Kraftstoff: Was macht Sinn beim Autokauf?


Hallo, ich muss mich leider demnächst von meinem Auto trennen, da es warscheinlich (eigentlich 100%ig) nicht mehr durch denTüv kommt. :(

Nun stellt sich die Frage, was für ein Auto nehme ich jetzt.

Viele Bekannte raten mir zu einem "Gasauto". Andere sagen wiederrum das macht den Motor kaputt, weil die Umgerüsteten dafür nicht ausgelegt sind.

Was stimmt jetzt? Wenn Gas, welches? Erdgas oder LPG Autogas?

Macht Gas überhaupt Sinn, oder ist Benzin/Diesel für mich besser?

Ich fahre eigentlich jeden (Arbeits-) Tag ca. 25km einfache Fahrt!

Über Ratschläge würde ich mich freuen!


Von umgerüsteten Fahrzeugen würde ich wirklich warnen, da es riesen Unterschiede in Qualität und Ausführung gibt, die als Laie nicht oder sehr schwer erkennbar sind. Und es ist wirklich so, daß viele Motoren dafür nicht wirklich gut geeignet sind. Mit generell für CNG ausgelegten Motoren haben wir dafür eigentlich recht gute Erfahrungen was die Haltbarkeit angeht, gemacht. Negativ ist halt hauptsächlich die mangelnde Leistung, der hohe Verbrauch sowie eine sehr geringe Reichweite (beim V* Ca**y zum Beispiel 340-380 km) dafür ist das Tankstellennetz recht gut. Weiterhin zu beachten ist, daß die Gasqualität regional sehr unterschiedlich ist (High-Gas und Low-Gas) was diesen Effekt weiter erhöht.
Diese Nachteile hat LPG nicht so ausgeprägt, dafür ist zumindest bei uns das Tankstellennetz sehr dünn. Das ist in anderen Ländern ganz anders.
Weiterhin muß man bedenken, daß die Steuersubvention nicht ewig gilt, und daß mit einem Preisverfall des Fahrzeugs zu rechnen ist, was den Sparvorteil evtl. drastisch reduziert.
Bei Dieselfahrzeugen gilt ähnliches, noch ist unklar, wie sich die Umweltgesetze in den nächsten Jahren ändern in Bezug auf Partikelfilter etc. Bei serienmäßigen Systemen sehe ich da weniger ein Risiko als bei den Nachrüstsystemen, da ihr Wirkungsgrad oft sehr gering ist und evtl. in Zukunft doch höher besteuert werden könnte oder später mit ähnlichen Fahrverboten belegt werden könnte, wie heute Fahrzeuge ganz ohne.
Dafür ist der Verbrauchsvorteil gegenüber einem Benzinfahrzeug heute nicht ganz unerheblich, da bei diesen technisch kaum noch Sparpotential besteht.
Also, einen allgemeingültigen Tip kann man kaum abgeben. Vielmehr würde ich das vor allem von der Infrastruktur deiner Region und deinem Fahrstil/ Gewohnheit abhängig machen.


Dieser Umrechner könnte dir vielleicht noch zusätzlich helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Die Tabelle is gut!

Fährt einer von euch mit Gas und kann etwas dazu sagen?

Gibt es Marken von Gasanlagen die ihr von vornherrein ablehnen würdet weil überwiegend schlechte Erfahrungen damit gemacht worden sind?


Fahre auf jeden Fall zu einem Experten in Deiner NÄHE, da die Gasanlagen später nachkalibriert werden müssen bzw. die Kennfelder im Steuergerät angepaßt. Das ist natürlich schwierig, wenn eine Anlage in Polen eingebaut wurde...
Achte auch darauf, daß man beim Nachrüsten VORHER alle Papiere zum Eintragen bekommt. Habe gehört, daß einige Importeure Anlagen verkaufen, die bivalent laufen, also eine bestimmte Menge Benzin dazu einspritzen und nicht nur beim Start. Das ist in Deutschland verboten und bekommt man nicht eingetragen.


Ich dachte zum Starten brauchen die Motoren alle Benzin und die würden dann später auf Gas umstellen. Das meinst du nicht mit bivalent, oder?


Was heißt eigentlich
bivalent oder monovalent?

Die beiden Begriffe tauchen im Zusammenhang mit Auto- und Erdgasfahrzeugen auf. Diese werden in zwei Ausführungen angeboten: bivalent und monovalent.

Bivalente Fahrzeuge können sowohl mit Auto- oder Erdgas als auch mit Benzin fahren. Das heißt, es kann jederzeit von Gas- auf Benzinbetrieb umgeschaltet werden - entweder automatisch oder per Knopfdruck. Die Reichweite des Fahrzeugs ist durchaus mit der eines konventionellen Pkw vergleichbar. Leistungsunterschiede beim Fahrzeugantrieb sind kaum spürbar.

Monovalente Fahrzeuge werden nur mit Auto- oder Erdgas betrieben oder haben in der Regel einen Nottank für 14 Liter Benzin - im Falle eines Falles gewährt diese Reserve eine zusätzliche Reichweite von rund 150 Kilometern. Dieser "Fall" tritt eben dann ein, wenn keine Auto- oder Erdgastankstelle in Sicht ist.
Doch durch das stetig steigende Interesse an den Kraftstoffalternativen gibt es bereits heute in Deutschland rund 800 Erdgas- und fast 4.000 Autogastankstellen.

Die deutsche Gaswirtschaft engagiert sich auch weiterhin in hohem Maße für den Ausbau der Tankstellennetze und forciert die alternativen Gastreibstoffe flächendeckend zur Verfügung zu stellen.

Quelle :pfeifen:


Wenn das stimmt was Flöckchen über bivalent sagt, dann stimmt Gerrit's Aussage nicht, da ein Kumpel von mir so ein Auto hat, wo er umschalten kann und die Anlage ist eingetragen...


Jedes hier zugelassene Fahrzeug, daß mit CNG fährt, kann generell auch mit Benzin betrieben werden, da es mit Benzin gestartet wird und theoretisch auch nur mit Benzin gefahren werden kann.
Nein, das meinte ich nicht. Das ist auch nicht in dem Sinne mit "bivalent" gemeint, sondern daß beide Kraftstoffarten gleichzeitig in den Brennraum gespritzt bzw. bei Gas geblasen werden. Dies ist eine zeitweise gerne einprogrammierte Methode, den eklatanten Leistungsverlust von Gasfahrzeugen zu komprimieren. Und das gleichzeitige Einbringen von verschiedenen Kraftstoffen (bis auf die Ausnahme von sehr geringer Beimischung von Superkraftstoff zu Diesel) ist bei uns verboten.


Zitat (Flöckchen @ 07.01.2009 - 07:31:16)

. Die Reichweite des Fahrzeugs ist durchaus mit der eines konventionellen Pkw vergleichbar. Leistungsunterschiede beim Fahrzeugantrieb sind kaum spürbar.




Das kommt ganz auf die Tankgröße an. Bei den deutschen großen Herstellern sieht das leider ganz anders aus, nämlich daß die Reichweite für viele Einsatzbereiche halt nicht ausreicht, da die meisten CNG Fahrzeuge halt "modifizierte" Benzin-Serienfahrzeuge sind, wo die Hersteller mit sehr geringem Änderungsaufwand noch einen Gastank untergebracht hat, der halt bei gleichen Außenmaßen ein sehr viel geringeres Volumen als ein Benzintank aufweist.
Die geringere Leistung macht sich im Stadtverkehr durch einen höheren Verbrauch sowie auf der Autobahn durch mangelnde Leistung sehr wohl bemerkbar, besonders wenn man den Selben Motor sonst als regulären Benziner gefahren hat. Allerdings ist der Effekt wie gesagt bein uns im Norden aufgrund der schlechteren Gasqualität (Energiedichte) deutlicher Spürbar.


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