Nur mal so zum durchdenken: Wie wäre es: mit DIESER Steuererleichterung?


 
  Schluss mit X Formularen - einfach bei jedem selbe %Höhe Prozente vom Einkommen weg. Fertig aus. Mehr nicht.  
  Klares JA! Das wäre supereinfach und echt fair! Jeder blickts und keine komplizierten Formulare wären nötig! [4] [20.00%]  
  JA! Aber nur, wenn bis 400 Euro im Monat einfach frei zu verdienen wären. Ohne komplizierte Regelungen. [3] [15.00%]  
  Ja, ich komm zwar gut klar, aber man könnte dadurch sicherlich extrem viel Verwaltungsaufwand und v.a. Kosten massiv einsparen. [1] [5.00%]  
  Weiss nicht. Steuer betrifft mich nicht/kümmert mich nicht. [0] [0.00%]  
  Nein. Wir haben ein gewachsenes System, wer weiß, wie das auf so ein drastisches Abspecken reagieren würde? [1] [5.00%]  
  Klares NEIN! Andere Gründe. Bitte unten nennen. [11] [55.00%]  
  Stimmen Gesamt: 20  
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Denken wir doch mal folgende Idee durch: Wie wäre es, wenn jeder einfach - von der Höhe des Einkommens unabhängig - einen bestimmten Prozentsatz X % fürs Gemeinwohl als seine gesamte Steuer abgeben müßte?
400 Euro Jobs, bzw. kleinere Summen, die sich im Monat auf 400 Euro aufsummieren, mal ausgenommen.
Die Einsparungen an Verwaltungsaufwand, Papier allein, etc. wären doch zumindest enorm.


Nein, das fänd ich extrem unfair. Gehen wir mal von 10 % Steuersatz aus.

10 % von 1000,- = 100,- verbleiben 900,-
10 % von 10.000,- = 1.000,- verbleiben 9.000,-

Zwar sind die Prozentsätze gleich, aber die Einschnitte sind völlig unterschiedlich. Menschen mit einem 1.000,- Einkommen werden den Abzug der 10 % sehr viel härter spüren als diejenigen mit deutlich fünfstelligen Einkommen.
Wenn man davon ausgeht, dass sowohl der 1000-Euro-Verdiener, als auc hder 10.000 Euro-Verdiener dieselben Lebenshaltungskosten haben, bleiben dem 1.000-Euro-Verdiener unterm Strich prozentual sehr viel weniger, wenn man einen Einheitlichen Steuersatz anlegt, als wenn man einen progressiven Steuersatz anlegt, der die höheren Einkommen stärker belastet als die kleinen.
Zur Erklärung. Ich gehe mal davon aus, dass der 1000 Euro Verdiener eine kleinst mögliche Miete und geringstmögliche Lebenshaltungskosten hat und nenne diese Kosten "absolut notwendiges Minimum" und denke sie mir bei 800,-. Klar, der 10.000 Euro Verdiener gibt real gesehen mehr aus, aber theoretisch wäre es möglich, dass auch er nur diese Minimalkosten ausgibt.
Rechnen wir durch:
1000 - 10 % = 900 - 800 = 100 = 10 % vom Ursprünglichen Einkommen
10.000 - 10 % = 9.000 - 800 = 8.200 = (zu faul zum Rechnen, aber wesentlich Mehr als 10 % ;) )
Das, was der 10.000 Euro Verdiener für eine teurere Wohnung, Maserati, Restaurantbesuche blablabla ausgibt, ist ein Privatvergnügen, was er - rein theoretisch - nicht müsste, um die Grundbedürfnise zu erfüllen....

Klar, es ist sehr vereinfacht, aber denkt mal drüber nach.

So ist es schon gerecht, wenn mit steigendem Einkommen die Steuersätze steigen - sie sollen ja nicht linear mitsteigen (Verdoppelung des Einkommens = Verdoppelung des Steuersatzes), damit ein Anreiz bleibt, Vermögen anzusammeln und hohe Einkommen zu erzielen.

Ich bleibe dabei: "Eigentum verpflichtet" -> Mehr Eigentum verpflichtet mehr.

Eine Vereinfachung der Formularflut wäre auch unter Beibehaltung der aktuellen Steuersätze möglich.
Wenn man nur mal das unselige Ehegattensplitting zB abschaffen würde, wäre vieles schon einfacher.

Bearbeitet von Cambria am 13.11.2009 09:01:15


Was wäre mit denen die durch Pendeln, Kinder, Behinderung usw. stärker belastet sind??

Klar einfacher wäre es ......... da reizt mich aber mehr ein persönlicher Steuersatz der einmal angepasst wird und dann nur bei Änderungen neu berechnet wird.


Also Cambrias Argumentation kann ich nicht nachvollziehen, oder gar unterstützen. Im Grunde wird man ja nur dafür bestraft, daß man es wagt mehr als das Lebensnotwendige zu verdienen. Daß man länger die Schulbank gedrückt hat, und dann auch noch ein Studium angehängt hat. Nein, diese Steuerprogression bei steigendem Einkommen find ich nicht gut.
Ich hab trotzdem mit Nein gestimmt, weil grizzabella es auf den Punkt getroffen hat. Menschen, die höher belastet sind werden dadurch benachteiligt.


Wyvern, was du als Bestrafung siehst, sehe ich als Verantwortung.
Wer viel hat, der soll auch viel zum Gemeinwohl beitragen. So einfach ist die Kiste.
Du hast zu Recht angesprochen, dass Menschen mit höherem Einkommen oft länger die Schulbank gedrückt haben oder zur Uni gegangen sind - das sind Vorleistungen der Gesellschaft gewesen!
Schulen und Universitäten bezahlen sich nun mal nicht von alleine, sondern durch Steuern vorangegangener Jahrgänge. Das, was ich grade an der Uni in Anspruch nehme, zahlen meine Eltern durch Steuern.
Im Moment "nehme" ich nur und "gebe" nicht - da finde ich es nur gerecht, wenn höhere Einkommen dann, wenn sie es können, stärker herangezogen werden, um zukünftigen Generationen den Schulbesuch und die Universitäten zu ermöglichen.

Bearbeitet von Cambria am 13.11.2009 09:42:48


Danke für euer Feedback, an einiges hatte ich überhaupt noch nicht gedacht. :blumen:

Grizzabellas Ansatz aber finde ich schlichtweg genial! :applaus:
Echt gute Idee!

Was mir wirklich fehlt ist im Steuerrecht eine echt einfache Möglichkeit für z.B. den wegen der Kids daheimbleibenden Ehepartner, ein paar Kreuzerchen dazuzuverdienen, ohne gleich Krankenkasse, etc. zu riskieren und in einer Regelflut zu versinken, bei der man letztlich u.U. sogar draufzahlt.


Antina,
als daheimbleibender Partner kann man, soweit ich weiß, einen 400 Eurojob (versicherungsfreier Minijob) annehmen und weiterhin vom Ehegattensplitting profitieren.
Die Vorteile, die man durch das Ehegattensplitting hat, dürften die Nachteile einer eventuellen KV-Pflicht aufwiegen.
In der GKV kann man doch auch unabhängig vom Einkommen der Ehepartner eine Familienversicherung abschließen, soweit ich weiß.

Frag doch mal einen Steuerberater. Das lohnt sich oft auch bei Einkommen weit unter der Ackermann-Manager-Gehaltsgrenze.

Bearbeitet von Cambria am 13.11.2009 10:54:23


Klares Nein, Gründe sind hier teilweise auch schon genannt worden.
Wenn man sich mal ernsthaft mit ein bisschen mathematischem Sachverstand hisnetzt, und dass grob überschlägt, und Familien etc. mit einbezieht, kommt jeder ganz schnell zu der Erkenntnis, dass die berühmte "Steuererklärung auf dem Bierdeckel" nur populistisches Geschwätz ist.
Sowas wäre hochgradigst unfair, und gerade die sozial Schwachen würden darunter leiden.


@ cambria: Dankeschön, für die Tipps :blumen:

Ich hab deshalb Bedenken, weil gerade erst bei einer Bekannten von uns extrem viel dabei schief gegangen ist, was sich dann größtenteils sogar offenbar als unumkehrbar rausgestellt hat.
Sie "war" vor ihren Kids Vollzeit-Krankenschwester, war dann komplett zu Hause geblieben. Aber nun brauchten sie langsam das zusätzliche Geld dringend, gleichzeitig aber auch Zeit für die Kids.
Darum hatte sie es mit dem 400 Euro Job versucht.
Ging in ihrem Fall voll nach hinten los. Wirklich nichts als Ärger.
Aber gut, man kennt ja sicherlich von dem Fall auch nicht alle Hintergründe.


Zitat (Bierle @ 13.11.2009 11:16:08)
Klares Nein, [...]"Steuererklärung auf dem Bierdeckel" nur populistisches Geschwätz ist.
Sowas wäre hochgradigst unfair, und gerade die sozial Schwachen würden darunter leiden.

Und wenn man es - eben der genannten Gründe wegen - gestaffelt machen würde?

Prinzipiell nach Einkommenshöhe jeweils einen bestimmten Prozentsatz.
Sonderbelastungen und Familienstand werden bei der Anfangseinschätzung berücksichtigt, später nur noch, wenn sich etwas daran ändert.

Auch mit Steuervorteilen wird für ne Familie mit 4 oder mehr Mitgliedern das Brot nicht billiger als für nen gutverdienenden Typen, der keine Unterhaltsverpflichtungen hat, nicht alle paar Minuten neue Kinderschuhe braucht und der sich aussuchen kann, welche Karre der heute spazierenfährt.


13.000 € Grundfreibetrag + 3.500 je Kind
darüber 10-30% Steuersatz je nach Einkommenshöhe, Staffelung in 1%-Schritten
keine weiteren Schlupflöcher/Freibeträge/Abschreibungen mehr.

mal so als Grundgerüst... :sabber:


@Koenich
Das könnte sogar klappen.
Ich bin dabei.

Es hätte zwei Vorteile: Es wäre einfach und könnte (mit Anpassungen des Grundfreibetrags) sehr lange so bleiben.

Man muss ja auch bedenken, dass die Menschen mit den Steuervergünstigungen rechnen. Also die Leute bauen sich ein Haus dort, wo es billig ist und können sich den Sprit aber nur leisten, wenn es die Pendlerpauschale gibt.
Kann man jetzt sagen: Selbst schuld wer so was macht.
Aber eigentlich sollte es solche Anreize gar nicht geben, dann würden nicht zig Familien ihre Lebensgrundlage auf so etwas aufbauen.

Bearbeitet von Charly_70 am 14.11.2009 09:23:11


@ Koenich: Das finde ich so genial, daß man es glatt mal "Berlin" mitteilen sollte! :)


Und dann gleich noch die KFZ Steuer an das Niederländische Modell anpassen ;)

Niederländer zahlen bald Kilometergebühr


Also, mit einem System: Pauschaler Freibetrag für alle, darüber einheitliche Steuer für alle könnte ich mich auch anfreunden. Wenn man im Gegenzug alle Steuererleichterungen für alle möglichen Sonderfälle abschafft, könnte die Steuerbelastung sogar recht niedrig sein, ohne dass dem Staat Gelder entgingen.

Bis es soweit ist, muss ich halt weiterhin jedes Jahr einen halben Tag für meine Steuererklärung aufwenden, denn als Berufskraftfahrer zählt (derzeit noch) so gut wie jeder Arbeitstag als Auswärtstätigkeit und ist somit steuersenkend :pfeifen:



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