Koalition erreicht Durchbruch bei Krippenplätzen


Koalition erreicht Durchdruch bei Krippenplätzen

Man da hat unsere Regierung aber schnell etwas auf den Weg gebracht:

Kinder zwischen ein und drei Jahren sollen ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erhalten.

Finde ich nicht schlecht, aber bedenklich finde ich diese hier:

Für Familien, die ihre Kinder lieber Zuhause betreuen, wurde als Ausgleich eine Art „Erziehungsbonus“ ins Auge gefasst.

Einerseits finde ich es schön, wenn Mütter ihre Kinder selbst erziehen und dafür belohnt werden. Andererseits besteht die Gefahr das gerade bestimmte sozial schwache Familien (die eigentlich überfordert sind) lieber das Geld nehmen, sich aber trotzdem nicht im ihre Kinder kümmern.

Auch weis keiner wo das Geld dafür herkommen soll.

Bearbeitet von Sparfuchs am 15.05.2007 08:01:13


Hallo Sparfuchs,

ich sehe den Durchbruch bezüglich Krippenplätze sehr gespalten, wir brauchen jetzt eine Lösung und nicht Jahre später, denn dann könnte sich das Problem eh gelöst haben, weil viele keine Kinder mehr möchten. Für mich ist es sowieso zu spät, musste auch eine Lösung finden und sage ganz einfach, die Familienpolitik in Deutschland ist echt miserabel, es wird viel gelabert, aber kaum etwas umgesetzt. :blumen:


na klasse, eigentlich ein interessantes Thema, warum meldet oder postet denn hier keiner :o


Scheinbar betrifft es keinen - gemeckert wird hinterher


ja, denke ich auch, eigentlich schade.... :blumen:


Gruß,
MEike

Bearbeitet von MEike am 29.11.2007 19:21:26


Grundsätzlich nichts gegen Krippenplätze, aber die Art der Finanzierung, die der Bund vorsieht, geht gar nicht. Fakt ist, dass im Etat nicht wie von Herrn Steinbrück behauptet, 185 Milliarden für familienpolitische Leistungen vorhanden sind (da hat er einiges aus anderen Töpfen hin zu gerechnet, wie Steursplitting usw., was Frau von der Leyen gar nicht zur Verfügung steht). Fakt ist auch, dass die Kommunen, die finanziell am Ende sind, die Folgekosten für die Krippen gar nicht aufbringen können.
Also wird man wohl versuchen, uns Familien zur Finanzierung dieser Pläne zur Kasse zu bitten. Das bedeutet dann für jemanden wie mich, deren Kinder schon längst aus dem Krippenalter raus sind: Ich habe früher den Kindergarten-Besuch selber finanzieren müssen, muss reichtlich Kohle in die Schulausbildung der Kids stecken, und dafür darf ich dann die Betreuungskosten für die Kleinkinder mittragen.
Schöne Pläne, die die Damen und Herren in Berlin da aushecken. Aber die brauchen ja keine Kinderkrippen: Deutschlands teuerster Kindergarten im Regierungsviertel hat ja schließlich auch Öffnungszeiten bis 22 Uhr! :labern:


Also ich hab über dieses Thema nicht soo die Ahnung, auch wenn ich im Moment Erzieherin lerne :rolleyes:


Aber ich verstehe nicht, warum man unbedingt Plätze für Kinder ab 1 Jahr braucht?
Ich meine, warum bekomme ich ein Kind, wenn ich es in die Krippe bringe, wenn es 1 Jahr ist?
Man bekommt doch die schönsten Entwicklungsschritte der Kids gar nicht mit?
Ich meine die Familien, die ihre Kinder mit 1 Jahr in die Krippe geben, nur weil ihnen die Karriere wichtiger ist....

Und wofür braucht man Betreuung bis 22 Uhr? In dem Kiga, wo ich arbeite ist von 7-5 Uhr geöffnet und das reicht völligst.

Denkt da auch jemand mal an die Erzieher/innen? 42Stunden Wochen sind schon fast normal... Dabei gibt es zu Hauf Qualifizierte Erzieher/innen. Aber es werden keine Eingestellt, weil es zu teuer ist :labern:

Wir (Meine Klasse) regen uns jeden Tag über diese "Philosophie" auf. Auch das aktuelle Schulsystem ist zum :kotz:

Klar, es soll ja was geändert werden aber: Zitat: "Man kann nicht im dritten Stock eine Vollsanierung durchführen, wenn das Fundament schon wegbröckelt". Zitat ende.
Das hat Karl Gebauer gesagt. Ein toller Mann, der bei uns über Kitas und Schulen referiert und wie man Kinder richtig "erzieht".


Wie gesagt, kenne mich nicht so gut mit dem Thema aus :)


LG


Ich finde ich es klasse, dass es die Möglichkeit geben wird.So sind die Eltern unabhängiger und den Kindern wird es wohl auch nicht schaden.

Meine Familie lebt teilw. in Spanien, Frankreich und in der Türkei.Dort gibt es schon ewig die Möglichkeit, Kinder ab 1 Jahr betreuen zu lassen.Leider nicht ohne geringe finanz.Mithilfe der Eltern.Ich erlebe bei allen bekannten Kindern, die sich in dieser Form entwickelt haben, auch deutl.Vorzüge: sie sind selbstbewußter und auch früher selbständig im Vergleich zu den gleichaltrigen Kindern, die daheim betreut wurden.


Ich bin ja politisch für die Entscheidung über die Einrichtung von Krippenplätzen zuständig. Da ist es nicht leicht, die richtige Entscheidung zu fällen. Ich habe oft Bauchschmerzen, wenn ich höre, dass die Kleinen morgens um 6:30 Uhr abgegeben und um 17 Uhr abgeholt werden. Deshalb habe ich auch bei den letzten Krippenplätzen nur zögernd meine Zustimmung gegeben. Ich habe aber in der Zeit gelernt, dass ich nicht meinen persönlichen Maßstab anlegen darf, sondern den bedarf der Eltern sehen muss. Zurzeit sind wir dabei zu prüfen, ob es möglich ist, „Familienähnliche Gruppen“ einzurichten. Dort können die Kleinen von den Großen lernen (und umgekehrt). Wichtig ist mir, dass wir bedarfsgerecht planen. Da sollte die Einzelhandelskauffrau, die am Samstag bis 20 Uhr arbeiten muss genauso ein Betreuungsangebot haben, wie die Hausfrau, die ihr Kind halbtags im Kindergarten betreuen lässt, weil das Kind die sozialen Kontakte braucht. Dass die Tagesstätten diesen Umfang nicht leisten kann ist auch klar, deshalb werden zusätzlich Tagesmütter oder private Einrichtungen eingesetzt.


Ist ja alles gut und schön, nur wo das Geld herkommen soll ist ja noch lange nicht geklärt. Ich weis selbst was Kinder kosten, richtig los geht es da erst, wenn Sie in die Schule kommen. Es werden mehr Bücher als früher verwendet und teurer werden diese von Jahr zu Jahr. Die Politiker fordern momentan, ihre Bezüge regelmäsig nach Inflationsraten zu erhöhen - die Gehälter der Familien bekommen das nicht. Auch das Kindergeld müsste erhöht werden - ist aber praktisch gesunken, duch Inflation und MwSt. - Erhöhungen. Das Geld was in die Krippenplätze fliest, wird den Familien mit größeren Kindern entzogen. Dabei müsste auch nicht unbedingt mehr Bares fliesen.
Wenn die Schulbücher, Busfahrkarten etc. vom Land getragen würden, wäre schon viel geholfen. Im Endeffekt wird das Geld nur umverteilt.


Daß Kleinkinder in Krippen kommen wird immer die Ausnahme sein und hilft den Familien, die nicht ohne die Berufstätigkeit beider Elternteile existieren können. Daß nun aber der "Normalfall", die daheim betreuenden Eltern belohnt werden sollen, das verstehe ich gar nicht. Soll das heissen, daß die Rabeneltern zwar ihr Kind in die Krippe geben können aber die guten Eltern eine Belohnung erhalten? Na ja, da haben sich die rechten Dogmatiker in der Politik mal wieder durchgesetzt.
Glaubt doch nicht, daß Krippenplätze für die Eltern kostenlos sein werden denn es wird mit Sicherheit so viel kosten wie ein Kindergartenplatz.


Unsere jetzigen Preise:

Elementargruppe ganztags: 262,- €
Elementargruppe 4 Stunden: 131,- €
Elementargruppe 5 Stunden: 163,- €
Hort 4,5 Stunden inkl. Ferien ganztags: 178,- €
Krippe ganztags: 393,- €
Elementargruppe 3 Tage nachmittags: 79,- €
Frühdienst pro angef. 0,5 Std 16,- €
Spätdienst pro angef. 0,5 Std 16,- €
Krippenfrühdienst pro angef. 0,5 Std. 24,- €
Essen 56,- €
Getränkepauschale 2,50 €

Zusätzlich gibt unsere Stadt zu dem 1,6 Millionen Zuschuss noch jedem Elternteil pro Platz 12,- € als Kita-Taler.


Zitat (Kuschelmaus @ 22.05.2007 11:53:21)
Also ich hab über dieses Thema nicht soo die Ahnung, auch wenn ich im Moment Erzieherin lerne :rolleyes:


Aber ich verstehe nicht, warum man unbedingt Plätze für Kinder ab 1 Jahr braucht?
Ich meine, warum bekomme ich ein Kind, wenn ich es in die Krippe bringe, wenn es 1 Jahr ist?
Man bekommt doch die schönsten Entwicklungsschritte der Kids gar nicht mit?
Ich meine die Familien, die ihre Kinder mit 1 Jahr in die Krippe geben, nur weil ihnen die Karriere wichtiger ist....

Und wofür braucht man Betreuung bis 22 Uhr? In dem Kiga, wo ich arbeite ist von 7-5 Uhr geöffnet und das reicht völligst.

Denkt da auch jemand mal an die Erzieher/innen? 42Stunden Wochen sind schon fast normal... Dabei gibt es zu Hauf Qualifizierte Erzieher/innen. Aber es werden keine Eingestellt, weil es zu teuer ist :labern:

Wir (Meine Klasse) regen uns jeden Tag über diese "Philosophie" auf. Auch das aktuelle Schulsystem ist zum :kotz:

Klar, es soll ja was geändert werden aber: Zitat: "Man kann nicht im dritten Stock eine Vollsanierung durchführen, wenn das Fundament schon wegbröckelt". Zitat ende.
Das hat Karl Gebauer gesagt. Ein toller Mann, der bei uns über Kitas und Schulen referiert und wie man Kinder richtig "erzieht".


Wie gesagt, kenne mich nicht so gut mit dem Thema aus :)


LG



Kann ich nur Pluspunkte beisteuern. Ich würde auch niemals ein Kind (Phase ist längst vorbei) in die Welt setzen um es ANDEREN zu überlassen. Es reicht ab dem Kindergartenalter. Kinder bedeuten schon immer Verzicht auf bestimmte Dinge wie Luxus, so war es früher, so ist es heute.

Sicherlich bekommt das falsche Klientel dann noch mehr Kinder - ohne Schulabschluß, ohne Ausbildung und überhaupt ohne Blick über den Tellerrand hinaus denkend. Akademiker/innen etc. (kein Neid!!) können sich ohnehin die bessere Kita aussuchen als die Otto-Normal-Verbraucher.

Kinder haben von Kindesbeinen an damit Berufsstreß wie Erwachsene. :labern:
NEIN DANKE !

Zitat (nanamanan @ 22.05.2007 18:30:26)
Sicherlich bekommt das falsche Klientel dann noch mehr Kinder - ohne Schulabschluß, ohne Ausbildung und überhaupt ohne Blick über den Tellerrand hinaus denkend.

Das ist eine Aussage, die bei mir (vorsichtig ausgedrückt) merkwürdig ankommt, weil ich sie (vorsichtig ausgedrückt) in dem Bereich der Stammtisch-Parolen einordne. Bitte, wer kann und darf entscheiden, welches das richtige Klientel ist, das berechtigt ist, Kinder in die Welt zu setzen?
Nein, ich bin nicht dafür, dass Menschen Kinder bekommen, weil sie meinen, dass sie damit kurzfristig existentielle Nöte, verursacht durch mangelnde Zukunftsperspektiven, lindern können. Aber um so etwas zu vermeiden müssen nicht diese Menschen geändert werden, sondern die Tatsache, dass sie keine Zukunftsaussichten haben (Meine Ansichten zu unserem Bildungssystem, das es ermöglicht, dass immer mehr Jugendliche ohne Abschluss die Schule verlassen, habe ich an anderer Stelle im Forum schon geäußert).

nanamanan - hat da schon recht, was glaubst du passiert, wenn wie angesprochen ein Betreuungsgeld von 150€ pro Kind gezahlt wird? Das sind mit Kindergeld 300€.
Warum sollten diese Eltern ihre KInder in den Kindergarten schicken (obwohl es besser wäre). Ich habe einige Jahre in einer sozialschwachen Gegend gewohnt.
Da bekommen 16 jährige Jugendliche Kinder, auf Schule und Ausbildung keinen Bock. Besser wäre, wie vorgeschlagen, kein Bargeld sondern Erleichterungen wie kostenlose Bücher, Fahrkarten etc. Und das viele Kinder keinen Abschluss haben, liegt NICHT an den Schulen, sondern meist an den ELTERN.

Die Eltern gehören endlich wieder zur Verantwortung angehalten.

Für Familien, die arbeiten möchten/müssen sollte aber die Möglichkeit bestehen, das Kind unter zu bekommen.


Zitat (Sparfuchs @ 22.05.2007 21:32:12)
Und das viele Kinder keinen Abschluss haben, liegt NICHT an den Schulen, sondern meist an den ELTERN.

Die Eltern gehören endlich wieder zur Verantwortung angehalten.

Für Familien, die arbeiten möchten/müssen sollte aber die Möglichkeit bestehen, das Kind unter zu bekommen.

Da sind wir uns ganz einig: Meiner Meinung nach hat das Bildungs- und Sozialsystem schon bei diesen Eltern versagt!!!
Möchte auch nochmal betonen, dass ich grundsätzlich die Möglichkeit der guten (das ist für mich noch fraglich, wenn ich sehe, mit welch glühender Nadel dieses Konzept gestrickt wird) Betreuung für Kleinkinder befürworte, wenn die Eltern die Notwendigkeit sehen.
Ich glaube nämlich nicht, dass z. B. alle Kinder, die in der ehemaligen DDR schon sehr früh im "Hort" waren, durchgehend eine unglückliche Kindheit hatten. Habe einige von ihnen als durchaus ausgeglichene, zufriedene Erwachsene erlebt.
Daher würde ich mich freuen, wenn Muttis, die das erlebt haben, hier mal ihre Erfahrungen beisteuern würden.

Zitat (märchentante @ 22.05.2007 21:22:23)
Zitat (nanamanan @ 22.05.2007 18:30:26)
Sicherlich bekommt das falsche Klientel dann noch mehr Kinder - ohne Schulabschluß, ohne Ausbildung und überhaupt ohne Blick über den Tellerrand hinaus denkend.

Das ist eine Aussage, die bei mir (vorsichtig ausgedrückt) merkwürdig ankommt, weil ich sie (vorsichtig ausgedrückt) in dem Bereich der Stammtisch-Parolen einordne. Bitte, wer kann und darf entscheiden, welches das richtige Klientel ist, das berechtigt ist, Kinder in die Welt zu setzen?
Nein, ich bin nicht dafür, dass Menschen Kinder bekommen, weil sie meinen, dass sie damit kurzfristig existentielle Nöte, verursacht durch mangelnde Zukunftsperspektiven, lindern können. Aber um so etwas zu vermeiden müssen nicht diese Menschen geändert werden, sondern die Tatsache, dass sie keine Zukunftsaussichten haben (Meine Ansichten zu unserem Bildungssystem, das es ermöglicht, dass immer mehr Jugendliche ohne Abschluss die Schule verlassen, habe ich an anderer Stelle im Forum schon geäußert).


dtito

Wollte niemanden benachteiligen, meine Erfahrung spricht eben die Sprache wie von mir gemeint. Ich möchte nie und niemanden Kinder absprechen. Man sollte eben die Eltern zur Verantwortung heranziehen.

(Ps. Ich würde eher eine "Erfolgsprämie" bei Schulabschluß oder Ausbildungsabschluß statt Erziehungsgeld vorziehen. Ich warte schon auf Contra!)

PS. Sparfuchs ich bin auch Deiner Meinung und ich weiß von Fällen die mit 16 Kinder bekommen haben, statt Schulabschluß, dann gleich nochmal eins statt Schule und das 3. wurde wegen Überforderung abgetrieben. :labern: :labern: :labern: Erfolgsaussicht dieser Kinder gleich 0.
Der Fünfjährige hat schon Straßenerfahrung wie mindestens 12 Jahre. :wallbash: :wallbash:

Dann noch Erziehungsgeld - nein!! Diese Person würde eher noch eins bekommen als eines in die Grippe zu geben.

Diese Person steht aber in keinem Verhältnis zu mir, sonst ... :labern: :labern:


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