Betriebsrat


Hallo zusammen,

ich habe eine Frage:
Im Unternehmen, in dem ich angestellt bin, wurde gestern erstmalig ein Betriebsrat gewählt. Jetzt muss jeder, der gewählt wurde, innerhalb von wenigen Tagen entscheiden, ob er die Wahl annimmt oder nicht.

Meine Frage: Wenn jemand die Wahl annimmt, kann er dann trotzdem nach ein paar Monaten sagen, er tritt wieder aus (aus irgendwelchen Gründen) oder muss er die kompletten vier Jahre im Betriebsrat bleiben?

Viele Grüße,
smag


Zitat (smag @ 20.01.2011 11:33:14)
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage:
Im Unternehmen, in dem ich angestellt bin, wurde gestern erstmalig ein Betriebsrat gewählt. Jetzt muss jeder, der gewählt wurde, innerhalb von wenigen Tagen entscheiden, ob er die Wahl annimmt oder nicht.

Meine Frage: Wenn jemand die Wahl annimmt, kann er dann trotzdem nach ein paar Monaten sagen, er tritt wieder aus (aus irgendwelchen Gründen) oder muss er die kompletten vier Jahre im Betriebsrat bleiben?

Viele Grüße,
smag

§ 24 BetrVG - man kann sein Mandat auch durch Niederlegen zum Erlöschen bringen. Mit anderen Worten: Du kannst jeder Zeit zurücktreten. Aber warum sollte man das wollen?

Hallo smag,

wenn Du jetzt schon planst Dein Amt wieder abzugeben, warum lässt Du Dich dann überhaupt wählen?
Meiner Meinung nach kannst Du Dein Amt jederzeit (evtl. mit einer gewissen Frist) wieder abgeben. Das ist so mit fast jedem Amt.

Gruß

Highlander


Hallo,

ja, das BR-Amt kann man niederlegen. Aber ich sehe das auch so: Warum? Man hat schließlich einen "Auftrag" von den Mitarbeitern erhalten, nämlich diese zu vertreten.

Eine Wahl in den BR sollte man sich allerdings tatsächlich gut überlegen, denn das ist nicht immer Zuckerschlecken. Ich sprech das aus Erfahrung. War 4 Jahre lang halbfreigestelltes BR-Mitglied in einem 13-köpfigen BR. Ist nicht immer leicht, aber man kann auch viel draus ziehen. Und --- einer muss es ja machen. Wenn es keiner will, wo bleibt dann die Demokratie? :-)

LG
Kröti


Ja, du kannst dein Amt niederlegen.

Wenn du aber jetzt schon weißt, dass du darauf ja eigentlich kein Bock hast, warum hast du dich aufstellen lassen?
Um zu gucken, wer dir Vertrauen schenkt? Dann hast du jetzt schon das Vertrauen deiner Wähler missbraucht. Sie dachten, DU wärst ein guter Anwalt für sie.

Anders wäre es, wenn du während deiner Zeit als Betriebsratsmitglied feststellst, die anderen sind nicht so gute Anwälte, wie du es damals dachtest. Wenn du das Gefühl hast, du läufst nicht mit denen konfirm.

Das war auch der Grund, warum ich mich letztes Jahr nicht mehr habe aufstellen lassen.


Smag hat doch garnicht gesagt, dass er sich aufstellen ließ. :huh:


Entschuldige bitte Ribbit,

aber die Art der Fragestellung hat impliziert, dass sie anscheinend gewählt worden ist und jetzt nur noch die Wahl annehmen muss.

:blumen:

Gruß

Highlander


Zitat (Highlander @ 20.01.2011 22:33:23)
die Art der Fragestellung hat impliziert, dass sie anscheinend gewählt worden ist

*räusper*
Zunächst möchte ich mal festhalten, dass smag nicht unbedingt auf einen weiblichen User schließen lässt. Mit anderen Worten, ich bin ein männliches Geschöpf ;)

Und dann möchte ich noch anmerken, dass ich nicht gedacht hätte, eine derartige Diskussion auszulösen.

Hintergrund ist einfach folgender: Als bekannt wurde, dass ein BR gegründet wird, ließ sich jeder zweite auf die Wählerliste stellen, ohne überhaupt irgendetwas zu wissen. Und die, die was wussten, sind solche Kandidaten, die gleich dafür eintreten, dass kein Mitarbeiter mehr Überstunden mehr machen darf, dass keine Einsatzpläne mehr geändert werden dürfen etc...

Da wir (und mit "wir" meine ich ein paar wenige Arbeitnehmer im Betrieb, denen mehr "pro Unternehmen" denken) mit diesen Leuten nicht so ganz einverstanden waren, haben wir eine Alternativliste aufgestellt, in der Hoffnung, dadurch in den BR gewählt zu werden.

Jetzt ging die Wahl leider so aus, dass die ursprüngliche Liste mit 6 Sitzen gegenüber unser eigenen Liste mit 1 Sitz gewonnen hat. Die einzige, die von unserer Liste jetzt im BR sitzt, muss überlegen, ob sie die Wahl annimmt oder nicht. Und da ist ein Kriterium für sie das spätere Aussteigen, falls es ihr da drinnen zu bunt wird, weil "eh jeder macht was er will".

Daher meine Frage zu Beginn :)


Viele liebe Grüße,
smag

Hi, das kannst Du jederzeit, würde es mir aber überlegen. A, nehme ich den Job an, das ist kein Honig schlecken, lohnt sich aber. B, Du hast die nähchsten 4 Jahre Kündigungsschutz. C, Mein persöhnlicher Tipp, mit der Gewerkschaft reden, da wird Dir geholfen. Bin seid 30 zig Mitglied der IGM. Hat sich gelohnt!!! LG.


Zitat (smag @ 21.01.2011 17:45:40)
*räusper*

Da wir (und mit "wir" meine ich ein paar wenige Arbeitnehmer im Betrieb, denen mehr "pro Unternehmen" denken) mit diesen Leuten nicht so ganz einverstanden waren, haben wir eine Alternativliste aufgestellt, in der Hoffnung, dadurch in den BR gewählt zu werden.

smag

Hi smag,

^_^ Bitte nicht böse sein, nur meine Meinung...:

Wenn Ihr eher "pro Unternehmen" seid, was wollt Ihr dann in einem BR? Ein BR ist dazu da, breite Mitarbeiter-Interessen zu unterstützen. Das Unternehmen braucht sowas nicht bzw. hat ja "Unterstützer" (Manager, Geschäftsführer etc.), die sehr viel Macht besitzen. Euch braucht das Unternehmen vermutlich dafür nicht.

Ein BR ist für das "Volk" gedacht. Darum muss man nicht immer "gegen" den Arbeitgeber sein, aber man sollte schon die MITARBEITER-Masse vertreten und sich nicht schützend vor das "arme Unternehmen" stellen.

Das ist für mich so, als wenn einer von den "Linken" bei von der CDU eintritt, nur, damit die CDU ja auch noch was zu melden hat - auch bei den "Linken". Ich finde es sollte Oppositionen geben.

Arbeitnehmerrechte sind "schützenswert" und darum gibt es ja sowas wie BR. Man sagt Unternehmen seien grundsätzlich in der stärkeren Position, da sie ja schließlich die Löhne zahlen, weisungsbefugt sind und auch entlassen dürfen und auch mehr Kapital haben.

U. a. damit sie eben NICHT mit Mitarbeitern machen können, was sie wollen, sondern es Mitspracherecht gibt, GIBT es ja überhaupt Betriebsräte.

Aber ich möchte hier keinen Streit oder so anfangen. Wirklich nicht. Ich habe ja nichts damit zu tun und kenne ja keine näheren Hintergründe.... Vielleicht befürchtet Ihr ja auch einen "melitanten" BR, der, keine Frage, schädlich sein kann. Und, wie ich finde, gar nicht mal für das Unternehmen, sondern auch für die Mitarbeiter selber. Wer soll einem miesen BR vertrauen?

BR zu sein, ist wirklich nicht jedermann´s Sache. Du musst hinter der Belegschaft stehen, aber musst auch objektiv bleiben und darfst das Unternehmen nicht ständig vor den Kopf stoßen. Keine leicht Aufgabe!

Aber glaube mir, die "Pläne", die diese neuen BR-Mitglieder jetzt offenbar noch haben, werden sich vielfach sowieso zerschlagen. Denn so einfach ist es nicht, Dinge durchzusetzen. Man denkt immer, wenn man in den BR kommt, kann man die Welt verändern, aber das ist schwer!!!

Ein Unternehmen fährt u. U. Rechtsanwälte auf, die den BR-Mitgliedern das Wort im Mund umdrehen. Und außerdem muss das Unternehmen auch verhandlungsbereit sein und ein BR, der sofort aggressiv vorgeht, wird es da schwer haben. Diplomatie ist hier angesagt!!

Also mach Dir keine Gedanken. Noch so krasse Ideen von einzelnen (besonders neu gewählten!) BR-Mitgiedern werden sich ganz schnell zerschlagen, weil das wahre Leben eben nicht so einfach ist. Und auch als BR bist Du letztlich meist nur ein "Wurm". Glaub mir, das wird sich sicher von allein regeln.

Aber wieso will die Dame von Eurer LIste denn jetzt nicht mehr? Soll sie doch ihre Position ruhig beibehalten. Vielleicht stellt sich nachher heraus, dass sie ein besserer BR ist als manch anderer.

LG
Kröti

Bearbeitet von Krötilla am 22.01.2011 10:22:49

Ich will hier niemanden anpupsen, aber BR (und Gewerkschaften) die "Pro Unternehmen" sind, bezeichnet man gemeinhin als "gelb" Wiki und konterkarrieren den Zweck eines BR, wie ihn Krötilla völlig zutreffend beschrieben hat.


smag,

das mit dem "er" und dem "sie" hängt damit zusammen, dass bei Dir kein Geschlechtersymbol zu sehen ist. Kannst Du in Deinem Profil anklicken.

So, das ist ja schön, nur weil man was ändern will, aber auf Grund der Mehrheitsverhältnisse nicht kann, dann wieder das Handtuch werfen zu wollen ist nicht so doll. Ihr von der alternativen Liste wollt doch was erreichen. Dann müsst Ihr erstmal Leistung zeigen. Wenn die Gewählte das schafft und den Arbeitnehmern im Betrieb rüberbringen kann, habt Ihr vielleicht bei der nächsten Wahl mehr Sitze.

Und ein "arbeitgeberfreundlichere" Liste hat nicht unbedingt damit was zu tun, dem Arbeitgeberlager ins Hinterteil zu kriechen. Gerade weil die wenigsten wissen, was es bedeutet einen BR zu haben und die deshalb die Leute wählen, die sie kennen bzw. von denen sie glauben am Besten vertreten zu werden kann es ganz gut sein, einen Gegenpol zu haben. Denn wenn der BR sich gerwerkschaftsnah durchsetzt werden sich viele Arbeitnehmer plötzlich umsehen, insbesondere finanziell. Aber dann ist es zu spät.
Nicht dass eine Person viel zu verhindern bzw. zu ändern vermag. Aber manchmal merken sich die Leute das.

Gruß

Highlander


Zum Hintergrund:
Es ist von Anfang an mehr oder weniger klar geworden, dass der neue BR durchsetzen will, dass kein einziger AN mehr Überstunden machen darf. Kann ich soweit auch verstehen, wenn das jemand nicht möchte, aber wenn bestimmte Personen darauf angewiesen sind, sollte man ihnen das nicht verbieten.

Bei uns gibt es einige Angestellte, die zwar einen Teilzeit-Vertrag haben, des öfteren aber auch (v. a. in Ferienzeiten) mehr arbeiten, also fast wie Vollzeit. Wenn das aber durch den BR wegfällt, ist das für viele unserer AN der finanzielle Ruin. Und das wollten wir zu verhindern versuchen.

Und meine Kollegin wollte ihr Amt nicht verweigern bzw. niederlegen, damit dann gar keiner von unserer Alternativliste im BR sitzt, sondern weil sie sehr tempramentvoll ist und Angst hat, bei einer Sitzung etwas falsches zu sagen. Deshalb wollte sie "aus dem Weg gehen" für den zweiten von der Liste, der dann vielleicht ein besseres Verhandlungsgeschick besitzt.

Alles in allem eine sehr schwierige Geschichte. Zumal da unser Unternehmen seit kurzem die Einstellung hat "immer nett und freundlich zu den MA sein, bloß keine bösen Worte sagen". Das heißt, dass es auch mit Anwälten etc. duster aussieht ;)

Gruß


Zitat (smag @ 22.01.2011 16:27:17)
Und meine Kollegin wollte ihr Amt nicht verweigern bzw. niederlegen, damit dann gar keiner von unserer Alternativliste im BR sitzt, sondern weil sie sehr tempramentvoll ist und Angst hat, bei einer Sitzung etwas falsches zu sagen. Deshalb wollte sie "aus dem Weg gehen" für den zweiten von der Liste, der dann vielleicht ein besseres Verhandlungsgeschick besitzt.


habt ihr euch jetzt mal Gedanken gemacht, das sie gerade deshalb gewählt wurde?
genau sowas ist in einer Sitzung, doch das Salz an der Suppe. :)
wenn sie jetzt vor ihrem eignen Temperament bange hat, ist es natürlich nicht so schön, aber sie hat doch die andern, die ihr da unter die Arme greifen können, oder nicht? :( :D

sie hat vielleicht nicht gedacht das man sie wählt, aber bitte, ich würde mich betrogen fühlen, wenn sie -die ich gewählt habe- jetzt den Schwanz einzieht(auch wenn sie nur nen Pferdeschwanz hat)

also stärkt ihr bitte lieber den Rücken und sagt ihr, sie muß da jetzt durch, am Ende gefällt es ihr noch.

Zitat
Alles in allem eine sehr schwierige Geschichte. Zumal da unser Unternehmen seit kurzem die Einstellung hat "immer nett und freundlich zu den MA sein, bloß keine bösen Worte sagen". Das heißt, dass es auch mit Anwälten etc. duster aussieht ;)

in wie fern seit ihr der Meinung das sie, nur freundlich sind weil sie "angst" haben könnten.

so lese ich diesen Satz nämlich. :pfeifen:

Zitat (smag @ 22.01.2011 16:27:17)
Es ist von Anfang an mehr oder weniger klar geworden, dass der neue BR durchsetzen will, dass kein einziger AN mehr Überstunden machen darf.

@gitti: Wenn ich es recht verstehe, ist sie nicht persönlich gewählt worden, sondern per Listenwahl. D. h. die LISTE wurde gewählt und sie stand als 1. Person drauf. Nur so nebenbei.
(Kann man nicht wissen, wenn man sich mit BR-Wahlen nicht so auskennt).

Sie muss es natürlich selber entscheiden, aber Temperament ist immer gut. Als ich in den BR gewählt wurde, war ich auch noch ganz jung, ich glaube, so ca. 23 oder 24 und fand auch nicht alles gut, was der vorherige BR gemacht hat. Dachte dann "Hey, jetzt komm ich und veränder alles". Aber mit der Zeit pendelt man sich ein (hoffentlich).

Vielleicht ist eine zusätzliche Meinung im BR gar nicht verkehrt. Wie gesagt, generell bin ich dafür das Betriebsräte hinter der Mehrheit der MITARBEITER stehen und nicht versuchen das Unternehmen zu schützen. Dafür gibt es solche Gremien einfach nicht.

Aber verschiedene Meinungen darf man ja vertreten, warum nicht?

An ihrer Stelle würde ich es mir ansehen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Sie kann ja immer noch zurück treten, wenn es ihr nun gar nicht liegt. Dann rückt halt der nächste von der LIste nach (so viel ich weiss).

Überstunden ganz zu verbieten, ist übrigens ziemlicher Quatsch, da stimme ich Dir zu. Politisch bin ich aber gegen ein Übermass an Überstunden und das darf, finde ich, ein BR auch vertreten. Denn wenn zuviele Leute zuviele Überstd. machen, zerstört das Arbeitsplätze und erhöht die ARbeitslosigkeit. Diesen Senf wollte ich doch nur kurz dazu geben (ich kann es einfach nicht lassen ^_^ ).

LG
Kröti

Bearbeitet von Krötilla am 22.01.2011 18:08:08

Zitat (Krötilla @ 22.01.2011 18:07:46)
@gitti: Wenn ich es recht verstehe, ist sie nicht persönlich gewählt worden, sondern per Listenwahl. D. h. die LISTE wurde gewählt und sie stand als 1. Person drauf. Nur so nebenbei.

Genauso ist es auch.

Unser Unternehmen hat über 500 Zweigstellen, davon ca. 10 im Umkreis von der Großstadt, in der auch wir sind. Und hier in der Nähe gibt es leider sehr sehr viele Negativbeispiele, wo genau die beschriebenen Sachen schon alle durchgesetzt wurden.

@Krötilla: Du sagst, wenn zu viele Leute zu viele Überstunden machen, zerstört das Arbeitsplätze und erhöht die Arbeitslosigkeit. Aber auch nur, wenn statt der Überstunden zusätzliches Personal eingestellt werden würde, nicht aber, wenn die gleichen Leute von vorn herein einen höheren Vertrag bekämen ;)

Gruß

Zitat (Krötilla @ 22.01.2011 10:21:58)
Wenn Ihr eher "pro Unternehmen" seid, was wollt Ihr dann in einem BR? Ein BR ist dazu da, breite Mitarbeiter-Interessen zu unterstützen. Das Unternehmen braucht sowas nicht bzw. hat ja "Unterstützer"

Ein BR ist für das "Volk" gedacht. Darum muss man nicht immer "gegen" den Arbeitgeber sein, aber man sollte schon die MITARBEITER-Masse vertreten und sich nicht schützend vor das "arme Unternehmen" stellen.


Genau das war der Grund, warum ich mich nicht mehr aufgestellt habe.

Die anderen Mitglieder wollten nur ihren A... Popo retten. Man merkt das ganz stark. Sie sind mehr pro AG als Anwälte für uns.

Zitat (Eifelgold @ 22.01.2011 20:15:26)
Die anderen Mitglieder wollten nur ihren A... Popo retten. Man merkt das ganz stark. Sie sind mehr pro AG als Anwälte für uns.

Ja, ich finde BR-Arbeit treibt bisweilen merkwürdige "Blüten".

Wie ich schon sagte, zum BR ist nicht jeder geeignet, bei weitem nicht! Was aus meiner Sicht noch ein Problem ist: Viele gehen nur in den BR, um selber Vorteile zu haben wie Kündigungsschutz.

Meiner Meinung nach sollte das nicht Intention sein. Also ich hatte mich damals aufstellen lassen, um die Mitarbeiter zu unterstützen. Der Kü-Schutz hat mich damals nicht mal interessiert.

BR ist ein echt schwerer Job, wenn man ihn richtig und mit Herzblut macht (was man sollte). ABER es gibt einem auch viel. Diese Erfahrung und dieses Fachwissen (Arbeitsrecht) nimmt mir niemand mehr. Er hat mir schließlich zu einem anderen Job verholfen (quasi).

Seit Jahren nutze ich die als BR gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen für Personalarbeit und das hätte ich ohne das BR-Amt nie geschafft. Man lernt mit Menschen umzugehen und sieht viel auf Seminaren und Tagungen. Rückblickend muss ich sagen: Die besten Jahre meines Lebens.

LG
Kröti

Noch ein bisschen Senf? - Ich denke, es ist wichtig, das ZIEL vor Augen zu halten; das ist einmal der Erhalt der Arbeitsplätze, also der Unternehmererfolg. Was nützt einem der durchsetzungsfähigste BR, wenn dadurch im Endeffekt Nachteile entstehen?
Im Grunde hat also der BR das gleiche Ziel (mit Abstrichen, und mit anderen Methoden, sicher) wie der AG , und jede/r will möglichst viel profitieren, sei es durch Gewinne oder durch angenehmeres Arbeiten.

Das zeigt sich z.B. auch daran, dass der AG durch die Teilarbeitenden flexibler auf Aufträge usw. reagieren kann und dann nicht etwa befristet Leute einstellen muss, die erst mal wieder eingearbeitet werden müssen usw. usw. Denn die Teilzeiter kennen ja den Betrieb. - Nur mal als Beispiel.

Und ich gehe mal davon aus, dass es alles unerfahrene BR-mitglieder sind, wenn das erste Mal überhaupt eine gewählt wurde.
Da werden ALLE die ERfahrungen machen, die @ Krötilla so gut beschrieben hat: Im ersten Überschwang denkt man, dass nun alles besser wird, und dann kommt die REalität.
Wichtig am BR ist auch, sich bewusst zu sein, dass man nicht nur für sich selbst einsteht, sondern für alle.
Also, @ smag, Unterstützung und in-den-Arm-nehmen, wenn es nicht so läuft wie man möchte, und den Rücken stärken. Dass man das Amt wieder niederlegen kann, gibt doch auch ein GEfühl von Freiheit: ich muss ja nicht unbedingt die 4 Jahre absitzen. Und dann hält man vllt. etwas mehr aus.


Ich nehme den letzten Beitrag mal als guten Rat mit auf den Weg und versuche das beste daraus zu machen.

Möchte mich auch bei allen für die vielen Antworten bedanken. Hätte nicht gedacht dass das eine so große Diskussion auslöst :)


Gruß, smag


smag. das ist von allgemeinem Interesse. Deshalb die vielen Antworten und die guten Diskusionen.



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