Celluloid-Puppen Bemalung ausbessern


Hallo zusammen,

vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben? Ich habe einige alte Celluloid-Puppen, die Farbabrieb besonders an den gemalten Haaren haben und auch an den Nasenspitzen. Ich würde das gern selbst ausbessern, weil ein Puppendoktor ja doch sehr teuer ist....Ich habe das Internet durchforstet und nix gefunden, außer den Hinweis auf ein Celluloid-Reparaturset, was ich aber auch nirgends finden kann....auch nicht auf der bekannten Seite mit E....weiß jemand wo ich das her bekomme und wie es genau heißt?

Ich wüßte gern, welche Art von Farben man benutzen kann, die Info: Hobby-Mattlack aus dem Bereich Modellbau, habe ich schon aus einem einschlägigen Buch...gibt es eine genauere Bezeichnung?

Ich wäre für Tipps und Ratschläge sehr dankbar..

Beste Grüße
Eva


Erstmal herzlich willkommen bei den Muttis @Eva.

Sicherlich hast Du konkrete Fragen, die ich Dir mangels Erfahrung jedoch nicht beantworten kann. Vielleicht solltest Du Dich in einem Puppen-Forum registrieren und Dich dort mit anderen Puppen-Begeisterten austauschen. Habe für Dich mal den Gockel gefragt und dieses hat er mir ausgespuckt: http://www.reinhard-buerck.de/waltraud_sch...dolls/index.htm Das scheint mir eine nicht-kommerzielle Website zu sein.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria


schau mal

sicherheitshalber schaue auch hier mal rein
hier gleiche seite da haben sie über das bemalen geschrieben.

nun öffne dieses PDF und lese dir die Seite 66 mal durch. da geht es um die Färbung nach der Herstellung.
bestimmt wirst du noch andere Sachen herraus lesen.
ich habe nun keine Lust mehr :wub: :P

ich hoffe ich habe dir damit helfen können :wub:

Auch ich habe eine 55 J. alte Babypuppe, noch von mir. Der Kopf ist noch aus Celluloid. Leider ist im Laufe der Jahrzehnte die Hautfarbe stellenweise verschwunden. Möchte die Puppe neu bemalen oder besprühen. Wer weiß, wo man eine solche Farbe bekommt.


@pedogo55: Habe folgenden Hinweis im Internet "aufgelesen" im wahrsten Sinne. ;)

Zum Beheben von einfachen Beschädigungen gibt es heute im Handel vorgefertigte Reparatursets für Materialien aller Art zu kaufen. Jedoch ist auch hierbei etwas Erfahrung gefragt, damit das Ergebnis entsprechend ausfällt.

Bei sehr alten und wertvollen Puppen sollten Sie dagegen ohne einen entsprechend großen Erfahrungsschatz nicht selbst Hand anlegen. Hier ist es besser, einen professionellen Puppenrestaurator beziehungsweise die Dienste einer Puppenklinik in Anspruch zu nehmen. Dort arbeiten in der Regel absolute Experten, die über jahrelange Berufserfahrung verfügen und auch aussichtslose Fälle „heilen“ können.

Wenn dir hier im Forum die Antworten von Juli 2012 nicht weiterbringen, versuch doch dein Glück sonst in einem Laden für Bastelzubehör, in dem auch Puppen zum selbermachen angeboten werden. Vielleicht kann man dir dort weiterhelfen. Ich habe auch eine fast gleichaltrige Schildkrötpuppe mit einem Celluloidkopf. Die Farbe ist da zwar noch völlig in Takt, jedoch ist bei ihr ein Beinchen eingedrückt. Das kostet zum erneuern mehr, als die Puppe damals gekostet hat. :(

Wünsche dir viel Erfolg mit deiner Babypuppe. :blumen:


Celluloid ist ein Material, welches aus Nitrocellulose und Campher hergestellt wurde. Historische Celluloidpuppen können mit NC-Lacken bemalt werden, da sich die Farbe direkt und dauerhaft mit dem Untermaterial verbindet.

Doch jetzt stellt sich die Frage, ob es wirklich Celluloid ist.

Wenn ja, dann dürfen die einschlägigen Sicherheitsvorschriften nicht außer Acht gelassen werden.
Eine alte Celluloidpuppe ist, obwohl sie süß und harmlos aussieht, nichts für die heimische Schrankwand oder das Sofa!
Jedem der damit umgeht, muss klar sein, dass er einen unberechenbaren je nach Zersetzungsgrad sogar möglicherweise selbstentzündlichen explosiven Stoff in den Händen hält.
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich um Nitrocellulose. Nitrocellulose ist hochexplosiv, zersetzt sich mit der Zeit, wird im Laufe der Jahre immer empfindlicher gegenüber Reibung, Schlag und Temperatur. So können unter Umständen bei altem Celluloid bereits Temperaturen von 40 Grad Celsius ausreichen, um eine Selbstentzündung herbeizuführen.
Celluloid setzt sich unter großer Energiefreisetzung sehr schnell um. Die Lagerbestimmungen finden sich in der 2. Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Es ist ein Stoff der Lagergruppe Ia, also ein besonders gefährlicher sonstiger explosionsgefährlicher Stoff.
Auch beim Transport unterliegt solch eine Puppe dem ADR.
Kleinere Mengen dürfen in unbewohnten Räumen aufbewahrt werden. In Wohnräumen ist die Aufbewahrung generell unzulässig und strafbar. Sollen größere Mengen dieser Puppen aufbewahrt werden, so ist dies nur in temperaturkontrollierten, genehmigten Bunkeranlagen möglich. Es ist also die gleiche Problematik, die auch bei Celluloidfilmen (bekannt als Nitrofilm) besteht. Das Bundesarchiv verfügt über eine solche Bunkeranlage mit permanenter Kühlung. Diese wurde nach der spektakulären Explosion einer Lagerkammer mit Celluloidfilm in Koblenz in der Nähe von Berlin neu gebaut.

Hier ein älterer Beitrag:*** Link wurde entfernt ***

Daher rate ich dazu, Arbeiten an dieser Puppe nur von Menschen durchführen zu lassen, die entsprechendes Fachwissen im Umgang mit Celluloid haben und über Arbeitsstätten verfügen, die entsprechend sicherheitstechnisch ausgestattet sind.
Gerät eine solche Puppe in Brand, ist sie nicht zu löschen. In einem solchen Fall hilft nur noch wegrennen, wenn man es denn noch schafft......

Weitere Infos zu dem Thema kann man sicherlich bei der Bundesanstalt für Materialprüfung Fachbereich 2.2 bekommen.


Zitat (Schwartztechnik @ 20.12.2014 18:58:37)
Gerät eine solche Puppe in Brand, ist sie nicht zu löschen.  In einem solchen Fall hilft nur noch wegrennen, wenn man es denn noch schafft......

:D
Sind doch nur ein paar Gramm, die bei so einer Puppe abfackeln können (im Gegensatz zu einem Filmarchiv, wo die Masse in die Tonnen gehen dürfte).
Davonlaufen ist grundverkehrt! Das läßt man unter Beobachtung abbrennen. z.B. in Spüle, Badewanne, ... legen, damit nichts in der näheren Umgebung ist, was Feuer fangen könnte, und so nur die Puppe niederbrennt ;)

.. und natürlich sofort das Handy zücken, damit die Doku von der Hexenverbrennung auch später ge- und verteilt werden kann. ... :pfeifen:

Ich habe mal die Folgen eines Unfalls mit Nitrocellulose selbst gesehen. Die Menge war auch nicht mehr, als die einer größeren Puppe. Eine junge Frau, die in dem Raum saß, sieht jetzt im Gesicht und am Körper aus, wie ein verschrumpeltes Grillhähnchen. Bei der Explosion sind die Fenster und eine Feuerschutztür aus dem Raum rausgedrückt worden. Mit dem Zeug ist nicht zu spaßen. In einem Tischfeuerwerkskörper sind 0,1g. Und von Silvester weiß man, was da für eine Flamme rauskommt. Die Puppen sind der selbe Stoff, nur mit einigen Zusätzen. Die Firma Schildkröt ist auch schon in die Luft geflogen, bei der Herstellung der Puppen. Dann darf man auch die Katastrophe vor 100 Jahren in der Schweiz nicht vergessen, Dort explodierte eine Kammfabrik in Mümliswil. Wie geasagt, das war neues Material. Die Puppen sind jetzt alt und Zelluloid wird dann unberechenbar, kann sich möglicherweise je nach Zersetzungsgrad schon bei 38°C selbst entzünden. Ich selbst habe 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit explosivem Material und kann nur jedem raten, Hände weg von Zelluloid.



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