Diplomarbeit: Wer schreibt gerade oder hat schon mal?


Ach herrjeh... ich schreibe gerade Diplomarbeit und suche Leidensgenossen. Hab nur noch eine Woche und habe tierisch Angst durchzufallen. Kennt das jemand??
Ich glaube ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie solche Versagensängste wie gerade...
Wer teilt sein Leid mit mir :)


:trösten: Ging mir genau so. Ich glaub, ich hab mich noch nie so schlecht gefühlt wie in der Diplomarbeitszeit... leider hab ich deswegen auch keinen Superdupertipp für dich, wie das besser wird. Aber hey - du hast's bald geschafft!
Und bestimmt warst du auch bei deinem Prof in der Sprechstunde, oder? Wenn du total auf dem Holzweg wärst, hätte er dich schon darauf hingewiesen.

Welches Thema, welcher Studiengang?

Du schaffst das schon noch, meine Daumen sind gedrückt! :daumenhoch:


Ich kann dich auch gut verstehen Puschteblume! :trösten: :trösten:
Hab meine dipl.arbeit auch gerade erst fertig und hab mich während des schreibens plötzlich wieder wie ein unwissender Erstsemester gefühlt :wacko:
Abgegeben habe ich sie noch nicht, weil ich zum Glück (!) keinen Zeitdruck habe, so dass ich noch in ruhe korrekturlesen kann. Im Grunde will ich das Ding mittlerweile aber einfach nur noch loswerden -_- und dann 8 Wochen lang bangen und hoffen, dass sie den Ansprüchen genügt.

Mach dich mal nicht so verrückt. Mich hats immer ganz gut aufgebaut, wenn ich an diese ganzen anderen Leute aus der Uni gedacht habe, die auch gerade ihre Arbeit schreiben. Vielen von denen würde ich im Leben nicht zutrauen, dass die ne vernünftige Arbeit hinbekommen und im Vergleich zu deren Arbeit ist meine dann bestimmt richtig gut :D Ja, fieser Gedanke, aber mir hats geholfen :pfeifen:

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen!!! Leg nochmal nen guten Entspurt ein und in einer Woche biste das Ding erstmal los. :freunde:

Bearbeitet von Travia am 25.06.2007 14:18:01


Das ist so nett von euch - und das mit den anderen Idioten stimmt auch :lol: :lol: :lol:
Meine Studienrichtung ist Sozialpädagogik und ich studier an der Berufsakademie in Villingen-Schwenningen. Das Problem ist, dass wir die DA während der Praxisphase schreiben müssen. Das heißt wir haben 3 Monate Zeit und müssen nebenher voll arbeiten... OK, ich hab Resturlaub und Sonderurlaub und deshalb schon seit dem 25. Mai frei. Bisher war ich echt gut im Studium. Immer so zwischen 1 und 2. Solang ich nicht durchfall ist alles gut, dann kann mans immer noch als Ausrutscher werten...

Vielen Dank für euren Beistand :blumen: :blumen: :blumen:


Ach ja: Mein Thema ist die Beziehungsgestaltung zwischen Heimerziehern und den, ihnen anvertrauten Kindern. Wieviel Nähe? Wieviel Distanz? Erklärungen warum das alles so wichtig ist. Am Ende beschreibe ich zwei Erziehungskonzepte (SOS-Kinderdorffamilie und Großheim mit 30 Plätzen) und schau wie sich diese Konzepte auf die Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung auswirken. Wenigstens mag ich mein Thema!!


Und was ist/war euer Thema? *auch ganz neugierig sei* :)


Kleine Empfehlung am Rande: Lasse auf jeden Fall deine Arbeit vor endgültiger Abgabe, von einem Aussenstehenden quer lesen. Korrekturlesen darfst du auf keinen Fall selbst, da man als VerfasserIn sozusagen betriebsblind ist und auch die einfachsten, ganz logisch erscheinenden Fehler nicht bemerkt ! - Ich weiss in diesem Fall sehr gut wovon ich spreche, da ich ausreichend berufliche Erfahrung mit derlei Dingen besitze. :)

Alles Gute und bleib stets entspannt; du schaffst das.


Das muss ich eh machen, da ich sonst dem Untergang geweiht bin :D
Wenn du Erfahrung damit hast:
Meine größten Probleme sind:
1. Die fehlende Struktur (allerdings nur in den ersten 40 Seiten von ca 70)
2. Oft sieht man nicht ob das Geschriebene nun aus meinem Kopf kommt oder ob ichs aus nem Buch hab. Das liegt daran, dass ich das Geschriebene dann nicht als indirektes Zitat gewertet hab, weil ich die Sätze komplett umformuliert, stark ergänzt und Gedanken aus anderen Büchern eingemischt habe (aus drei Sätzen im Buch ne Seite gemacht) darunter kann ich dann ja nicht vgl. ... schreiben...
Ändern kann ich das ja nicht mehr wirklich, da ich das zum jetztigen Zeitpunkt nicht mehr "auseinanderpflümeln" kann...

Denkst du deshalb kann man durchfallen???? Zitate geklaut oder so hab ich definitiv nicht - Betrug fällt also raus...


Da muss ich Wolfamon voll und ganz zustimmen!!!
Habe meine Arbeit von 3 Bekannten korrekturlesen lassen und sie haben noch etliche Rechtschreibfehler und auch teilweise inhaltliche Fehler gefunden, die ich niemals mehr selbst entdeckt hätte!

Mein Thema war/ist: Editiert

Ich kritisiere quasi, dass heutzutage der Autismus fast ausschließlich aus medizinischer Sicht betrachtet wird (dabei gibt es noch gar keine eindeutige Ursache für das Phänomen) und die psychoanalytische Sicht außer acht gelassen wird, obwohl sie eine immense Hilfestellung für die Familie und auch für das Kind bieten kann. :yes:
Ach ja, Studiengang ist Dipl. Pädagogik.

Dein Thema finde ich sehr interessant. Habe selbst mal ein 2 monatiges Prakitkum in einem Kinderheim gemacht in dem teilweise auch 17 oder 18 jährige waren. Da ich ja selbst noch nicht allzu alt bin war das für mich dann schwierig eine Autoritätsperson darzustellen und die älteren Jungs auf genügend Distanz zu halten. Bei den Kleinen wars da wesentlich einfacher. Ist aber wirklich fraglich wie weit man sie an einen ran lässt. Einerseits will man ihnen ja eine Art Familie und Geborgenheit bieten, aber andererseits will man sich emotional nicht zu stark darauf einlassen, weils ja im Grunde immer noch "nur" ein Arbeitsplatz ist. :unsure:

Zitat
1. Die fehlende Struktur (allerdings nur in den ersten 40 Seiten von ca 70)

Falls du das noch nicht gemacht hast: Schreibe bei jedem Kapitel am Anfang am besten einen kurzen Absatz, worum es geht und warum das Kapitel jetzt an dieser Stelle auftaucht, was du damit bezwecken möchtest, wie es in den Argumentationszusammenhang passt.
So hab ich in meine Arbeit Struktur bekommen und der Argumentationsverlauf wird ersichtlich.

Bei dem Zitierproblem kann ich dir auch nicht genau helfen. Würde das auch nicht als "Vgl." markieren, wenn man aus 3 Sätzen (verschiedener Quellen) eine ganze Seite macht. Ich hab meistens immer einen Absatz gemacht und dann "Vgl." dahinter, so dass man weiß, dass ich diesen Absatz sinngemäß übernommen habe.

Bearbeitet von Travia am 12.08.2007 19:30:51

Hallo zusammen!

Ich melde mich mal als Leidensgenossin! Fange demnächst an. Ich studiere auch Soziale Arbeit und arbeite zudem noch in einer Wohngruppe für Jugendliche und junge Erwachsene mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernbehinderung, leichter geistiger oder seelischer Behinderung (aus dieser Sicht schonmal: Interessantes Thema, Puschteblume :daumenhoch:!).

Mein Thema für meine bald anstehende Arbeit: "Der Alltag mit Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Sozialpädagogische Handlungsmöglichkeiten aus systemischer Sicht".

Ich hab bis jetzt noch nicht so nen Bammel... Vielleicht kommt das mit der Zeit?!? :keineahnung:

Geteiltes Leid ist halbes Leid!!! :blumenstrauss:


Soll ich uns gleich mal nen Lindenblütentee aufsetzen? ^_^ Ich schreib auch bald los an meiner Diplomarbeit. Mache erstmal die Prüfung, die ich noch hab und dann gehts richtig los.

Hab schon Vorarbeit geleistet mit Interviews führen usw. .. Habe ein bissl Bammel vor dem "leeren Blatt". Wisst Ihr was ich meine? :rolleyes:

Jedenfalls gut, dass wir nicht allein sind :pfeifen:

Tante Edith hat mir noch zugeflüstert, dass ich Sozialarbeit/Sozialpädagogik studiere.

Bearbeitet von noodle am 25.06.2007 23:33:44


Hier wimmelt's ja von Sozis... :blumen:

Gut, dass wir drüber gesprochen haben! rofl


wo sind wir sonst zu finden, wenn nicht bei (www.frag-)mutti(.de)? :pfeifen: rofl


Ich bereite mich grade auf meine Magisterarbeit in Erziehungswissenschaft vor.
Irgendwie bin ich schrecklich unmotiviert und kriegs kaum auf die Reihe meine Literatur zu lesen.
Bin immer der Mensch gewesen der erst kurz vor knapp anfängt. Will das diesmal eigentlich vermeiden :wallbash:

Geteiltes Leid ist halbes Leid, nich?


Zitat (Gift @ 26.06.2007 00:11:34)
Ich bereite mich grade auf meine Magisterarbeit in Erziehungswissenschaft vor.

Und noch jemand aus dieser Richtung... Hallo Gift! :winkewinke: :blumen:

Zitat (Gift @ 26.06.2007 00:11:34)
Bin immer der Mensch gewesen der erst kurz vor knapp anfängt. Will das diesmal eigentlich vermeiden  :wallbash:


Ganz genauso bin ich bis jetzt auch immer vorgegangen... Und für die Bachelorarbeit hab' ich mir jetzt auch Besserung gelobt... Mal sehen, wie lange diese Motivation anhält, aber bis jetzt bin ich noch ganz optimistisch. :daumenhoch:

Lang ists wohl bei mir auch nicht mehr hin :wacko: ...

Habe mich nun doch entschlossen, nächstes Semester Prüfung zu machen...

Somit erhöht sich die Anzahl um eine Pädagogin :D


Als gäbs hier irgendwo ein Nest :D :D :D
Fangt nur früh genug an und teilt euch die Zeit gut auf... sonst naht am Ende der Nervenzusammenbruch, so wie bei mir gerade...

Wenns so weit ist wünsch ich euch viel Glück :blumen: :blumen: :blumen:


Wollte mich hier auch mal eben zu Wort melden...weil ich auch Sozialpädagogik studiert hab! ;) Hab meine Diplomarbeit vor 2 1/2 Jahren zum Thema "Die wichtige Bedeutung des Lesens für die kindliche Entwicklung" (und wie wichtig vorlesen ist und mit Ergebnissen der Stiftung Lesen, PISA usw.) geschrieben.

Am Anfang war ich voll dabei und hatte richtig Spaß am schreiben. Mitten drin hatte ich dann allerdings ein totales Black out, hab nen Monat lang keine Zeile geschrieben (hatte 3 Monate Zeit), konnte aber zum Glück um nen Monat verlängern.

Du wirst es schon schaffen, da glaube ich ganz fest dran! :blumen: Häng dich am Schluss bloß nicht an irgendwelchen Formulierungen auf! Es gibt sicher immer was zu "verbessern", aber irgendwann muss auch gut sein... :)

Viel Erfolg noch! :blumen:


DANKE :wub:

Noch 3 1/2 Tage... und endlich hab ich auch ne Struktur gefunden. Jetzt muss ich diese Struktur nur noch füllen... Na ja. Bis Sonntag wirds nochmal hart, aber dann bin ich das Ding endlich los!!


Also Puschteblume, Du machst es ja richtig spannend. *sich mal in den Stuhlkreis setzt, und mitdiskutiert*

Als einer der wenigen Techniker hier (Dipl. Inf) muß ich sagen, daß ich mit meiner Arbeit mehr als rechtzeitig angefangen hab. Das Programm war zum Glück schon vor Arbeitsbeginn fertig. :pfeifen: und ich musste nur noch die Arbeit schreiben. Das erwies sich als schwieriger als es klingt. Ich bin eher der Typ, der quick&dirty schreibt. Hätte ich die Arbeit in meinem normalen Schreibstil verfasst, dann wäre ich über 10 Seiten nicht rausgekommen. :wacko: Als ich mir aber mal ein paar andere Arbeiten zum vergleich (nur um Ideen zuu sammeln) rangezogen hab, konnt ich erstmal sehen, wie man das so strukturieren kann, damit später auch meine 100 Seiten (+45 Seiten Anhang) rauskommen.

Ich hab meine Arbeit letztendlich 2 Wochen vor Termin fertig gehabt, und hab es noch 3 Leuten (1 absoluter Laie, 1 Doktor anderer Fachrichtung, 1 Informatiker) zum drüberlesen gegeben. Gebunden und abgegeben hab ich es 5 Tage vor Termin. (Nach Abgabe fand mein Dad noch 2 Tippfehler. :wallbash: )

Leider hab ich auf die Note sage und schreibe 6 Monate gewartet! Der Prof hat sie aus versehen liegen lassen, und dann erstmal vergessen. Naja, mir wars egal, da ich meinen Job ohne Dipl-Zeugnis bekommen hab. Das hab ich dann kurz vor Ende der Probezeit nachgereicht.


Ich bin gerade fertig geworden mit dem Diplom und hatte auch schon meine letzte Prüfung...habe bestanden, wie viele andere auch....
Ich hab mir immer gesagt: Alle haben es bisher geschafft, dann schaffst du das auch...

LG JULEs


Zitat (Wyvern @ 28.06.2007 10:21:24)


Ich hab meine Arbeit letztendlich 2 Wochen vor Termin fertig gehabt

Jetzt werd ich aber grün und blau vor Neid :rolleyes:
Ich schwöre: In meinem nächsten Leben fang ich auch früher an und teile mir meine Zeit besser ein :) :wacko: :)

Zitat (Jules_B @ 28.06.2007 10:29:46)
Ich bin gerade fertig geworden mit dem Diplom und hatte auch schon meine letzte Prüfung...habe bestanden, wie viele andere auch....

Juchuuu!!! :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: Gratulation!!

Hipp hipp hurra

bin gerade fertig geworden! Jetzt muss sie nur noch gedruckt und gebunden werden. Passiert beides morgen! Ich weiß gar nicht, was ich ab jetzt mit meiner ganzen freien Zeit anfangen soll B) B) B)

Jo, dat kenn ich! Genieß die Zeit. Denn wenn Du erstmal nen Job hast, dann ist mal wieder Schicht im Schacht mit freier Zeit.


Glückwunsch Puschteblume! :blumenstrauss:

Jetzt lehn dich erstmal zurück und genieße dieses herrlich befreiende Gefühl! :rolleyes:

Bearbeitet von ladybird am 02.07.2007 18:38:28

Super Puschteblume!!!

Gratulation!!! :applaus: :applaus: :applaus: :daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:


GLÜCKWUNSCH!!!!

:applaus: :applaus:


Da hast du dir aber jetzt ein Feierabend-Bier verdient!!!

:blumen:

Guten Abend,

bin neu hier in diesem Forum und beglückwünsche alle Studenten, die endlich ihr Diplom in der Tasche haben ^_^

Wie ich schon gelesen hab, haben einige Leute so ihre Probleme damit gehabt, die Diplomarbeit zu schreiben.......
Wie ihr euch sicher denken könnt, bin ich einer dieser Leute <_<

Ich hab so das Gefühl, dass ich das nicht ganz pack mit meiner Diplomarbeit. Das Thema meiner Diplomarbeit lautet Weiterentwicklung einer bestimmten Maschine. Welche das ist, behalt ich doch erst mal für mich.

Ich hab schon einige Infos von Kundenbefragungen und auch interner Mitarbeiterbefragung erhalten. Ich hätte also schon Daten, auf denen ich bauen kann.
ABER mir selber will einfach nichts dazu einfallen, mein Betreuer meint, er will erst mal noch von mir Ideen bis wir weitermachen können.

Vielleicht versteht ja einer meine Lage und kann mir daher einen Ratschlag oder dergleichen geben.

Eine Frage hätt ich noch: Habt ihr in eurer Diplomarbeit auch etwas über die Firma geschrieben? Was die so machen, Produktpalette etc.....

Ich bedanke mich bereits im Voraus für nützliche Infos :)


Hallo,

ich teile gerade auch Euer Leid und möchte Euch um Hilfe bitten. Ich arbeite unheimlich viel und versuche nebenbei meine Arbeit irgendwie zu schreiben. Allerdings gestaltet sich der Anfang sooo schwierig, dass ich schon jetzt völlig fertig bin. Vielleicht ist das ja auch normal? Mein Arbeitsthema ist "Freiwilliges Engagement von Senioren - Gründe und Strategien zur Wiederaufnahme von Arbeit". Ich schaffe es aber überhaupt nicht das Thema zu strukturieren. Ich schreibe es in Erziehungswissenschaften und weiss garnicht, wie ich da rangehen soll. Habt Ihr vielleicht Tipps? Ich finde zudem noch sehr wenig Literatur bzw. Statistiken. Ich fühle mich schon jetzt, als würde ich versagen und habe auch schon Angst, bevor ich im Prinzip überhaupt angefangen habe... Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich habe genau das falsche Thema gewählt. Es scheint mir völlig unübersichtlich...
Habt Ihr eine Idee oder geht es Euch genauso?
Vielen Dank!
Dine


Moin Dine,

erstmal herzlich willkommen bei den Muttis :)

Zum Ersten: Mach Dir mal keinen unnötigen Stress. Dein Thema geistert Dir ja schon dermaßen durch den Kopf, dass Du mir fast panisch vorkommst. Sorry for that: Das ist mein Eindruck. Cool down. Dann ist der Kopf klarer. Doch spinnen wir den Faden jetzt mal weiter und werden konstruktiv: Da Dir Dein Thema permanent durch den Kopf geht, hast Du sicher auch hier und da mal ganz unvermittelt einen Gedanken, den Du in Deiner Abschlussarbeit verwenden könntest. Also kauf Dir einen kleinen Block - vielleicht DIN A5 - und schreib Dir den Gedanken sofort auf. Wirst sehen, sobald Du den Gedanken zu Papier gebracht hast, fällt Dir noch etwas Anderes dazu ein. Schreib das auch auf. So könntest Du Dich beispielsweise anhand Deiner Notizen am Thema entlang hangeln und die Struktur ergibt sich beim Schreiben von ganz alleine. Denn es gibt immer wieder notwendige Exkurse, die auf den ersten Blick nicht erschienen sind. Ja, ich rate Dir, fang mittendrin an, wenn Dir danach ist. Lass Dich nicht davon ausbremsen, dass es allgemein üblich ist, erstmal ein Konzept zu erstellen, nach dem man dann wohlstrukturiert vorgeht und jeden Punkt nach dem abarbeiten abhakt. Das Drumherum ergibt sich aus Deinen Ausführungen zum Thema von ganz alleine. Das machen übrigens auch viele Erfolgsautoren so, dass sie erstmal ihre Geschichte schreiben, so wie sie sich diese vorstellen und abschließend das Vorwort verfassen.

Wenn Du im iNet keine verlässlichen Daten herausziehen kannst, dann verlasse Dich auf Deine Erfahrungswerte und Dein Bauchgefühl. Immerhin hast Du durch Dein Studium Basiswissen und durch Deine Arbeit Praxiswissen. Der Sinn einer Abschlussarbeit ist nicht der, sich aus anderen Abschlussarbeiten etwas zusammenzuschreiben. Okay, passiert im Uni-Betrieb durchaus auch, ist aber nicht im Sinne einer Prüfungsverordnung. Hm, was will ich Dir sagen: Schreib einfach drauflos. Die Struktur findet sich noch, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Du hast das Rüstzeug dazu, Du musst Dich nur trauen, irgendwo anzufangen. Und sei es eben mittendrin. Und pass bei Deinen Zitaten und Fußnoten auf: Wikipedia ist nicht zitierfähig. Da sieht jeder Prof rot. Und zwar tiefdunkelrot. Du kannst Wiki aber trotzdem effektiv nutzen: Machst Dich erstmal schlau, worum es geht und verfolgst dann die Literaturhinweise, die im Anhang immer genannt werden. So kannst Du Dir Recherchearbeit ersparen und gleich gezielt auf Literatur zugreifen.

Ich unterstelle mal, dass Du chaotisch bist. Das ist nichts Schlimmes, ich habe auch gelernt, mit meinem Chaos zu leben. Sobald ich mich darauf eingelassen hatte, flutschte plötzlich alles viel besser. Übrigens habe ich bei meiner Magisterarbeit zwei mal verlängert und die Arbeit eine Viertelstunde vor Deadline endlich bei der PhilProm abgegeben. Sie war noch warm vom Binden im Copyshop, wo mich der Besitzer erstmal mit einer Tasse Kaffee beruhigte, während er meine Arbeit in der vorgeschrieben Anzahl band. Ich dachte auch, "Das schaffst du nie". Habs trotzdem geschafft, und zwar eine Viertelstunde vor Abgabeschluss. Damit will ich Dich nicht zum Bummeln ermutigen, sondern Dir Trost zusprechen, dass Andere das auch geschafft haben. Wieso sollst Du das dann nicht können? Das kriegste hin, wirst sehen.

Grüßle und viel Erfolg,

Ilwedritscheline



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