bares für rares: erstaunlich, was es alles gibt


schaut das noch jemand hier außer mir? ich habe das erst in den letzten wochen für mich entdeckt und ich glaube auch nicht, dass dort alles so real ist, wie es aussieht oder aussehen soll. es ist gewiss viel gescriptet worden. auf die geschichten, die die verkäufer erzählen, gebe ich auch nicht arg viel, aber ich staune immer wieder über die kuriositäten, die dort vorgestellt werden.

von ketten aus frauenhaar beispielsweise hatte ich zuvor noch niemals gehört. dann wiederum werden dort dinge zu hohen beträgen versteigert, für die ich keinen cent ausgegeben hätte. letztens eine kleine spülmaschine, die man sich auf den küchentisch stellen kann. und dazu noch einige kitschige dinge.

meine ältere tochter findet einen der händler "so hübsch" und freut sich immer, ihn zu sehen. und meine schwiegermutter überlegt, sich dort einmal zu bewerben, weil sie noch recht viel hausrat ihrer verstorbenen mutter hat und nicht an allem ihr herz hängt. auf den trödelmarkt mag sie sich aber nicht stellen. :hihi:


Hallo, ja ich sehe mir diese Sendung auch an.
Mir geht es wie dir. Manchmal denke ich, nein, die Händler geben doch für diesen Plunder nicht 500E. aus. Dann gehen sie manchmal noch höher. Schmuck lässt sich eigentlich schlecht verkaufen. D.heisst, unter Wert. Das finde ich. Auch bei Porzellan ist es schwierig, einen anständigen Preis zu erhalten.
Auf Horst Lichter, der biedert sich ja an dass es manchmal peinlich ist, könnte ich liebend gerne verzichten.
Deine Tochter findet sicher Fabio hübsch.
Deine Schwiegermutter soll sich doch bewerben. Wer weiss, was ihr altes Zeug vielleicht doch noch wert ist. Viel Glück,, richte ihr das aus.... :pfeifen:


Horst Lichter ist der hauptsächliche Grund, dass ich mir das nicht antue.
Bei all solchen Sendungen, wie auch z.B. Kitsch oder Kunst werde ich den Verdacht nicht los, dass das (ähnlich wie es sich jetzt bei RTL-Sendungen gezeigt hat) zu 98 % - optimistisch gedacht :sarkastisch: - Theater ist. vorsichtig ausgedrückt.
Aber wer so was mag? Nur zu!


Dass das ëin Zusammenschnitt ist, ist ja klar. Jeder Begutachter könnte ja nicht soviel aus dem Stegreif wissen. Aber mir gefällt es trotzdem.


Schwesterherz verpasst keine Sendung. Sie meint:"Man wird nicht dümmer, wenn man etwas über Antiquitäten erfährt."
Wo sie recht hat, hat sie recht. Dümmer wollen wir nicht werden, darum schauen Herr Rumbi und ich jetzt auch. :wub:

Naja, der Lichter ...

Bearbeitet von Rumburak am 04.06.2016 14:48:50


Zitat (risiko @ 04.06.2016 13:41:09)
Dass das ëin Zusammenschnitt ist, ist ja klar. Jeder Begutachter könnte ja nicht soviel aus dem Stegreif wissen. Aber mir gefällt es trotzdem.
So sehen wir es auch und geht es uns hauptsächlich darum, was es alles so gibt und bei vielen Sachen die Historie (von den Experten erzählt) dahinter. Wir machen ein Ratespiel draus, welche Summe die/der Experte sagt ... man bekommt mit der Zeit ein Auge dafür, wie es eingeschätzt wird.
Es gibt sicher mitunter auch Schrott wie wir meinen, aber wenn man es als Unterhaltung sieht und nicht alles so für Bare Münze nimmt ... wie treffend :rolleyes: Das Fernsehen, wie auch Internet, ist und bleibt eine virtuelle Welt und würden wir so manches, auch wenns gefällt, nicht wirklich kaufen wollen.

Wenn es geht verpassen wir keine Sendung und :ach: sonst wirds abends in der Mediathek angeschaut.

:psst: mir gefällt der Wolfgang am besten :pfeifen:

Ich schaue das auch sehr gerne. HL geht mir zwar manchmal etwas auf den Sender, aber nun denn. Jedenfalls ist es erstaunlich, was dort angeboten wird. Bei manchen Sachen kann man echt noch einiges lernen, so höre ich den Ausführungen von Frau Rezepa-Zabel und Albert Meier gerne zu. Oft amüsiere ich mich auch, da man an ihrer Mimik schon erkennt, welche Antworten folgen werden.

Im Händlerraum könnte ich mich manchmal auch über einiges Hin und Her und die oder andere Äußerung sehr amüsieren. Das "Spiel" zwischen den Menschen ist oft spannend zu beobachten. Also wenn wir zu Hause sind, sehe ich mir das auch an.


Also ihr Lieben, sehen wir uns das weiter an. Und wie Rumburak schreibt, dümmer wird man nicht dabei. Es gibt weitaus blödere Sendungen als diese.


Das kannste aber laut sagen :daumenhoch:


Aber der bayerische Luckerl nervt schon manchmal sehr, wenn er so vor sich hinkrächzt.

Außerdem treibt er die Preise oft in die Höhe und die anderen stehen dann dumm da.

Der Horst Lichter ist ziemlich penetrant. Nicht jeder mag das.



Ciao
Elisabeth


Zitat (risiko @ 04.06.2016 13:29:38)
Deine Tochter findet sicher Fabio hübsch.

ich habe sie gerade gefragt, ob er fabio heißt. sie meinte "nein, mama, der heißt fabian. so viel zeit muss sein." :hihi:

das ist der gewiss jüngste unter der männlichen händlern, mit einseitig langem haar, auf der anderen seite ist es wohl abrasiert. ich kann es beinahe nie am stück schauen und verpasse oft einiges. dem älteren händler mit dem starken dialekt mag ich gern zuhören. ist das eigentlich bayerisch oder österreichisch? manchmal kann ich das nicht gut unterscheiden. horst lichter brauche ich auch nicht. seine kochsendungen schaue ich mir auch nicht an, jedoch auch andere nicht.

mit schmuck ist es so eine sache. wenn es nicht wirklich ein außergewöhnliches stück ist, von der verarbeitung oder geschichte her, bekommt man meistens nur den materialpreis. aber das ist oft besser, als ihn noch weitere jahre in der schublade liegen zu haben. oder auch gemälde. wer will da den preis bestimmen? ich finde es eigentlich schon fürchterlich, dass manche werke für dreistellige millionenbeträge gehandelt und verkauft werden. das alles für ein wenig farbe, leinwand und holz.

meine schwiegermutter hat noch arg viel porzellan und anderes geschirr von ihrer mutter. sie hat es noch niemals schätzen lassen, aber das meiste ist noch in sehr gutem zustand und früher gewiss auch teuer gewesen. sie sieht keinen sinn darin, es aufzubewahren. dann lieber so, wie es viele der mitwirkenden sagen. es ist zu schade, um nur herumzuliegen, es soll in gute hände kommen und freude machen. niemand von uns braucht es, um sich an meine schwiegeroma zu erinnern. sie war eine so außergewöhnliche frau, dass es unnötig ist. jeder von uns hat einige dinge zu sich genommen, die wir gebrauchen können, aber überflüssiges ist nicht dabei.

Juten Tach. Un du bis ... dat Gabi! Isch bin de Hochst, dat is unsere charmante Expechtin, de Frau Dokter Rezepa-Zabel, sarrema, daaf isch Jabi zu dir saren?

Unerträglich. Ich sehe mir das schon lange nicht mehr an. Vor allen Dingen das dumme Gequatsche. "Jetzt gehe ich mal zu den Händlern, und ich werde die ganz sicher mit meinem umwerfenden Charme beeindrucken!" Und dann werden sie von unten fotografiert, wie sie mit ihren dicken Hintern die Treppe hinauf watscheln. Ich find's eine Frechheit, was sind das für Kameraleute?

Die Schmucktante glaubt wunders wer sie ist, der Bayer "Kommens her zu mir!", der Österreicher mischt sich in alles ein, "Da sollten Sie zugreifen, Madame, das ist schon ein gutes Angebot", und der Eifeler "Isch sach ma achzisch Euro, mehr jibbisch dir für den Prüjel nit." Monsieur Halbglatze: "Ein schönes Teil, aber für mein Schloss kann ich das leider nicht gebrauchen!"

Bearbeitet von Sentenza am 05.06.2016 06:58:53


Wer Infos will ohne sich über dummes Gelabere aufzuregen, sollte auf BR die Sendung "Kitsch und Krempel" ansehen. Auch da wird Außergewöhnliches präsentiert, die Experten sind echt und hatten vor der Sendung genügend Zeit zu urteilen, und es gibt keine Händler, die versuchen, witzig ´rüberzukommen. Es ist eben "nur" eine Informationssendung.

In unserer Fernsehkultur hat sich doch in den letzten Jahren breitgemacht, dass genau die Sendungen besonders publikumswirksam sind, in denen einfache Leute vorgeführt werden, ohne, dass auf deren Gefühle Rücksicht genommen wird. Das hat begonnen mit den "Talentshows" der verschiedenen Privatsender, deren Haupt-Unterhaltungswert nicht in der Präsentation der Bewerber, sondern den teilweise bösartigen und beleidigenden Kommentaren der diversen Juroren bestand. Je geknickter und der Häme der Öffentlichkeit ( = des Fernsehpublkiums) preisgegebener ein Kandidat aus der Sendung gekegelt wurde, desto beliebter sind und waren diese Sendungen. Nichts ist so schön, wie Schadenfreude!
Warum regt Ihr Euch auf über Horst Lichters Sendung? Er macht doch nur das im öffentlich, rechtlichen Fernsehen, was in privaten Sendern schon seit Jahren in die Haushalte des Publikums flimmert. Er macht es nur freundlicher, gemäßigter und nicht so bloßstellend, wie in den Privaten, den "Kandidaten" bleibt immer noch eine gewisse Würde, wenn sie aus der Sendung verschwinden.
Und wer hindert Euch daran, den Aus-Knopf Eures Fernsehers zu drücken?
Es gibt doch, weiß Gott, größere Probleme auf dieser Erde als Horst Lichters Sendung!


Kletterpflänzchen, das hast du sehr eloquent auf den Punkt gebracht. Kompliment :blumen:

Genauso ist es, aber leider sehr erfolgreich und somit haben diese Art Sendungen wohl immer ihren Platz im Fernsehen.

Ciao
Elisabeth


Um mir eine Meinung zu bilden, muss ich die Sendung morgen mal anschauen :D
Sie ist mir völlig unbekannt :hmm:


andere fernsehsendungen über antiquitäten oder trödel kenne ich gar nicht. nun lese ich das über "kitsch und krempel". vielleicht schaue ich mir das auch einmal an. meiner tochter jedoch würde das ohne ihren liebling fabian nicht gefallen, glaube ich. :hihi:

es gibt gewiss nur noch wenige themen, die man nicht für doku-soaps verwendet hat. man hat mich vor kurzem gefragt, ob ich mir auf rtl2 eine sendung namens "babys" oder so ähnlich anschaue. weil ich vier kinder habe, hielt man mich wohl für eine zuschauerin. da geht es um werdende eltern, die man bis zur geburt und kurz danach begleitet.

ich habe einmal hineingeschaut und war nicht gerade angeekelt, aber abgestoßen. romantische musik und zeitlupe, nachdem das baby gerade einmal den geburtskanal verlassen hat, glückstrahlende eltern, künstliche dramatik und was nicht noch alles. es geht kaum noch geschmackloser. dem würde ich meine familie nicht aussetzen wollen.

also schaue ich es mir nicht an. und "bares für rares" muss man sich auch nicht ansehen. dafür, dass man diese sendung angeblich nicht schaut, kennt man sich aber überraschend gut aus. :pfeifen:

von horst lichter und seiner art der moderation mag man halten, was man will, jedoch habe ich in den sendungen, die ich mir bisher angesehen habe, noch nichts gesehen, was man als gemein oder sogar bösartig oder beleidigend bezeichnen könnte. ich freue mich auch weiterhin auf die präsentation von dingen, die ich bisher nicht kannte, und vielleicht habe ich ja auch schätze zu hause, deren wert mir nicht bewusst war. :lol:


Die Sendung beim BR heißt Kunst und Krempel, wir schauen die jede Woche an - immer am Samstag um 19:30 Uhr.


Seidenlöckchen, so ist es. Man sehe sich die Sendung nicht an....aber wissen tut man alles.
Kommt mir vor wie die Dschungelsendung welche sich scheinbar niemand ansieht,.......

Bearbeitet von risiko am 05.06.2016 14:43:35


Zitat (Schokolade @ 05.06.2016 14:09:46)
Die Sendung beim BR heißt Kunst und Krempel, wir schauen die jede Woche an - immer am Samstag um 19:30 Uhr.

Ja, Du hast recht, ich entschuldige mich für den falsch genannten Titel. Ich finde diese Sendung immer recht informativ und schaue sie gerne, nicht zuletzt deswegen, weil nur auf das zu Begutachtende Wert gelegt wird, ohne sonstigen Klamauk drumherum.
Ich schaue sie mir als Wiederholung auf 3sat an, Samstags am frühen Nachmittag.

Ich schaue mir diese Sendung gerne an, ich schaue schon seit Anfang an! Gerade wegen Horst Lichter, gut manchmal schleimt er so ein wenig charmant rum, aber wer diesen Menschen nicht mag braucht ja nicht einschalten, ich fand es schon super schade das er die Kochsendung nicht mehr machte.

Es wird kein Mensch vorm Fernseher Festgetackert und die Fernbediehnung auch nicht weggeschlossen !!

Ich find die Sendung super wie ein paar Millionen andere Menschen wahrscheinlich auch, weil sonst würde Sie nicht mehr laufen.

Und man lernt hin und wieder mal etwas dazu!

Bearbeitet von Emily-Erdbeer am 05.06.2016 15:29:39


Hab' die Sendung noch nie gesehen und werde es auch in Zukunft nicht tun. :P Dafür gucke ich öfter den "Trödeltrupp", den finde ich lustig... :D


"trödeltrupp" mag ich wiederum nicht. das, was ich bisher gesehen habe, fand ich alles andere als lustig. da sind so genannte experten, die gleichzeitig psychologen spielen und den auftraggebern auf jede erdenkliche art mitteilen, wie dumm sie sind, dass sie nicht selbst an geld kommen. natürlich darf auch da überlegt werden, wie groß der wahrheitsgehalt der geschichten ist, aber nett und gönnend wirkt das alles nicht.

das dschungelcamp schaue ich übrigens wirklich nicht. dieses format finde ich absolut entwürdigend. aber manchmal schlafe ich vor dem fernseher ein und wache mitten in der sendung auf, oder ich sehe ausschnitte davon. nichts davon animiert mich dazu, es regelmäßig zu schauen. aber es wird ja auch nur zweimal im jahr gesendet, glaube ich.

meine tochter hat sich vorhin im internet eine folge von "bares für rares" angeschaut, in der fabian eine hübsche kolibri-brosche gekauft hat. und fand das sehr nett von ihm. "das hat er bestimmt für seine freundin gekauft. die mag ja vögel." sie erinnerte sich daran, dass er schon mal eine art vogelkäfig mit mechanischen vögeln, die auch singen können, gekauft hat, weil seiner freundin das gefallen würde. :hihi:

ich glaube, wenn man antiquitätenhändler aus leidenschaft ist, muss man sich arg vorsehen, dass man nicht zu viele dinge kauft, die einem selbst gefallen. sonst hat man später die eigene wohnung voll stehen und geht pleite, weil man nichts mehr verkauft.


Ich kann an den Sendungen mit Lichter auch nichts verwerflich finden. Er ist eigentlich immer zuvorkommend und nett und nie habe ich gesehen, dass er jemanden bloß gestellt hätte, nur um der Quote willen.
Ob man mit seiner rheinischen Mentalität (die natürlich meist total übertrieben rüberkommen soll) was anfangen kann oder nicht, das ist m. E. Geschmackssache.
Vom Sachgebiet her ist die Sendung auf BR sicher deutlich aussagekräftiger. Bares für Rares ist mehr Show als was anderes. Habe sie bisher 2 oder 3mal gesehen beim Bügeln und fand es zwar mal was anderes, aber als Information kann man die wirklich nicht unbedingt nehmen.
Wer aber tatsächlich mit dem Gedanken spielt, eigene Sachen mal bewerten zu lassen, dem bietet das net doch andere Möglichkeiten. Es gibt einige gute Fach-Foren, die sich mit Sammelgut und Trödel beschäftigt und wo zahlreiche "Fachleute" aktiv sind. Wenn man dort vernünftige Fotos einstellt und ein wenig beschreibt, dann bekommt man auch sehr zügig Einschätzungen zum Marktwert ererbter Sachen. Die Erfahrung habe ich in den vergangenen 2 Jahren mehrfach gemacht und weiß die echt zu schätzen inzwischen.
Man muss natürlich damit leben können, dass man erfährt, dass das ererbte teure Porzellan nur noch ein Bruchteil des Kaufwertes wert ist. Aber bei manchem ist man verblüfft, dass das überhaupt was wert ist, weil man es als Plunder schon aussortiert hatte.
Bei Schmuck sieht es ebenfalls ganz übel aus. Meist mit viel Glück gerade etwas über dem Materialwert. Das ist sehr oft frustig :(


Habe schon verstanden ;)

Man kann eine Sendung ja erst beurteilen, wenn man sie gesehen hat und dann entscheiden, ob man sie noch weiter verfolgen will.
Außerdem war ich jahrelang auf Flohmärkten, weil mich alte Sachen immer schon interessiert haben. Auch deshalb mein Einstiegsinteresse für diese Sendung.


Ciao
Elisabeth


Zitat (CracklinRosie @ 05.06.2016 16:21:32)
Ob man mit seiner rheinischen Mentalität (die natürlich meist total übertrieben rüberkommen soll) was anfangen kann oder nicht,

Für mich redet Horst normal. Kunststück, er wohnt(e) zwei Dörfer weiter.

Zitat (Eifelgold @ 05.06.2016 17:52:28)
Für mich redet Horst normal. Kunststück, er wohnt(e) zwei Dörfer weiter.

:daumenhoch: :daumenhoch:

Zitat (Eifelgold @ 05.06.2016 17:52:28)
Für mich redet Horst normal. Kunststück, er wohnt(e) zwei Dörfer weiter.

das ist für mein gehör stark kölsch gefärbt, aber auch hier am niederrhein klingt das sehr vertraut. hier spricht man gerade bei älteren leuten noch öfter platt, und das hat viele gemeinsamkeiten mit kölsch.

habt ihr selbst auch dinge bei euch liegen, die ihr eigentlich nicht unbedingt behalten wollt, und von denen ihr denkt, sie könnten etwas wert sein? vielleicht geerbte oder überlassene gemälde, schmuck, bücher, kleine kunstgegenstände oder möbel?

Für mich immer wieder überraschend, wieviele Leute mit Gegenständen daher kommen, die sie bei Antiquitätenhändlern erstanden haben und dort so was von übers Ohr gehauen wurden. Das gibt ein ganz schlechtes Bild ab für diese Branche. Die enttäuschenden Gesichter, wenn sie denn erfahren, dass es zB schlichtweg ein übermalter Druck anstatt Ölgemälde ist.
Die Aussage von CracklinRosie: ..... fand es zwar mal was anderes, aber als Information kann man die wirklich nicht unbedingt nehmen kann ich so nicht bestätigen, denn die Experten tragen Ihr Wissen in einer Weise vor, dass es jeder versteht .... Fachausdrücke werden mit der Erklärung dazu immer eingeblendet, also verstehe ich nicht, was man daran auszusetzen hat.


Zitat (seidenloeckchen @ 05.06.2016 20:44:59)

habt ihr selbst auch dinge bei euch liegen, die ihr eigentlich nicht unbedingt behalten wollt, und von denen ihr denkt, sie könnten etwas wert sein? vielleicht geerbte oder überlassene gemälde, schmuck, bücher, kleine kunstgegenstände oder möbel?


Da fällt mir ein, ich habe noch seit ungefähr 1970 diese zwei an die 30cm großen Figuren. Habe sie gegen etwas anderes von einer Kollegin eingetauscht.
Ich glaube nicht, dass sie viel wert sind. Gab es vor hundert Jahren bestimmt massig.
Die Augenbrauen sind jedenfalls exakt

Hat noch jemand ein paar alte Schätzchen?

Bearbeitet von Rumburak am 06.06.2016 11:47:33

@Backoefele
Na ja - im Grunde habe ich ja nichts daran auszusetzen, wenn man es als pure Unterhaltungssendung nimmt. Wenn ich richtig interpretiere, dann hast du ja nichts anderes geschrieben ;)

Zitat
Wir machen ein Ratespiel draus, welche Summe die/der Experte sagt ... man bekommt mit der Zeit ein Auge dafür, wie es eingeschätzt wird.
Es gibt sicher mitunter auch Schrott wie wir meinen, aber wenn man es als Unterhaltung sieht und nicht alles so für Bare Münze nimmt ...

Information ist ja für jeden was anderes. Bei Lichter liegt das Hauptaugenmerk eindeutig nicht auf der Information sondern auf der Unterhaltung - was ja keinesfalls verwerflich ist.
Das sieht in der Sendung im BR schon total anders aus. Da kannst du dann gerne auch ein Ratespiel draus machen, welchen Wert irgendwas hat - aber da wirst du ziemlich sicher oft daneben liegen. Weil es eben nicht mal einfach so zu beurteilen ist.
Hast du die Sendung mal gesehen? Die ist natürlich wesentlich trockener, weil das ganze Brimbamborium vorher fehlt, wo Herr Lichter den Leuten unterhaltsame Geschichten entlockt, damit die Zuschauer mal was für sie ungewöhnliches zu sehen bekommen.
Bei BR-online kann man die Sendung quasi nachverfolgen im Archiv und sich gezielte Beiträge zu einzelnen Teilen anschauen. Dahin wird in den von mir erwähnten Foren sogar öfter verlinkt. Das wird dir bei Lichter kaum passieren ;)
Ich weiß nicht, was das de facto für Fachleute sind, die bei Lichter sitzen. Aber ich werde das unbestimmte Gefühl nicht los, dass die mehr nach Wirkung und Auftreten ausgesucht wurden als nach Fachwissen. Die Einschätzung vor der "Versteigerung" ist noch am interessantesten und das einzig informative. Würden die nur das machen, könnten die 3mal so viel Rares vorstellen. :rolleyes:

"Bares für Rares" wird als Trödelshow propagiert, was ja einiges zur Sendung aussagt. Hier kann man mal kurz lesen, wer die mitwirkenden Händler sind Händler Zumindest von Wolfgang Pauritsch weiß man -manchmal wird es auch eingeblendet- dass er als öffentlich bestellter Auktionator vereidigt ist. Öffentlich bestellt zu sein bedeutet, eine besondere Qualifikation dafür zu haben.

Ich selbst habe auch sehr alte Sachen, z.B aus dem Erbe von Groß- und Schwiegereltern. Oder auch ein paar wertvolle Besonderheiten, wie ich aus dem TV gelernt habe. Aber ich weiß nicht, ob ich das hier schreiben würde :)

Bearbeitet von Drachima am 06.06.2016 12:01:27


Noch vergessen...
Mit deinen Mutmaßungen zum Thema Antiquitätenhändler hast du vollkommen Recht!
Vorletztes Jahr starb meine Schwiegermama und seitdem bin ich dabei, die ganzen Preziosen zu sortieren und auch größtenteils zu verkaufen. Und die hatte viel Krimskrams. Und meistens richtig teuer erstandenen Krimskrams. Und größtenteils beim Antiquitätenhändler vor Ort gekauft - in einem richtigen, schönen Geschäft. Da sollte man eigentlich von ausgehen, dass der seriös ist.
Spitzenleistung war eine Pendeluhr, die sie in den 80er Jahren dort erstanden hatten. Und ich weiß nicht, wie oft sie uns erzählt hat, wie sündhaft teuer das hässliche Ding war. Eine uralte Hähnchen-Uhr aus Frankreich. Einige Tausende DM hatten sie dafür gezahlt.
Da wir das Ding ohnehin furchtbar hässlich fanden (bäuerlicher Malerei und Prachtpendel) und obendrein auch noch das Repetier-Werk so laut war, dass die Nachbarin aufmerksam wurde, wenn es mal nicht mehr herüber dröhnte, war das das erste Teil, was wir abstoßen wollten.
Fazit: Das Uhrwerk war richtig alt, gibt es aber massenhaft. Alles um das Werk herum war in den 80er Jahren entstanden und auf alt getrimmt. Es war nicht mal eine Hähnchenuhr, sondern nur zufällig mit einem Hahn oben drüber angefertigt, um Käufern was erzählen zu können. Uhren aus der Originalzeit waren niemals so gebaut worden wie diese Uhr. Wenn wir 250 € von jemanden bekommen würden, sollten wir froh sein <_<
Solche Beispiele gab es einige im Fundus, wenn auch keines so extrem wie diese Uhr. Wenn Antiquare merken, dass man sich so gar nicht auskennt, dann verkaufen die einem das Blaue vom Himmel!
Und andersherum versuchen sie auch ihr Glück. Jedes, aber auch wirklich jedes Teil war so gut wie gar nichts wert, als sich 3 Antiquare im Haus umsahen. Sie waren aber netter Weise bereit, uns für "den ganzen Krempel" 1000 oder 1500 € zu zahlen. Dafür wurden sie verdächtig oft grummelig, wenn ich bei dem ein oder anderen Teil sofort einwandt, dass wir dieses Teil selbst behalten wollten. Nach kurzer Zeit war ich so misstrauisch, dass ich denen gar nichts mehr verkauft habe. Ich habe den langwierig Weg gewählt, die Sachen selbst irgendwie einzugrenzen und dann zu verkaufen im net. Das funktioniert natürlich nur, weil das Haus von unserem Sohn bewohnt wird und wir nicht das Problem haben, alles innerhalb kürzester Zeit loswerden zu müssen.
Und wir können jetzt jeden Sohn, der auszieht, mit Service eindecken. Mit richtig teuer gekauften, für die man leider heute kaum noch einen entsprechenden Gegenwert bekommt. Aber wenn ich ein Rosenthal Service für 12 Personen für 100 € abgeben soll, dann kann es doch lieber so Verwendung finden.

@Rumburak
Gerade bei solchen Stehrümchen kann man sich ganz gewaltig in den Finger schneiden. Da empfiehlt sich immer als erstes ein Blick unter die Figuren, ob eine Porzellanmarke oder gar eine Signatur angebracht ist. Und dann mal ein neugieriger Blick ins net.
Richtige Fachleute für solche Porzellankunst sehen schon an der Bemalung oder sonstigen Einzelheiten, ob das was Wertvolles ist oder nur Massenware. Also keinesfalls einfach nur entsorgen oder für 3 € auf dem Trödel feilbieten. Da lohnt es sich, es vorher zumindest mal einzuschätzen. ;)


Zitat (Drachima @ 06.06.2016 12:00:52)
Zumindest von Wolfgang Pauritsch weiß man -manchmal wird es auch eingeblendet- dass er als öffentlich bestellter Auktionator vereidigt ist. Öffentlich bestellt zu sein bedeutet, eine besondere Qualifikation dafür zu haben.

Ich zitiere mal aus deinem Link:
Zitat
Zu seinem Job kam er eher per Zufall: Als er eigentlich nur als Wachmann seinen Dienst in einem Auktionshaus verrichtete, fiel der Auktionator wegen Krankheit aus. Pauritsch ergriff die Chance seines Lebens - seitdem ist er einer der beliebtesten Auktionatoren Deutschlands.

Der kann sicher hervorragend Auktionen durchführen und sicherlich hat er sich inzwischen solide Grundkenntnisse angeeignet. :pfeifen:

Aber davon ganz abgesehen: Dort sitzen allesamt Geschäftsleute. Eben solche Antiquare, wie es sie in Massen gibt. Deren Bestreben ist einzig, gute Geschäfte zu machen. Bei der oben irgendwo erwähnten Libellen-Brosche hätte mich mal interessiert, was für ein Material es war und wie der Materialwert war. Hat Fabian da tatsächlich drüber geboten oder hätte jede Scheideanstalt mehr für das Teil gezahlt?
Trotzdem kann es natürlich auch jedem Antiquar mal passieren, dass er sich in ein Teil verguckt und über dem Verkehrswert zahlt. Aber das sind ganz sicher Ausnahmen.

Zitat (CracklinRosie @ 06.06.2016 12:26:24)
Der kann sicher hervorragend Auktionen durchführen und sicherlich hat er sich inzwischen solide Grundkenntnisse angeeignet.  :pfeifen:

Ich darf dir dann diesen Link Pauritsch ans Herz legen. Ist schnell gelesen und erläutert seine Qualifikation.

Logisch, dass die Händler alle verdienen wollen. Würde ich auch wollen, wäre ich Händler :) Mich erstaunt es aber immer wieder, wie naiv sich manche Verkäufer verhalten und ihre Sachen, obwohl die Expertenschätzung deutlich höher ausfiel, doch weit unter Wert verkaufen. Ok, nicht alle, aber sehr viele. Sicherlich sind die meisten nicht standfest genug und können sich bzw. ihre Waren nicht entsprechend verkaufen. Aber auf Teufel komm raus müssen sie ja nichts abgeben. Manchmal denke ich, dass ihnen der Auftritt im Fernsehen schon wert genug war ;)

@Drachima
Danke für den link!
Seine Qualifikation - bei näherer Betrachtung - sagt ausschließlich etwas über seine Tätigkeit als Auktionator aus. Nirgendwo ist da von einer Ausbildung in Sachen Kunstgeschichte o. ä. zu lesen. "Überdurchschnittliche Fachkenntnisse" beziehst du auf sein Einschätzungsvermögen der Kunstgegenstände. Aber das steht nirgends erwähnt. Ich interpretiere die Fachkenntnisse in Bezug auf sein Fachgebiet: Auktionen durchführen.
Sonst wäre er vereidigter oder bestellter Sachverständiger oder Gutachter für irgendetwas - z. B. Gemälde, Antiquitäten, Schmuck, Mineralien oder Teppiche. Das sind genau die Schliche der Geschäftsleute. Ein schöner Titel mit "bestellt" dazu und schon glaubt man sich sowohl als Käufer als auch als Verkäufer sicher und gut aufgehoben. Der Mann ist letztlich nur Händler und verständlicher Weise auf Gewinn ausgerichtet. Und rate mal, wer den finanziert? Selbstverständlich Käufer und Verkäufer - alle beide! :bigboss:
Der wäre blöde, wenn er sagen würde "Boah.... war für ein edles, seltenes Stück! Also da muss ich Ihnen schon 5000 € für anbieten, sonst wäre es Betrug!" Genauso blöde wäre er, wenn er bei seinen Auktionen sagen würde "Das Stück ist natürlich nicht besonders edel im Material und auch nicht gerade beste Handwerkskunst, aber man kann es sich hinstellen, wenn man nicht mehr als 50 € dafür zahlt". Der lebt davon, dass er was für 100 € einkauft und für 5000 € versteigert bekommt. Und nein... das ist keine übertriebene Marge. Solche Fälle gibt es mehr als genug, auch wenn sie vll. nicht die Regel sind.

Zu den Leuten hast du natürlich völlig Recht! Genau von solchen Leuten leben Antiquare und der TV-Auftritt führt dazu, dass sie noch schneller nachgeben, weil sie sich unter Zeitdruck sehen. Jetzt oder nie!
Die meisten Leute sind froh, wenn sie Ererbtes möglichst schnell in Bares umsetzen können. Auf dem Schmucksektor ist das noch krasser. Egal, wo du hingehst: Alles ist quasi unverkäuflich und dann wird der Goldwert gewogen (Steine sind mal gar nichts wert! Nicht mal Brillanten - 200 € für 1 g - andere Schliffformen kann man ganz knicken) und davon nochmal gut 20 % abgezogen, weil der Händler ja so viel Aufwand damit hat. Kaum ist der Kauf vorbei und der Verkäufer verlässt den Laden, dann liegen die Teile nach einer schnellen Säuberung mit einem Etikett versehen für den 4fachen Preis im Fenster. Plötzlich sind die Smaragde und Brillies ja extrem wertvoll und Goldschmuck war ja schon immer eine gute Geldanlage. :engel:
Immer so, wie es gerade gebraucht wird und den größten Reibach verspricht.


Hab mir jetzt tatsächlich nochmal 1 Sendung von vergangener Woche angeschaut. So sehr Show ist es doch nicht, wie ich es in Erinnerung hatte. Hatte ja schon früher mal geschaut und da war sehr viel Gedöns drumherum gewesen. Aber jetzt kaum was.
Und die Informationen von den Experten vor dem Händlerraum sind ja auch recht interessant.
Insgesamt kann man sich das durchaus angucken, wenn man etwas aufgelockert Informationen tanken möchte.


Zitat (CracklinRosie @ 06.06.2016 12:26:24)
Bei der oben irgendwo erwähnten Libellen-Brosche hätte mich mal interessiert, was für ein Material es war und wie der Materialwert war. Hat Fabian da tatsächlich drüber geboten oder hätte jede Scheideanstalt mehr für das Teil gezahlt?

wenn ich mich nicht irre, lag die expertise bei höchstens 1400, geboten hatte er 1450. ich fand die brosche auch sehr hübsch. es waren smaragde in 585er gold, dazu diamanten in rosenschliff, wenn das der richtige ausdruck ist. die expertin hatte gesagt, die smaragde seien nicht sehr gut, manche steine seien auch ein wenig beschädigt. das alles mindert natürlich den wert, auch wenn man selbst sehr viel dafür gezahlt hatte. mit der zeit werden dinge nicht immer wertvoller, und nur sehr selten bekommt man mehr, als man selbst dafür geboten hatte. alter, geschichte und exklusivität spielen dabei eine große rolle.

selbstverständlich wollen händler profit machen. das müssen sie, davon leben sie, wie jeder andere händler auch. allein schon der begriff mehrwertsteuer zeigt, wie das funktioniert. es sind etwa 30 - 35 prozent, die jeder händler beim weiterverkauf machen will oder muss, um bestehen zu können, von großkonzernen abgesehen. wie groß ihr gewinn sein wird, ist unterschiedlich, und nicht selten bleiben sie auch auf ihren käufen sitzen, weil sie sich verkalkuliert und den markt nicht richtig eingeschätzt haben.

und auch bei antiquitätenhändlern gibt es gewiss jeden schlag von mensch. vom ganoven, der ramsch bewusst als wertvoll verkauft und somit betrügt, bis zum windigen schlitzohr, das weit unter wert bietet und vielleicht eine notlage ausnutzt. aber auch professionelle, die einen anständigen preis bezahlen. denn wer sich betrogen fühlt oder sogar weiß, dass er betrogen wurde, kommt nicht wieder, wenn er nicht muss.

in der schwiegerfamilie meines mannes gibt es viel kunst. manches sollte verkauft werden, unter anderem auch gemälde. und mehrere male traf man auf händler, die mit großem bedauern sagten, was für wunderschöne stücke man da habe, die beim verkauf eine gewisse summe wert seien, aber dass man selbst das leider nicht zahlen könne, weil die eigenen finanzen das nicht hergaben, oder weil sie befürchteten, dass keiner ihrer eigenen kunden es kaufen würde und man dann auf gebundenem kapital sitzen bliebe.

in manchen fällen wollen die besitzer einfach nur verkaufen und akzepieren dafür auch weitaus weniger geld, als der gegenstand wert ist. es geht schnell, das geld gibt es sofort, man hat mehr platz, vielleicht ist dann nun endlich etwas aus dem haus, was man noch niemals mochte oder womit man schlechte erinnerungen verknüpfte, und das geld ermöglicht etwas, was einem viel wichtiger ist als die hoffnung auf einen höheren erlös. dafür müsste man es wieder einpacken, zum nächsten händler bringen und wieder zweit und vielleicht auch fahrtkosten dafür aufwenden.

und es empfiehlt sich immer, sich nicht allzu interessiert zu geben, weder als händler noch als potentieller käufer. ich liebe trödelmärkte. ich schreie gewiss nicht vor begeisterung, wenn ich ein schönes oder seltenes stück entdeckt habe und kein preis darauf steht, wie sehr ich es doch haben möchte. das würde den preis sofort in die höhe treiben. wer würde denn allen ernstes das scheußliche gemälde, das bei opa im keller hing, für zwei euro verkaufen, wenn er wüsste, dass das ein verloren gegangener renoir ist?

ich habe immer eine gute geschichte parat, weswegen ich etwas auf dem trödelmarkt haben will, und niemals ist es not oder überbordende begeisterung, und gewiss nicht erzähle ich händlern, dass nur noch dieses eine stück in meiner sammlung fehlt, um sie komplett zu machen. bei mir sind es die "kleinigkeiten nebenbei", die ich dann jemandem mitbringen will, oder ich finde, das kleidungsstück reicht, damit meine kinder damit im dreck spielen können. bei mir hört es jedoch auf, wenn ich jemanden eindeutig über den tisch ziehen würde. das gehört sich nicht.

händler sollten nicht unter wert verkaufen, wenn sie im geschäft bleiben wollen und ein wenig ahnung haben. andererseits müssen auch sie rechnungen bezahlen, und verkaufte ware bringt sofort bargeld. jeder händler weiß: der euro, den du heute hast, ist besser als der euro, den du morgen hast. woraus sich dann auch erklärt, weswegen manche händler skonto gewähren. große unternehmen und ketten haben das selten nötig, gehen aber trotzdem öfter darauf ein.

ich fände es jedoch auch sinnvoll, wenn man wüsste, wer ahnung und erfahrung hat und wie sie erworben wurde. gibt es zertifikate, kurse, ausbildungen? soweit ich weiß, braucht man auch keine ausbildung zum immobilienmakler. man darf seine eigene imbissbude aufmachen, wenn man die gesetzlichen auflagen erfüllt und die hygienbelehrung mitmacht. das dauert nicht länger als ein paar stunden. allerdings kann man erfahrung und intuition oft nicht begründen, und das ist oftmals mehr wert als ein stückchen papier mit nachweisen.

In der Folge, die ich mir gestern angesehen habe, da war einer mit einer Bronzestatue, die sein Vater irgendwo in Frankreich oder Italien beim Antiquar gekauft hatte für etliche Tausender. Der Experte klärte ihn dann leider auf, dass die Signatur gefälscht war und das Teil aus chinesischer Massenproduktion stamme - was man an einigen Details erkennen konnte. Er taxierte sie auf 250 €!

Da schluckt man dann schon.... Wenn das ja noch nicht lange her ist, dann könnte man ja zumindest noch gegen die Händler vorgehen, aber wenn da 20 Jahre oder noch mehr vergangen sind, dann hat der in meinen Augen betrügerische Händler einfach Glück gehabt. Und wer geht schon hin, kauft in einem richtigen Antiquariat etwas, was einem gefällt und fährt dann zum Sachverständigen, um sich wieder für teures Geld eine Expertise fertigen zu lassen?

Genau darauf bauen die Antiquare doch, dass man ja eigentlich immer zufrieden nachhause fährt, mit dem Gefühl, ein besonderes Kleinod erstanden zu haben. Bei Schwimas Uhr ist es ja auch erst aufgefallen, als die Erben sie verscherbeln wollten. Und den Antiquar hat sie jedenfalls überlebt - insofern: keine Chance, ihn in Regress zu nehmen.

Wir nehmen sowas inzwischen gelassen hin und sagen uns, dass sie für das Geld zumindest über Jahre ihre Freude an dem Teil hatten. Insofern war sie es ja eigentlich fast doch wert :D

Bei Porzellan ist das Traurige, dass es der Markt einfach überschwemmt ist. Du kaufst heute ein richtig gutes, teures Service von Rosenthal oder V&B, benutzt es 6 Wochen und dann bekommst du nur noch einen Bruchteil vom Kaufpreis. Als Porzellanliebhaber kann einem das richtig weh tun! :heul:

Ich geh ja durchaus auch gerne mal auf Trödelmärkte zum Verkaufen. Aber ich überlege mir vorher Preise. Und egal, wer fragt - er bekommt diesen Preis gesagt (wobei natürlich immer noch eine kleine Rabattspanne einkalkuliert ist, weil ja doch jeder handeln will). Und ich freue mich umso mehr, wenn jemand richtig wild auf ein Teil ist und sich dann richtig dran freuen kann! Das macht für mich den halben Flohmarkt aus, dass andere sich über die eigenen Sachen freuen können. ^_^

Bearbeitet von CracklinRosie am 07.06.2016 13:11:22


Da habt ihr ja was Schönes angerichtet! Ich gucke jedenfalls seit diesem Thread mehr oder weniger regelmäßig Bares für Rares. rofl
Irgendwie macht die Zusammenstellung der Sendung mir insgesamt Spaß und ich glaube nicht mal, dass da solche Verdummfiedelungen laufen, wie es bei den privaten Sendern bei den "Dokus" die Regel ist. Aber klar ist natürlich, dass die Experten die Teile nicht am Tag der Expertise zum ersten Mal sehen. Sonst könnten die die Daten nicht so runter rattern.
Man muss sich ja offenbar mit Fotos beim ZDF bewerben und anhand derer werden die Vorinformationen zum Künstler, Alter etc. mit Sicherheit durchführen. Vor Ort wird dann nur noch das Teil ganz genau unter die Lupe genommen, da man so was in natura sehen muss für eine verlässliche Beurteilung. Ich glaube aber nicht, dass die Händler-Crew die Teile vorher auch nur als Foto zu sehen bekommen.

Insgesamt ist das Konzept eigentlich sogar recht vorteilhaft für beide Beteiligten, die Händler und Anbieter. Der Anbieter bekommt vorher eine recht zuverlässige Expertise (auch wenn die Händler die oft genug nicht als Maß der Dinge nehmen möchten) und kann sich somit recht sicher sein, dass er sich in keine große Ungewissheit begibt. Er weiß, was er hat und was das Teil wert ist.
Und dann sitzen da immerhin gleich 5 potentielle Einkäufer, die sich dann gerne auch mal gegenseitig hochsteigern.
Die Händler hingegen haben so das Glück, an absolut ausgefallene, vorsortierte Teile zu kommen und gleichzeitig auch von ihren Kollegen eine Art Einschätzung zu erhalten, wenn sie sich selbst mal nicht so wirklich sicher sind. Von der Reklamewirkung der Sendung mal ganz zu schweigen.

Gucke momentan die Mediathek rückwärts runter, wenn ich mal ein Stündchen meinen Fuß hochlagern möchte und bin doch erstaunt, wie gut man nach einiger Zeit die Händler und ihre Reaktionen einschätzen lernt. Und manchmal weiß ich schon nach der ersten Reaktion des Anbieters auf das erste Gebot, ob das viel gibt oder nicht.
Ich überlege schon, ob ich nicht doch mit dem ein oder anderen alten Schinken (wie Walther sagen würde) dort mal anklopfen sollte.... Aber die müssten leider vorher zur Reinigung, denn der Nikotinfilm von Jahrzehnten lässt kaum Durchblick zu <_<


Zitat (CracklinRosie @ 27.06.2016 11:08:15)
Da habt ihr ja was Schönes angerichtet! Ich gucke jedenfalls seit diesem Thread mehr oder weniger regelmäßig Bares für Rares.    rofl

....Gucke momentan die Mediathek rückwärts runter, wenn ich mal ein Stündchen meinen Fuß hochlagern möchte und bin doch erstaunt, wie gut man nach einiger Zeit die Händler und ihre Reaktionen einschätzen lernt. Und manchmal weiß ich schon nach der ersten Reaktion des Anbieters auf das erste Gebot, ob das viel gibt oder nicht.
Ich überlege schon, ob ich nicht doch mit dem ein oder anderen alten Schinken (wie Walther sagen würde) dort mal anklopfen sollte.... Aber die müssten leider vorher zur Reinigung, denn der Nikotinfilm von Jahrzehnten lässt kaum Durchblick zu  <_<

Das gibt es ja nicht! :hihi:
Jetzt bist Du infiziert :yes:

Eigentlich sehe ich die Sendung recht gern. Im Augenblick geht sie mir aber ein wenig auf die Nerven, wenn ich dauernd höre....Das ist im Moment schwer zu verkaufen.....Der Markt ist eingebrochen und gibt das nicht mehr her.....Vor 10 Jahren hätte man das gut verkaufen können...... :angry:


Das kenne ich wie erwähnt aus eigener Erfahrung. :(
Aber nutzt ja auch nichts. Da ist das net nicht unschuldig dran. Du bekommst ja inzwischen alles zigfach und kannst es auch überall in der Welt kaufen. Vor 10 Jahren war das noch nicht so einfach. Die Sammler freut es, die Verkäufer ärgern sich. Der Preis ist immer abhängig von Angebot und Nachfrage und die Angebote sind um ein zig-faches angewachsen.


die welt ist im wahrsten sinne des wortes besser vernetzt. für verkäufer nicht so gut, für kunden umso besser. man ist nicht mehr angewiesen auf die vielleicht schlechte oder verbesserungswürdige leistung vor ort, ob es bäckerei, arzt oder bücherei ist. man kann sich erkundigen, wo es alternativen gibt.

und natürlich kann man auch seinen alten krempel über das internet verkaufen oder auch einfach nur herausfinden, ob es gleichgesinnte gibt. es gibt wirklich die kuriosesten sammelgebiete. manche sammeln zuckerpäckchen, andere papiertaschentücher, der nächste ist begeistert von klobürsten.

ich schaue es immer noch gern. meine tochter, die fabian so gern mag, ist immer enttäuscht, wenn er das haar nicht offen trägt. und das schloss, in dem er aufgewachsen ist oder wo er noch lebt, findet sie auch wunderschön. :hihi:

in vielerlei hinsicht ist der markt wirklich eingebrochen. aber so ist es eben. vor zwanzig jahren staunte man bauklötze, wenn jemand ein autotelefon hatte. heute ist es eher verwunderlich, wenn jemand kein handy hat.

heute fand ich den korkenzieher für champagner besonders hübsch. ich habe den richtige ausdruck vergessen, aber ich wusste nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. das mag ich so an der sendung. man lernt dinge kennen, die heute keine bedeutung mehr haben oder keine so große mehr.

mein älterer sohn hat letztens bei meinem schwiegervater einen brieföffner gesehen, einen sehr hübschen, wie ein schwert gearbeitet und reich verziert, und auch schon recht alt. ich muss gestehen, dass unsere post meistens mit den fingern aufgerissen wird oder mit dem, was gerade herumliegt. eine nagelfeile, ein messer oder etwas anderes spitzes. deswegen kannte er das nicht, aber er fand den brieföffner sehr schön.


Ja, das ist witzig, wenn unser Jungvolk mit "antiken" Dingen konfrontiert wird. :sarkastisch:
Unsere Söhne sind ja durchaus noch mit Cassettenrekordern groß geworden. Aber ich kann mich noch gut an den Gesichtsausdruck erinnern, als sie zum ersten Mal den Plattenspieler vorgeführt bekamen.
...und vorletzte Woche haben wir beim beiläufigen Keller- und Speicherräumen noch die Tonbänder meines Mannes gefunden. Da haben die auch nicht schlecht geguckt in der WG - so nach dem Motto: Was hat man denn mit dem dünnen Zeug wohl festgebunden? rofl
Wer kennt denn heute noch Tonbandgeräte?
Lassen sich aber gut verhökern, die Teile. Ich meine nur.... falls jemand sowas noch rumliegen hat und sich nur nicht traut, sie wegzuwerfen. Lohnt sich, die in der Bucht einzustellen :pfeifen:


Zitat (CracklinRosie @ 29.06.2016 11:17:23)
Wer kennt denn heute noch Tonbandgeräte?

Wir haben noch eins im Keller von Uher, das war mal eine sehr renommierte Marke :)

Groß geworden bin ich mit einem Tefifon, so was kennt auch noch kaum jemand.

Ha! Davon habe ich eines im Keller stehen :D
Und noch einen ganzen Stapel Tefifon-Bänder. :pfeifen:


Tefifon, erst musste ich googeln. Das kenne ich gar nicht. Aber Tonbandgräte und Tonbänder. Aber das habe ich alles weggeworfen. Zum Teil war die Ware auch defekt.


Ich sehe die Sendung auch seit einiger Zeit sehr gern. Sie ist unterhaltsam und informativ. Sicher ist manches gefakt, das stört mich aber nicht.


eine freundin von mir schaut sich das jetzt auch immer an, aber nicht, weil sie an den mitgebrachten stücken interessiert ist. sie interessiert sich mehr für wolfgang und ist ganz enttäuscht, dass er nicht in jeder folge dabei ist. :hihi:


Das sind schon ganz spezielle Typen, die sie da als Händler auserkoren haben. :D
Am wenigsten sagt mir noch die Händlerin. Sehr amüsant die Gefechte zwischen Waldi und Ludwig oder auch Wolfgang und Ludwig.
Am sympathischsten finde ich allerdings Fabian, denn er scheint mir sehr authentisch. Er kauft öfter mal Sachen, die er einfach für sein Schloss haben möchte und lässt sich auch nicht durch Geklimper der Verkäuferinnen beeinflussen - ganz im Gegensatz zu Ludwig, der ja immer ganz hin und weg von vielen Damen ist und dann oft noch eine Schippe drauf legt :sabber:
Waldi muss man schon tolerieren können, sonst geht er einem schnell auf den Nerv, weil er gerne alles schlechtredet, um den Preis zu drücken und dann auch noch etwas plump daher kommt mit seinen Sprüchen alá Gelumpe, alter Schinken, Zeug etc.
Wolfgang ist eindeutig der professionellste und man kann genau sehen, wie er die VK taxiert, sobald das erste Gebot gefallen ist. Danach weiß er ziemlich genau, ob sich da noch viel bewegen muss oder man schon in der Nähe des erhofften Erlöses ist.
Amüsieren könnte ich mich, wenn einer der Händler plötzlich mit einem Gebot alle übrigen verblüfft, weil das Gebot eigentlich deutlich zu hoch ist oder der Händler bisher überhaupt nicht interessiert schien und es auch nicht in sein Beuteschema passt. Dann sieht man die übrigen Köpfe total erstaunt herum schnellen und nicht selten treffen sich dann auch 2 Blicke und das Gelächter oder Gekicher geht los. Fabian und Wolfgang haben das öfter und ich muss dann immer mitlachen. :hihi:
Eben beim Mittagspäuschen hat Fabian ein Bonanzarad für 300 Ocken erstanden und man merkte ihm richtig an, was er für einen Spaß daran hatte.