Okay. Ich muss zugeben, dass es mich etwas ärgert, wie du dich an völlig irrelevanten Dingen aufhängst aber an den eigentlichen Aussagen vorbeimanövrierst. Ich versuche, trotzdem zu antworten.
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| Wiki ist gut für die Tendenz, die Grundorientierung. Ob das ausreicht, entscheidet die Wichtigkeit in jedem. |
Auch du hast bereits auf Wikipedia verwiesen, das nur nebenbei. Meine, ich gebe zu etwas flapsige Formulierung, nehme ich zurück und formuliere um: Du brauchst nicht nach Afrika zu gehen, sondern nur mal die Zeitung aufzuschlagen oder in die nächst gutsortierte Bibliothek zu gehen. Da würdest du feststellen dass es ein trauriger Fakt ist, dass die katholische Kirche zu einem großen Teil an der AIDS-Epidemie in Afrika mitverantwortlich ist. Sprich das, was in diesem Artikel steht. Da du darum gebeten hast, übersetze ich ihn gerne noch einmal
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| Für katholischen Bischöfe Südafrikas, Botswanas und Swasilands ist die weitverbreitete und willkürliche Werbung für Kondome aus den folgenden Gründen eine unmoralische und fehlgeleitete Waffe in unserem Kampf gegen HIV/AIDS. Der Gebrauch von Kondomen richtet sich gegen die Menschenwürde. Kondome machen aus dem schönen Akt der Liebe eine egoistisches Streben nach Genuss und lassen Verantwortung dabei außen vor. |
Verantwortung wird hier ganz groß geschrieben und an Verantwortung setzt meine Argumentation an.
Die Bischöfe missbrauchen ihre Verantwortung.Du sagst, Gartenmutti:
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| Katholische Kirche steht für eine Religion und in dieser hat sie sich verpflichtet, einen Glauben zu lehren und das Wort Gottes zu verbreiten. |
Haargenau. Sie hat sich verpflichtet einen Glauben zu lehren. Schauen wir uns doch mal an was Glauben bedeutet (Wikipedia ist hier natürlich am einfachsten wegen copy/paste, aber wenn du unbedingt darauf bestehst kann ich auch zum Regal gehen und ein Wörterbuch benutzen:) "Glaube (auch Glauben) umfasst eine Grundhaltung des Vertrauens und der (nicht immer vorbehaltlosen) Bejahung gegenüber
Wesen, Werten und Zielen."
Wer Menschen Glauben lehrt trägt Verantwortung, denn Gläubige werden sich in ihrem Leben nach diesen Wesen, Werten und Zielen richten. Wenn du dich jetzt an dem "nicht immer vorbehaltlos" aufhängen willst kann ich gerne mal einen Exkurs von katholischer Dogmatik und den Konsequenzen, die jemand zu tragen hat, sollte er ein nicht gottgefälliges Leben führen, geben.
Die Leute in Südafrika (und auch in den Phillipinen, wo Überbevölkerung ein Riesenproblem ist) sind gläubig und folgen, haargenau wie du es tust, den Worten derjenigen, die sich die Vertreter Gottes auf Erden nennen. Ihnen wird eingeimpft, dass Kondome zu benutzen eine Sünde ist, dass sie damit nicht als gute Christen handeln.
Und, um mal auf das Thema zurückzukommen, genau deshalb finde ich es
unverantwortlich wenn Papst Benedikt auch nur impliziert, das Homosexualität unmoralisch ist. Was er definitiv tut. Konkret sagt Papst Benedit, dass man die von Geburt an zugewiesene Rolle als Mann oder Frau zu akzeptieren hat, da alles andere die "Selbstzerstörung des Menschen und die Zerstörung von Gottes Werk selbst ist." Sprich, ist man homosexuell, ist man solch eine selbstzerstörerische Kraft.
Als Stellvertreter Gottes auf Erden folgen und glauben ihm viele Menschen. Und so wird weiterhin den Leuten weisgemacht, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen der moralischen Qualifikation und den Charaktereigenschaften eines Menschen und seiner Sexualität gibt.
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Nebenbei: Ich vertrete hier auch nicht die Katholische Kirche, nur einen Standpunkt aus der selben Glaubensüberzeugung heraus.
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Dieser Standpunkt hängt aber viel zu tief im Glaubenskonstrukt der Kirche, als das du ihn herauslösen kannst und sagen "ja, aber mit dem Rest habe ich ja nichts zu tun." Entweder du sagst, du befürwortest was der Papst sagt, oder du tust es nicht.
Irgendwie bringt das hier ja alles doch nichts, weil wir immer vom Weg abkommen und uns in Definitionen und Halbargumenten verstricken. Daher ende ich meinen Beitrag in diesem Thread mit einer, bzw, zwei direkten Fragen:
1. Glaubst du, das es richtig ist, was Papst Benedikt sagt, sprich, dass nur die traditionelle Mann-Frau-Rollenverteilung gut und richtig ist, und der Rest selbstzerstörend?
2. Und wenn ja: Warum ist eine Abweichung davon, sprich Homosexualität, selbstzerstörend?
Ich muss zugeben, dass ich wirklich gerne über Dinge diskutiere, und Spaß an ernsthaften, durchdachten Argumentationen habe, es mir aber hier wirklich zu dumm wird, ständig Hintertürchen und halbgare Sätze präsentiert zu bekommen. Daher klinke ich mich erstmal aus und werde mir nicht die Mühe machen wieder einzusteigen, wenn nicht endlich einmal konkrete Aussagen von der anderen Seite erfolgen.
EDIT wegen überflüssigen Wörtern und fehlenden Kommas.
Bearbeitet von witch_abroad am 15.01.2009 12:14:38