wenn ich erwerbsunfähig bin und nicht mehr arbeiten kann, bin ich doch gleichzeitig auch berufsunfähig, oder? Da kann ich dann in meinem Beruf nicht mehr weiter arbeiten und ich denke das geht schneller als man denkt. Nehmen wir mal an, ein Bauarbeiter hat massive Rückenprobleme, die es ihm nicht ermöglichen weiterhin auf dem Bau zu arbeiten. Dann ist er unfähig in seinem Beruf weiter zu arbeiten. Aber das heißt ja nicht automatisch, dass er auch erwerbsunfähig ist. Auch ein Angestellter kann sehr schnell berufsunfähig werden. Ich hab mir das von meiner Bekannten damals genau erklären lassen. Sowas kann wirklich fix gehen. Außerdem ist das Geld ja nicht verloren, ausbezahlt bekomme ich es trotzdem irgendwann, egal ob die Berufsunfähigkeit eintritt oder nicht. Also zumindest ist es bei mir so...


Von Versicherungen im Allgemeinen und einer BUZ im Speziellen mag man halten, was man will.
Ich bin natürlich von Berufs wegen FÜR viele Versicherungen.

Auch die BUZ kann seeehr viel Sinn machen!!
Ich habe jetzt keinen Ahnung von dem Beruf Polsterin. Hab also keine Ahnung, ob es da überhaupt die Möglichkeit berufsunfähig zu werden OHNE gleichzeitig arbeitsunfähig zu sein gibt. Entsetzliches Satzkonstrukt, entschuldigt.

Also ein Chirurg oder ein Berufspianist braucht eine BUZ (finde ich), weil der Verlust eines einzigen Fingers ihn definitiv berufsunfähig macht, aber er kann sicher immernoch bei McDonalds am Tresen bedienen.
Eine Polsterin.. hmm... wenn sie beide Arme verliert oder das Augenlicht, ist sie eh arbeitsunfähig.

Davon abgesehen, ob grade für diesen Beruf eine BUZ sinnvoll ist: Die Art und Weise der Beratung ist es definitiv nicht!
Es ist eine glatte Lüge, dass es Pflicht werden wird (Stand bis vor einer Woche... ich hab grad Urlaub^^)


Zum Thema Beratungsprotokoll. Neue EU-Verordnung.. *deckszeug* sorry :pfeifen:
Es MUSS ein Beratungsprotokoll erstellt werden und dem Kunden ausgehändigt werden.
Aber der Kunde muss hier nix unterschreiben, das mag eine interne Bestimung der R+V sein.. keine Ahnung.

Windiger, unsicherer Versicherungsfuzzi, der fette Provision einstreichen will.
Ein schwarzes Schaf, dass uns redlichen Kundenberatern den Ruf versaut :labern:


Dark and angel, wenn ich mich gegen Berufsunfähigkeit versichere, bekomme ich nicht in jeden Fall das Geld ausgezahlt, sondern nur im Schadensfall, oder.


Zitat (Rumburak @ 02.05.2009 22:10:43)
Dark and angel, wenn ich mich gegen Berufsunfähigkeit versichere, bekomme ich nicht in jeden Fall das Geld ausgezahlt, sondern nur im Schadensfall, oder.

Kommt drauf an... ich mein, dass es sein kann, dass man eine Kombiversicherung abschließt die am Ende der Berufszeit einen Teil auszahlt... oder so... :unsure:

Achso, dann ist das eine Lebensversicherung, die ich extra mit einzahle.


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung macht unter den richtigen Bedingungen Sinn. Mein Mann hat auch eine, denn wenn er einen oder zwei Finger verlöre, oder diese aufgrund einer Verletzung gelähmt wären, könnten wir, im wahrsten Sinne des Wortes, einpacken und unter eine Brücke ziehen.

Die Vorgehensweise, die Du, SissyJo, am Beispiel Deiner Tochter schilderst, finde ich jedoch eher bedenklich bis unseriös. Die Aussage, "es würde demnächst gesetzlich werden", der ganze Zeitdruck, der da auf Deine Tochter ausgeübt wird und das Unterschreiben dieses Zettels. Alleine das alles würde meine "anarchistische Ader" auf totale Abwehr stellen. :pfeifen:

Es liegt doch ziemlich auf der Hand, daß grade auch Versicherungen durch die Finanzkrise, sprich das Zocken mit nicht vorhandenem Geld im globalen Spielcasino, gelitten haben - und in Amerika gehen grade riesengroße Versicherungen deshalb pleite. Ergo sind Mitarbeiter von Versicherungen mit Sicherheit derzeit angewiesen, Versicherungen auf Teufel komm raus zu verkaufen, und wie Insidias schrieb, die "schwarzen Schafe" tragen da eher sicherlich ein kleines Schamläppchen, um an das "Beste am Kunden", nämlich an sein Geld zu kommen. Wie sagt ein hessisches Sprichwort :rolleyes: : "Wie der Herr, so es Gescherr". :rolleyes:

SissyJo, haltet Euch bei weiteren diesbezüglichen Überlegungen an seriöse und wirklich kundenorientierte Mitarbeiter, an die Verbraucherberatung und an die reale Lebenssituation; dann kommt am Ende auch das richtige Ergebnis für Deine Tochter heraus. :blumen:

Bearbeitet von Bücherwurm am 03.05.2009 22:56:12


Zitat (Bücherwurm @ 02.05.2009 22:57:35)
Die Aussage, "es würde demnächst gesetzlich werden", der ganze Zeitdruck, der da auf Deine Tochter ausgeübt wird und das Unterschreiben dieses Zettels. Alleine das alles würde meine "anarchische" Ader auf totale Abwehr stellen. :pfeifen:

Und diese drei Punkte ließen mich auch gestern gleich sagen: "Das lass mal bleiben." Aber hinterher kamen mir dann doch Bedenken: Die R+V ist doch eine seriöse Versicherung. Und was ist, wenn der Versicherungsfall eintritt und sie hat diese Versicherung gar nicht abgeschlossen. Dann mache ich mir Vorwürfe. Außerdem war sie in einer anderen Sache bei der Bankangestellten in ihrer Hausbank Vo*ba. Und so ganz nebenbei, wollte die Bankangestellte..........das "Beste" meiner Tochter, nämlich ihr Geld. Recht hast Du, Bücherwurm.

Meine andere Tochter bekam von unserer und ihrer Hausbank Spar*kasse einen Anruf wg einem "wichtigen" Beratungstermin. Sie wagte nicht zu widersprechen und machte den Termin aus. Ich wollte wissen, um was es bei diesem Termin geht, aber der Bankangestellte wollte es mir nicht sagen. Absagen durfte ich auch nicht, er wollte meine Tochter persönlich am Telefon hören. Sie schaffte es, abzusagen. Bis heute ist nicht geklärt, warum die Bank meine Tochter persönlich beraten wollte. Spontaner Einfall: Versicherung andrehen :wacko:

Aber alle beide überlegen natürlich, wenn sie da nicht hingehen und sie brauchen mal einen Kredit, dass es dann heißt: "Ja, wären Sie da gekommen, könnten Sie heute den Kredit mitnehmen."

Zitat (Sissy)
Aber alle beide überlegen natürlich, wenn sie da nicht hingehen und sie brauchen mal einen Kredit, dass es dann heißt: "Ja, wären Sie da gekommen, könnten Sie heute den Kredit mitnehmen."


Das sind, denke ich, unberechtigte Ängste, denn an Krediten verdienen die Banken, und das nicht schlecht.

Denke ich auch. Denn wenn die Banken einen Kredit ablehnen, dann nicht deshalb, weil man seinerzeit eine Versicherung gar nicht oder woanders abgeschlossen hat. Wenn Banken Kredite ablehnen, dann doch wohl aus anderen Gründen.

Aber die jungen Leute sind verunsichert. Und ich bin mir meiner Sache da auch nicht immer so sicher.


Ich habe auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, meine Eltern haben diese für uns Kinder abgeschlossen, als wir mit der Schule fertig waren. Aktuell zahle ich 30,67€ monatlich.

Ich habe demnächst einen Termin mit dem Herrn von der Versicherung, der mit mir die Erträge (?) auf den neusten Stand bringt bzw. mir erklärt. Ich weiß, dass ich mir zu jeder Zeit ein bestimmtes Kapital (mit Verlusten natürlich) auszahlen lassen kann, im Todesfall bekommt (derzeit noch mein Bruder ^_^ ) eine bestimmte Summe ausgezahlt.

Sollte ich berufsunfähig werden, erhalte ich jeden Monat eine (quasi) Zusatzrente von gut 400€.

Ich halte meine Versicherung für sehr sinnvoll - meine Mutter ist mit 40 Jahren berufsunfähig und Frührentnerin geworden - ohne diese Zusatzversicherung hätte manches wesentlich düsterer ausgesehen als sowieso schon.

Da ich durch Studium und (nur) Nebenjobs erst relativ spät angefangen habe, in die RV einzubezahlen, kann man sich ja vorstellen, wie hoch eine Frührente ausfallen würde, sollte ich berufsunfähig werden.
Und so fühl ich mich einfach ein bisschen besser abgesichert.


@SissyJo
zu Deiner Aussage, dass es sich bei dieser Versicherung um ein seriöses Unternehmen handelt:
Das bezweifelt ja niemand. Tatsache ist jedoch, dass in jedem Unternehmen, insbesondere bei Versicherungen, sogenannte "Rennlisten" existieren.
In diesen Listen werden die monatlichen Vertragsabschlüsse der Mitarbeiter verglichen.
Meist Freitags vormittags werden dann die Meetings veranstaltet, wo diese Listen an die Wand geklatscht werden. Derjenige, welche im unteren Bereicht steht, bekommt mächtig Druck. Das ist übrigens auch bei den Banken so. Sie müssen ihre lausigen Aktien verkaufen und viele Bausparverträge, weil sie damit richtig Kohle machen.

Teils ist es so, dass einige Mitarbeiter, besonders die neu eingestellten, nur ein kleines Gehalt (Fixum) bekommen. Der Rest besteht aus Provisionen aus irgendwelchen Abschlüssen.

Die Ham..rg M.....heimer hat das mal so praktiziert:
Festes Gehalt und feste monatliche Provision. Wenn mann die Provision nicht erwirtschaftete ging man theoretisch ins Minus. Sie haben zwar das Gehalt weiter gezahlt, jedoch je weiter man sinkte, desto eher drohte die Kündigung. Am Ende stand der Mitarbeiter mit 40.000 Euro im Minus und hat dann freiwillig einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Das war jedoch in der Vergangenheit. Das macht die Versicherung heute sicherlich ganz anders.

Zusammenfassend: Alle Bank- und Versicherungsmitarbeiter bekommen Vorgaben, die sie erfüllen müssen. Ohne diese kann keine Bank wirtschaftlich arbeiten. Klar ist auch, dass es an Einfaltsreichtum nicht mangelt.

Labens


Zitat (SissyJo @ 02.05.2009 23:25:38)
Aber alle beide überlegen natürlich, wenn sie da nicht hingehen und sie brauchen mal einen Kredit, dass es dann heißt: "Ja, wären Sie da gekommen, könnten Sie heute den Kredit mitnehmen."

Hallo,

Ja und?

Deine Tochter ist doch nicht gezwungen, bei ihrer Hausbank einen Kredit zu nehmen. Sie kann hingehen, wo so will für den Kredit.
Oder sich dann, wenn sie den Kredit braucht, einen Makler zu Hilfe holen.
Also man keine Sorgen machen.

Und ansonsten ist alles gesagt worden.

Gruß

Highlander

Ich finde eine BUZ ebenfalls sehr wichtig. Es gibt da verschiedene Modelle:

Beispielsweise eine Risiko-LV mit BU, die nur die reine Berufsunfähigkeit abdeckt. Tritt der Schadensfall ein, erhält man die vereinbarte Leistung. Tritt er nicht ein, erhält man nach Ende der Laufzeit - wenn überhaupt - einen minimalen Betrag zurück. Das ist die billigste Variante.

Dann gibt es noch die kapitalbildende Variante. Verbundene Leben nennt sich das. Meist wird es so gemacht, dass etwa die Hälfte der Beiträge in eine LV oder einen Fonds oder eine sonstige Kapitalanlage eingeht und die andere Hälfte in die BU verbucht wird. Hat den Vorteil, dass man nach Ende der Laufzeit ein kleines Polster angespart hat, gleichgültig, ob nun der Schadensfall eingetreten ist oder nicht. Außerdem kann man im (finanziellen) Notfall so eine Versicherung auch beleihen oder eine Beitragsüberbrückung durchführen. Das kann einen teuren Kredit ersparen, allerdings auf Kosten der Auszahlungssumme und ggf. auch des Versicherungsschutzes gehen. Macht die Versicherung zwar nicht gerne, wird es aber tun, um den Beitragszahler nicht zu verlieren. Allerdings sind die Beiträge für die BU - genauso wie bei der Risiko-LV mit BU - ebenfalls weg. Bei der dynamischen Anpassung der Beiträge sollte man da aber aufpassen. Das wird jedes Jahr teurer.

Es gibt sicher noch andere Modelle, doch das sind die beiden, die mir auf Anhieb einfallen.

Ich vergleiche die BU mit der Hausratversicherung: da wird ein Risiko versichert, das schwer zu kalkulieren ist. Habe ich einen Schaden beim Hausrat, wird der reguliert. Habe ich keinen Schaden, ist das Geld trotzdem weg, da ja das Risiko eines Schadens versichert wurde.

Übrigens sind 30 Euro für eine Leistung von 250 Euro im Schadensfall ziemlich dreist.

Grüßle, ilwedritscheline

Bearbeitet von ilwedritscheline am 11.07.2009 15:50:40



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