Drogenkonsum oder -Sucht bei Jugendlichen: Mal ne Frage wegen Referat


Ja hallo ich mache in meiner Schule gerade ein Referat über Drogenkonsum und -Sucht bei Jugendlichen. Also die Ursachen die Konsumgüter usw. Deswegen wollte ich mal fragen kennt ihr solche Fälle, wie so was aus Elternsicht entsteht und was tun Eltern in solchen Situationen. (ich würde gerne beide Gruppen aufführen einmal die Jugendlichen selber - was auch einfacher zu recherchieren ist. Aber so die Meinungen von Eltern fehlen mir ziemlich)

Fireloki


Moin Fireloki - ich bin betroffene Eltern - betroffene Nachbarin und betroffene Ex-Frau. Was möchtest du also wissen ? Mein Sohn hat nach Beendigung seiner Schule damit angefangen. Keine Lehrstelle - keine Arbeit - viel freie Zeit - einige Kumpels mit dem gleichen Problem - einer hat mal was mitgebracht - er hat es dann probiert, weil die anderen (Gruppenzwang) und schwupps war es passiert. Erst wurde gekifft - dann mehr und mehr - dann hat mal jemand Pilze mitgebracht - wurde auch probiert - dann Pillen usw. Und da muß ich sagen hab ich Schwein gehabt - Sohnemann hat sich an die harten Sachen nicht herangetraut. Seine Freundin ist dann an einer Überdosis neben ihm verstorben (das Mädel war 14 und ist im Drogenrausch förmlich erstickt) und das hat ihn wohl geschockt. Also blieb er beim kiffen. Aber auch das brachte uns damals schon schwere Probleme - wegen seiner Persönlichkeitsveränderung - er wurde zunehmend aggressiver und es war keine Annäherung an ihn möglich. Die Zeit war sehr schlimm - ich wurde von meinem eigenen Kind beklaut - er hat alles zu Geld gemacht nur für den Stoff - Termine beim Arbeitsamt verpaßt - keine Bewerbungen mehr geschrieben - zu Vorstellungsterminen nicht hingegangen - seine Körperpflege vernachlässigt und und und. Wichtig war bis nachmittags schlafen - aufstehen und zu den Kumpels gehen und kiffen - mehr gab es da nicht mehr. Hab ich mal was deswegen zu ihm gesagt hat er mich bedroht und beleidigt. Tja - was hab ich getan . . .Am Anfang bin ich zur Drogenberatungsstelle gelaufen und hab die halbe Welt verückt gemacht - versucht alle Register zu ziehen - angefangen von ich hab dich doch lieb und Angst um dich - bis - wenn du nicht aufhörst verpfeiff ich euch bei den B (Behörden :D ) Ich kenne jede Anlaufstelle dafür in meiner Stadt - ich hab Bücher darüber gelesen - andere Eltern gefragt usw. Das schlimmste für mich war, das ich eine Arbeitskollegin hatte, die ihre zwei Kinder an Drogen verloren hat. Die haben zuletzt Heroin gespritzt und sind mit 24 und 28 verstorben. Das war der blanke Horror für mich. Die Ängst die du ausstehst als Mutter - die kann ich dir garnicht beschreiben - das ist als wenn man selber stirbt - oder schlimmer. Als er 18 wurde habe ich das einzigst richtige getan was ich tun konnte - ich hab ihn in die große weite Welt entlassen - schweren Herzens und mit der größten Kraft an Überwindung. Hab ihm eine Wohnung gesucht - sein Jugendzimmer abgebaut und in die neue Wohnung getragen . Wohlweißlich wissend das es schief geht - hab ich gebrauchte Küchenmöbel gekauft - Geschirr und Wäsche von mir eingepackt und seinen Start ermöglicht. Seine Wohnung eingerichtet - an die Fenster - Lampen aufgehangen und winke winke. Hab ihm gesagt das er seine Wäsche bringen kann zum waschen und wenn etwas ist - kann er mich anrufen. Dann hab ich die Tür zugezogen und nur noch geheult. Wenn ich ihn besuchen wollte hat er nie aufgemacht (heute weiß ich warum) und wenn er mir seine Wäsche brachte hat es mir immer das Herz zerissen das er immer dünner wurde und krank aussah. Kam ich dann doch zufällig in die Wohnung - ich hab mich übergeben müssen. Der Gestank von dem Zeug - der Dreck - die Unordnung - widerlich. Ich hab gesagt : Och , du hast es aber echt schön hier- kurzer Blick in den - und schnell wieder weg. Nach 6 Monaten bekam er die fristlose Kündigung und ist zu seinen Freunden gezogen - die Wohnung wurde geräumt und meine Sachen waren weg. Dann war er eine Zeitlang wohnungslos - obdachlos - lebte mal hier mal da - mal bei mir - mal bei seinem Dad und wurschtelte sich so durchs Leben. Irgendwann kam er zu mir und bat mich ernsthaft um ein Gespräch - endlich :D Er sagte Ma - ich kann nicht mehr - ich will nicht mehr - hilf mir bitte. Tja und dann sind wir Schritt für Schritt von Anfang an daran gegangen sein Leben wieder neu aufzubauen. Apartement gesucht - sich wieder beim Arbeitsamt melden wegen Geld - neue Möbel besorgen und und . Er fand Arbeit - hörte mit dem kiffen auf - brach mit den angeblichen Freunden usw und heute habe ich den Jungen zurück den ich mal auf die Welt gebracht habe. Ich bin unendlich stolz auf ihn und wenn wir heute über das gestern reden - schüttelt er selber den Kopf und sagt wie konnte ich dir das antun Mama - das mache ich nieieieieie wieder. Sorry das s so lang wurde - aber es gehört alles dazu und es ist nur ein Bruchteil davon was wir erleben mußten. LG Weissnix :blumen:


Hallo Fireloki,

was möchtest du alles wissen????
Klick mal auf mein Avatar, s. angegebener Link.
Bin im Suchtbereich ehrenamtl. tätig und selbst betroffen, sprich Angehörige eines Suchtkranken. In Sachen Jugendl. und Alkohol, Elternhaus, kann ich dir auch Fragen beantworten.Zu diesem Thema findest du aber auch bei FM einiges.
Gib mal in der Suchmaschine von FM "Jugendliche und Suchtgefahren" ein, dort haben wir schon über dieses Thema diskutiert.

LG
Pathfinder


@Weissnix

als ich dein Posting gelesen habe, hatte ich Pipi in den Augen.
Wahnsinn was du schon alles mitgemacht hast.

Ich wünsche dir und deinem Sohn alles, alles Gute für die Zukunft . :blumen:


@ weissnix : hutab !
- vor dir, wegen dem was du ausgehalten hast, durch- und mitgemacht. der albtraum einer jeden mutter, es ist super wie du das geschafft hast. ja, ich weiss, mutterliebe, aber dennoch braucht es eine enorme kraft.
- aber auch vor deinem sohn, sich zu ueberwinden heim zu gehen und zu sagen : hilf mir! sich helfen zu lassen und es dann zu schaffen braucht enorme willensstaerke.
ihr habt den sumpf bekaempft und euch gewonnen, ich wuensch euch dass es so bleibt.

gruss :blumen:

shewolf


weissnix :blumen: ist wohl der falsche Name für Dich. Ich würde sagen: Weisssehrviel wäre richtig. Ich bewundere Deine Kraft und Deinen Kampf um das erwachsene Kind.
Zum Glück ist dieser Zug an uns vorüber gegangen ohne negative Erfahrungen was das Gebiet Drogen/Alkohol usw. betrifft.

Weissnix: Hut ab und Respekt sich dazu zu äussern. Du machst anderen Betroffenen damit Mut niemals aufzugeben und immer für das eigene Kind zu kämpfen - egal wie tief es fällt - ihm helfen aufzustehen - wenn es um Hilfe bittet.

@ Pathfinder :blumen:

Finde ich ganz toll, dass Du den Betroffenen Deine Hand anbietest. Schön, dass es solche Ehrenamtliche gibt.


Ups - da schäme ich mir ja richtig :huh: hab doch nur das getan was jede Mama tun würde - kämpfen - also keine Lobeshymnen - trotzdem dankeschön an euch. Hab halt ein riesenschwein gehabt das es so funktioniert hat - hätte auch in die Hose gehen können - das stand damals in den Sternen. Was ich allerdings immer und immer wieder gemacht habe - ich hab an ihn geglaubt weil er mein Junge ist. Glaube kann Berge versetzen :pfeifen: Mutterliebe ist halt die stärkste Kraft im Leben - ich hab meine Kinder nicht unter Schmerzen auf die Welt gebracht um sie irgendwann wegen Drogen oder Alkohol zu verlieren . . .nicht mit mir :(


falls du noch inputs aus der sicht eines süchtigen brauchst, dann schreib mir ne pm...


Hallo Fireloki,

wenn du uns hier schon zu diesem Thema fragst, dann melde dich doch auch mal bitte :blumen: :blumen:


Aus aktuellen Anlass hochschupps!!! ;)

Tilidin ist wohl der neueste Trend,gerade Fernsehbericht gesehen!
Eigentlich ist es doch ein Schmerzmittel/Medikament ??? :o

Bearbeitet von wurst am 08.02.2008 14:30:52



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