Warum ist Tom (Kater) nur nachts da?


Nachdem unser Prinzo Weihnachten gestorben ist, hatten wir nur noch unsere Lissy, die wir im November vorigen Jahres aus dem Tierheim geholt haben. Vor kurzem habe ich einen Bericht auf der Homepage unseres hiesigen Tierheims gelesen. Es war so, das 2 Katerchen bei ihrem Herrchen von klein auf gelebt hatten, bis dieser sehr krank wurde und wußte, dass er nicht mehr lange leben würde. Er bat seine Tochter sich dann um die beiden zu kümmern. Diese versprach auch, sich um Tom und Jerry zu kümmern. Nachdem das Herrchen verstorben war stand ein Umzug an. Tom wurde mitgenommen, Jerry zurückgelassen. Dieser stand nun vor verschlossener Tür. Herrchen weg, Tom weg, Zuhause weg. Er schlug sich ca. 1 Jahr alleine durch, bis ihn jemand krank und halb verhungert ins Tierheim brachte. Nach seiner Genesung wurde er vermittelt (leider aber auch wieder kürzlich abgegeben). Tom lebte in dieser Zeit eingesperrt und (wie man jetzt weiß) und hatte ein schlimmes Leben. Auch er kam dann (nachdem Jerry schon vermittelt war) ins Tierheim. Über Umwegen habe ich von seinem schlimmen Schicksal erfahren und habe mich im Tierheim gemeldet. Man sagte mir, Tom wäre ziemlich böse und ließe niemanden an sich ran Klar!! Wir haben ihn mitgenommen. Erst hat er sich versteckt. Am nächsten Tag hat er mittags aus der Hand gefressen und sich abends streicheln lassen. In der Nacht hat er die Katzenklappe demoliert und ist raus. Abends kam er wieder zum Fressen und Schlafen. Zwei Tage später saß er schon auf dem Schoß und schlief mit im Bett. Mit Lissy versteht er sich inzwischen auch gut. Aber....warum geht er morgens aus dem Haus und kommt erst abends wieder??? Wir haben ihn zwar jetzt erst 10 Tage und es ist ein kleines Wunder, dass er solches Vertrauen gefasst hat. Aber wir verstehen nicht, dass er sich doch hier wohlfühlt und trotzdem tagsüber nicht hier leben will. Er hält sich beim Nachbarn in der Scheune auf und wenn ich ihn rufe, kommt er auch und geht mit. Kurz darauf geht er wieder -bei dieser Kälte-. Wir verstehen es nicht. Allerdings haben wir sowie das Gefühl, dass man ihn immer bitten muß, auf den Schoß oder ins Bett zu kommen, da er sich sonst gerne in ein Zimmer im Haus zurückzieht. Wovor hat er Angst? Er muß doch merken, dass er es hier besser hat. Ist er traumatisierter als es scheint? Muß man nur Geduld haben? Wer hat ähnliches erlebt? Ich wäre sehr dankbar für jeden Rat.


Nun ja, eigentlich sollte man Katzen die gerade frisch "zugezogen" sind die ersten Wochen im Haus lassen. Da er die Katzenklappe ruiniert hat ist das ja nu nicht möglich.
Lass den armen Kerl erst mal mit euch "warm" werden. Das kann dauern, passiert vllt nie. Katzen müssen erst mal Vertrauen fassen und lernen, dass sie auch von sich aus zu einem kommen können.
Gib ihm Zeit. Bei unserem ersten "Wildfang-Kater" hat das ein gutes halbes Jahr gedauert. Das wird schon.


Wir haben auch so einen "wilden" Kater, der noch nie unser Haus betreten hat. Niemand weiß, wo er herkommt.

"Speed" ist inzwischen seit vier Jahren bei uns, läßt sich mittlerweile von uns streicheln und schläft im Sommer mal auf der Gartenbank, ansonsten ist unser Pferdestall bzw. der Heuboden sein Domizil.


:( Ich habe wohl vergessen zu erwähnen, dass die Katzenklappe selbstverständlich geschlossen war. Aber der Drang nach draussen war wohl nach langer "Gefängniszeit" zu groß.


Unsere Kätzin ist ja sehr, sehr häuslich. Treibt sich fast nur bei uns im Garten und in Nachbars Garten rum. Weiter geht sie nie, auch im Sommer nicht.

Der Kater, den wir davor hatten, war zwar kastriert, aber fast nie zuhause. Er wurde so erzogen, dass er abends reinkam, Futter bekam, die Nacht im Haus verbringen musste und morgens, nach seinem Frühstück, wieder tun und lassen konnte, was er wollte. Den ganzen Tag war er unterwegs, bis zum Abend. Nach seinem Tod erfuhren wir so nach und nach, wo er überall war bzw. sich durchfutterte.

Ihr habt Euren Kater erst 10 Tage. Ich finde es schon mal toll, dass er weiß, wo er hingehört. Denn er findet (freiwillig) heim. Er scheint Vertrauen zu Euch gefasst zu haben. Aber es gibt solche (Schmuse-)Katzen und solche (Kratz-)Katzen. Gib ihm Zeit.

Kater müssen auch erstmal ihr Revier abstecken.


:rolleyes: Ja, das ist bei unserer Katze auch so, sie ist ein großer Mäusefänger aber sie ist auch nur bei uns im Garten oder auf einer der großen Wiesen ringsum. Sie genießt es sehr, da sie vorher eine Wohnungskatze war. Aber im Alter von 3 Jahren kann man das ja noch ändern. Nachts ist sie immer im Bett und will dann auch garnicht raus. Tom hat sich gestern das erstemal schon um 16.oo Uhr zuhause gezeigt. Ich war richtig glücklich. Nach ausgiebigem Schmusen und Fressen hat er sich aber schlafen gelegt, er war ziemlich ko. Ist dann aber wie immer morgens wieder auf Tour gegangen.


Es ist schön, dass Du Tom ein neues Zuhause gegeben hast :wub:
Gib ihm Zeit, wie Du siehst wird es ja auch besser.
Weißt Du, was aus Jerry geworden ist?
Diese Geschichte macht mich ganz unglücklich, immer wieder entzetzlich, zu was Menschen fähig sein können :labern:


Bei uns ist es genau umgekehrt: wir haben eigentlich offiziell gar kein Haustier, aber vor ein paar Jahren hat eine ehemalige Nachbarin ihren Kater einfach "dagelassen" (er ließ sich nicht anfassen und einfangen, war ihre Begründung).

Dieser Kater liegt nun schon seit Jahren bei uns auf dem Sofa oder an anderen bequemen, molligen Stellen, hat hier eine eigene Bürste, eine Trinkschale und seit neuestem auch einen Futternapf. Er ließ sich schon immer gerne von uns streicheln und klettert nach Bedarf bei irgendeinem Familienmitglied auf den Schoß etc.

Futter holt er sich bei diversen Menschen ab, die auch Katzen haben und sich immer über einen Besuch von ihm freuen.

Abends verlässt er aber meistens freiwillig das Haus und geht - wohin auch immer - um dort die Nacht zu verbringen.

Was ich damit sagen will: Es gibt durchaus Katzen, die mehrere Menschen "zu ihrem Personal zählen" ;) vielleicht hat er ja auch nur so ein ausgedehntes Revier und "versorgt" mehrere Menschen mit seiner Gegenwart. Er muss nicht unbedingt traumatisiert sein, möglicherweise ist er einfach zufrieden so und hat einen großen Freiheitsdrang und Willen zur Unabhängigkeit.


Ich weiß nur, dass er jetzt wieder im Tierheim ist und das ist sehr schlimm, nachdem was er schon alles mitgemacht hat. Aber ich trau mich auch jetzt nicht, ihn auch zu nehmen. Ich bin froh, dass unsere Lissy nicht mehr faucht und sie sich zumindest akzeptieren. Manchmal sehe ich sie Nase an Nase und sie haben sich auc schon zusammen auf dem Boden mit ihren Schmusekissen gewälzt. Hoffentlich kommt Jerry bald zu Menschen, die verantwortungsbewußt sind und sich auch ein wenig Mühe geben. Es lohnt sich immer! Was ist das für ein Glücksgefühl wenn Tom sich auf dem Kopfkissen an mein Gesicht kuschelt! :wub:


:heul: Es ist wirklich schlimm, zu hören wie viele Menschen ihre Tiere einfach im Stich lassen. Ich frage mich immer, wie man damit einfach so weiterleben kann. Diese Menschen haben die Liebe dieser Tiere einfach nicht verdient und wissen nichts von dem herrlichen Gefühl einem Tier ein schönes Zuhause zu geben und von ihnen geliebt zu werden. Tom habe ich heute mittag aus seiner Scheune gelockt. Er ist bei Fuß mit nach Hause gegangen. Hat geschmust, sich vollgefressen, kurz alle Zimmer inspiziert, Lissy begrüßt und ist wieder gegangen. Jetzt warte ich wieder auf ihn, wäre so seine Zeit.



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