Problem mit Sandsteinmauer: Wie kann ich Rieseln verhindern?


Hallo liebe Heimwerker und Fachleute,

beim Durchstöbern des weisen weltweiten Netzes bin ich über diese Seite gestolpert und da es hier ein spezielles Forum für Heimwerken und Technik gibt, habe ich mich spontan angemeldet und hoffe nun auf fachkundigen Rat bzw. Tipps.

Wie der Thread-Name schon vermuten lässt, beschäftige ich mich momentan mit dem Thema Sandstein. Hierzu habe ich zwei Probleme, die unmittelbar mit diesem Naturstoff zu tun haben.

1. Sandsteinmauer außen

Unser Haus steht auf bzw. in einer Stadtmauer, die aus Sandstein besteht. Das Problem hierbei ist, dass die ganze Zeit über ständig feiner Sand herabrieselt, der dann auf unserer Terrasse landet. Ich mache mir nun Gedanken, dass sich durch das Absanden irgendwann die Stabilität der Mauer verändert. Da es sich um eine historische, extrem dicke Stadtmauer handelt, dürfen wir nicht so ohne weiteres Änderungen daran vornehmen, da dies die vorherige Genehmigung der Denkmalschutzbehörde erfordert. Auch darf an dem allgemeinen Bild der Mauer keine Änderung erfolgen, auch wenn sie nicht sehr ansehnlich aussieht, da die Vorbesitzer Backsteine eingefügt und teilweise irgendeinen schwarzen Anstrich aufgetragen haben. Durch das städtische Bauamt wurde mir mitgeteilt, dass es wohl möglich wäre, die Mauer mit einem Sandstrahler abzustrahlen, die Fugenmasse zu entfernen und neu zu verfugen, um das Rieseln zu stoppen. Ich bin jedoch skeptisch, dass dies das Absanden aufhalten würde, da ja der Sandstein selbst rieselt und nicht nur die Fugen. Außerdem müsste so etwas durch eine Fachfirma gemacht werden, die garantiert eine Stange Geld kostet. Nun habe ich im Netz gestöbert und bin dort auf verschiedene Imprägnierungs- und Versiegelungsmittel gestoßen, die auch für Sandstein geeignet sein sollen. Da Sandstein atmen muss, bin ich von Versiegelung nicht so sehr begeistert. Aber es soll Imprägnierungsmittel geben, die den Stein atmen lassen und dafür sorgen, dass von außen eindringendes Wasser abperlt.

Meine Frage ist jetzt: Verhindert eine solche Imprägnierung gleichzeitig, dass sich noch mehr Sandstein ablöst und herunterrieselt? Worauf müsste beim Auftragen geachtet werden bzw. sind hierzu Vorarbeiten notwendig? Kann man dies do-it-yourself machen oder wäre es besser, einen Fachmann damit zu beauftragen?



2. Sandsteinmauer innen

Hier besteht im Prinzip das gleiche Problem wie außen, jedoch handelt es sich hier um ein Stück Stadtmauer, dass in einen Treppenaufgang integriert ist und ins Haus hineinführt. Durch das an die Stadtmauer angebaute Treppenhaus ist dieses Stück Mauer nicht direkt äußeren Witterungseinflüssen ausgesetzt. Die Vorbesitzer hatten hier zentimeterdicken Putz aufgetragen und einen Anstrich drüber gesetzt. Über die Jahre ist dieser Anstrich nun abgebröckelt und auch der Putz hat sich teilweise gelockert. Ich habe diesen Putz jetzt so gut es ging abgetragen und die Mauer darunter wieder freigelegt. Allerdings sieht auch das nicht sehr ansehnlich aus, weshalb ich hier vor dem Problem stehe, wie ich diese Wand unter Berücksichtigung des Sandsteins sinnvoll verkleiden kann. Neuer Putz wäre wohl nicht sehr weise, es sei denn, es gäbe speziell welchen für meine Zwecke.

Welche Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung, um die Wand schön herzurichten? Nur um Missverständnissen vorzubeugen, hier muss ich nicht auf den Denkmalschutz achten, da man diesen Teil der Stadtmauer von außen nicht sieht und somit das Stadtbild nicht beeinträchtigt wird.


Für fachmännische Ratschläge und Anregungen eurerseits wäre ich sehr, sehr dankbar. Auch möchte ich mich entschuldigen, dass ich das Problem so ausschweifend beschrieben habe, aber ich denke, je nachvollziehbarer, desto besser.

Also sage ich schon mal vielen Dank an alle, die sich durch meinen Text gequält haben und sich meinen Fragen hier annehmen.

LG
Lanea


P.S. Sollten Fotos dazu beitragen, das Problem besser zu beurteilen, kann ich gerne welche machen und hochladen.


Hallo,

keine Ahnung ob ihr euer Sandsteinthema inzwischen gelöst habt oder nicht. Aber ich will kurz ein oder zwei Tipps geben:

1. Von Versiegelungen diverser Art halte ich wenig. Sanden wird der Stein weniger sondern eher die Fugen. Wenn die Stadtmauer unter Denkmalschutz steht ist da eh etwas Vorsicht walten zu lassen, die Bestimmungen sind nicht ohne und wenn ihr Pech habt, der (finanzielle) Schaden danach groß. Deshalb lieber klären lassen wem denn die Mauer gehört (ist das euer Besitz weil sie auf eurem Grund steht). Wenn die Stadt/Gemeinde der Eigentümer ist solltet ihr dort einen schriftlichen Antrag stellen und um Hilfe bitten. Das hat auch den Charme das die Kosten nicht von euch getragen werden sondern von der Stadt, egal ob es nun um die Renovierung / Sicherung oder die Beseitigung von Folgeschäden durch herabstürzende Elemente etc. geht. Aber soweit muss es nicht kommen, die Mauer hat bestimmt schon vieles (über)lebt.

2. Im Innenbereich würde ich versuchen die Mauer sichtbar zu lassen und zu integrieren. Wer hat denn schon so ein schmuckes Element im Haus? Sandsteine dürfen nicht mit Trass-Zement vermörtetl werden, sondern wenn dann bitte nur mit einem Trass-Kalk-Mörtel. Dazu gibt es diverse Hersteller - ich verwendete da mit gutem Erfolg "Maxit mur 956 " - ist recht preiswert und lässt sich gut verarbeiten. .*Link entfernt* Lose Teile sind vorab soweit es geht zu entfernen, danach kann man die Mauer mit einer Sprühflasche leicht nässen und die Fugen neu füllen. Ist sicherlich zeitaufwändig, aber das Ergebnis einmalig.

Bearbeitet von Wecker am 05.06.2018 19:26:16



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