Tapezieren in einem alten Haus: keine rechten Winkel am Boden und Decke


Wohne seit einiger Zeit in einem über 500 Jahre alten Haus. Nun soll meine Wohnung tapeziert werden. Leider sind in so einem alten Haus rechte Winkel am Boden/ Decke und in den Ecken ein Fremdwort. :heul: :heul: :heul:

Wie fängt man mit der ersten Bahn richtig an bzw. wie gleicht man solche krummen Geschichten in den Ecken richtig aus ohne dass man einen Nervenzusammenbruch bekommt. Hab leider noch keine Erfahrungen mit tapezieren. :ph34r: :ph34r:

Grüßlis vom Bär :blumen:


:trösten: sooo schlimm ist es gar nicht (ok, ich kann's auch nur in der Theorie, aber vielleicht hilft es Dir ja)

Also, ich würde irgendwo in einer - möglichst graden - Ecke oder an einer Tür anfangen, mit einem Lot von der Decke bis zum Boden eine gerade Linie ziehen und dort mit der ersten Tapetenbahn anfangen. Somit hast Du schon mal einen graden Anfang. In den "krummen" Ecken immer so planen, daß sich die Bahnen ein Stück überschneiden (auf der kompletten Höhe), dann mit einem - wirklich - scharfen Tapetenmesser knapp rechts oder links der Ecke von oben nach unten beide Lagen durchschneiden, am besten mit einem großen Metalllineal. Danach die jeweils überstehenden Enden abziehen, so hast Du einen glatten Übergang. Dabei ist aber ganz wichtig, daß die Tapeten vorher nicht zu stark gezogen wurden (sie ziehen sich beim trocknen noch etwas zusammen, dann könnte ein kleiner Spalt entstehen). Am einfachsten zu verlegen sind Tapeten, bei denen die Wand eingekleistert wird und nicht die Tapete. Ansonsten immer ein paar Bahnen vorschneiden, einkleistern, "zuklappen" und etwas einweichen lassen. Dann alle an die Wände und wieder von vorne anfangen, bis das Zimmer fertig ist.

Als Länge der Tapetenbahnen immer die Zimmerhöhe plus 1-2 cm nehmen, wenn auch Decke/Boden sehr schief sind, lieber etwas mehr nehmen, und mit scharfem Messer und Lineal direkt an der Decke/am Boden abschneiden. Falls Du am Fußboden diese Fußleisten hast, muß es dort beim kleben nicht ganz genau bis an den Boden passen, das verdeckt dann die Leiste. Ich habe an der Decke auch so Styroporleisten, die bei mir den nicht ganz so gelungenen Schnitt verdecken :P


Toi toi toi, ich bin froh, daß bei mir mein Paps die Wände tapeziert hat, ich bekomme das nämlich in der Praxis NIE gerade hin... :ph34r:

Bearbeitet von Binefant am 31.01.2012 14:01:19


Der Pate von meinem Kleinen hat alle Wände mit Edelputz oder flüssiger Raufaser versehen, das Tapezieren in so ner ollen Hütte ist ein Alptraum.
Vielleicht ist das ja ne Alternative für dich.


nachdem ich mir diese "strafe" einmal freiwillig angetan hab, kann ich dir nur zu pumukels vorschlag raten. es sei denn, du bist mit extrem viel geduld und dem talent zur "fummelei" ausgestattet..... :augenzwinkern:


Zwischenfrage @Knuddelbärchen: Wie sieht denn der zu tapezierende Untergrund aus? Sprich: Woraus besteht er? Sind da eventuell noch Fachwerk-Balken sichtbar?

Ich frage aus folgendem Grund: Wenn Du Pech hast und es handelt sich um ein Fachwerkhaus - was zum Alter des Hauses passen würde - liegt es nahe, dass der Putz an der Wand einen hohen Anteil an Sand aufweist. Das heißt im Umkehrschluss: Darauf hält keine Tapete vernünftig, weil der Untergrund zu porös ist. Der saugt jede Flüssigkeit - und sei es auch nur Tapetenkleister - gnadenlos auf. Ohne vorher mit Tiefengrund drübergestrichen zu haben, brauchst Du mit dem Kleben von Papier an der Wand erst gar nicht anfangen. Das kommt Dir über kurz oder lang ohnehin wieder entgegen. Sprich, es löst sich wieder ab.

Andere Frage: Wieso soll neu tapeziert werden? Sind die alten Tapeten - so welche an der Wand sind - nicht überstreichbar? Weitere Anmerkung: Wenn bereits Tapeten an der Wand sind: Willst Du die vorher ablösen oder einfach drüber tapezieren? Beim Ablösen von alten Tapeten ist immer Vorsicht geboten: Der Untergrund - sprich der Verputz - könnte ebenfalls mitkommen. Dann haste den Salat.

Nun weiß ich nicht, ob und wieviele Lagen Tapete bereits an der Wand sind. Wenn mehrere Lagen Tapete dran sind, nehmen die beim Entfernen erfahrungsgemäß Einiges an Verputz mit sich. Denn alte Tapetenlagen haben die Angewohnheit, sich fest miteinander zu verbinden.

Wenn es nicht unbedingt Tapete sein muss, dann hat eine "nackte" Wand durchaus auch ihre Reize. Ich spreche aus Erfahrung. Meine Wohnung - etwa 450 Jahre jünger - übernahm ich mit abgelösten Tapeten und tapezierter, frisch gestrichener Decke. Dann spendierte ich erstmal eine Runde Tiefengrund und weißelte sämtliche Wände, um dann mit einem großen Schwamm alle Zimmer in unterschiedlichen Farbtönen zu wischen. Hat seine Reize, wenn man es mag.

Insofern finde ich den Vorschlag von @Pumukel durchaus überdenkenswert.

Grüßle,

Egeria


Versuch Nr.2, nachdem gestern mein ganzer Text im Nirwana verschwand...

Wir sind letztes Jahr auch in ein altes Haus gezogen, keine 500 Jahre alt, aber genauso schief.

Ich habe es so gemacht: An einem Türrahmen angefangen (die sind ja selbst in alten Häusern grade), eine Wasserwaage längs an den Türrahmen angelegt und bis zur Decke hoch einen Srich gezogen. Dann hast Du schon mal eine grade Bahn, an der Du Dich orientieren kannst. Soweit ist das alles noch wie bei graden Wänden. :D
Und nun: Augen zu und durch. Jede weitere Bahn oben an der Decke anlegen, bis die Tapete die Wand bis zur Decke "abdeckt", dass was übersteht abschneiden.
Ich habe mir dann mal Tapeten geholt, die direkt an die Wand kommen, sprich: Du schmierst die Wand ordentlich mit Kleister ein, Rolle auf den Boden und dann wird die Bahn einfach direkt von der Rolle hochgezogen und an die Wand gepappt und danach erst abgeschnitten. Geht nicht wesentlich schneller als der klassische Weg (was ich ja erst dachte), aber Du ersparst Dir das elende Abmessen (was bei schiefen Wänden gaaanz schnell zum Tobsuchtsanfall führen kann!!), zusvchneiden, einkleistern und die Einweichzeit.
Ist außerdem für Anfänger sicher die einfachere Variante.
Ich wünsche Dir viel Glück uns Spaß (kann es nämlich durchaus machen) :wub:


Zitat (Pumukel77 @ 31.01.2012 19:18:42)
Der Pate von meinem Kleinen hat alle Wände mit Edelputz oder flüssiger Raufaser versehen, das Tapezieren in so ner ollen Hütte ist ein Alptraum.
Vielleicht ist das ja ne Alternative für dich.

An Edelputz dachte ich auch schon. Aber will keine Unsummen reinstecken, da wir hier nicht lange wohnen bleiben werden. Wohnung ist fast zu klein für uns zwei. <_<

@ Egeria

Ich antworte im Telegrammstil:

Der Untergrund ist fest, löst sich nix. Der Untergrund ist neueren Datums. Ja, man müsste wohl mit Tiefengrund erst drüber.
Die alten Tapeten sind schon runter, war ne Popelei, weil eben nicht mit Tiefengrund vorgearbeitet wurde und weil es zum Teil mehrere Lagen Tapeten waren, die auch mehrfach überstrichen waren. Erneutes übertreichen war nicht möglich. Die alte Farbschicht löste sich ab.

Tapeten müssen sein, da die Wände nicht schön glatt sind. Ca. 10000000000000 ausgebesserte Dübellöcher und feine Risse, weil solche alten Wände halt eben zum Teil mit Balken sind und diese halt immer arbeiten, auch nach über 500 Jahren. Es werden profane Rauhfaser werden.



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