Gerechtigkeit?


Hoffentlich widerfährt dem armen Tropf nun endlich Gerechtigkeit.....

hier


Ach Gott, der arme Kerl... er konnte ja auch nichts dafür, dass er aus Habgier ein Kind ermordet hat. Da war die Gesellschaft dran Schuld, also du und ich und wir alle, weil er keine Millionäre als Eltern hat.


Es ist eine Frechheit , daß dieser Kindsmörder auch noch eine
Öffentlichkeit bekommt.
Der hat ein Kind ermordet und gehört ein Lebenlang in den Knast.
Und hätte man ihm nicht Folter angedroht, wüßte bis heute keiner
wo die Leiche des ermordeten Kindes ist.


Dass da was ganz arg falsch gelaufen ist, ist klar. Einem Menschen von Seiten der Exekutiven Gewalt anzudrohen, ist nicht in Ordnung und darf auf keinen Fall toleriert werden - sonst können wir gleich in gewisse andere Länder auswandern.
Man kann Menschen mit der Androhung bzw Ausübung von Gewalt zu so ziemlich allem bringen, auch zu Geständnissen. auch Unschuldige.
Unschuldig ist der Kerl ganz sicher nicht, trotzdem hat er natürlich das Recht, zu klagen, und ehrlich gesagt find ich es wichtig und richtig, dass er es tut. Misstände müssen aufgezeigt werden, damit man was ändern kann.

Ich kann auch die Polizisten verstehen, die zu weit gegangen sind. Es ging immerhin um ein Kind, da könnt ich für meine Reaktionen auch nicht garantieren...
Das ändert aber nichts daran, dass hier nicht Amiland ist (nur als Beispiel...)
In dem Fall, dass er Recht kriegt, wird sein Prozess wahrscheinlich neu aufgerollt. Ob das was am Urteil ändert, möchte ich bezweifeln.

Aber so weit, einen Mörder einen "armen Tropf" zu nennen, würd ich jetzt nicht gehen. Auch wenn er noch so unschuldig gucken kann auf Fotos, dieses "Unschuldslamm" hat einen Elfjährigen aus Habgier entführt und getötet. Da hält sich mein Mitleid schon arg in Grenzen....

just my two cents,

Phoenixtear


Na klar und der Steuerzahler darf das Aufrollen des Falles wieder
bezahlen.
Nur über die Opferfamilie spricht keiner, wie es denen geht

das doch Verbrecher immer wieder ein Podium kriegen


Wozu dieser Fred. Und dieser Text dazu :ichversteckmich: :schrei:


Zitat (Gerlii @ 30.06.2008 09:41:21)
Es ist eine Frechheit , daß dieser Kindsmörder auch noch eine
Öffentlichkeit bekommt.
Der hat ein Kind ermordet und gehört ein Lebenlang in den Knast.
Und hätte man ihm nicht Folter angedroht, wüßte bis heute keiner
wo die Leiche des ermordeten Kindes ist.

tja, wenn die Polizisten nicht mit Folter gedroht hätten, hätte er wohl nicht den Ort verraten wo er sein Opfer versteckt hat. Dann hätte man die Leiche vielleicht bis heute nicht gefunden, und dann wäre es sicher etwas schwerer gewesen, ihm die Tat nachzuweisen. Und wie es dann weitergegangen wäre...? Möglicherweise hätte es gar keinen Prozess gegeben. Vielleicht, mit ganz viel Glück, hätte man ihn erwischt beim Ausgeben des Lösegeldes. So hat man ja auch damals den Oetker-Entführer überführt.

Für die betroffenen Familie (ich hasse das Wort "Opfer") ist es schwierig und schmerzhaft wenn alles wieder hochgekocht wird, klar. Das will ich nicht absprechen.
Und es ist auch nicht gut, dass der wir alle für den ganzen Mist zahlen müssen, auch klar.
Aber, fragt Euch mal eines: will ich in einem Staat leben, in dem die Androhung von Gewalt und Folter eine Methode der Exekutiven ist?

Ich hab diese Frage für mich mit "nein" beantwortet. Ich möchte nicht in einem solchen Staat leben. Man darf meiner Meinung nach auch keine diesbezüglichen Präzedenzfälle schaffen, in denen man solche Maßnahmen stillschweigend toleriert.
dann muss ich auch einem verurteilten Mörder das Recht zugestehen, gegen das, was da passiert ist, zu klagen, ob mir das persönlich grade gefällt oder nicht.


Zitat (Phoenixtear @ 30.06.2008 09:42:23)
Aber so weit, einen Mörder einen "armen Tropf" zu nennen, würd ich jetzt nicht gehen.

Du liebe Güte, konnt man meine Ironie da wirklich nicht rauslesen???
Es ist für mich nur bedauerlich, das er NICHT gefoltert wurde!

Zitat (Tamora @ 30.06.2008 12:53:59)
Du liebe Güte, konnt man meine Ironie da wirklich nicht rauslesen???
Es ist für mich nur bedauerlich, das er NICHT gefoltert wurde!

Klar konnte man die Ironie erkennen. Aber offen zu bedauern, dass der Mörder nicht gefoltert wurde, geht für meinen Geschmack doch ein bisschen zu weit. Die Gedanken sind frei- in Gedanken hab ich auch schon den einen oder die andere mehrfach mit einem nassen Lappen erschlagen oder sonstwie um die Ecke gebracht, wer hat das nicht. Nur offen mit Namensnennung zugeben würd ich das nie ;)

Ich bedaure übrigens nicht, dass er nicht gefoltert wurde. Ich hatte damals, vor sechs Jahren, auch nicht den Eindruck dass irgend jemand dies durchführen würde, sollte G. nicht angeben wo der Kleine versteckt wurde. Die Beamten haben dies angedroht in der Hoffnung, das Kind lebend zu finden, und irgendwie kann ich sie auf der menschlichen Ebene verstehen, auch wenn diese Drohung juristisch alles andere als korrekt war.

Übrigens- die Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof wurde heute abgewiesen.

@ Tamora:

Nee, die Ironie hab ich wirklich überlesen, hatte da heut morgen schon ein paar nette Diskussionen drüber.


Zitat (Phoenixtear @ 30.06.2008 09:57:42)
Für die betroffenen Familie (ich hasse das Wort "Opfer") ist es schwierig und schmerzhaft wenn alles wieder hochgekocht wird, klar. Das will ich nicht absprechen.
Und es ist auch nicht gut, dass der wir alle für den ganzen Mist zahlen müssen, auch klar.
Aber, fragt Euch mal eines: will ich in einem Staat leben, in dem die Androhung von Gewalt und Folter eine MetExekutiven ist? hode der

Ich hab diese Frage für mich mit "nein" beantwortet. Ich möchte nicht in einem solchen Staat leben. Man darf meiner Meinung nach auch keine diesbezüglichen Präzedenzfälle schaffen, in denen man solche Maßnahmen stillschweigend toleriert.
dann muss ich auch einem verurteilten Mörder das Recht zugestehen, gegen das, was da passiert ist, zu klagen, ob mir das persönlich grade gefällt oder nicht.

Zum Teil hast du recht.
Aber noch weniger möchte ich in einem Staat leben in dem man meine Kinder entführen kann mit der Gewissheit, dass einem selbst nichts geschehen kann, weil man auf sich auf juristischen Schutz verlassen kann.
Das Urteil vom Europäischen Gerichtshof ist total in Ordnung und setzt auch ein Zeichen.

Ich finde das Urteil des Europ. Gerichtshofes auch in Ordnung.
Wo hat der Mörder eigentlich das geld her , daß er sich solche Anträge
leisten kann ???? Für mich ist es richtig , daß er lebenslänglich im
Knast bleibt , denn er hat ein unschuldiges Kind entführt und ermordet


Zitat (Gerlii @ 01.07.2008 15:56:55)
Für mich ist es richtig , daß er lebenslänglich im
Knast bleibt , denn er hat ein unschuldiges Kind entführt und ermordet

... wobei "lebenslängliche Freiheitsstrafe" in Deutschland bedeutet, dass bereits nach 15 Jahren ein Antrag gestellt werden kann, den Rest der Strafe zur Bewährung auszusetzen. Ein "Lebenslänglicher" sitzt in Deutschland durchschnittlich knapp über 20 Jahre im Gefängnis, wobei ihm währenddessen auch Hafturlaub (nach Ablauf von min. 10 Jahren Haft) gewährt werden muss. Das Mordopfer dagegen bleibt ewig tot, das wacht nicht nach 15 oder 20 Jahren wieder auf... in vielen Fällen bin ich durchaus dafür, dass "lebenslängliche Freiheitsstrafe" auch bedeutet, dass der Verurteilte bis zum Lebensende im Gefängnis bleibt und dort nur mit den Füßen voran rausgetragen wird.

Zitat (Valentine @ 01.07.2008 16:52:15)
... wobei "lebenslängliche Freiheitsstrafe" in Deutschland bedeutet, dass bereits nach 15 Jahren ein Antrag gestellt werden kann, den Rest der Strafe zur Bewährung auszusetzen. Ein "Lebenslänglicher" sitzt in Deutschland durchschnittlich knapp über 20 Jahre im Gefängnis

Ich weiß nicht, wie die Rechtssprechung oder Gesetzesauslegung heute ist. Jedenfalls waren zu meiner Zeit (DDR) lebenslängliche Strafen, die mindestens 25 Jahre dauerten und dann gab es noch lebenslang. Wieder der "Name" schon sagt: Ein Leben lang.

Aqua, in Deutschland heißt es Lebenslange Freiheitsstrafe (also nicht lebenslängliche F. wie ich vorher geschrieben habe), und das bedeutet, dass der Verurteilte frühestens nach Ablauf von 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen kann. Das heißt, die Reststrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Wenn ich den Text in der Wiki richtig verstanden habe, ist die Bewährungszeit 5 Jahre, d. h. der vorzeitig Entlassene darf sich fünf Jahre lang nichts zu Schulden kommen lassen.


Zitat (Valentine @ 30.06.2008 13:20:47)
Nur offen mit Namensnennung zugeben würd ich das nie ;)


Och, damit habe ich kein Problem.
Schließlich ist es das, was ich denke. Soll ich so denken und anders reden?
Da würde ich mich doch selbst belügen.
Ob es tun könnte im Fall der Fälle, steht ja auf einem anderen Zettel.

Ich stelle mir nur die Situation vor: Dieser Bastard hält das Kind versteckt, es bestand ja durchaus die Möglichkeit, das es noch lebt und dieses Etwas hält sich bedeckt.
Und da gebe ich ganz offen zu ( gerne auch mit meiner Adresse!) das ich dem Beamten für seinen Mut (denn ihm mußte ja klar sein, das es Konsequenzen haben könnte) mal ausnahmsweise nicht den Täter zu schützen, einen Orden verleihen möchte.

Immerhin hat der BGH des einstigen Jurastudenten angeführte Gründe für eine Revision auch nicht so ganz eingesehen, wie es sich in unserer Zeitung liest. ;)
Ich bin der Ansicht, daß ein Mensch, der solches tut (ein wehrloses Kind entführen um persönlicher Bereicherung willen und es dann auch noch letztlich umbringt) noch sehr gut damit bedient ist, Folter nur angedroht zu bekommen.

Was ist letztlich zu gewinnen? Dieser Mensch ist kein "Armer Tropf" sondern trotz aller Intelligenz bösartig und gehört weg. Er hat versucht, mit geschultem (immerhin Jura) und somit keineswegs blödem Verstand zu handeln und ist damit (gotteidank) auf dem Allerwertesten gelandet.
Den wütenden Polizeibeamten (der vielleicht selbst Kinder hat) kann ich gut verstehen. Er wurde aufgrund seiner Äußerungen entfernt... und somit der offiziellen Räson Genüge getragen.

Hätte "der Tropf" (arm ist er nicht, sonst hätte er nicht Jura studieren können) den (wirklich armen, reichen) Jungen verschont, gäbe es Aussicht auf Milde. Einen anderen Blickwinkel, aus dem man den Fall sehen könnte.
Aber so nicht. Auch nicht für mich.
M.G. tut mir nicht leid.

Schlimm ist nur, daß der Staat (und somit wir alle) für sowas noch mit zahlen müssen. Wer hat etwas davon? Das Kind? Wir? Der Täter... ja.
Lebenslang. :ph34r:


Nochmal und ganz deutlich:
"Armer Tropf" war ganz und gar NICHT ernst gemeint, sondern zynisch und überzogen.

Bearbeitet von Tamora am 08.07.2008 09:42:13


Das hab ich schon verstanden, siehe PM. :)



Kostenloser Newsletter