Erste Hilfe: wie viel ist ein Leben wert? ICh hab heute was erlebt....

Miele, möchtest Du ne eidesstattliche Erklärung, daß es genauso war? Vielleicht die Polizeiprotokolle?
Warum sollte ich so ne Geschichte erzählen, wenn sie unwahr wäre. Oder ein Detail unwahr wäre. Vielleicht hatte der Sanitäter einen Grund, nicht sofort herbeizuspringen. Hätte ich zuerst mit ihm eine eine Befragungsmediationsrunde abhalten sollen, warum er nicht gleich geholfen hat.

*Achtung, Ironie*:Ich verspreche Dir, sollte mir sowas noch mal passieren, was ich nicht hoffe, dann werde ich erstmal in die Runde fragen, ob jemand Miele Navitronic kennt, und vielleicht so freundlich wäre, das Geschehen mit der Kamera peinlichst genau zu dokumentieren. *Ironieende*
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@Miele: Knapp 2 Jahrzehnte ehrenamtlich beim RK haben mich so manches über die Fähigkeiten und Unfähigkeiten von Rettungskräften gelehrt. Da gibts auch Leute, die nach der Ausbildung das erste Mal überhaupt mit einem wirklichen Unfall konfrontiert werden und plötzlich keinen Schimmer mehr haben, was sie eigentlich tun müssen, oder aber, noch besser, bemerken, dass sie beim Anblick von grösseren Blutmassen in Ohnmacht fallen.

Vor einigen Jahren gab es einen fürchterlichen Unfall mit einem Reisebus bei Donau-Eschingen. Es gab viele Tote, massenweise Schwerverletzte. In der Nähe fand die Abschlußveranstaltung eines Rettungssanitäterkurses statt, die Teilnehmer wurden alle zur Unfallstelle gerufen. Ca. die Hälfte davon haben hinterher ihren Beruf an den Nagel gehängt, zum einen, weil sie noch beim Unfall gemerkt haben, dass sie mit der Situation nicht zurechtkommen und gar nicht helfen konnten, und zum anderen, weil sie das Geschehen im Nachhinein nicht verarbeiten und verkraften konnten.

BW's Geschichte macht also mehr als Sinn.
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Zitat (Kalle mit der Kelle, 19.04.2006)
Zitat (Schnegge, 19.04.2006)
Kein Tier geht z. B. zu einem anderen sterbenden Tier und leistet Hilfe. Bestenfalls steht es herum und guckt.

:nene: :nene: :nene: Stimmt so nicht. Delphinmütter z. B. (vielleicht nicht jede) bleiben bei ihren kranken Jungen, sogar dann noch, wenn sie schon tot sind. Manche Delphinmutter stupst ihr totes Baby stunden- und tagelang immer wieder an und bringt es an die Wasseroberfläche, bis sie aufgibt. Teilweise hält nicht einmal einsetzender Verwesungsgeruch sie davon ab.

Auch Elefanten und Nashörner bleiben oft lange bei ihren sterbenden und toten Artgenossen, "streicheln" sie und kehren teilweise regelmäßig zum Kadaver zurück.

Hab auch schon eine unserer Katzen dabei beobachtet, wie sie ihr totes Baby geputzt hat und keinen rangelassen hat.

Echt? Das wusste ich nicht. Liegt daran, dass ich so wenig mit Nashörnern und Delphinen und so zu tun habe :D Aber stimmt, ich hab mal einen Bericht gesehen über Delphinarien, da starb eine Delphinkuh während einer Vorstellung (daher hat wohl auch einer zufällig gefilmt) und es war ganz auffällig zu sehen, dass die anderen 3 Delphine sie immer wieder auf den Bauch drehten und interessanterweise immer versuchten, sie von diesem Typen, der die Dressur mit ihnen machte (nennt sich sowas Delphindompteur oder wie?) wegzuhalten. Der hatte stundenlang keine Schnitte an sie ranzukommen.

Gut, ich geb zu, ich dachte dabei hautpsächlich an Pferde, bei denen hab ich's halt schon oft mitgekriegt. Da isses ganz erstaunlich, wie gleichgültig sie gegenüber ihrem toten oder sterbenden Artgenossen sind. Sie schnuppern vielleicht nochmal an ihm/ ihr und das war's dann. Ansonsten: keine Aufregung, kein Rumgemache, und das wo sie sich sonst, wenn sie in der Stimmung sind, über jeden Windstoß aufregen können. Bei Katzen und Hunden kenn ich das auch eigentlich höchstens, wenn zwischen den Tieren eine persönliche Bindung besteht (klar, Mutterier und Junges sowieso...), aber ich wollte jetzt mehr drauf hinaus, dass kein Tier einem fremde Tier Hilfestellung gibt (wobei, von Delphinen wie gesagt mal abgesehen, da hört man ja immer so Storys...)

Schnegge

P.S. Hmmm. Vielleicht hab ich ja doch Unrecht? Meine kleine Stute liebt Kinder. In meinem alten Stall ging mal eine Einstellerin mit ihrer Tochter (die muss da noch sehr klein, vielleicht 3 oder 4 gewesen sein) auf die Koppel. Dir Kurze war einen Moment unbeaufsichtigt und ging unvorsichtigerweise zu einer echten (bissigen) Koppelzicke und wollte die, wie Kinder so sind, streicheln. Die Zicke zickte, erwartungsgemäß, sah wohl einen Moment lang recht böse aus (ich war leider selber nicht dabei), woraufhin meine Kleine dazwischenging, und das, obwohl sie rangordnungsmässig unter der Zicke stand. Dafür hat sie dann auch noch wochenlang Keile bezogen. Aber sowas gibt's tatsächlich..... *grübel*
P.S. 2: Sorry, das war jetzt doch SEHR off-topic...
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Zitat (Bücherwurm, 19.04.2006)
Miele, möchtest Du ne eidesstattliche Erklärung, daß es genauso war? Vielleicht die Polizeiprotokolle?
Warum sollte ich so ne Geschichte erzählen, wenn sie unwahr wäre. Oder ein Detail unwahr wäre. Vielleicht hatte der Sanitäter einen Grund, nicht sofort herbeizuspringen. Hätte ich zuerst mit ihm eine eine Befragungsmediationsrunde abhalten sollen, warum er nicht gleich geholfen hat.

*Achtung, Ironie*:Ich verspreche Dir, sollte mir sowas noch mal passieren, was ich nicht hoffe, dann werde ich erstmal in die Runde fragen, ob jemand Miele Navitronic kennt, und vielleicht so freundlich wäre, das Geschehen mit der Kamera peinlichst genau zu dokumentieren. *Ironieende*

:o Ich hab ja nicht gezacht, dass die ganze Geschichte eingebildet ist, ich hab nur gesagt, es kann so nicht gewesen sein, weil ich mir schwer vorstellen kann, dass ein Krankenwagenfahrer daneben steht und "guckilucki" macht und ihn erst ein fremder umherlaufender Passant drauf aufmerksam machen muss, was er zu tun hat, ist doch genau so, als würde ein Polizist bei einer Messerstecherei zugugge.


@Rausgsm.: Das ist aber die richtige Entscheidung den Beruf "in die Tonne" zu treten, wenn man merkt, dass man es nicht kann!
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Zitat (Bücherwurm, 19.04.2006)
Vorab, eigentlich kann ich gar kein Blut sehen.

Vor ein paar Jahren, im Winter, 18.00 Uhr dunkel, es regnet wie aus Kannen. Der GÖGA und ich leihen in der Videothek einen Film aus, wir sind nicht länger als 10 Minuten dort drin. Als wir wieder herauskommen und zum Auto gehen wollen, sehe ich im Augenwinkel 10,15 m weiter einen kleinen Menschenauflauf und 2 stehende Autos auf der Straße. Nun strebe ich von solchen Unfallstellen eher schnell hinweg, Gaffer gibts immer genug. An diesem Abend allerdings und in dieser Situation registriert irgend etwas in meinem Kopf, daß da ein Mensch auf der Straße liegt, und niemand ist bei ihm. Die Menschenmenge steht ein wenig abseits, er liegt da ganz alleine. Keine Ahnung, wie ich dahin gekommen bin. Mein Mann sagte, ich sei einfach losgerannt. Ich komme wieder zu mir, als ich neben dem Mann auf der Straße kniee, und wie ein Autopilot reagiere. Ich schreie die Leute an, "Ist ein Krankenwagen verständigt? Ist die Polizei verständigt" "Ja," sagt man mir. Ich merke, daß der Mann vor mir mühsam atmet. Blutig liegt er vor mir, Glassplitter im Kopf, ein älter, schwerer Mann. Ich reiße mir die Jacke vom Leib, schiebe sie vorsichtig unter seinen Kopf. "Wer hat Erste Hilfe Kenntnisse", brülle ich in die Menge. Ein junger Mann schiebt sich heran. Er ist Sanitäter. Gemeinsam bringen wir den Verletzen in die stabile Seitenlage. Ich streichle ihm unentwegt den Rücken und einen Arm und sage ihm, gleich kommt Hilfe und daß ich bei ihm sei. Der Krankenwagen kommt. Als der Mann hineingeschoben wird, taumele ich ins nächste Gebüsch und übergebe mich. Ich bin nass, dreckig, blutig.

Der Mann stirbt noch im Krankenwagen an den Unfallfolgen. Natürlich mache ich mir Vorwürfe, das ich etwas falsch gemacht habe. Tagelang, nächtelang... bis ein Polizist zu mir sagt:" Du hast nichts falsch gemacht, ich habe mich erkundigt, die Verletzungen waren zu schwer. Er hatte keine Chance. Aber Du hast eines gemacht, nämlich ihm Wärme und Worte gegeben, die ihn in eine andere Welt begleitet haben."

Wenn man so etwas liest... Da ist ein Sanitäter bei der Menschengruppe und hilft nicht, das kann ich nicht verstehen.

Aber liebe Bücherwurm, ich habe alle Hochachtung vor Dir! :blumen: :blumen: :blumen:
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Ja eben das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!
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Zitat (Miele Navitronic, 20.04.2006)
Ja eben das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!

Ein letzter Versuch, Miele, es gibt Dinge, die scheinen, als könnten sie so nicht sein, sind es aber dennoch. Wie ich schrieb, es war ein junger Mann. Von Krankenwagenfahrer hat er nix gesagt. Vielleicht war er noch in der Ausbildung, ich hab seinen Berufsweg, bereits zurückgelegt oder vor sich liegend, in dieser Situation nicht mit ihm diskutiert. ;)

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich, er hat mich angelogen, und war gar kein Sanitäter, sondern Bratwurstverkäufer oder Florist oder Automechaniker oder Kunstgeschichtestudent :unsure:

Aber Miele, eigentlich ist es auch egal, weil für Dich das Mögliche eh unmöglich ist.
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Zitat
Aber Miele, eigentlich ist es auch egal, weil für Dich das Mögliche eh unmöglich ist.


Ja, weils unmöglich ist. :unsure:

Is au egal, einige sagen Dir ja, Du has'et beste drus jemacht! B)
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Wir wollten meine Großeltern besuchen. Auf dem Weg dorthin mussten wir einen Bahnübergang überquren, Schranken. Wir waren zu dritt im

Wir standen also in der Autoschlange vor den Schranken, die sich öffneten, als der Zug vorbei gefahren war. Ein Auto, ein zweites, ein drittes überquert den Bahnübergang. Schließlich fährt das Auto direkt vor uns auf die Gleise. Und bleibt stehen. Im gleichen Moment gehen die Schranken wieder zu. Und der Zug kommt. Der Zug hat das Auto samt Insassen erfasst und ein gutes Stück mitgeschleift. Meine Mutter -Krankenschwester und Sportlerin- springt aus dem Auto und rennt los, ohne auch nur einen Gedanken an mich und meinen Bruder zu verschwenden. Sie zerrt den Mann aus dem Auto. Ich hab mich nie getraut zu fragen wie er aussah, oder ob er überhaupt zu dem Zeitpunkt noch gelebt hat. Das fällt mir erst jetzt auf. In der Zwischenzeit hatte sich allerdings eine Riesenmenge Gaffer gebildet. Und KEINER hat meiner Mutter mit ihren 50 Kilo geholfen, diesen Mann aus dem Auto raus zu bekommen. Handys gab es damals noch nicht und es muss eine Ewigkeit gedauert haben, bis irgendwelche Rettungskräfte eingetroffen sind.

Als alles vorbei war, setzte meine Mutter sich zu uns ins Auto und fuhr mit uns zu meinen Großeltern. Erst dort ist sie umgekippt.

Und wir waren das nächste Auto in der Schlange vor dem Bahnübergang.

Ich weiß, dass der Unfall auf menschliches Versagen zurück zu führen war, weil der Bahnwärter die Signale nicht beachtet hatte.

Auch wenn meine Mutter damals nichts mehr ausrichten konnte, hat mich ihr Verhalten ziemlich geprägt. Denn auch wenn man nichts "kann", kann man doch wenigstens da sein und dem anderen zeigen, dass er nicht alleine ist.
Ich denke, das ist es, was in erster Linie zählt und meine Mutter hat es geschafft, mir und meinem Bruder immer wieder deutlich zu machen, wie immens wichtig Hilfsbereitschaft und Zivilcourage ist.
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Mir ist einmal folgendes passiert: Ich gehe an einem sommerlichen Tag nach Hause und auf dem Weg dorthin sehe ich einen Mann an einem Zaun liegen: zusammengekauert und übel riechend. Die Fliegen kreisten auch schon. Aber ich merkte irgendwie dass er noch lebt. Die andren sind vorbeigelaufen und haben nur noch "Ieh" gesagt. Ich lass meine Mum (die auch mitwar) mit ihrem Hackepeter und den restlichen Einkäufen stehen und haste schnellstens in die nächstgelegene Arztpraxis um einen Notruf zu tätigen. .. Ich hätte den da nicht so liegen lassen können... Hoffentlich konnte man ihm helfen, denn ganz bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes konnt ich nicht mehr warten...

Des weiteren hab ich nochmal für nen Trinker der in vor nem Hotel lag nen Rettungswagen holen lassen.

Und ein drittes mal hab ich ne verwirrte Frau aus meiner Gegend irgendwie zu ihrer Wohnung bringen können. Da hab ich dann so schnell gehandelt, dass ich nichtmal zu Haus bescheid gesagt hab und meine Mum dann am Ende mich gesucht hat...

Heut würd ich immer n Handy beihaben... Und ich würd jederzeit wieder helfen, egal, wie "komisch einer aussieht oder riecht"...
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