Zitat (domalu @ 30.04.2016 15:47:07)Hallo seidenloeckchen, ich lese immer ganz begeistert deine Erzählungen über deine Kinder.
Ich kann es gar nicht so richtig in Worte fassen, aber mir gefällt das sehr, wie ihr miteinander umgeht und wie die Kinder schon so verständig reagieren, obwohl sie ja noch klein sind.
Vielleicht solltest du das alles in einem Buch veröffentlichen, so eine Art Kurzgeschichten aus eurem Familienalltag :blumen: :blumen:
vieles schreibe ich auf, jedoch nicht alles. und auch meine schwiegermutter schreibt einiges auf. ich glaube nicht, dass ein buch darüber interessant genug wäre. wir sind eine normale familie, an uns ist gewiss nichts außergewöhnlich oder so ungewöhnlich, dass andere aufhorchen würden. es hat nicht jede frau halbgeschwister, die vom alter her ihre eigenen kinder sein könnten, jedoch bin ich auch nicht die einzige. und vor wenigen generationen noch kam das auch öfter vor.
in vielem sind meine kinder wirklich verständig und vernünftig, in anderen dingen aber wie wohl ein großer teil ihrer altersgenossen. da wird gebrüllt, dass man auf den spielplatz will, dass man trotz regen und sturm eine kurze hose anziehen und noch mehr süßigkeiten will. aufräumen ist auch nicht immer spannend, und man will auch nicht immer an der hand gehen, stattdessen trödelt man lieber herum. meine kinder sind keine engel, die immer brav das tun, was mir in dem moment am liebsten wäre.
als meine ältere tochter noch kleiner war, haben wir mit ihr ikea besucht. sie hat dort ein stofftier entdeckt, das sie selbst auch daheim hat, und konnte nicht begreifen, dass es nicht ihr eigenes war, sondern nur eines von tausenden. das theater, das sie dort vollführte, war filmreif. man hätte glauben können, sie wäre allem entrissen worden, was ihr lieb und teuer war, und ich glaube, man hielt meinen mann und mich für arg geizig, dass man meiner tochter nicht einmal ein neues kleines spielzeug gönnte, das dort sehr günstig verkauft wurde. :hihi:
heute sind wir darin schlauer. als wir unsere kleine zum ersten mal dorthin mitnahmen, sagten wir ihr, dass es dort viele dinge gibt, die sie auch daheim hat. es hat recht gut mit dem beispiel von lebensmitteln funktioniert. meine kinder suchen sich beim einkaufen gern früchtetee aus, und dann stehen sie vor den vollen regalen und sehen, dass es mehr als nur eine packung von der gleichen sorte gibt. das bedeutet dann ja nicht, dass ihr eigener tee von daheim auch dabei ist. wir haben dann vorsichtshalber einfach all ihre stofftiere noch einmal besucht und fotografiert, damit sie sicher sein konnte, dass daheim alles in ordnung ist.
wegen der stofftiere gab es dann nicht die geringsten schwierigkeiten, dafür hatte sie sich gar nicht interessiert. aber sie war wirklich böse auf uns, als sie sah, dass einige kinder auf den ausgestellten betten herumsprangen (mit schuhen!) und wir ihr das nicht erlaubten. man kann sich gegen alles absichern, aber nicht gegen launen und gedankengänge von kindern. :lol:
bei den familientreffen war mein großer wieder so arg beeindruckt, dass meine große sich in verschiedenen sprachen so gut zurechtgefunden hat. sie unterhält sich schrecklich gern mit älteren leuten und hört auch gut zu. die geschichten, die sie erzählen, saugt sie auf wie ein schwamm. mein großer dagegen ist mehr praktisch interessiert. er ist immer dabei, wenn es etwas zu bauen, zu basteln oder zu räumen gibt. es gibt für ihn kaum etwas schöneres, als mit seinem vater und opa und auch anderen männern gröbere gartenarbeit zu erledigen. unkraut zupfen ist nicht sein ding. er will entholzen, äste zerkleinern, seinen eigenen kleinen schubkarren beladen und entleeren, erde verteilen und selbst obst pflücken. aber kein obst, das auf dem boden oder auf sträuchern wächst, sondern das auf bäumen.
und beim möbelbauen ist er in seinem element. da macht es ihm auch nichts aus, wenn er dabei unter besonderer aufsicht ist. er dreht schrauben in vorgefertigte löcher, schlägt nägel ein, schmirgelt bretter ab und ist feuer und flamme, wenn er mit einem kleinen taschenmesser gröbere späne und zweigchen entfernen darf. für malen ist er kaum zu haben, und knetarbeiten fesseln ihn nur kurz. dafür übt er fleißig seemannsknoten. :hihi:
er ist schon wieder unterwegs. auf dem resthof einer befreundeten familie gibt es einiges am werkzeugschuppen zu reparieren. mein mann, sein engster freund, mein vater und mein schwiegervater sind auch dabei, später wird gegrillt, und sogar die aussicht auf ein vollbad heute abend, wenn er verdreckt wiederkommt, verdirbt ihm nicht die laune. danach wird er gewiss todmüde, aber glücklich, ins bett fallen und wie ein murmeltier schlafen. :wub:
Bearbeitet von seidenloeckchen am 01.05.2016 10:17:36