Anpassung: wo fängt sie an, wo hört sie auf?


im Thema "linke oder rechte, wer ist schlimmer"
gab es das Wort Anpassung.

Ich möchte gerne von euch wissen was ihr unter Anpassung versteht, wo passt man sich an, warum, wer sollte sich anpassen?

das ist jetzt nicht nur auf Ausländer bezogen sondern auf die Alltäglichen Dinge.

Wo fängt Anpassung an und wo hört sie auf?

sollten sich die Bayern an die Deutschen anpassen und Hochdeutsch sprechen?
sollten sich die Hessen endlich mal besinnen und aufhören Apfelwein zu trinken und stattdessen Bier, wie der Rest-Deutschland?
oder ist es nicht doch anders rum? sollte ganz Deutschland Bayrisch sprechen und Äbbelwoi trinken?






ein Beispiel von mir:
ich war gerade 13, damals waren Plateu-Turnschuhe, glänzende Jogginghosen, Kapuzenpullis und übertriebene Schminke in.
Ich war aber ein Baby-Hippie-Punk, lief dementsprechend auch ausgeflippt rum.
Ich war ein Aussenseiter, aber habe gelebt wie alle anderen auch.
Irgendwann meinte eine Klassenkameradin "Pass dich doch mal an, dann mögen die Leute dich auch"
Also bin ich am nächsten Tag mit geliehenen Plateu-Turnschuhen, einer Jogginghose, einem Kapuzenpulli und übertriebener Schminke im Gesicht in die Schule gegangen und habe gefragt "Bin ich dir jetzt angepasst genug?"
"so meinte ich das nicht"
war ihre Antwort, aber wie meinte sie es?
bis auf das ich anders aussah, war ich ja wie alle anderen auch.
Danach war das Thema jedenfalls gegessen von Anpassung war keine Rede mehr.


Zitat (Pouco @ 02.05.2008 23:32:53)

sollten sich die Bayern an die Deutschen anpassen und Hochdeutsch sprechen?

ähem, einem echtem Bayern hört man's immer an. Das ist doch auch eine liebenswerte Eigenheit. :P
Aber soviel Bemühen, dass der Gegenüber einen versteht - sogar wenn er aus Hessen kommt - sollte schon sein.

Das trifft es meist. Natürlich soll man sein Wesen und seinen Charakter ausleben. Aber dabei auch sich in den anderen versetzen, nachdenken und Augenmaß behalten.

... und wenn man dann das Piercing raus nimmt wenn man die betagte Oma besucht, aber nicht beim Rest der buckligen Verwandschaft, dann ist es doch ganz gut gelaufen.

Bearbeitet von Charly_70 am 02.05.2008 23:45:39

und gleich eine Frage hinterher, warum sollte ich ein Piercing rausnehmen wenn ich jemanden Besuche?
Wenn ich nett zur Omi bin, sollte sie mich doch so akzeptieren wie ich bin, mit Piercings.
Ich akzeptiere sie doch auch mit ihrem Faltenrock den ich nicht schön finde ;-)


Ich kann verstehen das man Piercings in bestimmten Branchen beim Arbeiten rausmachen sollte, wenn es zu viele sind.
Aber heute sind Piercings doch auch nicht anders als Ohringe, warum sollte man also in einer Bank nicht auch mit Augenbrauenpiercing arbeiten dürfen? o.ä.


Zitat (Pouco @ 02.05.2008 23:48:46)
und gleich eine Frage hinterher, warum sollte ich ein Piercing rausnehmen wenn ich jemanden Besuche?
Wenn ich nett zur Omi bin, sollte sie mich doch so akzeptieren wie ich bin, mit Piercings.
Ich akzeptiere sie doch auch mit ihrem Faltenrock den ich nicht schön finde ;-)

Ich denke mal, weil es dir leichter fällt?
Du bist noch jung und das Umdenken sollte dir wohl noch leichter fallen.
Für deine Oma waren Piercings die ersten (prägenden) 60 Jahre ihres Lebens etwas häßliches, verunstaltendes. Sie wird dich wohl trotzdem lieben, aber es tut ihr einfach weh, dich so zu sehen (wenn sie genau so ist, wie die meisten Omas die ich kenne).

Du dagegen brichst dir nichts dabei ab, diesen Nachmittag mal drauf zu verzichten.
Für mich wäre der Punkt: Wenn ich weiß, sie liebt mich mit und ohne Piercing - dann würde ich ihr gern den Gefallen tun.
Wenn sie ihre Liebe von dem Metallteil abhängig machen würde, dann würde ich gepierct ankommen.


Zum Thema Piercings in der Arbeit.
Es kommt sicher auf den Chef ("Mein Chef ist ein Arschloch, ihrer auch?") an und auf die Branche.
Auf der einen Seite gibt es einfach Chefs, die sowas prinzipiell untersagen - ich denke du und ich würden bei einem solchen Chef nicht glücklich.
Wir hatten z. B. jahrelang einen hervorragenden, angesehenen gepiercten Techniker, den die Kunden sehr geschätzt haben. - und Chef's die nichts dagegen hatten.

Auf der anderen Seite wird kein Chef dulden, dass das Geschäft unter dem Aussehen der Mitarbeiter leidet - soweit geht die Toleranz dann doch nicht. Zumal es schon enorme Anstrengungen bedarf einen Kunden an Land zu ziehen - da sieht es niemand gern, wenn das alles durch ein seltsames Aussehen in Frage gestellt wird.
Aber du hast schon recht - Piercings werden normaler und die Leute nehmen weniger Anstoß daran. Daher wir das Thema immer unwichtiger.

Anpassen? eigentlich einfach, der jeweiligen Norm, ganz gleich ob Landstreicher
Hippi, Etablierter, alle haben ihre Kodexe. :pfeifen:

Übrigens Piercings sind keine Erfindung der Neuzeit, schon unser Heinrich trug sein
Leben lang ein Nasenpiercing. rofl

Gruß

Sebring.

( Ps. erst als er geschlachtet wurde, hats man ihm abgenommen.grins )


Jeder passt sich irgendwie an. Müssen nicht mal die Klamotten oder der Look sein. Keiner lebt bloß so, wies dem gefällt.
Die entscheidende Frage ist mehr: Was ist Ausdruck des eigenen Geschmacks und was macht man bloß, weil n Haufen anderer das auch machen oder bloß, weil sonst keiner (glauben jedenfalls viele) das macht? Und was ist nicht Anpassen, sondern einfach bloß Mitläufertum, um nicht aufzufallen und um von der Masse beschützt zu werden?

Bearbeitet von Kalle mit der Kelle am 05.05.2008 22:59:10



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