Barbaratag: Neue Verkaufsmasche


Gestern in der TV-Werbung wurde uns von einem Süßwarenhersteller allen Ernstes ans Herz gelegt, doch eines seiner Produkte zum Barbaratag (4.12) zu verschenken, als Glücksbringer,

Wieder so eine neue Masche, die zusätzlich zum Valentinstag der Blumen- und Süßwarenindustrie
Geld einbringen soll.
Und wie wärs mit einem tollen Schmuckstück passend zu St. Barbara? Natürlich als Glücksbringer! Um die Zeit bis Nikolaus zu verkürzen oder so <_<

Bearbeitet von Fleur am 24.11.2015 13:53:55


Ja, die Geschäftswelt lässt sich immer was Neues einfallen um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn es noch keinen Anlass gibt, wird eben einer erfunden... :D


Da lasse ich mich nicht von beeindrucken, bei mir gibt es weder Muttertag, Valentinstag oder Halloween Geschenke.
Ich möchte nichts haben und ich verschenke auch nichts :rolleyes:


Tja, man muß ja nicht auf jeden Zug aufspringen, den uns die Werbung mal wieder für unabdingbar wichtig verkaufen möchte! :wacko:

Bei dieser neuen Idee des Schnapskirschenherstellers geht es ja in erster Linie um den Barbarazweig, welcher wenn er denn am 04.12.2015 vom Baum geschnitten wird, zu Weihnachten blühen soll! Aber mit diesem Zweig allein kann man ja kein Geld verdienen, Kirschzweige gibt es notfalls ja auch kostenlos aus Nachbars Garten! :pfeifen:

Also muß noch 'ne Schachtel mit den übel süßen Schnapskirschen dazu, damit der "Glücksbringer" auch Glück bringen kann - dem Hersteller auf'm Konto nämlich! :ach:


Barbaratag habe ich schon gehört.
Aber der wird hier nicht "gefeiert". Tja, alles kann man ja nicht mitmachen. Sonst wäre man nur noch am feiern. Heute will man eben mehr fun als wir einst hatten.


Da hast Du recht, Risiko! Die heilige Barbara ist übrigens u. a. die Schutzpatronin der Bergleute und gefeiert wird der Tag auch hier nicht! Und ja, man kann wirklich nicht jeden Heiligen und jeden Schutzpatron feiern, dann käme man ja nicht mehr zum Arbeiten vor lauter Feierei!

Ich denke ebenfalls, man kann es auch mit Gewalt übertreiben und ich kann auch Kampfente nur recht geben! Bei uns gibt es gleichfalls weder an Valentin, noch an Barbara, noch an Helloween und auch nicht zu Ostern oder Pfingsten irgendwelche Geschenke! Selbst an Weihnachten machen wir Erwachsene uns nicht zwingend Geschenke! Nur die Enkelkinder bekommen etwas vom Christkind! Sollte es sich jedoch ergeben, daß man als Erwachsener gerade in der Weihnachtszeit etwas braucht, dann wird es halt - manchmal auch als Geschenk - gekauft. Sollte ansonsten jemand von uns etwas mögen oder auch nötig brauchen, so kaufen wir das, wenn es ansteht und nicht, weil gerade mal ein irgendwie gearteter Feiertag ansteht!

Bearbeitet von Murmeltier am 24.11.2015 14:52:01


Meine ältere Freundin heißt Barbara und wurde an diesem Tag geboren.
Ich sag mal, da hätte sie es schlimmer treffen können ;)


meine Schwiemu heisst Barbara ... und sellbst die bekommt nichts .... obwohl ich eigentlich großzügig bin rofl


Ich weiß nicht, ob es daran liegt, daß ich Kölnerin bin. Als ich Kind war, wurde uns in der Schule immer gesagt, daß Obstbaumzweige, die am Tag der heiligen Barbara geschnitten und in die Vase gestellt werden, am Heiligen Abend blühen würden. Daher bringe ich den "Barbaratag" eher mit diesem Brauch in Verbindung und..... wir haben ja jetzt im Garten einen Zwetschgenbaum, von dem wir dieses Jahr ein paar Zweige schneiden werden.


Zitat (Shaila @ 24.11.2015 17:19:54)
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, daß ich Kölnerin bin. Als ich Kind war, wurde uns in der Schule immer gesagt, daß Obstbaumzweige, die am Tag der heiligen Barbara geschnitten und in die Vase gestellt werden, am Heiligen Abend blühen würden. Daher bringe ich den "Barbaratag" eher mit diesem Brauch in Verbindung

Genau so kenne ich es auch. :)

Richtig, ich auch.
Allerdings hat Schatzi vorhin aus dem Wohnzimmer gefragt "Was ist denn Barbaratag?"
Der Fernseher lief
:D


Ich kenne den Brauch auch nur, weil wir den Tagebau haben.
Angehörige der Bergleute schnitten Kirschzweige ab und stellten sie in eine Vase. Wenn sie Weihnachten blühen, würde im nächsten Jahr alles gut.

Auch wenn wir wissen, dass höchst selten ein Kirschzweig nach vier Wochen in der Vase blüht, so ist es hier immer noch Brauch, einen Zweig in die Vase zu stecken.

In unserer Familie arbeitet niemand im Berg- oder Tagebau. Also kaufen wir weder Kirsch-Pralinchen aus dem Piemont, noch stellen wir uns Zweige in die Vase. Verlachen aber nicht das Brauchtum der Bergleute.

Muss jeder selber wissen, ob er auf die Werbung hereinfällt oder nicht. Ich sicherlich nicht.


Ich bin inzwischen dazu übergegangen,Hersteller von nerviger Werbung vollkommen zu boykottieren. So gibt es zB kein Becks mehr, sondern ein anderes Bier, welches auch gut schmeckt.
Man wird ja heutzutage dermaßen mit Werbung zugeschi...ssen, dass ich ungewollte Werbung umgehe wo ich nur kann. Im Internet klappt das mit adblockern recht gut, zuhause mit keine Werbung Aufkleber am Briefkasten, und die Produkte der TV Werbung boykottiere ich, wo ich nur kann. So lernt man auch mal neue Produkte kennen, die meist nicht nur gleich teuer, meist sogar noch günstiger im Einkauf sind.


Hallöle ...

Der Brauch geht auf eine Überlieferung von der Heiligen zurück, nach der sie auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

Nach regionalem Volksglauben bringt das Aufblühen der Barbarazweige Glück im kommenden Jahr. Teilweise ist es Brauch, dass die jungen Mädchen jedem einzelnen Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen. Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen.

Und diesen Tag jetzt als neue Verkaufsmasche auszunutzen finde ich persönlich eine Frechheit ...
denn die wahre Freude sind allein die blühenden "Zweige" zu Weihnachten...

Übrigens ich bin so ne "Barbara"


Zitat
Und diesen Tag jetzt als neue Verkaufsmasche auszunutzen finde ich persönlich eine Frechheit ...


Mit Weihnachten ist es auch nichts anderes. :pfeifen:

Schneiden und in die Vase stellen funktioniert nicht. Die Schnittfläche muss mit dem Hammer flachgeklopft werden, damit die Zweige blühen.

Bearbeitet von vinschi am 29.11.2015 13:53:09


Also ich kenne das mit Apfelbaum Zweigen,nicht mit Kirschbaum Zweigen.Habe es aber noch nie ausprobiert und denke mal,es kommt nicht auf die Sorte sondern auf Obstzweige im algemeinen an.
Meine Ex-Schwie-Mu hatte an den Brauch geglaubt,weil es ja wirklich Glück bringen soll,wenn die Zweige blühen.
Ok,damals gab es keine echten Blumen in der kalten Jahreszeit,da waren die blühenden Zweige eine Rarität und ich glaube auch,dieser ansich hübsche Brauch kommt aus den (Bayerischen ?) Bergen eben von den Bergleuten...

Bin gespannt,was sich MonCherie noch so ausdenkt,um die Verkaufszahlen zu toppen...


In meiner Familie sind Barbarazweige schon immer Tradition. Früher holte mein Vater Zweige aus dem Garten und auch ich habe mir, mit eigenem Familienstand, immer Barbarazweige geholt. Das werde ich auch am kommenden Freitag wieder so machen. Ich pflege also nur unsere Tradition, sonst kommt da nichts Kommerzielles hinzu.


Ich bin auch in Köln groß geworden und früher war es bei uns durchaus Brauch, dass auf Barbara was Leckeres in die Schuhe kam - Nüsse, Mandarinen, Marzipan z. B.
Dafür gab es an Nikolaus keine gefüllten Stiefel, sondern einen Nikolausteller, ebenfalls wieder mit Leckerchen.
Das war nicht nur in unserer Familie so, sondern eigentlich bei fast allen Mitschülern. In Aachen hingegen kannte man den Brauch anscheinend nicht :hmm:
Kann durchaus sein, dass Köln da eine Sonderstellung einnimmt wegen des besonderen Verhältnisses zur hl. Barbara.


Zitat (Shaila @ 24.11.2015 17:19:54)
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, daß ich Kölnerin bin. Als ich Kind war, wurde uns in der Schule immer gesagt, daß Obstbaumzweige, die am Tag der heiligen Barbara geschnitten und in die Vase gestellt werden, am Heiligen Abend blühen würden. Daher bringe ich den "Barbaratag" eher mit diesem Brauch in Verbindung und..... wir haben ja jetzt im Garten einen Zwetschgenbaum, von dem wir dieses Jahr ein paar Zweige schneiden werden.

So kenne ich es auch und sie blühen tatsächlich.

Das mit dem Barbarazweig hat früher funktioniert, weil die Wohnungen in der Regel nicht so warm waren wie heute, Durchschnittstemperatur ca. 18-19C° (ausser vielleicht in der Küche). Ich finde es trotzdem einen schönen Brauch, mit den Kindern zum Schneiden in den Garten zu gehen und auch das wundervolle Gedicht von Josef Guggenmoos zu lesen und zu lernen das ich Euch hier nicht vorenthalten möchte:

Geh in den Garten
am Barbaratag
Geh zum kahlen Kirschbaum und sag

Kurz ist der Tag
grau ist die Zeit
Der Winter beginnt
der Frühling ist weit

Doch in den drei Wochen
da wird es geschehn
Wir feiern ein Fest,
wie der Frühling so schön.

Baum, einen Zweig
gib du mir von dir.
Ist er auch kahl,
ich nehm ihn mit mir.

Und er wird blühen
in seliger Pracht
mitten im Winter
inder heiligen Nacht.

In diesem Sinne einen guten Wiederstand gegen den Kommerz und einen besinnlichen Moment im Advent für Euch alle.


sehr schönes Gedicht :rolleyes:


Danke für das Gedicht. :)


Ein feines Gedicht, stimmt fast ein wenig melancholisch.


Ich finde das Gedicht auch super,kannte es bis jetzt nicht.


Danke!
Habe gerade gemerkt, dass sich etliche Schreibfehler eingeschlichen haben, man möge es mir nachsehen - (habe den ganzen Nachmittag in der norwegischen Stabkirche im Europapark musiziert, bin müde aber absolut in Adventsstimmung....)
...und gehe deswegen am Freitag Zweige schneiden und nicht Süssigkeiten kaufen B)



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