Agoraphobie (Platzangst)


Hallo alle miteinander,

ich leide an der Agoraphobie (umgangssprachlich Platzangst) und bin in einer Verhaltenstherapie, wobei ich nicht das Gefühle habe, dass diese richtig hilft.

Ich versuche zwar nicht vor allen "gefährlichen" Situationen wegzulaufen, aber vermeide auch etliche. So fahre ich nicht dem Bus, der Bahn, steige nicht in einen Fahrstuhl. Mag keine großen Kaufhäuser ...

Wer hat Erfahrungen oder hilfreiche Ideen?

Vorab schon einmal Danke schön.

Gruß muckipuck.


man sagt ja immer, man soll sich den situationen stellen. aber wenn man betroffen ist, ist das leichter gesagt als getan.
die freundin meines sohnes hat auch große schwierigkeiten. sie traut sich alleine nicht unbedingt unter leute. wenn jemand dabei ist, geht es.
hier im landkreis gibt es eine stelle, die heißt HiPsy und hilft psychisch kranken, sich in umwelt wieder zurecht zu finden. vielleicht gibt es ja bei dir auch solche betreuungsmöglichkeit. einfach mal bei der gemeinde, landkreis oder ähnlichem nachfragen.

wenn du jemanden hast, der mit dir gehen kann, nimm es wahr. da hilft wirklich nur die übung und die feststellung, dass dir gar nichts passiert. es muß der schalter umspringen sonst geht leider nichts.


Danke für den Hinweis, werde mich erkundigen.

Bisher habe ich mich immer "durchgemogelt", aber nun muss ich dienstlich mit der Bahn über 4 Stunden zu einem wichtigen Termin. Der ist zwar erst in ca. 4 Wochen, aber mir ist jetzt schon übel. Zumal ich wahrscheinlich allein fahren muss.


Hey liebe Mucki,

ich denke, Du brauchst erst einmal ein bisschen "Schwätze", wie wir Hessen so meinen. Mit Sicherheit hast Du Dich internetmäßíg schon über Deine Angst informieren können.

Phobien entstehen - und sie können auch wieder gehen.
Zum Beispiel interessiere ich mich jetzt für Spinnen - aaargh eine schlimme Angst davor seit meiner Kindheit.
Jetzt entdecke ich per neuer Digicam und einem Thread von einem Spinnenbegeisterten hier (der den allerdings, schade, sehr vernachlässigt - M... noch Bock drauf?) ein ungeahntes, positives Interesse für diese Viechers.

Es könnte sich Deine Agora-Angst durchaus umwandeln.

:blumen:


Hi Daddel,

und wie ich mich informiert habe. Buch gekauft, Foren gelesen, wie geschrieben bin ich in Verhaltenstherapie... Lerne Focusing. Und da liegt eigentlich der Hund begraben. Ich bekomme diese Art von Verhaltenstherapie nicht hin. Bin langsam am verzweifeln *schluchz*.


Na, Daddelchen :blumen: ... ob es Mucki nun entscheidend weiterhilft, den Lift und das Kaufhaus zu fotografieren und sich so erstmal per Bild "im Trockenen" mit dem Angstauslöser zu konfrontieren... :unsure: ich weiß nicht.

Ich denke, ein besonders guter Freund oder eine gute Freundin mit viel Zeit und ruhigem Wesen im RL wären da hilfreicher, um eine Desensibilisierung mit mucki zu trainieren.
Die Therapie ist das eine, das regelmäßige Training mit ein oder zwei vertrauten Personen draußen das andere: beides zusammen kann Erfolge zeitigen, würde ich denken.

Dazu natürlich auch der Austausch mit anderen Betroffenen - in der Gruppe im RL oder von zu Hause aus übers Internet, sicher: das ist gut zur Unterstützung und Motivation. :)

mucki, hast Du das bei Deinem Therapeuten schon angesprochen, daß Du mit der Art der Verhaltenstherapie nicht so klarkommst? Solltest Du vielleicht mal - und Ihr sucht mal zusammen nach einem besseren Lösungsweg, ehe Du verzweifelst. :trösten:

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 07.03.2009 19:26:05


Ja, Bi(e)ne, habe ich ihm schon gesagt. Es scheint aber so zu sein, dass es ihm selbst geholfen hat und er vielleicht nur das "drauf hat". Ich soll üben. Versuche ich dann auch, aber letztendlich soll die Erkenntnis Besserung verschaffen. Und ich! Ich fange an zu heulen!!! Es ist ja auch immer so wenig Zeit. Man hetzt da hin, nach 1 Woche wieder und dazwischen hängt man sozusagen in der Luft.


Zitat (muckipuck @ 07.03.2009 18:07:13)
ich leide an der Agoraphobie (umgangssprachlich Platzangst)

[...]

So fahre ich nicht dem Bus, der Bahn, steige nicht in einen Fahrstuhl. Mag keine großen Kaufhäuser ...

Nur mal zum Verständnis- Agoraphobie, Platzangst bezeichnet die Angst vor Plätzen, also die Angst, z. B. quer über'n Marienplatz zu gehen. Die Angst vor engen Räumen (Aufzug, Toilettenkabine,...) nennt man Klaustrophobie (Raumangst).

Wenn dir die Verhaltenstherapie nichts bringt, könnte das am Therapeuten liegen. Ich würde versuchen, eine/n andere/n zu finden. Im äußersten Notfall können auch Medikamente helfen, aber probier es vielleicht erst mal mit einem Arztwechsel. Vielleicht würde auch eine regelrechte Konfrontationstherapie was bringen, bei der du dich kontrolliert in Begleitung eines Therapeuten den Situationen aussetzt.

Ja Bienchen,

das mit den Spinnen kam sehr optimistisch rüber, und man kann das nicht auf anderes überstülpen. Ich gebe das zu.

Ich hatte in 2007 eine psychosomatische Kur, da meine Migräne nicht weggehen wollte. Ich lernte in Bad Salzuflen viele Menschen kennen mit ganz schlimmen Ängsten.
Darunter war auch ein Mann, der die gleiche Angst besaß, wie Mucki. Für mich zunächst unverständlich hatte er ein Problem damit, einfach zum Kiosk im Kurpark zu laufen, um sich die Blöd-Zeitung zu kaufen. Wege aus der Klinik heraus konnte er nur mit Leuten tun, die ihn an der Hand nahmen. Dazu hatte er extreme Höhenangst. Bis heute habe ich unregelmäßigen Kontakt mit ihm. Seine Maläste hat er leider noch. Weder Medikamente noch Psychotherapien, von denen ich mittlerweile GAR NIX mehr halte, haben ihm geholfen. In Gesprächen mit vertrauten Leuten taut er auf.
Ich habe da so meine eigene Philosophie: eine gute Digi anschaffen, das fotografieren, was einem Angst macht, in Ruhe stressfrei am PC betrachten und sich daran gewöhnen, dass es diese Dinge im Leben gibt. Und was Angst macht, ist ja durchaus interessant für einen selbst.

Fotografieren mit einer guten Digi hat bei mir einiges gebracht.
Die Psychotherapeuten, die ich kennenlernte, haben mir leider nicht helfen können. Irgendwann in Gesprächen hatte ich das Gefühl, dass mit denen selbst was nicht stimmt. Na ja, nach dem Motto: Sagt ein Doofer zum anderen Doofen: "Du bist doof".

Grüße vom Sofaaufwach, Daddel :blumen:


Daddelchen, liebe Grüße an das Sofa... ^_^

ich hab des doch ned bös gemeint - mer verstehe uns, gelle?

Für unsereinen (der mit ganz anderen Sachen seit Jahren wider alle möglichen Ängste und Schmerzen kämpft), ist es ganz sicher immer schwierig, sich in sowas Komplexes wie Phobien / regelrechte Angsterkrankungen überhaupt reinzudenken.
Wir schaffen vielleicht die Spinne (notfalls mittels :ph34r: oder Glas und Papier) aus dem Weg und drängeln uns mutig um den besten Platz im Riesenkaufhaus, fürchten große Tiere nicht - ängstigen uns jedoch vor ganz anderen Dingen.
Auf unsere Umwelt wirken wir stark - und sind doch in Wirklichkeit oft genug alles andere als das...

Ich versteh Dich da vollkommen anhand Deiner Geschichte der Beobachtung des Mitleidenden aus der Kur. Ginge mir schwerlich anders als Dir in diesem Fall. :)

Dieses Phänomen (was eigentlich keines ist, sondern eine doch natürliche Reaktion) "im Umgang mit vertrauter Person taut er (sie) auf" erlebe ich sehr oft, nicht zuletzt bei meiner schwer bipolaren (manisch-depressiven) sehr lieben Freundin.

Interessant ist es (und das ist das Ding des Therapeuten) herauszuarbeiten, wo die jeweilige Angst herrührt - mit welcher eingeprägten Assoziation sie einhergeht, sprich: was Auslöser der Panik ist.
Das ist dann der Schlüssel zum erhofften Behandlungserfolg.
Das Blöde ist, wenn sich der hilfesuchende Patient vom Therapeuten nicht so richtig angenommen / verstanden fühlt, wie ich das bei mucki glaube, herauszulesen.

Da gehe ich konform mit Valentines Rat, sich nach einem anderen Therapeuten umzusehen. Unter all den vielen, die es da gibt, ist auch der Richtige und wartet schon auf mucki und ihr Problem.

Kopf hoch, mucki und weine nicht: Dir kann ganz gewiß geholfen werden. :blumen:

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 08.03.2009 04:54:54


Das ist richtig toll, dass ihr mir solchen Mut macht!!! Danke. Die Idee mit der Digicam finde ich klasse.

Ich hatte versucht einen anderen Therapeuten zu finden, aber entweder nehmen die keinen mehr auf oder in 9 Monaten könnte ich mich wieder melden. Haha!!!

Habe auch schon mächtig gegrübelt woher ich diese Angstgefühle habe, aber bisher nicht wirklich etwas heraus gefunden. Habe mehrere Artikel dazu im Internet gefunden, aber diese widersprechen sich teilweise. Manchmal ist weniger doch mehr. Man wird irgend wann total wuschig und weiß nicht, was noch richtig ist.


Bienchen,

ich weiß, dass Du es nicht bös gemeint hast, und dazu verstehe mer uns ja allzu gut. :wub: :blumen:

Wenn es um Psychosomatik und derzeit angebotene Behandlungsmöglichkeiten geht, reagiere ich etwas empfindlich.

Ich war mal bei einer Therapeutin. Eine sehr nette Frau. Ich erzählte ihr von meinem Leben, meinen Ängsten, meinen Problemen. Jede Frage, die sie an mich stellte, habe ich mir selbst schon einmal gestellt. Die Antworten habe ich dann runtergeleiert wie bei einem Vokabeltest in der Schule. Ihre Analysen wusste ich im voraus.
Mir fiel dann auf, dass sie offensichtlich ein Problem hatte, den Abrechnungskram mit der Krankenkasse hinzukriegen. Ich habe ihr dabei ein bisschen geholfen. Als sie erklärte, dass sie diesen Papierkram hasst und am liebsten sofort in Rente gehen würde, habe ich außerhalb der Therapiestunde mit ihr ein bisschen geplaudert. Da wurde es richtig nett. Mit Mitte Fünfzig hat sie ihre große Liebe kennen gelernt. Ihre Praxis geht zwar gut, aber sie möchte mehr Zeit mit ihrem Freund.

Sie sagte dann: "Frau Daddel, ich bin Verhaltenstherapeutin - bei Ihnen kann ich nicht ansetzen; eigentlich ist doch bei Ihnen alles in Ordnung?" (Familie, Freunde, Berufsleben). "Ich glaube, ein Tiefenpsychologe wäre für Sie das Richtigere". Ich: "Ja, wo kriege ich den her?" Sie: "Schlecht hier in der Gegend, aber in Kassel gibt es da einen mit gutem Ruf, leider müssen sie mit ca. 1 Jahr Wartezeit rechnen, bis Sie einen Termin bekommen".
Bis nach Kassel wollte ich dann auch nicht fahren. Jedenfalls habe ich dann alles, was unter "Psycho" im Ärzteverzeichnis unseres örtlichen Telefonbuchs registriert war, angerufen. Ergebnis: "Wir können Sie auf die Warteliste setzen, etwa in einem dreiviertel Jahr hätten wir evtl. einen Termin für Sie". Oder: "Wir nehmen leider nur Privatpatienten auf". Ich habe mich auf 3 Wartelisten setzen lassen mit dem Versprechen: "Wir rufen Sie dann an". Das war vor fast 3 Jahren. Keiner rief an. So viel zur meiner persönlichen Lage an der Front.

Die während der Kur für mich einmal in der Woche terminmäßig zur Verfügung stehende Psychologin mochte ich nicht so recht. Sie war bei dem Mitpatienten auch eher ein Schreck als ein Segen. Netter waren die Kursleiter für Bewegungssachen, z. B. Aquagymnastik, Nordic-Walking, Bewegungstherapie usw. Die lagen auch lustigerweise immer ein bisschen im Clinch mit den "Psychos" (Psychotherapeuten). Mit der Aqua-Gymnastik-Kursleiterin habe ich mich ganz gut verstanden. Im Vertrauen erzählte sie mir, dass "die doch selber alle einen an der Waffel haben". Aber ich soll's keinem weiter erzählen.

Ich hoffe, ich verstöre keinen mit meiner Erzählung. Und ich überlege auch, ob ich nicht einen dennoch wichtigen Berufszweig hier gnadenlos heruntermache, weil ich selbst, als ich Hilfe brauchte, diese Erfahrungen machte.

Deshalb: Bitte Nachsicht! Und: Ich glaube, dass es irgendwo auf der Welt doch noch gute Therapeuten gibt! Nur das Finden ist verdammt schwierig.

Viele Grüße, Daddel ;) :blumen:

Edit: Ups Mucki, das war ja jetzt fast Punktlandung mit den Beiträgen, aber passt! ;)

Bearbeitet von Daddel am 08.03.2009 10:23:22


Tja, Daddel, so sieht es aus in der Welt ;) .

Würde mich aber mal interessieren, ob du nun damit lebst oder wie?

Mein Therapeut hatte auch Angstzustände - dagegen sind meine wohl ein Nichts -, hat diese überwunden (hat er jedenfalls behauptet). Dafür habe ich ihn bewundert. Aber langsam bekomme ich so meine Zweifel, ob das alles überhaupt gut für mich ist. Man wühlt ja immerzu in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart rum. Das macht mürbe. Ich will nicht dauernd nachdenken und erklären...

Gruß von der Küste von muckipuck :winkewinke:


Zitat (muckipuck @ 08.03.2009 14:39:37)
Aber langsam bekomme ich so meine Zweifel, ob das alles überhaupt gut für mich ist. Man wühlt ja immerzu in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart rum. Das macht mürbe. Ich will nicht dauernd nachdenken und erklären...

Es gibt meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten, mit Problemen umzugehen: man kann sie ignorieren, verdrängen und zuschütten- dann kommen sie aber möglicherweise immer wieder hoch, ob es grad passt oder nicht. Oder man kann sich mit ihnen auseinandersetzen und sie verarbeiten, dann sind sie erledigt.

hallo muckipuck,
endlich mal einen verbündeten! Ich leide seit fast 3 Jahren an der Agoraphobie mit Panikattacken...... Die Problematik kenne ich also sehr gut. Um dir Hilfe zu geben erzähle ich dir mal kurz meine Story mit dem Thema.
Alles fing ganz plötzlich an, ich war grad beim Einkaufen als ich Panik bekommen habe.... Irgendwann konnte ich garnicht mehr einkaufen gehen, geschweigen denn Bus, Bahn, oder fahren. Alleine auf die Straße gehen ging auch nicht mehr. Ich habe mich nur zu Hause sicher gefühlt, bis dann auch hier Probleme auftraten. >Ich konnte nicht ehr allein sein, habe dort Panik bekommen, später auch wenn noch jemand bei mir war.... Also hatte ich die ganze Zeit Panik, außer ich habe geschlafen oder ich mich mit meinen Beruhigungstabletten vollgestopft habe.
Dann bin ich in die Psychiatrie gekommen. Habe dort fast ein halbes Jahr gelegen und es wurde nicht besser, die Ärzte dort hatten keine Ahnung.

Dann hat mir meine Psychologin geraten, dass ich eine stationäre Therapie in einer Psychosomatischen Klinik machen sollte, die auch auf die Agoraphie spezialisiert ist. Das habe ich danna uch gemacht und habe 12 Wochen in Stadtroda eine Therapie gemacht. Gruppentherapie, mit Ergotherapie, Verhaltenstherapie, Musiktherapie, Schwimmen, Saune, Einzelgespräche....
Und siehe da!!!!!! Es war zwar nicht imme rleicht, aber in der klinik wurde mir geho
lfen und ich kann mich wieder wie ein freier Mensch bewegen. Ich gehe allein einkaufen, fahre Bus und Straßenbahn. Ich bin sogar 12 Stunden zu meinen Eltern mit dem Zug gefahren, was ich vorher niemals gedacht hätte....

Ich möchte dir unbedingt einen Tipp egben, rede mal mit deiner Psychologin wegen einer stationären Therapie in einer Psychosomatischen Klinik! Warte aber nicht zu lange, denn es kommen immer weitere symptome hinzu, wenn du dich nicht der Sache stellst. Allein ist das alles sehr sehr schwer, ich weiß, deshalb würde ich dir eine stationäre Therapie raten. Bei mir hat es geholfen.

Ich wünsche dir sehr viel Kraft und durchhaltevermögen, damit du auch wieder ein freies unbefangenes Leben führen kannst!
Du schaffst es!!!!!

Jenny

(sorry dass es so lang geworden ist)


Hi Jenny,

vielen Dank für deine lange Antwort. Es hilft schon, wenn man liest, dass es jemand geschafft hat.

Ich habe es vor ca. 4 Jahren bekommen, aber nicht so akut, sondern schleichend. Das weitete sich dann aus. Damals war ich gerade frisch getrennt, hatte wieder jemanden gefunden, der allerdings 260 km weit weg wohnte. Habe mich dann aber getrennt. Danach ging es mir schlechter. Bin zwar ein Kämpfertyp (habe auch noch 2 Kinder), aber irgend wann ist man wohl am Ende. Ich bin allein erziehend und voll berufstätig. Daher ist das alles nicht so einfach. Wollte ja schon zur Kur fahren, aber wohin mit den Kindern? Bin dann bisher zur Mutter-Kind-Kur gefahren (war ein schlechter Ersatz). Aber ich will nicht jammern. Es muss einen Weg geben. Und den hast du mir aufgezeigt. Muss eben das Problem an den Ohren fassen und organisieren.

Nochmals danke und viele Grüße von muckipuck :blumen:


Es gibt möglichkeiten für Kinder, entweder Freunde, Familie oder Vewandte.
In der Psychiatrie hatte ich eine Mitpatientin die auch Kinder hatte, und sie hat sie ins Kinder-Domizil gebracht. Wenn man es so nimmt ist es eine Art Heim, aber auch wieder nicht. Die Kinder gehen zur Schüle, sie spielen dort, und sind mit gleichaltrigen zusammen, so dass die Zeit für sie auch schnell vergeht. Wenn du eine stationäre Therapie machst darfst du ja auch alle zwei Wochen nach Hause, es ist ja nicht so, dass du deine Kinder 12 Wochen garnicht sehen kannst.


Hallo Mucki,


ich kann Dir schreiben was mir geholfen hat. Ich hatte eine postraumatische Belastungsstörung infolge eines längeren traumatischen Ereignisses. Ich kam auch über Jahre mit den Psychotherapeuten nicht weiter. In letzter Not bin ich dann zu einer christlichen Geistheilerin in Venlo gegangen, bei der ich aber selbst bezahlen mußte. Sie hat das Trauma innerhalb von ca. einem halben Jahr geheilt (bin unregelmäßig zu ihr hingegangen, bin ein schwieriger Fall gewesen). Es gibt aber auch Geistheiler die gar kein Geld verlangen oder auch Spendenbasis arbeiten. Schau mal in das Forum "Stätte der Heilung". Ziemlich weit oben steht einer, der auf Spendenbasis arbeitet. Viel Glück.


mein sohn war in einer psychosomatischen klinik. da lag leider schon bei dem personal vieles im argen. der stationsarzt war 26 jahre alt. woher soll der seine erfahrungen haben um schwerkranken/gestörten patienten zu helfen. viele therapeuten waren früher selbst psychisch krank. natürlich können sie sich eher vorstellen wie es den patienten geht aber ob die vorgeschichte so gut ist um wirklich zu helfen.
die klinik hat aber einen guten ruf. vielleicht wurde dort ja auch schon vielen geholfen. mein sohn und auch seine freundin, die er dort kennen lernte, können nicht davon berichten. die freundin hat dort in 2 monaten 8 kilo gewicht verloren. sie kam nach dem dortigen aufenthalt zu uns, weil sie nicht wieder in ihre alte umgebung zurück wollte. sie hat 3 1/2 monate bei uns gewohnt und auch ihr gewicht wieder zugenommen.
jetzt hat sie ihre eigene wohnung und versucht über die hilfseinrichtung "hipsy" (wie schon beschrieben) wieder mehr fuß zu fassen. psychologische hilfe (therapeuten) ist ganz schwer zu finden.
wenn jemand in der umgebung köln/bergheim wohnen würde, dem könnte ich evtl. eine freundin vermitteln. sie führt gespräche und begleitet auch patienten.
bei interesse bitte meldung an mich.
gruß
kiki-elsa

ich war als kind auch mal in einem "heim" als meine mutter zur kur war. dort gab es auch unterricht.

Bearbeitet von kiki-elsa am 18.03.2009 11:41:56


Hallo kiki-elsa,

danke für deine Nachricht. Leider wohne ich ca. 700 km von Köln entfernt.
Bei mir ist es so, dass ich mächtig zugenommen habe in den letzten Jahren und einfach nichts mehr "runter" bekomme. Das ist für mich aber das kleinere Übel...

Habe mir nun Literatur darüber besorgt und erst einmal angefangen zu lesen. Ich denke, wenn ich da am Ball bleibe, dass ich Erfolg haben werde. Jedenfalls gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Und sonst versuche ich eben möglichst nicht so vielen Situationen auszuweichen sondern auszuhalten.

Danke an alle, die sich hier zu Wort gemeldet und mir dadurch Mut gemacht haben.

muckipuck


muckipuck, geht es dir besser, wenn du mit deinen kindern draußen bist?


Hallo kiki-elsa,

sorry, war eine Weile nicht im Internet. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Draußen geht es mir nicht besser. Es ist eher so, dass my home my castle ist. Selbst im Wald erdrücken mich die Bäume. Es ist echt besch...

Gruß muckipuck


hallo mickipuck,
wie gehen deine kinder (wie alt sind sie?) damit um?
hast es schon mal beim sozialpsychiatrischen dienst versucht? ich glaube, er gehört zum landkreis/gemeinde. vielleicht kann man dir da noch anlaufstellen nennen.

kopf hoch

liebe grüße
kiki-elsa


Hallo kiki-elsa,

danke für deine Ermutigungen.

Meine Kinder (fast 17 und 11,5) haben sich wohl inzwischen daran gewöhnt. Da ich ja selbst Auto fahre ist das vielleicht nicht so einschneidend. Aber in einem größeren Einkaufzentrum habe ich schon Probleme. Dann sage ich es oder die Kleine fragt, ob ich wieder Angst habe. Könnte sie dann natürlich würgen. Aber ich erkläre ihr das, dass ich es überwinden muss. In meine Lage versetzen kann sich nur jemand, der damit auch "ansitzt".

Habe eine Verhaltenstherapie begonnen, aber der Therapeut nimmt jetzt eine Auszeit und verzieht evtl. Konnte mit seiner Methode aber auch nichts anfangen. Das nennt sich Focusing. Habe darüber gelesen, kann es aber nicht umsetzen. Und um so mehr man sich versteift, um so weniger funktioniert es.

Liebe Grüße von muckipuck :winkewinke:


Hallo Muckipuck,

ich hatte schon mal geschrieben "fotografieren, was einem Angst macht". In einer liebenswürdigen Begleitung einen Angstmacher genau fotografieren und entspannt abends am PC Einzelheiten studieren.

Hey, warum willste denn Deine Kleine würgen, wenn sie so spitzfindig fragt? Verheimlichen kannst Du eh' nichts vor Deiner vertrauten Familie.

Wenn Du Dich selbst und für andere aufreibst, wäre vielleicht auf die Frage von Deinem Kiddie, ob Du wieder Angst hast eine gute Antwort "Jawoll, hilfste mir mal?"
Kinder können einen sehr entspannen und haben zuweilen überraschende gute Ideen - auch ohne viel Worte zu machen. Ich selbst habe keine Kinder. Aber ich mag meine Nichtchens und Neffen sehr gerne und genieße mein Tantensein.

Ich hatte in einem anderem Thread meine Erfahrung mit Verhaltenstherapie gepostet. Ich glaube, der Zweig "ambulante Psychotherapie" ist noch ausbauwürdig.

Ich möchte nichts beschönigen, ratschlagen auch nicht wirklich, nur mal ermutigen.

Viele Grüße, Daddel :blumen:


hallo muckipuck,
versuche doch mal einen sozialpsychiatrischen dienst ausfindig zu machen.
bei uns hat es supergut funktioniert.
die freundin meines sohnes hat von dort adr. für weitere hilfe bekommen und ich hoffe, dass sie nun auf dem richtigen weg ist und irgendwann wieder normal am leben teilnehmen kann.
rufe doch einfach mal bei deiner gemeinde an oder gucke mal ins telefonbuch. vielleicht auch im nächstgrößeren ort.

hast du denn freundinnen mit denen du rausgehen könntest?
wenn ich mich recht erinnere, bist du doch auch berufstätig. wie geht es denn auf der arbeit? weiß man da bescheid?
bleibe am ball und verkrieche dich nicht zu sehr

liebe grüße
kiki-elsa

ps.
mir fällt gerade noch was ein.
wie wäre es, wenn du dir die entscheidenden ereignisse des tages (für dich unangenehme) aufschreiben würdest und dann eine spalte für positive und eine negative empfindungen in der beschriebenen situation dazu.
wenn du dir dann deine gefühle dazu aufschreiben würdest, könntest du evtl. feststellen, dass die situation gar nicht so schlimm war, wie du gedacht hast.

Bearbeitet von kiki-elsa am 07.04.2009 12:52:22



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