Erfahrung mit Psychotherapeuten??


Hallo,

ich befinde mich zur Zeit bereits in psychoth. Behandlung, aber fern ab meines Wohnortes. Jetzt wurde mir empfohlen, einen oder eine Therapeutin im Umkreis zu finden. Nur, dieses gestaltet sich als sehr schwierig, da Wartezeiten bis zu 1 Jahr vorliegen und so lange kann ich gar nicht warten. Habt ihr Erfahrungen mit der "Sparte" und wie wird das über die Krankenkasse finanziert und wie findet man einen guten Therapeuten und und und. Hätte ganz viele Fragen, aber das sind die wichtigsten..


Liebe Aida,
Psychotherapeuten, die über die Kasse abrechnen, haben leider eine lange Wartezeit. Dort kannst du nur über Krisenintervention vorher reinrutschen. Die Kassen übernehmen die Kosten für 80 Sitzungen. Dein Hausarzt muss dir eine Überweisung zur Psychotherapie ausstellen. Dann stellt der Therapeut einen Antrag bei deiner Kasse. In der Regel gibt es 5 Probesitzungen, bei denen Therapeut und Patient entscheiden können, ob sie zusammenarbeiten wollen.
Bei freien Therapeuten wie mir, gibt es keine so lange Wartezeit, die Therapiestunden musst du allerdings selbst bezahlen (zwischen 30 und 60 €)


Danke für die Informationen-sehr lehrreich!!
Aber ich müsste sogar zu einem med. Therapeuten, da ich auch Psychopharmaka nehme, die wiederrum der Hausarzt nicht verschreibt. Boaahh, ist das alles kompliziert.. Bei meinem jetztigen Therapeuten gibt es keine Begrenzung seitens der Krankenkasse.

Liebe Grüße


Ich weiß ja nicht wo Du wohnst, aber schaue mal im Telefonbuch Deiner Stadt nach

Sozialpsychatrischem Dienst.

Bei uns in der Stadt gibt es da eine Begegnungsstätte. Die Mitarbeiter stehen hier mit Rat und Tat zu Seite. Haben auch eine Adressenliste und machen evtl. sogar Termine. Ruf einfach mal an und bitte um Hilfe.

Alles Gute
Sophie-Charlotte
:blumen:


Als ich damals nach neun Wochen aus der Psyche kam musste ich mir auch 'nen Therapeuten suchen, weil ich noch lange nicht fertig war :ph34r: . Meine Kasse hat mir dann 'ne Liste gegeben, und die hab ich systematisch abtelefoniert. Die Wartelisten waren meistens drei Monate lang. Einer meinte dann: "Jaa, kommen sie doch am Donnerstag!" :o Ich war verblüfft: "Donnerstag? Welcher Donnerstag?" "Übermorgen! Der Tag nach Mittwoch. Können Sie um Neun?" :blink: Hätt' nur gefehlt, er sagt "Noch zweimal schlafen!" Zuerst dacht ich, wer keine Warteliste hat würde nicht taugen, aber der war perfekt für mich!! :blumen: :blumen: :blumen: 40 Stunden, und ich war wieder fit!


Hallo,

ja, das ist echt ein Graus. Ich weiss nicht, wie es in anderen Ländern ist, aber in Deutschland psychologischen Beistand zu finden, erfordert schon Geduld, Hartnäckigkeit und z. T. auch Durchsetzungsvermögen. Eigentlich alles Attribute, die man als psychisch Kranker nicht unbedingt hat.

Ich finde es echt traurig, dass man sich als KRANKER so um Hilfe selber so massiv (!) bemühen muss! Gerade als Depressiver ist man dazu selber eigentlich überhaupt nicht in der Lage, irgendwelche "Listen abzutelefonieren" etc. :( . Ich kenne das Spiel. Es wird einem wohl nichts anderes überbleiben :wacko: .

Paradiesvogel, an Dich habe ich noch eine Frage... Wieso kann man Euch "freien Psychologen" eigentlich nicht über die Krankenkasse abrechnen??? Ich hatte mal eine "freie" gefunden, die suuuuper gepasst hätte, aber jede Woche 50 €... Puh, also das war ganz schön viel Geld für mich und darum habe ich eine gesucht, die von der Krankenkasse übernommen wird, mir aber bis heute nicht so gut gefällt. Echt doof! :(

Man zahlt soooo viel Krankenkassenbeiträge.... :wallbash: und dann wollen die viele Psychologen nicht mal bezahlen.

Ich bin gerade auch auf der Suche nach einem neuen Therapeuten, da ich zurzeit Gruppentherapie habe, an die ich mich aber einfach nicht gewöhnen kann! Ich musste auch ne Liste abtelefonieren und hatte irgendwann Glück und konnte "schon" 3 Monate später einen Termin bekommen.

Viel Glück weiterhin!
Krötilla


Die Ausbildung der kassenzugelassenen Psychotherapeuten ist noch länger und beinhaltet ein klinisches Praktikum.


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