Ist konsequentes Wassersparen wirklich sinnvoll: Sparen und Umwelt


Hallo liebe Frag-Mutti-Gemeinde,

nachdem ich immer wieder offensichtlich gute Tipps zum Wassersparen hier und auch anders wo lese, versuche ich dies seit geraumer Zeit auch um zu setzen.
Allerdings hatte ich vor einigen Monaten meinen Küchenabfluss verstopft und der Profi der Kanalreinigungsfirma sagte mir, dass diese ganze Wassersparerei eher zu neuen Problemen führen würde. So ein Abfluss bräuchte auch immer wieder reichlich klares Wasser und nicht nur die schmierige Brühe, die mit so wenig Wasser wie möglich nachgespült wird.
Ich vermeide es, Fett und andere halbfeste Stoffe durch den Abfluss zu jagen.
Wie gesagt, ich bemühe mich, wie so viele andere hier auch, sparsam mit dem Gut Wasser umzugehen (allein aus Kostengründen), aber bin mittlerweile etwas unsicher ob ich das wirklich Richtige mache.
Würde mich sehr über Eure Gedanken und Anregungen freuen. Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße von Minah

Bearbeitet von minah am 15.10.2014 09:45:33


Hilfreichste Antwort

Ich schüttle bei den ganzen Wasserspartipps auch immer den Kopf. Ich kann ja verstehen, dass man gerne an seine Oma denkt, aber der war das Wassersparen damals wahrscheinlich deshalb in Fleisch und Blut übergegangen, weil sie es aus früheren Zeiten noch gewohnt war, es an der Pumpe im Dorf holen zu müssen.

Ich hab das schon öfter hier reingeschrieben und zitiere mich jetzt einfach mal selbst: "So viele Kommentare und trotzdem hat anscheinend noch niemand mal ausgerechnet, wieviel man denn tatsächlich spart bei dem ganzen Aufwand. Fast überall in Deutschland kostet der Kubikmeter Wasser, das sind 1000 (!) Liter inkl. Abwasser/Kanal nicht mehr als 3 Euro. Das sind immerhin 100 Gießkannen oder Eimer voll! Soooo toll ist der Spartipp also nicht, denn um einen Kubikmeter und somit 3 Euro zu sparen, muss man wirklich lange sammeln. Ist wohl eher ein Tipp für die, die das Gefühl brauchen, gespart zu haben, wirklich Geld sparend ist der Tipp nicht.
Zum Thema Ressourcenschonung wurde bereits alles von anderen weiter oben gesagt."

Ich meine, ich vermisse das sowieso bei einigen Spartipps hier, da wird gesagt, dass man da sparen könnte, aber es wird nicht anhand eines einfachen Beispiels ausgerechnet wie viel. Und ganz ehrlich, wenn jetzt eine arme alte Oma hingeht, die sich eh schon nicht mehr gut bewegen kann und die versucht jetzt, mit Eimern und Kannen zu hantieren, dann finde ich das schon blöd, wenn sie bei dem ganzen Aufwand am Ende eines Jahres maximal 1,50 gespart hat.

Aber dann kommt unweigerlich das Argument "wer den Pfennig nicht ehrt" usw. Aber ganz ehrlich, man muss doch auch mal den Aufwand dagegenrechnen. Dass es immer Leute gibt, die sehr wenig Geld zur Verfügung haben und den Aufwand deshalb betreiben wollen oder müssen, steht dabei auf einem anderen Blatt. Mit dem Wissen kann ich aber doch nicht jeden Tipp für alle bejubeln, bei dem man als normaler Durchschnittshaushalt im Jahr höchstens 3 Euro spart. Ich finde das auch eine Verschwendung von Fokussierung. Mit dem tollen Gefühl, beim Zähneputzen Wasser gespart zu haben, kann ich ja dann leicht eine andere Umweltsünde begehen, sei es das 300. Plastikspielzeug für mein Kind zu kaufen oder eine Kreuzfahrt zu machen.

Gilt alles nur für Deutschland und ähnliche Länder, was sich gesagt hab. Wir müssen hier keine Ressourcen sparen, damit andere Länder mehr haben. Bei Freunden von uns kommt für ihr Haus in Portugal regelmäßig der Tankwagen für Wasser und kippt die Zisterne voll, da gibt's gar keine zentrale Wasserversorgung. Da sparen wir selbstverständlich auch Wasser. Hier eher nicht. Ich wasche grundsätzlich bei meiner Waschmaschine mit der Funktion "extra Wasser" weil es sonst stinkt.

Also ich seh das nicht als gesellschaftliches "Problem" im Sinne von "der Staat zockt uns ab". Ich finde das in Deutschland toll geregelt. Und die Abwassergebühren steigen ja unter anderem auch deshalb (wobei das hier in den letzten 15 Jahren auch nicht viel war) weil wir ständig Silikone und andere fiese Sachen in unseren Shampoos und Duschgels drin haben, die wirklich ganz schöne Probleme in der Kläranlage machen. Ich glaube, wenn wir da ansetzen, das wäre definitiv besser für die Umwelt und auch für den Geldbeutel.


Genau die gleichen Fragen beschäftigen mich schon länger.
Hier - in Nordeuropa - ist es im Grunde kontraprodduktiv. Und seit ich weiß, dass die Abwässerbetriebe immer wieder mal "unser" tolles, sauberes Trinkwasser durch die Abwasserröhre jagen müssen, aus dem gleichen Grund wie dein Profi sagte, werden die Fragezeichen immer größer.
Zudem bleiben die fixen Kosten fast gleich, und daher steigt dann der Preis des m³.....

Wassermangel entsteht eher durch zu intensive Agrarindustrie. Beipsiele: Spanien, Kalifornien.

Die lächerlichen Überlegungen und Beschlüsse in Brüssel könnten einen wütend machen, wenn es nicht zum Weinen wäre: Wasser sparende Duschköpfe... Da reibt sich die betreffende Industrie schon in die Hände: Was der Glühlampenindustrie gelang, muss uns doch auch gelingen!
Beispiel:
Da hat man zuerst das ach so gefährliche Quecksilber aus den Hausern verbannt indem quecksilberhaltige Fieberthermometer verboten wurden, und dann muss man sich diese quecksilberhaltigen Sparlampen anschaffen, nachdem die bisherigen Glühlampen verboten wurden. Gehts noch??!

Aber das alles gehört eher in den Bereich "Gesesllschaft"...


Zitat (dahlie @ 15.10.2014 09:57:46)
Aber das alles gehört eher in den Bereich "Gesesllschaft"...

Guten Morgen liebe dahlie,

tatsächlich habe ich recht lange gegrübelt, in welche Kategorie dieses Thema gehört.
Welches ist denn der am wenigsten schlechte Weg.
Die Hilflosigkeit gegenüber Brüsseler Entscheidungen kann es doch nicht sein, oder ?
Heute steht der Umschüttkannen-Tipp neu drin und "eigentlich" finde ich den gut ..... aber habe so ein Gefühl, dass es tatsächlich im Größeren Ganzen kontraproduktiv ist.

Booooh...... ich würde so gerne eine Lösung dieser Frage finden.
:heul:

Hallo minah,

auch ich gehöre zu den Wassersparern, auch wenn ich weiß, dass das eigentlich nicht sinnvoll ist. Ich habe auch den Wasserkannen-Beitrag voller Interesse gelesen, aber ich weiß auch, dass er sich eigentlich nicht rentiert.

Nur ein Beispiel: Bisher hab ich Salatwaschwasser als Blumengießwasser genutzt (vorausgesetzt, der Salat war nicht total verlaust), das hab ich jahrelang so gemacht, damit wenigstens die Zimmerpflanzen und Terrassenblumen von diesem kostbaren Gut etwas haben.

Dann hab ich mich mal mit der Wasserabrechnung genauer auseinandergesetzt: für jeden Liter Wasser, der aus dem Wasserhahn gelassen wird, muss man schließlich auch Kanalgebühr bezahlen. Auf meinen Anruf bei den Stadtwerken, warum das so sei, bekam ich auch die Antwort, weil zu wenig Wasser verbraucht werde, müssen die Abwasserkanäle von Zeit zu Zeit durchgespült werden. Mit sauberem Trinkwasser.

Seitdem bin ich kein Wassersparer mehr. Erstens haben die Bewohner wasserarmer Gegenden sowieso nichts davon, wenn bei uns Wasser gespart wird, nur damit sauberes Trinkwasser dazu hergenommen wird, um dreckige, verschlammte Abwasserkanäle durchzuspülen und des weiteren bin ich es Leid, jeden Tropfen Wasser zu sparen, nur um dann doch teure Abwassergebühren zahlen zu müssen.

Um deine Frage zu beantworten: nein, konsequentes Wassersparen ist in Deutschland absolut unsinnig, solange sich an dieser Wasserpolitik nichts ändert.


Danke liebe mops,
das mit dem Auffangwasser und Blumengießen mache ich auch so. Mittlerweile nur aus Gewohnheit (diese Routine hält die Pflänzchen bei mir am Leben) und nicht aus Vernunftsgründen.
Dass die Wasserwerke mit klarem Wasser spülen müssen, war mir bisher nicht bekannt, ist aber natürlich völlig einleuchtend.
Bin mal gespannt, wohin diese Wasser-Politik im EU-Raum noch führen wird. Dies macht mir jetzt bereits etwas Angst
:aengstlich:

Was sage ich denn meinen Kindern, die ja Umwelt und Leben noch lernen (sollten). "Lasst ruhig das Wasser laufen! Bringt eh nix das Sparen" ......
Ist irgendwie doof die Situation.


;) Ja, das stimmt. Glücklicherweise brauche ich mir darüber keine Gedanken mehr machen, meine Kinder sind schon groß genug, um das selbst zu entscheiden.

Aber du bringst mich auf den Gedanken, dass Wassersparen wirklich schon zur Gewohnheit geworden ist: beim Zähneputzen dreh ich auch ganz automatisch das Wasser ab, auch beim Haarewaschen usw. Nur nicht beim Duschen (was ich auch häufiger tue als baden => Wassersparen), weil ich da immer so friere. So wird es wahrscheinlich bei meinen Kindern auch sein, denn einmal antrainierte Gewohnheiten gehen in Fleisch und Blut über.

So hab ich es früher als wahnsinnig umweltschädigend und teuer empfunden, dass mein Mann beim Zähneputzen stets das Wasser laufen ließ. Nachdem ich ihn "umerzogen" habe, stelle ich fest, dass ich mich ganz umsonst aufgeregt hatte.

Auch kauft ganz Europa wassersparende Waschmaschinen und Spülmaschinen, was ja nun eigentlich auch ganz umsonst ist, nur von den Kosten her natürlich nicht.

Wenn wir alle vorher gewusst hätten, dass der ganze Wassersparfimmel nix bringt, hätten wir natürlich nicht damit angefangen. Aber ich bin schon zum Wassersparen erzogen worden, aus Sparsamkeitsgründen - von Umweltgründen war in den Siebzigern in "normalen" deutschen Haushalten noch nicht die Rede.


ich hab ein weiteres problem mit dem mir auferlegten wassersparwahn : die waesche !

seit ich eine waschmaschine habe die wasser spart wird meine waesche nicht mehr ordentlich gewaschen und gespuelt...zum teil auch nicht mit extraspuelen weil einfach zu wenig wasser dafuer benutzt wird.

resultat : viel lauferei weil ich zum waschen manuell wasser zulaufen lasse und spaeter die waesche nochmal extra nachspuele. vor allem dunkle/schwarze waesche wird seeeehr schnell stinkig wenn die pampe nicht ordenlich rausgespuelt wurde.

ein gutes hat der wahn : trepppensteigen soll ja der gesundheit foerderlich sein....meine waschmaschine steht im keller.... ;-)

gruss :blumen:
shewolf


Klar also mehr Wasser verbrauchen - dann steigen trotzdem die Kosten.
Bei der Waschmaschine kommt hinzu, wenn mehr Wasser erwärmt wird auch mehr Strom verbraucht wird.

Egal was man macht - wir werden sie schon kriegen. ;)

Für Länder, die wenig Wasser zur Verfügung haben, sind aber die Spargeräte von Vorteil.


Zitat (Sparfuchs @ 15.10.2014 11:34:21)
Klar also mehr Wasser verbrauchen - dann steigen trotzdem die Kosten.

Mir scheint der Kostenfaktor der einzig haltbare Grund zum Wassersparen in Deutschland. Bin, wie viele hier, zu Sparsamkeit erzogen und sehe das nach wie vor als hohen Wert an.

Meine Kinder leben nun in Wohnheimen und dort zahlen sie eine Pauschale für Strom, Wasser, Abwasser und Müll.
Die persönliche Ersparnis je nach individuellem Verbrauch, die ich zu Hause habe, fällt bei den Kindern/jungen Erwachsenen nicht an.
Trotzdem tue ich mich richtig schwer damit, ihnen die Einstellung zu vermitteln: "Sei nicht sparsam mit Wasser, ist nicht sinnvoll."

Aber wahrscheinlich sollte ich diese Gedanken abstellen und mich mit lösbaren Dingen beschäftigen :hmm:

Ich schüttle bei den ganzen Wasserspartipps auch immer den Kopf. Ich kann ja verstehen, dass man gerne an seine Oma denkt, aber der war das Wassersparen damals wahrscheinlich deshalb in Fleisch und Blut übergegangen, weil sie es aus früheren Zeiten noch gewohnt war, es an der Pumpe im Dorf holen zu müssen.

Ich hab das schon öfter hier reingeschrieben und zitiere mich jetzt einfach mal selbst: "So viele Kommentare und trotzdem hat anscheinend noch niemand mal ausgerechnet, wieviel man denn tatsächlich spart bei dem ganzen Aufwand. Fast überall in Deutschland kostet der Kubikmeter Wasser, das sind 1000 (!) Liter inkl. Abwasser/Kanal nicht mehr als 3 Euro. Das sind immerhin 100 Gießkannen oder Eimer voll! Soooo toll ist der Spartipp also nicht, denn um einen Kubikmeter und somit 3 Euro zu sparen, muss man wirklich lange sammeln. Ist wohl eher ein Tipp für die, die das Gefühl brauchen, gespart zu haben, wirklich Geld sparend ist der Tipp nicht.
Zum Thema Ressourcenschonung wurde bereits alles von anderen weiter oben gesagt."

Ich meine, ich vermisse das sowieso bei einigen Spartipps hier, da wird gesagt, dass man da sparen könnte, aber es wird nicht anhand eines einfachen Beispiels ausgerechnet wie viel. Und ganz ehrlich, wenn jetzt eine arme alte Oma hingeht, die sich eh schon nicht mehr gut bewegen kann und die versucht jetzt, mit Eimern und Kannen zu hantieren, dann finde ich das schon blöd, wenn sie bei dem ganzen Aufwand am Ende eines Jahres maximal 1,50 gespart hat.

Aber dann kommt unweigerlich das Argument "wer den Pfennig nicht ehrt" usw. Aber ganz ehrlich, man muss doch auch mal den Aufwand dagegenrechnen. Dass es immer Leute gibt, die sehr wenig Geld zur Verfügung haben und den Aufwand deshalb betreiben wollen oder müssen, steht dabei auf einem anderen Blatt. Mit dem Wissen kann ich aber doch nicht jeden Tipp für alle bejubeln, bei dem man als normaler Durchschnittshaushalt im Jahr höchstens 3 Euro spart. Ich finde das auch eine Verschwendung von Fokussierung. Mit dem tollen Gefühl, beim Zähneputzen Wasser gespart zu haben, kann ich ja dann leicht eine andere Umweltsünde begehen, sei es das 300. Plastikspielzeug für mein Kind zu kaufen oder eine Kreuzfahrt zu machen.

Gilt alles nur für Deutschland und ähnliche Länder, was sich gesagt hab. Wir müssen hier keine Ressourcen sparen, damit andere Länder mehr haben. Bei Freunden von uns kommt für ihr Haus in Portugal regelmäßig der Tankwagen für Wasser und kippt die Zisterne voll, da gibt's gar keine zentrale Wasserversorgung. Da sparen wir selbstverständlich auch Wasser. Hier eher nicht. Ich wasche grundsätzlich bei meiner Waschmaschine mit der Funktion "extra Wasser" weil es sonst stinkt.

Also ich seh das nicht als gesellschaftliches "Problem" im Sinne von "der Staat zockt uns ab". Ich finde das in Deutschland toll geregelt. Und die Abwassergebühren steigen ja unter anderem auch deshalb (wobei das hier in den letzten 15 Jahren auch nicht viel war) weil wir ständig Silikone und andere fiese Sachen in unseren Shampoos und Duschgels drin haben, die wirklich ganz schöne Probleme in der Kläranlage machen. Ich glaube, wenn wir da ansetzen, das wäre definitiv besser für die Umwelt und auch für den Geldbeutel.


Zitat (HörAufDeinHerz @ 15.10.2014 12:29:53)
Und die Abwassergebühren steigen ja unter anderem auch deshalb (wobei das hier in den letzten 15 Jahren auch nicht viel war) weil wir ständig Silikone und andere fiese Sachen in unseren Shampoos und Duschgels drin haben, die wirklich ganz schöne Probleme in der Kläranlage machen. Ich glaube, wenn wir da ansetzen, das wäre definitiv besser für die Umwelt und auch für den Geldbeutel.

:daumenhoch:

Zitat (HörAufDeinHerz @ 15.10.2014 12:29:53)
Und die Abwassergebühren steigen ja unter anderem auch deshalb (wobei das hier in den letzten 15 Jahren auch nicht viel war) weil wir ständig Silikone und andere fiese Sachen in unseren Shampoos und Duschgels drin haben, die wirklich ganz schöne Probleme in der Kläranlage machen. Ich glaube, wenn wir da ansetzen, das wäre definitiv besser für die Umwelt und auch für den Geldbeutel.

Stimmt leider nur zum Teil. Bei uns ist es die letzten Jahre mit den Ab-Wasserkosten explosiv nach oben gegangen. Innerhalb von 2 Jahren um runde 25%.
Ich habe gerade den Gebührenbescheid nochmal gelesen: Trinkwasser kostet bei mir je Kubikmeter €1,25 - Schmutzwasser tatsächlich € 4,44 !Es ist davon auszugehen, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist :no:
Ich wäre sehr beglückt, wenn meine Kläranlage kostengünstiger arbeiten könnte.

Danke erstmal für Eure sehr informativen Beiträge. Fühle mich nun etwas schlauer.

Zitat (HörAufDeinHerz @ 15.10.2014 12:29:53)
....Mit dem tollen Gefühl, beim Zähneputzen Wasser gespart zu haben, kann ich ja dann leicht eine andere Umweltsünde begehen, sei es das 300. Plastikspielzeug für mein Kind zu kaufen oder eine Kreuzfahrt zu machen....


Hallo HörAufDeinHerz,

ich glaube dieser Absatz deines Beitrages oben ist für mich der Schlüssel zu dem Thema. Werde den Bereich "Trinkwasser" aus meinem Umwelt-Wohlgefühl mal streichen. Hoffe, mein Gewissen anderweitig zur Ruhe zu bringen.
Danke :blumen:

Zitat (HörAufDeinHerz @ 15.10.2014 12:29:53)
... weil wir ständig Silikone und andere fiese Sachen in unseren Shampoos und Duschgels drin haben, die wirklich ganz schöne Probleme in der Kläranlage machen.

...und Mikroplastik! :angry: Das Zeug ist biologisch nicht abbaubar. Weil die Kläranlage es nicht zurückhalten kann, gelangt es ins Meer und in unser Essen - weil die Fische es fressen.

Früher habe ich auch Wasser gespart, hatte es von meiner Mutter so gelernt. Mittlerweile mache ich es nicht mehr, weil sonst die Abwasserrohre verstopfen und extra durchgespült werden müssen.

Außerdem - Deutschland hat Wasser im Überfluss.

Als passionierte Öko-Tante halte ich das Wassersparen aus ökologischen Gründen für keine Schnapsidee - aus den bereits genannten Gründen. Wasser haben wir genug in Deutschland, das Problem ist die Reinigung des Abwassers - bzw. die Tatsache, dass das Wasser gar nicht mehr zuverlässig aufbereitet werden kann, weil einige Stoffe schlicht nicht filterbar sind. Und das, was herausgefiltert wird und nicht organisch ist, bleibt am Ende weiterer (Gift-) Müll, der verkippt oder verbrannt werden muss. Und auch bei der Verbrennung verschwinden Gifte nicht, sondern bleiben in irgendwelchen Filtern hängen, die auch wieder zum Entsorgungsproblem werden. Letzendlich gerät jedes Gift, das wir verwenden, zu einem hohen Prozentsatz in die Luft, ins Wasser und in den Boden, das darf man nicht vergessen.

Daher halte ich gar nichts von Wasch- und Spülmaschinen, die weniger Wasser verbrauchen, dafür aber härtere Reiniger oder mehr Strom. Ist meiner Meinung nach Augenwischerei, die zusätzlich direkt zu Lasten der Gesundheit geht, denn nicht gut ausgewaschene Gifte aus Reinigungsmitteln bleiben durch weniger Spülwasser konzentrierter in der Kleiunung und am Geschirr hängen. Wenn man wirklich etwas tun möchte, um die Wasserqualität in Deutschland zu verbessern, achtet man besser darauf, keine scharfen Reinigungs- und Waschmittel zu verwenden, möglichst Naturkosmetik zu kaufen und natürlich auch keine Chemie (fängt bei Wattepads mit Nagellack- und Nagellackentfernerrückständen an und endet bei Lösungsmitteln und Farben bei der Renovierung) in den Ausguss zu kippen.

Das bedeutet mMn nicht, dass man beim Zähneputzen das Wasser laufen lassen muss (zumal man dafür ja meist warmes Wasser nimmt, das nicht durch ein Wunder, sondern meist durch umweltschäliche Energie erhitzt wird) oder stundenlang duschen, erst recht nicht dann, wenn man tatsächlich jeden Cent umdrehen muss.

Bearbeitet von donnawetta am 15.10.2014 15:28:17


Ich habe auch immer Wasser gespart, bis ich im NDR diese Sendung gesehen habe:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/plie...dung276742.html

Vor allem der Punkt, dass die Kanlisation von zu wenig Wasserverbrauch "kaputt gespart" werden und dann die Reparaturkosten wiederum auf alle Anschlüsse per Gebührenerhöhung umgelegt werden.

Und selbst wenn wir hier sparen wie verrückt, nützt es den Menschen in den trockenen Zonen auch nichts, die haben dadurch nicht einen Tropfen von unserem gesparten Wasser.

Viel mehr zu denken gibt mir die Tatsache mit den Zusätzen des Mikroplastiks, da nicht abbaubar und auch nicht wieder aus dem Wasserkreislauf rauszufiltern


mal zum thema duschen und wassersparen

ich habe lange haare.

wenn ich die unter der dusche wasche.. dann brauch ich viel wasser, und am besten nen guten strahl, damit das alles rauskommt.

is da ein sparvetil in der dusche,, ja, dann dauerts eben sehr lange, bis alles rausgewaschen ist.

daher is das doch ne milchmädchenrechnung.

früher war ich in 3 minuten fertig mit haarewaschen in der dusche.. heute auf den campings ( deutschland und ausland ! ) , wo sparventile drin sind, dauerts auch mal 6 - 8 minuten. UND - oft muß ich dafür noch extra geld zahlen. pro minute..

zuhause verweigere ich sparventile in der dusche !

weil,wenn nicht alles abgespült ist, juckt danach noch meine haut....

lg


Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht die Wassermenge, die verbraucht wird, sondern der Verschmutzungsgrad. Also, wie schon erwähnt, die Art der Waschmittel, oder wie viel Fett im Wasser landet.
Wasser wird ja nicht verbraucht im Sinne wie man eine Packung Taschentücher verbraucht, es ist ein Kreislauf, weniger Wasser bedeutet nur langsamerer Wasserkreislauf, was eben zu dem Irrsinn führt, dass die Kanalisation gespült werden muss!

Letztes Jahr im Sommer gab es hier Kanalgitter, aus denen kam ein derartiger Todesgestank, so was widerliches könnt ihr euch nicht vorstellen. Was da so stinkt, ist das Fett, das sich in den zu wenig durchspülten Kanälen zersetzt und dabei auch gleich noch die Kanäle zerstört... :blink:


Sandkind : ja,den Gestank kenne ich auch zu genüge,wenn bei unserem Ladenschlachter der Kanal gesäubert wird......Du kannst weg laufen,soo stinkt das.
Weiß der Geier,was der da alles rein kippt.

Das Wassersparen haben wir wirklich von den Großeltern und den eigenen Eltern übernommen.Die kannten es damals nicht anders.Ich spare auch kein Wasser mehr.
LG


Ich stelle den Wasserhahn aus Gewohnheit ab. Beim duschen, Zähne putzen Haare waschen etc.
Das kommt von früher. Als stets gerufen wurde, stell das Wasser ab.

Macht der Gewohnheit!


Ich werde auch weiterhin Wasser sparen, ich halte nichts von der Verschwendung.


Solange wir den ganzen Pissregen, der hier in der Norddeutschen Tiefebene weggluckert, nicht in die Sahara oder ähnliche Gegenden leiten (Können oder wollen), besteht hier oben kein echter Grund, Wasser zu sparen.


Zitat (Schnuff @ 15.10.2014 23:49:58)
Sandkind : ja,den Gestank kenne ich auch zu genüge,wenn bei unserem Ladenschlachter der Kanal gesäubert wird......Du kannst weg laufen,soo stinkt das.
Weiß der Geier,was der da alles rein kippt.

na ja
jedem ist schon mal ein pups entfleucht, der andere zum wegrennenbewegt hat .und genauso isses im kanal.da vergammeln organische stoffe im rohr die durch hochdruck verwirbelt werden und dann eben stinken.

Diese Diskussion gab es im Tipp am 04.02 2014 *Wasser spare bei Händenwaschen*
Da hat viertelvorsieben diese Link gepostet* Lohnt sich immer? Nein!Die fünfeinhalb Wasserspar-Mythen *
und ich diese hier*WDR service Zeit*

Viele verstehe das nicht .
Wieviel Geld kann man sparen?

Viele Menschen wollen durch weniger Wasserverbrauch Geld sparen. Das sei aber Geld, das den kommunalen Unternehmen dann für die Pflege und die Instandhaltung der Abwassersysteme fehle, argumentiert Martin Exner. Die Folge von zu geringem Verbrauch könnten ein Anstieg des Wasserpreises und unter Umständen eine schlechtere Wasserqualität sein.


Zitat (mops @ 15.10.2014 11:04:22)


Aber du bringst mich auf den Gedanken, dass Wassersparen wirklich schon zur Gewohnheit geworden ist: beim Zähneputzen dreh ich auch ganz automatisch das Wasser ab, auch beim Haarewaschen usw. Nur nicht beim Duschen (was ich auch häufiger tue als baden => Wassersparen), weil ich da immer so friere......

So hab ich es früher als wahnsinnig umweltschädigend und teuer empfunden, dass mein Mann beim Zähneputzen stets das Wasser laufen ließ. Nachdem ich ihn "umerzogen" habe, stelle ich fest, dass ich mich ganz umsonst aufgeregt hatte.

Auch kauft ganz Europa wassersparende Waschmaschinen und Spülmaschinen, was ja nun eigentlich auch ganz umsonst ist, nur von den Kosten her natürlich nicht.

Mit dem Wasser sparsam umzugehen ist in unseren Regionen Unsinn, Argumente dafür haben meine Vorkommentatoren/innen bereits genannt.

Man muss aber schon differenzieren zwischen Wasserverbrauch und Energieaufwand:
denn an den Wasserverbrauch ist oft auch ein Energieverbrauch gekoppelt - immer dann, wenn warmes oder gekühltes Wasser abgerufen wird. Insofern ist Wassersparen durchaus sinnvoll, weil ich damit meinen Strom-, Heizöl-, Erdgasverbrauch senke, was nicht nur umweltfreundlich sondern auch geldbeutelschonend ist. Die zitierten Beispiele belegen dies, hier wird immer von warmem Wasser berichtet.
Der Einsatz von sogenannten umweltfreundlichen Spül-und Waschmaschinen ist unbedingt zu empfehlen, aber nicht wegen des Wassersparens sondern wegen der Energieeffizienz! Weniger Wasser benötigt eben weniger Energie zum Aufheizen!
Der Begriff "umsonst" bezüglich der Neuanschaffung umweltschonender Geräte ist hier wirklich verfehlt, weil sie a) teurer als weniger effiziente Geräte sind, b) in Sachen Energiesparen eine Menge bringen!

Bearbeitet von krillemaus am 16.10.2014 10:16:35

Na gut, wenn Wasserhahn zudrehen beim Zähneputzen schon als Wassersparen klassifiziert wird, dann spare ich auch Wasser. Das eine ist ein vernünftiger Wasserverbrauch, das andere Wasserverschwendung, und die sollte man wirklich vermeiden. Aber die ganzen Wasser sparenden Waschmaschinen nützen ja nichts, wenn an anderer Stelle im Frag Mutti Forum die Leute feststellen, dass ihre Wäsche nicht richtig sauber wird mangels guten ausspülens. Meine Spülmaschine hat auch ein Eco Programm, die läuft dann über drei Stunden, das lässt sich auch nicht immer einplanen.

Das das Erwärmen des Wassers auch ein Problem ist, habe ich schon mal gelesen. Wir haben Fernwärme, gekoppelt mit Warmwasser, das Wasser kommt knallheiß aus dem Hahn - ob das so umweltfreundlich ist?


@Sandkind :es muss mindeste 55°habe wegen der Legionärskrankheit .


Zitat (frenchi @ 16.10.2014 07:17:08)
Diese Diskussion gab es im Tipp am 04.02 2014 *Wasser spare bei Händenwaschen*
Da hat viertelvorsieben diese Link gepostet* Lohnt sich immer? Nein!Die fünfeinhalb Wasserspar-Mythen *

Leider habe ich diese, von dir erwähnte, Diskussion im Tipp-Bereich nicht verfolgt ....daher danke für den Link. :blumen:

Der sagt schon eine Menge und bringt dem, der Interesse an dem Thema hat, sehr viele Informationen und Ratschläge für den Umgang mit Wasser in Deutschland.
Also mir !!! danke

Zitat (frenchi @ 16.10.2014 07:17:08)
Da hat viertelvorsieben diese Link gepostet* Lohnt sich immer? Nein!Die fünfeinhalb Wasserspar-Mythen *
und ich diese hier*WDR service Zeit*


Danke, daß Du die Links nochmal rausgesucht hast. :blumen:

Zitat (risiko @ 16.10.2014 00:30:37)
Ich stelle den Wasserhahn aus Gewohnheit ab. Beim duschen, Zähne putzen Haare waschen etc.
Das kommt von früher. Als stets gerufen wurde, stell das Wasser ab.

Macht der Gewohnheit!

Quizfrage: Wozu hat der Mensch einen Verstand? Um ohne weiteres Nachdenken auf dem alten, einmal erlernten Weg ewig hinzutrotten, auch wenn es unvernünftig ist, oder das Gehirn einzuschalten und seine Handlungen - vernünftigen Argumenten angepasst - zu ändern, sprich, zu lernen.
"War schon immer so..." und "hab´ ich so gelernt.." sind Bremsklötze jeglichen Fortschritts - im Kleinen wie im Großen.
.

Zitat (krillemaus @ 16.10.2014 17:19:43)
Quizfrage: Wozu hat der Mensch einen Verstand? Um ohne weiteres Nachdenken auf dem alten, einmal erlernten Weg ewig hinzutrotten, auch wenn es unvernünftig ist, oder das Gehirn einzuschalten und seine Handlungen - vernünftigen Argumenten angepasst - zu ändern, sprich, zu lernen.
"War schon immer so..." und "hab´ ich so gelernt.." sind Bremsklötze jeglichen Fortschritts  - im Kleinen wie im Großen.
.

Ja.... aber ist es nicht wunderbar, dass wir Menschen in der Lage sind, diese Pfade zu verlassen?:augenzwinkern: Zum Beispiel durch solche "Gespräche" eine andere Richtung einzuschlagen? :rolleyes:

@viertelvorsieben und minah
Habe ich gerne gemacht :blumen:


Hülfäääääääää!
WAS ist denn nun richtig?
Wie ich gestern schon in einem anderen Post schrieb, ist Wasser sparen die höchste Priorität, wenn es nach der SVG (Schutzgemeinschaft Vogelsberg) geht.
Der Vogelsberg ist eines der wasserreichsten Gebiete Deutschlands und versorgt fast das ganze Rhein-Main-Gebiet.
In Frankfurt/M werden Brunnen still gelegt, weil die Wasseraufbereitung zu "kostspielig" sei. Das Wasser aus dem Vogelsberg wird dafür abgepumpt, bis die dortige Landschaft einfach "den Bach runter geht".
Ich wohne weder in Frankfurt noch bin ich FWG-Wählerin, aber was ich in meinem Urlaub im Vogelsbergkreis über Wasser lernen musste, hat mich sehr geschockt, weil ich all die Sprüch mit "Leitungen spülen" usw. ja auch kannte.*** Link wurde entfernt ***
Leitungen mussten schon immer gespült werden und mit bitte was denn sonst als mit "Leitungswasser"???
Die "Wasserversorger" ... Betriebe die auf Gewinn aus sind, fördern und fordern den Verbrauch von Wasser ohne darüber nachzudenken, dass auch diese Ressource "endlich" ist, wenn damit unsinnig umgegangen wird.
NATÜRLICH hilft es niemand in Afrika, wenn ich das Wasser mit dem ich meinen Salat gewaschen habe, danach zum Gießen meiner Blumen verwende.
ABER es hilft HIER, den Grundwasserspiegel nicht maßlos sinken zu lassen, die Riede nicht zu übersalzen und die Fauna und Flora zu erhalten, wie sie in den "ehemals" wasserreichen Gebieten vorhanden war.


Und da der Link gelöscht wurde, lest Euch mal durch die Seiten von der SVG im Vogelsberg.
Das ist einfach nur bitter.
Gruß
Tina


@stachel - meinst Du diesen Link der SGV?
Naja, das ist ein politisches Problem, wenn den Frankfurtern die eigenen Brunnen zu teuer werden und sie das Wasser importieren. Hier die Seite vom Regierungspräsidium Giessen.
Im Wikipedia stehen noch einige Zahlen zum Wasserverbrauch: Landwirtschaft und Industrie machen eine Menge aus; Kosten machen vor allem die Abwasserleitungen, die (evtl. wegen falscher Planung) wirklich mehr durchgespült werden müssen.


Guten Morgen, ich nehme nicht das Salatwasser um meine Blumen zu gießen, sondern Wasser in dem ich Pellkartoffeln oder Eier gekocht habe. Nicht aus Sparsamkeitsgründen, sondern weil ich mir so chemischen Dünger für meine Grünpflanzen spare!

In dem Haus, in dem ich wohne (Hochhaus) gibt es seit 3 Jahren Wasseruhren. Manche Mieter bekommen ganz gut vorausgezahlte Betriebskosten zurück, manche müssen bis zu 2000.- € nachzahlen. Da ist z. B. die Familie mit 3 Kindern, die täglich 3 x am Tag duschen, im Winter die Heizung auf volle Pulle anstellen und die Fenster gekippt auf haben. Übrigens 2 der 3 Kinder sind jetzt wegen Neurodermitis in ärztlicher Behandlung und die Eltern fragten sich: "Woher kommt das bloss, wo haben sich die Kinder das eingefangen?" Naja, nicht alle Eltern haben einen gesunden Menschenverstand!

Meine Nachbarin duscht in einer großen Schüssel und verbraucht danach das schmutzige Wasser für's Klo. Sie benutzt die Klospühlung auch nicht nach jedem Pieseln. Ihr könnt Euch vorstellen, dass sie kaum noch Besuch bekommt, weil es stinkt.

Ein Extrem ist genauso schlimm, wie das andere, ist meine Meinung. Wenn ich meinem Körper 3 x am Tag duschen antun würde, müsste ich so viel Creme benutzen, dass das dem Abwasser eher schaden könnte und mein Geldbeutel leiden würde!

Meinetwegen müssen die Leitungen auch nicht ständig gespült werden, denn Essensreste kommen bei mir in den Hausmüll, Kosmetiktücher und feuchtes Toipapier schmeiße ich auch nicht ins Klo.

Darf ich nun so bleiben, wie ich bin?
LG

Übrigens habe ich etwas mehr als 200,- € vorausbezahlte Betriebskosten zurück erstattet bekommen! Freu, freu! :pfeifen:

Bearbeitet von bibiblox am 17.10.2014 07:44:59


Zitat (minah @ 16.10.2014 17:25:43)
Ja.... aber ist es nicht wunderbar, dass wir Menschen in der Lage sind, diese Pfade zu verlassen?:augenzwinkern: Zum Beispiel durch solche "Gespräche" eine andere Richtung einzuschlagen? :rolleyes:

Ja, genau das meinte ich. Danke!


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