Der Zugnomade: Ein Obdachloser mal anders


Hallo,

grade bei der FAZ gefunden.

Was sagt Ihr dazu?

Der Zugnomade

Gruß

Highlander


Mich macht das traurig. Ein solches Leben wäre nichts für mich...
Wie gut es mir doch geht!


Nun ja, es liest sich sehr interessant.- Nachvollziehbar in gewisser Hinsicht.- Wer so leben kann, o.k.!- Immerhin ist es wohl ein 'besseres' Leben, als wirklich obdachlos auf der Straße zu leben.- Im Hinblick auf das 'geregelte Auskommen' ja schon fast 'bürgerlich', wenn man bedenkt, daß der Mann an sich recht komfortabel leben kann durch's Flaschensammeln.- Also von der Bequemlichkeit Anderer lebt!- Allerdings dann nicht als 'Parasit der Gesellschaft', wie so Manche, die kassieren und Nichts tun!- Garnicht mehr wollen, weil sie ja auch nicht müssen.
Ob sich da die anderen Bahncard-Kunden, oder 1. Klasse-Fahrgäste allerdings drüber freuen, daß Jemand, wie
Ch. Lounge und Zug mit ihnen teilt?- Nun: wer zahlt, hat Recht...irgendwo...

Ein sehr nachdenklich stimmender Artikel, lieber 'highländer', obgleich es für mich nicht vorstellbar wäre, so zu leben.

Jede/r so, wie sie/er kann, und ich dann auch...Gruß...Isi


Ich denke, nicht jeder mit Geld besitzt die Manieren dieses doch relativ mittellosen Menschen.

Geld alleine macht einen nicht zum besseren Menschen.

Immerhin sorgt er für sich und liegt niemanden auf der Tasche. Und er hat die Monatskarte. Also darf er. Und es kann ihn niemand mit mehr Geld daran hindern.
Vielleicht, wenn er "riechen" sollte, doch davon darf man nicht ausgehen.

Gruß

Highlander


@Highländer: ich habe selten Menschen mit richtig viel Geld und dann auch noch guten Manieren getroffen!- Die sind spätestens nach dem 3. Drink passèe.- Und die 'dürfen ja'...meinen sie...!
Es gibt einen natürlichen menschlichen Adel, der im eigenen Sein und der Art sich zu geben, liegt.
Geld adelt nicht...und macht ganz sicher Niemaden zum besseren Menschen.

Und: manche Menschen haben solch einen stinkenden Charakter, da nutzt weder Seife noch teuerstes Parfüm!- Mir "stinkt" so Manche/r, die/der angeblich der besseren Gesellschaft angehört.

Menschen, die arm sind, oder bescheiden leben, halten sich meist peinlich sauber, um nicht am Geruch der Armut erkannt zu werden.- Denn Armut kann man -leider- auch riechen!

Wirklich arm ist, wer Nichts im Leben hat, auf das er mit Freude oder gar Stolz zurückblicken kann...

Liebe Grüße...Isi


Toller Artikel, finde ich.
Danke dafür. :blumen:


ich habe von 1993-96 in den Zügen der Bahn gearbeitet und sehr viele Menschen befragt.
auch solch einen, der damals schon eine solche Karte besaß.
er meinte sogar es gäbe schon viele.
und ich fand nicht das er stank, oder auch nur unangenehm gerochen hätte.

ich finde es gut, so können sie nicht erfrieren. :wub:

und sie freuen sich über jede Kleinigkeit. :wub: :wub:


zuerst dachte ich, es sei gewiss nicht alltäglich, ein solches leben zu leben. doch nach dem lesen des artikels kommt es mir nicht mehr außergewöhnlich vor.

er hat einen ort, an den er immer zurückkehren kann. ihn erwartet so viel geld, dass er sich davon absichern kann. schon allein das bett in einem haus mit einem festen dach über den kopf ist ein kostbarer schatz. das steht nicht in einer unangenehmen notunterkunft, sondern in seinem elternhaus. auch wenn er nicht so recht mit seinem bruder umgehen mag.

diesen luxus haben sehr viele menschen nicht, die wirklich nichts haben außer dem, was sie mit sich herumtragen.

es ist nonsense, dass er sagt, er könne sich krankheiten nicht leisten. das kann er nur wenig beeinflussen. kommt es zu einem unfall oder einer krankheit, werden kosten anfallen, die jemand übernehmen muss. das ist entweder der staat oder ein angehöriger. wahrscheinlich sein bruder.

wenn er flaschen sammeln will, kann er es gern tun. jedoch teile ich diese romantisierte idee von einem zugnomaden nicht. um geld vom staat zu bekommen, müsste er sich dem arbeitsmarkt zur verfügung stellen. das mag er nicht tun und muss deswegen auf das geld verzichten. oder beweisen, dass er nicht mehr arbeiten kann.

es sähe vielleicht anders aus, wenn er keinen ort hätte, an den er immer wieder zurückkehren könnte. wenn sich andere menschen nicht um ihn kümmern würden.

er besorgt sich durch eine tätigkeit, für die er keine abgaben leisten muss, einen teil des geldes für seinen lebensunterhalt. er hat das recht, den zug und all seine annehmlichkeiten zu nutzen. ginge es ihm schlecht, würde für ihn gesorgt werden. mit diesem wissen fiele es gewiss den meisten leuten leichter, ambitioniert flaschen zu sammeln.

mit diesem wissen finde ich an dieser lebensweise nichts besonderes mehr. obdachlos ist er ohnehin nicht.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 01.01.2011 17:37:51



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