Streik und Forderungen der GDL: Was ist Eure Meinung dazu?


Hallo,

wie viele bestimmt gehört haben, haben sich die Bahn mit 2 der Gewerkschaften geeinigt. Allerdings hat die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nicht an den Verhandlungen beteiligt und will heute weiterstreiken.
Sie fordern bis zu 31% mehr Lohn und wollen den Abschluss der anderen (600€ Einmalzahlung, ab 2008 4,5% Mehr Gehalt) keinesfalls für sich übernehmen.

Wie ist Eure Meinung dazu? Ist die Forderung der GDL gerechtfertigt? Habt Ihr Verständnis für den Streik?

Grüße
Murphy

Bearbeitet von murphy am 10.07.2007 13:03:06


Nicht verhandeln, aber Krawall machen, dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Für größenwahnsinnige Gewerkschaftsfunktionäre, die ihre Daseinsberechtigung bestätigen müssen, indem sie die Leute mit aberwitzigen Gehaltsforderungen aufhetzen, hatte ich noch nie was übrig. Und die Blockade des Bahnverkehrs müssen letztendlich Leute ausbaden, die auch "nur mal eben" ihren Job riskieren, wenn sie zu spät zur Arbeit kommen. Es ist an sich schon der Hammer, dass es drei verschiedene Gewerkschaften gibt, die alle tariffähig sind. Aber was die GdL hier veranstaltet, ist Geiselnahme.


In Hamburg fährt im Moment gar nix. Wenn sie ihre Forderungen durchbekommen, dann wird das halt wieder bei der nächsten Fahrpreiserhöhung reingeholt. Zahlen tuen wir alle dafür.


Meine Meinung:

Es geht nur um Macht. Der Abschluss der anderen Gewerkschaften ist wirklich hoch genug. Ich finde 31% irrwitzig und maßlos. Naja, dann kann die Bahn ja beruhigt die Fahrpreise erhöhen, das bekommen die STreiker nicht ab, weil sie ja umsonst fahren dürfen.


Ich habe da absolut kein Verständinis dafür.

Ausgetragen auf dem Rücken der anderen, die nun wieder zusehen, wie sie auf Arbeit kommen.

31 %, das muss man sich mal überlegen. Das muss ja wieder worher kommen. Also wahrscheinlich Einsparungsmaßnahmen sprich Entlassungen und für die Bahnnutzer Preiserhöhungen.

Größenwahnsinnig sind die in meinen Augen. Und die Gewerkschaftsbosse fühlen sich mal wieder wie die Kings.


Zitat (tom-kuehn @ 10.07.2007 08:40:03)
In Hamburg fährt im Moment gar nix. Wenn sie ihre Forderungen durchbekommen, dann wird das halt wieder bei der nächsten Fahrpreiserhöhung reingeholt. Zahlen tuen wir alle dafür.

Und während Streik, hohe Benzinpreißen, Tankstellen nutzen das richtig aus.

Ich hoffe, die vergalloppieren sich so richtig und die Leute auf der Straße merken endlich, dass es da um Gier geht, nicht um gerechte Entlohung.


Zitat (internetkaas @ 10.07.2007 08:45:17)
Zitat (tom-kuehn @ 10.07.2007 08:40:03)
In Hamburg fährt im Moment gar nix. Wenn sie ihre Forderungen durchbekommen, dann wird das halt wieder bei der nächsten Fahrpreiserhöhung reingeholt. Zahlen tuen wir alle dafür.

Und während Streik, hohe Benzinpreißen, Tankstellen nutzen das richtig aus.

Das kommt noch dazu! Habe ich heute morgen auch gedacht. :(

Ich war anfangs von den 31% auch mehr als geschockt, und hab das als Irrwitzig abgetan. Aber wenn man sich überlegt, daß die Lokführer von nem Bruttogehalt um 1500.- leben, und im Grunde genommen ne riesen Verantwortung haben. Und ständig in der Gefahr leben, einen irren Selbstmörder an der Scheibe kleben zu haben... Ich kann es wirklich verstehen.

Meine Eltern kennen 2 ehemalige Lokführer. Der eine hatte in seiner gesamten Dienstzeit 2 Selbstmörder, und der andere hatte innerhalb eines Monats 4!!! Der hat den Job danach sofort aufgegeben, und war lange Jahre in Psychologischer Behandlung.

Wieso soll diese Personengruppe denn nicht streiken? Wenn andere Branchen streiken dann bekommen es halt weniger mit. Ich bin sicher, es ist denen auch unangenehm, daß sie so arg viele (unbeteiligte) Leute treffen. Aber wie soll man das denn den Bossen anders zeigen? Indem man trotzdem seine Arbeit macht??? :D


Zitat (murphy @ 10.07.2007 08:22:57)
Habt Ihr Verständnis für den Streik?

Mittlerweile habe ich überhaupt kein Verständnis mehr :angry:
Ich kann heute nicht auf die Arbeit, da die Streikzeit über meine Kernarbeitszeit geht, nun bin ich wieder nachhause gefahren und darf heute zum Dank dafür einen Tag Urlaub nehmen.
Die Informationen an den Bahnsteigen sind sowas von nichtssagend, es gibt keinen Schienenersatzverkehr, der heutige Tag ist auf gut Deutsch voll für den Arsch.

Dankeschön :angry:

Zitat (Wyvern @ 10.07.2007 08:52:53)
Ich war anfangs von den 31% auch mehr als geschockt, und hab das als Irrwitzig abgetan. Aber wenn man sich überlegt, daß die Lokführer von nem Bruttogehalt um 1500.- leben, und im Grunde genommen ne riesen Verantwortung haben. Und ständig in der Gefahr leben, einen irren Selbstmörder an der Scheibe kleben zu haben... Ich kann es wirklich verstehen.


Da stellt sich mir aber die Frage, WO war die Gewerkschaft denn in den vergangenen Jahren? Mich erstaunt es schon sehr, dass ganz plötzlich die Funktionäre erkennen, dass die Löhne viel zu niedrig sind, so dass jetzt der dicke Schluck aus der Pulle genommen werden soll. In anderen Berufszweigen wurde und wird regelmäßig aber dann für gemäßigte Lohnerhöhungen gestritten.

Die Frage ist, ob höhere grundgehälter die richtige Lösung sind.

Es brüllen doch immer alle, sie wollen Unternehmensgewinn beteiligt sein. Das heisst aber dann im Gegenzug, dass sie auch das Risiko mittragen sollten.

Also entweder die Leute bekommen variable Gehaltsanteile, dann bekommen sie bei großen Gewinnen des Unternehmens viel Geld und bei Verlusten eben kaum was oder sie bestehen auf ein höheres Grundgehalt, dass dann eben bei einer Krise dafür sorgt, dass leute entlassen werden müssen, weil die Gehälter nicht mehr zahlbar sind....


Der Sinn dieses Streik ist doch der Gleiche wie bei der Telekom. Wenn sich die Mitarbeiter nicht wehren, arbeiten WIR ALLE bald für 3,50 Euronen. Sicher sind die Fahrgäste verärgert. Aber die müssen AUCH wachgerüttelt werden. Der Moloch "Kapitalismus" frisst die Demokratie auf und die Menschen merken´s nicht mal. Wie soll es denn weitergehen? Demnächst "flaggt" die Bahn aus nach Malaysia, so wie viele Reedereien, und wir haben Lokführer, die für einen Euro pro Stunde arbeiten? Soll das SO werden? VW, Opel, Ford, Mercedes produzieren schon in "Billiglohnländern". Soll das dann auch mit der Bahn passieren? Anstatt zu mäkeln, sollten WIR ALLE gemeinsam MIT den Bahnmitarbeitern auf die Strasse gehen. Dann merken die Großaktionäre vielleicht, WER das Sagen in Deutschland hat. Aber steckt nur immer den Kopf in den Sand, meckert an den Streikenden rum, dann werdet ihr schon sehen, was ihr in einigen Jahren davon habt.

Was mir allerdings gar nicht passt, ist die Tatsache, dass es für die Bahn drei Gewerkschaften gibt. Geteilte Macht ist halbe Macht. Ganz von den Bossen gewollt......



Gruß

Abraxas


Es geht hier um die Abspaltung der Lokführer von den anderen Eisenbahnern. Dadurch entsteht nur Hass untereinander. Die Lokführer können ohne den Fahrdienst auch nicht bewirken. Das kann noch was werden.....Da entsteht nur Neid und Missachtung. Was denken die Lokführer wer sie sind?


Zitat (märchentante @ 10.07.2007 10:08:24)
Da stellt sich mir aber die Frage, WO war die Gewerkschaft denn in den vergangenen Jahren? Mich erstaunt es schon sehr, dass ganz plötzlich die Funktionäre erkennen, dass die Löhne viel zu niedrig sind, so dass jetzt der dicke Schluck aus der Pulle genommen werden soll. In anderen Berufszweigen wurde und wird regelmäßig aber dann für gemäßigte Lohnerhöhungen gestritten.

Korrekt...das verstehe ich auch nicht. :hmm:
Ich kenne leider persönlich keinen Lokführer,den man interviewen könnte....aber anhand der Zahlen,die ich gelesen habe,sind die meiner Meinung nach unterbezahlt.
Nur die Forderungen,die die Gewerkschaft jetzt stellt,übersteigt alles und sorgt für keinerlei Verständnis in der Bevölkerung.Je länger dieser Streik dauert,desto eher wird der Unmut der Leute die GDL und die Lokführer treffen...und nicht Herrn Mehdorn und Konsorten.

Zitat (murphy @ 10.07.2007 08:22:57)
Wie ist Eure Meinung dazu? Ist die Forderung der GDL gerechtfertigt? Habt Ihr Verständnis für den Streik?


Ja, ich finde, die Forderungen sind gerechtfertigt und ich habe vollstes Verständnis für den Streik.

Was ich auch schade finde ist die Tatsache, dass die Bahnanagestellten nicht alle solidarisch in einer Gewerkschaft organisiert sind.

Trotzdem: Mein Verständnis und meine Solidarität haben sie.

Zitat (Abraxas3344 @ 10.07.2007 21:12:30)
Was mir allerdings gar nicht passt, ist die Tatsache, dass es für die Bahn drei Gewerkschaften gibt. Geteilte Macht ist halbe Macht. Ganz von den Bossen gewollt......

Welche Bosse meinst Du?

Die der Bahn kannst Du nicht meinen, da sie nicht für die 3 unterschiedlichen Gewerkschaften verantwortlich sind, sondern eher das problem haben, mit 3 verschiedenen Verhandlungspartnern tagen zu müssen.


Die Gewerkschaftsbosse in ihrer Gesamtheit kannst Du auch nicht gemeint haben, denn deren Macht schmälert sich ja durch die 3-Teilung.

Die einzigen, denen das was bringt sind die Bosse der einzelnen Gewerkschaften, denen geht es nämlich bei weitem nicht um die Leute, sondern um die eigene persönliche Macht, die sie aufgeben müssten, wenn aus 3 Gewerkschaften 1 werden würde.
Zuviele Chefs ist halt ein Problem und keiner will seinen hohen Posten bei der Gewerkschaft räumen, nur damit eine vereinte Gewerkschaft dann mehr Macht hat und den Leuten vielleicht mehr helfen könnte.

Deswegen glaube ich kein Wort von den Gutmenschen der Gewerkschaft, denn sie stellen ihr persönliches Interesse (das nach persönlicher Macht) über die Interessen derer, die sie vertreten sollen.

Murphy

Bearbeitet von murphy am 11.07.2007 07:20:47

Wer soll Verständnis haben, all die Chef`s die auf Ihr Angestellten warten...die zu spät zu Arbeit kommen ? Wer bezahlt deren Ausfälle? Bestimmt keine "Gewerkschaft" ! Auf Kosten Anderer Druck machen, ganz schön fies!
Die Bahn ist für mich sowieso korrupt bis obenhin, letztens als ich am Schalter ICE Fahrkarten buchen wollte, Preisspannen bis 65% bei ein und dem selben Produkt.
Bei dieser Politik kennt sich keine Sau aus! :wallbash:


Zitat (madreselva @ 10.07.2007 23:28:27)
Zitat (murphy @ 10.07.2007 08:22:57)
Wie ist Eure Meinung dazu? Ist die Forderung der GDL gerechtfertigt? Habt Ihr Verständnis für den Streik?


Ja, ich finde, die Forderungen sind gerechtfertigt und ich habe vollstes Verständnis für den Streik.


30% sind gerechtfertigt? Na die hätte ich auch mal gerne.

Das halte ich für absolut überzogen und eigentlich kann man sich bei solch utopischen Zahlen von vorne herein denken, das dies nichts wird.

Natürlich habe ich Verständnis für den Streik und dafür, dass sie mehr Geld wollen. Gar keine Frage, wer will das nicht. Aber gleich soviel? Das muss nicht sein.

Zitat (Unersetzliche @ 11.07.2007 07:43:20)
Wer soll Verständnis haben, all die Chef`s die auf Ihr Angestellten warten...die zu spät zu Arbeit kommen ? Wer bezahlt deren Ausfälle? Bestimmt keine "Gewerkschaft" ! Auf Kosten Anderer Druck machen, ganz schön fies!
Die Bahn ist für mich sowieso korrupt bis obenhin, letztens als ich am Schalter ICE Fahrkarten buchen wollte, Preisspannen bis 65% bei ein und dem selben Produkt.
Bei dieser Politik kennt sich keine Sau aus! :wallbash:

Ich denke man muss trennen zwischen der Art, wie die Bahn intern ihre Prispolitik betreibt und dem, was zur zeit läuft:

Im Moment geht es es einen Machtkampf, die Gewerkschaft der Lokführer will sich nicht den anderen anschliessen (vermutete Gründe siehe weiter oben) und versucht jetzt, mit den Muskeln zu spielen und die Bahn zu erpressen. Egal was ich von der Bahn halte, ich finde, einen Abschluss mit 4,5% mehr Lohn und 600€ Sonderzahlung hätten auch die Herren der GDL akzeptieren können.

Aber nein, damit würden sie ihre Daseinsberechtigung in Frage stellen. Deswegen müssen sie so auf den Putz hauen und eine wahnwitzige Erhöhung fordern, das bringt Publicity und gaukelt den Mitgliedern vor, sie brauchen genau diese eine Gewerkschaft, eine andere verträte sie nicht so gut.

Alles Machtspielchen... :wallbash:

Und der Machtkampf geht weiter:

GDL will Streikverbot anfechten
Die Lokführergewerkschaft GDL will nicht hinnehmen, dass ihre
Warnstreiks von Gerichten verboten wurden. Sie wird deshalb heute in
Mainz Widerspruch gegen das Verbot einlegen. Die Gewerkschaft
Transnet berät derweil über das Tarifergebnis.

(Quelle Tagesschau-newsletter vom 11.07.07, 9.30 Uhr)


Ich rege mich schon auf wenn der Vorsitzende der GDL sich in die Kamera schiebt und rumproletet, wie ernst er es meint.

Wenn es ihm wirklich um die Leute ginge, müsste er eigentlich dafür empfänglich sein, dass die Bevölkerung auch nur noch bedingt Verständnis für völlig überzogene Forderungen hat und die Akzeptanz einer Gewerkschaft als Vertreter der Arbeitnemher darunter leiden wird.

Das ist das Dilemma der Gewerkschaften: Früher vertraten sie Leute, die nicht lesen udn schreiben konnten und dringend Hilfe brauchten, weil sie sich nicht alleine vertreten konnten.

Heute haben sie ein Klientel, dass immer mehr Bildung erlangt und auch grössere Zusammenhänge verstehen lernt. Und spätestens wenn auch der letzte Gewerkschafter bemerkt hat, dass nur fordern der Gesamtheit Schaden zufügt und die Akzeptanz in der Bevölkerung schwindet, wird es schwer werden, die Leute zu halten.

Alte Klassenkampfparolen haben bald ausgedient. Darauf wird sich auch die Gewerkschaft einstellen müssen.


Zitat (Wyvern @ 10.07.2007 08:52:53)
Ich war anfangs von den 31% auch mehr als geschockt, und hab das als Irrwitzig abgetan. Aber wenn man sich überlegt, daß die Lokführer von nem Bruttogehalt um 1500.- leben, und im Grunde genommen ne riesen Verantwortung haben.

Ich glaub da hast du dich vertan...Meiner Meinung nach war hier von einem NETTO-Lohn von 1500,00 € gesprochen worden.

Ich weiß nicht in welchen Kreisen ihr euch bewegt, aber ich kenne viele Leute, die über ein solches Gehalt froh wären! Aber es ist auch schwierig zu bewerten, welche Arbeit wieviel Geld wert ist...

:ph34r: Ich kenne persönlich einen Gewerkschaftsfunktionär und ich glaube, er kommt mit seinem Gehalt ganz gut hin :ph34r:

Ich wäre mit aus dem Zusammenhang gegriffenen Zahlen vorsichtig. Nur weil man irgendeine Zahl als Grundgehalt hört, weiss man nicht, was aussenrum noch dranhängt (z.B. Urlaubsgeld, Bonus, sonstige Sonderzahlungen, Nacht-Zuschläge, etc.).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerne auf vollständige Info verzichtet wird, weil eine einzelne Zahl halt so schön plakativ niedrig ist und den Gerechtigkeitssinn der Leute anspricht.

Die Zahl istr auch nicht so relevant, es geht ja um eine Bewertung der Arbeit als solches unter Berücksichtigung von Ausbildung, Berufserfahrung, usw. Deswegen ist eine Zahl wie 1500€ nicht so sehr aussagekräftig, weil es weitere Faktoren gibt, als nur das Grundgehalt.


Betriebsräte werden unabhängig davon oft entweder aufgrund des Berufs bezahlt, den sie in der jeweiligen Firma ausüben würden, wenn sie nicht Betriebsräte wären, bzw. ab einem gewissen Level werden sie wie Manager bezahlt....die nagen nicht am Hungertuch.


30 % mehr... :o :o :o

:toktok:


Was überzogen oder angemessen ist, ist meist subjektiver Natur.

Fakt ist: Es wurden in den vergangenen Jahren viel auf Verständnis plädiert. Jahrelange Nullrunden waren das Ergebnis.

Einen Zug verantwortungsvoll zu führen ist mit dem Beruf eines Piloten gleich zu setzen, nur mit dem Unterschied das der Zug mehr Menschen transportiert.

Die Bahn legt Schienen lahm und ist immer mehr Profitorientiert.

Ich frage mich, wieso muss eine Bahn Profit machen? Genauso wie ein Krankenhaus nicht Profit erwirtschaften muss. Beides muss kostendeckend betrieben werden. Nicht mehr nicht weniger.

Der Weg eine AG um pure Mittel in ein Unternehmen zu schaufeln, ist meiner Meinung nach, ein Unding.
Was soll denn mit den Mitteln passieren? Firmenzukäufe um zu wachsen? Um dann behaupten zu können, die deutsche Bahn hätte ein größeres Unternehmensvolumen als irgend ein ausländisches Bahnunternehmen?

Mir ist das schnurzegal. Die Bahn ist so groß wie das Land das sie abdeckt. Nicht mehr nicht weniger. Mit einem Bahnunternehmen muss man keine Rekorde brechen, sondern ein Grundbedürfnis abdecken.

Soll die GDL Lokomotivführer nur streiken bis die Balken brechen, eine verbindliche Aussage in Puncto Ausgliederung der Bahnbediensteten nach dem Börsengang erfolgte noch nicht.

Und schon wieder stehen wir vor dem gleichen Problem wie bei allen anderen Privatisierungen von grundversorgenden Institutionen.

Oder mal anders gefragt ... was habe ich als Postkunde davon das die Post AG eine BHW kauft? Mich hätte es mehr erfreut wenn stattdessen bessere Brieftarife im Angebot wären.

Ach, ja .... die ganzen Entlassungen bei der BHW hätte es dann auch nicht gegeben.


Zu bemerken wäre noch, dass nicht mal alle Lokführer in der GDL sind. Viele sind in der GDBA und Transnet. Die paar Lokführer wollen sich nun über alle Eisenbahner stellen. Ihre Arbeit ist auch nicht mehr wert, wie die der anderen Eisenbahner.
Ihre Forderungen sind völlig überzogen. Jeder hätte gern mehr Geld in der Tasche. Nur was sie wollen schadet am Ende allen. Sie ziehen die gesamte Bahn runter. So lau :( fen nur die Kunden weg. ...und wen wollen sie dann transportieren?


Zitat (helena @ 11.07.2007 19:34:57)
Zu bemerken wäre noch, dass nicht mal alle Lokführer in der GDL sind. Viele sind in der GDBA und Transnet. Die paar Lokführer wollen sich nun über alle Eisenbahner stellen. Ihre Arbeit ist auch nicht mehr wert, wie die der anderen Eisenbahner.
Ihre Forderungen sind völlig überzogen. Jeder hätte gern mehr Geld in der Tasche. Nur was sie wollen schadet am Ende allen. Sie ziehen die gesamte Bahn runter. So lau :( fen nur die Kunden weg. ...und wen wollen sie dann transportieren?

Ich sehe das ähnlich. 30 % mehr Gehalt finde ich wirklich bei weitem übertrieben. Klar habe die Lokführer ne große Verantwortung, das haben Ärzte aber auch. Diese haben zusätzlich noch viel längere Arbeitszeiten - ich rede jetzt von Ärzten im Krankenhaus, nicht von niedergelassenen- Was würde denn passieren, wenn die Lohnerhöhung durchgehen würde? Dann machen doch alle die Hand auf und wollen mehr.

Wieso einigen die sich nicht mal auf 5-10 % mehr Lohn, als gleich so eine utopische Forderung zu stellen?

Zitat
Wieso einigen die sich nicht mal auf 5-10 % mehr Lohn

Ich bin dafür das sie genausoviel oder wenig bekommen wie die anderen Eisenbahner auch. Sind sie was edleres?? :labern:

Edel oder nicht:

sie tragen viel Verantwortung. Aber das tun unterbezahlte Krankenschwestern, Kindergärtner, AIP's usw. auch.

Sollten die Löhne (wenn alle Zulagen berücksichtigt sind) zu niedrig sein, kann man sie schrittweise anpassen. Aber nicht in 31% Schritten!


Zitat
  Edel oder nicht:

sie tragen viel Verantwortung.


Verantwortung tragen Busfahrer auch und die fahren nicht auf Schienen. Hat nicht auch der Verantwortung der die Pläne ausarbeitet? ...und der ist kein Lokführer.
Sie sollen mal schön "die Kirche im Dorf lassen".

Ich finde auch, dass 31% im Hieb zuviel sind, aber grundsätzlich ist die Forderung nicht unberechtigt.

Wenn die öffentlichen Zahlen stimmen, verdient ein Lokführer INKLUSIVE Nacht/Wechsel/Sonderschicten - teilweise 16 Stunden Arbeitszeit - 1600 € netto pro Monat.

Ein Flugkapitän, der unter ähnlichen Bedingungen arbeitet geht nicht unter 8000 € nach Hause.

Hier, wo ich wohne, verdient schon ein Busfahrer unter diesen Bedingungen mindestens 1800 €.


Na wenn die Lokführer das verdient haben, müssen alle Arbeitnehmer auch mehr bekommen. Ob

Zitat
INKLUSIVE Nacht/Wechsel/Sonderschicten - teilweise 16 Stunden Arbeitszeit - 1600 € netto pro Monat.
möchte ich bezweifeln.

Don Cladi hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Früher waren Bahn und Post subventionierte Staatsbetriebe - also Eigentum des Volkes, was u. a. auch DAFÜR Steuern bezahlt hat. Schlechter Service hin - Beamtentum her. Es war UNSER Eigentum, was widerrechtlich an aktienspekulierende Hyänen verkauft wurde. Denen ist natürlich ihr GEWINN wichtiger als gerechte Bezahlung der Mitarbeiter. Meiner bescheidenen Meinung nach dürften Unternehmen, die nach "sozialen Aspekten" wirtschaften müssen, also Bahn, Post, Telekom, Strom - und Wasserwerke, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, NIEMALS auf Profit ausgerichtet sein, sondern sie sollten der Versorgung der Bevölkerung dienen - nicht der Profitgier von Verbrecherorganisationen wie der Börse.

Wenn all diese Betrieb noch in der Hand der Allgemeinheit WÄREN, und sich die Strukturen nicht geändert hätten, würden die Mitarbeiter zwar noch Beamte sein, aber die Gesamtzahlen des Personals würden sich nicht ständig verringern (obwohl ja die Arbeitslosenquote ANGEBLICH GESUNKEN sei) und die Entlohnung KÖNNTE gerechter (!) sein. So aber schöpfen die Volksbetrüger - und Diebe auch noch den letzten Cent "Gewinn" ab, saugen ihre Mitarbeiter, die so dumm sind, und sich in DREI unterschiedliche Gewerkschaften gespalten haben, aus wie die Weihnachtsgänse. Die Zerstrittenheit und Uneinigkeit der drei Bahngewerkschaften nützt so den Aktionären und verhindert eine wirksame Gegenwehr der Bahnbediensteten.

Wir nähern uns allmählich den Zuständen um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert. Der Aufstand der Weber führte damals zur Gründung der ersten Gewerkschaften, weil es den Industriearbeitern so schlecht ging, dass sie teilweise trotz Arbeit hungern mussten. Letztendlich führte die Gegenwehr zu Bismarcks Sozialsystem.

Heute scheint es anders zu sein. Gegen den Hunger und Obdachlosigkeit gibt es die "Tafeln" und "Hartz-IV". Gegen Krankheiten gibt es NOCH die Krankenkassen. Gegen Altersarmut gibt es (auch wieder) NOCH die Rentenkassen. Wer noch ein Auto fahren kann und einmal im Jahr Urlaub machen kann, ist zufrieden, auch, wenn er merkt, dass das Geld im Säckel immer weniger wird. Er regt sich nicht auf. Es sind ja die ANDEREN, denen es schlecht geht. Und es gibt immer noch genug Leute, die behaupten, "wer Arbeit sucht, bekommt auch welche". Aber auch deren Arbeitsplätze werden wegrationalisiert, oder vom "Standort" (für mich das Unwort des Jahrtausends) verlegt ins Billiglohnausland.

Wenn man hinterfragt, wer den "Konjunkturausschwung" spürt, sind es nicht etwa die Arbeitnehmer oder die Arbeitslosen, auch nicht Rentner oder Kinder, sondern NUR Spekulanten und Geschäftemacher.

Wie lange soll das noch gutgehen, so frage ich allen Ernstes? Wie lange noch glauben die geneigten Leser der "BILD"-Zeitung, dem Fernsehen, den dreisten Sprüchen der so genannten Politiker?

Die Zeit ist schon lange überreif, es den Webern gleichzutun. Gestern waren es die Weber, heute sind es vielleicht die Bahnarbeiter, denen man sich solidarisch zeigen müsste und GEMEINSAM mit ihnen auf die Strasse gehen sollte. Da spielt die Zahl "31 %" überhaupt keine Rolle mehr, es geht ums Prinzip der solidarischen Demokratie in Deutschland.

Mensch, Leute, wacht endlich auf!

Geuß

Abraxas


Zitat (Abraxas3344 @ 12.07.2007 22:13:47)
Die Zeit ist schon lange überreif, es den Webern gleichzutun. Gestern waren es die Weber, heute sind es vielleicht die Bahnarbeiter, denen man sich solidarisch zeigen müsste und GEMEINSAM mit ihnen auf die Strasse gehen sollte. Da spielt die Zahl "31 %" überhaupt keine Rolle mehr, es geht ums Prinzip der solidarischen Demokratie in Deutschland.


Ich denke die Leute sollten nach dem Aufwachen was ganz anderes merken:

Dass Gewerkschaften der eigenen Macht wegen Rabatz machen. Warum Gibt es denn 3 verschiedene? Und warum kann mir niemand hier glaubwürdig versichern, dass es dem Chef der GDL nicht um seine Macht geht sondern um die Leute?

Und wer alles wird jammern, wenn die Preise wieder erhöht werden, weil 31% Lohnerhöhung finanziert werden müssen?

Und warum ist keiner bereit, dass Risiko eines Unternehmens mitzutragen, aber will unbedingt am Gewinn beteiligt werden? Alle schreiben nach Beteiligung an den grossen Gewinnen, aber variable Gehaltsbestandteile wollen sie nur, wenn sie Gewinn abwerfen, das Risiko sollen die Unternehmen alleine tragen.

Zur Zeit wollen die meisten alles haben, aber ohne Risiko. Das funktioniert halt nicht.

Übrigens gehören zur GDL auch die Zugbegleiter....haben die auch soviel Verantwortung wie Piloten?

Zitat (murphy @ 13.07.2007 05:49:50)
Warum Gibt es denn 3 verschiedene?

Weil, unter anderem, ein Teil der Lokführer noch Beamte sind.

Zitat (VincentVega @ 13.07.2007 06:20:29)
Zitat (murphy @ 13.07.2007 05:49:50)
Warum Gibt es denn 3 verschiedene?

Weil, unter anderem, ein Teil der Lokführer noch Beamte sind.

Was hat Beamtentum damit zu tun?

Zitat (murphy @ 13.07.2007 07:40:44)
Zitat (VincentVega @ 13.07.2007 06:20:29)
Zitat (murphy @ 13.07.2007 05:49:50)
Warum Gibt es denn 3 verschiedene?

Weil, unter anderem, ein Teil der Lokführer noch Beamte sind.

Was hat Beamtentum damit zu tun?

Ist doch klar, diese arbeiten unter anderen Vorraussetzungen (Gehalt - Pension) als deren Kollegen. Folglich kann man sie schwer/gar nicht in der gleichen Gewerkschaft organisieren.

Zitat (dieheulsuse @ 11.07.2007 15:28:44)
Ich glaub da hast du dich vertan...Meiner Meinung nach war hier von einem NETTO-Lohn von 1500,00 € gesprochen worden.

Du hast insofern Recht, daß ich nicht sicher bin, ob ich von Brutto oder Nettolohn gelesen habe. Aber da es allgemeiner Usus ist vom Bruttogehalt zu reden nahm ich das auch an.
Nettogehälter zu nennen ist Schwachsinn, da nicht vergleichbar. Jeder Mensch hat andere Abzüge.

@murphy: Beamte haben kein Streikrecht.

Bearbeitet von Wyvern am 13.07.2007 08:39:15

Zitat (Wyvern @ 13.07.2007 08:35:52)

@murphy: Beamte haben kein Streikrecht.

Right! :)

Dann verstehe ich noch immer den Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass Beamte kein Streikrecht haben das es mehrere Gewerkschaften gibt, nicht.

Bitte um Aufklärung.


@murphy

Da hast Du recht, 2 Gewerkschaften sind sinnvoll, aber wo die dritte herkommt .... da bin ich auch noch nicht dahinter gekommen.

Bearbeitet von VincentVega am 13.07.2007 09:56:40


Gerade mal nachgeschaut. Im Schnitt hat ein Lokführer etwa 27.576 brutto p.a. So richtig viel ist das wirklich nicht.


Zitat (Wyvern @ 13.07.2007 08:35:52)
Nettogehälter zu nennen ist Schwachsinn, da nicht vergleichbar. Jeder Mensch hat andere Abzüge.

:daumenhoch:

Zitat (Wyvern @ 13.07.2007 08:35:52)
Du hast insofern Recht, daß ich nicht sicher bin, ob ich von Brutto oder Nettolohn gelesen habe. Aber da es allgemeiner Usus ist vom Bruttogehalt zu reden nahm ich das auch an.
Nettogehälter zu nennen ist Schwachsinn, da nicht vergleichbar. Jeder Mensch hat andere Abzüge.

Da gebe ich dir vollkommen recht! Aber es war in der allgemeinen Medien-Berichterstattung wirklich immer vom Netto-Gehalt die Rede. Habs mir deshalb so gut gemerkt, weil ich es selber so dämlich fand. :blumen:

ich fahre viel mit der Bahn und bin da auch echt drauf angewiesen, aber ich finde, die Forderugen sind absolut gerechtfertigt, mit dem, as die Lokführer bekommen, kann keine Familie leben. Noch dazu haben die katastrophale Arbeitszeiten und kriegen nicht, wie fast jeder andere, der so arbeiten muss, noch Nachtzuschlag.
Und wenn dieser A**** Mehdorn es anders net begreift, müssen se halt streiken. Vollste Solidarität.


(und ich hab auch gern glückliche Zugführer. Das ist nicht wie bei Piloten, die nach dem Start den Autopiloten einschalten und dann erstmal nix mehr machen müssen, die im Zug haben richtig was zu tun)



und nochwas: 31% fordern ist ja nicht 31% kriegen.
das ist wie auf dem Markt: die Klamotten sind schweineteuer, weil die Händler eh wissen, dass ich versuchen werd, um die Hälfte runterzuhandeln. Also fangen sie hoch an, ich würde das nämlich auch probieren, wenns am Anfang billig wär.)

Bearbeitet von werschaf am 13.07.2007 10:58:10


Wenn das von tom-kuehn stimmt, dann wurden mit 1500.- wirklich Nettogehälter genannt. Sehr schwache Argumentation dann! (Sorry, daß ich anfangs von falschen Zahlen ausgegangen bin)

Damit sind für mich die 30% absolut gestorben, und nicht nachvollziehbar.


Das ist genau das, was mir bei der Sache wichtig ist: Dass man nicht blind plakative "Fakten" aus den Medien schluckt, sondern wirklich INFORMATIONEN sucht, also Fakten, die das Bild vervollständigen.

Es reicht nicht, 31% Erhöhung und 1500€ Gehalt zu nennen, so wie es gerne gemacht wird, sondern man muss mehr wissen, um eine Sachlage beurteilen zu können.

Und bevor ich demonstrativ Solidarität bekunde zu etwas, wo ich nicht mal genau weiss, zu was, lasse ich es lieber.

Einem Gewerkschfatsfunktionär per se zu glauben, fällt mir aufgrund meiner eigenen Erfahrungen schwer, zumal ich genau erkennen kann, wenn es um Macht geht und wann tatsächlich um die Menschen.

Ich habe es vorher schon geschrieben:
Wenige Gewerkschaften würden den Vertretenen mehr bringen, weil sie mehr Macht hätte, den einzelnen Führungsriegen dieser Gewerkscahften jedoch weniger, weil dann einige ihre Posten aufgeben müssten.

Und an der Realität kann man klar sehen, worum es geht: um den persönlichen Nutzen, der als wichtiger erachtet wird, als die grössere Macht beim Durchsetzen von Interessen der Mitglieder.


Zitat (Wyvern @ 13.07.2007 11:06:28)
Wenn das von tom-kuehn stimmt, dann wurden mit 1500.- wirklich Nettogehälter genannt. Sehr schwache Argumentation dann! (Sorry, daß ich anfangs von falschen Zahlen ausgegangen bin)

Damit sind für mich die 30% absolut gestorben, und nicht nachvollziehbar.

http://www.gehalts-check.de/gehaltsfuehrer...1343/ANFANG.HTM

http://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/SID-3D...88.xml&vm=beruf

Dass drei Gewerkschaften in dieser Situation großer Mist sind, ist wohl jedem klar. Den Bossen dieser "Gewerkschaften" geht es natürlicherweise nur um ihre Pfründe, die wahrscheinlich noch von Mehdorn gesponsert werden. Es geht hier auch nicht um Zahlen. "1500" oder "31" - was sagt das schon aus? Es geht um Macht. Nicht um die Macht einzelner Gewerkschaftsbosse, sondern um die Macht der Kapitalisten. Sie haben über viele Jahre (für den arbeitenden Menschen unmerklich) erst den Staat ausgesaugt. Der ist faktisch pleite. Deshalb hat der "Staat" das "Tafelsilber", also seine Staatsbetriebe, seine Immobilien und seine Rücklagen verkauft oder verpfändet, sprich, mit Hypotheken belastet. Nun ist aus diesem "Staat" nichts mehr herauszuholen. Also versucht man, durch Lohnkürzungen noch den letzten Cent "Gewinn" aus den Beschäftigten herauszuquetschen. Die Gelegenheit ist doch günstig: es stehen genug "weichgeklopfte" Arbeitslose vor der Tür, die bereit sind, für jeden noch so geringen Lohn zu arbeiten. Wenn man diese Gesamtlage berücksichtigt, sind die Bahnarbeiter doch nur die Vorhut für eine allgemeine Gegenwehr in diesem Raubtiersystem. Die Quintessenz MUSS in den folgenden Jahren, wenn unser Volk endlich aus seiner Lethargie aufwacht, ein Generalstreik sein. Sonst rutschen wir ab in die Zeiten der griechischen, römischen und byzanthinischen Sklaverei. Also 2000 bis 3000 Jahre zurück. Wollen wir das?


Gruß

Abraxas



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