eine Liebeserklärung: mein Lieblingsgedicht


mein Lieblingsgedicht ist von Mascha Kelenko (1907-1975); Ich gehe davon aus, dass es nicht viele kennen, deshalb schreib ich es hier auf:

"Vom Vogel Pihi hab ich einst gelesen,
dem Wundertier im Lande der Chinesen.
Es hat nur einen Fittich: stets in Paaren
Sieht man am Horizont der Pihi Scharen.
Zu zweien nur kann sich das Tier erheben;
Im Singular bleibt es am Boden kleben.

Dem Pihi gleich, gekettet an das Nest,
Ist meine Seele, wenn du mich verlässt."

Ich las das Gedicht Anfang der 70er in der Tageszeitung. Ein netter Archivar suchte vor einigen Jahren für mich heraus, als mein Mann nach einer OP lange im Krankenhaus lag. Er hatte sich sehr gefreut und hat es heute noch in seinem Büro.

:wub: :D


ein schönes Gedicht. :wub:

doch habe ich mal nach gesehen, den Vogel gibt es nicht!?

außer eins das war ein paar Schwäne, sind die damit gemeint?


Hach schön... :wub:
Deine Bemühungen dieses Gedicht wiederzufinden ist ja rührend.
Schön wenn euch sowas in guten und in schlechten Zeiten verbindet.


@ ulliken
Sehr schön Dein Gedicht und auch die Geschichte die Du dazu erzählst . :wub:

Das werde ich gleich zu meiner Gedichtesammlung nehmen .


Zitat (gitti2810 @ 29.10.2010 13:36:04)
ein schönes Gedicht. :wub:

doch habe ich mal nach gesehen, den Vogel gibt es nicht!?

außer eins das war ein paar Schwäne, sind die damit gemeint?

ich hab in yahoo clever! gerade folgende Erklärung gefunden:

"Der Pihi ist ein mythologischer Vogel (China), den G. Apollinaire erstmals im Westen beschrieben hat. Seine wichtigste Eigenschaft (nämlich, dass er nur einen Flügel = Fittich hat und deshalb nur im Paar fliegen kann) beschreibt ja auch Mascha Kalèko.

Und dann vergleicht sie ihre Seele mit dem Pihi, weil die auch nur fliegen kann, solange die geliebte Person sie nicht verlässt."

Das erinnert mich an das Gedicht über das Ginko-Blatt,:

"Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt.

Solche Frage zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin."

Mein Vater schenkte meiner Mutter eine Kette mit dem Ginko-Blatt aus Weimar nebst diesem Gedicht.

Hallo, ulliken,
die Verfasserin dieses Gedichtes heisst Mascha Kaléko. (nicht Kelenko)
Sie hat sehr viele schöne Gedichte verfasst, ich habe zwei Bücher von ihr mit Gedichten.
Eines davon:
Die Strafe, die ich oft verdient,
gestehen wir es offen:
ist sonderbarerweise nie
ganz pünktlich eingetroffen.

Der Lohn, der mir so sicher war
nach menschlichem Ermessen,
der wurde leider offenbar
vom Himmel auch vergessen.

Doch Unglück, das ich nie bedacht,
Glück, das ich nie erhofft -
sie kamen beide über Nacht.
So irrt der Mensch sich oft.

Ciao
Elisabeth


@Elisabeth :)

Dein hier vorgestelltes Gedicht, erinnert mich ein bischen an die Gedichte von Eugen Roth .
Finde ich schön ,dass hier noch mehr User Geichte mögen.


Zitat (ulliken @ 29.10.2010 14:31:10)
Das erinnert mich an das Gedicht über das Ginko-Blatt,:

.....

Mein Vater schenkte meiner Mutter eine Kette mit dem Ginko-Blatt aus Weimar nebst diesem Gedicht.

ich vergaß, für die die es nicht wissen, das Ginko-Gedicht schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Das sollte man ihm zu Ehren auf jeden Fall mit angeben. Pardon!

Und der Anlaß des Geschenkes meines Vaters war die Goldhochzeit meiner Eltern.


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