Tolle Köchin dank teurer Zutaten?


Ich war kürzlich zum Abendessen bei einer guten Bekannten eingeladen. Es gab ein Gulaschgericht mit Gemüse und Klößen, alles sehr schmackhaft und lecker.
Ich habe es genossen und dementsprechend gelobt.
Eine andere, die mir gegenüber saß meinte dann: Kunststück, mit diesen tollen Zutaten könnte ich auch so lecker kochen. Alles bio, alles teuer, alles vom Feinsten!
Wirklich gutes Essen zaubern aus einfachen, billigen Sachen, das nenne ich gut kochen können! Aber soooo.......

Auch Eure Meinung?

Bearbeitet von Fleur am 19.12.2012 07:58:59


Meiner Meinung nach braucht es deutlich mehr als nur teure Zutaten, um schmackhaft kochen zu können.
Umgekehrt haben unsere Großmütter bzw. Mütter in Kriegs- und Nachkriegszeiten aus "Nichts", es gab ja kaum was, die tollsten Sachen gezaubert.

Wahre Kochkunst ist es, mit wenigen Mitteln ein leckeres Essen zu produzieren. Geht alles, wenn man was vom Handwerk versteht. Sicher erleichtern hochwertige Zutaten die Zubereitung, aber es geht auch anders.

Ich habe eher den Eindruck, der andere Gast war einfach nur neidisch, ob auf die Möglichkeiten der Gastgeberin oder deren Kochkunst.


Zitat (Arabärin @ 19.12.2012 08:14:47)
Ich habe eher den Eindruck, der andere Gast war einfach nur neidisch, ob auf die Möglichkeiten der Gastgeberin oder deren Kochkunst.

sehe ich auch so.

Wenn ich bedenke, aus was wir hier manchesmal ein Essen zaubern müssen, dann steht die Aussage der Gästin gar nicht zur Debatte.

Am Monatsende gibts bei uns oft Gerichte, die nicht mehr wie 2,80 an Zutaten gekostet haben. Schmeckt immer wieder gut und wir kriegen vier Personen davon satt.
Erwachsene Personen, denn Junior futtert für Zwei.

Und bei uns steht nicht Bio sondern G&G drauf.

Zitat (Eifelgold @ 19.12.2012 08:18:34)
Und bei uns steht nicht Bio sondern G&G drauf.

Was auch nichts über die Qualität aussagt!
Es muss nicht unbedingt BIO sein.

Da schließe ich mich meinen Vorpostern an.

Aber wichtig ist auch das "Handwerkszeug", wie bei allen Tätigkeiten.
In ner verbeulten Pfanne werden sogar die Spiegeleier von Mutter Beimer nix.


Ich sehe das ähnlich wie meine Vorredner.

Die besten "Köche" die ich kenne haben beim Kochen ihre Sinne (sehen, riechen, schmecken, tasten, hören) beisammen und sind auch experimentierfreudig.

Weniger relevant finde ich das Handwerkszeug. Denn da kann man sich idR auch gut behelfen.

Zitat
In ner verbeulten Pfanne werden sogar die Spiegeleier von Mutter Beimer nix.
Da kann man zB auch einen flachen Topf mal zweckentfremden... :pfeifen:

:blumen:

Bearbeitet von Blattlaus am 19.12.2012 09:42:15

Freude/Spaß sollte die Zubereitung ja auch machen, Blattlaus.

Nichts gegen Zweckentfremden, aber ok sollten die Pötte dann schon sein.


Ja, Horizon natürlich soll´s auch Spaß machen. Wer ohne Lust und Liebe kocht wird wohl auch nie ein Super-Koch werden.
Es war ja auch nur ein Beispiel.
Ich denke, wenn ein guter Koch weiß, dass für die Zubereitung eines bestimmten Gerichtes spezielles Handwerkzeug erforderlich -aber nicht vorhanden- ist, wird er das Gericht auch nicht so schnell auf dem Speiseplan stehen haben.

:blumen:


Teure Zutaten machen noch längst kein gutes Essen aus.

Auch das Fleisch eines Kobe-Rindes will sorgfältig gewürzt und zubereitet werden, sonst nützt das beste Rindfleisch nichts. (Die Preisklasse erlaubt unser Budget allerdings nicht und muss auch nicht sein. Einmal probieren reicht auch)

Man muss schon auch Spaß am Kochen haben, dann schmeckt auch das Essen mit billigen Zutaten.


Zitat (tante ju @ 19.12.2012 09:55:41)

Man muss schon auch Spaß am Kochen haben, dann schmeckt auch das Essen mit billigen Zutaten.

:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:

Und Lebensmittel sollten immer sorgsam behandelt werden.

Ich werde immer ungehalten wenn ich sehe, dass jemand in der Küche mit Lebensmittel umgeht, als würde er Holz hacken, schludert oder schlampt. Und als Krönung alles restliche in den Müll schmeißt. :labern: :labern:

Ich kenne Leute, die nur beste Nahrungsmittel in einer (äußerlich und innerlich) fernsehreifen Küche mit viel Tamtam zubereiten - und es kommt Mittelmaß dabei heraus, weil nicht gut gewürzt wurde. Ich kenne aber auch welche, die in einer Studentenküche aus einer Kohlrabi, Fleisch- und Gemüseresten, Johjurt und den richtigen Gewürzen in der richtigen Dosis ein perfektes Gericht zaubern können. Das Handwerkszeug (Pfannen und Töpfe) und die Kenntnis um Zubereitungsarten und Garzeiten ist wohl Grundvoraussetzung, um etwas Gutes auf den Tisch zu stellen, aber die Kunst ist meiner Meinung nach, den richtigen Geschmack an das Essen zu bringen. In letzter Instanz werden gute Zutaten immer besser abschneiden als Billignahrungsmittel, aber ohne ein Händchen für's Würzen taugt beides nix.

Wenn es jemand richtig drauf hat, wird er aber aus Bio-Zutaten ein schmackhafteres Gericht zubereiten können als aus konventionellen, da Fleisch und Gemüse aus Biohaltung/-anbau meist geschmacksintensiver sind.

EDIT: Übrigens ist das Würzen mit Bio-Gewürzen auch einfacher als mit konventionellen. Selbst Bio-Gewürz-Mischungen wie z.B. Curry spielen in einer ganz andere Liga als die üblichen Fuchs- oder Ostmanngewürze. Ganz extrem fällt es auch bei Gewürzen wie Kurkuma auf, deren Eigenengeschmack ich staunend kennenlernte, als ich sie zum ersten Mal im Bioladen kaufte.

Und noch ein EDIT: Leute, die eine Einladung bekommen, verwöhnt werden und dann über den Wohlstand der Gastgeber herziehen, kann ich ja besonders leiden. Man könnte sich auch darüber freuen, dass man gut gegessen hat und der Gastgeber so großzügig war. Ich kenne nämlich einige Leute, die für sich Bio kaufen und zum Aldi gehen, wenn sie Besuch bekochen.

Bearbeitet von donnawetta am 19.12.2012 10:50:43


Zitat (Fleur @ 19.12.2012 07:58:37)
Ich war kürzlich zum Abendessen bei einer guten Bekannten eingeladen. Es gab ein Gulaschgericht mit Gemüse und Klößen, alles sehr schmackhaft und lecker.
Ich habe es genossen und dementsprechend gelobt.
Eine andere, die mir gegenüber saß meinte dann: Kunststück, mit diesen tollen Zutaten könnte ich auch so lecker kochen. Alles bio, alles teuer, alles vom Feinsten!
Wirklich gutes Essen zaubern aus einfachen, billigen Sachen, das nenne ich gut kochen können! Aber soooo.......

Auch Eure Meinung?

na ja, so ganz unrecht hat die gute nicht.

um aus verschiedensten zutaten was leckeres zu zauber braucht man schon etwas ahnung von der materie. wie welche gewürze zusammen passen, wie man fleisch brät, wann welche zutat in den topf kommt damit es am ende nicht eine bunte mischung aus rohem und verkochtem gemüse wird.

aber gute zutaten sind genau so wichtig!

wir kaufen z.b. kein abgepacktes fleisch mehr. da wässert in der pfanne aus und meist ist die qualität so minder, das man sich mit dem "steak" die schuhe besohlen kann.

bei uns gibt es nur noch frisches fleisch vom fleischer an der theke des vertrauens.
da kostet das kilo rind auch gut und gerne mal ab 40 €.
für 2 schöne scheiben bezahlen wir 20-25 €.
aber dafür machen wir das auch nur 3-4 mal im monat.

jeden tag fleisch muß bei uns nicht sein, aber wenn wir was kaufen, dann was gutes.

ich kann auch aus einfachsten zutaten etwas feines kochen. kartoffeln, gemüse, gute gewürze. beim fleisch gibts keine kompromisse.

ein qualitativ hochwertiges ausgangsprodukt in kombination mit etwas ahnung sind die halbe miete.

gute Zutaten müssen nicht teuer sein ... ich kaufe z.B. Kartoffeln im Hofladen um die Ecke, die kosten nicht mehr als im Supermarkt aber die schmecken richtig nach Kartoffeln ... die aus dem Supermarkt schmecken häufig nach nix, da könnte selbst Alfons Schuhbeck nichts schmackhaftes draus herstellen

die besten Tomaten kommen aus Mami's Gewächshaus, die kosten mich allerdings eine einstündige Autofahrt :)


Zitat (Fleur @ 19.12.2012 07:58:37)
... Eine andere, die mir gegenüber saß meinte dann: Kunststück, mit diesen tollen Zutaten könnte ich auch so lecker kochen. Alles bio, alles teuer, alles vom Feinsten! ...

Oh oh, da spricht der pure Neid ...

Es gibt bestimmt Lebensmittel, wie Fisch, Geflügel oder Fleisch, wo es sich lohnt, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, aber das allein macht noch keinen guten Koch aus.
:rolleyes:

Das ist ja wie in der Geschichte, wo ein Ehepaar im Strandkorb sitzt und er einer wunderschönen Frau im Bikini nachpfeift. Daraufhin seine Ehefrau: "Kein Wunder, dass die so gut ausschaut, ist ja auch der teure Designerbikini von V...ce. Wenn du mir diesen zu Weihnachten geschenkt hättest, würdest du mir jetzt nachpfeifen."

:D
Tja, der Glaube kann Berge versetzen. Ich denke, der Ehemann wird aus Sicherheitsgründen besser nicht geantwortet haben...


Zitat (donnawetta @ 19.12.2012 10:42:18)
Übrigens ist das Würzen mit Bio-Gewürzen auch einfacher als mit konventionellen. Selbst Bio-Gewürz-Mischungen wie z.B. Curry spielen in einer ganz andere Liga als die üblichen Fuchs- oder Ostmanngewürze. Ganz extrem fällt es auch bei Gewürzen wie Kurkuma auf, deren Eigenengeschmack ich staunend kennenlernte, als ich sie zum ersten Mal im Bioladen kaufte.


Das unterschreibe ich sofort!



Und was den Rest angeht, scheinen wir ja alle darin übereinzustimmen, dass die Zutaten zwar eine nicht unerhebliche Rolle spielen, der Begriff "Kochkunst" aber auch nicht von ungefähr kommt...

Rumpumpel, daraus spricht nicht nur der pure Neid, sondern es ist zusätzlich grobe Unhöflichkeit. :angry: Denn dass die Gastgeberin sich teure Zutaten zum Essen geleistet hat, könnte auch eine Wertschätzung der Gäste sein.

Wie auch immer: Auch wenn es eine Art Selbstdarstellung*) war (wie im Grunde jede Gäste-Einladung zu einem Essen ja ist), finde ich so eine herabsetzend gemeinte Anmerkung einfach unmöglich.

*) Warum wird denn immer soviel davon hergemacht, soviel vorbereitet und sorgenvoll - oder eben Stolz - dargeboten! Ist doch wahr... Finde ich auch in Ordnung. :blumen:



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