Job Reinigungskraft


Ich arbeite jetzt seit 2 Jahren als Reinigungskraft in der täglichen Unterhaltsreinigung in einer Schule und einen Bürohaus. An die Arbeit habe ich mich gewöhnt und es macht mir auch eigentlich Spass.Nun meine Frage an alle Reinigungskräfte. Warum werden wir für unseren Job immer so abwertend behandelt. Warum soll ich mich vorsehen ,es gibt doch die Putze Warum soll ich die Toilettenbürste benutzen es gibt doch die Putze. Warum soll ich grüßen es ist doch nur eine Putze. Habt ihr auch die Erfahrungen gemacht?


Tja, wenn man als Kind nicht von den Eltern beigebracht bekommt, dass man jeden Menschen zu respektieren hat, egal ob Millionär oder Tellerwäscher, dann wird man es wohl im auch im restlichen Leben nicht mehr lernen.
Konkret kann ich dazu nichts sagen. Ich bin immer nett zu unseren Putzfrauen auf der Arbeit ;-)
Einfach nicht persönlich nehmen.

Bearbeitet von ohne_name am 31.07.2011 09:33:54


Diese Herablassung gegenüber vermeindlich "Niedrigeren" kenne ich auch.
Ich hab während des Studiums als Sekretärin/Bürohilfe/Mädchen für Alles gejobbt. Was man da teilweise am Telefon so abbekommen hat, war schon übel... vom "Frollein, ich will mit jemandem sprechen, der rafft, was ich sage, holen sie ihre Cheffin ans Telefon" bis hin zu "Na, Süße, sind sie schon fertig mit Nägellackieren?" war eigentlich alles dabei. Zum Glück war meine Cheffin so freundlich, über meine gelegentlichen Telefonausraster hinweg zu sehen. Sie fand es nur fair, dass ich den Idioten (ausschließlich Männer, übrigens...) die Meinung sage, wenn sie meinen, mich beleidigen zu müssen.

Nach dem Studium hab ich dann eine Zeit lang in einem Büro gearbeitet. Dort ist die Putzfrau mal zwei Wochen krank gewesen und irgendwie hats der Chef nicht hinbekommen, eine Vertretung kurzfristig anzuheuern. Die Büros sahen aus wie sau und wir mussten selbst aufräumen. Als die Putzfrau wieder gesund war, haben wir ihr vor lauter Dankbarkeit Pralinen gekauft. Ehrlich - ich hasse Putzen (die Tätigkeit natürlich ;) ) und freu mich über jede Gelegenheit, bei der das jemand für mich erledigt...

Ich glaube, das ist ein eklatanter Erziehungsmangel gepaart mit Minderwertigkeitskomplexen, so herablassend gegenüber Leuten zu sein, die eine "minderwertigere" Tätigkeit ausführen als man selbst - wenn ich mich klein und unbedeutend fühle, gibt es "Macht", sich an jemandem abzureagieren, der noch weiter "unten" ist als ich.
Das ist megagroßes Arschlochverhalten.
Ob bei Erwachsenen oder bei Kindern, die es ja nur von ihren Eltern haben können.


Ich habe das Glück diese Erfahrungen nicht zu teilen, ich putze in 2 Firmen und 2 Privathaushalten und werde überall sehr geschätzt. Bei den Firmen werde ich zu Weihnachtsessen bzw. Betriebsausflügen ebendso eingeladen wie alle anderen Mitarbeiter. Sowohl Chef´s als auch die Kollegen sind immer freundlich und ich hatte es auch nur selten das wirklich etwas "eingesaut" hinterlassen wurde. Hab dann einen netten Zettel angehängt: Mir ist es egal, es ist mein Job und ich habe Handschuhe, aber ich finde es unfair den Kollegen gegenüber die diese Räume nach euch benutzen. Wurde von mehreren darauf angesprochen, das es so genau richtig war.

Übrigens sind beide Firmen mittlere Handwerksbetrieb, die Mitarbeiter (außer Büro) alles Männer.


Okay, ich bin von Beruf eigentlich Hauswirtschafterin, hab jahrelang in der Altenpflege gearbeitet, ehe ich die Umschulung gemacht habe. Leider hatte ich nur kurze Zeit das Glück auch im Beruf arbeiten zu können, seit mehr als zwei Jahren putze ich eigentlich nur noch auf 400€ in einer ARztpraxis.
Ich gebe zu, daß ich mich anfangs gar nicht gut gefühlt habe, irgendwie minderwertig. Aber ich habe das Glück, daß ich einen sehr netten Chef habe, der mich auch immer zu Weihnachtsessen usw.mit einlädt, auch die Helferinnen sind soweit okay. Ich habe nicht das Empfinden, daß ich nur die "Putze" bin, habe inzwischen auch ein SElbstbewußtsein dafür entwickelt und stehe zu dem, was ich mache. Auch wenn ich anderswo irgendwo in Kontakt mit einer Reinigungskraft komme, bin ich nett und freundlich zu ihr und schätze ihre Arbeit. Ich weiß aber wohl, daß das nicht überall so ist und finde das sehr beschämend.
Jede Arbeit, die anständig ausgeführt wird, sollte respektiert und geschätzt werden..........


Ich denke, es kommt darauf an, was man ausstrahlt.
Ich putze zur Zeit auch und am Anfang war es für mich nicht einfach,damit umzugehen. Zumal ich vorher im gleichen Haus eine "bessere" Stelle hatte.
Mittlerweile bin ich jedoch stolz darauf, daß ich mich nicht klein kriegen lasse und den Lebensunterhalt für meine Tochter und mich völlig autark verdiene!
Und das strahle ich aus!!!

:blumen:


@Blattlaus: genau DAS ist der Punkt, meine Liebe!- Man wird so beachtet, wie man sich gibt.- Da spielt es keine Rolle, in welcher Position man sich befindet, bzw. tätig ist.- Grob betrachtet sind alle Leute, die gegen Entgelt arbeiten, reine Dienstleister.- Somit ist Niemand besser noch schlechter als Andere.- Der Unterschied ist, was man für seine Arbeit bekommt.- Nicht "verdient".- Denn DAS steht auf einem anderen Blatt.

Um irgendwie Geld zu verdienen, und über die Runden zu kommen, habe auch ich schon Arbeiten durchgeführt, die "weit unter meinem Niveau" lagen.- Ich habe es jedoch überlebt, und wäre mir an sich auch für kaum Etwas zu schade, wenn's nicht anders geht.- Warum auch?

Sage: ICH bin ICH!
Und wie Du sagest,
fühl' es auch!

-Friedrich Rückert-

Lieben Gruß...IsiLangmut


Zitat (IsiLangmut @ 03.08.2011 07:57:52)
@Blattlaus: genau DAS ist der Punkt, meine Liebe!- Man wird so beachtet, wie man sich gibt.- Da spielt es keine Rolle, in welcher Position man sich befindet, bzw. tätig ist.- Grob betrachtet sind alle Leute, die gegen Entgelt arbeiten, reine Dienstleister.- Somit ist Niemand besser noch schlechter als Andere.- Der Unterschied ist, was man für seine Arbeit bekommt.- Nicht "verdient".- Denn DAS steht auf einem anderen Blatt.

Um irgendwie Geld zu verdienen, und über die Runden zu kommen, habe auch ich schon Arbeiten durchgeführt, die "weit unter meinem Niveau" lagen.- Ich habe es jedoch überlebt, und wäre mir an sich auch für kaum Etwas zu schade, wenn's nicht anders geht.- Warum auch?

Sage: ICH bin ICH!
Und wie Du sagest,
fühl' es auch!

-Friedrich Rückert-

Lieben Gruß...IsiLangmut

Stimmt leider überhaupt nicht, viele Menschen denken, weil sie in einer "gehobenen" Position arbeiten, leben, können sie niedere Positionen zum Frustabbau nutzen.
Als ich mein Abi nachgeholt habe, stand ich auch vor der Wahl zu putzen und mir mein Geld zu verdienen oder auf viele Annähmlichkeiten im Leben zu verzichten. Ich habe mich fürs Putzen entschieden und nur die Tatsache das ich einen Lappen in der Hand hatte oder eine Reinigungsmaschine bediente, machte mich zu einen schlechtern Menschen. Das äusserte sich von Missachtung (ich grüßte, wurde nicht zurück gegrüßt) bis zu Spott (hatte eine Arbeitsplan in der Hand und hinter mir tuschelte es, kann der überhaupt lesen) aber auch bis zu Mobbing (nachts in einer Bankfiliale geputzt und in der nächsten Nacht lagen Zettel mit wüsten Beschimpfungen rum und was alles nicht ordnungsgemäss gereinigt gewesen wäre.) Bei der Bank habe ich mir das drei Nächte angeschaut und dann bin ich mal tagsüber da angetreten. Die Firma für die ich gearbeitet habe, gehörte meinen Vater und ich habe mich mal frech als Juniorchef vorgestellt.

Meiner Meinung nach fehlt da auch die Wertschätzung, was für ein Knochenjob das ist. Als ich noch zur Schule ging, haben wir unsere Klassenräume selbst gereinigt, in den Pausen Tafel gewischt, nach der letzten Stunde gekehrt und Müll entsorgt. Am Samstag nach der letzten Stunde haben zwei Schüler den Raum gewischt. Treppenhäuser und Schulhof wurden vom Hausmeister gereinigt oder war auch eine gern verteiltete Strafarbeit.
Geschadet hat es nicht, im Gegenteil. Wir sind mit den Sachen wesentlich respektvoller umgegangen und alle wurden gleich behandelt, Jungs wie Mädchen und arm wie reich.

Bearbeitet von Josi-Julius am 03.08.2011 09:48:03

Bei uns in der Firma ist es leider auch so, dass den Mädels von der Reinigungstruppe
eher Missachtung entgegenschlägt. Kein Hallo, kein freundliches Wort, sie werden mehr
als lästiges Übel betrachtet.

Woher ich das weiß? Weil wir mit "Unserer" reden :)
Sie erzählte, wie sie anfing bei uns sei es ganz schlimm gewesen und sie hätte am liebsten
wieder aufgehört. Wir in unserer Abteilung seien die einzigen Normalen *g. Wenn sie zum
Durchwischen kommt, machen wir auch Platz und räumen unseren Kram kurz weg. Ich bin sehr
froh, wenn sie kommt - wir würden sonst im Dreck ersticken. Schreibtische und Möbel müssen
wir selbst putzen. Wir wissen, dass sie Vollzeit einen Bürojob hat und das Geld leider nicht reicht.
Ihr Hobby ist Radfahren :)

Ich kann nicht nachvollziehen, weswegen man Menschen, die einen "niedrigen" Job verrichten,
verachten muss........ Wenn die alle mal streiken würden, wäre mancher ganz schön angeschmiert.

btw....ich denke, wenn ich wieder in der Firma bin nach meinem Urlaub, bring ich ihr mal was Nettes
mit als Dankeschön!
:)


Zitat (Josi-Julius @ 03.08.2011 09:43:05)
Bei der Bank habe ich mir das drei Nächte angeschaut und dann bin ich mal tagsüber da angetreten. Die Firma für die ich gearbeitet habe, gehörte meinen Vater und ich habe mich mal frech als Juniorchef vorgestellt.

Moin @Josi-Julius, DAS finde ich eine supergute Idee. Wie ging die Geschichte denn weiter?

Mir fällt zu dem Thema noch Folgendes ein:

"Arbeit schändet nicht"
(Geschichten aus dem Wiener Wald, Ödön Horváth).

Egal, ob Banker oder Bauarbeiter: Die Jungs brauchen alle Hosenträger, damit die Bux nicht rutscht. Mir persönlich ist das auch schon aufgefallen, dass manche Menschen ihre Nase so hoch tragen, dass es reinregnet. Genau genommen ist es doch gleichgültig, womit man sein Geld verdient. Hauptsache, es kommt die Butter aufs Brot. Denn: Käuflich sind wir alle. Gerade die Arbeit von Reinigungskräften - für mich sind das "Perlen" und nicht "Putzen" - ist genauso hoch einzuschätzen wie der Job eines Bürohengstes oder der eines Bauarbeiters. Denn ohne einander gehts doch gar nicht. Man stelle sich einen Manager mit Handschuhen und Feudel vor ...

Grüßle,

Ilwedritscheline

Ich hatte mit dem stellvertretenden Filialleiter ein Gespräch und den habe ich auf die Zettel angesprochen und auch auf den Reinigungsplan, der mit dem Filialleiter und dem Facility Managment der Bank abgesprochen war. Er hat sich nur für seine Mitarbeiter entschuldigt. Die "netten" Botschaften hörten auch direkt auf, dafür waren ab den Zeitpunkt die Damentoiletten sehr verdreckt, da bin ich zum Glück schmerzfrei. Geputzt werden mußte es so oder so, bloß das es auch für die eckelig war, weil die ja da drauf mußten.


Ich kann eure Erfahrungen wirklich nicht bestätigen.

Zur Zeit habe ich zwei Putzstellen (eine mit 30-40 Std/Woche und eine mit 9-10 Std/Woche). Außerdem habe ich damals neben der Ausbildung geputzt und schon mehrfach als Zimmermädchen gearbeitet.
Niemals ist mir in der von euch beschriebenen Vehemenz Verachtung entgegen geschlagen. Natürlich gab es einzelne Personen, die meine Arbeit nicht zu schätzen wußten und arrogant auf mich "herab"geschaut haben.
Die meisten sind bzw waren jedoch sehr freundlich und achtsam.

Man kann sich aber auch als "Perle" ein kleines bißchen seine Leute "erziehen". Wenn mir doch mal ein Nörgler oä unterkommt, gibt´s halt nur den Dienst nach Vorschrift. Bei den Anderen wird dagegen auch gerne mal ein bißchen darüber hinaus gemacht. (ZB die vergessene Kaffeetasse schnell spülen)

Letztendlich kommt´s doch meistens darauf an, wie man in den Wald hinein ruft...

:blumen:


ich arbeite am Wochenende in einem Cafe und wenn wir um 18 Uhr zumachen, helfen alle mit beim Aufräumen, Saubermachen und Putzen, auch die Chefin ... obwohl wir eine Putz- und Spülfrau haben

an meinem Wochentags-Arbeitsplatz haben wir vermutlich eine Putzfrau (jedenfalls ist immer alles sauber) aber die habe ich noch nie gesehen ... vermutlich kommt sie sehr spät abends oder sehr früh morgens


als seine letzte handlung in personalfragen hat der arbeitgeber meines mannes vor einigen tagen einen neuen mitarbeiter entlassen, der noch in der probezeit war. er hatte sich wiederholte male absichtlich unverschämt gegen das reinigungspersonal, ganz besonders gegen eine mitarbeiterin, benommen.

er meinte, vielleicht hätte er es sich noch einmal überlegt, falls er erkannt hätte, dass es so nicht geht. aber er war der meinung, es seien doch nur putzfrauen und außerdem keine deutschen. alle mitarbeiter waren wütend und entsetzt, auch weil sie es niemals mitbekommen hatten, wie er sie behandelt.


Ich habe als junges Mädchen Arztpraxen geputzt (und die Klos dort waren unter aller Kanone!); ich habe in den Ferien in der Küche eines Restaurants gearbeitet, für ein paar Mark extra dort gespült.- In einer Metzgerei die Kinder betreut, und dann für 5 Mark extra die dreckigen Fleisch- und Wurstkessel geschrubbt.- Für 3 DM dann den Laden noch geputzt.- Die Sommerferien brachte ich zur Hälfte bei der "Hefe des Volkes" in einer Druckerei zu.
Die Liste der 'untergeordneten Tätigkeiten', die ich ausgeführt habe, ist endlos bis sehr lang.- Doch nirgendwo wurde ich herablassend behandelt.- Der Dienstantritt geschah mit erhobenem Haupte, und auch der Feierabend wurde so angetreten von mir.- Geschämt habe ich mich für Nix, was ich tun mußte; meiner Persönlichkeit hat NICHTS Abbruch tun können.- Nur geekelt habe ich mich teilweise.- Tu' ich auch Heute noch oft genug, aber dann eher vor der Unverschämtheit mancher Zeitgenossen, oder der Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen.
Ich bedanke mich bei jeder 'kleinen Verkäuferin', die mich nett bedient, und wünsche auch jeder Kassiererin, die freundlich ist, einen schönen Tag.- Bei allen Reinigungskräften, die mir im Laufe meines Berufslebens über den Weg liefen, stand ich 'hoch in Ehren'.- Weil ich nett zu ihnen war, mich für SIE als Person interessierte.- Stets ein freundliches Wort hatte, und als erstes mir mal ihren Namen merkte.- Damit ich sie anständig grüßen konnte, UND mich bedanken konnte, für's Saubermachen.- Es gibt für mich kein "Der/Die ist ja NUR...".
Und wenn ich in meinem Umfeld so'was mitbekomme, werde ich arg deutlich.- Das heißt dann im Klartext: ICH ginge mir dann aus dem Weg.

Wir sind Menschen unter Menschen.- Nicht mehr und nicht weniger...spätestens, wenn der Arm zu kurz wird, und das Klopapier zu weit weg ist...wird diese Erkenntnis wohl Jede/r kommen.

Liebe Grüße...IsiLangmut


All das ehrt Dich, liebe Isi,
aber ich habe es wirklich auch schon anders erlebt, denn in meinen Zeiten als alleinerziehende Mutter habe ich neben meinem Job in der altenpflege auch andere Tätigkeiten ausgeübt, z.B. frühmorgens Zeitung ausgetragen, die Mensa geputzt, in Privathaushalten geputzt usw. Ich habe da auch viel erlebt, könnte ein Buch drüber schreiben und es ist schon so: wenn man niedere Arbeiten verrichtet, dann gibt es IMMER welche, die auf einen herabsehen, da ist es ganz egal, ob man selbstbewußt dazu steht oder nicht.
Ich steh dazu, daß ich derzeit in einer ARztpraxis putze, keine Frage. Ich will niemandem finanziell zur Last fallen.
Aber ich frage mich, warum die Menschen so gern Unterschiede machen.....fühlen sie sich dann besser? Meine Tochter erzählt mir immer wieder von der Putzfrau in Ihrer Firma, in der sie die Ausbildung macht und wie gern die ganzen Angestellten sich da mit ihr unterhalten, wie sie sie schätzen..........so sollte es sein und nicht anders!!!!! Wir alle verdienen unsere Brötchen ganz egal welcher Tätigkeit wir nachgehn.
Selbstverständlich ist auch meine Tochter freundlich und nett zu der Putzfrau, denn so hat sie es gelernt. Ich wäre ganz schön enttäuscht, wenn sie sich anders verhalten würde. Auch sie hat während ihres Studiums schon geputzt, zeitungen ausgetragen, in einer Eisdiele gejobbt, weiß also, was harte körperliche Arbeit ist. Schadet nicht!!!


In unserer Firma bin ich auch leider die Einzige, die sich mit dem Team Reinigung befasst.

Nach Feierabend rauche ich mir in aller Ruhe meine Zigarette. Wenn ich Spätschicht habe, sitzt dort schon meist das Team Reinigung.
Ich betrachte diese Menschen wirklich als ein Zugehöriges Team in unserer Firma. Ich unterhalte mich mit den Damen ganz normal über ganz normale Dinge. Wünsche einen schönen Feierabend.

Ich käme nie auf die Idee, dieses Team abwertend zu behandeln. Denn, sie machen unsere Toiletten sauber, wo bei uns manche Dame keine Klobürste kennt. Sie reinigen allabendlich die Glastüren, die meine Kollegen mit Fingerabdrücken beschmutzen, weil sie die Klinke nicht kennen.
Sie reinigen die Mikrowelle, weil mancher Kollege zu blöd oder zu faul ist, die mitgebrachte Gullaschsuppe mal eben selbst von den Wänden des Gerätes zu wischen.

Als ich letztes Jahr meinen Weihnachtsurlaub antrat, arbeitete ich noch bis spät Abends, um mein Jahr ordnungsgemäß zu schließen.
Gegen 19 Uhr verließ ich das Büro. Als ich an einer Dame vom Team Reinigung vorbei ging, wünschte ihr ein Frohes Fest und einen Guten Rutsch.
Die gute Frau schaute mich an wie ein Auto. Dann kam ganz verdattert: Danke Ihnen auch.

Im Auto auf der Heimfahrt ging mir dann die Lampe auf. Klar, unserer versnobter Verein hat es ja nicht nötig, mal eben ein frohes Fest zu wünschen.

Wie Isi und auch Sanne schon sagten: Wir kämpfen alle ums Überleben. Nur Arbeit hält uns am K*cken.
Und Arbeit schändet nicht.

Was ich schon alles gemacht habe, um meine Kinder zu ernähren, würde hier manch Einer die Nase rümpfen. Und ich würde es immer wieder tun.
Selbst mein Großer Sohn ist sich nicht zu Schade, sonntags morgens unser Käseblättchen auszuteilen.

Letzte Woche Sonntag habe ich das für ihn übernommen, weil er ja unter Quarantäne stand. Wir brauchen das Geld und wollten die Tour nicht abgeben.
Von "och Sie Arme, Sie haben sich aber ein Schiet-Wetter ausgesucht" bis zu "Sie sind aber heute spät, junge Frau, ich warte schon ne Stunde auf die Zeitung und bis 11 Uhr muss ausgetragen sein" hat man mir und den Junior so einiges an den Latz geknallt.
Toll, es regnete in die ganze Nacht und am Tag in Strömen, wir waren Nass bis auf die Knochen, wir haben einen Zweiten Bezirk als Urlaubsvertretung übernommen, die Zeitungen waren Durchnässt und wir müssen uns von Menschen, die um 11.30 Uhr gerade beim Frühstück sitzen solche Klamotten an den Kopf werfen lassen.

Gemein fand ich, dass mein Junior, der mir aushalf um sein Taschengeld aufzubessern, sich das auch noch anhören durfte.


In meinem FSJ hab ich im Monat 300€ für eine 40-Stunden-Woche bekommen (also knapp 2€/h), noch dazu hatte ich keine Ausbildung und war die jüngste im Team. Und ich hatte wirklich Glück, dass ich trotzdem auf Augenhöhe angesprochen wurde (zumindest von den Mitarbeitern).
Von den Klienten wurde ich zu Beginn teilweise von oben herab behandelt bzw. nicht für voll genommen. Wenn ich abends geputzt habe, waren manche ältere Herren der Meinung, mich doch darauf hinweisen zu müssen, dass ich beim wenigstens gut aussehe, wenn ich es schon nicht ordentlich mache. Und ob ich das nicht bei ihnen zu Hause fortsetzten möchte, oder ob ich Lust auf ein "Techtelmechtel gegen Geld" hätte.
Spätestens, wenn ich mit Hausverbot und der Polizei gedroht hab, waren sie still. (Dass das nicht an allen Arbeitsplätzen so praktizierbar ist, weiß ich.)
Einmal hab ich nicht nur damit gedroht, sondern die Drohung in die Tat umgesetzt. Seitdem war dann wirklich Schluss mit sexuellen Anspielungen und herablassenden Kommentaren.

Ich denke, es ist wichtig, sich nichts gefallen zu lassen. Natürlich kann ich keinen Chef der Welt dazu zwingen, mich nett zu grüßen. Aber ich kann verlangen, dass ich mit Respekt behandelt werde. Und dementsprechend auch allen anderen mit Respekt begegnen.


Edit: ich weiß nicht, wie alt dein Sohn ist, Eifelgold. Aber ich finde es unter aller Sau, einem Jungen so dumm zu kommen!

Bearbeitet von Tetris am 03.08.2011 21:29:06


Zitat (Tetris @ 03.08.2011 21:28:14)
Edit: ich weiß nicht, wie alt dein Sohn ist, Eifelgold. Aber ich finde es unter aller Sau, einem Jungen so dumm zu kommen!

Junior ist in der pubertären Phase.
Das war wirklich gemein. Normalerweise trägt mein Großer die Zeitungen zwischen 5 und 6 Uhr aus.
Da hat man Ruhe und noch kein "Publikum"

Und weißt du Tetris: wenn ich mir als Verteilerin oder eigentlich mein Sohn, sich erlauben würde, einen Kommentar zur Ordnung des Briefkasten oder Haushalt, der 50er Jahre Morgenrock etc geben würden, würden wir gesteinigt.

Zitat (Eifelgold @ 03.08.2011 21:39:19)
Und weißt du Tetris: wenn ich mir als Verteilerin oder eigentlich mein Sohn, sich erlauben würde, einen Kommentar zur  Ordnung des Briefkasten oder Haushalt, der 50er Jahre Morgenrock etc geben würden, würden wir gesteinigt.

Ja, das hast du leider Recht :( Aber eigentlich sollte es doch nicht so sein, dass die, die die "niederen Tätigkeiten" ausüben, die Klappe halten müssen. Das ärgert mich :angry:

Edit: Verb vergessen

Bearbeitet von Tetris am 03.08.2011 21:43:08

Das ist aber leider so, Tetris.

Mein Mann hat auch schon die eine oder andere Tour übernommen, wenn mein Großer auf ner Party war.
Der ist auch jedesmal verwundert über div. Kommentare oder Ordnung gewesen.


Es ist schon schlimm, wie wenig Respekt manche vor Leuten mit Jobs haben die einen ernähren. Ich sehe bei uns im Büro immer wieder, da gibt es Kollegen die der Reinigungskraft nicht mal Guten Tag sagen. Die Dame für die Mülleimer und die Dame für die Schreibtische - die haben das aufgeteilt damit es schneller geht - wünschen immer einen Guten Tag oder Guten Abend wenn Sie den Raum betreten. Ich grüß auch immer Zurück. Genau wie 3 andere Kollegen. Wir haben aber auch zwei andere da sitzen die Kriegen die Klappe nicht auf.

Er - hält sich für was besseres und ist so ein verzogenes Einzelkind, was noch nie einen Nebenjob hatte um was dazuzuverdienen und die andere ist einfach nur Stumpf.

Wenn zweimal die Woche dann auch noch die beiden den Boden saugen ist der eine Kollege schon immer am moppern, wenn die bereits um kurz nach 17:00 Uhr kommen, weil ihn das in seiner "Konzentration" stört. Find ich unmöglich hab auch schon paar mal was gesagt. Ich geh immer auf Seite und Frag ob ich was wegschieben soll. Das merkt man auch, mein Tisch ist immer sehr gründlich gereinigt, und wenn ich mal Tasse oder Glas vergessen habe in die Küche zu bringen ist beides morgens weg. Beim Kollegen lassen Sie es stehen! Kleine Aufmerksamkeit die dem arroganten Kollegen noch nicht mal auffällt.

Muss demnächst mal ne Kleinigkeit zum schnuckeln mitbringen für die nette Truppe, ich weiß die haben in ihrem Räumchen immer so ne Schale mit sowas stehen! Finde es wird viel zu wenig gewürdigt dass es bei uns im Büro immer sauber und ordentlich ist.


Zitat (Stierfrau82 @ 03.08.2011 22:23:32)
Er - hält sich für was besseres und ist so ein verzogenes Einzelkind, was noch nie einen Nebenjob hatte um was dazuzuverdienen


Und gerade denen wünscht man sich doch manchesmal einen Solchen Job, damit die das mal zu schätzen wissen.

Zitat (Eifelgold @ 03.08.2011 23:04:58)
Und gerade denen wünscht man sich doch manchesmal einen Solchen Job, damit die das mal zu schätzen wissen.

Ja, am besten im Steinbruch mit Bleistiefel. :lol:

ich bin sehr froh und dankbar über die Frima, die einmal wöchentlich mein Haus putzt. Ohne sie wäre ich oftmals aufgeschmissen. Obwohl sie ja eine (deftige) Rechnung schicken, lege ich manchmal etwas persönliches dazu.


Ochja, sowohl ich als auch später meine Tochter haben lange Zeit hier im Dorf die Sonntagszeitung ausgetragen, weil wir das Geld dringend brauchten. Das hieß um ca. halb fünf aufstehn am Sonntagmorgen, alles einpacken und durchs ganze Dorf marschieren. Anfangs trifft man ja niemanden, weil es noch so früh ist. Aber so ab 7Uhr sind auch die ersten unterwegs, z.B. mit Hund usw. Ich habe zum Glück nie einen blöden Kommentar gehört und meine Tochter auch nicht, ihr wurde sogar mal an Heiligabend ein Eurostück in die Hand gedrückt, worüber sie sich sehr gefreut hat. Ansonsten waren die Leute meist nett, haben kurz mit einem geredet, so in der ART "ist das nicht arg früh, wie Sie da raus müssen?" - es hat sich zumindest bei uns auch nie einer beschwert, wenn wir nach halb zehn gekommen sind mit der Zeitung, weil es z.B. schlechtes Wetter war oder so, da waren wir schon sehr froh.
Heute sind wir zum jetzigen Austräger natürlich nett und freundlich und haben Verständnis, wenn er mal später dran ist, mir würde nicht im Traum einfallen, ihn deswegen blöd anzumachen, schließlich weiß ich nur zu gut, was für ein Knochenjob es ist, über 400 Zeitungen hier im Dorf auszutragen.................


Zitat (Stierfrau82 @ 03.08.2011 22:23:32)
Er - hält sich für was besseres und ist so ein verzogenes Einzelkind, was noch nie einen Nebenjob hatte um was dazuzuverdienen

glaubst du, er ist so, weil er einzelkind ist? und weil er nie einen nebenverdienst hatte? wenn das so wäre, könnte ich das nicht in jedem fall bestätigen. ich kenne auch einzelkinder, die von haus aus gut gestellt sind, und die niemals ein wort gegen niedriglohnarbeiter sagen würden.

dagegen kenne ich sehr wohl menschen, die selbst nicht viel verdienen, mehrere geschwister haben und dem personal in cafés und restaurants, sowohl im service als auch bei der reinigung, gegenübertreten, als seien sie selbst hochvermögend, hochgebildet und besser als alle anderen. pfui! :angry:

@Seidenlöckchen!

Er kommt halt so rüber, und sagt halt auch gern: "Ich bin ja eh später mal Alleinerbe!" Und im Gespräch haben wir das auch paar mal so gehabt, dass er sagte, dass er nie so nen Job machen würde... Seine ganze Art zeigt das halt!

Aber es gibt natürlich auch andere. Bei ihm ist es aber halt so.


manche jobs mag ich auch nicht machen. das jedoch ist kein anlass für mich, einen menschen schlecht zu behandeln, der ihn ausübt. auch wenn ich mit manchen berufen und den ausübenden gewiss niemals freundschaft schließen würde.

das schlechte benehmen kenne ich ironischerweise mehr von menschen, die im gleichen boot sitzen. diese leben das "nach oben buckeln, nach unten treten" sehr aus. sie haben selbst nur sehr wenig macht, und die wenige, die sie manchmal haben, demonstrieren sie an menschen, die sie für geringer als sich selbst halten. bedienungen, bettler, reinigungskräften. daran sieht man, dass sie selbst nicht besser sind.


Zitat (seidenloeckchen @ 04.08.2011 11:38:20)


dagegen kenne ich sehr wohl menschen, die selbst nicht viel verdienen, mehrere geschwister haben und dem personal in cafés und restaurants, sowohl im service als auch bei der reinigung, gegenübertreten, als seien sie selbst hochvermögend, hochgebildet und besser als alle anderen. pfui! :angry:

:daumenhoch: meine volle Zustimmung!

Würdet Ihr als Reinigungskraft arbeiten.
Ich habe jetzt ein Job in einer Hochschule angenommen als Reinigungskraft.
Es ist anstrengender als ich es erwartet habe. Es ist auch nicht sehr angenehm.
Die Toiletten sind immer sehr verdreckt


Ich arbeite seit Jahren als Reinigungskraft.
Gelernt habe ich Hauswirtschafterin, aber da ich am Land lebe , Haus Garten und 3 Kinder habe bin ich etwas eingeschränkt. Nun putze ich 2 Firmen und 2 private Haushalte und bin recht zufrieden damit.
Für Toiletten gibt es schließlich Handschuhe. Der Rest sitzt nur im Kopf. Bei mir ist selten was so dreckig, aber wenn dann gilt Augen zu und durch. Früher habe ich mal in einem Busunternehmen gejobbt, da mußte ich mal unterwegs die Toi eines Reisebusses säubern...da war jemanden übel geworden...war nicht toll, aber ich habe es auch überlebt. Ich denk mir in solchen Fällen: Ein Arzt der jahrelang studiert hat sieht und riecht sicher oft schlimmeres :P


Ja, ich würde auch als Reinigunskraft arbeiten, wenn sich nichts Anderes bieten würde.
Arbeit schändet nicht, egal welche.


@Raumpflegerin: hast Du andere Auswahlmöglichkeiten in puncto Job?- Dann greif dort zu.- Wenn nicht, mußt Du dadurch.- Das hatten wir doch schon in ähnlicher Form mit Dir erörtert, wenn ich nicht irre.- Dementsprechend will ICH nun nicht nochmal ausführen, welche Arbeiten ich schon durchgeführt habe, und auch nochmal tun würde, um zu überleben.

Wenn kein "Dreck" vorhanden wäre, müßte nicht "saubergemacht" werden.- Lustig ist das weder daheim, noch bei Fremden.- Dazu "geboren" wurde wohl Niemand.- Man stirbt jedoch nicht dran...

Gruß...IsiLangmut


Der Job als Raumpflegerin steht bei mir sicher nicht mal in den ersten 2/3 der Jobwunschliste... ich putze schon zuhause äußerst ungern. Die Vorstellung, anderer Leute Dreck wegmachen zu müssen, ist für mich echt anstrengend.
Aber bevor ich gar nix mache, würde ich mir das überlegen. Sicher.


Liebe Raumpflegerin ... in einem öffentlichen Gebäude zu putzen ist sicher nicht besonders schön (das würde ich vermutlich auch bei grösster Geldnot nicht tun) aber in einem Privathaushalt zu putzen täte mir nix ausmachen

zumal die vermutlich besser bezahlen, oder ?


Meine Güte, bewerbe Dich doch einfach weiter - und wenn etwas "besseres" zu bekommen ist dann kannst Du immer noch kündigen - besser als arbeitslos Zuhause.

YO

(es gibt Berufe, die sind beiweiten geruchsintensiver.. )


Ich würds auch so machen wie schon mal vorgeschlagen:
Job annehmen und die Augen offenhalten,wenns was anderes gibt da bewerben.


***Ich hab mal das Doppelmoppelposting gelöscht ;)***

Bearbeitet von Cambria am 15.08.2011 12:26:19


ich habe eine Fußbodenkosmetikerin :pfeifen: :P als beste Freundin. :wub: :wub:

aber ich werde es nie und nimmer machen.
ich habe aber einen großen Respekt vor jeder die in dieser Fachrichtung arbeitet. :wub: :wub:


Was für eine Frage.
Jeder der keinen Job hat sollte m. E. machen was ihm gerade möglich ist.
Das kann ein Reinigungsjob sein, kassieren, Regale einräumen oder oder...
Wie schon vorher geschrieben, bleibt es einem ja offen weiter Bewerbungen abzugeben um sich etwas das einem mehr liegt zu suchen.

Zur Urspurngsfrage: Ja ich würde putzen gehen. Warum auch nicht. Mein Traumjob sieht sicher anders aus (wobei es auch lukrative Reinigungsposten gibt), aber an erster Stelle stehen: für die eigenen Kosten und die der Familie aufkommen, ein Vorbild für die Kinder sein und sich selbst nie aufgeben.


Ich arbeite ebenfalls als Reinigungskraft in einem Seniorenzentrum.

Der Job ist nicht das Goldene vom Ei jedoch muss ich zugeben dass es manchmal auch Spass macht.
Es sind eher die unschönen Dinge die selten sind. Die meissten Bewohner sind froh darüber dass sie uns haben und sind immer freundlich. Es ist manchmal wirklich anstrengend und am Ende des Tages weiss man was man getan hat.
Für Bad und Toilette gibts Handschuhe und gutes Reinigungsmittel. Die Schei.... muss man auch nicht mit den Händen anfassen. Es ist kein Traumjob doch wer kann schon das Wort Scheissjob schon wörtlich nehmen :P :D rofl


Die Menschen die andere Nach ihrer Beruflichen Tätigkeit herablassend behandeln kann ich gar nicht leiden.
Ich arbeite als Reinigungskraft in einem Senirenzentrum und ich kann nur sagen dass wir hier alle super freundlich behandelt werden. Vom Chef bis zur Kollegin von Bewohnen und Pflegekräften. Denn wir Arbeiten miteinander und nicht gegeneinander. Denn Wir sind ein Team! Wenn der HygieneBereich wegfallen würde würden sie zumachen können, genauso wie wenn die Küche nicht da ist oder die Pflege.

Ich muss auch sagen unsere Bewohner sind superlieb. Auch wenn sie sich nicht alle Namen merken können.
Ich hatte mal eine Sache da hatte ich noch nicht alle Zimmer durch und der Frau XY ist ein Glas hinunter gefallen. Frau XY sitzt im Rollstuhl und wusste auch dass ich in der Nähe bin. Sie kannte meinen Namen jedoch nicht da sie mich nicht sofort erkannt hat. Frau XY hat dann auch "Hallo, Putzfrau, könnten SIe bitte mal kommen?" gerufen. Jedoch hat sie sich dafür sofort entschuldigt "Putzfrau darf man heutzutage nicht mehr sagen" meinte sie doch es hat mich nicht gestört denn ich weiss an der Tonlage wie es gemeint war.

Wir Putzen ja auch nicht nur. Wir leisten den Bewohnern gesellschaft wenn sie im Zimmer sind kann man sich mit ihnen neben dem Putzen unterhalten. Die Freuen sich immer. Oder wir bringen ihnen mal die Wasserflaschen oder ähliches.


Hi
Ich arbeite ja jetzt auch als Reinigungskraft. Die ersten Tage
waren schon sehr schwer und auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Ich habe mich als Mensch 2 Klasse gefühlt.Aber jetzt habe ich es geschafft,
dank meine sehr netten Kollegen. Heute kann ich sage ich habe es geschafft.
Es gibt wirklich schlimmeres als ,als Reinigungskraft zu arbeiten.
Jetzt macht es mir sogar Spass. Kein Traumjob aber ich
bleibe Reinigungskraft.


Ich würd auch als Reinigungskraft arbeiten, bevor ich Harz 4 bekomme. Dennoch würde ich mich solange bewerben bis ich wieder arbeit in meinen Job hätte.


Jawohl, Candyme, ganz meine Meinung. Ich habe auch schon im Altenheim geputzt, das war eigentlich immer schön mit denBewohnern, man konnte wirklich ein wenig mit ihnen reden, während man im Zimmer war. Ich habe sie auch immer begrüßt, wenn ich reinkam und gefragt, wie es ihnen geht. Sowas würde ichjederzeit wieder machen, aber im Moment suche ich nach ARbeit und finde einfach keine. Zur Zeit habe ich eine offene Bewerbung bei einer GEbäudereinigung, die für vormittags je 3 Stunden jemand suchen, man konnte mir aber nicht sagen, ob das in einem Altenheim oder in der Büroreinigung ist, ich warte täglich auf den Anruf der Objektleiterin. Drückt mir mal die Daumen, daß das wenigstens was GEscheites ist, ich hab da schon die tollsten Sachen erlebt, daß man im Akkord putzen muß und selbstverständlich dabei auch noch äußerst gründlich sein soll - das geht für mich so einfach nicht, das finde ich furchtbar. Eine BEkannte von mir putzt z.B. in einer Rehaklinik über eine Putzfirma, die müssen wirklich im Schnellverfahren alle Zimmer machen, selbstverständlich mit Bettwäschenwechsel usw., wie eine normale Zimmerfrau auch - aber für weniger Lohn. Sie ist jeden Mittag fix und alle. Aber das kennt bestimmt mancher von Euch auch, nicht wahr????????Also, drückt mir mal die Daumen..............


Ich kenne es auch das es Schüler gibt, die meinen die "Putze" muss jedem den Dreck wegräumen.
Das geht natürlich gar nicht und ist respektlos. Um Geld zu sparen wurden Festangestellte durch Reinigungsfirmen ersetzt. Klar ist das günstiger, hat aber auch viele Nachteile.
Es gibt Reinigungspläne was das Personal machen muss.
Dafür bekommen die Reinigungskräfte ihr Entgelt.
Die Zeit reicht aber meist nicht um die anfallenden Arbeiten zu erledigen, dann muss länger gearbeitet werden für das gleiche Geld.
Und die Reinigungsfirmen stehen in harter Konkurrenz.

Ich habe viel Respekt vor solchen Menschen, die einen harten, schlecht bezahlten Job machen.


während meiner Schulzeit hatte ich eine Zeitlang als Zimmermädchen im Sheraton Hotel am Frankfurter Flughafen gejobbt ... das war echt anstrengend (aber ich war ja noch jung), wurde allerdings gut bezahlt (plus Trinkgeld)

über einen längeren Zeitraum würde ich das aber nicht mehr machen


Ich habe einen gewissen Respekt vor Reinigungskräften, einfach, weil sie mir- grob ausgedrückt- den Dreck hinterm Popo wegräumen.
In meinem alten Job (Supermarkt, bis 22 Uhr geöffnet) war ich sogar richtig dankbar, als wir endlich eine Reinigungskraft hatten, einfach, weil so ein großer Teil Arbeit erspart blieb. Die abendliche Fünfminütige Pause mit Kollegin und "Putzfrau" (sie nannte sich selbst so) und Kaffee und Zigarette vermiss ich sogar.

Meine Mutter putzt selbst jeden Morgen in einem gehobenen Bekleidungs- und Lederwarengeschäft (Gehoben= Mit 20 Euro in der Tasche kommste da echt nicht weit). Anfangs wurde wirklich auf sie herabgeblickt, aber inzwischen gehört sie zum Team, inklusive Mitarbeiterrabatt und kleine Aufmerksamkeiten zu Ostern, Weihnachten und Geburtstag (sogar für meine kleinen Geschwister ist immer etwas dabei)


Jeder, der den Dreck anderer weg macht, hat meinen größten Respekt.
Ich habe in der Uni guten Kontakt zu den Putzfrauen, den Handwerkern, all denen, die für manche zur "Unterschicht" gehören.
Ich habe es schon erlebt, dass ich mit Leuten, die von außen kommen, über den Campus gehe, einer Putzfrau oder einem Handwerker zuwinke und Hallo rufe und dann kommt "Du grüßt die? Das ist doch eine Putzfrau"
Ja verdammich.
Da muss ich mich nur umgucken, was würden wir wohl ohne diese Leute machen.

Bei mir zu Hause war aufgrund besonderer Umstände längere Zeit so einiges liegen geblieben.
Hätte ich eine bezahlbare Putzfrau gefunden, die mir einmal wieder rundum alles gewienert hätte, ich hätte vor ihr auf den Knien gelegen.

Jeder der meint er sei was Besseres sollte sich klar machen
Wer an der Spitze der Pyramide steht,
der wird von denen, die unter ihm stehen, getragen.


Zitat (Die Außerirdische @ 17.08.2011 13:21:31)
Jeder der meint er sei was Besseres sollte sich klar machen
Wer an der Spitze der Pyramide steht,
der wird von denen, die unter ihm stehen, getragen.

Das hast Du schön geschrieben, Außerirdische. :daumenhoch: