EU Erweiterung


Was sagt ihr eigentlich zur geplanten EU Erweiterung mit der Türkei?

Ich persönlich finde, dass die Türkei doch zu wenig europäisch ist um in der europäischen Union aufgenommen zu werden.

Jegliche Freihandelszone oder Kooparation ist sicher ersterbenswert, aber gleich der Vollbeitritt? Vielleicht sogar in Zukunft mit Schengen und Euro? Das ist meiner Meinung nach doch etwas zu viel des Guten.
Denn wo ist dann die Grenze? Vielleicht kommt als nächstes Russland an, oder Israel usw.

Ich möchte nur noch anfügen, dass mich die Türkei nicht als solche stört sondern die Tatsache, dass es sich doch eigentlich um ein asiatisches Land (Grenze an den Irak etc.). handelt.


ich finde die türkei wunderschön, aber ich finde deren kultur und mentalität
unsere sehr sehr fern.
ich fände es auch sehr komisch in zukunft im türkei urlaub mit euros zu bezahlen.

aber naja die beschliessen sowieso wies ihnen grad in den kram passt !

Um ehrlich zu sein, wenn wir das an kulturellen Unterschieden festmachen möchten frage ich mich spontan, was ich mit den Griechen oder Spaniern gemeinsam habe...oder mit den Italienern :unsure: :unsure:


Also ich mag die Türkei und auch deren Einwohner sehr gerne - dies mal vorab.
Ich mache auch dort Urlaub und freue mich auch hier in Deutschland einige Türkische Mitmenschen in meinem Bekanntenkreis zu haben

Aber für mich ist die Türkei noch weit entfernt von einem EU Beitritt, weil
für mich z.B.

1. immer noch Foltern stattfinden
2. die Frauen dort und vor allem hier bei uns immer noch nicht wie europäische Frauen behandelt werden. (siehe Berlin) :ph34r:

von daher - kein Vollmitglied.

:nene:

Bearbeitet von Regenbogen1965 am 04.10.2005 13:08:06


Definiere bitte "europäische Frau".


Ich sehe vor allem das Problem, dass die EU, die finanziell grad nicht auf Rosen gebettet ist, sich mit einem Beitritt der Türkei übernehmen würde. Ebenso stelle ich mir die Frage, wo Europa denn nun anfängt oder endet. Nehmen wir mal Russland, es gehört ja bis zum Ural noch zu Europa. Wo will man da die Grenze ziehen.
Ein Vorteil wäre allerdings, dass man einem EU-Mitglied Türkei in Hinblick auf die Menschenrechte viel mehr auf die Finger schauen könnte. Die Türkei müsste sich dann den hier geltenden Regeln anpassen. Außerdem ist die Türkei aufgrund ihrer stategischen Lage politisch wichtig.
Ich bin mir in meiner Meinung noch nicht sicher, wäge die Vor- und Nachteile noch ab, aber im Moment halte ich einen Beitritt allein aufgrund der finanziellen Seite noch für nicht machbar.


Im Wesentlichen ist der Beitritt der Türkei längst beschlossene Sache und von einzelnen Mitgliedsstaaten nicht mehr zu verhindern. Sowas darf man im Wahlkampf natürlich nicht sagen, wenn man auf die Stimmen von rechts sowie der EU-Skeptiker angewiesen ist. Achtung: Das bezieht sich auf KEINE hier im Forum geäußerte Meinung!!! Ich kann gut verstehen, dass viele sich so einen Betritt (noch) nicht vorstellen können. Ich bin da auch selbst relativ unentschieden. Ich versuche nur mal auf ein paar Punkte einzugehen, soweit ich das kann.
Gegenwärtig breät die EU über eine Änderung ihrer Finanzverfassung. Wenn diese in Kraft tritt, würde die Türkei weit weniger von Transferleistungen profitieren können als die bisherigen Beitrittsländer.
Menschenrechtsfragen sehe ich in der Tat als Problem. Zur Stellung der Frau muss man aber auch Bedenken, dass die fraglichen Aspekte vor allem für die Fundamentalisten von Bedeutung sind; diese wiederum sind der staatlichen Seite aber eher ein Dorn im Auge. Für die offizielle türkische Seite (die mit Tansu Ciller auch jahrelang eine Ministerpräsidentin hatte) stellt der Beitritt mE eher die Chance dar, die Annäherung an die europäische Gesellschaft als lohnend zu vermitteln und so die Fundamentalisten dauerhaft klein zu halten. Denn die nerven die Regierenden nicht nur im Parlament gewaltig, sondern sie entsprechen nicht im Geringsten dem Prinzip des laizistischen Staates, wie es Mustafa Kemal seinen Landsleuten eingebleut und dafür auch das Militär in besondere Pflicht genommen hat.
Für Europa ist sicherlich der sicherheitspolitische Aspekt entscheidend. Die bei weitem größte Armee Europas an der Schnittstelle zum Orient dürfte weltpolitisch zumindest als Signal verstanden werden, europäische Interessen stärker eigenverantwortlich zu vertreten. Geht diese Außendarstellung mit einer positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung einher, könnte das für den Nahen Osten weitaus mehr Bedeutung haben als das regelmäßige Einfallen der Amerikaner an beliebigen Punkten der Region.

Weiter weiß ich jetzt aber auch nicht. Helfdochmaeiner.... :unsure:


Also ich hab bei dem Thema Türkei in die EU irgendwie "Bauchweh" - fragt mich aber bitte nicht warum, ist nur so'n Gefühl. Das hat auch nix mit der Türkei an sich zu tun oder mit Türkenfeindlichkeit - hab selbst im Bekanntenkreis einige Türken bzw. Türkinnen.
:unsure: :unsure: :unsure:


Zitat (murphy @ 04.10.2005 - 13:32:07)
Definiere bitte "europäische Frau".

Puh. Ich sehe das du recht hast, aber wie weit muss ich jetzt ausholen...

Vielleicht so:

eine Europäerin ist in soweit emanzipiert, das sie alleine leben darf und kann und nicht von ihrer Verwandtschaft bedroht oder getötet wird, weil sie diese beleidigt durch eine Beziehung zu einem der Religion oder dem Land nicht angepassten Mann.

Das ist für mich in dieser Beziehung glaub ich der wichtigste Punkt.


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