Pflegefall

 

Da ich ja mit Pflegefällen zu tun habe, möchte ich mal an alle, die zu Hause ihren Ehemann oder Ehefrau oder auch ihre Eltern oder Kinder betreuen ein grosses Lob aussprechen.
Ich habe es oft in meiner Arbeit erlebt, wie aufopfernd sie sich um ihren Partner kümmern, obwohl sie oft selbst am Ende ihrer Kräfte sind.
Es gibt viele, die älter sind und ihren Partner nach der Reha nicht in ein Heim geben sondern sie zu Hause betreuen.
Das nenne ich echte wahre Liebe.

Sicher ist es auch oft so, dass die Kinder, wenn beide berufstätig sind manche in ein Heim geben müsssen. Da gibt es auch viele Gründe. Aus medizinischen Gründen usw.
Ich finde es halt immer wieder toll, wie aber die älteren Menschen zusammen halten.
Ebenso natürlich auch die jüngeren.


Ein Heim ist auch einen Kostenfrage ;)

Aber davon abgesehen ist es selbstverständlich dass man sich um seinen Ehemann/Frau kümmert.
Obwohl man nicht immer Urteilen kann warum es mal passiert das welcher im Heim gebracht werden.
Das Problem liegt oft in die vier Wände zuhause.

Ja, einfach ist das nicht immer für die Familie.

Man muß sehen das man sich selbst nicht ganz verliert in den vielen Aufgaben.

Man muß sich Freiräume schaffen und manchmal auch egoistisch sein.

Das ist anfangs sehr schwer. Und viele Leute wissen alles besser ohne selbst

Erfahrungen mit so einer Situation zu haben.

Bei mir war das auch Anfangs so. Die Leute regten sich auf wenn ich mit meiner

Freundin zum Abhotten (tanzen) in die Stadt gefahren bin. Manchmal bis in den

frühen Morgen. So nach dem Motto : "Wie kann die nur. Hat einer kranken Mann

zu Hause und amüsiert sich alleine. Unmöglich!" Das hat den Erholungswert für

mich dann schon wieder zunichte gemacht. Aber mittlerweile haben sich alle dran

gewöhnt wie wir unser Leben regeln. Sie haben gemerkt das es meinem Mann und

mir gut tut wenn ich mal über die Stränge schlage.

Ich kann den Pflegenden nur raten auch an sich selber zu denken. Denn dadurch

kann man sehr viel Kraft schöpfen (und die braucht man). Ich möchte meinen

Mann auf keinen Fall in ein Heim geben auch wenn ich das Geld dafür hätte.

Es ist aber sehr angenehm mal ein bis zwei Wochen im Jahr Urlaub zu machen

und die Aufgaben dem Rest der Familie zu überlassen. Meine Kinder übernehmen

das gerne mal für mich :rolleyes:


Vielen begreifen es nicht das man kraft holen muss um wieder kraft zu geben ;)

Zitat (internetkaas @ 06.03.2005 - 16:17:06)
Vielen begreifen es nicht das man kraft holen muss um wieder kraft zu geben ;)

Ja da hat Du vollkommen recht.

ich weiß nicht bei meinem mann sehe ich die pflege eigentlich nicht als pflege an, sondern als tätigkeiten die zu unserem leben gehören.
Meinen schwiegervater habe ich auch 3 jahre zu hause gepflegt und das habe ich schon als lpflege empfunden. aber mein schwiegervater hat auch geistig schwer nachgelassen und das war für mich das größte problem.als mein mann dann ins krankenhaus mußte, und ich dann meinen mann nicht besuchen hätte können habe ich mich dann entschlossen meinen schwiegervater ins heim zu geben. es war eine sehr schwere entscheidung für mich. aber es war für alle besser. in dem heim in dem mein schwiegervater war, gab es wunderbare leute beim pflegepersonal. ich bin ja immer zu verschiedenen zeiten gekommen und es wurde immer wirklich mit liebe für die leute gesorgt. und zu dem was annette gesagt hat, die leute können sich nicht in die situation hineinfühlen und es geht sie auch nichts an


-evi-

Bearbeitet von evigehr am 06.03.2005 18:10:40