Sparrezepte aus Notzeiten: Gelobt sei, was satt macht...


In den Kommentaren zu einem Tipp, welcher, kann ich gar nicht mehr sagen, kamen die Kommentatoren auch auf Sparrezepte aus Notzeiten zu sprechen.

Ich habe hier etwas liegen, was man heutzutage Flyer nennt und wo man im Dezember 1945 über Spar- und Ersatzvarianten der Ernährung informiert. Hefeflocken spielen dort tlw. auch eine Rolle, d.h. das, was wir heute verachten, war damals ein gängiges Streck- und Nahrungsmittel.

Ich werde hier immer mal wieder, wie es meine Zeit erlaubt, ein paar Rezepte abtippseln.


Fangen wir an:

Falsches Schweineschmalz mit Öl:
Haben Sie von einer früheren Zuteilung noch etwas Öl aufgehoben? Dann nehmen Sie hiervon einen Eßlöffel voll, setzen dem Öl 3 - 4 Eßlöffel Mehl hinzu, verdünnen das Ganze mit 3/4 Liter Wasser, und nachdem Sie die Masse mit Salz und Majoran abgeschmeckt haben, lassen Sie aufkochen, bis sie dick ist (etwa 10 Minuten). Der Brotaufstrich hat das Aussehen von Schweinefett, schmeckt auch beinahe so und ist außerdem sehr ergiebig.

Falsches Schweineschmalz ohne Öl:
Einen ungefähr ähnlichen Brotaufstrich, bei dem Sie jedoch das Öl sparen können, erhalten Sie, wenn Sie wie folgt verfahren: Sie kochen einige ganz klein geschnittene Zwiebeln in 1/4 Liter Wasser, setzen 2 Eßlöffel Grieß hinzu, lassen nochmals aufkochen und schmecken dann mit Salz, Pfefferersatz und Majoran ab. Auch diesen Brotaufstrich werden Sie stets mit Vorliebe essen und davon gern häufiger Gebrauch machen.

Übrigens kann sowohl diesem wie dem vorgenannten Aufstrich durch einen Zusatz von etwas Hefeflocken (sofern Sie solche erhalten) oder Hefe ein stark leberwurstähnlicher Geschmack gegeben werden.


hahah! Waaahnsinn! Muss ich auf jeden Fall mal ausprobieren - klingt sowieso gesünder als Schweineschmalz ;) Das ist ja sogar Veganer-geeignet !! :D


Das ist ein Super Thread.

Ich habe da auch ein Rezept:


Brauner Gries:
Eine Zwiebel fein Würfeln und in etwas Öl anbräunen. Dann eine Tasse Gries hinzufügen und unter rühren leicht rösten. Nun mit Brühe aufgießen und köcheln lassen, bis eine feste Suppe entsteht. Suppe, nicht Pampe.
Wer mag bzw wer noch im Hause hat, kann noch ein Ei drunter schlagen.

Schmeckt gut, macht satt und kostet nicht viel.


Passend zur Jahreszeit,denn es gibt jetzt viele Eichel-Kaffee ;)
Edit. geht auch mit Löwenzahnwurzeln.

Bearbeitet von wurst am 23.09.2011 14:50:23


Wow Schnauf,

das ist ja mal ein Thema. :D

Also ich werde meine Mam (Baujahr '35) dazu befragen. Sie gibt gerne damit an, den Kriech noch miterlebt zu haben (bitte nicht lästernd verstehen) ;) und weiß bestimmt Einiges dazu.
Vielleicht hat sie auch einen Schnäppchen-Tipp.

VG Pitz :blumen:


super Idee!!! :daumenhoch: hier werde ich garantiert öfter mal reinschauen
(eine Tippgeberin habe ich leider nicht mehr :( , meine Oma hätte bestimmt viel dazu sagen können)


Eine tolle Idee, dieser Fred :blumen:
Hab neulich grad erst bei der Suche nach Unterkohlrabi zum Thema Steckrübe einiges Interessantes gefunden, die ja sogar als Kaffee-Ersatz herhalten musste.
Schade, dass so viele alte Spar-Rezepte fast in Vergessenheit gerieten, die könnten sonst vielen Menschen mit knappem Budget weiter helfen. Aber dazu ist ja dieses Forum da.


Zwieback mit Milch würde mir einfallen - war auch ein Essen, wenn das Geld früher mal knapp wurde :)


Ach Hansi, das habe ich meinem Großen in besonders schweren Zeiten auch zum Abendbrot gegeben.
Und wenn ich ehrlich bin. Das schmeckt sogar sehr gut.


Für die Naschkatzen

Nachkriegs-Marzipankartoffeln

1 1/2 Tassen Milch, zwei Tassen Grieß, drei Tassen Zucker,Bittermandelaroma etwas Kakao oder Puderzucker
Milch aufkochen lassen, Grieß und Zucker dazu geben ständig rühren, noch das Aroma dazu kochen bis es dick ist
Wenn die Masse abgekühlt ist, Kugeln formen und anschließend im gesiebten Kakao oder Puderzucker rollen.

Schlagsahne-Ersatz 1940

1 Tasse Zucker, 1 Tasse Apfelsaft 1 Eiweiß alles zusammen aufschlagen :pfeifen:

Edit. meine Mutter hat immer von Kunsthonig erzählt,ist gar nicht schwer herzustellen:Kuckst du :pfeifen:

Bearbeitet von wurst am 23.09.2011 19:44:37


ich werde auch mal meine Mutter ausquetschen (Baujahr 18)
der fällt bestimmt was ein


Hefeflocken find ich total lecker, ich mach die immer in mein Müsli ... heute sind die absurderweise relativ teuer, weil man sie im Reformhaus kaufen muss


Da kann ich auch etwas beisteuern.

Die ausgebackenen Brennnesselblätter kenne ich sogar noch aus den eigenen Kindertagen.
Auch der erste frische Spinat im Frühling stammte bei uns daheim von Brennnesseln.

Und Salat aus Löwenzahn (gemischt mit gekochten Kartoffeln) ist mangels eigener Wiese heute sogar sowas wie eine Delikatesse.


Haselnussersatz und Mandelersatz

•1,5 Tassen Haferflocken
•1 EL Butter
•1-3 EL Zucker
Alles zusammen in einer auf kleiner Flamme unter ständigem Rühren anrösten.
Danach erkalten lassen.


Ausgebackene Brennnesselblätter

Für 4 Personen:
•100 g Mehl
•1 Ei
•Salz, Pfeffer
•1/8 l Wasser oder Milch
•Öl zum Braten
•1 Schüssel Brennnesselblätter oder Brennnesselspitzen mit Blüten

Die Zutaten für den Ausbackteig verrühren und rund eine halbe Stunde ziehen lassen.

Das Öl einige Millimeter hoch in einer Pfanne erhitzen, die Blätter durch den Teig ziehen, abtropfen lassen und von beiden Seiten braten.

Kurz auf Küchenpapier legen, um überschüssiges Fett zu entfernen. Sofort servieren.


Meine Muttwer war Jahrgang '22, war aus Magdeburg, und da gabs nix. Und bei uns auch nicht. Da kamen dann mal Pellkartoffeln mit Rührei auf den Tisch, mit sauren Zwiebelwürfeln, oder oder Kartoffeln kleingemanscht mit Milch, oder es wurde ein Fleischknochen geholt, der kostete nichts, wurde so wie er war ausgekocht, ohne Suppengrün, grüne Bohnen hinein, Kartoffeln, bisschen andicken, und das wars dann. Kriegsküche. Sie erzählte auch immer, Pellkartoffeln auf den Tisch, ein Hering, sauer oder wie auch immer, und dann wurden die Kartoffeln am Hering langgestrichen. Wenn die Kartoffeln alle waren, wurde der Hering aufgeteilt............


Zitat (Nordstern @ 24.09.2011 09:20:46)
Sie erzählte auch immer, Pellkartoffeln auf den Tisch, ein Hering, sauer oder wie auch immer, und dann wurden die Kartoffeln am Hering langgestrichen. Wenn die Kartoffeln alle waren, wurde der Hering aufgeteilt............

Das hat mein Papa (1942) auch erzählt.
Ein Fisch für 7 Personen. Die Kartoffel wurden über den Fisch gestrichen, damit die Geschmack bekamen.

Falsche Leberwurst:
Künstliche Leberwurst-Rezepte gibt es eine Menge. Kennen Sie schon dieses? Sie dünsten reichlich Zwiebel in einem Eßlöffel Fett, lösen für 10Pfg. Hefe in einer Tasse lauwarmer Milch auf und lassen alles zusammen aufkochen. Dann tun Sie 2 - 3 Eßlöffel geriebene Semmel bis zum Dickwerden hinzu und schmecken mit geriebenem Majoran, Salz und Pfefferersatz ab.

Kartoffel-Zwiebel-Aufstrich:
Hierzu reiben Sie vier gekochte Kartoffeln vom vorhergehenden Tage, vermischen den Brei mit einer reichlichen Portion vorher gebräunter Zwiebel, geben etwas Salz und Pfefferersatz sowie reichlich Majoran dazu und ergänzen schließlich noch das Ganze mit etwas Senf. Sollte der Aufstrich zu dick werden, können Sie ihn ohne weiteres mit etwas Wasser verdünnen.

Schnauf!!!! :wub: :wub:

Danke für das Thema!!!!! :applaus: :applaus:

Ab und zu mach ich auch noch Milch mit Zwieback!! :sabber: Kenn es noch als Kind! Da die Milch ja immer frisch war, und man in den 50ern ja noch keinen hatte, wurde die übriggebliebene Milch in tiefe Teller gegeben, und auf die Fensterbank gestellt. Am nächsten Tag war auf den Tellern Dickmilch entstanden. Mit Zucker bestreut, und Zwiebäcke reingebröselt war es saulecker!!! :sabber: :sabber:


Dickmilch, ja richtig!!! Hat meine Mutter oft gemacht!!!


Ich (Jahrgang '50) erinnere mich mit Grausen an die - immer angebrannte - Brotsuppe mit Rosinen :wacko:


Zitat (SCHNAUF @ 24.09.2011 10:11:45)
Falsche Leberwurst:[...] Dann tun Sie 2 - 3 Eßlöffel geriebene Semmel bis zum Dickwerden hinzu [...]

Das würde ich jetzt gerne machen! Wir haben zur Zeit vegetarische Woche und da passt das einfach...aber ich hab keine Semmelbrösel :heul:
Hat jemand eine gute Alternativ-Idee?
Im Haus hab ich
  • Weizen-Gries
  • Vollkornmehl
  • Maisgries
  • Speisestärke
  • Reis
  • Linsen
  • Kartoffeln
  • Nudeln

hallo tetris,
keine tanke in der nähe wo du noch schnell nach brötchen fragen könntest - ist hier kein problem?!? ;)


Gries ist, glaube ich, eine gute Alternative.


Zitat (123stpo456 @ 24.09.2011 19:01:47)
Ich (Jahrgang '50) erinnere mich mit Grausen an die - immer angebrannte - Brotsuppe mit Rosinen :wacko:

Also anbrennen lass ich sie nicht...und Rosinen kommen auch nicht rein...aber reichlich Knoblauch und eine Zwiebel, beides leicht bräunen, dann Brühe und Brot dazugeben...das ganze wird dann gut gewürzt...also Krönung kommen ein paar Speckwürfel direkt aus der Pfanne drüber.... :sabber: :sabber: Brotsuppe hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Aber wenn man bedenkt was man damals für Pötte auf dem hatte...da war es kein Wunder das solche Gerichte gern anbrannten.

Ich kann mich an Milchsuppe erinnern:

Milch wurde aufgekocht mit Zucker und angedickt mit Grieß, dann abgebunden mit einem Eigelb.
Das Eiweiß wurde zu Schnee geschlagen und als Flöckchen (meine Oma sagte "Wölkchen") kurz untergehoben und nochmal erhitzt. Der Begriff "Salmonellen" war wohl noch nicht bekannt. Aber Oma wusste durchaus, dass man mit rohen Eiern sehr vorsichtig umgehen muss.
Manchmal kam frisches Obst oder Backobst rein.

Finde ich immer noch lecker. :rolleyes:


Zitat (SCHNAUF @ 24.09.2011 21:51:08)
Gries ist, glaube ich, eine gute Alternative.

Hab's mit Gries gemacht [@quitscheentchen: Wäre auch eine Möglichkeit gewesen, wenn da nicht die Faulheit siegen würde :)] und es ist ziemlich lecker geworden. Mein Freund meint dazu: "Aha, interessant. Was ist das jetzt genau?" :lol:

Edit: Hab vergessen, Danke für das Rezept zu sagen: Danke SCHNAUF! :blumen:

Bearbeitet von Tetris am 24.09.2011 23:06:45

Hallo, ich kenne da auch noch etwas:
Älteres Brot (hell) in Milch und einem verquirlten Ei wälzen, in der Pfanne braten,schmeckt lecker mit Apfelmus und / oder Zimt& Zucker.


Zitat (Muttilein11 @ 26.09.2011 11:59:39)
Hallo, ich kenne da auch noch etwas:
Älteres Brot (hell) in Milch und einem verquirlten Ei wälzen, in der Pfanne braten,schmeckt lecker mit Apfelmus und / oder Zimt& Zucker.

Nennt man das nicht Armer Ritter?

Genau, oder wenn man es mit warmen Rotwein tränkt dann sind es versoffene Jungfern.


ich habe meine Mutter gefragt, aber sie kann nichts beitragen,
sie lebten auf dem Dorf, meine Großeltern waren zwar keine Bauern, hatten aber Land, Schweine, Hühner und Ziegen;
sie haben Kartoffeln und Gemüse angebaut und geschlachtet, deshalb hatten sie alles, was sie brauchten

Milchsuppe und Arme Ritter hat es bei uns früher oft gegeben, das ist mir nicht als Notrezept bekannt,
habs lange nicht mehr gegessen, sollte ich mal wieder machen


Oh, da kenne ich auch noch was.
Ist aus der Eifel, wie sollte es anders sein.

Man macht aus Mayonaise und Milch oder Dickmilch eine Soße. Würzt diese mit Instantbrühe ab. Wer mag, gibt noch Maggi hinzu. Aber nur ein paar Spritzer. Dann gibt man noch ordentlich Schnittlauch in Röllchen hinzu. Der Schnittlauch schwimmt oben auf der Soße und sollte gut 1 cm breit sein. Also jede Menge Schnittlauch.
Die Soße wird kaltgestellt.

Dann kocht man pro Nase zwei Eier hart und einen Kartoffeln. Die Eier werden gepellt und in die Soße gegeben.
Die Kartoffeln werden nach dem Kochen abgeschüttet und gleich in die Soße gegeben.

Ich kann mich erinnern, dass meine Tante mit einem Riesentopf im Sommer aufsFeld gegangen ist, und das der Familie oder Erntehelfer serviert hat.
Teller gab es nicht. Meine Tante hat für jeden einen Löffel mitgenommen. Man schöpfte einfach aus dem riesen Topf.

Dieses Essen ist ein Sommeressen.
Das gibt es bei uns einmal im Jahr. Am besten kommt es an superheißen Sommertagen.
Ich mag diese einfachen und leckeren "Traditionsessen".
Sie kosten nicht viel und erinnern mich an die Kindheit.


Zitat (Eifelgold @ 26.09.2011 12:27:25)
Die Kartoffeln werden nach dem Kochen abgeschüttet und gleich in die Soße gegeben.


Hört sich gut an !

Die Kartoffeln heiß in die Soße ?? :blumen:

Klar, direkt nach dem Abgießen.

die Soße oder Creme machst du ja schon morgens und stellst sie gleich kalt. Bedenke, dass ist ein Bauernrezept. Die Bäuerin hatte noch anderes zu tun als den ganzen Tag am Ofen zu stehen.

Dadurch, dass die Soße kalt und die Kartoffeln heiß sind, hast du ein angenehm tempariertes Essen gehabt.
Wie gesagt, wir essen das an heißen Tagen sehr gerne.

Oder wenn das Geld alle ist.


Echt tolles Thema!
Meine deutsche Grossmutter hatte da auch ein paar Rezepte uaf Lager, die sie immer "Kriegsküche" nannte. Hab diese Menus geliebt und auch meine Kinder mögen sie. Obwohl es nie mehr ganz sooo gut geschmeckt hat wie von der Omama.

Weisse Bohnen süss-sauer:

Man kocht Kartoffelwürfel in Salzwasser weich und gibt eine Dose weisse Bohnen und etwas gebratene Speckwürfel oder/und Wienerli (Würstchen) dazu. Das Ganze wird mit Zucker und Essig abgeschmeckt.
Meine Mädchen lieben dieses Gericht. Preiswert und schnell gemacht ist es auch.


Oh Mann Tweety, weiße Bohnensuppe kenne ich noch von meinen Eltern.
Die Suppe war nicht süßsauer, aber wir hatten immer ne Flasche Essig auf dem Tisch.

Ja, so ist das, wenn man viele Kinder hat und nur ein Verdienst.

Ganz schlimme Erinnerung ist bei mir dicke Bohnen mit Speck.
Wir hatten das so oft als Mahlzeit, dass ich das bis heute nicht mehr essen kann.


Brennsuppe: eine Zwiebel würfeln, in Fett anbraten, mit Mehl bestäuben, das Mehl leicht bräunen lassen und dann mit Brühe (meist wurde das Kochwasser vom Gemüse genommen) ablöschen, 15 min köcheln lassen. Mit Gewürzen und Kräutern verfeinern. Ganz "Edel" wurde es mit etwas Sahne. Im Frühjahr kam immer fein gehackte Brennnessel dazu.
Ich bin zwar Jahrgang ´77, aber im Haushalt meiner Oma aufgewachsen. Die hatte 7 Kinder, 5 damals noch daheim...und Geld war immer knapp.
Was sie aber immer geschafft hat: es schmeckte nie fad, sie hat immer kräftig gewürzt und es schmeckte auch nicht immer gleich.

Wurstbrüh kam bei uns auch oft auf den Tisch, die gab es für 1 Mark den 5 Liter Eimer beim Fleischer.
Das war eine gute gewürzte kräftige Brühe. Sehr lecker mit Reis, Graupen, Nudeln oder Kartoffelstücken.

Bearbeitet von Pumukel77 am 26.09.2011 13:51:49


Früher wurde kein Liter Wurst/Kesselsuppe weggeschüttet (im gegensatz zu Heute) da wurde Brot eingebrockt,selbstgemachte Nudeln oder Riebelesuppe mag ich heute noch gern :rolleyes:

Bearbeitet von wurst am 26.09.2011 14:01:25


Die Riebelesuppen ist bei uns eine Resteverwertung, wenn Brühe über bleibt von Suppen (z.B. bei Maultaschen oder Grießnckerl) dann kommen Riebel rein. Ist schneller gar als jede Suppennudel.
Und wie Wurst richtig schreibt: lecker :sabber: Ist ja im Grunde ein Spätzleteig nur etwas fester.


@ Wurst > kenne ich auch noch superlecker !!!!!!!!!!!!!


Leckere Sachen, die ich aber noch gut kenne und z.Teil auch
noch koche.
Ich mache mir oft Griessköpfli. Ich liebe das.


Die geröstete Griessuppe kenn ich auch noch aus meiner Kinderziet, und ich hab sie unseren Jungs auch oft gemacht.
Mit Muskatnuss gewürzt und zum Schluss ein Schuss Rahm, herrlich ;-)


Hatte meine Omi öfters gemacht...

Kartoffeln schälen, kochen, stampfen und mit Kartoffelmehl mischen. Dann zu Schlangen mit ungefähr 3 cm Durchmesser rollen. Diese dann in Schrägschnitt abschneiden, ca. 5 cm und in eine große Schüssel geben.
Etwas Fett oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, darin Speck und Zwiebeln kross braten und über die Kartoffelschnittchen gießen.
Jeder erhielt eine Gabel, wir haben alle aus einer Schüssel gegessen. Dazu gabs Buttermilch.
Meine Omi nannte es Brachunki???!!! oder so ähnlich.
War total :sabber:


Es wäre doch schon ein guter Zug, wenigstens ein Werk der küchentechnischen Nachkriegslektüre ab und zu zu zitieren, wo man solche Rezepte zu Dutzenden nachlesen kann... ;) ...versteht man sich auf ein paar antiquarische Kochbücher.

Schmalhans kocht trotzdem gut

Schmalhans ade!

Diese beiden Bücher gehören zusammen. :)

Bearbeitet von Cuniculus am 29.09.2011 02:00:16


Zitat (ichdiebine @ 28.09.2011 16:34:49)
Hatte meine Omi öfters gemacht...

Kartoffeln schälen, kochen, stampfen und mit Kartoffelmehl mischen. Dann zu Schlangen mit ungefähr 3 cm Durchmesser rollen. Diese dann in Schrägschnitt abschneiden, ca. 5 cm und in eine große Schüssel geben.
Etwas Fett oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, darin Speck und Zwiebeln kross braten und über die Kartoffelschnittchen gießen.
Jeder erhielt eine Gabel, wir haben alle aus einer Schüssel gegessen. Dazu gabs Buttermilch.
Meine Omi nannte es Brachunki???!!! oder so ähnlich.
War total  :sabber:

So kompliziert hat das meine Großmutter nicht hergestellt, aber einen ähnlichen Teig zurechtgemacht und den dann zwischen 2 Händen plattgedrückt auf die heiße Herdplatte gegeben, das hieß dann fertiggebacken "Kartoffelplätzchen".
Das Ganze wurde so kross von 2 Seiten gebraten, daß man diese so recht stabilen
Teigfladen mit den Fingern so von der Platte aufnehmen und in die Stippe tunken konnte.

Auf die Stippe kam es an: Meist mit Kräutern und je nach Zuteilung mit mehr oder weniger Mehl und Milch.
Manchmal gab es Hasenbraten dazu.

Achtenswert war in jedem Fall das Blankputzen der Herdplatten nach solchem Mahl.
Wenn man bedenkt, daß man damals noch mit Kohleherd und Herdringen arbeitete!

Bearbeitet von Cuniculus am 29.09.2011 02:19:28

Speck-Stippe: Speck und Zwiebeln wurden gebraten, die Pfanne kam auf den Tisch, und alle haben ihre Pellkartoffeln darin "gestipt" und versucht, ordentlich von Speck und Zwiebeln mitzubekommen.
Ganz selten gab es dazu noch Butter (öfter Margarine), wovon man etwas auf die Kartoffeln schmierte (dann ohne Stippe) und etwas Salz draufstreute.
War lecker :sabber:


"Not macht erfinderisch" - das kann man hier deutlich nachlesen. Auf Hefeflocken als Leberwurstaroma, oder Margarine - und Sahne-Ersatz, und soviel andere Kunstgriffe... wäre ich nie gekommen.

Das sind tolle Ideen (abgesehen von der Milchsuppe :hilfe: . Als ich erfuhr, dass das bei den meisten Familien bis weit nach dem Krieg tägliches Essen war, sogar schon zum Frühstück, aus dem Gemeinschaftstopf gelöffelt, war ich erstmal dankbar, dass es die bei uns zumindest nicht täglich gab).

Wir waren viele Kinder, das Geld war mehr als knapp, und unsere Mutter musste es immer schaffen, uns Kinder mit Gerichten aus einfachen Zutaten sattzumachen. Heute noch kann ich wütend werden, wenn jemand beim Essen mäkelt, dass das Fleisch einen Fettrand hat und den großzügig wegschneidet... oder den größten Teil der Beilagen verschmäht.

Bei uns gab es oft "Zwirl" - das sind gekochte Kartoffeln, zerdrückt, mit Mehl vermischt, die Masse zwischen den Händen fein zerrieben und im heissen Fett herausgebraten, von weich bis tiefbraun.
Dazu saure Milch :hilfe: oder Kopfsalat oder Apfelmus oder Sauerkraut...
Vorsicht, der Zwirl sättigt ungemein!


Milchsuppe gab es in der Firma, wo mein Vater arbeitete, in der Kantine zum Frühstück. Ein großer Topf stand dort, und wer mochte, hat sich welche in einen Teller gekellt, kostenlos! Das war Mitte der 70er Jahre.


Kennt jemand "Erbswurst" ?

Gab es in meiner Kindheit in Grün und Gelb, wie die Erbsen halt... Ist ein Pulver, das in Wasser gekocht und und so eine breiige Suppe ergab. Dazu heiße Fleischwurst, fetttriefend... Wir haben´s gegessen, aber einen zweiten Teller haben wir nicht verlangt. Dies war oft so ein Samstags-Gericht, wenn Mutter Großkampftag hatte. Diskutieren konnten wir an solchen Tagen nicht groß mit ihr, deshalb Augen zu und durch... :blink:


Zitat (horizon @ 29.09.2011 11:31:10)
Kennt jemand "Erbswurst" ?


Lecker :P
Ich mag sie heute noch aber mit gerösteten Weißbrot-Würfeln :sabber:

Bei uns war das auch ein Samstag-Essen, es kamen knuspig gebratene Speckwürfel drüber.
Auch mehr Augen zu und durch....aber es gab schlimmeres.


Zitat (horizon @ 29.09.2011 11:31:10)
Kennt jemand "Erbswurst" ?

:wacko: yep, diese Suppe kenne ich auch... komischerweise hatte ich an solchen Tagen meist keinen großen Hunger... :pfeifen:

gab's bei uns aber zum Glück nicht allzu oft...