Japanischer Wasserschleifstein


Hallo, ich bin auf der suchen nach einem japanischen Wasserschleifstein. :huh:

Habe teuere Küchenmesser bekommen. Und die sollten nun auch ordentlich geschliffen werden.

Mit hat mal jemand den Tipp gegeben, das geht mit einem japanischen Wasserschleifstein am besten.

Na und nun bin ich auf der Suche nach so einem.

Weiß jemand von Euch, wo ich so was bekommen kann?

Danke schon mal im Voraus. :blumen:


Tante google spuckt da folgendes aus bei den Amazonen zum Beispiel oder hier, und hier auch noch was...


Hier

war ganz einfach, nur bei google (ja genau das ist die Suchmaschiene :rolleyes: ) Japanische Wasserschleifsteine eingeben.

Nützt dir mämlich wenig, wenn ich schreib Küchen Koch im Norden hat die, wenn du im Süden wohnst.

DICK GmbH
Dieter Schmid- Feine Werkzeuge
Dort hat man auch Ahnung, von dem was verkauft wird. ;)

Wenn Du allerdings noch nie mit nem Schleifstein hantiert hast wirst Du die Messer eher zerstören als richtig schleifen. Das erfordert unglaublich Übung und Geschick den 15° Grad Schliff eines japanischen Messers oder die 20° eines anderen teuren Messers über die gesamte Schneide hin zu bekommen.


Meine Mutter hat mir doch gar (ich wünschte mir eingentlich eher einen guten Stahl...) einen Wasserschleifstein dieser Art mal geschenkt. :blink:
Ich habe ja um Gotteswillen keine High-Class-Küchenmesser, sondern nur ganz normale solche zu schleifen, weiß aber auch, wie man Sicheln und Sensen mit solchen dafür geeigneten Hartschleifsteinen schärft. Und meine Küchenmesser müssen 100% scharf sein, stumpfe "Texasreiter" gehen bei mir gar nicht.

Bisher stand dieser (mir ziemlich kreidig-bröselig aussehende) Wasserschleifstein bei mir ungenutzt im Schrank und ich nutze noch meinen alten Wetzstahl, weil ich das so gewöhnt bin... aber kriegt man mit diesem Wasserschleifstein wirklich noch mehr Schärfe auf die Messer?
Muß man den dazu einweichen oder beträufeln oder so-wie einen Sensenstein?
Die Beschreibung dieses Dinges gab nicht allzuviel her... :unsure:

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 05.03.2011 03:09:02


So schwer ist das wirklich nicht und man bekommt Messer damit wirklich SCHARF.

Bevor man anfängt muss man den Stein wässern, ne halbe Stunde dürfte reichen. Ich mach das immer in einer Plastikschüssel. Dann platzier ich auf meiner Arbeitsplatte ein gefaltetes Handtuch (am besten ein älteres, s.u.) Einen Bogen saugfähiges Papier und die Schüssel mit Wasser.

Auf das gefaltete Handtuch kommt der Stein. Das Handtuch hat den Zweck dem Stein Halt zu geben und das Wasser aufzusaugen, denn das ist alles eine feuchte Angelegenheit und auch eine ziemlich schmutzige. Es gibt auch Halterungen für Steine zu kaufen, aber die halte ich eigentlich nicht für nötig.

Am besten ist es einen Stein mit einer groben und einer feinen Seite zu benutzen. Die grobe wird schleifen benutzt, anschließend wird entstandene Grad auf der Klinge mit der feinen Seite entfernt. Um den zu erkennen ist es wichtig, dass man Arbeitsplatz gutes Licht hat. Im Dunkeln wird das nix.

Es wird in einem flachen Winkel von 15 - 20 Grad mit wenig Druck geschliffen. Als ich mir meinen Stein gekauft habe, hab ich mir eine Schleifhilfe gleich mitbestellt. Das ist eine Metallspange die auf den Messerrücken geschoben wird und die einem hilft den Winkel einzuhalten. Kostet um die 2 Euro, wird aber nach ein wenig üben nicht mehr benötigt.

Die eigentliche Schleifwirkung entsteht folgendermassen: Durch die schiebende und ziehende Bewegung der Klinge auf dem Stein wird von diesem und der Klinge Material abgetragen dass sich mit dem Wasser auf dem Stein zu einer schleimigen, grauen Substanz vermischt. Und die ist, soweit ich das Prinzip verstanden habe, der Schlüssel zu dem ganzen.

Man schleift immer eine Seite, vielleicht am Anfang die Züge mitzählen, dann die Messerseite wechseln, dass ganze dort genauso oft wiederholen. Dann die Seite des Steins oder den Stein wechseln und auf der feinen Seite mit den gleichen Bewegungen den entstandenen Grad abschleifen. Um den zu erkennen, dass Messer mit dem Papiertuch immer wieder sauberwischen. Den Stein zwischendurch immer wieder mit Wasser beträufeln. Der darf auf keinen Fall trocken werden.

Ausserdem sollte man sich dafür reichlich Zeit nehmen. Ne halbe bis 3/4 Stunde sollte man durchaus einplanen, vor allem bei den ersten malen oder wenn man das wie ich nicht jede Woche macht.

Bei Youtube gibt es dutzende von Videos in denen man sich zum Beispiel entsprechende Schleifbewegung ansehen kann.

Ich bin sicher die ambitionierten Hobbyköche in diesem Forum können zu dem Thema noch einiges ergänzen. Bei Fehlern lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

Meiner Erfahrung nach ist ein Wasserstein die beste und für das Messer auch schonendste Möglichkeit es scharf zu bekommen.

Platypus


Danke Dir für die ausführliche Beschreibung Platypus


Platypus, ich danke Dir von Herzen, Du hast der Beschreibung dieser Schleifmethode derart viel Genauigkeit und Zeit geschenkt, daß sogar ich sie begriffen habe! :daumenhoch: und'n Blümchen :blumen: .
Morgen schere ich mich mit frischsauberem Hundehandtuch, alter Zeitung, Wasserschleifstein und allen Messern dieses Hauses, die keinen Wellenschliff haben, an den Küchentisch. :)
Wer sagte mal, das Federschleißen eine Arbeit für Philosophen und Weise sei? Messerschleifen ist das auch.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 07.03.2011 03:08:10


Ich hab mir ne Graef CC 120 Plus gegönnt. Da brauch ich für ein rasiermesserscharfes Ergebnis nur 5 Minuten, und keine 45 wie Platypus geschrieben hat. OK, es wird vielleicht nicht ganz so perfekt wie von nem Profi mit Schleifstein, aber es ist nicht weit davon entfernt.


Ist bestimmt ein hervoragendes Gerät, ohne Zweifel. Aber ich versuchte zu schildern was man sinnvolles mit einem Wasserstein machen kann. Und zur Nutzung als Briefbeschwerer ist so ein Stein wirklich zu schade.

Zu meiner Zeitangabe des Schleifens. Ich kann mich gerade mal alle paar Wochen dazu aufraffen meine beiden am meisten genutzen Messer zu schleifen... und dann brauch ich halt so lange. Mach das einmal die Woche und schleife nur nach und du hast im nu ne Menge Übung und brauchst nur ein paar Minuten. Das Wässern des Steins kann man sich zum Beispiel komplett sparen, wenn man ihn in einer Tupperbox in Wasser aufbewart. Schaden kann ihm das nicht.

Ich denke trotzdem das man sich durchaus etwas Zeit nehmen sollte, denn teure und gute Messer verdienen eine sorgfältige Pflege. Ist so ähnlich wie das polieren des alten Familiensilbers oder das liebevolle Wachsen des Autos ;-)

Platypus


Oh, das möcht ich Dir gar nicht absprechen. Klar ist das Ergebnis hingebungsvoller Pflege auf einem guten Stein sehr viel besser für ein Messer als es durch so ne Maschine zu ziehen. Das Ergebnis ist zwar auch ziemlich gut, aber eben nicht das selbe.
Mir ist nur der Aufwand mit dem Schleifen zu hoch. Wenn ich meine Messer 1x die Woche durch die Polierstufe der Maschine zieh dauert das keine Minute, und sie sind sofort einsatzbereit. Ich lege wert auf scharfe Messer, aber nicht für diesen Aufwand. Es ist eine Frage der Einstellung.


Erstmal Dank an alle, die bisher geantwortet haben. Ich habe mir schon ein paar Shops angesehen.

* unerwünschte Werbung entfernt * war bis jetzt das beste was ich gefunden habe.

Dank an Euch, ihr habt mir wirklich weitergeholfen.

Bearbeitet von Wecker am 08.03.2011 12:02:55



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