Erste Hilfe: wie viel ist ein Leben wert? ICh hab heute was erlebt....


ICh hatte heute mal wieder ein Erlebnis der "besonderen" Art. ICh frage mich oft, warum immer ich dabei bin (naja, mit Sicherheit nicht IMMER), wenn was passiert, aber im Nachhinein muß ich sagen: es war ganz gut so, denn jede Minute zählt.
Nun gut: also, ich war im Getränkemarkt neben dem Netto, stehe an der Kasse und will bezahlen, als einer der "üblichen Verdächtigen" (die meistens neben SUpermärkten stehen) seine EInkäufe bezahlt, taumelt und umfällt. Mitten auf ein paar Bierkästen rauf, Kopf nach hinten und anfängt zu zucken und zu spucken. Sah aus wie ne Mischung aus Epillepsie und Tollwut. Und ich schätze, ohne Hilfe wäre er an seiner Kotze erstickt, denn das war nicht wenig und er konnte sich nicht selbst bewegen.
Die Verkäuferin (ca Mitte 30) völlig im Schock fragt mich: was sie machen soll. "112 rufen!" meine Antwort. Sie holt ein Telefon, drückt es mir in die Hand und starrt bloß den Mann an (IHR mache ich keine Vorwürfe, sie war völlig schockiert). ABer Vorwürfe mache ich dem Pärchen, das reinkam, während ich telefonierte, den Mann ansah und weiter ins Ladeninnere ging.
Telefonat beendet, so wie mans gelernt hat, sagen was wo wer wieviel ... Verkäuferin und ich schauen uns hilflos an, beide sind wir so 50 - Kilo-ELfen, also nicht gerade kräftig und kaum in der Lage, den Mann von den Kästen zu heben, damit er nicht an seinem Erbrochenen erstickt. Also rufe ich das Paar zurück, "Wir brauchen hier Hilfe, wir brauchen nen starken Mann!", widerwillig kommen sie dann. Dann hab ich noch ein junges Paar von draussen geholt, also hatten wir 2 Männer, die dann endlich den Mann von den Kisten hoben.
Dann die Diskussion: was machen wir jetzt. Also ich (sonst nicht grade Anführer) geb das Komando: Kopf zur Seite drehen, stabile Seitenlage!", was dann auch ging.
Noch immer kein Krankenwagen in Sicht, also hab ich mich das erste mal seit 5 Jahren sportlich betätigt und nen Sprint zur HKS-Zentrale zurückgelegt, aber die waren schon auf dem Sprung. Und haben den Mann mitgenommen.
Ich hoffe, es geht ihm gut.
Als ich danach durch den Netto tingelte, war ich zu weggetreten um an die Möhrchen für meine Schweine zu denken. Mich beschäftigte die Frage zu sehr: warum muß man (als Jüngste, Unerfahrenste und Schwächste) erst gestandene Leute mitte vierzig anschreien, damit die nicht nur dastehen oder aber dran vorbeigehen.

Gut, wenn jemand einen Schock hat (wie die Verkäuferin), kann ich das verstehen, aber wenn die Menschen einfach nur gucken und vorbei gehen. Ich meine, selbst wenn der Mann etwas abgerissen aussah und bestimmt nicht grade Bänker ist, ist sein Leben dann weniger wert?
Muß man den dann einfach so verrecken lassen?
Ich finde, Menschen die so handeln sollten sich tierisch schämen! Und auch wenn das vielleicht doof klingt. Ich bin froh, daß ich da war, denn selbst wenn ich in Härtefällen nicht wüßte, was ich tun soll, ist nichts tun noch immer besch****ener als irgendwas tun.
Ist total unangebracht, aber ich bin stolz auf mich selbst, daß ich heute so handeln konnte und hoffe, daß ich das immer schaffe.

In diesem Sinne: frischt eure 1.-Hilfe- Kenntnisse auf oder gebt gut bei der Fahrschule acht.


Naja, komm, komm! Kassiererinnen müssen genau wie z.B. Busfahrer auf sowas vorbereitet sein und klaren Kopf bewahren! Wo war der Filialleiter?


Also von mir kriegst du nen ordentlichen Händedruck und ein "Gut gemacht". Egal, ob man sich sicher ist, ob sein Handeln richtig ist oder nicht, hauptsache man handelt und steht nicht regungslos daneben. Du hast den REttungswagen gerufen und dem Mann so vielleicht das Leben gerettet...Ich hoffe, daß es in solchen Situationen immer jemanden wie dich gibt.

Übrigens handeln einige Leute auch einfach aus Angst oder Unwissenheit nicht und laufen einfach weiter, als ob nichts geschehen ist. Du hast in diesem Fall wirklihc richtig gehandelt. Denn oftmals brauchen diese Leute einfach konkrete Anweisungen. DEshalb auch bei einem Unfall immer delegieren. Das heißt diesen Gaffern Anweisungen geben...Zum Beispiel Decke holen, Feuerlöscher etc. In den meisten Fällen brauchen diese Leute einfach nen Anstoß und dann Handeln sie auch. Also immer Umstehende konkret ansprechen und genaue Aufgaben verteilen...


Hi, danke erstmal für eure Antworten.
Ich bin noch a little bit durcheinander wegen der Geschichte, hab mich ganz schön erschrocken.
@ Miele: die Frau war ganz allein in dem Laden. Bestimmt auch erst frisch angestellt (de r Getränkemarkt hat erst vor 2 Monaten eröffnet).

@ Melly, danke. War nicht das erste Mal, daß ich so was erlebe und so reagiere, aber es erstaunt mich uimmer wieder, daß die Leute nen Anstoß brauchen und daß ausgerechnet ich sie gebe(ich bin schüchtern) -> und die dann auch noch auf mich hören.
Dieses Phänomen, daß Menschen einen "Anführer" brauchen, kenne ich aber aus früher Jugend, als ich 12 war, wurden oft Ausländer vor meiner Schule von Nazis Aufgemischt und einmal hatten die einen ca 10 Jährigen zu viert am Wickel. Alle standen rum, Lehrer, Schüler, Passanten und nur ich bin dazwischen gegangen. Und in dem Augenblick regten sich auch die anderen und die Sch***- Glatzen wurden vom Pöbel herumgeschubst, bis die Bullen kamen.
Gott sei Dank hat der Rechtsradikalismus hier stark abgenommen, aber die Lehre habe ich aus der Situation damals gezogen, springt einer, springen alle. Traurig aber wahr.


Finde es super gut wie du gehandelt hast :blumen: :blumen:

Mfg Frankyboy :wub:


^_^

Bearbeitet von zwiebelwurz am 10.10.2006 20:47:19


Danke danke danke.... und: immer helfen, wie ist egal, hauptsache man liest nicht am nächsten Tag in der Zeitung: Mann gestorben, oder?
ICh hoffe, daß ich so was auch in Zukunft schaffe (war aber wie gesagt nicht das erste Mal, ich vertraue meinen Instinkten - klappe erst später ab....:-) )
Naja, ich beruhige mich langsam... atme durch, verzeichne das als Pioniertat... (jaja, DDR-Kind).... und gehe MOntag noch mal zum G- markt um zu gucken, obs die Kassiererin gut überstanden hat (ich konnte nach Hause gehen, aber die mußte da noch bis 18 oder 20 Uhr arbeiten.....)
Also...hmm.... Frage: DRK- Kurs für Führerschein ist ja (sogar bei mir mit 24) ziemlich lange her, aber: wüßtet ihr noch was davon?
Ich muß leider zugeben, ich weiß nur noch wenig, vielleicht die stabile Seitenlage, daß man Helme bei Motoradfahrern nur im Notfall abnehmen soll und heraushängende Organe nicht wieder reinstopfen soll (Rettungsschwimmerwitz) .... aber andsonsten könnte ich keine Kompresse anlegen....


Wirklich sehr gut gemacht :applaus: :applaus: Hauptsache man tut was und schaut nicht weg :-)


Goody....haste goody gemacht!!!

Respekt! Respekt! Respekt!
Ich hatte vor einiger Zeit auch so eine ähnliche Erfahrung machen dürfen...Und mich über die "Schaulustigen" geärgert, die einfach nur da standen. Oder über die eine Dame, die einfach an den Mann, der da auf der Straße lag vorbeilief....Da war ich noch ein paar Meter entfernt.
Und ein Leben, egal wer derjenige ist, ist immer VIEL wert! Deshalb kann ich wegen solchen Menschen, die nichts tun, nur den Kopf schütteln! Die Verkäuferin kann ich auch verstehen, ich kenne das, wenn man unter Schock steht!

@Miele: :wacko: :blink: ....Würdest du erst den Filialleiter aufsuchen???!?!?!?

Erste-Hilfe-Kurse nutzen auch nicht viel, wenn sie nur einmal stattfinden. Soetwas muss regelmäßig stattfinden (auch für Filialleiter :pfeifen: )! Irgendwo hatten wir hier auch dieses Thema schon mal...

Egal....Goody...bin stolz auf dich! Ärger dich nicht über solche Menschen, die gibts leider immer wieder!!!

KRISHU :blumen:


Hallo, Goody, goody gemacht!! Respekt.
Schön, dass es noch solche Menschen gibt wie dich.
Mehreren solchen Menschen wie dir sind wir auch schon begegnet, als mein Mann einen schweren Radunfall hatte. Das war mitten im Wald (muß dazusagen, dass mein Mann herzkrank ist) und er stürzte und hatte ziemlich unangenehme Verletzungen. Selbst steht man erst mal unter Schock. Gottseidank gibts Handys.
Dann kamen uns einige Radfahrer entgegen, die nicht einfach vorbeifuhren, sondern fragten, ob sie helfen können. Einer bot meinem Mann aus seiner Flasche zu Trinken an, der andere legte ihm seinen Jacke unter den Kopf, bevor ich überhaupt handeln konnte. Ein anderer fuhr bis ans Waldende, wo er auf den Sanker wartete und das war eine weite Strecke.
Ich wollte mich bei denen bedanken und bat um ihre Adresse oder Telefonnummer, leider erfolglos. Mir blieb nur ein mündliches Dankeschön und das bedauere ich heute noch.
Gottseidank gibt es sie noch - die Gutmenschen! Und Goody ist ein Goodymensch!

Liebe Grüße
Elisabeth


ein goodymensch,genau :) ich schliesse mich hier auch an - gut gemacht goody!
die menschen haben einfach so langsam verlernt menschlich zu sein. schade,aber: ich wüsste auch nicht mehr,wie genau die stabile seitenlage geht,oder sowas. ich arbeite in einer behindertenwerkstatt momentan und da es dort auch öfters mal leute gibt,die einen epileptischen anfall haben, lernt man sowas dann auch wieder...nächste woche mache ich ein seminar mit, auf dem ich den großen erstehilfeschein mache, also werde ich mich zumindest mal auffrischen auf diesem gebiet ;) ich finde, jeder sollte den erstehilfekurs einmal im jahr wiederholen - das wäre das mindeste,was man machen könnte.


Zwei mal mußten Daddy und ich schon helfen. Das erste mal in der Pfalz an einem kleinen Bach.Ein Menschenknäuel hatte sich versammelt und sah zu, wie sich ein kleines Mädchen ihren Fuß festhielt und jämmerlich weinte. Mit einer Glasscheibe hatte sie sich den ganzen Fuß aufgeschnitten. Daddy schnappte sich das Mädchen, wickelte ein dickes Handtuch um den Fuß und ab ging die Fahrt ins nächste Krankenhaus.
Einmal fuhren wir im Schwarzwald und sahen einen Unfall. Ein Mann schien sehr verletzt, und nachdem wir Polizei und Notarzt gerufen hatten fingen wir an, notdürftig zu verbinden. Später stellte sich heraus, daß alles nur oberflächliche Verletzungen waren. Vom roten Kreuz wurde der Verbandskasten wieder aufgefüllt.
Ich bin seit über 40 Jahren Mitglied beim roten Kreuz und habe schon viele Erste Hilfe und Sanitätskurse mitgemacht. Trotzdem fragt man sich oft, wie man reagieren würde, wenn man davor steht.
Mutti Fledermaus.


Hey, Goody!
Das war super! Man bräuchte wirklich mehr Zivilcourage.

Hab kürzlich im Fernsehen was gesehen, da gings um erste Hilfe. Es wurden auch Leute gefragt, was man denn in dem und dem Fall macht, aber die meisten hatten keine Ahnung.
Mein Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein ist auch schon wieder zweieinhalb Jahre her, mir fiel auf, dass ich auch mal wieder auffrischen sollte.
Und die Story von Goody hat mich darin bestärkt.


JA


^_^ Danke an alle. Und ich bin froh zu hören, daß ich nicht die einzige bin, die Zweifel am eigenen Handeln hat und trotzdem was tut. Das beruhigt mich.
Eigentlich sollten 1.-Hilfe Kurse im Schulsystem eingebettet sei (sind sie´s?) Und regelmäßig wiederholt werden.
Der Gedanke kommt mir schon regelmäßig, wenn ich meinen Schatz und seine Freunde beim Holzhacken und -spalten zusehen ,da hab ich immer das Gefühl, es könnte die Anfangsszene von Notruf sein.... (nur weil die manchmal etwas chaotisch daherkommen)...
ICh hab mir auf jeden Fall vorgenommen in Zukunft immer darauf zu achten, mein Handy dabei zu haben ... hatte ich gestern nciht.
Na dann, schönen ABend wünsche ich euch allen.... ich schreib mal morgen, wie es der Verkäuferin geht....

PS: das Wortspiel mit Goodymensch find ich süß, auch wenn ich mich dabei sogar unterhalb der Haare rot färbe ... ^_^


Ich glaub die meisten Menschen kann man in vier Gruppen einteilen, wenns ums Helfen geht.
Die erste hilft ohne Zögern. Die zweite steht unter Schock. Die dritte würde gerne, traut sich aber nix zu und hat Angst vor irgendwas, vor Infektionen, davor, was falsch zu machen und dafür belangt zu werden, kann kein Blut sehen und sowas. Der vierten Gruppe isses einfach latte, wenn jemand leidet und Hilfe braucht.

Ich wünschte, unterlassene Hilfeleistung aus Willkür würde härter bestraft werden. Und viele denken sich wohl auch sowas wie "mir hilft auch keiner bzw. mir hat keiner geholfen" und geht davon aus, dass denen sowas nie passiert.

Hab leider bereits bei n paar Unfällen Hilfe leisten müssen und habs auch nicht so einfach weggesteckt, die Erfahrungen hätte ich mir gerne erspart. Hab mich danach jedesmal ziemlich abgefüllt, weil ich die Bilder nicht aus dem Kopf gekriegt hab.
Und jedesmal hab ich mich gefragt, ob und wieviele Typen vorher vorbeigefahren sind, ohne zu helfen und ob n paar Minuten frühere Hilfe entscheidend für das Überleben der Leute gewesen wäre. Bei sowas krieg ich Wut. :labern: :labern: :labern:


Viele Leute haben auch Angst, etwas falsch und dadurch schlimmer zu machen.

In meinem letzten Erste-Hilfe-Kurs hat der Ausbilder gesagt:
Denken Sie daran:
Ohne Wiederbelebungsmaßnahmen stirbt dieser Mensch sicher,
wenn Sie sich trauen, hat er eine Chance!


Oooh, der Satz ist sehr gut! Muss ich mir merken.

Es ist auch noch nie jemand bestraft worden, weil ein Mensch durch Erste Hilfe starb.
Nur wegen unterlassener Hilfeleistung.


Gut gemacht! Ich bin manchmal entsetzt, wie wenig Menschen noch den Mitmenschen wahrnehmen. Da reichts, daß eine Mutter mit 3 kleinen Kindern sichtlich blaß im Supermarkt beginnt zu schwanken und ich höre den Kommentar: "Na die Bälger sind aber laut!" Ich habe meinen Einkaufswagen stehen gelassen und die Mutter in den Personalbereich begleitet und dort auf einen Stuhl setzten lassen. Sie erholte sich dann wieder und erzählte, daß sie gerade eine schwere Erkältung überstanden hatte. Die Kinder waren viel zu erschreckt um nocht "Laut" zu geben....
112 wählen kann jeder, auch diejenigen, die aus Angst etwas falsch zu machen, keine Erste Hilfe leisten.
Und, wenn ich an die stets "zuverlässigen Gaffer" bei Unfall, Brand oder Schlägerei denke, wird mir übel.


Morgana


Erst einmal "Dickes Lob an dich" das du so schnell und überlegt gehandelt hast.
:blumen:

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Leute es kostet euch vielleicht ein paar Minuten eures Lebens, aber bitte bitte helft wenn ihr es könnt!

Ich selber habe mich ja schon zum Helfen verpfichtet, als ich zum THW gegangen bin, aber auch schon vorher hab ich immer wieder versucht zu helfen.


Alle Achtung !!!!
Super Goody- ich bin mir nicht sicher ob ich in der Situation so überlagt und souverän gehandelt hätte. Man weiß zwar, auch durchs fernsehen, was man tun sollte, ist aber bestimmt im Fall der Fälle erst einmal starr vor Schreck. Die Tatsache, dass viele Leute wegschauen, ist ja nicht neu. Wie viele Menschen, die auf der Strasse leben, könnten jedes Jahr gerettet werden, wenn man auf sie achten würde. :labern:


Ich als Krankenschwester wüßte meistens schon, welche erste Hilfe zu leisten wäre, aber ichglaube, daß viele Angat davor haben etwas falsch zu machen.


Gut gemacht Goody.

Ich bin froh, dass ich noch nicht in so eine Lage gekommen bin, obwohl ich bei uns im Betrieb "Ersthelferin" bin und alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs absolviere. Dieser Kurs wird bei uns in der Firma abgehalten und auch Nicht-Ersthelfer dürfen daran teilnehmen, zahlt alles die Firma, auch die verlorene Arbeitszeit.

Das sollten viel mehr Firmen so machen, dann gäbe es wenigsten mehr Menschen, die eine Ahnung von Erster Hilfe haben.

Trotzdem hätte ich schon ein wenig Angst, wenn ich wirklich mal Erste Hilfe leisten muss, würde aber auf jeden Fall helfen und nicht weggucken. Mir wurde schließlich beigebracht, dass man als Ersthelfer nichts verkehrter machen kann, als nicht zu helfen.


also, ich arbeite im einzelhandel am kundenservice, und letztens ist auch so ein "ding" bei uns passiert...

auf einer palette standen karton-weise sektflaschen. eine kundin hat mittenraus eine flasche gezogen, der stapel krachte zusammen und ihr fielen ca 10 flaschen auf die beine...das sah aus :o alles aufgeschnitten und voll blut, durch den sekt sah das allerdings mehr aus als es war. ich habe mit meinem chef erste hilfe geleistet, wunden abgedeckt und so... die frau sprach ein wenig lallend, der sani der dann auch kam fragte als erstes wieviel alkohol sie denn schon konsumiert hätte :angry: ich klärte ihn dann auf dass sie meine nachbarin wäre und ihr sprachvermögen aufgrund eines schlaganfalls beeinträchtigt wäre. da guckte er blöd sag ich euch!

lg, tatti


mich macht sowas total wütend. ich bin seit 3 jahren rettungssanitäter und gebe auch erste-hilfe-kurse. und hör ständig von teilnehmern solche sätze wie "wenn ich schnell genug weggehe, hat ja niemand ne ahnung dass ich da war. dann werd ich auch nicht in die verantwortung gezogen."
ich hab es auch schon oft erlebt, dass ich zum einsatzort gekommen bin und noch ersthelfer beobachten konnte (also nur n paar sekunden, bis wir unsere sachen aus dem wagen geholt hatten) Ich hab es einmal erlebt dass da ein bewusstloser patient lag, ein passant kniete daneben. der patient lag auf dem rücken, was ja eh schon eine todsünde ist. dann hat der patient angefangen zu brechen. ich war noch n stück entfernt und hab deshalb dem passanten gesagt, dass er den kopf schnell zu seite drehen soll. seine antwort; "bist du bescheuert??? ich lass mich doch nich vollkotzen!"

:labern: :labern: :labern:


Zitat
ich lass mich doch nich vollkotzen!"



Mal ehrlich, Hand aufs Herz, würdest Du das gerne? Ich mein, der hätte das auch anders form. können, oder den irgendwie anders hochheben können, aber es ist ja auch keine schöne Angelegenheit, Erbrochenes auf den Klamotten zu haben und dazu noch fremdes.

Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???

Ist sicher nicht appetitlich, aber Klamotten kann man waschen, ein Leben kriegt man nicht einfach wieder. Ich könnte mir nicht verzeihen, wenn jemand stirbt weil ich ihm nicht helfen wollte.
Deshalb habe ich auch schon oft den Notarzt gerufen, wo andere einfach wegschauten und weiterliefen. Kostet ja nicht mal Telefongebühr.


Zitat (Dena @ 15.04.2006 - 19:26:36)
"bist du bescheuert??? ich lass mich doch nich vollkotzen!"

:labern: :labern: :labern:

Da steh ich auch nicht drauf, aber wenn einen die Klamotten mehr interessieren als n leidender oder sogar sterbender Mensch vor einem, dann kanns mit der Hilfsbereitschaft und der Menschlichkeit von so einem sowieso nicht weit her sein.

Bin diverse Male vollgekotzt worden bei Unfällen und habs überlebt, in den Momenten wars mir auch latte und nicht nur mir. Was sind das denn für Schwächlinge, die sowas nicht verkraften? :blink: :blink: :blink:

Zitat
Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???


Sicherlich nicht, aber ich könnte es dem jenigen nicht verdenken.

ich hab schon öfter erbrochenes abbekommen von nem patienten. klar ist das nicht schön, und ich fands auch unangenehm. aber so ist das nun mal. ich kann mich anschließend duschen und umziehen, aber wenn ich den menschen ersticken lasse.... was soll der denn machen??? außerdem ist das ne unterlassene hilfeleistung (jaja, auch 2 semester jura tauchen in meinem lebenslauf auf ;) ). also ganz ehrlich, es gibt schlimmeres als bisschen kotze auf den klamotten.


Ich habe auch schon oft die Argumentation zu hören bekommen "Ich weiß ja gar nicht, was ich machen soll" oder "Dem kann jemand anders helfen". Warum ist das Helfen sooooo schwierig??? Telefonieren können wir mittlerweile ja fast alle in jeder Lebenslage (Handy). Auch das ist helfen. Dann kann man oft auch durch Zuwendung, Dabeibleiben usw. vieles entschärfen und bessern.

Die Argumentation mancher Frauen: "Im Dunkeln und ich alleine, wer weiß, was mir da passiert." Sicherlich, schwierige Lage, nur telefonieren kann man auch dann.

Daß jemand einen Schock bekommt, der erstmalig mit einer entsprechenden Verletzungssituation konfrontiert wird, ist nachvollziehbar, aber nicht selbstverständlich. Wichtig ist dann jemand, der alles in die Hand nimmt und ganz klare Anweisungen gibt. Hier kommt dann auch das berühmte Wasser oder Wolldecke holen zum Einsatz.

Zitat (Miele Navitronic @ 15.04.2006 - 21:13:18)
Zitat
Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???


Sicherlich nicht, aber ich könnte es dem jenigen nicht verdenken.

dann verdenk es mir nicht,
ich würde dich JETZT an deinem erbrochenen verrecken lassen,
damit auch ja nichts an meine klamotten kommt.
wird richtig lustig, wenn du nicht total verreckst,
sondern noch etwas weiterlebst aber nur noch sabbern kannst!
und falls dein kleines gehirn dann noch ein wenig funktionieren sollte,
dann kannst du dir immer wieder denken:
"ich konnte es ihr einfach nicht verdenken,
gut, dass ihre klamotten sauber blieben"

Zitat (pepsi @ 17.04.2006 - 11:05:20)
Zitat (Miele Navitronic @ 15.04.2006 - 21:13:18)
Zitat
Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???


Sicherlich nicht, aber ich könnte es dem jenigen nicht verdenken.

dann verdenk es mir nicht,
ich würde dich JETZT an deinem erbrochenen verrecken lassen,
damit auch ja nichts an meine klamotten kommt.
wird richtig lustig, wenn du nicht total verreckst,
sondern noch etwas weiterlebst aber nur noch sabbern kannst!
und falls dein kleines gehirn dann noch ein wenig funktionieren sollte,
dann kannst du dir immer wieder denken:
"ich konnte es ihr einfach nicht verdenken,
gut, dass ihre klamotten sauber blieben"

......... Wie doof bist Du eigentlich? rofl
Ich wußte es ja schon lange, aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht vermutet!


Aber zurück zur Diskussion: Nicht jeder kann sowas mitmachen, einige kippen ja selber um, wenn sie Blut sehen, sicherlich, die Polizei würde ich auch rufen, aber sonst :verwirrt: ? Will ja mal hoffen, dass mir sowas nicht passiert, dass da einer liegt und sonst keiner da ist! :blink:

Zitat (Miele Navitronic @ 17.04.2006 - 11:14:53)
Zitat (pepsi @ 17.04.2006 - 11:05:20)
Zitat (Miele Navitronic @ 15.04.2006 - 21:13:18)
Zitat
Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???


Sicherlich nicht, aber ich könnte es dem jenigen nicht verdenken.

dann verdenk es mir nicht,
ich würde dich JETZT an deinem erbrochenen verrecken lassen,
damit auch ja nichts an meine klamotten kommt.
wird richtig lustig, wenn du nicht total verreckst,
sondern noch etwas weiterlebst aber nur noch sabbern kannst!
und falls dein kleines gehirn dann noch ein wenig funktionieren sollte,
dann kannst du dir immer wieder denken:
"ich konnte es ihr einfach nicht verdenken,
gut, dass ihre klamotten sauber blieben"

......... Wie doof bist Du eigentlich? rofl
Ich wußte es ja schon lange, aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht vermutet!


Aber zurück zur Diskussion: Nicht jeder kann sowas mitmachen, einige kippen ja selber um, wenn sie Blut sehen, sicherlich, die Polizei würde ich auch rufen, aber sonst :verwirrt: ? Will ja mal hoffen, dass mir sowas nicht passiert, dass da einer liegt und sonst keiner da ist! :blink:

Waschmaschine, die Frage solltest du dir langsam mal selbst stellen.

dafür vermute ich es bei dir schon länger :pfeifen:


..... will mir die Cola, die eine Lebenserwartung von höchstens 0,5 Jahren hat und größtenteils aus Wasser besteht sagen. Komm, geh zurück in den Kasten, bitte!


da ist dir aber jetzt spontan noch ein ziemlicher reißer eingefallen!! :lol:
*stolz auf dich bin*


Hallo, hört doch bitte auf rumzustreiten.. :heul: das macht die ganze Dikussion kaputt und es kommt nichts dabei raus!
Zurück zum Thema... -_-
Ich denke, dass die meisten Menschen Angst haben, etwas falsch zu machen.
Ich bin auch Krankenschwester und betreue alkoholkranke Patienten.
Da ist öfters mal ein Krampfanfall dabei.. oder Blutungen.
Ich muss sagen, wenn andere Menschen gezielt angeleitet werden, können sie in der Regel gut mithelfen.
Den Hauptteil soll der machen, der sich sicher fühlt und auch den Kranken etwas beruhigen kann.
Das ist nämlich auch ganz wichtig!

Lg
Monika


ich finde auch,
die ersten hilfe kurse sollten kostenlos angeboten werden.
ich meine, das hat 50 euro gekostet, oder 25, auf jeden fall zu viel, wenn man nur mal eben auffrischen möchte.
ich bin 21 und kann mich schon kaum mehr erinnern...


Zitat (Miele Navitronic @ 17.04.2006 - 11:14:53)
Zitat (pepsi @ 17.04.2006 - 11:05:20)
Zitat (Miele Navitronic @ 15.04.2006 - 21:13:18)
Zitat
Lieber Miele, würdest du gerne bei einem Notfall an deinem Erbrochenen ersticken, weil sie jemand "nicht vollkotzen" lassen möchte???


Sicherlich nicht, aber ich könnte es dem jenigen nicht verdenken.

dann verdenk es mir nicht,
ich würde dich JETZT an deinem erbrochenen verrecken lassen,
damit auch ja nichts an meine klamotten kommt.
wird richtig lustig, wenn du nicht total verreckst,
sondern noch etwas weiterlebst aber nur noch sabbern kannst!
und falls dein kleines gehirn dann noch ein wenig funktionieren sollte,
dann kannst du dir immer wieder denken:
"ich konnte es ihr einfach nicht verdenken,
gut, dass ihre klamotten sauber blieben"

......... Wie doof bist Du eigentlich? rofl
Ich wußte es ja schon lange, aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht vermutet!


Aber zurück zur Diskussion: Nicht jeder kann sowas mitmachen, einige kippen ja selber um, wenn sie Blut sehen, sicherlich, die Polizei würde ich auch rufen, aber sonst :verwirrt: ? Will ja mal hoffen, dass mir sowas nicht passiert, dass da einer liegt und sonst keiner da ist! :blink:


@ Miele und Pepsi
Scheint so, als wenn ihr gegenseitig auf Beiträge wartet, um dem anderen
eins reinwürgen.

Ich bitte euch, den Kleinkrieg per PM auszutragen. Dort könnt ihr
euch gerne schreiben, wie doof ihr euch findet und euch beleidigen,
dass der Messenger qualmt. Wäre prima, wenn ihr das hinbekommt ;)

AUFHÖREN!! :heul:

Vorab, eigentlich kann ich gar kein Blut sehen.

Vor ein paar Jahren, im Winter, 18.00 Uhr dunkel, es regnet wie aus Kannen. Der GÖGA und ich leihen in der Videothek einen Film aus, wir sind nicht länger als 10 Minuten dort drin. Als wir wieder herauskommen und zum Auto gehen wollen, sehe ich im Augenwinkel 10,15 m weiter einen kleinen Menschenauflauf und 2 stehende Autos auf der Straße. Nun strebe ich von solchen Unfallstellen eher schnell hinweg, Gaffer gibts immer genug. An diesem Abend allerdings und in dieser Situation registriert irgend etwas in meinem Kopf, daß da ein Mensch auf der Straße liegt, und niemand ist bei ihm. Die Menschenmenge steht ein wenig abseits, er liegt da ganz alleine. Keine Ahnung, wie ich dahin gekommen bin. Mein Mann sagte, ich sei einfach losgerannt. Ich komme wieder zu mir, als ich neben dem Mann auf der Straße kniee, und wie ein Autopilot reagiere. Ich schreie die Leute an, "Ist ein Krankenwagen verständigt? Ist die Polizei verständigt" "Ja," sagt man mir. Ich merke, daß der Mann vor mir mühsam atmet. Blutig liegt er vor mir, Glassplitter im Kopf, ein älter, schwerer Mann. Ich reiße mir die Jacke vom Leib, schiebe sie vorsichtig unter seinen Kopf. "Wer hat Erste Hilfe Kenntnisse", brülle ich in die Menge. Ein junger Mann schiebt sich heran. Er ist Sanitäter. Gemeinsam bringen wir den Verletzen in die stabile Seitenlage. Ich streichle ihm unentwegt den Rücken und einen Arm und sage ihm, gleich kommt Hilfe und daß ich bei ihm sei. Der Krankenwagen kommt. Als der Mann hineingeschoben wird, taumele ich ins nächste Gebüsch und übergebe mich. Ich bin nass, dreckig, blutig.

Der Mann stirbt noch im Krankenwagen an den Unfallfolgen. Natürlich mache ich mir Vorwürfe, das ich etwas falsch gemacht habe. Tagelang, nächtelang... bis ein Polizist zu mir sagt:" Du hast nichts falsch gemacht, ich habe mich erkundigt, die Verletzungen waren zu schwer. Er hatte keine Chance. Aber Du hast eines gemacht, nämlich ihm Wärme und Worte gegeben, die ihn in eine andere Welt begleitet haben."


Eines vorweg: auch ich finde es furchtbar, dass so viele Leute wegsehen und oft sogar noch derartige Versammlungen bilden, dass kein Sanitäter mehr vernünftig zum Verletzten durchkommt.
Aber ich muss auch einen weiteren Aspekt ansprechen: Ich persönlich würde mir nicht zutrauen, mich einem blutigen oder spuckenden Mnschen zu nähern. Und zwar aus zwei Gründen:
1) Er könnte gefährliche Krankheiten haben. Gerade bei Betrunkenen oder Menschen, die evtl mit Drogen zu tun haben, hätte ich da einfach Angst, mich anzustecken. Betrunkene sind zudem noch häufig aggressiv, auch da hätte ich Angst , dass der mich plötzlich angreift.
2) ich habe Agoraphobie. es fällt mir sehr schwer, unter Menschen zu gehen, ich brauche immer einen gewissen Abstand, weil ich bei der geringsten Berührung- selbst bei Bekannten- Panik kriege. So gerne ich manchmal helfen würde, ich kann es einfch nicht. Ich habe auch kein Handy. Meine einzige Option ist also, ein Telefon aufzutreiben oder jemanden zu bitten, dass er Hilfe holt. Gerade deshalb regt es mich leicht auf, wenn manche Lete permanent JEDEN, der nicht direkt eingreift, heruntermachen. Bin schon mal von jemandem in so ner Situation ziemlich angeschnauzt worden, obwohl ich nix dafür kann. Bestimmt geht es auch einigen anderen Menschen so. Deshalb sollte man nicht alle über einen Kamm scheren.


@Bücherwurm meine Hochachtung

Keiner weiß wie er wirklich in einer Stresssituation reagiert, die einen können dann plötzlich nicht helfen weil sie gelähmt sind bei anderen kommt längst vergessen wieder zum Vorschein.

Die Anregung regelmässig einen erste Hilfe Kurs zu machen finde ich sehr sinnvoll, er sollte an den Führerschein gekoppelt sein, genauso wie ein Sicherheitstraining bei einem neuen Auto.

Auch wenn man nicht aktiv helfen kann, man kann durch das Berühren und einfach dasein oft schon viel geben.


@Bücherwurm,
auch von mir meine absolute Hochachtung. Wenn ich mal so liegen müsste dann würde ich mir wünschen das so ein Mensch wie du es bist neben mir hockt :)


es könnte ja auch mal jemand aus der eigenen familie so da liegen.
bin erschüttert!!!!!


@Goody und Bücherwurm: :blumenstrauss:

Ihr könnt echt stolz auf euch sein!

Ich weiss nicht, ob ich die Kraft hätte, sowas zu machen. Versuchen würde ich es vielleicht, hätte aber Angst, überfordert zu sein oder was falsch zu machen.


(Ich bin ja schon fast ausgeflippt und habe schlimmer als mein Sohn geheult, als er sich mit 4 Jahren sämtliche Vorderzähne ausgeschlagen hat.)


Ich denke, das eigentliche Problem ist, dass jeder Mensch erstmal eine sozusagen automatische, in den Genen liegende Abneigung gegen Hilflose, Alte, Kranke, Schwache, Sterbende, Blutende hat. Das hat wahrscheinlich mit unserem automatischen Selbstschutz zu tun, unser Instinkt sagt "geh da nicht hin, Du könntest mit reingezogen werden". Kein Tier geht z. B. zu einem anderen sterbenden Tier und leistet Hilfe. Bestenfalls steht es herum und guckt. Viele Tiere verziehen sich auch zum Sterben, gehen von sich aus von der Herde weg. Hab das mehr als einmal erlebt.

So, und nun kommt der Mensch daher, mit seinen "tierischen" Wurzeln, aber plötzlich mit Verstand und Denke ausgestattet. Der Bauch sagt: Weg! Gefahr!, der Verstand sagt "Das könnte ich sein, ich muss helfen!" - und schon haben wir die Menschentraube, die drumrumsteht, vielleicht helfen will, nicht weiss wie, irgendwie auch Angst und Scheu hat, also dabei bleibt, aber nicht anpackt. Ist, denke ich, ganz natürlich - aber absolut keinerlei Entschuldigung! Anpacken MUSS man, so gut man eben kann, das ist ja jedem klar. Und die Scheu überwinden kann man durch Gewohnheit. Also üben. Einen erste Hilfe-Kurs gibt's überall, wird auch für wenig Geld angeboten, wenn nicht vom Betrieb selbst, dann oft Roten Kreuz, Maltheser, Johanniter, was auch immer, einfach mal erkundigen. (Und hoffen, dass man selbst, wenn's mal so weit ist, Leuten in die Hände fällt, die nicht Miele heissen... :ph34r: .)

Das mit dem kein Blut sehen können oder sich vor Erbrochenem oder Exkrementen oder Hirnmasse oder was auch immer scheuen ist übrigens kein Grund fürs Nichthandeln. Wie Büchi schon schrieb: Das sind Dinge, die in diesem Moment unwesentlich sind. Man packt einfach zu und tut was. Kotzen geht man hinterher. Das tun sogar eingefleischte Sani's, dafür muss man sich nicht schämen. Und noch was: Der Verletzte spürt in diesem Moment oft (noch) gar nichts von seinen Schmerzen. Was er aber spürt, sind Zuwendung, Ansprache, Nicht-allein-gelassen-werden. Das ist das allerwichtigste!! Redet mit den Leuten! Ist das erste, was man in jedem Kurs lernt: Ansprechen! Und das kann jeder, auch ohne Erste-Hilfe-Ausbildung! Büchi: Bravo!!!!!! :wub: :wub:

Schnegge


@Bücherwurm: alle Achtung. Das mit dem hinterher kotzen kenn ich. Üble Sache, tut mir leid, daß der Mann es nicht geschafft hat. Da hatte ich bisher immer Glück.... toi toi toi...

@ fnü: ich persönlich greife niemanden an, der nicht in der Lage ist, zu helfen, gerade bei Agoraphobie... aber die Leute sind in meinem Fall einfach vorbei gegangen und als ich sie gerufen hab gings ja.
Was Erbrochenes, Blut und Exkremente betrifft bin ich überhaupt nicht der Typ der sich auf Leute stürzt und für sie sorgt, könnte niemals Menschen pflegen oder so, aber in Momenten wo jemand Hilfe braucht und allein ist schaltet sich mein extrem empfindlicher Magen aus (Kotze schopn, wenn nur einer was ekeliges erzählt)... aber der Automatismus: hier muß was getan werden schaltet sich ein.
Ich finde es bloß mies, wenn so viele Schaulustige dastehen und keiner was macht. Nicht mal tröstet..... das finde ich furchtbar.

@miele und pepsi: tragt euren bekloppten Kleinkrieg doch bitte per PN aus, auch wenns für einige witzig ist, stört es die Diskussion ungemein! Ich dachte, wir wären hier alle erwachsene "Muttis" ?!?!?!


Zitat (Schnegge @ 19.04.2006 - 11:55:32)
Kein Tier geht z. B. zu einem anderen sterbenden Tier und leistet Hilfe. Bestenfalls steht es herum und guckt.

:nene: :nene: :nene: Stimmt so nicht. Delphinmütter z. B. (vielleicht nicht jede) bleiben bei ihren kranken Jungen, sogar dann noch, wenn sie schon tot sind. Manche Delphinmutter stupst ihr totes Baby stunden- und tagelang immer wieder an und bringt es an die Wasseroberfläche, bis sie aufgibt. Teilweise hält nicht einmal einsetzender Verwesungsgeruch sie davon ab.

Auch Elefanten und Nashörner bleiben oft lange bei ihren sterbenden und toten Artgenossen, "streicheln" sie und kehren teilweise regelmäßig zum Kadaver zurück.

Hab auch schon eine unserer Katzen dabei beobachtet, wie sie ihr totes Baby geputzt hat und keinen rangelassen hat.

Ich muss "fnü" Recht geben. Es wird über jeden, der nicht sofort hilft geurteilt, mal ganz krass gesagt: "Was nützt es mir, wenn ich helfen will, aber beim Anblick ohnmächtig daneben liege??"

Es gibt Menschen, die können einfach nicht. Aber, wer da drum rum steht und gucken kann, der kann auch helfen. Ich kanns nicht, das EINZIGE, was ich nicht kann! :D Würd mich aber auch nicht da hin stellen und gaffen.


Zu den Gaffern, die evt. noch die Rettungsarbeiten behindern kann ich sagen, dass mich diese Sensationslustigkeit auch sehr ankotzt. :wallbash: Es passiert ein pissiger Auffahrunfall auf der Autobahn, man könnte locker mit 140 dran vorbei, aber nein es wird max 50 gefahren, damit die auch alles sehen, dadurch riskieren die noch zusätzliche Unfälle (man sitzt denen ja quasi im Kofferraum, wenn die so langsam fahren)

Die geschilderte Sache von Bücherwurm glaub ich irgendwie nicht, sorry!
Ich glaube nicht, dass ein Sanitäter erst zu guckt und dann erst auf Ihren Zuruf herbei kommt. Das kann so nicht stimmen, es ist ja sein Beruf! :unsure:

Bearbeitet von Miele Navitronic am 19.04.2006 22:07:19



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