Mit Altlasten von "Kindern" umgehen. Hinterlassenes, wenn sie flügge werden.


Leute, ich bin 43.

Heute war ich wieder mal bei meiner Mam :wub: Ich nahm gerne die mir angebotenen frischen Gemüse-Amgebote aus ihem Garten mit. Mit dem stellte sie mir einen tonnenschweren Rucksack mit meinen Ausbildungsbüchern und -Unterlagen in dem mittlerweile verschimmelten Rucksack vor das Auto, mit dem ich gerade wegfahren wollte. Sie meinte, ich könne das jetzt nach 25 Jahren nun endlich mal entsorgen.

Geht's noch mit dieser verbiesterten, selbstherrlichen, verknöcherten, geizigen Generation? :angry: :angry: :angry:

Edit: Meine Mam ist ein liebes Biest. Und wenn ich sehe, was alles gesammelt wurde von uns Kindern an Heften, Büchern, Hausaufgaben, Zeichnungen ... :rolleyes:

Bearbeitet von Pitz am 05.07.2010 22:16:32


Irgendwie versteh ich deine Frage nicht.


Ich verstehe nicht ganz, warum du zu dem Schluss kommst, dass gleich die gesamte Generation verbiestert, geizig, wasnichalles sein soll...?
Wahrscheinlich hat diese Annahme noch weitere Hintergründe, die du uns nicht mitgeteilt hast, aber im Moment steh ich etwas ratlos vor dieser Aussage...

Bin vor 6 Jahren ausgezogen und habe noch unendlich viele Sachen bei meinen Eltern stehen. Die dulden das auch nur so lange, wie meine eigene Wohnung noch zu klein ist für all das Zeug und sie den Platz nicht selbst brauchen. Sobald sich das aber ändert, räum ich dort aus...

Ich kann es verstehen, dass Eltern nicht dauerhaft an an die (hoffentlich schöne) Zeit mit ihren mittlerweile groß gewordenen Kindern erinnert werden wollen, wo sie gehen und stehen. Es ist ja immerhin eins der deutlichsten Zeichen dafür, dass man selbst alt wird und einem Prozess unterworfen ist, der einem selbst nicht zwangsläufig gefällt...


deine Mutter hat völlig Recht
sei du lieber dankbar für das Gemüse


Vielleicht wollte sie nur deine alten Sachen aus dem Haus haben...auch verständlich.


Jo, und vor allem ist es frech, den Eltern das alte Zeugs dazulassen, weil man selbst zu faul ist, es zu entsorgen beim/nach dem Umzug.

Die wollen vielleicht ihre Zimmer anders nutzen als daraus ein Lager für alte Schulbücher/-hefte/abgelegte Kleider etc. zu machen.

Die Frage von Pitz versteh ich aber immer noch nicht.


Vielleicht sollte es das Humor sein? :keineahnung:


Als ich aus zog, hab ich auch alles mitgenommen!

Wenn ich was da gelassen hätte, hätten sie es in den Keller getan und hätten es verschimmeln lassen, bis ich es abgeholt hätte oder angerufen ob ich es noch brauche und dann weg geschmissen.

Wer sagt denn, das Eltern alles lagern müssen Jahre lang, was die Kinder nach ihren Auszug noch da lassen?


Das die Generation/Eltern verbiestert, geizig, sein soll...kann ich nicht nachvollziehen...finde es eher ne Frechheit von dir, die Sachen einfach da zu lassen.


ich finds vollkommen richtig...wenn meine jungs ausziehen müssen sie auch ihr Kram mitnehmen oder entsorgen was sie nicht mehr brauchen...warum sollen wir das dann machen?


Meine Kinder sind inzwischen alle ausgezogen. Solange sie in ihrer ersten kleinen Wohnung waren- einer ist es noch-,konnten sie noch einige Sachen hier lassen.
Aber als sie dann in ihrer wahrscheinlich endgültigen Wohnung waren, haben sie alles von hier mitgenommen.
ok, ich hab noch viele Kinderbilder usw., aber die will ICH auch als Andenken haben.
Aber irgendwann muß auch mal aufgeräumt sein.
Nach 25 Jahren.... verschimmelter Rucksack...warum soll deine Mutter das entsorgen?
Du bist doch schon groß, oder ?


Habe noch was editiiert. ;)

So verreißend sollte es nicht klingenl

Ich hatte eben meinen Oldies was besorgt. Wir haben uns im Garten mal hingesetzt, wo Mam und Papp erklärt haben, dass wir (wir drei Kinder) endlich auch mal unsere, bisher verantwortungsvoll von ihnen bewahrten Schul- und Ausbildungssachen sowie Bücher, endlich mal mitnehmen sollen.
Sie sind ein bisschen am Renovieren und haben jetzt trotz gehobenen Alters neue Ideen für das Haus.
Und wir Kinder (middleaged) werden jetzt aufgefordert, unseren hinterlassenenen Mist zu entsorgen.
Klar, dass mir was aus dem Gesicht fällt, wenn Mam mir den schimmeligen Rucksack energisch vor die Autotür hinstellt. Fand ich aber auch irgendwie gut, Ihre Entschlossenheit.

Hmm, ich wollte eher in das Humorvolle gehen.

Vielleicht habe ich das Thema erst einmal schlecht erläutert. Nicht nur meine Oldie-Generation (sie sind 75 und 80) sondern auch mittlerweile meine Freundinnen haben das Problem, dass ihre Kiddies flügge werden und sich schick und schlank eine Wohnung einrichten, während sie ihren gesamten Kindheits-/Jugend- und Ausbildungskram in dem Elternhaus hinterlassen.

Was passiert damit?

VG Pitz ;)


was damit passiert.....?


Ich würde ne zeit lang warten bis sie es abholen...wenn nicht anrufen und fragen wann sie kommen

Wenn sie da sind die Sachen zeigen und auffordern sie mit zu nehmen....wenn nicht würde ich sie dann einfach weg werfen...


Liebe Pitz,
ich finde es klasse, dass Deine Eltern in ihrem "gehobenen" Alter ihre Ideen in ihrem Haus verwirklichen!
Nix ist schlimmer wie Stillstand, oder der Ausspruch: das tut es mir/uns noch bis wir nicht mehr sind :(
Wahrscheinlich wollen sie sich auch ein wenig Marscherleichterung verschaffen. Und das ist mehr als legitim.


Sobald die Kiddies ausgezogen sind... ok vielleicht mit 3 Wochen Schonzeit :D würde ich denen alles in Kartons packen und in die neue Wohnung stellen.

So nen "Auszug" hab ich auch schon erlebt. Sohnemann, Nesthäkchen, hat beim Sachen-Einpacken immer wieder verkündet "dies und das brauch ich nicht mehr!" - hieß im Klartext: Mama kann das behalten oder verschenken oder entsorgen oder aufbewahren.

Ich hab dann der Mama etwas geholfen und das Zeugs in kartons gepackt, damit es der Sohni entsorgen kann.
:rolleyes: Was bin ich doch für ein lieber Mensch....

Das scheint ja ein allgemeines Problem zu sein. Klar, man sucht sich immer den einfachsten Weg, und Faulheit siegt :P ich würde es ja niiiie zugeben, aber ich hab auch noch Bücher bei Mama rumstehen... die hol ich dann bald mal ab... hüstel ... :mussweg:


das wollte ich noch schnell loswerden...
ich hatte nicht viel zum mitnehmen,mein zimmer war klein und die wenigen dinge die ich noch haben wollte hat mein vater.... kaum das ich durch die tür war einfach auf dem flohmarkt verkauft...das fand ich sowas von zum :kotz: man hätte doch erst mal fragen können oder?

und meine liebe mutti wusste mal wieder von nix....ob das stimmt frage ich mich noch heute :wacko:


Zitat (fenjala @ 05.07.2010 23:25:26)
und die wenigen dinge die ich noch haben wollte hat mein vater.... kaum das ich durch die tür war einfach auf dem flohmarkt verkauft...das fand ich sowas von zum :kotz: man hätte doch erst mal fragen können oder?


DAS hätte ich nie gemacht :trösten:

Zitat (Ribbit @ 05.07.2010 23:11:43)

Das scheint ja ein allgemeines Problem zu sein. Klar, man sucht sich immer den einfachsten Weg, und Faulheit siegt  :P ich würde es ja niiiie zugeben, aber ich hab auch noch Bücher bei Mama rumstehen... die hol ich dann bald mal ab... hüstel ...  :mussweg:

*schäm* Ich auch. *schäm*

Gut, dass dieser Thread mich daran erinnert, die wollte ich eigentlich schon längst mal geholt haben.
Sehr peinlich.

Meine Mutter hat nach dem Tod meines Vaters seine gesammelten Werke durchgesehen bzw. ist immer noch dabei, da mein Vater wirklich ALLES aufgehoben hat. Klar habe ich bei meinem Auszug aus dem Elternhaus meine Sachen und Bücher mitgenommen, aber viele Sachen hatte mein Vater seit meiner Kindheit aufgehoben, von denen ich nicht mal was wusste.... vom gemalten Wunschzettel bis zu Zeugnissen, es ist einfach Wahnsinn.

Meine Mutter hat das jetzt einfach so gelöst: Jedes von uns Kindern bekam einen Karton mit dem Sammelsurium meines Vaters, schlicht mit der Erklärung, wir müssten ja nun (da alle erwachsen) selbst entscheiden, was mit den Sachen passieren soll. Sie kann ja schlecht jeden Kram von uns aufheben, ich meine, das wäre auch zuviel verlangt. Ihre eigenen Erinnerungsstücke hat sie bei sich und von gewissen Sachen kann man sich problemlos trennen, aber es ist dann auch mal witzig, die alten Bildchen etc. zu sehen. Nur ist es dann an mir selber, zu entscheiden, was davon weg soll. Ich würde auch nie von meiner Mutter verlangen, dass sie sowas für mich entscheiden sollte.


Zitat (Pitz @ 05.07.2010 22:12:11)
Mit dem stellte sie mir einen tonnenschweren Rucksack mit meinen Ausbildungsbüchern und -Unterlagen in dem mittlerweile verschimmelten Rucksack vor das Auto, mit dem ich gerade wegfahren wollte. Sie meinte, ich könne das jetzt nach 25 Jahren nun endlich mal entsorgen.

Ähm... du hast deine Klamotten bei deinen Eltern gelassen, als du ausgezogen bist- und jetzt wunderst du dich, dass sie mal ausmistet und dich bittet, dein Geröll endlich mal mitzunehmen? Ich wundere mich eher darüber, dass sie das nicht schon vor 20 Jahren getan hat...

Zitat
Geht's noch mit dieser verbiesterten, selbstherrlichen, verknöcherten, geizigen Generation?  :angry:  :angry:  :angry:


Was willst du damit sagen? Dass Eltern für den Müll ihrer Kinder zuständig sind? Was hat das mit Selbstherrlichkeit oder Geiz zu tun, wenn deine Mutter deine Relikte nicht mehr bei sich horten will?

Zitat
Edit: Meine Mam ist ein liebes Biest. Und wenn ich sehe, was alles gesammelt wurde von uns Kindern an Heften, Büchern, Hausaufgaben, Zeichnungen ...  :rolleyes:


Wenn's dir zu viel ist, was aus deiner Kinderzeit und Jugend übrig ist, dann schnapp es, sortier es nach brauchbar und unbrauchbar, gib die brauchbaren Sachen in der Leihbücherei oder im nächsten Kinderheim ab und schmeiß den Rest am nächsten Wertstoffhof in den Container.

Hallo :-)

Ich bin mit 19 ausgezogen und hab das meiste mit genommen, nach 2 Jahren wieder einen teil und an die anderen Sachen im Keller bin ich nie dran gekommen, weil mein Vater den Raum auch als Ersatzteillager für seine Autowerkstatt benutzt hatte. Als ich dann irgendwann hätte ran kommen können, mussten wir feststellen das die Sachen teils verschimmelt waren, unter anderem ein Kinderbuch das heute 180 € wert wäre :wallbash:

Lg, Kerstin; die ihren Vater dafür am liebsten *mit gaaaaaanz dicken Balken zensiert


Zitat (Sunday @ 05.07.2010 23:30:55)
DAS hätte ich nie gemacht :trösten:

ich auch nicht aber er hat nur geld gesehen,
einmal wollte mein bruder sein fahrrad aus dem keller holen ..er war noch ein kind...aber das rad war nicht mehr da.
später nach jahren hat er ein bild gesehen...papa auf dem flohmarkt das fahrrad daneben...wie kann man nur!

^_^ ich denke ich weiß was sie meint.
Ich habe von meiner Großen noch die Barbies mit Kleidern im Keller, sämtliche Muttertags-, Ostern- und Weihnachtsbasteleien. Die Eisenbahn der Jungs, das Duplospielzeug, die Brettspiele, alleLernmittel der Jahre ...... wenn ich frag was soll ich damit kommt immer .... ach Mami wenn es dich nicht stört lass es doch noch ein wenig, zum wegschmeissen zu schade. ---ggg--
Ich glaub ich war so um die 30 als meine Leute mir so nach und nach meine Puppenstube und alles herauskramten.
Klar war das auch übel ............... aber auch mit schönen Erinnerungen .................
Altlasten ................ da kommt das Bild dass sie mit 3 im Kiga gemalt haben ............. der Töpferversuch aus der 2. Klasse ........... der erste Gipsarm, wo alle anderen unterschrieben haben ............. die Schachteln mit Liebesbriefen aus der 3. Klasse .... achja und hinten in der Ecke liegt noch der ehemalige Lieblingsteddy, zerknautscht, zerfleddert und so oft geknuddelt.


Ich kanns nicht wegschmeissen ........... komm immer ins Nachdenken, Erinnerungen ..... Lachen ---- Weinen -- dann muss ich ans Telefon und sie anrufen .... sagen du ich hab euch lieb


Wenn ich das alles so lese, muss ich feststellen das ich nicht so ein Gemütstier bin. Meine älteste ist vor 2 Jahren ausgezogen. Sie hat alles was sie sofort brauchte auch sofort mitgenommen und den Rest hat sie liegen lassen <_< . Nach 2 Wochen habe ich sie angesprochen wann sie denn die Sachen holen wollte. Irgendwie gab es da nur ausweichende Antworten. Da wir das Zimmer für ihre jüngere Schwester fertig machen wollten, habe ich den ganzen Rums aus dem Zimmer in große Müllsäcke gepackt und in die Garage geschleppt, incl. den vollen Mülleimer und gebrauchte Tempos :D und jedes mal wenn sie vorbei kam packte ich ihr still und leise den nächsten Sack in ihr Minitöff :lol: .Aber erst natürlich die Sachen die sie wahrscheinlich eh nicht mehr braucht :lol: . An manchen Abenden hat sie mich noch " wutschnaubend" angerufen was das denn wieder für eine Aktion war. Schliesslich braucht sie den Müll ja nicht. Auf meine Antwort das ich den Müll auch nicht brauche :P , kam dann meist ein schnaub, hmpf, hüstel..... ja, ich weiß. Nun steht wirklich nur noch das rum was sie beim besten Willen nirgends mehr unterbringen kann. Das kann da auch bleiben bis es Schimmel ansetzt oder wir hier mal ausziehen.Dann gibt es wieder still und leise eine Portion übriggebliebenes in den Kofferraum. Entsorgen soll sie allein. Ist ja mittlerweile auch 3 mal 7


Als ich auszog, habe ich die ersten drei Jahre in WGs gewohnt. Dort hatte ich einen Teil meiner Möbel, aber eben nicht alles. Der Rest war noch in meinem alten Kinderzimmer, wenn auch schon gründlich ausgemistet.
Das Kinderzimmer wurde endgültig aufgelöst, als ich vor anderthalb Jahren mit meinem Freund zusammenzog. Mein Kinderzimmer ist nun das Zimmer meiner Mutter.

Ich habe eigentlich gar nichts mehr bei meinen Eltern, außer vielleicht noch ein paar Klamotten (Bademantel z.B.) und wenige Unterlagen.


In meinen ersten beiden Buden war wirklich nicht ausreichend Platz für all meine Erinnerungsstücke, also ist Vieles bei meinen Eltern in Keller und Dachboden geblieben... die beiden hatten wirklich genug Platz dafür.


Nach und nach habe ich dann auch mal Teile vor die Nase gesetzt bekommen. so nach dem Motto:
"Wir haben auf dem Dachboden grad das was-weiß-ich gesucht und diesen Karton mit Kinderbüchern gefunden. Willst Du sie haben? Sonst kommen sie weg."

Dass ich nicht vor mir aus nach meinen Hinterlassenschaften gefragt hatte, war eine Mischung aus nicht-dran-denken und Papa-jetzt-nicht-extra-wegen-mir-auf-den-Dachboden-jagen (nur mit externer Leiter zu erreichen).

Ich bin sicher, es ist immer noch etwas von mir irgendwo in den Regalen, aber ich glaube, das brauchen wir auch alle so. Ist ja immernoch mein Zuhause :wub:

:blumen: Insi


Mein Pitzchen :wub: ,

ich verstehe Dich sehr, sehr gut, denke ich. :trösten: Wenn man so praktisch wie in einem Packen sein "Kinderleben" so quasi vor die Füße geworfen bekommt, nach dem Motto: "Das kann doch jetzt mal weg, ich will Ordnung haben..." sowas können echt nur Mütter ob in-Wirklichkeit-ganz-lieb-oder-nicht- in dieser Form ohne jeglichen weiteren Kommentar... man wird also quasi mit 43 nochmal ein bißchen zu Hause rausgeschmissen, wo man doch schon längst selbst gegangen ist...
Ich fühle mit Dir.

Aber Ausbildungsbücher... Hefter, Ordner, die Erinnerung an äonendauernde Schulstunden und Hausaufgaben, letztere wie oft megaangenervt hingeschmiert auf dem unaushaltbaren Internatsbett oder am einzigen Tisch im Zimmer, nachdem man ihn endlich mal erobert hatte... die Bücher haben mal so viel Geld gekostet, die Hausaufgaben an völlig unerwarteter Stelle plötzlich doch Pluspunkte gebracht... und der nun verschimmelte Rucksack trug ein Ausbildungsleben lang sorgen, Ängste, Kummer, Nöte und mitunter auch manchen tollen Schmöker, die Lieblingskassetten und manchen Liebesbrief, reiste unwirtliche Bahnreisen mit dauerndem Umsteigen klaglos mit und fing manch heimliches Abschiedstränchen auf, wurde verflucht wegen seines Gewichts und war trotzdem unabdingbar. :wub: ^_^ Ich weiß schon...

Nein, richte Dir kein Museum dafür ein.
Aber mach Dir trotzdem den Spaß, den ganzen Kram, bevor Du ihn pietätvoll nach schicklicher Zeit in seine Papiertonnen-Walhalla gehen läßt, nochmal zu sichten, Erinnerungen hochkommen zu lassen, nochmal mit einem Lächeln nachzugucken, was für einen Unfug du da alles mal in Deinen schädel prügeln mußtest. Inclusive bösartiger Randnotizen und Lehrerkonterfeis (ich zeichnete solche so scheußlich, wie mit Vorliebe...)
Und dann fällt Dir auch noch ein geschmuggelter Zettelstoßseufzer Deiner einst besten Klassenfreundin in die Finger. Zum Totlachen wie irgendwie liebenswert, was man damals doch für Sorgen hatte, gemessen an denen heute.

Mein abschlußarbeits- und lehrallerwichtigstes Buch wie ein paar gesammelte Schmuggelzettel und Zeichnungen habe ich noch heute... wo meine Hefter geblieben sind? Ich weiß es nicht mehr... den Weg allen Fleisches, denke ich. Da wird meine Mutter ohne mich je zu fragen aus Jux und Dollerei, wie sie so ist schon vor Jahren den Terminator gemacht haben, denn als Zuhause vor 4 1/2 Jahren aufgelöst wurde, fand ich die Aufzeichnungen (und die waren gut geführt...) unter meinen restlichen Sachen schon nicht mehr. :(
Von daher ist Deine Mama in dem Punkt "Kinderleben" gewiß fairer und weniger Biest gewesen, als meine. ;) Immerhin hat sie Dir die Sachen komplett vors Auto gestellt.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 20.07.2010 03:25:10


Ein Nachsatz fällt mir noch ein: Kinder sind und bleiben welche... ihr ganzes Leben und spätestens dann wenn sie wenigstens noch zum Hackbratenessen, Sorgen-und-oder-Enkelparken oder einfach zum "Mal-Wieder-Dasein" zurückkommen. Und das ist gut so, so soll es sein. :wub:
egal, wo und wie gut oder schlecht das Leben sie hinverschlägt, der Dreh- und angelpunkt ist, sofern er früher gut war, auch später noch ein bißchen solcher - und da wird eben auch mitunter "das Kinderleben" in Form von alten Büchern, Schulheften, Gym- und Studienaufzeichnungen wieder aufgesucht - und manchmal stundenlang auf dem staubigen, kochheißen Dachboden gehockt und wiederentdeckt. Neulich saß meine mit Freund über alten Kinderbüchern, es war sagenhaft, mit welcher Betonung und herzinnigstem Pathos sie die Geschichte vom kleinen Bären, der sich was wünscht dem staunenden wie andächtig schwitzenden Freund vorlas.
Solche Momente sind einfach geheiligt... ich schlich ohne ein Geräusch wieder von der Treppe herunter und ohne zu meckern, daß das ganze Obergeschoß durch die ewig offene Bodenklappe jetzt ein gottverdammter Umluftherd sei.

Irgendwann werde auch ich Ordnung schaffen und das gesammelte "Kinderleben" sichten und aussortieren müssen... ein gemietetes Haus ist wie jegliches Nichteigentum niemals ein wirkliches Zuhause auf Erden.
Klingt pathetisch, ist aber so. Und wenn es soweit ist, bin ich natürlich (wie erwartet :D ) so lieb und tue das mit dem ollen, großen, besserwissenden aber so liebenswertem "Kind" zusammen.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 20.07.2010 03:50:40



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