Was bastelten Kinder in den 60er Jahren?


Wir wollen in der Grundschule bei der 50jahres-Feier einen Basteltisch aufstellen, wo die Kinder Sachen basteln können,die schon vor 50 Jahren gebastelt wurden. Weiß jemand ne schöne Idee? Die Sachen müßten schnell und einfach zu basteln sein. Danke im voraus!
Piechi


Spontan fällt mir ein ein "Fangbecher", ein gefaltetes Blatt in Becherform, mit einem Stück Schnur wird eine Holzperle dran gebunden die man dann hochwirft und mit dem Becher versucht zu fangen.


Grad mal geschaut, heißt schlicht Fangbecher und google spuckt jede Menge Anleitungen aus.


diese Wollkugeln.. bunt oder gelb mit Schnäbelchen also Pmpoms.. wie für die Sektflaschenumhäckelpudel..


wir haben immer Streichholzschachteln genommen - Streichhölzer raus, in den Schieber eine Uhr gemalt und an die Schmalseite des Schiebers mit Wolle zwei Holzperlen geknüpft (als Gewichte). Weiß gar nicht, warum mir das so anschaulich in Erinnerung geblieben ist... Und dann Bildchen aus diesen Bügelperlen gesteckt und gebügelt...


Kariertes Papier nehmen, jedes Kästchen in einer anderen Farbe (oder abwechselnd) ausmalen.- Eine kleine Glasscheibe (etwa von einem Bilderrahmen) mit schwarzer Farbe bemalen, und dann Blumen o.ä. auskratzen.
Dahinter kommt das bunte Papier.- UND kann auch als Bild in den leeren Rahmen eingesetzt werden.- Ich habe so ein Ding immer noch irgendwo rumliegen.


Holz-Wäscheklammern (gibts die überhaupt noch???) nehmen und die Metallfeder rausmachen, dann die glatten Holz- Rückseiten aneinander kleben. Dazwischen (wo die kleine runde Aussparung für die Metallfeder war) einen Zahnstocher, den man mit farbigem Papier beklebt, das dann wie ein Segel aussieht - voila, ein kleines Holzbott. Die wurden mit Nähfaden dann an biegsame Metallstücke gehängt, als Mobile.


Google mal "Himmel und Hölle basteln". Drei Effekte:Basteln, malen, spielen. :D


Oder eine Schleuderbiene basteln, die richtige Geräusche macht beim Schleudern.

Guckst Du hier.

Gruß

Highlander

Bearbeitet von Highlander am 01.05.2014 10:23:20


Gibt es solche "halbe Holzklammern" nicht in Bastelläden? - Meine, mich an so was zu erinnern.
Beispiel: Kleinen Spiegel damit "einrahmen" durch aufkleben. Geht auch mit runden, aber nur mit relativ großen.

Für ganz Kleine: Papierketten basteln, indem man bunte Papierstreifen immer durch den vorigen Ring führt und dann zuklebt. Oder ist das nicht spezifisch für die 60er?
Wir haben damit u.a. Geburtstagsketten gemacht.


Ich hatte Puppen auf Papierbögen u. passende Kleider auf Papierbögen.
DIESE wurden ausgeschnitten und dann wurden die Kleider mit den kleinen "Umklappschnippseln" an die ausgeschnittenen Papierpuppen angepasst.


Hach, ich habe sie geliebt.... in den 60ern
Jetzt wieder, wenn ich daran denke! :wub:


Stimmt!!
Und wir haben dann auch noch selbst Kleider dazu "entworfen". :D


Als Kind habe ich leidenschaftlich gerne geflochten und zwar ganz einfache Untersetzer oder "matjes" haben wir dazu gesagt (kleine Matten)
Nicht gemeint ist das Flechten wie ein Zopf sondern man legt schmale Streifen aus festem, buntem Papier in gleicher Breite und Länge vor sich der Länge nach neben einander auf den Tisch. Nacheinander nimmt man einen neuen Streifen und schiebt von rechts nach links immer einmal unterhalb und einmal oberhalb durch die Längsstreifen, die auf dem Tisch liegen. Anfangs verrutscht das ganze gern, aber wenn die erste Reihe mal liegt, ist es einfacher. In jeder Reihe schiebt man die Querstreifen immer versetzt zum vorigen Querstreifen, also lag der vorige Querstreifen unter dem Längsstreifen, so schiebt man den Querstreifen in der darauffolgenden Reihe oberhalb vom vorigen Längsstreifen durch. Also immer versetzt. Hoffe, es ist nachvollziebar. :rolleyes:
Wenn das Ganze die gewünschte Größe hat, biegt man die Ränder nacheinander nach hinten um und klebt sie fest, sodaß ein einheitliches Bild entsteht mit sauberen Rändern.
Apropos Bild, in der Mitte hatte ich auch mal ein Bild geklebt und war aus dem Flechtwerk ein Bilderrahmen entstanden. Erinnere mich daran, dass das mal ein Geschenk zum Muttertag war. :wub:


@ Backoefele:
geeenau, das war so eine Bastelarbeit. Ich hatte mich daran erinnert, wusste es aber nicht ordentlich zu beschreiben. Ich habe gefühlte 100te von diesen Matten geflochten. Es gab dazu auch einen flachen metallischen Schieber, an dessen Ende die Papierbahnen einklipst wurden! ( Meine arme Mutter, was hat sie nur mit diesen Prachtwerken meiner Kreativität angefangen? :D )

Ansonsten erinnere ich mich u.a. an Kastanienmännchen, aus Kastanie und Streichhölzern Figuren basteln.

Meine Großmutter hatte einen kleinen Ofen zum emaillieren, wir haben z.B. Broschen emailliert.

Häkeln und Stricken ( Strickliesel, aber aus diesen Würsten hinterher was nur halbwegs sinnvolles zu basteln war schwierig, kicher) war klar und das Ressort meiner Mutter.

Im Sommer haben wir Blüten gesammelt, gepresst, getrocknet, und die auf Papier geklebt, oder z.B. Lesezeichen beklebt, mit klarem Dekofix überzogen.
Im Herbst das selbe Spiel mit bunten Laubblättern.

Dann gab es noch "Fimo." Eine Knetmasse, - kennt heute bestimmt auch kein Mensch mehr - aus der wir Figuren gestaltet haben. Die wurden dann im Ofen gebacken und wurden dadurch fest.

Meine Großmutter war eine begnadete Handarbeiterin, und ist oft über meinen zwei linken Hände verzweifelt.
Okispitzen ( mit Schiffchen), sticken, Daunendecken nähen, Polster beziehen, etc. da war sie unschlagbar.

Laubsägearbeiten in dünnen Spanplatten, danach angemalt, war der Renner. ( SÄGE!!! Ich durfte mit einer Säge hantieren :D )

Mein Bruder bekam mal zu Weihnachten eine batteriebetriebene Styroporschneidemaschiene geschenkt. (Nix anderes, als ein Draht, der sich in einer Halterung erhitzt. ) Damit haben wir gerne Figuren ausge"schmolzen" dann mit "Plakafarbe" bemalt. ( Ich glaub, die gibts heute auch nicht mehr.... :huh: )

Die "Anziehpuppen" mit Papierkleidung kenne ich auch noch.

Und "Glitzerbildchen", die ich von meiner Großmutter geschenkt bekam. Ich habe sie zwar geliebt, aber deren Sinn nicht verstanden, ausser, dass ich sie aus dem Bogen ausgeschitten habe, mit einer stumpfen Kinderschere.

Vor Weihnachten haben wir Strohsterne gebastelt, Stroh erst wässern, danach pressen und trocknen, zuschneiden, mit rotem Garn in Sternform bringen. Die kamen dann an den Christbaum.

Boah, es gab noch soooo viel. Wie erwähnt war meine Großmutter der wirklich kreative Bastelmensch. :wub:
Und ich habe so gut es ging, eher schlecht, mitgehalten.


So viele wunderschöne Erinnerungen - ich komme ins Schwärmen. :wub:

Nur schade, dass sich "Piechi" (so hieß doch die TE?) gar nicht mehr meldet.
Sollten da wieder mal die Muttis "benutzt" worden sein? :unsure:


Gießharz.... Oder war das später? :unsure:

Im Moment ist es mir nicht sooo wichtig, ob die TE sich wieder meldet...

Andererseits:Die Frage wurde am 29.4 nachmittags gestellt. Vielleicht hat Piechi ein langes Wochenende.
Nee. das so Erinnerungen wachgerufen wurden, das hat doch auch was.

Übrigens: Einige dieser Sachen macht meine Tochter auch mit ihren Töchtern; ganz ausgestorben ist es sicher nicht.

BAckoefele: War das Flechten mit Rattan (pitriet)? Daraus haben wir Körbe geflochten. Puppenbettchen; ich habe noch ein Serviertablett ("theeblad") aus Triplex, das einen so geflochtenen Rand hat, ein Geschenk von meiner Tochter zu Weihnachten, irgendwann damals.

Da war ja auch was aus dieser Zeit.
War es eigentlich eher Mädchensache oder auch von JUngs?


Makramee... Ach Göttin! - Blumenhänger, Lampenschirme, Zeitschriftenhänger, Lesezeichen aus feinem Garn. Aus der DDR bekam ich mal eine hübshe Halskette aus beigem Garm mit mahonifarbenen Perlen. Aber das war wohl eher "Erwachsenenbasteln"... :D


Zitat (dahlie @ 02.05.2014 21:17:31)
BAckoefele: War das Flechten mit Rattan (pitriet)? Daraus haben wir Körbe geflochten. Puppenbettchen; ich habe  noch ein Serviertablett ("theeblad") aus Triplex, das einen so geflochtenen Rand hat, ein Geschenk von meiner Tochter zu Weihnachten, irgendwann damals.


:no: dahlie, ich habe damals nur mit den Papierstreifen geflochten .... ich hatte vor kurzem sogar noch ein Klassenbild aus der Grundschule in dementsprechendem "Bilderrahmen " in den Händen. B)

Hallo ihr alle!
Die TE meldet sich mal ;) (was heißt ´n das?) Wir waren mit den Kids `n bißchen unterwegs. Aber ich muß auch gestehn, daß ich kaum am Computer bin, nur wenn`s nottut. Bin auch zum ersten mal in einem Forum.
Aber he... wow, was für `ne Reaktion! Jetzt muß ich mich mal durcharbeiten und werd mit meinen Kindern mal so rumprobieren. Ich freu mich jedenfalls sehr über so viele Ideen! und sage ganz herzlich DANKESCHÖN!
Werd mich bestimmt wieder melden. Schön, daß ich ´n paar alte Erinnerungen wach gerufen hab. Machts gut alle miteinander.
Piechi


Wir haben Papier"perlen" für Halsketten gebastelt. Dabei wurde buntes Papier (Katologseiten) in lange Dreiecke geschnitten und dann von der dicken Seite her aufgewickelt (das gleiche System wie bei Schinkenhörnchen) und mit Kleister fixiert. Nach dem Trocknen kann man die Perlen auf einen Faden fädeln und als Kette benutzen. Wenn ich mich nicht ganz arg irre, hab ich im Netz auch schon mal eine Anleitung dazu gesehen.
Viel Erfolg bei der 50er Feier. :party:


Stimmt! Wir haben diese Perlen "Indianerschmuck" genannt, auf ein Stückchen Silberdraht aufgewickelt, die Enden umgebogen und in einander verhakt. :)


Ich habe gerne Untersetzer aus Bast gewebt.
Eine Pappscheibe mit beliebigem Radius ausschneiden, in den Rand Zacken schneiden(ungerade Zahl)
Dann mit dem Bast Kettfäden immer zur Kreismitte hin spannen.
Danach mit anderen Bastfäden auf der Scheibe im Kreis herum weben., Den Kreis nicht ganz ausfüllen, dann die Enden der Kettfäden abschneiden und vernähen.

Dann gab es Stoffmalstifte.( die waren so ähnlich wie Wachsmalkreide) damit konnte man ohne Kleckserei (was Mama hasste) weiße Shirts gestalten. Anschließend bügeln und die Farbe hielt auch nach vielen Waschmaschinenwäschen)

Perlenweben war auch nett. Dazu gab es spezielle röhrenförmige Porzellanperlen, mit denen man Untersetzer u.ä. weben konnte.

Bearbeitet von Fleur am 12.06.2014 11:33:37



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