Hilfe - Sklaverei in der Firma: Ist das rechtens ?


Hallo,

Ich hab wieder mal ein Problem, wo ich rechtlich nicht auf dem Laufenden bin!

Mein Mann ist seit Februar in einer Baufirma angestellt, die 70km entfernt. Es handelt sich um Montage von montags 5:30 Uhr ab Firmensitz bis donnerstags immer ca. 22:00 Uhr im Firmensitz.

Nun sind folgende Probleme :

1. Die Fahrzeit vom Firmensitz bis zum Ort des Wocheneinsatzes 350 km entfernt, wird nicht zur Arbeitszeit angerechnet, genauso wenig wie die Heimreise!

2. täglich werden ca.13-14 Stunden gearbeitet, bis donnerstags

3. freitags werden ebenfalls 13 Stunden geschuftet ( mein Mann kommt donnerstags gegen 23:00 Uhr nach Hause und muss freitags 4:30 Uhr wieder los)

Laut Arbeitsvertrag hat er eine 39 Stunden-Woche und Überstunden müssen unentgeltlich geleistet werden, wenn es nötig ist. Nur ist das von Anfang an schon so und keine Änderung in Sicht.
Bei Nachfrage beim Chef kam nur die Antwort, die Stunden werden für den Winter angespart. Nur nach Aussage seiner Kollegen werden die über den Winter gekündigt oder arbeiten weiter.

Zusätzlich darf Urlaub nur ab Dezember genommen werden!

Ich finde das ist die reinste Sklavenhaltung für Mindestlohn, ohne Auslöse oder Sonderzahlungen!

Ist so etwas überhaupt rechtens? Ich habe gehört, dass Überstunden nur über 24 Wochen , jedoch pro Woche nicht mehr als 8, hingenommen werden müssen.

Wie kann man sich dagegen wehren ohne den Job zu riskieren? Eine Alternative gibt's hier nicht wirklich, da kann man froh sein, wenn man überhaupt Arbeit hat!

Brauche dringend Rat!

LG
Blondie


Schau doch mal hier nach; unter "ü" findet man auch einiges zum Thema Überstunden.


Ja, das ist leider ein Problem unserer heutigen Zeit. Arbeitgeber können sich immer mehr rausnehmen - und das wissen die auch. Wenn Du auf Dein Recht pochst heißt es: Wenn es Dir nicht passt, kannst Du ja gehen. Draußen stehen 20 Leute, die scharf auf Deinen Job sind...

Trotzdem finde ich die Bedingungen dieser Arbeit schon etwas extrem. Wird wenigstens Tariflohn bezahlt? Und was steht im Arbeitsvertrag? Überstunden müssen unentgeltlich geleistet werden :o :labern: Das ist ja schon heftig.

Ist echt Schwierig die Situation. Es gibt bei Euch nicht viel Arbeit, aber ausbeuten wollt Ihr euch auch nicht lassen.

Könnte mir aber auch vorstellen, das der Arbeitsvertrag in dieser Ausführung vielleicht gar nicht rechtens ist. Es gibt immerhin entsprechende Richtlinien und Gesetze an die sich beide Vertragsparteien halten müssen.

Wünsch Dir viel Glück :blumen: Hier gibt es sicher ein paar User, die sich mit dem Arbeitsrecht auskennen.

Bearbeitet von cladiere am 29.06.2007 19:27:52


Zitat (cladiere @ 29.06.2007 19:09:39)
Wird wenigstens Tariflohn bezahlt?

Es wird nur Mindestlohn gezahlt, dass heisst monatlich 900 - 980 € netto.

Zitat (Blondie @ 29.06.2007 17:29:32)




Laut Arbeitsvertrag hat er eine 39 Stunden-Woche und Überstunden müssen unentgeltlich geleistet werden, wenn es nötig ist. Nur ist das von Anfang an schon so und keine Änderung in Sicht.
Bei Nachfrage beim Chef kam nur die Antwort, die Stunden werden für den Winter angespart. Nur nach Aussage seiner Kollegen werden die über den Winter gekündigt oder arbeiten weiter.

Zusätzlich darf Urlaub nur ab Dezember genommen werden!




@ Blondie,

dieses Arbeitszeit-Modell kenne ich aus dem Saison-Geschäft bestens.

Also: Dein Mann arbeitet regulär 39 Stunden/Woche. Die restlichen Überstunden kommen auf ein "Freizeit-Konto", d.h. gegen Ende der Saison, also über Winter wird dann abgefeiert. Derjenige, der am meisten Stunden auf dem Konto hat, ist eben der derjenige, der am längsten im Betrieb angemeldet bleibt, sollten Entlassungen über den Winter anstehen. Auch der Urlaub wird dann noch dazu gerechnet. D.h., bei einem strengen Winter bekommen die Leute solange Lohn, bis alle Überstunden/Urlaub abgefeiert sind. Dann kann der Chef erst Entlassungen vornehmen. (Bei Insolvenz sind diese Über-Stunden allerdings meistens verfallen - Urlaub nicht.).

Sollte ihm der Chef mit dieser Regelung nicht gerecht werden, hilft ihm jedes Arbeitsgericht. Die Erstberatung ist immer kostenlos. Dein Mann sollte, sofern keine Stechkarten existieren, jedenfalls alle Stunden notieren und diese ggf. jeden Monat evtl. abzeichnen lassen. Aber ich denke der Bauleiter am jeweiligen Ort wird diese ohnehin aufzeichnen oder so ähnlich.

Es ist zwar knochenhart, aber leider hat der Chef im Moment die besseren Karten = moderne Sklaverei. :wallbash:

Zitat (Blondie @ 29.06.2007 17:29:32)
Ich hab wieder mal ein Problem, wo ich rechtlich nicht auf dem Laufenden bin!

2. täglich werden ca.13-14 Stunden gearbeitet, bis donnerstags

3. freitags werden ebenfalls 13 Stunden geschuftet ( mein Mann kommt donnerstags gegen 23:00 Uhr nach Hause und muss freitags 4:30 Uhr wieder los)
Ist so etwas überhaupt rechtens? Ich habe gehört, dass Überstunden nur über 24 Wochen , jedoch pro Woche nicht mehr als 8, hingenommen werden müssen.

Wie kann man sich dagegen wehren ohne den Job zu riskieren? Eine Alternative gibt's hier nicht wirklich, da kann man froh sein, wenn man überhaupt Arbeit hat!

Mensch, so kann das ja nicht weitergehen! :trösten:

Also, blondie, ich befürchte fast, Ihr habt nur 1 Wahl: Kündigen! Ich glaube nicht, dass ein einzelner Angestellter bewirkt, dass sich so viele Sachen grundlegend ändern. LEIDER! Ist ne Sauerei von dem Chef! :angry:

Er soll sich nach einem anderen Job umsehen! Auf jeden Fall. Zu den Überstunden: Du hast Recht. Es gibt gesetzliche Bestimmungen. So darf man "eigentlich" nicht mehr als 10 Std./Tag arbeiten und eine Ruhezeit von 11 Stunden ist einzuhalten!! Ihr seid nicht zufällig in einer Gewerkschaft?? :unsure:

Das einzige, das mir einfällt, von dem ich aber nicht weiss, ob es echt was bringt und auch gut ist: Das Gewerbeaufsichtsamt einschalten! Dann müsste der Chef nach menschlichem Ermessen einen auf den Deckel kriegen!

Viel Glück!!! :blumen:

Krötilla

Zitat (Krötilla @ 30.06.2007 10:22:57)


Also, blondie, ich befürchte fast, Ihr habt nur 1 Wahl: Kündigen! Ich glaube nicht, dass ein einzelner Angestellter bewirkt, dass sich so viele Sachen grundlegend ändern. LEIDER! Ist ne Sauerei von dem Chef! :angry:

Er soll sich nach einem anderen Job umsehen! Auf jeden Fall. Zu den Überstunden: Du hast Recht. Es gibt gesetzliche Bestimmungen. So darf man "eigentlich" nicht mehr als 10 Std./Tag arbeiten und eine Ruhezeit von 11 Stunden ist einzuhalten!! Ihr seid nicht zufällig in einer Gewerkschaft?? :unsure:

Das einzige, das mir einfällt, von dem ich aber nicht weiss, ob es echt was bringt und auch gut ist: Das Gewerbeaufsichtsamt einschalten! Dann müsste der Chef nach menschlichem Ermessen einen auf den Deckel kriegen!

Viel Glück!!! :blumen:

Krötilla


Das Gewerbeaufsichtsamt hilft eben nicht. Die Defise heißt hier: Hauptsache Arbeitsplatz. Das Gewerbeaufsichtsamt kontrolliert nur die Sicherheit im Betrieb etc., dann schon eher die Berufsgenossenschaft.

Kündigen auf keinen Fall bevor er keine neue Arbeit hat - Sperre vorprogrammiert.
Es ist ein Saison-Geschäft, da sind die Regeln ganz anders als in einem Großbetrieb und von wegen Gewerkschaft, die sagen/denken entweder Du machst die Arbeit oder ein anderer.

Wenn es ein Kleinbetrieb ist und eben Saisonarbeit, gelten ganz andere Regeln und der Arbeitgeber hat immer Recht :trösten:

@ Krötilla

Als Einzelperson beim Gewerbeaufsichtsamt vorzusprechen ist kein guter Tipp - Kündigung folgt auf dem Fuße, denn der Arbeitgeber erfährt immer davon. Anonym bringt auch nichts.

Zitat (nanamanan @ 30.06.2007 10:33:52)
Kündigen auf keinen Fall bevor er keine neue Arbeit hat - Sperre vorprogrammiert.
Es ist ein Saison-Geschäft, da sind die Regeln ganz anders als in einem Großbetrieb

Wenn es ein Kleinbetrieb ist und eben Saisonarbeit, gelten ganz andere Regeln und der Arbeitgeber hat immer Recht :trösten:

@ Krötilla Als Einzelperson beim Gewerbeaufsichtsamt vorzusprechen ist kein guter Tipp - Kündigung folgt auf dem Fuße, denn der Arbeitgeber erfährt immer davon. Anonym bringt auch nichts.

:( Das hatte ich befürchtet!

Hm, aber auch ein Saisonbetrieb ist doch an das deutsche Gesetz gebunden! Hm, und das mit der Sperre könnte natürlich stimmen (muss nicht zwangsläufig; ist auch immer Sache, wie man das vorbringt und an welchen Sachbearbeiter man gerät, was man natürlich vorher nicht weiss).

Ich sag´s ja: Da hilft nur entweder sich während der Tätigkeit nach einem anderen Job umzusehen, oder wenn man es gar nicht mehr aushält sich krank melden. Wie ich den Chef kenne, kündigt er einen dann. Dann hätte man keine Sperre, muss sich aber klar sein, dass man dann nur noch für 1 Jahr Arbeitslosengeld bekommt.

Ist echt keine leichte Situation! Ich finde es ein Unding von diesem Chef! :labern: Ach so ja, eins noch: Das Gewerbeaufsichtsamt ist NICHT für die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten zuständig? :huh: Wieso muss man dann dorthin melden, wenn Mitarbeiter sonntags arbeiten?

Zitat (Krötilla @ 30.06.2007 10:54:22)

:(  Das hatte ich befürchtet!

Hm, aber auch ein Saisonbetrieb ist doch an das deutsche Gesetz gebunden! Hm, und das mit der Sperre könnte natürlich stimmen (muss nicht zwangsläufig; ist auch immer Sache, wie man das vorbringt und an welchen Sachbearbeiter man gerät, was man natürlich vorher nicht weiss).

Ich sag´s ja: Da hilft nur entweder sich während der Tätigkeit nach einem anderen Job umzusehen, oder wenn man es gar nicht mehr aushält sich krank melden. Wie ich den Chef kenne, kündigt er einen dann. Dann hätte man keine Sperre, muss sich aber klar sein, dass man dann nur noch für 1 Jahr Arbeitslosengeld bekommt.

Ist echt keine leichte Situation! Ich finde es ein Unding von diesem Chef!  :labern:  Ach so ja, eins noch: Das Gewerbeaufsichtsamt ist NICHT für die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten zuständig?  :huh:  Wieso muss man dann dorthin melden, wenn Mitarbeiter sonntags arbeiten?

@ Krötilla, :blumen:

von 980 € netto 60 oder 65 % (je nach dem ob Kinder da sind) zu bekommen als ALG I, ist auch kein Hit. Welcher Arzt schreibt schon so lange krank und zum Wohle der Allgemeinheit würde ich dies auch nicht empfehlen, denn spätestens im Arbeitszeugnis würde dies wieder versteckt aufkreuzen. Was hat er dann davon - NULL und mit Sicherheit keine guten Aspekte für eine Neubewerbung.

Es hilft definitiv nur eines: Ein neuer Job - aber heute ist fast in jedem JOB mit irgendwas zu rechnen. Da fliehst Du und da fängst Du ein anderes Problem ein.

Natürlich ist ein Saisonbetrieb an ein Gesetz gebunden - aber demnach würdest Du keinen Salat, keinen Spargel, keine Erbeeren o.ä. mehr kaufen können, denn auch z.B. Erntehelfer sind im Saisongeschäft und arbeiten 12-15 Stunden täglich auf dem Acker. Siehst Du, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

Als Einzelperson kannst du gar nichts ändern. Hört einer auf, folgt der nächste und Du siehst es funktioniert immer. Leider ist dies so in dem heutigen System.

@ Krötilla
Edit: Unreguläre Sonntagsarbeit muss immer dem Gewerbeaufsichtsamt gemeldet werden, da es sich um Ausnahmen handelt und dies Seitens von etwaigen Beschwerden bescheid wissen muss (z.B.Nachbarschaftsruhe, uvm.).
Auch z.B. wenn ein Betrieb kurzzeitig Sonderschichten fahren möchte, bedarf dies einer Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes und wenn dies nicht einsichtig ist, gibt es keine 2. Schicht etc. . Kümmert sich aber niemals um Personalangelegenheiten. :blumen:

Bearbeitet von nanamanan am 30.06.2007 11:27:21

Zitat
Wenn Du auf Dein Recht pochst heißt es: Wenn es Dir nicht passt, kannst Du ja gehen


Eine Kündigung darf NIEMALS eine Sanktion für zulässige Rechtsausübung sein. Will heißen: Wenn du Rechte in Anspruch nimmst, die dir (gesetzlich oder aus dem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag o. ä.) zustehen, darf man dir nicht kündigen. Wird trotzdem eine Kündigung ausgesprochen, kann diese unwirksam sein - schnell zum Anwalt und schnell Kündigungsschutzklage erheben.

Ich weiß ja nicht, wie groß der Betrieb ist, in dem dein Mann arbeitet, aber vielleicht ist auch ein Gang zum Betriebsrag (so es denn einen gibt) ein guter erster Schritt. Wenigstens um ein paar INformationen über den geltenden Tarifvertrag zu kriegen... Dafür sind die Jungs und Mädels vom BR da :)

Geh mal zu einem netten Anwalt (erkundige dich, welche AnwältInnen für die Gewerkschaft tätig werden und tendentiell auf Arbeitnehmerseite stehen...) und lass dich beraten.
Gut ist auch immer, Mitglied in der zuständigen Gewerkschaft zu sein (IG Bau)

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das mit dem Tarifvertrag oder den gängigen Sicherhheitsbestimmungen im Einklang steht...

Bearbeitet von Cambria am 30.06.2007 14:46:16

Zitat (nanamanan @ 30.06.2007 11:16:00)
Welcher Arzt schreibt schon so lange krank

Als Einzelperson kannst du gar nichts ändern.

Nanamama, Du hast Deine Ansicht und die ist ok, aber ich habe eine etwas andere. :blumen:

1. Von "lange" krank schreiben sprach ich gar nicht,

2. Wenn man sich etwas mit Zeugnissprache auskennt, dürfte das kein Problem sein. Es gibt ja auch Anwälte / Arbeitsrechtsschutzversicherungen.

3. Als Einzelperson kann man vielleicht nix ändern, aber wenn alle dagegen sind, kann man vielleicht doch was bewirken. Willst Du etwa alles klanglos über uns ergehen lassen?

Ich merke bei solchen Themen immer, dass ich entweder totaler Sozialist bin, einfach naiv oder total un-obrigkeitshörig --- oder alles! :D Ich sch... auf miese Bezahlung, nur damit andere sich auf meine Kosten bereichern! Leben und Leben-lassen - das ist meine Devise. Ausbeutung - nein danke!

Mag unrealistisch klingen, aber ich denke immer noch : Wenn alle sich wehren würden, wäre es viellecith nicht mehr so leicht möglich Arbeiter auszunehmen wie Weihnachtsgänse.

Zitat (Krötilla @ 01.07.2007 03:29:37)
Zitat (nanamanan @ 30.06.2007 11:16:00)
Welcher Arzt schreibt schon so lange krank

Als Einzelperson kannst du gar nichts ändern.

Nanamama, Du hast Deine Ansicht und die ist ok, aber ich habe eine etwas andere. :blumen:

1. Von "lange" krank schreiben sprach ich gar nicht,

2. Wenn man sich etwas mit Zeugnissprache auskennt, dürfte das kein Problem sein. Es gibt ja auch Anwälte / Arbeitsrechtsschutzversicherungen.

3. Als Einzelperson kann man vielleicht nix ändern, aber wenn alle dagegen sind, kann man vielleicht doch was bewirken. Willst Du etwa alles klanglos über uns ergehen lassen?

Ich merke bei solchen Themen immer, dass ich entweder totaler Sozialist bin, einfach naiv oder total un-obrigkeitshörig --- oder alles! :D Ich sch... auf miese Bezahlung, nur damit andere sich auf meine Kosten bereichern! Leben und Leben-lassen - das ist meine Devise. Ausbeutung - nein danke!

Mag unrealistisch klingen, aber ich denke immer noch : Wenn alle sich wehren würden, wäre es viellecith nicht mehr so leicht möglich Arbeiter auszunehmen wie Weihnachtsgänse.

@ Krötilla :blumen:

ich bin absolut auf Deiner Seite und habe eine sehr soziale Einstellung, dies kannst Du mir glauben. Diese setze ich bestimmt sehr viel und oft im Leben ein, was aber nicht geht, geht nicht. Das entscheidet eben nicht die soziale Einstellung, sondern die Herren da oben. Ich bin ein Mensch - ich kämpfe für jeden um mich herum - dies geht aber nur eben bis an eine besteimmte Grenze, da wir die Maßstäbe leider nicht alleine setzen können.

Gerade um diese Einzelperson geht es hier - ich denke sie wird alleine kämpfen an weiter Front und auch Du liebe Krötilla :blumen: wirst keine 5 in dieser Situation unter einen Hut bekommen, sofern es sich hier nicht um einen Konzern handelt - was wir wiederum nicht wissen.

Mit lange Krankschreiben meinte ich eben so lange, bis man "krank" ausgereizt hat und daher gekündigt wird. Woher wissen wir wann dies sein wird. Mancher Chef kündigt nach meinetwegen 8 Tagen vor Zorn, der andere eben vielleicht gar nicht. Also nützt es wenig sich krankschreiben zu lassen um gekündigt zu werden. Dies hat auch wieder mit meiner sozialen Einstellung gegenüber derer zu tun, die die Zeche letztendlich mit Beiträgen bezahlen müssen. So denke ich auch wieder sozial - oder? :trösten:

Ausbeutung lehne ich auch ab - aber leider gibt es sie immer mehr - aber auch hier kann eine Einzelperson niemals etwas ändern - dazu müßten alle "aufstehen".
Leider geht die Schere immer weiter auseinander.

Sorry Krötilla - ich wollte Dich keineswegs angreifen und dies liegt mir absolut nicht im Sinn - wollte nur meine Erfahrung aus dem Personalwesen weitergeben und eigentlich dreht es sich für mich hier um Hilfe für Blondie :blumen: .

Alle Tipps in Bezug auf Anwalt sind hier OK, ist aber schon wieder eine Kostenfrage, wenn man keinen Rechtschutz hinter sich hat.

Sei gegrüßt

Bearbeitet von nanamanan am 01.07.2007 11:07:59

Es handelt sich um eine Firma mit 15 Angestellten.

Drei haben vor 4 Wochen aufgemuckt und was kam die Kündigung und die kamen nicht dagegen an , weil Chef ja immer einen anderen Grund findet, als den tatsächlichen.

Wir schauen ja nach anderer Arbeit, aber das ist ja nicht so einfach. Mein Mann hätte jetzt in einer Firma am Ort anfangen können, nur das Problem dort ist, es wird Lohn nur sporadisch gezahlt.

In dieser Firma jetzt kommt wenigstens pünktlich das Geld!


Liebe Blondie,

ich möchte Euch Mut machen durchzuhalten und weiter zu suchen in der Hoffnung, dass jemand Euer Hilfe-Schrei hört.

Alles wird gut und ich hoffe für Deine Familie, dass sich bald was an Eurer Situation ändern kann und ihr als Sieger hervorgeht.

Sei gegrüßt

Nanamanan


Auch wenn fünf von 15 Angestellten aufmucken, das bringt nichts. Ihr braucht starke Verbündete und die findet man eben in Gewerkschaften oder Arbeitnehmerschutzverbänden. Geht da hin, holt euch Hilfe.

Oft wissen ArbeitnehmerInnen gar nicht, welche Rechte ihnen überhaupt zustehen. Ist ja auch ziemlich klar... Das ist alles ziemlich komplizierte Rechtsmaterie, durch das selbst viele Rechtskundige nicht durchsteigen und nach x Stunden harter Arbeit hat man sicher nicht mehr die Kraft und den Bock, sich auf sowas zu konzentrieren...

Bearbeitet von Cambria am 01.07.2007 13:19:15


3 Mitarbeiter dürfen laut gesetz einen Betriebsrat gründen :pfeifen:

Das kostet jeodch Nerven und Kraft, und wenn man keine Ahnung hat, muss man seine Seele auch noch an eine Gewerkschaft verkaufen.

Also theoretisch machbar, praktisch mit extrem viel Ärger verbunden...


Zitat (murphy @ 01.07.2007 14:06:18)
3 Mitarbeiter dürfen laut gesetz einen Betriebsrat gründen :pfeifen:

Das kostet jeodch Nerven und Kraft, und wenn man keine Ahnung hat, muss man seine Seele auch noch an eine Gewerkschaft verkaufen.

Also theoretisch machbar, praktisch mit extrem viel Ärger verbunden...

Stimmt nicht ganz. Es müssen 5 Arbeitnehmer sein, von den 3 wählbar sind... ;)

Unglaublich. Anzeigen oder die Presse drauf hetzen. Das ist meist das Einzige - leider - was in solchen Fällen hilft. Vor Öffentlichkeit scheuen sich diese Herrschaften nämlich gewaltig.


Zitat (cladiere @ 01.07.2007 14:12:14)
Zitat (murphy @ 01.07.2007 14:06:18)
3 Mitarbeiter dürfen laut gesetz einen Betriebsrat gründen  :pfeifen:

Das kostet jeodch Nerven und Kraft, und wenn man keine Ahnung hat, muss man seine Seele auch noch an eine Gewerkschaft verkaufen.

Also theoretisch machbar, praktisch mit extrem viel Ärger verbunden...

Stimmt nicht ganz. Es müssen 5 Arbeitnehmer sein, von den 3 wählbar sind... ;)

Nicht verwechseln:

3 können es initiieren, wenn die Firma mindestens 5 Mitarbeiter hat, von denen 3 wählbar sind (was hier bei 15 Leuten der Fall ist).

Murphy

EDITH: §1 BetrVG beschreibt das nicht explizit, sondern äussert sich nur über die Anzahl der Mitarbeiter im betrieb. Um einen betriebsrat zu initiieren, braucht es dann 3 Leute, die das anstossen.

Bearbeitet von murphy am 01.07.2007 15:10:28

Zitat (Blondie @ 29.06.2007 17:29:32)
Hallo,

Ich hab wieder mal ein Problem, wo ich rechtlich nicht auf dem Laufenden bin!

Mein Mann ist seit Februar in einer Baufirma angestellt, die 70km entfernt. Es handelt sich um Montage von montags 5:30 Uhr ab Firmensitz bis donnerstags immer ca. 22:00 Uhr im Firmensitz.

Nun sind folgende Probleme :

1. Die Fahrzeit vom Firmensitz bis zum Ort des Wocheneinsatzes 350 km entfernt, wird nicht zur Arbeitszeit angerechnet, genauso wenig wie die Heimreise!

2. täglich werden ca.13-14 Stunden gearbeitet, bis donnerstags

3. freitags werden ebenfalls 13 Stunden geschuftet ( mein Mann kommt donnerstags gegen 23:00 Uhr nach Hause und muss freitags 4:30 Uhr wieder los)

Laut Arbeitsvertrag hat er eine 39 Stunden-Woche und Überstunden müssen unentgeltlich geleistet werden, wenn es nötig ist. Nur ist das von Anfang an schon so und keine Änderung in Sicht.
Bei Nachfrage beim Chef kam nur die Antwort, die Stunden werden für den Winter angespart. Nur nach Aussage seiner Kollegen werden die über den Winter gekündigt oder arbeiten weiter.

Zusätzlich darf Urlaub nur ab Dezember genommen werden!

Ich finde das ist die reinste Sklavenhaltung für Mindestlohn, ohne Auslöse oder Sonderzahlungen!

Ist so etwas überhaupt rechtens? Ich habe gehört, dass Überstunden nur über 24 Wochen , jedoch pro Woche nicht mehr als 8, hingenommen werden müssen.

Wie kann man sich dagegen wehren ohne den Job zu riskieren? Eine Alternative gibt's hier nicht wirklich, da kann man froh sein, wenn man überhaupt Arbeit hat!

Brauche dringend Rat!

LG
Blondie

Wer einen solchen Arbeitsvertrag unterschreibt und dann noch bei einer solchen Firma anfängt, ist selber Schuld! Und da soll mir niemand mit den dummen Sprüchen kommen wie:" Man soll doch froh sein, dass man Arbeit hat" - oder - "Hauptsache Arbeit.." Solange es Leute gibt, die bei solchen Firmen arbeiten, wird's die weiterhin geben. Fakt ist außerdem, dass zwischen zwei Arbeitsschichten eine Mindestruhezeit von 11 Stunden sein muss!!!!! Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt freut sich, wenn es über solche Machenschaften Hinweise erhält... Hab' ich selber praktiziert. Die Firma wurde dicht gemacht!

Bearbeitet von klausbege am 01.07.2007 15:21:47

Zitat (klausbege @ 01.07.2007 15:19:22)
Wer einen solchen Arbeitsvertrag unterschreibt und dann noch bei einer solchen Firma anfängt, ist selber Schuld! Und da soll mir niemand mit den dummen Sprüchen kommen wie:" Man soll doch froh sein, dass man Arbeit hat" - oder - "Hauptsache Arbeit.."

Halt mal den Ball flach.

1. kann man sowas oft noch gar nicht überblicken, wenn man einen Job annimmt.
2. kann es sein, dass sich die Arbeitsbedingungen nachträglich ändern.
3. gibt es Leute, die lieber Scheißjobs machen, als arbeitslos zu sein.

Was wäre denn die Alternative? Zuhause sitzen und zu stolz für ne Arbeit zu sein?

Zugegeben: es ist nicht fair von den Firmen, die Arbeitsbedingungen so zu verschlechtern, dass sie fast schon unmenschlich sind. Aber deshalb nicht arbeiten? Das ist ja wie Aufgeben. Denen ist es tatsächlich egal, wer nun bei ihnen arbeitet. Die werden null Gewissensbisse bekommen, wenn jemand einen Vertrag bei ihnen nicht unterschreibt oder kündigt, weil sie scheiß Bedingungen haben.
Aber es wird ihnen weh tun, wenn sie verklagt werden, wenn die Öffentlichkeit davon erfährt, wie sie ihre Profite einfahren usw.

Zitat (klausbege @ 01.07.2007 15:19:22)






Ist so etwas überhaupt rechtens? Ich habe gehört, dass
Wer einen solchen Arbeitsvertrag unterschreibt und dann noch bei einer solchen Firma anfängt, ist selber Schuld! Und da soll mir niemand mit den dummen Sprüchen kommen wie:" Man soll doch froh sein, dass man Arbeit hat" - oder - "Hauptsache Arbeit.." Solange es Leute gibt, die bei solchen Firmen arbeiten, wird's die weiterhin geben. Fakt ist außerdem, dass zwischen zwei Arbeitsschichten eine Mindestruhezeit von 11 Stunden sein muss!!!!! Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt freut sich, wenn es über solche Machenschaften Hinweise erhält... Hab' ich selber praktiziert. Die Firma wurde dicht gemacht!


Dieser Meinung schließe ich mich absolut nicht an. :heul:

@ Blondie ,

das hört sich ja echt horrormässig an , ich kenne mich in der Richtung überhaupt nicht aus .

Möchte eigentlich auch nur dazu sagen : wir sind seit ein paar Monaten auch selbständig (im Transportgewerbe) ich schäme mich dafür wie manche Chefs sich auf Kosten ihrer Angestellten bereichern , sollten wir irgendwann auch mal Personal einstellen können ( sieht schon bald danach aus ) möchte ich NIE NIE NIE so werden ...

Ich hoffe für Euch dass ihr da irgendwie heil rauskommt ...

liebe Grüsse chic@mum


Zitat (nanamanan @ 01.07.2007 10:56:13)
Zitat (Krötilla @ 01.07.2007 03:29:37)
Zitat (nanamanan @ 30.06.2007 11:16:00)
Welcher Arzt schreibt schon so lange krank

Als Einzelperson kannst du gar nichts ändern.

Nanamama, Du hast Deine Ansicht und die ist ok, aber ich habe eine etwas andere. :blumen:

Mag unrealistisch klingen, aber ich denke immer noch : Wenn alle sich wehren würden, wäre es viellecith nicht mehr so leicht möglich Arbeiter auszunehmen wie Weihnachtsgänse.

@ Krötilla :blumen:

ich bin absolut auf Deiner Seite und habe eine sehr soziale Einstellung, dies kannst Du mir glauben.

Sorry Krötilla - ich wollte Dich keineswegs angreifen und dies liegt mir absolut nicht im Sinn - wollte nur meine Erfahrung aus dem Personalwesen weitergeben und eigentlich dreht es sich für mich hier um Hilfe für Blondie :blumen: .

Alle Tipps in Bezug auf Anwalt sind hier OK, ist aber schon wieder eine Kostenfrage, wenn man keinen Rechtschutz hinter sich hat.

Schon ok! ^_^

Ich arbeite übrigens auch im Personalwesen! :) Wegen der Rechtsschutz-Frage habe ich gefragt, ob Blondies Mann in der Gewerkschaft ist.


@chic@mum: :daumenhoch: Gute Einstellung!!!!

LG
Krötilla

Bearbeitet von Krötilla am 02.07.2007 08:04:02

@ Krötilla :

Mein Mann ist nicht in der Gewerkschaft!

@ klausbege:

Was haben wir denn davon , wenn die Firma dicht gemacht wird? Dieses kann man erst anstreben, wenn man einen anderen Job hat und dann sollte man vielleicht noch an die Kollegen denken, die ebenfalls darauf angewiesen sind!

Arbeitslosengeld ist nicht die Welt, dann bloß für ein Jahr und es kommt Hartz IV.

Und zu hause zu sitzen und vom Staat zu leben ist nicht unser Ding.

Ich arbeite ebenfalls Vollzeit und wenn ich mein Gehalt sehe ist es nicht mehr wie Hartz IV+ Wohnzuschuss, aber ich bin zufrieden, weil ich anständige Arbeitszeiten habe und einen nicht ganz so verkorksten Chef!


Super Blondie :blumen:

:applaus:


@ Krötilla :blumen:

dann haben wir ausreichend Personwesen hier im Forum :blumen:


chic@mum :blumen:

Respekt und bleib Dir selbst treu. Natürlich muss man als Chef Prioritäten setzen, aber man sollte immer daran denken, hinter jeder Personalnummer steht ein Mensch mit Familie.

Bearbeitet von nanamanan am 02.07.2007 20:03:21


hmmm....

Also wenn ich das richtig sehe bedeutet unbezahlte Überstunden, daß er keinen Beweis dafür hat sie wirklich geleistet zu haben.

Zudem sehe ich keine Möglichkeit an der Praxis was zu ändern wenn man den Job nicht riskieren will.


Ich sehe das ähnlich wie hell, ohne den Job zu riskieren kann man da wohl nichts machen. :(

die Mindestruhezeit zwischen zwei Schichten ist nicht gegeben, das Amt für Arbeitsschutz oder wie das in eurem Bundesland auch immer heißt, würde zwar eingreifen- so ganz ohne Gewerkschaft - , aber ob dann der Job erhalten bleibt ist eine andere Frage.

Da kann ich auch nur für euch hoffen, dass sich möglichst bald ein besserer Job findet.

tante ju


Das befürchte ich auch! :(

Hoffentlich geht es der Wirtschaft bald wieder so gut, dass Arbeitnehmer wieder mehr "Auswahl" bei der Jobsuche haben. Dann arbeitet keiner freiwillig mehr bei solchen Sklaventreibern. :angry:


Sehe ich absolut nicht so, dass die Überstunden nicht bezahlt werden sollen. Ich kenne leider auch diese Handhabung aus der Praxis und im Zweifel ist das Arbeitsgericht immer auf der Seite des Arbeitnehmers. Die Erstberatung ist kostenlos wie schon von mir geschrieben. Ich denke dies läßt sich ganz einfach beweisen aus Sicht von BLONDIE´s Mann. :blumen:

Bearbeitet von nanamanan am 03.07.2007 19:31:30


Zitat (nanamanan @ 03.07.2007 19:31:07)
Sehe ich absolut nicht so, dass die Überstunden nicht bezahlt werden sollen. Ich kenne leider auch diese Handhabung aus der Praxis und im Zweifel ist das Arbeitsgericht immer auf der Seite des Arbeitnehmers. Die Erstberatung ist kostenlos wie schon von mir geschrieben. Ich denke dies läßt sich ganz einfach beweisen aus Sicht von BLONDIE´s Mann. :blumen:

sagt ja auch keiner, daß das nicht so wer. Nur wenn Du einmal mit Deinem Arbeitgeber vor einem Arbeitsgericht warst wirst Du schwerlich noch lange bei ihm in Arbeit und Brot sein. Irgendein grund findet sich imnmer.

@nanmanan

Ich finde das Verhalten des Arbeitgebers auch auf keinen Fall für richtig. :ph34r: das Nichteinhalten der Ruhezeit zwischen zwei Schichten ist ja sogar gesetzeswidrig.

Aber blondie hat ja geschrieben, dass ihr Mann diesen Arbeitsplatz auf jeden Fall erst mal behalten will, bis er etwas besseres gefunden hat und keinesfalls eine Kündigung oder gar eine amtliche Schließung der Firma riskieren möchte.
Daher hat er eben meiner Meinung leider keine andere Wahl als durchzuhalten, so leid es mir tut.

tante ju


Zitat (tante ju @ 03.07.2007 19:59:30)
@nanmanan

Ich finde das Verhalten des Arbeitgebers auch auf keinen Fall für richtig. :ph34r: das Nichteinhalten der Ruhezeit zwischen zwei Schichten ist ja sogar gesetzeswidrig.

Aber blondie hat ja geschrieben, dass ihr Mann diesen Arbeitsplatz auf jeden Fall erst mal behalten will, bis er etwas besseres gefunden hat und keinesfalls eine Kündigung oder gar eine amtliche Schließung der Firma riskieren möchte.
Daher hat er eben meiner Meinung leider keine andere Wahl als durchzuhalten, so leid es mir tut.

tante ju

@ tante ju

So sehe ich dies auch :blumen:

@ hell,

natürlich niemals klagen solange man bei so einem Arbeitgeber angestellt ist. Dies meinte ich: Wenn blondies Mann eine neue Stelle hat und die Überstunden nicht ausbezahlt werden - erst dann natürlich klagen. Aber ich denke er bekommt die Ü-Stunden ohnehin bei Austritt ausbezahlt - so kenne ich dies aus der Praxis - bei normalen Arbeitgebern jedenfalls. :blumen:


Ich denke blondie hat mich so verstanden wie ich es meinte. :blumen:

Mein Mann hat gerade erst seinen Job gekündigt, auch aus demselben Grund. Er hat im Monat über 360 Stunden gearbeitet, bei einem Stundenlohn von knapp 4 Euro netto.
Er war nur noch sonntags daheim und hat so gut wie gar kein Familienleben mehr gehabt.
seit Montag arbeitet er in einem neuen Betrieb und ist total happy. Tolles Arbeitsklima, genauso viel Gehalt wie vorher, aber bei der Hälfte der Arbeitsstunden.
Die Kids freuen sich, wenn er von der Arbeit heim kommt und er hat sogar noch die Kraft und Nerven, sich unsere Probleme anzuhören oder mir Arbeit abzunehmen.
So kannten wir das schon gar nicht mehr. 4 Jahre tretmühle bei Hungerlohn war vorher die Devise. Seit 4 Jahren hatte er keinen Urlaub und bekam ihn aus betriebswirtschaftlichen Gründen auch nicht ausbezahlt. Er könne ihn ja irgendwann mal abfeiern, wenn es die Arbeit erlaube....HAHA!!! Da der Chef sein Freund war, hat er immer wieder die klappe gehalten und alle Kraft in den Betrieb gesteckt, der ihm auch sehr am Herzen lag, weil er ihn mit aufgebaut hat.
Für uns war da nichts mehr über... :(

@ blondie
Ich wünsche dir, daß dein Mann auch den Sprung schafft und eine faire Arbeitsstelle in eurer Nähe findet :wub:
Stärke ihm den Rücken und sei für ihn da!!! Er braucht dich...
Um eine neue Stelle anzufangen braucht man auch Kraft und Mut, besonders, wenn man eine Familie zu ernähren hat.


Hallo,

Mal ein Zwischenstand zum Dampf ablassen!

Mein Mann hatte in der letzten Zeit etliche Vorstellungsgespräche bei diversen Firmen!

Dadurch haben wir lernen müssen : SCHLIMMER GEHT'S IMMER!

Gibt'S denn nur noch Verbrecher?

Die letze Firma hätte ihn eingestellt , befristet bis 30.11.07, dann hätte er die Wahl gehabt zwischen Schwarzarbeit für die Firma oder Verleih durch diese Firma an eine andere für die Hälfte seines Lohnes!

Ich war echt fassungslos, er auch und drehte sich um und ist gegangen! Der Boss meinte nur er sei auf ihn nicht angewiesen , es gäbe genügend Leute dafür!

Das heisst er bleibt vorerst weiter in seiner Firma und wartet auf Januar, wo er seinen kompletten Jahresurlaub für dieses Jahr nehmen kann, weil Betriebsferien sind!

Schönen Abend!


Geht´s noch??? :o :o :o

Es ist schon erschütternd, wie dreist manche Arbeitgeber sind!!!
Ich wünsche Euch weiterhin viel Glück! :trösten:

Bearbeitet von chaosmum am 15.10.2007 09:14:00

Hallo ...

Auch wenn es total blöde klingt, aber was für Qualifikationen hat Dein Mann?

Ist es nicht möglich über die Arbeitsagentur (ich hoffe der Begriff ist richtig...) eine Weiterbildung oder Fortbildung zu machen?

Leider ist es in der heutigen Zeit nur so, das man "Forderungen" stellen kann, wenn man Bereitschaft zur Integration der Firmenphilosophie an den Tag legt.

Das moderne Sklaventum wird auch nicht so schnell aussterben...

Eine anonyme Anzeige gegen den Betrieb, z. B. von Freunden oder so, kommt wohl nicht in Frage, oder?

Zumindest das Bewußtsein des Chefs, das er mal "kontrolliert" wird, könnte eine "leichte" Wandlung hervorrufen...

Grisu...


Ich kenne einen ähnlichen Fall. Da ging es so weit, dass die MA gezwungen wurden,Teilzeit zu arbeiten. Natürlich leisteten sie in Wirklichkeit Vollzeitarbeit. Überstunden würden irgendwann abgefeiert werden können. Bei denen wurde Arbeitsbeginn und Arbeitsende per Stempeluhr erfaßt. Irgendjemand hat das anonym bei der Gewerbeaufsicht gemeldet. Der Chef hetzte, als die Herrschaften zum Kontrollieren kamen, hektisch rum und versuchte, die Stempeldaten zu fälschen. Leider zu spät. -_- Er bekam eine saftige Geldstrafe und die Firma wurde dann von einem Mitkonkurrenten aufgekauft. Also anonym bringt schon was.
Solche Machenschaften MÜSSEN gemeldet werden, sonst enden wir hier echt noch in der Sklaverei.


Mein Mann ist Polier und hat auch Lehrlinge unter sich. Ab nächster Woche macht er einen Wochenendlehrgang zum Meister, wird aber von uns selbst finanziert.

Dadurch hoffen wir, dass er bessere Chancen hat, eine neue Stelle zu bekommen .

Allerdings läuft die Schule 3 Jahre, und bei dieser Belastung wird es echt hart,! Aber eine andere Möglichkeit sehen wir im Moment nicht!


Also, wenn ich mir das so anhöre und lese was da verdient wird hätte ich einen Tipp.

Rufe doch mal hier an. Dort wird gesucht. Sehr geiles Unternehmen und von den An und Abfahrtszeiten auch nicht schlimmer, nur bei 3-4 fachem Gehalt und nem Cheffe der diese Bezeichnung noch verdient. :)


Der MA sollte hier endlich erkennen, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben.
Das heisst, für gute Arbeit gibt es gutes Geld. Wer Einkommen erhalten will, soll Leistung bringen. So einfach ist dass.

Aus diesem Grund gilt auch der Umkehrschluss.

Wer Minderbezahlung (also Lohnwucher) erhält, hat das gute Recht, hier eine entsprechende Leistung zu erbringen. Also langsamer Schritt beim Arbeiten, Vermeidung jeglicher Hektik, sozialistischer Trott, viele Pausen und das Vermeiden von Dingen die am Arbeitsplatz Anstrengung erfordern.

Der Verbraucher kennt dies ja aus dem Einzelhandel. Waren, Güter und Dienstleistungen, welche zu einem besonders günstigen Preis angeboten werden, weissen oft nicht die gewünschte Qualität und Haltbarkeit auf.

Auch hier gilt die alte Kaufmannsweisheit, dass der Preis der Ware wert ist.

Genau das Gleiche gilt für die Ware Mensch.

Bearbeitet von Freddy_P am 09.01.2008 19:36:17



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