Warum werden schon kleine Kinder agressiv ? Vererbung - Anerzogen


Ich habe jetzt insgesamt 5 Kinder groß gezogen zwei eigene, eine Stieftochter und die beiden Söhne meiner Stieftochter die jetzt meine Pflegekinder sind.



Nun zu meinen Pflegekindern, bei der kleinsten Kleinigkeit sehen sie förmlich rot, kriegen regelrechte Wut- und Schreianfälle oder fangen an sich zu schlagen untereinander aber auch mit Freunden. Das gleiche Phänomen habe ich bei ihrer Mutter beobachtet, so bald irgend etwas nicht 100 % so abläuft wie sie es gerne möchte, wird sie hysterisch. Nimmt alles persönlich, fühlt sich zurückgesetzt und schreit ihren Frust heraus. :sabber: :labern: rofl

Meine Frage geht nun dahin da ich einfach nicht damit umgehen kann, werden solche Verhaltensmuster vererbt oder lernen die Jungs durch Ihre Mutter und ihren Opa das falsche Verhalten und was kann ich dagegen unternehmen, denn ich will mich nicht daran gewöhnen und möchte wenigstens den Jungs etwas mehr Toleranz anerziehen

Für Tipps wäre ich sehr dankbar
Omi

Bearbeitet von omi am 13.04.2006 00:45:36


Hi Omi,

es könnte sein, dass Du hier sehr wenig Antworten bekommst, da Du im falschen Thread bist und hier nicht alle rein schauen - mal sehen.

Zu Deiner Frage. Ich bezweifle, dass so etwas vererbt wird. Ich glaube eher, dass das eine Imitationsfrage ist. Ein Kind sieht z. B. das der Vater immer schreit. Die Mutter will sich das nicht gefallen lassen. Schreit sie zurück, kommt dies beim Kind so an, als ob das der normale Umgang ist. Späer bekommt es aber nicht mit, dass andere das vielleicht nicht machen.

Selbe Situation. Einer der Partne schreit, der andere bleibt aber still und zieht sich im schlimmsten Fall auch noch zurück. Nun macht das auf das Kind den Eindruck, als ob sich der schreiende Partner durchgesetzt hat. Da sich jeder Mensch auf die eine oder andere Seite durchsetzen will, macht das Kind das nach.


Liebe Admins, versetzt ihr den Thread zu den Kindern?


ganz genau, so wie jaren das beschrieben hat, sehe ich es auch.
habs im bekanntenkreis schon miterlebt.
schreiende eltern=schreiende kids!


Ist lustigerweise nicht nur bei Menschen so...

Die Eigenarten gehen auch auf Tiere über...ruhiger Mensch = ruhige Katze,

zickiger Besitzer = zickige katze. DAS sind Beobachtungen in meinem Bekanntenkreis

:D


Ich denke auch, daß das was den Kindern vorgelebt wird sie entscheidend prägt. Der Umgang mit Frust will gelernt sein und ich denke, Du hast eine gute Chance bei Deinen beiden Jungs was zu ändern. Ich weiß nicht wie alt die zwei sind aber ich denke, eher klein, oder? Bei Teenies hast Du m.E. da eher weniger Chancen.

Ich denke, es ist wichtig, Ihnen alternative Verhaltensmuster aufzuzeigen. Vielleicht kennen Sie nur den aggressiven Weg. Deshalb finde ich es wichtig, daß Du altersgerecht mit Ihnen über Deine Gefühle sprichst. Wenn Du Dich über was freust, wenn Du traurig bist und wie es Dir geht, wenn sie "ausflippen".
Je nach Alter und Art der Aggression würde ich sie nicht dafür bestrafen sondern ihnen zeigen, daß ich sie trotzdem liebe, sie mich aber traurig machen wenn sie ausrasten. Vielleicht haben sie auch Angst, daß Du sie weggibst, ich kenne ihre Vorgeschichte nicht aber immerhin hat ihre Mutter sie ja weggegeben und Kinder suchen die "Schuld" sehr oft bei sich.
Schreib doch mal mehr über solche Situationen und über die Kinder, dann kann man eher Tips geben.

Grüße
Gutemine


Gutemine
Danke für Deinen Beitrag. Er spricht mit aus dem Herzen. Aber ich frage mich, Omi redet nicht von ihrem Ehemann. Er hat diese Tochter doch mit in diese Ehe gebracht. Ich habe das Gefühl, alles macht Omi, aber er?????

wollmaus


Gutemine

Korregiere mich!! Hochachtung vor Omi!!!! :blumen: :blumen: :blumen: :blumen:
Wie können wir helfen???

wollmaus


Ich hoffe diese Angaben helfen Dir zum Verständnis etwas weiter und danke für den einfühlsamen Beitrag.
Omi :blumen:

Bearbeitet von omi am 13.04.2006 00:43:13


Zitat (wollmaus @ 19.11.2005 - 20:45:57)
Gutemine
Danke für Deinen Beitrag. Er spricht mit aus dem Herzen. Aber ich frage mich, Omi redet nicht von ihrem Ehemann. Er hat diese Tochter doch mit in diese Ehe gebracht. Ich habe das Gefühl, alles macht Omi, aber er?????

wollmaus

Hallo Wollmaus

Du hast recht, ich habe wenig von meinem Mann gesprochen, obwohl er so lange seine Tochter klein war und auch die beiden Enkel ein fantastischer hingebungsvoller Vater und noch besserer Opi war. Aber da ich das Glück hatte in einer Familie aufzuwachsen in der Liebe Achtung und Respekt keine Floskeln waren sondern gelebt wurde .Wir gehen sehr liebevoll miteinander um und sehen dem anderen schon an seiner Körperhaltung an wie er sich gerade fühlt. Ich habe sehr viel Liebe, Vertrauen und viel Freiheit auch im Denken und ganz viel Toleranz von meinen Eltern mitbekommen. Alles Dinge die mein Mann in seinem Leben nie erfahren hat. In den 25 Jahren die wir jetzt zusammen sind hat er aber ganz viel dazu gelernt und immer wieder an sich gearbeitet und auch schon sehr viel erreicht auf der zwischenmenschlichen Ebene.

Bearbeitet von omi am 13.04.2006 00:47:57

Omi

Du hast Liebe von Deinen Eltern erhalten, Dein Mann nicht. Bei mir ist es umgekehrt. Der einzige Halt, den ich als Kind hatte, war mein Großvater.Ich bin als Kind immer geschlagen worden.Als ich erwachsen wurde, habe ich mir geschworen, wenn ich das Glück haben sollte, jemals ein Kind zu bekommen, werde ich es niemals schlagen. Ich habe einen Sohn von 25 Jahren (ich 59) und ich habe ihn niemals geschlagen. In meinen Augen vollbringst Du eine tolle Leistung. Dazu gehört sehr viel Kraft.Du versuchst, Kindern ein zuhause zu geben,obwohl die eigene Mutter dafür zuständig wäre. Ich verneige mich jedenfalls vor Dir!!!!!!!!

wollmaus


Zitat (wollmaus @ 19.11.2005 - 23:29:51)
In meinen Augen vollbringst Du eine tolle Leistung. Dazu gehört sehr viel Kraft.Du versuchst, Kindern ein zuhause zu geben,obwohl die eigene Mutter dafür zuständig wäre. Ich verneige mich jedenfalls vor Dir!!!!!!!!


:D den worten von wollmaus kann ich mich nur anschliessen.

ich bewundere dich auch!!! :blumen:

Ich möchte mich bei euch allen herzlich bedanken, für die anerkennenden Worte aber ich habe ja schon vor der Geburt der Kinder eine Verantwortung auf mich genommen weil meine Stieftochter abtreiben wollte und auch schon die Termine hatte, ich habe ihr davon abgeraten und versprochen ihr zu helfen wo ich kann, denn mein eigener Sohn kann keine Kinder bekommen weil seine Frau keine will und auch bei meiner Tochter die jetzt seit 19 Jahren mit ihrem Mann zusammen ist hat es bis zu diesem Frühjahr gebraucht bis sie ein kleines Mädchen ( mein erstes und einziges echtes Enkelkind) zur Welt gebracht hat.
Da ich den Großen aber schon als Baby ständig bei mir hatte ist er sowas wie mein eigenes Kind und der Kleine war halt das schmückende Beiwerk, weil ich nicht ein Kind retten kann und das welches schlimmer dran ist, seinem Schicksal überlassen. Trotzdem tut der Zuspruch gut und man wird viel gelassener wenn die Kinder versuchen einem mit den eigenen Unzulänglichkeiten ein Bein zu stellen.

Danke Omi :blumenstrauss:


Hallo Omi,
im Anfangsthread hast Du gefragt, warum die Kinder agressiv werden und ich denke, es liegt bestimmt mit daran, daß sie keine Stetigkeit, keine Verläßlichkeit also keine Sicherheit zu Hause hatten.
Wenn ich das so lese, was die schon mitgemacht und erlebt haben, dann wundert es mich nicht im geringsten, daß Verhaltensauffälligkeiten da sind.
Ich denke, Du solltest Dir professionelle Hilfe holen. Und nicht, weil ich denke, Du kriegst es nicht hin (!) sondern damit Du Dir niemals ein Versäumnis an dieser Stelle vorzuwerfen hast.

Überleg mal, was die Kinder bisher gesehen haben. Da mag die Mutter (Deine Pflegetochter) noch so lieb und kreativ sein, sie hat ihr Leben nie in den Griff bekommen und das sind keine guten Voraussetzungen für Kinder. Es ist kein Wunder daß die Kinder nicht mit Frust und Ärger umgehen können denn es hat Ihnen ja kein Elternteil vorgemacht. Also gehen sie bei Bedarf erst einmal den einfacheren Weg und werden agressiv und im Prinzip kannst Du noch dankbar sein, daß sie ihre Gefühle rauslassen, auch wenn es bestimmt eine sehr schwierige Situation ist. Wären sie ganz verschlossen und in sich zurückgezogen hättest Du es u.U. noch viel schwerer an sie ranzukommen und den Knoten zu lösen.

Ich finde es absolut bewundernswert, daß Du für die Kinder da bist und ich wünsche Dir sehr, daß Du ihnen den Halt geben kannst, den sie bisher nicht hatten.

Liebe Grüße
Gutemine


Hallo Gutemine, ich habe schon seit Jahren eine Psychotherapeutin die zu uns nach Hause kommt, anders wären die Erfolge auch nicht so gravierend gewesen, denn der Kleine braucht ganz viel Verhaltenstherapie. Aber trotzdem herzlichen Dank für den guten Rat. Ich bin auch froh das die Kinder ihren Frust, Wut, Trauer aber auch Freude und Liebe zeigen können, und das auch genau bezeichnen können, darauf bin ich auch sehr stolz, wir müssen jetzt nur noch daran feilen das die Stresstoleranz etwas größer wird und nicht jeder von den beiden sich jedesmal angegriffen fühlt wenn der andere nur neben ihm Luft holt. Die beiden gönnen sich manchmal nicht mal die Luft die sie atmen. Dann aber spielen sie wieder stundenlang miteinander. Es ist schon nicht einfach
dabei immer gelassen zu Bleiben.

Mir ging es auch in erster Linie darum auch anderen Eltern eine Plattform zu bieten um sich Anregungen zu holen oder zumindest das Aha-Erlebnis - anderen geht es ja auch nicht besser als mir -

Ich freue mich aber sehr über die wirklich tollen Reaktionen teilweise auch per Email. Das tut gut und bestärkt mich weiter zu machen.


Danke Danke Danke an Alle

Omi
:winkewinke: :winkewinke: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen: :blumen:



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