Das Sterben von Terri Shiavo

Zitat (Paradiesvogel, 28.03.2005)
Ihr Lieben,

da lässt man einen Menschen einfach austrocknen und verhungern.
Ich habe vor meiner letzten OP ein Patiententestament gemacht und darin lebensverlängernde Maßnahmen ausgeschlossen.
Dieser Fall macht mich aber doch sehr betroffen.
Bin ich jetzt zu radikal? Ich weiß es nicht.

der traurige und verwirrte Paradiesvogel


Eigentlich wollte ich hier den Link auf eine Seite zum Thema "Wach"koma legen, das ich vor kurzem mehr überflogen als gelesen habe, aber trotz intensiver Suche finde ich diese Seite nicht wieder. Also versuche ich, es aufzuschreiben.

In diesem Artikel werden zwei Komaarten beschrieben.

1. Das Stammhirn (?) des Patienten ist betroffen. Dieser Teil des Gehirns ist für Reflexe und Bewegungen zuständig - also Atmung, Schlucken. Wer sich in dieser Form des Komas befindet, muß zwingend beatmet und ernährt werden, weil er dazu nicht (mehr) fähig ist. Er kann außer den Augen(lidern) nichts mehr steuern, ist aber bei vollem Bewußtsein, sofern er nicht - wie jeder gesunde Mensch - schläft.

2. Die Hirnrinde des Patienten ist ganz oder teilweise betroffen, aber das Stammhirn nicht. Der Patient kann deswegen z. B. selbständig atmen, hat Gesichtsmimik, bewegt sich, muß aber trotzdem mit Nahrung versorgt werden.

Bei Terri Schiavo ist es so, daß ihr Gehirn (Hirnrinde) vor dem/beim Eintritt ins Koma bereits aufgrund Sauerstoffmangels schwer geschädigt worden ist (sein soll), das heißt, sie ist (wäre) geistig schwerbeschädigt. (Es fällt mir nicht leicht, meine Gedanken zu formulieren!) Gesetzt den Fall, man würde sie weiterhin künstlich ernähren, und sie wacht irgendwann auf, dann denke ich, würde sich an ihrem Zustand aufgrund des Hirnschadens nichts ändern: Sie muß weiterhin künstlich ernährt werden und ist weiterhin in gleicher Art und Weise ans Bett gefesselt wie in den letzten 15 Jahren, zeigt Mimik und schaut diejenigen an, die ihr gegenübersitzen; aber sie wird (würde) nie mehr die Terri Shiavo sein, die sie vor ihrem Unfall war. Sie wird in beiden Fällen dann solange künstlich ernährt werden müssen, bis sie ihr genetisches Alter erreicht hat (oder evtl. vorher an einer Krankheit sterben) - vielleicht mit 67, vielleicht aber auch erst mit 100 Jahren. Sie würde im Extremfall dann noch 60 Jahre (insgesamt also 75 Jahre) auf fremde Hilfe angewiesen sein. Ihre Eltern und Geschwister werden sich dann wahrscheinlich schon lange nicht mehr um sie kümmern können.

Kann sich jemand für sich vorstellen, an Terris Shiavos Stelle, in ihrem Zustand zu sein? Ich möchte das nicht: über Jahre in den Mühlen des Gesetzes gefangen (Magensonde raus, Magensonde wieder rein), profilierungssüchtigen Politikern ausgeliefert, über Jahrzehnte am Sterben gehindert ...

Ich kann aber die Eltern und Geschwister verstehen, daß sie so sehr um ihre Tochter und Schwester kämpfen bzw. gekämpft haben. Nicht zuletzt machen uns solche familiären Bande zu Menschen.
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Zitat (aglaja, 30.03.2005)
zitat: " natürlich glaube ich an gott, aber wenn ich dem über den weg laufen sollte dann hau ich ihn!"
weiss nicht mehr von wem das zitat ist, aber für mich stimmts!

for me 2!!!

Okay,Schicksal lass ich mir noch gefallen,aber nach dem was in meinem verdammt jungen Leben alles schon passiert ist,brauch mir keiner mehr mit "Gott" zukommen.

Das ist nicht böse gemeint und ich will damit auch niemanden persönlich angreifen!

Ich werde auch eine Patientenverfügung aufsetzten,denn ich will so nicht vor mir hinleben und ewig darauf warten müssen ins Nirvana zu gehen.
Ich habe bereits mit meinem Freund darüber gesprochen und ich habe ihm gesagt,was er bitte tun soll,wenn mir mal soetwas passiert.
Er hat es versprochen und ich vertrau ihm,aber falls er es nicht kann,will ich dass es schriftlich festgehalten ist,was mit mir geschehen soll!
Ich habe mit eigenen Augen gesehen,wie ein Mensch vor sich hinleben musste und sich der Aussenwelt nicht mehr mitteilen konnte,ich habe gesehen und gespürt,wie sie sich immer mehr in ihre kleine,eigene Welt zurückgezogen hat und so möchte ich mein Leben nicht beenden oder beendet wissen,Niemals!

Terri und auch andere Menschen (sie ist ja nicht die einzigste,die das betrifft,nur aus ihr wurde ein Nachrichten/Politik und Sensations-Fall gemacht)haben das Recht auf einen friedvollen und leidlosen Tod!
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General Lee, nur ein kleiner Tip: setze ausser deinem Freund noch einen zweiten Menschen ein, dem du absolut vertrauen kannst, daß er/sie deine Interessen notfalls auch for einem Richter vertreten kann. Ich habe 2 Menschen meines Vertrauens eingesetzt denn es kann ja sein, daß einer selbst nicht im Stande ist. Als Beispiel nehme ich den gemeinsamen Autounfall, den nur du hirntot *überlebst*.
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Zitat (moni*, 30.03.2005)
General Lee, nur ein kleiner Tip: setze ausser deinem Freund noch einen zweiten Menschen ein, dem du absolut vertrauen kannst, daß er/sie deine Interessen notfalls auch for einem Richter vertreten kann. Ich habe 2 Menschen meines Vertrauens eingesetzt denn es kann ja sein, daß einer selbst nicht im Stande ist. Als Beispiel nehme ich den gemeinsamen Autounfall, den nur du hirntot *überlebst*.

:wacko: :wacko: :wacko: :wacko:
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Leute ..... Waehrend das Thema laenger und laenger wird, erinnert mich das immer mehr an mein Krankheit die ich hatte. ........... Und macht mich nun wirklich nachdenklich wer mich verpflegt haette wenn was schiefgegangen waere?????? Natuerlich meine Eltern. Aber wie lange waerde das gut gegegangen????? In dem Fall, dass meine OP schiefgegangen waere, haette ich auch den Tod vorgezogen.
Also, ich hoffe Sie hat es bald hinter sich und ist erloest.
Fledi :huh:
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Ich empfehle sehr den Film Das Meer in mir. Darin geht es genau darum ! Abgesehen davon ist dieser Film einfach WOW - Das Feinste seit sehr langem.[/QUOTE]

Meine Tochter hat den Film gesehen und mir anschließend erzählt das sie die ganze Zeit nur fürchterlich geweint hat (wohl auch wegen ihrem kranken Vater) und deshalb schaue ich ihn mir bestimmt nicht an. Hab so schon genug zum Weinen. Seitdem mein Mann krank ist halte ich so gut es geht alles schreckliche aus der Welt von mir fern damit ich nicht noch trübsinniger werde. Hab jetzt auch lang gebraucht um diesen Threat zu öffnen und ich merke das es mich runterzieht über solche Sachen nachzudenken.
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Zitat (Annette, 30.03.2005)
Ich empfehle sehr den Film Das Meer in mir. Darin geht es genau darum ! Abgesehen davon ist dieser Film einfach WOW - Das Feinste seit sehr langem.[/QUOTE]

Meine Tochter hat den Film gesehen und mir anschließend erzählt das sie die ganze Zeit nur fürchterlich geweint hat (wohl auch wegen ihrem kranken Vater) und deshalb schaue ich ihn mir bestimmt nicht an. Hab so schon genug zum Weinen. Seitdem mein Mann krank ist halte ich so gut es geht alles schreckliche aus der Welt von mir fern damit ich nicht noch trübsinniger werde. Hab jetzt auch lang gebraucht um diesen Threat zu öffnen und ich merke das es mich runterzieht über solche Sachen nachzudenken.

Hier ist der Film gestern angelaufen. Wir werden diesen wohl bald sehen. Hier heisst er uebrigens: Mar adentro.
Anettchen..... :huh: Hoffe ich hab dich mit meinem Post nicht wieder zum Weinen gebracht habe. War ganz und garnicht meine Absicht gewesen.
Ich wuensch Dir und Deiner Familie einen schoenen Abend.
Fledi :rolleyes:
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Nein Fledi das warst du nicht aber dann kommen mir so Gedanken in den Kopf...
Bin heute nur wieder so scheiße drauf.
Muß auch jetzt dringend ins Bett und schlafen.
Ist bei mir ja schon viertel vor eins.
Bis dann...Gute Nacht
(Ich hoffe ich träume was Schönes.Möchte wenigstens ohne Probleme schlafen)
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Zitat (Annette, 30.03.2005)
Bis dann...Gute Nacht
(Ich hoffe ich träume was Schönes.Möchte wenigstens ohne Probleme schlafen)

WUENSCH DIER EINE GUTE RUHIGE NACHT MIT SCHOENEN TRAEUMEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Hoffe, das hat Dich noch erreicht.
Fledi :rolleyes:
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Zitat (Bücherwurm, 29.03.2005)

Danke für den Filmtipp, wolfamon. Ich hatte auch schon darüber gehört und gelesen, bisher aber Schiß gehabt, reinzugehen, weil mich solche Filme immer so verstören und traurig machen. Aber Du meinst, ich sollte es wagen?

LG Bücherwurm

Bitte, gerne, Bücherwürmchen.

Ich habe mir diesen Film "Mar adentro" natürlich im spanischen O-Ton mit deutschen Untertiteln angesehen und fühlte mich während der Vorstellung wie auf einer Luftmatratze auf stürmischer See. - Der Streifen wirft dich einmal hoch beglückt in die Lüfte und reisst dich im nächsten Moment wieder ganz tief runter ... um dich bald wieder glücklich lächeln zu lassen.

Ich habe mir auch sehr gut überlegt, ob ich diesen Film empfehlen soll, aber schlussendlich entlässt dich der Regisseur mit offener Seele; zwar emotional fein durchgesiebt, aber dem Leben draussen vor dem Kinosaal positiv gegenüber stehend !

Als kleine Empfehlung würde ich noch sagen: Schau dir den Film vielleicht in Begleitung eines netten Menschen an, an dessen Schulter du dich während dem Film lehnen und mit dem du nach der Vorstellung Gedanken austauschen kannst, denn das wird aller Wahrscheinlichkeit nach dringend nötig sein.

Zu diesem Film kann man beim besten Willen nicht "viel Vergnügen" wünschen, jedoch "Klassekino vom Allerfeinsten" !!
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:( Es ist Vorbei sie ist TOD
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Zitat (Eifel (Rursee), 31.03.2005)
:(Es ist Vorbei sie ist TOD

Nun hat ihr Leiden ein Ende!

Paradiesvogel
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Ein letzter Gruss! Eifel
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SIE HAT ES UEBERSTANDEN Soll ich nun Trauer fuehlen fuer Sie.........oder Erleichterrung? Ich denke ich fuehle eher Erleichterrung, dass Sie endlich erloest ist.

Fledi ::huh:

Wuensche Dir eine Gute Reise, TERRI :wub:
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Ich bin davon überzeugt, dass es ihr jetzt besser geht. Und irgendwann geht es ihrer Familie auch wieder gut.
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Schliesse mich dem an ..
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Endlich hat es die arme Terri überstanden. Ich hoffe es geht ihr besser, da wo sie jetzt ist und sie braucht nicht mehr leiden.

Evi
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Sie hat es also endlich geschafft. Möge sie in Frieden ruhen.

Lange habe ich mir überlegt, ob ich zu diesem Thread etwas schreiben soll. Das Leiden und Sterben ging mir - wie so vielen von Euch - schon sehr nahe. Ich bin froh, dass sie es geschafft hat und gleichzeitig hoffe ich von Herzen, dass es auch wirklich ihr Wille war. Zu meiner Traurigkeit und Erleichterung gesellt sich aber auch eine gehörige Portion Wut. Nicht nur wegen der profilierungssüchtigen Politiker oder der Presse, die diese Geschicht bis zum letzten ausgeschlachtet hat, sondern eben auch wegen dem Wie. Wie kann es sein, dass ein Mensch dazu verurteilt wird, verhungern und verdursten zu müssen?

Wahrscheinlich hat sie nichts gespürt, wahrscheinlich wäre sie ohnehin nie wieder aufgewacht, wahrscheinlich hätte sie nicht gewollt, so dahin vegetieren zu müssen. Mir sind diese wahrscheinlichs nicht wahrscheinlich genug. Nun, mal davon ausgegangen, dass es wirklich ihr Wunsch war, hätte man da nicht eine humanere Methode finden können als die des Verhungerns und Verdurstens? Aus tiefstem Herzen hoffe ich, dass es wirklich ihr Wille war. Was mich dabei stört ist, dass es so lange gedauert hat. Ein 13 Tage währendes Sterben. Wenn ein Mensch schwerst krank ist, und keinen Lebenswillen mehr hat, dann geht es normalerweise ziemlich schnell. Terri hatte angeblich keinen Willen mehr, somit konnte sie auch die Dauer ihres Sterbens nicht beeinflussen... wirklich?

Ich bin, was diese Geschichte angeht, innerlich völlig zerrissen. Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich so nicht sterben möchte. Sollte ich mal nur noch an Maschinen hängen, die meinen Herzschlag und meine Atmung aufrecht erhalten, so möchte auch ich, dass diese Maschinen abgestellt werden wenn keine Hoffnung mehr besteht. Aber verhungern und verdursten möchte ich nicht! Hier in Deutschland ist diese Vorgehensweise - meiner Meinung nach zum Glück - nicht zulässig. Ich selber habe absolut nichts gegen Sterbehilfe, wie sie in Holland und in der Schweiz praktiziert wird. Aber das??

Ich wünsche Dir Frieden, Terri. Dir und Deiner Familie.
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Zitat (wolfamon, 31.03.2005)
Zitat (Bücherwurm, 29.03.2005)

Danke für den Filmtipp, wolfamon. Ich hatte auch schon darüber gehört und gelesen, bisher aber Schiß gehabt, reinzugehen, weil mich solche Filme immer so verstören und traurig machen. Aber Du meinst, ich sollte es wagen?

LG Bücherwurm

Bitte, gerne, Bücherwürmchen.

Ich habe mir diesen Film "Mar adentro" natürlich im spanischen O-Ton mit deutschen Untertiteln angesehen und fühlte mich während der Vorstellung wie auf einer Luftmatratze auf stürmischer See. - Der Streifen wirft dich einmal hoch beglückt in die Lüfte und reisst dich im nächsten Moment wieder ganz tief runter ... um dich bald wieder glücklich lächeln zu lassen.


Ich habe mir diesen Film "Das Meer in mir" heute angesehen, und es ist wirklich ein ganz wunderbarer Film, der mich sehr berührt hat.

@ Wolfamon
Danke dir Wolfamon für diese Empfehlung und deine sehr treffende und feinfühlige Charakterisierung dieses Films! Ich finde überhaupt deine Beiträge hier ausgezeichnet!

Ich möchte zu dem Film noch anfügen: Trotz seines traurigen Themas ist in ihm sehr viel Humor enthalten, und es ist eigentlich auch ein wunderbarer Liebesfilm!

Und es ist, wie Wolfamon schon sagte, kein deprimierender Film!

Das Einzige, was wirklich deprimieren kann, ist die formaljuristische Verbohrtheit der darin dargestellten Justiz, bar jeglicher Menschlichkeit.

Seht euch den Film an! Es lohnt sich wirklich!

Lieben Gruß
chris
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Hallo,

also ich bin ehrlich total geschockt.
Eigentlich wollte ich auch eine Patientenverfügung verfassen, dass nichts, was mein Leben verlängern sollte, unternommen wird.
Damit meine ich, an Maschinen angeschlossen zu sein.
Aber...verhungern und verdursten möchte ich nicht.

Was ich besonders schlimm finde, dass die gesamt leibliche Familie von Terri so dagegen war und der Ehemann sich so eiskalt dieser Familie gegenüber verhält.
Ich denke, der Hauptgrund war einfach nur Geld.
Und jetzt die Beerdigung...
Warum muß Terri eingeäschert werden, wenn ihre Familie das nicht möchte?
Das îst doch nur boshaft.

Der Ehemann hat eine Freundin und Kinder, was sprach dagegen, wenn er sich hätte scheiden lassen?
Das wäre einfach gegangen und überhaupt kein Problem gewesen.
Die Pflege von Terri war doch finanziell gewährleistet.

Meine eigene Mutter hatte vor 7 Jahren mehrere Schlaganfälle.
Die behandelnde Ärztin verweigerte die Legung einer Sonde, das "Problem" würde sich von selbst erledigen.
Habe ihr dann erklärt, meine Mutter dürfe an Krankheit sterben, aber verhungern müsse sie nicht.
Daraufhin wurde eine Sonde gelegt.
Seitdem liegt meine Mutter immer noch im Bett und wird von meinem Vater hingebungsvoll gepflegt.
Das hatte Terri`s Mann nicht gemacht.

Was ich bei meiner Mutter nicht richtig fand, bei einem anderen Krankenhausaufenthalt in einem anderen Haus, wäre sie ganz friedlich eingeschlafen, wurde aber dann wiederbelebt.

Terri hats geschafft, ich wünsche ihr einen freidlichen Platz.

Liebe Grüße - Mary
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ob er sich um seine frau gekümmert hat wissen wir alle nicht. wir kennen weder die beweggründe ihrer familie noch die des ehemannes, du nimmst einfach mal an es sei so wie du es dir gerade zurechtgelegt hast.
auch ich kenne es einen geliebten menschen im koma gesehen zu haben, zu sehen dass es überhaupt keine chance mehr gibt, auch da hätte ich zugestimmt die maschinen abzustellen wenn vorher nicht der hirntod eingetreten wäre.
also richten wir nicht mehr nach unseren gutdünken und lassen sie nun in frieden ruhen.

der ehemann war ja IHR ANGEHÖRIGER, nicht mehr die eltern! er wollte seine frau in seiner nähe haben und das finde ich auch recht so!

Bearbeitet von bonny am 04.04.2005 16:41:37
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[QUOTE=Paradiesvogel,29.03.2005 - 18:18:06] [/QUOTE]
Christoher Reeve zieht, der das gleiche Schicksal wie Ramon Samedro erlitten hat und mit so viel Lebenswillen gekämpft hat. Er hat noch viele Jahre gelebt und das Zusammensein mit seiner Familie genossen.


der Paradiesvogel [/QUOTE]
ich wäre bei der Wortwahl für Reeves Lebensende etwas zurückhaltender mit der Formulierung umgegangen.

Genossen???!!!! ich glaube nicht, dass man bei täglichem Kampf noch gross geniessen kann.

Er war ein Vorbildlicher Kämpfer und obwohl er seine Frau freisprechen wollte hat sie zu ihm gehalten. Beide Musterhaft in schwerer Zeit zueinander gestanden. Das war wirklich berührend zu sehen.

Bearbeitet von Drizzt am 04.04.2005 15:30:49
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Zitat (pettersilia, 04.04.2005)

Hallo,

also ich bin ehrlich total geschockt.
Eigentlich wollte ich auch eine Patientenverfügung verfassen, dass  nichts, was mein Leben verlängern sollte, unternommen wird.
Damit meine ich, an Maschinen angeschlossen zu sein.
Aber...verhungern und verdursten möchte ich nicht.


Ich denke, das Hauptproblem dabei ist, dass Horrorvorstellungen vom Verdursten existieren.

Zitat

Was ich besonders schlimm finde, dass die gesamt leibliche Familie von Terri so dagegen war und der Ehemann sich so eiskalt dieser Familie gegenüber verhält.


Hätte er sich lieber eiskalt seiner Frau gegenüber verhalten sollen? Die Familie ist nachweislich von falschen Grundlagen ausgegangen.

Zitat

Ich denke, der Hauptgrund war einfach nur Geld.


Ich denke, der Respekt vor Terri sollte gebieten, derartige Anschuldigungen gegen ihren Ehemann nicht ohne Beweise zu machen.

Zitat

Und jetzt die Beerdigung...
Warum muß Terri eingeäschert werden, wenn ihre Familie das nicht möchte?
Das îst doch nur boshaft.


Ist der Ehemann seit neuestem nicht Familie?

Zitat

Der Ehemann hat eine Freundin und Kinder, was sprach dagegen, wenn er sich hätte scheiden lassen?
Das wäre einfach gegangen und überhaupt kein Problem gewesen.
Die Pflege von Terri war doch finanziell gewährleistet.


Einfach gegangen?

Und wieviele Leute hätten ihm dann vorgeworfen, er wirft seine Frau weg sobald es ihr schlecht geht? Ich finde es makaber, dass du ihm vorwirfst, es ginge ihm nur ums Geld, andererseits Terri auf ihre Pflegekosten reduzierst.

Zitat

Meine eigene Mutter hatte vor 7 Jahren mehrere Schlaganfälle.
Die behandelnde Ärztin verweigerte die Legung einer Sonde, das "Problem" würde sich von selbst erledigen.
Habe ihr dann erklärt, meine Mutter dürfe an Krankheit sterben, aber verhungern müsse sie nicht.
Daraufhin wurde eine Sonde gelegt.
Seitdem liegt meine Mutter immer noch im Bett und wird von meinem Vater hingebungsvoll gepflegt.
Das hatte Terri`s Mann nicht gemacht.


Er war bei ihr bis zuletzt und hat sich dafür eingesetzt, dass ihr Wunsch erfüllt wurde, gegen alle Widerstände. Du solltest nicht soviel auf die Vorwürfe von Fanatikern geben.

Frage: Hat deine Mutter auch ein flaches EEG gehabt?

Bearbeitet von OliH. am 04.04.2005 15:36:43
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...hier liege ich mal mit OliH auf einer Länge(ja das gibt´s) ;)

acht Jahre Hoffnung sind eine lange Zeit...ich finde man muß sich nicht zum Märtyrer für das Leben machen, das keines mehr ist!!

Das Teufliche bei "Wachkomapatienten" ist, dass sie scheinbar bei Bewußtsein sind , in Wahrheit aber nur die Grundfunktionen im Kleinhirn den Körper am Leben erhalten...jetzt mal hypothetisch: man stelle sich vor, man kann die Umwelt noch wahrnehmen..ist bei "Verstand", kann sich aber nicht mitteilen...Gefangener im eigenen Körper und das 15 Jahre lang!!!!!!...da verliert man dann seinen Verstand, dagegen ist der Knast ein Erholungsheim...ich finde das ganze ist eine Nebenerscheinung des Jugendwahnsyndroms..leben..leben..leben um jeden Preis...nicht loslassen können......SCHRECKLICH

meine Tante starb vor zwei Jahren an Krebs...nach schweren OP´s wußte sie , dass keine Hoffnung mehr war, wo Ärzte noch Eine sahen..sie magerte ab, bei klarem Verstand..sie wußte es geht zu Ende...wir hatten eine gute Ärztin sie bekam zu Hause Morphium..stark kontrolliert, denn sie könnte ja noch süchtig werden(einfach bescheuert), das nahm ihr den Schmerz....als sich das Leiden hinzog verweigerte sie von selbst das Essen und Trinken und verdurstete und verhungerte so innerhalb von wenigen Tagen..OHNE GROSSE SCHMERZEN...weil ihr niemand "helfen" durfte...


DAS finde ich unmenschlich!!!!

Auch wenn die Rechtslage noch nicht eindeutig ist, werde ich bald meine Patientenverfügung machen......
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Zitat (Bücherwurm, 28.03.2005)
Ach, ja, und was mich total ankotzt, daß aus einer solch menschlichen Tragödie ein Politikum gemacht wird und Gerichte entscheiden - es geht dabei längst um die juristische und politische Ebene und nicht um die menschliche. Und ein Abgeordneter (Delay), der sich aufschwingt, und von Barbarei spricht, hat vor ein paar Jahren mal kurz bei seinem Vater die Maschinen abstellen lassen. Das nenn ich doch aufrecht und gradeaus.*Ironie*
Tschuldi für meine "Emo-Ausbruch"., wenn sich jemand daran stört.

Bücherwurm

tja..so sind die Politiker...... :angry:
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Zitat (pestcontroller, 04.04.2005)
Zitat (Bücherwurm, 28.03.2005)
Ach, ja, und was mich total ankotzt, daß aus einer solch menschlichen Tragödie ein Politikum gemacht wird und Gerichte entscheiden - es geht dabei längst um die juristische und politische Ebene und nicht um die menschliche. Und ein Abgeordneter (Delay), der sich aufschwingt, und  von Barbarei spricht, hat vor ein paar Jahren mal kurz bei seinem Vater die Maschinen abstellen lassen. Das nenn ich doch aufrecht und gradeaus.*Ironie*
Tschuldi für meine "Emo-Ausbruch"., wenn sich jemand daran stört.

Bücherwurm

tja..so sind die Politiker...... :angry:

Naja, ich würde DeLay nicht generalisieren. Texanische Republikaner sind ein Kapitel für sich....
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@ OliH,

Zitat
Ich denke, das Hauptproblem dabei ist, dass Horrorvorstellungen vom Verdursten existieren.

Sicher, aber wer kann das Gegenteil beweisen?


Hätte er sich lieber eiskalt seiner Frau gegenüber verhalten sollen? Die Familie ist nachweislich von falschen Grundlagen ausgegangen.

Falsche Grundlagen?
Das Ergebnis der Obduktion ist noch nicht da.
Viele Wachkoma-Patienten bekommen noch ihre Umwelt, oder einen Teil davon, mit.


Zitat
Ich denke, der Respekt vor Terri sollte gebieten, derartige Anschuldigungen gegen ihren Ehemann nicht ohne Beweise zu machen.

Ich wollte nicht respektlos gegenüber Terri sein.
Aber im Raum steht eine große Summe, die unter anderem für die Pflege von Terri verwendet werden sollte.
Es gibt sehr viele Angehörige, die die Pflege aus eigener Tasche bezahlen müsssen.

Ist der Ehemann seit neuestem nicht Familie?

Er ist der Ehemann, als Familie sehe ich die u.a. die Mutte, die Terri geboren und großgezogen hat.
Und warum tut der Ehemann dann aber auch alles gegen Terri`s Angehörige?
Von einem Ehepartner kann man sich scheiden lassen. Kind wird man immer bleiben.

Zitat
Einfach gegangen?

Und wieviele Leute hätten ihm dann vorgeworfen, er wirft seine Frau weg sobald es ihr schlecht geht? Ich finde es makaber, dass du ihm vorwirfst, es ginge ihm nur ums Geld, andererseits Terri auf ihre Pflegekosten reduzierst.

Er hätte mit Sicherheit nicht mehr vorgeworfen bekommen, als er es jetzt bekommt.
Hat er seine Frau gepflegt?
Bei sich zu Hause?
Tag und Nacht?
Nein!


Er war bei ihr bis zuletzt und hat sich dafür eingesetzt, dass ihr Wunsch erfüllt wurde, gegen alle Widerstände. Du solltest nicht soviel auf die Vorwürfe von Fanatikern geben

Ganz hart gefragt: Existert eine Patientenverfügung von Terri?

[QUOTE]Frage: Hat deine Mutter auch ein flaches EEG gehabt?

Wurde nie gemacht.
Sie lebt noch, im Wachkoma...

Ich habe lange Jahre in einer großen Behinderteneinrichtung gearbeitet.
Von ca. 1800 Bewohnern werden ca. 200 durch Magensonden ernährt.
Die kleinsten Patienten sind noch Babies.
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Sorry,

das mit den Qoten einfügen hat jetzt nicht ganz geklappt.
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jetzt haut doch nicht noch lange in diesem thread rum mit rechtfertigungen und anschuldigungen.
sie ist tot und hat nun ihren frieden gefunden. lasst sie endlich ruhen und setzt euch dort ein wo noch hilfe nötig ist.
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Hast recht, Bonny,

Möge Terri ihren Frieden finden.
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