Schöne Bestattung und Trauerfeier organisieren: Tipps und Vorschläge


Servus,

meine Mutter, mein Bruder und ich möchten unserer lieben Großmutter, die bis zuletzt tapfer gekämpft (nach Unfall zuletzt 6 Jahre im Wachkoma) hat und vor wenigen Tagen von dieser Welt gegangen ist, eine besonders schöne Urnenbesetzung und würdige Trauerfeier organisieren.

Ich suche nach Ideen und Vorschlägen, da ich das zum ersten Mal mache.

Ideen bis jetzt:

- einen Musiker (Bläser) der vorm Gang in die Kapelle auf dem Friedhof alle Ankömmlinge musikalisch empfängt und später auch im Hintergrund spielt während die Urne in die Erde gelassen wird bzw. während Blüten hinterhergeworfen werden (sie möchte Blasmusik)

- im Anschluss am Nachmittag eine Trauerfeier bei Kaffee und Kuchen (meine Oma war bekannt für den besten Kuchen überhaupt) in einem Lokal, währende des Kaffeetrinken sollen an einer Wand eingescannte Bilder aus dem Leben der Verstorbenen über Beamer in schwarz/weiss in Endlosschleife laufen

Zu allem anderen brauche ich noch eure Anregungen und Ideen!

Wieviel Tage vor Beisetzung am besten die Zeitungsannounce?

Kennt ihr Links zu schönen Text/Design Beispielen für so eine Todesanzeige?

Ideen für Grabschmuck, Tischschmuck Trauerfeier?

Würde gern in der Kapelle besondere Musikstücke spielen, wobei ich mir erst bei einem 100% sicher bin, deshalb da lieber MP3/CD als ein Orgelspieler. Kann man das machen oder sollte in der Kapelle trotzdem ein Livemusiker sein?
Welche Musik fandet ihr passend auf ein Trauerfeier, ist euch mal ein Titel bei einer Beerdigung ganz besonders in Erinnerung geblieben, welcher war das=

Sollte in der Kapelle zwingend ein geistlicher sprechen oder kann auch mein Bruder sprechen also zwei Redner hintereinander oder mit Musikstück dazwischen, oder ist sowas tabu?
Falls beides geht, sollte der Geistliche das erste oder das letzte Wort haben?

Was würdet ihr uns sonst noch raten zu bedenken?

Vielen Dank im Vorab!


Hallo Garfield!
Also, ich würde mal sagen, alles was sich in der Kapelle und auf dem Friedhof abspielen soll, wurde ich mit dem Pfarrer besprechen - auch die Musik am Urnengrab und in der Kapelle -! Wenn Ihr eine Traueranzeige in der Tageszeitung veröffentlichen wollt, so wird Euch die An zeigen Annahme entsprechende Vorschläge machen bzw. Musteranzeigen vorlegen. Einen besonderen Tischschmuck zum Trauerkaffee würde ich nicht ordern, das ausrichtende Café oder Lokal kennt sich für solche Anlässe meist bestens aus. Diese von Dir angedachte "Endlos-Schleife" mit Bildern der Verstorbenen während des Trauerkaffees finde ich extrem uebertrieben und keinesfalls stimmungsaufhellend, sondern eher erdrückend!
Ihr könnt aber auch alle Eure Wünsche mit dem Bestattungsunternehmer besprechen und der wird Euch dann mitteilen, was er alles davon in die Wege leiten kann und um was Ihr Euch noch selbst kümmern müsst!


Ach ja, das hatte ich heute nachmittag gänzlich vergessen!

Letztendlich ist es auch abhängig davon, welcher Konfession Ihr angehört. Bei den Protestanten ist es eigentlich nicht üblich, daß vor der Bestattung noch eine Messe in der Kirche stattfindet, bei den Katholiken wohl schon. Hier bin ich mir nicht ganz so sicher, bin evangelisch!

Bei einer evangelischen Beerdigung findet der "Gottesdienst" insgesamt in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof statt. Dort ist selten eine Orgel vorhanden, so daß die Musik entweder von CD (nach Wunsch der Hinterbliebenen) oder eventuell von den Hinterbliebenen selbst organisiert durch einen Live-Musiker gegeben ist.

Bis zur Urnenbestattung dauert es meist etwas länger, also von der Einäscherung bis zur Urnenbestattung können durchaus 2 Wochen vergehen, je nach Gegend sogar 3 Wochen! Aber die Traueranzeige könnt Ihr durchaus schon jetzt schalten. Im Nachsatz zur Anzeige könnte z. B. stehen: "Die Urnenbeisetzung findet am ........auf dem Friedhof...........statt". Oder auch: "Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt", falls Ihr nicht eine Riesentrauergemeinde bei der Bestattung dabeihaben wollt!


mein herzlichstes beileid...

also ich finde die idee mit den bläsern und den bildern sehr sehr schön. so ein kaffee ist doch dafür gedacht, sich an die verstorbene zu erinnern und manche von den gästen werden auch auf den bildern sein - da werden sie sich bestimmt viele geschichten zu erzählen haben...und beim kuchen werden sicher alle sagen, keiner war so gut wie ihrer...

ob die musik vom band kommt oder live ist, ist völlig egal. wichtig ist, dass die lieder mit deiner oma in einer verbindung stehen.

ich war letztens auf einer beerdigung, wo die enkel der verstorbenen ganz frei erzählt haben, was ihre oma für sie war, was sie ihnen bedeutet hat und wie sie sie geprägt hat, sehr persönlich. das war wirklich wunderschön.

wir haben da auch ein selbst gemachtes heftchen bekommen, wo die liedtexte drin waren und auch texte, die während der messe gesprochen wurden - auch sehr persönlich und von der familie verfasst (war aber auch eine evangelische messe).

schau, mach es nicht allen gästen recht, mach es so, wie es deiner oma gefallen hätte.

alles liebe: bele.


Zitat (garfield_79 @ 10.10.2014 13:29:00)
währende des Kaffeetrinken sollen an einer Wand eingescannte Bilder aus dem Leben der Verstorbenen über Beamer in schwarz/weiss in Endlosschleife laufen

das kann ein schuss nach hinten werden. immer wieder die fotos sehen ist nicht für jeden leicht, und für mich hat es ein wenig den beigeschmack einer dauervorführung. das kann ähnlich wie die von vielen gefürchteten dia-abende bei freunden werden, die ihre schnappschüsse vom letzten urlaub vorführen wollen.

dezenter finde ich ein andenkkärtchen mit vielleicht zwei oder drei besonders schönen fotos, dazu ein spruch aus ihrem leben oder ein motto, wenn sie eines hatte. oder ein vers aus der bibel, wenn sie dazu einen bezug hatte.

meistens kümmern sich auch bestattungsinstitute um zeitungsanzeigen und bieten dazu auch mehrere texte zur auswahl an, wenn die hinterbliebenen nicht so recht wissen, was sie schreiben lassen sollen.

meiner meinung nach sollte es nicht zu pompös werden. das kann sehr schnell nach inszenierung aussehen, und gerade bei einer bestattung kann das für manche menschen zu viel sein. ich glaube, dass dazu ein späterer zeitpunkt, wenn man zeit hatte, sich ein wenig an den tod des verstorbenen zu gewöhnen, günstiger wäre. vielleicht im anschluss an das sechswochenamt, wenn es durchgeführt wird, oder während einer privaten feier.

ich würde auch bei beim tischschmuck nur kleine persönliche details setzen, etwa ein kleiner strauß mit ihren lieblingsblumen auf den tischen oder servietten in ihrer lieblingsfarbe.

Auch von mir herzliches Beileid.
Meine erste Adresse wäre auch das Bestattungsunternehmen. Je nach Größe Deines Wohnorts würde ich mich aber vorher nach der Seriosität des Unternehmens erkundigen (vielleicht Pfarrgemeinde, Bekannte).
Die Bestatter erledigen die Zeitungsanzeigen (Wünsche der Angehörigen werden berücksichtigt), Standesamt, teilweise Versicherungen und kennen sich auch mit den Gepflogenheiten, die auf den entsprechenden Friedhöfen gelten, aus. Je nach Religionszugehörigkeit sind auch die Pfarrämter ein guter Ansprechpartner in Bezug auf die Umrahmung der Trauerfeier.


Auch von mir mein Beileid.

Was noch nicht erwähnt wurde und für mich ganz wichtig ist: schreibt um Himmels Willen in der Todesanzeige eures Käseblättchen NICHT eure Kondulenzanschrift. Dies wird von der Beerdigungs-Maffia gerne dazu genommen, in das Trauerhaus einzubrechen. Für die Einbrecher ist das ne gute Zeit, niemand ist im Haus, die Nachbarn für gut drei Stunden auf der Beisetzung, also Zeit satt, die Bude ungestört und ohne Einsicht des Nachbarn auszuräubern.

Hier ist diese gemeine und pietätlose Methode leider Mode geworden.
Ein guter Bestatter wird euch anbieten, seine eigene Adresse - also die vom Beerdigungsunternehmen - im Zeitungsartikel zu veröffentlichen.
Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schlimm es ist, voller Trauer nach Hause zu kommen, und die Bude ist geplündert. Gut, mir ist das nicht passiert, aber einer lieben Verwandten. Wir waren alle geschockt, wie gemein Einbrecher heute arbeiten. Die machen selbst vor dem Tod nicht halt.


Nun zu deinen Fragen:
Versetzt euch in die Verstorbene Person hinein.
Was hat ihr gefallen, was mochte sie besonders?
Ne Blaskapelle kostet viel Geld, habt ihr das über?
Bedenkt bitte, es kommen enorme Kosten auf euch zu.

Was ist mit der Nachbarschaft? Habt ihr da ein funktionierendes Netzwerk?
Hier bei uns ist das so, dass die Nachbarn sammeln. Dieses Geld wird für das Grab benutzt.
Das hilft den Hinterbliebenen enorm.

Blumenschmuck auf dem Beisetzungskaffee ist bei uns nicht üblich. Der Gastwirt deckt nett ein, Kerzen brennen.
Auch Diabilder sind hier nicht so üblich. Das ist mehr für Geburtstage, aber nicht für Trauerfeiern.
Ich persönlich wäre erschrocken, wenn solche Bilder auf ner Leinwand gezeigt würden.

Was ich erlebt habe bis jetzt, was man umsetzen kann sind:
Der Pastor oder Pfarrer spricht aus dem Leben des Verstorbenen. So kann er die verstorbene Person noch mal näher bringen.

Jeder Geistliche wird verstehen, wenn die Hinterbliebenden ein paar nette Worte vor der Trauergemeinde spricht. Was ihr da sagt, bleibt euch überlassen.
Fürbitten sprechen bei uns meist die Kinder /Enkel.

Ich erinnere mich an eine Beisetzung, da sprach die Ehefrau vor der Gemeinde. Sie erzählte vom Kennenlernen, den gemeinsamen Aktivitäten, von der großen Liebe. Und wie sie sich nun fühlt, ohne ihre Große Liebe weiter leben zu müssen.
Später berichtete sie mir, sie hätte sich damals ne Beruhigungspritze abgeholt, sonst hätte sie nie vor dem ganzen Dorf reden können.
Respekt, Hut ab.

Ein großes Bild von der verstorbenen Person wird in der Trauerhalle vor dem Sarg aufgestellt. Hier bleibt es euch überlassen, ob ihr am Rahmen noch schwarzes Band befestigt.

Zum Musikalischem:
bei der Oma von meinem Mann hatten wir den Küster gebeten "its time to say good bye" zu spielen. Oma liebte diesen Song.

Bei unserem Kumpel, der auch einem Verkehrsunfall erlag, spielten wir via Kassette von Elvis "Dont".
Klingt komisch, aber wir waren jung, unser verstorbener Freund auch, wir waren uns einig, Dont ist unser Lied, um mit dem Tod klar zu kommen. Einen anderen Song hatten wir in der Rock n Roll Szene nicht gefunden, der auf unseren Freund passte.

Bei meiner Oma - sie war eine fromme Kirchgängerin - wurden Kirchenlieder gespielt, die die Trauernden zu singen hatten.

Was unsere Oma aber sicherlich wahnsinnig gut gefallen hat: alle ihre Enkel-Jungen waren Sargträger. Selbst der Freund meiner Nichte war sich nicht zu Schade, hier unterstützend mitzuwirken. Mein Kurzer war damals noch zu klein, um den Sarg zu tragen, war aber Kreuzträger, was er auch gerne und mit Würde übernommen hat. Das hat zwar die Tränen für die Uroma nicht gemildert, aber er fühlte sich dazugehörig. Und ich bin mir ziemlich sicher, das die Oma auf ner dicken Wolke saß, ihre Beine in der Luft baumeln ließ und sagte: ja, genau soo hab ich mir das vorgestellt.

Ich weiß, nicht jeder hat ein solches soziales Netzwerk an Familie im Hintergrund. Aber vielleicht sind bei euch die Nachbarn bereit, für ca eine Stunde, ein solches letztes Amt zu übernehmen.
Bei uns im Dorf ist das so, wenn die Familie das nicht anders geplant hat.

Trauersprüche:
gibt es viele. Hier entscheidet der persönliche Geschmack.
Ich selbst halte nix von 08/15, das kann jeder
Persönlich finde ich schöner.
Vor wenigen Wochen las ich in einer Todesanzeige etwas ganz gefühlvolles.
Leider kann ich die Anzeige nicht mehr wortwörtlich wiedergeben, aber diese Anzeige hat selbst mich berührt

Der Verstorbene arbeitete Untertage, das wichtigste Untertage ist ne Grubenlampe.
Abbildung in der Todesanzeige von einer Grubenlampe.
Text war ungefähr:

Das wichtigste was ein Bergmann braucht, ist seine Grubenlampe,
damit er Licht hat, um zu schauen und wieder nach oben zu kommen.
So haben wir dir diese, deine Lampe mit in den Sarg gegeben,
damit du auf deinem Letzten Gang, den Weg (Himmel) nach oben findest.
(Namen der Hinterbliebenden)

Dieser Text hat mich schwer schlucken lassen. Der war so einfach, aber dennoch voller Liebe und Gefühl, ist auf den Beruf des Verstorbenen eingegangen und das wichtigste für die verstorbene Person hat man als Grabbeigabe beigefügt: seine Grubenlampe

Vielleicht habt ihr ja auch was für eure Oma, was ihr für sie persönlich ausbauen könnt.

Ihr braucht nun viel Kraft, doch bin ich mir sicher, ihr schafft das schon


Eifelchen, ich ziehe immer wieder den Hut vor deinen gefühlvollen, durchdachten Beiträgen!
Danke, du liebe Frau mit ganz viel Herz! :blumenstrauss:


Liebe Muttis,

vielen Dank für eure Meinungen, eure wertvollen Tipps und Hinweise!

Es freut mich immer wieder wie man sich gegenseitig in diesem großartigen Forum unterstützt. Prima.

Zwischenstand:

- Beamer wird weggelassen beim Kaffeetrinken
- in Kapelle redet sowohl Pfarrer als auch mein Bruder, Pfarrer hat das erste und das letzte Wort
- in Kapelle werden vier Lieder von CD gespielt (hab aber erst eins)
- Privatanschrift erscheint nicht in Traueranzeige

Fragen an euch:

1. Wo kann ich mir Anregungen zu weiteren geeigneten Musikstiteln holen?

Kann kirchlicher Choral, kann Klassik, kann auch was modernes sein. Oder am besten aus jedem Genre.

Bis jetzt hab ich Jamer Horner - For the Love of a princess (Titel aus dem Film Braveheart) http://www.youtube.com/watch?v=nxNhUgr6LTM

2. Die Idee mit den hochwertigen Erinnerungskarten finde ich sehr gut!

Wo kann ich sowas anfertigen lassen?
Wo kann ich mir dafür Unterstützung holen?
Bilder von ihr kann ich selbst heraussuchen, einen Spruch auch aber was kommt da ausserdem noch rein?
Wo finde ich Material und Designvorschläge?

3. Traueranzeige, habe ich designt und will jetzt zur Zeitungsredaktion geben.

Wie erwähnt man am besten und und die Hinterbliebenen darin? Blutverwante direkt mit Namen aufschreiben? Mit Vor- und Zunamen? Verwandtschaftgrad und Verwandschaftsverhältnis extra nennen? Jedes Familienmitglied und angetraute und nichtangetraute Partner nennen? Wie löst man das am elegantesten?

Danke im Vorab!

Ich bin gespannt auf eure Tipps. :-)

Bearbeitet von garfield_79 am 17.10.2014 15:09:52


Schau Dir diesbezüglich doch mal die Traueranzeigen in den Zeitungen (Tageszeitung) an. Vielleicht ergibt sich ein Anstoß.


Für meine Mutti (sie wurde 90) hatte ich schon viele Jahre vorher die Traueranzeige "fertig". WEil ich wußte, wenn es soweit ist, habe ich für diese Dinge bestimmt keinen Kopf.
Und immer wenn ich etwas sah oder las, was mir gefiehl konnnte ich abändern oder vergleichen.
Das ist mir dann, als der Ernstfall auftrat, zu Gute gekommen. Alles war fertig und so wie ich es wollte.
Als der Tod meines Schatzes absehbar war, habe ich hier auch allen Mut zusammen genommen und ebenso verfahren. Ist zwar erst etwas komisch, aber es war gut so. Als es soweit war...ich hätte nienicht ein paar Worte finden können für eine Anzeige.

Das nur mal so als Tipp gedacht, für User in ähnlichen Situationen. Es nutzt nix, das Unumgängliche auszublenden. Aber es kann sehr hilfreich sein, schon mal vorab die Gedanken zu sortieren.,


Zitat (garfield_79 @ 17.10.2014 15:07:56)
1. Wo kann ich mir Anregungen zu weiteren geeigneten Musikstiteln holen?
Kann kirchlicher Choral, kann Klassik, kann auch was modernes sein. Oder am besten aus jedem Genre.

Mein Beileid.

Ein Genre könnte vielleicht auch Gospel sein. Ich weiß nicht, wie deine Oma dazu stand?

Zum Beispiel:
Swing low, sweet Chariot / Etta James
Den Text finde ich sehr passend und tröstlich für eine Beisetzung, und die Musik ist beschwingt und hoffnungsvoll.

Oder der Klassiker an sich:
The Lord's Prayer / Mahalia Jackson

Bearbeitet von Jeannie am 17.10.2014 16:45:07

Zu Frage 1: Das sollte eurer Geistlicher zu beantworten wissen. Er wird euch sicherlich gefühlvoll nach der Oma und ihre Aktivitäten zu Lebzeiten fragen. Er wird dann entsprechende Musiktitel finden, die nicht immer kirchlicher Natur sein müssen. Vielleicht besprecht ihr euch mit dem Küster.
In unserer Region ist es "Üblich" geworden, auch auf die "spezielle" Musikalische Untermalung einzugehen.

Frage 2: Das Beerdigungsunternehmen hat mit Sicherheit mehrere Druckereien, mit denen diese Zusammen arbeiten. Hier kann dir das Beerdigungsunternehmen auch den preisgünstigeren Anbieter nennen. Es ist auch heute kein Verbrechen mehr, hier als Hinterbliebene sich Gedanken über die Gestaltung der Erinnerungskarten zu machen.
Weitere Unterstützung bekommst du bei der entsprechenden Druckerei. Die Setzer sind dort gut geschult, die kennen "Sonderwünsche" zu besonderen Anlässen.

Frage 3: Nein, bitte keine Blutsverwandschaft extra anzeigen. So was macht man heute nicht mehr.

Ungefähr so:

Trauertext
Trauerbild (Bild der Verstorbenen, Bild von betenden Händen, Bild von Baum, Bild von Friedhofstor)
Hier hilft auch der Bestatter.

zB
- Wir sind unendlich traurig, das Oma nicht mehr bei uns ist

- wir sind traurig, dass sie nicht mehr bei uns ist, dankbar das wir sie lange Jahre bei uns wussten

- Wer sie kannte, weiß was wir für immer verloren haben

- Wir verlieren einen wertvollen Menschen, der immer für uns da war

- Die Vorstellung, ohne Oma weiter leben zu müssen, ist für uns unerträglich

Aufzählung der Hinterbliebenden nach Zugehörigkeit - auch hier frei wählbar, aber NICHT die Blutverwandtschaft erwähnen

in erster Linie ist das der Ehepartner
Name: Ehepartner von Verstorbenen

Dann die Kinder, der Orgelpfeifen nach
Name Erstgeborenes Kind mit Ehepartner und Namen der Kinder
Name Zweitgeborenes Kind mit Ehepartner und Namen der Kinder
Name Dritt ... Kind mit Lebensgefährten, Name des Lebensgefährten

Geschwister des Verstorbenen:
Auch hier wieder der Orgelpfeifen nach:
Name des älteren Geschwisterkind plus Ehepartner
des darauf jüngeres Geschwisterkind plus Ehepartner
usw usw

sowie Else, Erwin, Otti, Mathilda, Ludmilla, Karin als Anverwandte

Freunde brauchen hier nicht erwähnt zu werden, diese schalten meist ne eigene Anzeige.



Editiert, da ich finde, dass eine Werbung sich nicht in einer Beisetzungsfrage gehört.

Bearbeitet von Eifelgold am 17.10.2014 18:32:19


Zitat (garfield_79 @ 17.10.2014 15:07:56)
Fragen an euch:

1. Wo kann ich mir Anregungen zu weiteren geeigneten Musikstiteln holen?

Kann kirchlicher Choral, kann Klassik, kann auch was modernes sein. Oder am besten aus jedem Genre.

2. Die Idee mit den hochwertigen Erinnerungskarten finde ich sehr gut!

Wo kann ich sowas anfertigen lassen?
Wo kann ich mir dafür Unterstützung holen?
Bilder von ihr kann ich selbst heraussuchen, einen Spruch auch aber was kommt da ausserdem noch rein?
Wo finde ich Material und Designvorschläge?


auf youtube findet man sehr schöne inspirationen. wunderschön finde ich immer wieder für einen solchen anlass "amazing grace". diese versionen

http://www.youtube.com/watch?v=l8ro4IXQ8oI

http://www.youtube.com/watch?v=HsCp5LG_zNE

http://www.youtube.com/watch?v=jkLXOWimMY8

gefallen mir sehr. leider stockt es beim abspielen manchmal. jedoch muss man dudelsackmusik mögen. ich mag sie, aber ich war überrascht, welch tiefe emotionen sie bei traurigen liedern hervorbringen können. vor nicht allzu langer zeit fand ich dudelsackmusik eher geeignet für fröhliche und dramatische melodien.

auf einer beerdigung gehört habe ich "evening falls" von enya. ein sehr ruhiges, wunderschönes lied.

http://www.youtube.com/watch?v=MhMJ78-Szi8

für die andenkkarten gibt es viele verschiedene möglichkeiten. du kannst blankokarten kaufen und selbst verzieren, mit stempeln, aufklebern, perlen, fotos und allem, was dir gefällt. ich arbeite sehr gern mit motivstanzern. das sind kleine locher, die ein stück papier oder pappe in verschiedenen formen ausschneiden. sehr beliebt sind sterne, tierfiguren, sonne und herzen.

für den computer gibt es spezielle programme. dort gestaltet man so, wie man es will, und bei ausdrucken übernimmt der computer sozusagen die denk- und rechenarbeit, die anfällt, wenn etwas geknickt oder gefaltet werden soll. fotos kann man einfügen und auch mit einem rahmen versehen. vielleicht kannst du es selbst oder kennst jemanden, der das tun würde.

wunderschöne effekte gibt es auch mit verschiedenen papieren, aus denen man etwas falten oder ausschneiden kann. rollschneider, wenn man einen zur verfügung hat, bieten auch oft zusätzliche gestaltungsmöglichkeiten.

dazu kann man text einfügen, der zum verstorbenen passt. ein lebensmotto, gern getätigte sprüche, sofern sie nicht vulgär oder beleidigend sind, vielleicht einen lieblingswitz, lebensstationen oder -daten, ein gedicht. es gibt so viele möglichkeiten, und wenn das kärtchen vom herzen kommt und man ein wenig fingerspitzengefühl hat, wird es auch nicht falsch sein.

auf diesem video bei youtube

http://www.youtube.com/watch?v=7wJUxfxUu4Y

kann man sehen, wie schnell und hübsch man karten verzieren kann. ich empfehle, die kärtchen dezent zu halten und nur die gestaltungsmöglichkeiten zu verwenden, die man selbst schon kann oder die einem sehr leicht fallen. es soll ja nur eine hübsche erinnerung sein und keine bewerbung für ein studium an einer kunstakademie. lieber weniger als mehr, und farbkleckse oder schlecht sitzender text zerstören den gesamteindruck.

auch mit den schriftarten und -größen kann man sehr gut experimentieren. vielleicht auch mit den farben, wenn du damit akzente setzen willst. mir hat in dem video die arbeit mit den schwämmchen und den stempeln sehr gut gefallen.

einige bilder kannst du hier sehen.

https://www.google.de/search?q=trauerkarten...ved=0CAYQ_AUoAQ

dir wird bei all den eindrücken gewiss rasch selbst eine idee nach der anderen kommen, wie du karten gestalten willst. :blumen:

Im Grunde finde ich all die Tipps nett gemeint, aber nicht wirklich schön im Sinne des Toten. Es sei denn, der oder die hat sich diese ganz besondere Form des Zusammenkommens gewünscht. Wirklich romantisch sind eigentlich nur Bestattungen, wie sie nur in Filmen vorkommen,z.B. in Western, wo Jemand auf einem Hügel neben einem Bau begraben wird, wo er sich das immer gewünscht hat. Hier wäre so etwas bestimmt illegal. Außerdem wird ein Grab nach ein paar Jahren umgegraben, um Platz für Neue zu schaffen. Als wenn man nach ein paar Jahren toter wäre als direkt nach dem Ableben.


Zitat (Annhill @ 31.07.2017 15:15:29)
Im Grunde finde ich all die Tipps nett gemeint, aber nicht wirklich schön im Sinne des Toten.

BUMMM!
:zensiert: :zensiert:

Zitat (dahlie @ 31.07.2017 15:23:57)
BUMMM!
:zensiert: :zensiert:

:trösten:

Zitat (Annhill @ 31.07.2017 15:15:29)
Im Grunde finde ich all die Tipps nett gemeint, aber nicht wirklich schön im Sinne des Toten. Es sei denn, der oder die hat sich diese ganz besondere Form des Zusammenkommens gewünscht. Wirklich romantisch sind eigentlich nur Bestattungen, wie sie nur in Filmen vorkommen,z.B. in Western, wo Jemand auf einem Hügel neben einem Bau begraben wird, wo er sich das immer gewünscht hat. Hier wäre so etwas bestimmt illegal. Außerdem wird ein Grab nach ein paar Jahren umgegraben, um Platz für Neue zu schaffen. Als wenn man nach ein paar Jahren toter wäre als direkt nach dem Ableben.

Hier ist offensichtlich null Ahnung von der Materie vorhanden...

Mal ganz davon abgesehen dass sich das Thema nach 3 Jahren wohl erledigt hat.

Trauerfeiern sind ja auch für die Trauernden gedacht, denn DIE sind es, die ihren Gefühlen Ausdruck geben möchten. Und die können Sie nun mal nicht verneinen.

Ich weiß natürlich, was Sie meinen, aber das ist eine völlig andere Geschichte. Wenn ein Mensch den Wunsch äußert, dass statt Trauerfeier eine Party gefeiert wird, wäre das im Sinne des Verschiedenen. Ob die Leute dazu in der Lage wären, ist eine andere Frage. Übrigens gibt es "romantische" Bestattungen wie etwa unter einem Baum durchaus. Ich lebe in Berlin, und dort gibt es die - allerdings seltene - Möglichkeit, eine sogenannte Baumbestattung durchzuführen. Dabei wird der Sarg zwischen die Wurzeln eines Baums gelegt (*** Link wurde entfernt ***. Wie das genau gehen soll, ist mir zwar ein Rätsel...


Bei einer Baumbestattung wird nicht der Sarg zwischen den Wurzeln begraben, sondern die Asche.

Möglich ist übrigens vieles, wenn man einen guten Bestatter auswählt.


Stimmt. Hier in der BRD ist eine solche Sargbestattung nicht möglich, nur eine Urnenbeisetzung, entweder mit Namensschild oder anonym. :blumen:



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