Grüne Tomaten einkochen?


Hallo Ihr lieben!

An meinen Tomatensträuchern hängen noch massenweise Tomaten, leider alle noch in verschiedenen Stadien der Unreife. In den vergangenen Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie um diese Jahreszeit kaum noch nachreifen, schon gar nicht am Strauch. Wenn sie im Haus nachreifen, lässt der Geschmack sehr zu wünschen übrig.

Jetzt hat mich Verwandschaft aus Atlanta auf den Gedanken gebracht, grüne Tomaten einzukochen, was in den Südstaaten durchaus üblich wäre (sogar Marmelade könne man daraus machen). Bisher hab ich grüne Tomaten nur gebraten bzw frittiert gegessen :sabber: , aber mit der Idee des Einkochens der grünen Tomaten könnte ich mich durchaus anfreunden (das wäre mal ganz was anderes als unsere üblichen Konserven).

Jetzt meine Frage: hat das jemand von Euch schon mal gemacht, wie hat's geschmeckt und hätte jemand ein (oder auch mehrere) Rezept(e) für mich?

Im Voraus schon mal ein dickes "Dankeschön" für Eure Hilfe!


also ich habe mal eingemachte grüne Tomaten gegessen, war im Urlaub in Südafrika. Das war super lecker, leicht säuerlich angemacht und ein anderes leicht süßliches. Leider haben wir das Rezept damals nicht bekommen...


Abgeschrieben und hiermit zitiert aus dem Buch "Grüne Tomaten" von Fannie Flagg:
"Gebratene grüne Tomaten
1 mittelgroße grüne Tomate ( pro Person)
Salz
Speckfett
Pfeffer
Weißes Maismehl

Tomaten in etwa 1-2cm breite Streifen schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen, in Maismehl wälzen. Speckfett in großer erhitzen, Tomaten darin auf beiden Seiten hellbraun braten.
Sie glauben, sie sind gestorben und im Himmel gelandet."
Zitatende.

Ich habs noch nicht probiert. Und da der Roman in den Südstaaten spielt können die Tomaten vielleicht auch im grünen Zustand anders schmecken, als bei uns.
Mir ist das nur spontan eingefallen.

Es gibt da auch noch ein weiteres Rezept in dem Buch (was ich übrigends für super lesenswert halte, macht richtig Spaß, aber das ist Geschmacksache..... :ach: ).
Es heißt "Gebratene grüne Tomaten mit Milchsauce."
Klingt auch spannend, ist aber reines Hüftgold..... :D
Kann ich bei Interesse auch abschreiben.


Irgendwo in meinen Geheimarchiven habe ich Rezepte für grüne Tomaten versteckt.- Für mein Lieblings-Möpschen suche ich doch glatt mal flächendeckend rofl .

Liebe Grüße...IsiLangmut


Hallo zusammen :) ,

also ich hätte da jetzt mal ne frage: sind denn die grünen, also unreifen Tomaten, nicht giftig? :unsure:


@Pink_lady: Neeee, wenn die zubereitet sind, sind sie nicht giftig.- Und ansonsten: so'n kleines bischen Gift...was macht das schon aus :sarkastisch: , wir müssen doch so viel Gift und Galle schlucken, ganz ohne Vorwarnung ;) ...


Danke schonmal für die bisherigen Antworten.

Ich warte gespannt wie ein Flitzbogen auf das Rezept für "grüne Tomaten in Milchsoße". Das Buch von Fannie Flagg hab ich vorgefühlten hundert Jahren mal gelesen, aber an die Rezepte kann ich mich nicht mehr erinnern.

Und händeringend warte ich darauf, dass Isilein fündig wird (nicht dass der Jung' die Rezepte vorher findet und zu Konfetti verarbeitet :ruege: :werwolfmädl: )

:D


Also dann versuch ich mal das Rezept aus einem meiner Lieblingsfilme "Grüne Tomaten", hab mich bis jetzt nie getraut. Naja wenn ich dann nimmer hier auftauch - weisse bescheid Schätzelein - wie Herr Schlemmer es ausdrücken würde :D . Oder wie ich es ausdrücken würde, dann haste mich aufm Gewissen :schockiert:


Mädels, mal ein Tipp vorab un ummesonz: bevor Ihr Petersilie verwendet in einem der Rezepte, RIECHT mal erst dran :rolleyes: .- Wenn die muffig riecht, isses KEINE Petersilie, und dann waren's nicht die grünen Tomaten... :sarkastisch:

Wohl bekomm's....wünscht die Isi :pfeifen:


??? :o


JAWOLL! :P


diesen Beitrag bei chefkoch dazu finde ich ganz interessant ... zum Thema unreife Tomaten


Agnetha Du bist mein Held! :wub:

Dat IsiLangmut wollt mir ans Leder :kommhermeinfreundchen:


Zitat (Pink_lady @ 11.09.2013 21:25:01)
Agnetha Du bist mein Held! :wub:

das freut mich ganz besonders :blumen:

@ mops:
wie erwähnt ohne Gewähr, nicht ausprobiert und zitiert aus o.g. Buch:

"Gebratene grüne Tomaten mit Milchsauce:
3 Esslöffel Speckfett
4 feste grüne Tomaten in 1 cm dicke Scheiben geschnitten
verquirlte Eier
Brotkumen
Mehl
Milch
Salz
Pfeffer

Speckfett in einer großen Pfanne erhitzen
Tomatenscheiben in Eiern, dann in Brotkrumen wälzen.
Langsam im Speckfett auf beiden Seiten goldbraun braten.
Tomaten auf einer Platte anrichten.
Pro Esslöffel Fett einen Esslöffel Mehl in die Pfanne rühren.
Eine Tasse Milche dazu giessen, kochen lassen, bis die Sauce dick wird, ständig umrühren. Nach Geschmack salzen und pfeffern. Über die Tomaten giessen und heiss servieren."

Die Mengenangaben erinnern mich an "Es muss nicht immer Kaviar sein."
Das war auch immer so "PiMalDaumen"
Versuch macht kluch.

Nochmal erwähnt, grüne Tomaten in Dland können ganz anders schmecken, als die aus den Südstaaten...

So wie es sich liest macht das "Speckfett" den größeren Teil an Geschmack aus, als die grüne Tomate :D


Wie gesagt, gebraten oder frittiert hab ich grüne (deutsche)Tomaten schon gegessen und fand die sehr lecker. Mit der Milchsoße zu gebratem Gemüse, na, warum nicht, probieren geht bekanntlich über studieren.

Allerdings sind die Südstaatler ziemlich traditionell mit ihrem Essen: ich hab sogar schon gebratene Gurken gegessen! Alles triefend von Fett (nichts für Cholesterin-Geschädigte), aber genial lecker!

Noch ein Rätsel: ich nehme an, mit Speckfett ist (gesalzenes) Schweineschmalz gemeint?


[FONT=Courier][SIZE=7]
Ich denke mit mit Speckfett ist das Fett von aus gebraten geraucherten Speck gemeint.

Ich habe vor einigen Jahren non einer ehemaligen Nachbarin ( Rumänin) eingelegte gruene Tomaten bekommen. Die waren lecker.

Rezepte findest du beim Gockel.

Schönen Abend noch.

Dette


Ich mache daraus eine gaaaanz leckere Konfitüre. Mit Orangen und Zitrone. Ist herrlich fruchtig und nicht zu süß.

Das Rezept findet Ihr auf folgendem Blog: Arbeitslos. Kein Geld. Auf dem Weg in die Freiheit

Sie brauchen dazu:

1 Kilo grüne Tomaten
1 Kilo Orangen
1 - 2 Zitronen je nach Geschmack
1 Vanilleschotenmark oder 6 Päckchen Vanillezucker
1 Kilo Gelierzucker 2:1
ca. 30 Gramm
1/2 Teelöffel gemahlene Nelken
nach Geschmack evtl. etwas Zimt

Und so wird es zubereitet:

Tomaten schälen und den Stielansatz herausschneiden. Die kleinen Tomatenstückchen auf langsamer Stufe pürrieren. Die Orangenschalen und die Zitronenschale grob raspeln auf der Küchenreibe. Von der Zitrone den Saft auspressen und mit den geraspelten Schalen zur Tomatenmasse geben. Von den Orangen die noch übrig gebliebenen weißen Schalenreste abziehen, dann die Orangen in grobe Stücke schneiden und ebenfalls zur Tomatenmasse geben. Die Gewürze und den Gelierzucker dazugeben. Die Zitronensäure je nach individuellem Geschmack dazu geben.
Alles schön umrühren, kosten ist erlaubt. Aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr. Dann die Masse unter ständigem Rühren erhitzen, 4 Minuten kochen lassen und dann in heiße, saubere Gläser füllen (bitte kein Spülmittel für Gläser und Deckel verwenden). Den Gläserrand mit einem heißen Lappen schön sauber machen. Heiß gespülte Twist Off Deckel drauf, zuschrauben und auf Holzbrettchen die Gläser auskühlen lassen. Es kommen dabei ca. 8 Marmeladengläser heraus.

Es ist ein herrlich fruchtiger Geschmack und vor allem nicht so süß, wie übliche Marmeladen oder Konfitüren und durch die stückigen Orangen hat man auch den vollen Orangengeschmack. Für mich ist es momentan der absolute Renner bei meiner Auswahl zum Frühstücksbrötchen. Die Schalen von den Orangen und von der Zitrone bringen dann noch etwas herbes Aroma rein und das passt total gut. Die gemahlenen Nelken und/oder der Zimt bringen das I-Tüpfelchen. Ich habe jedoch keinen Zimt verwendet, die Nelken brachten schon den Geschmack, den ich mir erhofft hatte.


LG Kerstin

Bearbeitet von Kerstin1960 am 12.10.2013 20:03:16


Ich nehme mal an, dass diese grünen Tomaten in den expliziten Kochbüchern auch gezüchtete grüne Tomaten sind und nicht die unreifen damit gemeint sind.
Es gibt eine eigene Züchtung von grünen Tomaten, die dann das giftige Solanin nicht enthalten.
Ansonsten gilt, bei unreifen grünen Tomaten, dass die Solanin enthalten, was beim Kochen nicht zerstört wird.
Ich wäre also vorsichtig.

Ciao
Elisabeth


Es gibt meines Wissens nach keine gezüchteten Sorten mit grünen Tomaten. Die Urform der Tomaten ist lediglich eine gelbliche Art gewesen. Nein, es handelt sich bei diesem Rezept um die grünen, unreifen Tomaten.

Und sofern Sie mehr als 1 Kilogramm Konfitüre täglich verzehren, können sich bei Ihnen auch durchaus gesundheitliche Beschwerden einstellen. Natürlich nur, wenn dieses 1 Kilogramm aus reinen grünen Tomaten besteht.

Da diese leckere Konfitüre maximal zu 50 % aus grünen Tomaten besteht, der Rest sind gesunde Orangen und Zitronen, da müßten Sie bereits 2 Kilogramm Konfitüre pro Tag essen.

Wenn Sie das jedoch drauf haben, dann stimmt es, was in dem Rezept steht: Es macht süchtig!

:augenzwinkern:


LG Kerstin


Also, ich hab jetzt lange experimentiert, und bisher sind die Grüne-Tomaten-Variationen bei Familie und Freunden gut angekommen - vor allem die mit Milchsoße *schmatz* und die eingelegten süß-sauer!

Ich werde jetzt noch ein Chutney ausprobieren und die Konfitüre von Kerstin - danke vielmals für alle Tipps!

Solltet ihr in nächster Zeit nix mehr von mir hören, dann sind grüne Tomaten wohl doch giftig! :P :D


@ Kerstin

Es gibt sehr wohl eine eigene Züchtung mit grünen Tomaten. Sie heißen "Evergreen" und "Green Zenbra". Sie enthalten kein Solanin, wogegen rote Tomaten, die noch grün sind :wacko:, schon Solanin enthalten. Und sogar reife rote Tomaten enthalten im Strunk noch Solanin.

Nach wie vor gebe ich hier den Tipp, mit noch "grünen roten" Tomaten vorsichtig zu sein beim Verzehr.

Ciao
Elisabeth


@Elisabeth:n In den Rezepten werden tatsächlich unreif geerntete grüne Tomaten gemeint, nicht die gezüchtete grüne Sorte.

Ja, grüne Tomaten enthalten Solanin, genauso wie z. B. Kartoffelchips. In den Südstaaten der USA sind grüne Tomaten geradezu ein Nationalgericht - von besorgniserregenden Sterblichkeitsraten nach dem Genuss der unreifen Früchte habe ich aber noch nichts gehört.

Wenn Konfitüre aus den grünen Tomaten hergestellt wird, sinkt der Solaningehalt um etwa 35 Prozent. Das Abschälen der Haut bringt noch ein Minus von 10 %. Die giftige Dosis beginnt für Menschen bei 25 mg, ab 400 mg wird es tödlich. Grüne, sehr harte Früchte enthalten etwa 32 mg auf 100 g; grüne, weichere Tomaten 7 bis 13 mg und gelb- und orangefarbene 0,1 bis 1,8 mg auf !00 g (die beiden letzteren werden von mir verwendet).

Aber wir sprechen hier von Beilagen, nicht von Hauptgerichten. Kein Mensch wird die unreifen Früchte in Massen essen - davor wird auch gewarnt. Aber im Allgemeinen wird der gelegentliche Genuss von grünen Tomaten als unbedenklich gewertet.

Hier gilt wie bei fast allen Nahrungsmitteln: die Dosis macht's!

:blumen:


Ich koche, ähnlich wie Kerstin, eine leckere Marmelade aus grünen Tomaten. Statt Orangen nehme ich Äpfel und die Nelken lasse ich weg. Aber sonst wird es genauso gemacht und es schmeckt einfach köstlich.


Die Konfitüre ist ja echt ne klasse Idee. Habe hier noch ein gutes Kilo grüne Tomaten rumliegen und wusste nicht, was ich damit anfangen soll. Werde ich mal versuchen. :)


Ja, die Marmelade ist klasse. Im Jahr 2014 hatte ich "leider" keinen grünen Tomaten, da war die Braunfäule drin, die Hälfte hab ich da weggeworfen. 2013 hatte ich aber eimerweise grüne Tomaten, weil der Wintereinbruch so früh kam. Jetzt, Januar 2015 hab ich noch ein Glas übrig, schmeckt immer noch sensationell gut.


@Kerstin1960 und Drachima: Vielen dank für die Marmeladen-Rezepte. Ich hab's im September nachgekocht und es kam echt gut an. Heute morgen haben wir ein frisches Glas aufgemacht.

Die Hälfte der Tomaten hab ich mit Orangen (und ein bisschen Zucker) gemacht und weniger von der Schale, die andere Hälfte mit Äpfeln. Beides ist unschlagbar, wenn man mal nicht immer Erdbeer- oder Heidelbeermarmelade möchte und Apfel-, Johannisbeer- und Himbeergelee nicht mehr sehen kann.

:blumen:


Schön, dass die Marmelade euch schmeckt. Und danke für dieses Feedback :blumen:



Kostenloser Newsletter