Kater hat sich gekeilt: Verarzten? Ja oder nein?


Hallo!

Ihr habt ja vielleicht schon in meinem Zeckenbeitrag gelesen, dass Nachbars süßer Perser-Kater sich seit einiger Zeit mit Vorliebe hier bei uns aufhält (und: Nein, wir füttern den nicht ;) ).
Ich kämme ihn regelmäßig (die Nachbarn kämmen ihn ganz offensichtlich nicht), ich mache ihm fast täglich die Zecken raus, und jetzt vorhin kam er an mit einer Wunde auf dem Kopf. Blutverklumpte Haare, und es fängt gerade erst an zu verkrusten. Um es kurz zu machen, der Kater wird nicht verbluten, :P er zeigte sich auch nicht sonderlich beeindruckt, wir haben den Blutklumpen eher durch Zufall gesehen. Naja, ist wahrscheinlich Paarungszeit, und die Herren keilen sich um die Damen? Aber es ist halt schon ein ganz schön tiefes Loch im Kopf.

Verarztet man sowas? Auswaschen? Desinfizieren? Oder einfach in Ruhe lassen?:unsure: Und bitte nicht über mich lustig machen, es ist einfach nicht meine Katze, okay? Bis vor 6 Monaten kannte ich mich mit Katzen null aus, und mein Wunschtier war immer ein Hund (bin mit Hunden groß geworden).
Ich informiere mich zwar so nach und nach über Katzen, aber es ist nicht mein Kater :unsure:


Blutets noch? Wenn nicht und der sich das gefallen lässt, versuch mal den Klumpen n bisschen aufzuweichen (bestich den ruhig mit n paar Leckerbissen) und dann was wegschneiden, Perser haben ja total dichtes Fell, dann haste nen besseren Blick drauf.
Normal ist das nix Wildes, wobei man das von Fall zu Fall beurteilen muss. Aber meistens reichts total aus, wenn man das mit nem sauberen Lappen und klarem Wasser vorsichtig n bisschen abreibt.
Unser Pflegekater ist auch meistens draußen und mischt da beim Kampf um die Mädels derbe mit, obwohl der kastriert ist. Kann auch sein der prügelt sich einfach bloß gerne. Und der kommt auch öfter mit n paar Striemen nach Hause, mit nem Fell wie durch nen Mixer gejagt und sowas, den behandeln wir genauso. Wenns derbe anschwillt, eitert oder nässt isses aber n Fall für den Fachmann.


:rolleyes: meine kastrierten "damen" kommen auch öfter mit verletzungen an, normalerweise verheilen die super ohne das man was tun muss.

wie kalle schon gesagt hat: wenn´s auffällig aussieht: ab zum tierarzt.


@ Kalle, @ Viva

Zitat
Blutets noch? Wenn nicht und der sich das gefallen lässt, versuch mal den Klumpen n bisschen aufzuweichen (bestich den ruhig mit n paar Leckerbissen) und dann was wegschneiden, Perser haben ja total dichtes Fell, dann haste nen besseren Blick drauf.
nein, blutet nicht mehr. Aufgeweicht habe ich schon, auf diese Weise habe ich ja erst das Loch im Kopf entdeckt. Ich werde es einfach weiter beobachten. Wenn ich mir irgendwas aufkratze oder mich aufschürfe, dann desinfiziere ich ja auch nicht gleich automatisch, und trotzdem heilt es von selbst ab. Jetzt hasst mich der Kater sowieso erst mal wieder für eine halbe Stunde, weil ich natürlich gleich auch noch zwei Zecken entdeckt hatte... Der ist auch wirklich geplagt mit den Biestern :blink:

Zitat
wenn´s auffällig aussieht: ab zum tierarzt.
naja, das finde ich halt schwierig, mit einem fremden Kater zum Tierarzt. Wahrscheinlich muss ich mich einfach noch dran gewöhnen: Das ist ein Freigänger, und das ist ein Kater, und das ist ein Raubtier, und die keilen sich eben.
Bei Hunden hat man das halt irgendwie besser im Griff. :rolleyes:

Dann seh ich aus der Ferne und ohne das gesehen zu haben kein Problem, das einfach so zu lassen, wenn man öfter mal nen Blick drauf wirft und bei Bedarf noch weiter reinigt. Bin aber kein Fachmann, obwohl ich grade mit Katzen ne Menge Erfahrung hab. Zecken hat unser Satansbraten nicht, der kloppt sich bloß öfter mal, soweit ich weiß wars noch nie nötig dass der deshalb zum Tierarzt gemusst hat.
Übrigens glaub ich, dass der Kater sich eigentlich schon entschieden hat, wohin der gehört, wenn der ständig zu euch latscht. :grinsen: :grinsen: :grinsen:


Also unser inzwischen 13jähriger Kater kommt auch immer mal wieder mit ner Macke, oder ner Blutkruste wieder. Bisher war es auch nie etwas schlimmes...

Letzten Herbst jedoch hatte er zwischen Auge und Ohr ne kleine Kruste und wenige Tage später schwoll die Stelle etwas an. Da wir eh zum Impfen zur Tierärztin mussten, zeigte ich ihr die Stelle und sie meinte, das wäre wohl ein Biss einer anderen Katze.
Da eine Katzenbissverletzung an sich immer klein aber tief wäre, verschließe sich die Wunde schnell und die Bakterien können nicht richtig "rausbluten"so dass es dann innen brodele.

Lange Rede kurzer Sinn: Sie öffnete die wirklich kleine Kruste und holte so viel Eiter aus dem Loch, das mir ganz anders wurde. Das musste sie dann eine Woche täglich machen, bis die Wunde von innen heilte. LEIDER wurde wenige Tage nach der ersten Wunde die Wange des Katers dick! Hier war dann wohl der "Gegenbiss", jedoch so schwer zugänglich, dass sie diesen unter Vollnarkose öffnen und säubern musste... Der ganze Spass hat für unseren Kater also ne Menge Stress in Form von ca. 10 Tierarztbesuchen, eine OP unter Vollnarkose und Antibiotika nach sich gezogen...

Daher mein Tipp: Keine Panik ABER die Stelle beobachten und wenns dick wird zum Tierarzt oder die Besitzer der Katze darauf hin weisen, damit die das erledigen!

Eva 72

P.S: Ein Kater mit Halskrause und rasierter Wange sieht echt zum Schießen aus!


Wann immer Katzi mit frischen Wunden ankommt: man kann sie verarzten, aber in den meisten Fällen lecken und putzen sie sich selbst gesund.
Sind die Hautverletzungen schwerer oder bluten frisch: Wasserstoffperoxyd (H²O² 3%ig, billig in der Apotheke, eignet sich auch zum Desinfizieren von oberflächlichen Verletzungen am Menschen sehr gut) aufbringen (mit Pipette tropfen oder mit Wattestäbchen geht auch. Es schäumt kurz auf und trocknet dann weg.
Eignet sich auch, wenn man mal einen Dorn aus der Pfote ziehen mußte zum Nachbehandeln.

Das sorgt für eine relativ schmerzfreie Desinfektion der Wunde und für schnelles Heilen.
Nicht für Schleimhautverletzungen. Alkoholische Desinfektion tut weher (brennt) und ist aggressiver.
Finger weg von Jodpräparaten wie Betaisodona oder Polysept!!
Jeder Tierarzt weiß: "Jod ist Katzentod."
Eiterherde gehören zum TA.

Betrifft die "Prügelei" die Augen: ab zum TA, davon lassen wir zu Hause lieber die Finger. Fall für den Fachmann. :blumen:


Wenn Du den Besitzer kennst, könntest Du ihn doch einfach auf die Wunde des Katers hinweisen.

Die meisten Katzenbesitzer lieben ihre Tiere sehr und gehen bei schweren Verletzungen auf jeden Fall zum Tierarzt.


Manuela


Zitat (Manuela2 @ 14.04.2007 02:47:22)
Wenn Du den Besitzer kennst, könntest Du ihn doch einfach auf die Wunde des Katers hinweisen.

Die meisten Katzenbesitzer lieben ihre Tiere sehr und gehen bei schweren Verletzungen auf jeden Fall zum Tierarzt.


Manuela

@ Manuela,

leider kenne ich den Besitzer nicht persönlich. Ich weiß nur, dass die hier irgendwo ein paar Straßen weiter wohnnen, aber nicht mal genau, wo (das wäre jetzt eine lange Geschichte, um sie zu erklären). (Umgekehrt: Die Besitzer wissen aber, wo wir wohnen, und dass der Kater so oft bei uns ist, haben auch unsere Tel.Nr. und haben ihn auch schon mal von uns abgeholt, nachdem er wohl tagelang nicht mehr nach Hause gekommen war).

Falls der Kater mal wirklich was Ernsthaftes hat, würde ich auf jeden Fall versuchen, die Besitzer zu kontaktieren. Aber so... die Wunde scheint ganz gut abzuheilen.

@ Bi(e)ne
Zitat
Wasserstoffperoxyd (H²O² 3%ig
ist das nicht das Zeug, womit man Haare bleicht? Nicht, dass der Kater dann auf einmal blond ist ^_^

Oh je, Leute,

das muss ich Euch jetzt auch noch berichten... :huh:
Das Katerchen hatte jetzt mehrere Tage so eine völlig verschorfte, verkrustete Stelle am Kopf, im Fell. Da, wo es geblutet hatte und das Blut im Fell festgetrocknet war.
Aufweichen ging irgendwann auch nicht mehr.
Das war nur noch so ein fester Placken, im Fell, sicher 1,5 cm² groß.
Und man konnte förmlich dabei zuschauen, wie das anfängt zu verfilzen (ich weiß auch nicht, die Besitzer kämmen das Katerchen wirklich überhaupt nicht).

Auf jeden Fall, heute morgen als das Katerchen durchs Fenster kam, habe ich versucht, das Ganze ein bisschen auseinander zu zupfen, damit das Fell über der Wunde nicht gar zu arg verfilzt (sonst muss man es irgendwann wirklich abschneiden).
Ja, Pustekuchen. Das war, wie wenn man ein Pflaster abzieht. Auf einmal hatte ich das halbe Fell über der verschorften Wunde in der Hand. Und das Katerchen hat mir weiter bereitwillig seinen Kopf entgegengestreckt und geschnurrt. Tja, was macht man mit so einem verfilzten, verkrusteten Fell-Fetzen, der sowieso nur noch an zwei bis drei Haaren hängt?
:o :o :o :o

Auf jeden Fall sieht das jetzt wirklich übel aus, der Kater hat vorübergehend eine kleine Glatze auf dem Kopf. Zumindest scheint die Wunde ganz gut abzuheilen. Und die Haare waren ja wahrscheinlich sowieso nicht mehr richtig dran. Ich weiß, das wächst alles wieder nach (habe ihm im Winter mal an den Hinterläufen ein paar Fellknoten rausgeschnitten, das kommt alles wieder)
Aber Leute, auweia... :o Ich komme mir wirklich schlecht vor und fürchte den Moment, wenn die Besitzer hier klingeln kommen. Im Moment sieht der Kater wirklich aus wie gerupft :ph34r: :ph34r: :ph34r:

Und ich habe mir geschworen, ich fasse keine fremden Kater mehr an.
Nur, was macht man mit so einem kleinen Kerlchen, der ganz offensichtlich von zu Hause aus nicht regelmäßig gekämmt wird? Und hier liegt er immer ganz bereitwillig, lässt sich kämmen und schnurrt dabei. So dass man das Gefühl hat, das Tierchen vertraut einem fast grenzenlos... Ich versteh's nicht. Wie kann man sich einen Perser zulegen und den dann nicht regelmäßig kämmen?


Kann sein dass die Haare sowieso ausgefallen sind und bloß durch das getrocknete Blut noch auf dem Kopf festgeklebt waren, scheiß drauf, dann hat der eben jetzt ne Glatze, wächst auch wieder. Aber kann auch sein der war froh als das Ding weg war, manchmal juckt sowas nämlich total.


@ Kalle,
so ähnlich wie Du seh ich es auch... ich vermute mal, die Haare über der Stelle hätten über kurz oder lang sowieso abgemusst, entweder wären sie beim Kämmen ausgerupft worden... oder man hätte sie abschneiden müssen, weil sie bald undurchkämmbar geworden wären.
Im Moment haben wir also eher ein optisches Problem (der Kater, zumindest, wirkt putzmunter und stört sich kein bisschen an seiner temporären Teil-Glatze).
Aber auf den ersten Blick sieht es wirklich schlimm aus. Zumindest ist im Moment nix mehr mit "oh-wie-süüüüüüüß". Eine kahle Stelle mitten auf dem Perser-Kopf fällt halt schon auf. Und irgendwie schätze ich die Besitzer schon so ein, dass sie sich den Perser halt zugelegt haben, weil das ja sooooooooooooooooooooo eine süße, kuschelige Schmusekatze ist. Vielleicht tue ich denen aber auch Unrecht.
Zumindest hat bisher hier noch kein empörter Katzenbesitzer Sturm geklingelt.

Auf jeden Fall habe ich daraus eines gelernt:
Ich muss mich unbedingt um eine Kontakt-Telefonnummer der Besitzer bemühen. Falls mit dem Katerchen wirklich mal was Ernsthaftes sein sollte :huh:


Die Glatze wächst zu und in spätestens einem halben Jahr kannst Du das vergessen :) das geht bei Tieren besser, als bei Menschen :lol:



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