Rezepte aus dem Sudetenland: Suche


Hallo miteinander,

ich bin neu hier, also erst einmal einen guten Tag!

Meine Mutter ist Sudetendeutsche, aus Neutitschein (heute Novi Jicin). Sie schwärmt seit Jahren von Weihnachtsbäckerei aus der "alten Heimat". Dazu gehören:
- Imberlen, anscheinend ähnlich Anisplätzchen, aber mit Ingwer
- Hühneraugen, ein brauner Teig, aus dem Bällchen gerollt wurden. Dahinein wurde eine Delle gedrückt, mit Eidotter gefüllt und es kam noch was in die Mitte. Das Ganze wurde nicht gebacken, sondern nur getrocknet.

Besonders die Hühneraugen haben es uns angetan.

Kann mir jemand weiterhelfen?

Herzliche Grüße, Hoyningen

Bearbeitet von Hoyningen am 19.12.2011 16:29:29


Hallo!
Kenne leider beide Plätzchensorten nicht, weiß aber, dass es bei "Chefkoch" Rezepte für Ingwerplätzchen gibt. Vielleicht ist da ja etwas dabei.
Gruß, ElRa


warum fragst du nicht deine mama nach dem rezept, oder weiß sie es nicht mehr?


Hm, da habe ich noch nie was davon gehört, mit getrockneten Eigelb usw.


Ich empfehle das Buch "Böhmische Küche" von Ilse Froidl. Das gibts bei www.zvab.com schon ab 8 Euro gebraucht. Da sind fast 1000 Rezepte aus dieser Gegend versammelt, u.a. auch Ingwergebäck.

Bearbeitet von SCHNAUF am 19.12.2011 22:26:15


Ich hab auch ne Oma aus "der alten Heimat"... ich versuche laufend, die Rezepte aus ihr rauszukriegen. Aber die Mengenangaben sind immer irgendwo zwischen "Naja, so eine Hand voll, das merkst du dann schon" und "Na soviel halt bis es passt" :)

Also wenn ihr Rezepte für Livanzen, Kolaczke (oh, hab ich das wohl richtig geschrieben...?), Povidl-Tascherl, Boch'na Knierla, G'standns, Wossasuppn, Szegediner Gulasch, böhmisches Sauerkraut, und diese ganzen wunderbaren Kalorienbomben habt, dann her damit!


Zitat (SCHNAUF @ 19.12.2011 22:25:43)
Ich empfehle das Buch "Böhmische Küche" von Ilse Froidl. Das gibts bei www.zvab.com schon ab 8 Euro gebraucht. Da sind fast 1000 Rezepte aus dieser Gegend versammelt, u.a. auch Ingwergebäck.

Schnauf, der Hinweis ist lieb, aber Böhmische Küche ist nicht das selbe wie die Küche der Sudetendeutschen. Zwar ist die Überschneidungsmenge sehr groß aber die Nuancen.... :)

Bearbeitet von Cambria am 19.12.2011 22:34:48

Cambria,

Szegediner Gulasch ist ein orginal ungarisches Gericht und beim Chefkoch findest du Rezepte !


Zitat (GEMINI-22 @ 19.12.2011 22:39:08)
Cambria,

Szegediner Gulasch ist ein orginal ungarisches Gericht und beim Chefkoch findest du Rezepte !

Hm... dass sich die verschiedenen Küchen unserer (süd-)östlichen Nachbarn überschneiden, hab ich ja schon geschrieben... da war ja auch immer viel Bewegung in den Landesgrenzen. Östereich-Ungarn, Polen hatte ja selten das Glück länger als ein paar Jahrzehnte die selbe Größe zu haben und die tschechische Republik war auch nicht immer da zuhause, wo sie jetzt wohnt ;)

Cambria, du schriebst aber mal, das du kein Fleisch ißt...und da ist welches drin....


Ja und? Mir liegt die esskultur meiner familie aus dem egerland in toto am herzen. Unabhängig davon, wie ich mich ernähre.


vielleicht findest du hier was das nah genug rankommt.


Meine Eltern kamen auch aus dem ehemaligen Ostgebieten.

Ich habe ein Rezept für Livancen (welch ein Name) .Es geht ganz einfach, weil es nur Hefeplinsen sind.
Zutaten: 700ml Milch, 300g Mehl, 1Wü Hefe, 1Ei, 2El Zucker, 1Pr. Salz

Hefestöckel: Etwas von der lauwarme Milch mit der Hefe und dem Zucker, sowie 2EL Mehl in einer Schüssel verrühren. Gehen lassen, bis es gut aufgegangen ist.

Die übrigen Zutaten verrühren und das aufgegangene Hefestöckel mit einarbeiten. Der Teig soll nicht allzu dick sein. Alles abgdeckt bei Zimmerthemperatur gehen lassen, bis es sich so ungefähr verdoppelt hat.

Anschließend in einer Pfanne (evt. beschichtet) mit wenig Fett goldbraun rausbacken. Ich lege nach dem Umwenden immer noch einen Deckel drauf. Mache ich auch bei Eierkuchen.

Man kann Kompott dazu reichen oder Zimtzucker.

Wenn es gefällt, kann der Teig auch mit 2 Eiern gemacht werden. Früher war es bloß eins.


He aglaja, der Link ist ja toll. Arte hat also auch Rezepte.


Zu Tisch in... ist eine geniale Serie, sehr zu empfehlen!
Da turnen nicht irgendwelche Schickimickiköche debil grinsend vor der Kamera rum.
Da wird der südschwedische Postbote gezeigt oder der Bauer aus der Kraijna, die erzgebirgische Hausfrau mit 8 Kindern oder der Olivenzüchter aus Spanien.

Diese Bodenständigkeit gefällt mir! B)


:applaus: Die Sendung habe ich mal mit halben Auge gesehen. Leider nicht ganz ernst genommen. Werde ich ab jetzt machen. Danke für den Tipp !
Lg pussi :blumen:


ich find die Serie einfach nur genial, schade nur dass man nicht immer alle Zutaten findet. :wub:


Zitat (Hoyningen @ 19.12.2011 16:29:06)
Kann mir jemand weiterhelfen?

Meine Eltern haben ein älteres Kochbuch aus der Region.
Ich werde da heute mal darin blättern ob ich deine gesuchten Rezepte finde.

@Rumburak, meine Tante hat eine orginal Livancen Pfanne...da kann man sich förmlich reinsetzen :sabber:

Edit: was vergessen

Bearbeitet von Goodale am 20.12.2011 11:10:08

Ich habe mal den Verlag gegoogelt, in dem das von mir genannte Buch erschien. Es ist ein Verlag, der sich speziell mit Literatur aus dem Gebiet der Vertriebenen beschäftigt. Also wird in diesem Kochbuch genug Wissen aus "der alten Heimat" enthalten sein. Meine Mutsch hat es damals über die Sudetendeutsche Landsmannschaft bezogen.


Hallo Hoyningen,
erst einmal willkommen bei FM. Ich komme selbst aus dem Sudetenland, genauer aus Aussig/Elbe und war noch keine 2 Jahre alt, wie wir vertrieben wurden. Ich habe das Buch "Böhmische Küche" von Ilse Froidl vor mir liegen und kann Dir zumindest das Rezept für Ingwergebäck geben.
Zutaten
150 g Zucker, 150 g Mehl, 1 Ei, 1 Eigelb, 9 g gestoßener Ingwer.
Zubereitung: Zucker, Ei und Eigelb 172 Stunde gut abtreiben, den Ingwer daruntermischen und auf dem Brett die Masse mit dem Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten. Diesen 1/2 cm dick ausrollen, daraus mit einer Ingwerform (runde Form! mein Zusatz) Plätzchen ausstechen, auf ein gefettetes Blech legen und 1/2 Stunde ruhen lassen. Dann bei mäßiger Hitze lichtgelb backen. Kommt das Gebäck aus der Röhre, sofort vorsichtig vom Blech nehmen.
Ich wünsche Dir gutes Gelingen.
Ein Rezept für die Hühneraugen habe ich leider nicht und ich kenne dieses Gebäck auch nicht. Dürfte also sehr gebietsbezogen sein, denn fast ein jedes Gebiet hatte seine eigenen Rezepte und Herstellungsmethoden.
Solltest Du noch etwas brauchen, ich helfe Dir gerne weiter. PN genügt.
Viele Grüße
romero


boah... 172 Stunden... :blink:


Entschuldigung, das ist ein Fehler.
Richtig heißt es 1/2 Stunde gut abtreiben.
romero


ok, und was versteht man unter "gut abtreiben"? Hab den Ausdruck in der Küche noch nie angetroffen.


Gut abtreiben heißt nichts anderes wie gut rühren oder aber schlagen, ok. Wir hatten eben schon unsere eigene Sprache, lach. Manchmal bringe ich auch Worte daher, die meine Partnerin noch nie gehört hat, denn ganz vergißt man das doch nicht, was man in der Elternstube gehört hat. Aber schon in der Sprache gab es die verschiedensten Dialekte, denn meistens kamen die Leute erst einmal ziemlich aus der gleichen Gegend, wie sie sich im Sudetenland ansiedelten, ab dem Jahre 1000 durch den böhmischen König Otto I. wurden sie ins Land geholt um die waldreichen Gegenden entlang den Grenzen zu roden.
romero



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