Pfannengericht aus Bayern


Vielleicht kann mir hier jemand helfen, es wäre fast zu schön um wahr zu sein. Als Kind habe ich manchmal meine Ferien bei Verwandten in Bayern (Raum Freilassing/Bad Reichenhall) in ländlicher Umgebung verbracht. Gerne denke ich an diese Zeit und auch das Essen aus dieser Zeit zurück. Das ganze war Ende der 60er Anfang der 70er Jahre. Dort gab es ziemlich regelmäßig ein Pfannengericht, das alle gemeinsam mit dem Löffel aus der großen Pfanne gegessen haben. Die Pfanne wurde in die Mitte des Tisches gestellt und alle rührten mehr oder weniger darin herum. Bei dem Gericht handelte es sich um etwas "Krümliges?", hatte so ein wenig Streuselcharakter, war aber nicht süß sondern herzhaft. Und ich denke mal, dass es auch nicht wenig gehaltvoll war. Leider leben meine damaligen Verwandten nicht mehr, sodaß ich nicht nach dem Gericht fragen kann. Alle Suche in unterschiedlichen Rezeptbüchern und Foren waren bisher erfolglos. Aber vielleicht habe ich Glück und hier hat jemand eine Idee. Wer immer mir vielleicht sagen kann, was ich da damals gegessen habe und wie es zuzubereiten ist, der sei "gewarnt", mein Dank wird ihm ewig nachschleichen.
Gibt es hier vielleicht Antwort für mich? Jedenfalls schon einmal danke im voraus.


Hallo Tina2606,

ists vielleicht der Bröselhafer gewesen? :blumen:


Das klingt für mich nach einer der unzähligen Variationen vom Tiroler Gröstl...


Hallo Tina :blumen:

wie war denn die Konsistenz der "Streusel"? war Speck oder Schinken dabei, waren die fest oder eher butterig, oder haben nach Ei geschmeckt? Rück mal ein bisschen mehr Info raus :D

Meine Oma hat früher was gemacht, das hieß "Rührum" (also, auf schwäbisch eher "riiirom"), das war ein Teig, der in der Pfanne kleingestochert wurde, wenig Eier, viel Mehl - am Schluss hatte man so goldbraun angebratene Kügelchen. Aber ich glaub, das ist schon eher was schwäbisches.

Muss ich direkt mal meine Mutter fragen, wie das geht... ^_^


Hallo Tina, so wie Du das beschreibst, kann es etliches sein, ich denke da an den sogenannten Heidensterz zuerst, der eigentlich fast nur aus Mehl und Fett mit diversen Zugaben zubereitet wird. Diese variieren nach Gegend und Volk, kann süß, aber auch sauer zubereitet sein. Was allerdings auch nicht fehlen soll ist, entweder saure Milch oder Quark. Dann könnte es auch eine Grieß- oder Polentapfanne sein, die auch in verschiedenen Gegenden so zubereitet werden. Vielleicht fällt mir ja noch mehr dazu ein.
romero


Ich kenne Kartoffelschmarrn

klick

Bei uns gibt es das mit Sauerkraut und Rindfleisch - aber schon auch jeweils auf den eigenen Teller ;-)

Bearbeitet von Charly_70 am 01.11.2011 21:06:36


Ich sag mal vielleicht Das oder Das ;)


Zitat (wurst @ 01.11.2011 21:20:46)
Ich sag mal vielleicht Das oder Das ;)

Also beim Fenz würde mich ja echt interessieren, wie das aussieht. (edit: ok, hab ein Bild gefunden... nicht mein Ding).
Und 500 g Butter - goil... :P

Bearbeitet von Ribbit am 01.11.2011 21:26:10

Zitat (Tina2606 @ 01.11.2011 20:42:28)
Bei dem Gericht handelte es sich um etwas "Krümliges?", hatte so ein wenig Streuselcharakter, war aber nicht süß sondern herzhaft. Und ich denke mal, dass es auch nicht wenig gehaltvoll war.

Dazu fällt mir der Erdäpfelsterz ein. Ja, und das ist gehalltvoll...lecker :sabber:

Hui, geht das schnell mit den Antworten.

Also, Kartoffeln waren da m.E. nicht drin. Auch die Frage nach Eiern muß ich wohl abschlägig beantworten. Wenn da welche drin waren, müssen es verdammt wenig gewesen sein. Es wurde nichts weiter dazu gereicht, außer der obligatorische Tagessalat (Gurken-Kartoffelsalat - also Gurkensalat mit Essig und Öl und gekochte Kartoffelscheiben drinnen). Weiterhin weiß ich sicher, dass auch kein Quark oder saure Milch dazu gereicht wurde. Schinken und Speck waren nicht drin, der Geschmack ging aber schon eher in diese Richtung. Manchmal übelege ich, ob bei der Zubereitung Schmalz verwendet wurde, einfach aus der Erinnerung heraus, dass meine Verwandschaft viel mit Schmalz machte, z.B. auch Schmalzgebackenes. Zur Konsistenz kann ich nur sagen, dass es mich irgendwie an etwas weichere Kuchenstreusel erinnerte, nur halt herzhaft.
Ich weiß, meine Angaben sind ziemlich unpräzise, aber zu der Zeit als ich das gegessen habe, war kochen für mich noch ein Buch mit 7 Siegeln, deshalb habe ich auch nie gefragt, was es ist.


Schwarzer Brei :pfeifen:

Zitat (Ribbit)
Also beim Fenz würde mich ja echt interessieren, wie das aussieht. (edit: ok, hab ein Bild gefunden... nicht mein Ding).
Und 500 g Butter - goil..


Da wurde auch noch richtig gearbeitet :P

Bearbeitet von wurst am 01.11.2011 21:41:29

Zitat (Tina2606 @ 01.11.2011 21:32:38)
Hui, geht das schnell mit den Antworten.


Ja, essen ist eins unserer Lieblingsthemen :lol:

Hm, wenns keine Kartoffeln waren, war's vielleicht doch so was wie mein Rührum. Guck mal hier.

Bei uns wurde das aber nicht mit Gabeln zerteilt, sondern immer umgerührt, dass es so kleine (udn auch größere) Kügelchen gab. Von Erbsengröße bis - hm - Erdbeergröße vielleicht :D

Dazu Kartoffelsalat oder Apfelmus.

edit: Wurst, das ist allerdings wahr. Leider schmeckt Butter heut immer noch gut :P

Bearbeitet von Ribbit am 01.11.2011 21:45:40

Noch eingefallen,es könnte auch Mehlschmarren/Eierhaber sein ;)


Meine Schwiegermutter macht immer Bröselbart, vielleicht ist es das was du suchst. Ich werde sie fragen wie sie das macht, dann schreib ich´s hier rein.


Also ich habe die Antworten sehr aufmerksam gelesen, aber kann dazu einiges sagen, ich komme selbst aus der Gegend und weiß, da ich bereits älter bin, dass man damals sehr landläufig gekocht hat, also so feine Sachen wie Tiroler Gröstl oder schwäbische Feinheiten gab es da nicht. Darum bleibe ich beim Heidensterz, der auch Mehlschmarrn genannt werden kann, da das ein Essen der Landbevölkerung vor allem der Holzfäller und Bauern war. Nur für den Heidensterz braucht man ein besonders griffiges Mehl, das leicht gräulich war und heute vielleicht nur noch in den Reformhäusern zu kaufen gibt. Schade um die Emma-Läden. Außerdem war zu der Zeit das Geld noch sehr knapp und man mußte mit wenig auskommen und trotzdem satt werden. Allerdings kam durch uns Heimatvertriebene so manches Gericht gerade in diese Gegend, weil sich viele dort angesiedelt haben.
Hier habe ich ein Rezept aus dem Böhmischen Kochbuch für Mehlschmarren, das dem Heidensterz etwas ähnelt. Vielleicht hilft Dir das etwas weiter.
250 g Mehl, 2 - 3 Eier getrennt, 1/4 l Milch, etwas Salz, 80 g Fett, Zucker zum Bestreuen.
Das Mehl mit dem Eigelb und der Milch gut verquirlen und den steifgeschlagenen Eischnee unterziehen. In der Pfanne das Fett erhitzen und den Teig 1 cm dick hineingießen. Auf einer Seite anbacken, dann wenden und mit zwei Gabeln in kleine Stücke zerreißen. Noch kurze Zeit gut durchbacken, zugedeckt in einer Schüssel warmstellen, da der Schmarren noch etwas durchziehen muß. Mit Zucker bestreut anrichten. Kompott oder Fruchtsaft dazu reichen.
So wie ich mich an den Heidensterz erinnere, wurde er ähnlich gemacht, aber eben ohne Zucker und meistens wurde Milch dazu getrunken. Es kann schon sein, dass manche einen Salat dazu gemacht haben, um die Münder satt zu kriegen.
romero


Ich bin ja auch der Freund von alten und preiswerten Rezepten. Gerade Pfannengerichte liebe ich.

Romeos Heidensterz gleicht mir den Kaiserschmarrn. Das ganze mal herzhaft zubereitet, mit Speck und Kräuter und dann in Griebenschmalz ausgebraten :sabber:

Das stelle ich mir schon lecker vor.

Schade Tina, dass ich dir hier nicht weiterhelfen kann. Ich kenne nur alte Eifelrezepte. Ich weiß, nicht die Richtige Gegend für dein Rezept.

Im übrigen finde ich die von euch gefunden Rezepte alle sehr toll. Einige davon werde ich mal ausprobieren.


Vielleicht war es auch Maluns ?


Romero, der Heidensterz wurde mit Buchweizenmehl gemacht, kann das sein? auf den bin ich nämlich gestoßen, als ich bei den anderen "alten" Rezepten gestöbert habe. Jetzt muss ich aber erstmal frühstücken, hier kriegt man ja Hunger :P


Also der Heidensterz gleicht keinesfalls dem Kaiserschmarren, wie hier angemerkt wurde. Also Ribbit, das kann gut möglich sein, so genau weiss ich das leider auch nicht mehr, denn es ist schon zu lange her. Ich habe nochmals über das Ganze nachgedacht, auch ich habe damals viele Speisen mit Mehl zubereitet, schließlich war ich auf mich allein gestellt und noch Junggeselle. Was ich noch weiß, die Lebensmittel waren damals sehr teuer und vielerseits auch rar. Eigenartigerweise kosteteten Kartoffeln damals ein kleines Vermögen, vor allem, wenn man in der Stadt gewohnt hat. Jedenfalls war der Heidensterz auch bei den Bauern ein beliebtes Essen, denn zu manchen Zeiten wurde auf dem Feld eine jede Hand gebraucht und das war eigentlich schnell zubereitet. Sicher werden sich diese dann dabei nicht ein deftiges Stück Speck oder Geräuchertes dazu entgehen lassen haben.
romero


kann jemand mal diesen Thread zumachen und löschen ... ich krieg Hunger :sabber:


Das ist ganz einfach ein "STERZ". Wurde früher aus Mehl, Wasser, Milch und --wenn vorhanden- Eiern zusammengerührt. Kam dann in einer großen Pfanne auf den Tisch und--in die Mitte hinein ein großer Schöpflöffel heißes Schweineschmalz. Da die Leute harte körperliche Arbeit leisteten war das auch in Ordnung!



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