Kinderarmut: Was kann man tun?


Liebe Frag-Mutti-User/innen, :blumen:

zur Zeit ein Thema in vielen Medien: Kinderarmut.

Auch die Städte beschäftigen sich mit diesem Thema.
In unserer Stadt gibt es Teile der Stadt, die mehr von dieser Armut betroffen sind, als andere Teile dieser Stadt. Nun versuchen manche Städte zu ermitteln, wie es dazu kommen konnte.

Diskutieren würde ich mit euch gerne zu folgenden Punkten:
Kennt jemand solche Familien?

Wie kann es in einem sozialen Staat dazu kommen?

Ist die Arbeitslosigkeit der Eltern ein guter Grund?

Fehlt die Bildung?

Wir befinden uns doch zur Zeit im wirtschaftl. Aufschwung....

Manchmal denke ich schon, wenn es für die Zigaretten und das Bier reicht, dann müsste man doch auch seine Kinder gesund ernähren können...

Ab wann und wo fängt Kinderarmut überhaupt an?


Auf eine Diskussionrunde zu diesem Thema, wo ich denke, Kinderarmut geht uns alle an, freue ich mich schon.

L G

Pathi


Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Wie definiert man Kinderarmut?

Zitat
Kennt jemand solche Familien?

Nein, kennen ist zu viel gesagt, wohnte aber eine Zeit lang in einem Viertel mit Sozialwohnungen. In dem Viertel gibt es die schönste Weihnachtsbeleuchtung.
Beim Bäcker wir angeschrieben, wer den Kuchen kauft sind oft sozial Schwache.
Zigaretten und Alkohol gehen auch prima.

Zitat
Wie kann es in einem sozialen Staat dazu kommen?

Tja, dieses hohe Niveau ist kaum noch bezahlbar. Es fehlt an Bildung für die Schwachen, aber auch an Anreizen. Warum etwas tun, wenn Sozialhilfe etc. so hoch sind, wie für einfache Arbeit bezahlt werden. Auch die vielen Alleinerziehenden sind ein Problem, viele (nicht alle) bekommen da ihr Leben nicht mehr in den Griff.

Ja, der Aufschwung ist da, aber nur im Export, die Inlandsgeschäfte gehen seit Jahren sehr schlecht, ist doch kein Wunder bei den hohen Reallohnverlusten.

An sozial Schwache sollten Hilfe nur in zweckgebundenen Gutscheinen gegeben werden, da Bargeld eher in Alkohol und anderes Zeug verschwendet wird.

Ich kenne viele Mütter, die ihre Kinder alleine erziehen und arbeiten gehen.
Sie verzichten eher darauf, für sich etwas zu tun, aber schauen, dass sie ihren Kinder die normale Erziehung ermöglichen können.
Da denke ich manchmal, nicht nur weil ich auch Alleinerziehend war, die Mütter müssten mehr entlastet werden, in Form von Steuerbefreiungen.
Die andere Seite ist die, die nicht arbeiten wollen, vom Staat kassieren und sich nicht um die Kinder kümmern. Denke warum es so sein könnte, die Eltern kennen es so von ihren Eltern, man redet da vom Sozalhilfeadel.
Klar, bedingt durch Trennungen rutschen viele Mütter auch erst mal mit ihren Kindern sozial ab, aber was mich immer wieder wundert, es muss keiner hier hungern. Wieso gibt es solche Fälle?


ich persönlich kenne eine solche familie, denen bringe ich auch immer irg.welche selbstgemachten sachen mit (essen, marmelade)- alles, was für mich kein großer aufwand ist und mache dann einfach mehr und die leute sehen es auch nicht als "almosen" an, sondern freuen sich über den "roten engel", der sie beschenkt ^_^

ich denke, dazu kommt es garantiert zum teil durch arbeitslosigkeit UND durch den -teilweise leider- fehlenden bildungshintergrund (zumindest die, die ich kenne und von anderen höre)..... mir wurde schon damals in der schule oft gesagt, das ich als "ausländerin" mehr "weiß", als meine deutschen mitschüler. damals habe ich mir nicht so viele gedanken darum gemacht, aber leider ist es so.
ich sage nicht, das ausländer mehr "wissen" -nenene!!! aber ich glaube, es hängt wirklich damit zusammen, wieviel man von daheim mitbekommt........ eine gute mischung macht es! z.b. die familie meines dads sind allesamt akademiker, professoren etc- die sind natürlich auch ein wenig zum :kotz: und auch teilweise eingebildet- die von meiner mom sind einfache leute mit nem "einfachen" beruf (sie werden gerne bauern genannt :angry: ) aber für mich ist es MEINE :wub: familie.

dieses gibt es in jedem land (schlau- "dumm"/ reich-arm). "kinderarmut" -können "mülltonnenkinder" in thailand sein/ russische waisen (oder geschlagene kinder, die in die kanalisation abhauen)/ kinder aus kriegsgebieten/ kinder in "zwangsehen"/ soldatenkinder.......

aber speziell in deutschland ist es wirklich erschreckend- gerade weil "gutes land" / wirtschaftlicher aufschwung etc., wieviele wirklich an der grenze leben!!!!!!!

Jedes kind sollte ein recht auf ein geborgenes heim und eine anständige bildung haben! je mehr man kann/ weiss, desto besser und dieses kann einer niemandem mehr nehmen!

aus Indien/ aus dem Jiddischen/ von Goethe:

"Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel"


Nein hungern und ohne Dach überm Kopf muss keiner hier leben. Fernseher, PC, Handy etc. sind meist auch vorhanden. Nur, wenn man alleine schaut was Schulbücher kosten, Maxx-Ticket etc, da kann es schon eng werden. Die Kosten steigen nur das verfügbare Einkommen nicht. Viele können trotz Ganztagsjob nicht mehr davon leben - das ist bedenklich. Viele Reformen der Politik kommen Jahrzehnte zu spät und dann auch nur sehr spärlich.


Ja, ich kenne solche Familien. Wo die Kinder barfuß und fast nackt im April draußen spielen und auf meinen Einwand gesagt wird "Das sind schließlich Jungs...", wo alles total vermüllt ist, wo volle Windeln auf dem Boden liegen, wo die Betten total zugemüllt sind und ich nirgendwo einen Platz zum Spielen oder ein Spielzeug sehe.

Solche Zustände und solche armen Kinder gibt es in jedem Land.

Arbeitslosigkeit ist kein Grund dafür. Die Menschen haben sich aufgegeben. Und die Schwächsten der Familie müssen am meisten darunter leiden.

Mangelnde Bildung kann bestimmt ein Grund sein, ist aber nicht zwingend. Es gibt auch Menschen mit Berufsabschluss, die ihren Kindern nicht das mindeste (ausreichend Essen, Kleidung, Liebe...) geben.

Der Aufschwung geht an solchen Familien vorbei. Wie sollen die, die nicht für ihre Kinder sorgen können, ihnen nicht das wesentlichste geben können, vom Aufschwung profitieren, das heißt regelmäßig zu arbeiten?

Für Zigaretten und Bier reicht es und auch für einen oder zwei große Fernseher, fürs Handy, Sonnenstudio, Pommesbude, Döner...aber dann fehlt das Geld für Brot und etwas zum Belegen und das Kind kommt ausgehungert in den Kindergarten und stürzt sich auf den Obstteller. Habe ich nicht erlebt, war Alltag für meine Freundin die in einer Kindereinrichtung arbeitete.

Kinderarmut fängt für mich dort an, wo ein Kind nicht das ausreichend bekommt, was es dringend zum Leben braucht: Nahrung, Kleidung, Beschäftigungsmaterial, Schulzeug, auch Zuwendung und Geborgenheit.


@sirena, schön, wie du deine Sichtweise erklärst. Für mich ist ganz klar, in Thailand gibt es Armut, da es auch ein armes Land ist und sie nicht so starke soziale Strukturen wie wir haben. Gerade deshalb, wie du schon sagtest, warum gerade Deutschland.

Wie Aqua jedoch auch schon erwähnt hat, viele haben sich aufgegeben und lassen ihr Leben sozusagen schleifen und die Kinder gehen dann mit unter.
Viele streben ja auch dem Konsum nach. Meine Jungs hatten keine Fernsehewr und Pc's auf ihren Zimmern, konnte ich mir nicht leisten, aber dafür ein ordentliches Essen.
In manchen Haushalten darf man nicht rein schauen, da haben die Kids alles, aber es mangelt an Liebe und Erziehung.

@Sparfuchs, die Reformen der Politik sind zu spät, da wir uns ja schon die nächste Generation heran gezüchtet haben.Die Auswirkungen werden sich immer mehr bemerkbar machen.Ich sehe es auch so, mit einem Ganztagsjob kommt eine Fam. kaum noch über die Runden, da alles so teuer geworden ist.Heute müssen ja Beide arbeiten gehen, um den normalen Alltagswahnsinn zu bewätigen.


Kinderarmut gibt es nicht erst seit heute in Deutschland.

Als Kind habe ich um mein Taschengeld aufzubessern "Bild am Sonntag"
in unserem kleinen Ort ausgetragen.
Abos hatten die sozial Schwächsten und oft musste ich dem Geld hinterher
rennen.

Die Wohnungen total zugemüllt mit stinkenden Windeln, verdreckten
Klamotten, leeren Flaschen und ungewaschenem Geschirr.

Der Gestank in den Wohnungen unbeschreiblich :kotz:
Ich hatte mindesten 4 Familien die Zeitung zu bringen, auf die
die Beschreibung passt.
Gegeben hat es solche Familien im Ort aber noch mehr.

Was ich damit sagen will, auch in der Zeit als Arbeitslosigkeit noch ein Fremdwort war gab es solche Verhältnisse.


Zitat (pathfinder @ 05.11.2007 19:09:28)
Viele streben ja auch dem Konsum nach. Meine Jungs hatten keine Fernsehewr und Pc's auf ihren Zimmern, konnte ich mir nicht leisten, aber dafür ein ordentliches Essen.
In manchen Haushalten darf man nicht rein schauen, da haben die Kids alles, aber es mangelt an Liebe und Erziehung.

Meine Kleine war letztens auf einem 5. Geburtstag eingeladen... so eine gewisse Art von Kinderarmut herrschte da irgendwie schon... wohl eher auf emotionaler Ebene, finanziell kommen die wohl über die Runden...

Im Kinderzimmer gab es nur ein Bett, alles Spielzeug flog auf dem Boden rum... in der Küche gab es keinen Tisch zum Essen, keine Stühle... also keine Möglichkeit für gemeinsame Mahlzeiten....

Aber im Wohnzimmer prangte der neuste Plasma-TV von der Wand und das Geburtstagskind selber bekam auch einen Fernseher geschenkt... die Mutter selber kümmerte sich an diesem Tag nicht um die Geburtstagsgäste, sondern verschwand in der Küche und plauderte dort mit ihrer Verwandtschaft... war ein bisschen befremdlich....

Ja - ich kenne einige wenige Familien die mit Hartz 4 am Existenzminimum leben und wo die Kinder natürlich "Not" leiden und das auf sehr vielfältige Art. Die Grundversorgung ist überall gewährleistet - nur beim nötigen Frischobst zb oder Frischfisch - frisches Gemüse - sind die Preise für diese Familien nicht tragbar. Eine ausgewogene Ernährung ist somit also nur eingeschränkt möglich. Hinzu kommen Bekleidung - die nur bei Billigläden gekauft werden kann - gutes Schuhwerk ist ebenso sehr teuer - ergo wird auf Turnschuhe zurückgegriffen usw. Dann gibt es die leidigen Schulausflüge - die man sich nicht leisten kann - dazu die Anschaffung von Schulmaterial und Büchern usw - es reicht also hinten und vorne nicht. Hinzu kommt das von einem erwartet wird perfekt mit Geld umgehen zu können und viele können das halt nicht bzw müssen es erst lernen. Und wo bleiben die eigenen Bedürfnisse die jeder ja nunmal hat ? Sprich Frisör - Hobby - soziale Kontakte usw. Das Bildungsniveau spielt da nur eine untergeordnete Rolle - denn treffen kann so eine Situation jeden - egal ob mit oder ohne Schulabschluß. Das einzigste wäre das die Chancen da rauszukommen bei jemandem mit höherem Bildungsniveau weitaus besser sind als bei jemandem der vom Wissen her nicht soviel auf dem Kasten hat. Für mich persönlich würde ich es mir wünschen das es in jeder Stadt einen Laden geben müßte wo nur Kinder rein dürften um sich dort (von mir aus gegen Spielgeld) mit dem einzudecken was sie gerne hätten - oder was sie brauchen. LG Weissnix


@lassie, klar hat es solche Verhältnisse immer gegeben.
Was ich jedoch nur schlimmer finde, sind die Härtefälle wie z. B. totes Kind im Kühlschrank gefunden, Vater hat sich nicht mehr gekümmert, ist drogenabhängig und die Mutter ist tot, die sich vielleicht hätte kümmern können.

Mütter die ihre Neugeborenen umbringen, obwohl es Babyklappen gibt und genügend, so wie ich finde, Aufklärung.
Was mich immer mehr wundert, ist die soziale Kälte die in der Gesellschaft zunimmt. Viele können keine Verantwortung mehr übernehmen und stumpfen ab.


@Weissnix, deine Idee ist schön, für die Kinder einen Laden zu öffnen, damit sie sich eindecken können, mit den Sachen, die sie haben möchten.
Mir fällt gerade ein tolles Lied von Herbert ein "Kinder an die Macht"... :wub:

Unser Radiosender startet um die Weihnachtszeit immer eine Aktion für Kinder, sammelt Spenden, damit die Fam. ihren Kindern was zu Weihnachten schenken können.

@Aussie, emotionale Armut finde ich fast noch schlimmer.Kann ich gut verstehen, dass die Situation befremdlich für dich war.

Jeder Mensch kann den Job verlieren und in Not geraten, dafür ist die Grundsicherung ja auch da, aber was könnte man noch mehr für Kinder tun bzw. erreichen?


Zitat (pathfinder @ 05.11.2007 19:38:02)
@Weissnix, deine Idee ist schön, für die Kinder einen Laden zu öffnen, damit sie sich eindecken können, mit den Sachen, die sie haben möchten.

Wer garantiert dafür, dass die Kids das behalten (dürfen) und nicht verkaufen, um Bargeld in die Finger zu kriegen bzw. dass die Eltern oder ältere Geschwister denen das nicht wegnehmen und selber verkloppen?

Von Kinderarmut wird schnell gesprochen, wenn viele Kids nicht das haben, was andere haben. Aber solange Kohle da ist für Kippen, Alkohol, Handy, Sonnenbank, PC-Aufrüstung, Ausgehen und und und (nicht bloß bei den Eltern, sondern auch bei den Kids selber, vor allem wenn die älter werden) seh ich nicht ein, warum man dann von Armut spricht.

Da ich nicht politisch aktiv bin - bleibt mir lediglich in meinem eigenen Umfeld Augen und Ohren offen zu halten und mich um die Kinder zu kümmern die es betrifft - ganz im kleinen Stil und ohne große Worte und auch vor allen Dingen nicht nach dem warum zu fragen - denn derer Antworten gäbe es viele. :wub:


Zitat (pathfinder @ 05.11.2007 19:38:02)
Unser Radiosender startet um die Weihnachtszeit immer eine Aktion für Kinder, sammelt Spenden, damit die Fam. ihren Kindern was zu Weihnachten schenken können.

Unsere Sparkasse im Ort macht auch eine nette Aktion, die Stellen einen Baum auf, an den bedürftige Kinder Kärtchen mit ihren Wünschen hängen. Liebe Mitmenschen nehmen sich die Kärtchen ab, erfüllen dien Wunsch und bringen die gepackten Päckchen in die Sparkasse zurück, wo sie dann vor Weihnachten an die entsprechenden Kinder verteilt werden....

Unser Elternbeirat wollte dieses Jahr Päckchen für Rumänien packen... auf Elterninitiative bleiben die Päckchen dieses Jahr zum Teil aber doch in Deutschland, wir wollten die armen Kinder in unserem Land nicht ganz vergessen.

Wobei solche Aktionen das Übel natürlich nicht an der Wurzel packen....

Kalle mit der Kelle - da gebe ich dir bedingt Recht. Aber Kinderarmut ist ein weiter Begriff - dazu zählen nicht nur materielle Dinge sondern auch arm sein an Zuwendung - arm sein an in guten Verhältnissen aufzuwachsen - arm sein an Bildung und dergleichen. Und da finde ich alles in allem - unsere Kinder sind heutzutage wirklich arm dran :heul:


Zitat (Weissnix @ 05.11.2007 19:56:10)
sondern auch arm sein an Zuwendung - arm sein an in guten Verhältnissen aufzuwachsen -

Da hast du moralisch mit recht, aber unter das Problem der Kinderarmut fällt nicht der Kurze, der aus nem wohlhabenden Elternhaus kommt und der an allen Ecken und Enden Bildung hinterhergeschmissen kriegt, auch wenn Papa nix mit dem anfangen kann und Mama sich auch nicht groß um den kümmert. Kann da mit Geld geholfen werden? Ne, also hats auch nix mit Armut zu tun.
Fehlende Zuwendung von der Familie kann man eben nicht kaufen, während man mit Kohle ne Menge bei denen ausrichten kann, die keine anständigen Klamotten haben, nix Vernünftiges in den Magen kriegen und wo selten was übrig ist, um mal n Kinderbuch oder sowas zu kaufen.

Du hast Recht Weissnix. Wer sich schon mal mit dem Projekt der Arche beschäftigt hat weiß, dass es verdammt arme Kinder gibt. Die mehr Verantwortung übernehmen, als es deren Eltern es tun. Da schleppen nämlich welche ihre kleinen Geschwister mit, die noch nicht mal in die Schule gehen, damit auch die eine warme Mahlzeit, einen Platz zum Spielen und Liebe und Geborgenheit bekommen. Das alles bekommt jedes Kind dort und die größeren Kinder können ihre Hausaufgaben erledigen und für die Schule lernen. Erst wenn es schon fast Zeit ist, ins Bett zu gehen, treten sie ihren Heimweg allein an. Wenn diese Kinder nicht arm sind, dann weiß ich nicht weiter.


Zitat (Kalle mit der Kelle @ 05.11.2007 19:47:21)

Von Kinderarmut wird schnell gesprochen, wenn viele Kids nicht das haben, was andere haben.

Vollkommener Blödsinn. "Armut an Kindern" ist dann der Fall wenn,

Materielle Armut
Bildungsbenachteiligung
Geistige/kulturelle Armut
Soziale Armut
Fehlende Werte
Seelische/emotionale/psychische Armut
Vernachlässigung
Falsche Versorgung
Ausländerspezifische Benachteiligung

vorliegt.

Es gibt viele Stellen die mit ganz einfachen Dingen helfen. Zum Beispiel EINMAL am Tag ein warmes Essen. Würde es den Kindern nur auf Handy etc ankommen wären diese Stellen kaum besucht. Doch leider sind solche Institutionen "derbe voll".

@kalle, da waren meine Jungs aber arm dran.
Wenn das Kinderarmut ist, so wie du das beschreibst, dann ging es uns ja echt dreckig, aber du hast es schon richtig beschrieben, weil viele Eltern mithalten möchten und das evt. nicht schaffen oder können, definieren sie das mit Armut.

Armut hat für mich auch etwas mit Verwahrlosung zu tun, nicht unbedingt mit materieller Sicherheit.

Kenne eine Jugendliche aus emotional verwahrlostem Elternhaus. Sie hat sehr früh die Verantwortung übernommen, nie Lob und Anerkennung erhalten.Es mangelt ihr nicht an materiellen Dingen, aber sie ist "ausgehungert", sprich, hat nie Liebe erfahren.Sie ist noch so jung und regelt ihr Leben selbst i.V. m. dem Jugendamt.
Sie wirkt auf mich so erwachsen, aber freut sich riesig über jedes Lob und liebes Wort, ihre Augen strahlen förmlich. Hat so etwas nicht auch mit Armut zu tun?


Ich arbeite nun seit ungefähr 16 Jahren mit Kindern und sehe auch eher die Gefahr, daß Kinder seelisch, bildungsmäßig und emotional verarmt sind. An materielen Dingen mangelt es eher selten. Gerade in sozial benachteiligten Familien habe ich es häufig erlebt, daß die Kinder bereits im Vorschulalter mit allem möglichen technischen Schnickschnack ausgestattet sind, ist ja auch so schön praktisch, da kann man die Kinder halt an die Playstation oder vor die Glotze abschieben!
Das ist in besser situierten Familien eher weniger der Fall, die machen meist gemeinsam etwas mit den Kiddies oder geben das Geld für Förderung aus. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Was mich eher schockiert, ist die Dreistigkeit, mit der gemeinnützige Einrichtungen ausgenutzt werden. Beispiel: Arche. War eigentlich mal gedacht für die Armen, wo kein Geld da ist, um die Kinder zu ernähren. Mittlerweile schicken auch die Eltern ihre Kinder dorthin, die sich das eigentlich leisten könnten, aber keine Lust haben, für ihre Kinder zu kochen! Die Kinder lernen das von ihren Eltern, ich brauche gar nix zu tun, ich kriege das ja irgendwie alles umsonst!
In meiner Stadt spielt auch extrem eine Rolle, in welchem Stadtteil man aufwächst.
Lebt man hier im falschen Stadtteil, hat man einfach schon verloren.
Das ist übrigens ein Grund, weswegen wir hier demnächst wegziehen.


@heiabutzi, ist ja echt heftig, wenn die Arche schon ausgenutzt wird. Kann man da keine Kontrollen einführen, wer berechtigt ist und wer nicht? :blumen:


Zitat (pathfinder @ 05.11.2007 20:07:32)
Sie wirkt auf mich so erwachsen, aber freut sich riesig über jedes Lob und liebes Wort, ihre Augen strahlen förmlich. Hat so etwas nicht auch mit Armut zu tun?

Hab ich ja gesagt, moralisch schon, seelisch auch, da gibts nix dran zu rütteln. Bloß kann man das mit Geld ändern? Kann man sich Liebe kaufen und Anerkennung? Ne.
Das ist ohne Zweifel n seelisch vernachlässigtes Kind, an dem die Eltern ohne Kohle was hätten dran ändern können. N Kuss kostet kein Geld, ne Umarmung oder n Lob auch nicht, da kann man keine Anträge für stellen oder Mittel für bewilligen.
Hast du als Kind alles, was du willst und Geld kaufen kannst und sagst dann, du bist auch n Kind das von Kinderarmut betroffen ist, weil Mama und Papa nix von Lob, Zuwendung oder Gesprächen halten, kann da keine Kohle der Welt was dran ändern, sowas kann bloß von den Eltern kommen.
Son Kind ist dann von familiärer Vernachlässigung betroffen, aber die kann man nicht in Geld ausdrücken oder mit ner Spielstunde im Kindergarten auffangen.

Armut ist nicht gleich Verwahrlosung und umgekehrt, wobei es in manchen Zeiten oder Ländern langt, als verwahrlost bezeichnet zu werden, wenn du als Kerl lange Haare hast oder bestimmte Klamotten trägst.

wobei es in manchen Zeiten oder Ländern langt, als verwahrlost bezeichnet zu werden, wenn du als Kerl lange Haare hast oder bestimmte Klamotten trägst.

@kalle, solche Menschen sind mir aber lieber.Lieber verwahrlost aussehen, als verwahrlost im Herzen!

Du bist jetzt Pathis Verwahrloster ;)


Schlaft schön, muss früh raus morgen.

Biba

Pathi


Zitat (pathfinder @ 05.11.2007 20:53:40)
@heiabutzi, ist ja echt heftig, wenn die Arche schon ausgenutzt wird. Kann man da keine Kontrollen einführen, wer berechtigt ist und wer nicht? :blumen:

Könnte man wohl schon, aber die Betreiber der Arche wollen das nicht, da es gegen deren Ethik spricht. Der ursprüngliche Gedanke war ja, alle armen Kinder willkomen zu heißen Und "Armut" ist ja, wie wir hier ja auch merken, ein sehr dehnbarer Begriff! Ich habe mal vor einiger Zeit einen Bericht auf NDR darüber gesehen.
Übrigens ein sehr spannender und interessanter Fred, den Du hier aufgemacht hast, Pathie!

Scherlich könnte man kontrollieren,
aber ich finds gut das es die Arche nicht macht.
Wie sollte man einem Kind erklären,
dass es nicht mehr kommen darf????????? :(
LG Froschli


wow,da ist es mir mal wieder echt übel geworden,als ich die beiträge hier gelesen habe.. :o
die üblichen "bild-niveau-vorurteile":das geld wird natürlich zunächst für alk und zigos,sonnenstudio,pc,tv..etc ausgegeben..klaro,sozi=assi,alki,nikotin...!
ja,da werden sogar noch die gutgemeinten gaben "verkloppt"... ;)

da gehen die gemüter hoch von wegen selbstbestimmung,zu grossem einfluss
vom staat,wenns um tempolimit geht(freie fahrt für freie /bekloppte bürger),
aber sozial schwache sollen sich mit zweckgebundenen gutscheinen noch mehr
einschränken/bevormunden lassen?

sozi ist zu gering und die arbeit ist zu schlecht bezahlt!

lieber mal nichts schreiben,wenn man echt keine ahnung hat,bzw das wissen auf vorurteilen basiert!


@ Rostiger Nagel:
Ich wohne in einem sozial benachteiligtem Stadtteil, und was ich hier teilweise sehe, da krieg ich das Reihern und da würde ich mir wünschen, daß sich der Staat da mehr einmischen würde. Ich liste mal auf, was mir tagtäglich begegnet:
Kinder, die nur noch schwarze Stummeln im Mund haben, weil sie von den Eltern fehlernährt werden und ihnen die Zahnpflege ihrer Kinder egal zu sein scheint!
Kinder, die zu Dick sind, weil sie mit Süßigkeiten vollgestopft werden und zu fett und zu süß essen!
Kinder, die ihre Zimmer bis unter die Decke mit Spielzeug vollstehen haben, aber keinen Erwachsenen, der sich mal mit ihnen hinsetzt und einfach mal "da" ist.
Kinder, die teilweise völlig emotionslos reagieren, wenn sie mitbekommen, das jemand gequält wird, weil sie es einfach nicht gelernt haben, angmessen zu reagieren.
Und mit dem Alk und den Zigaretten, das stimmt leider auch oft!
Im "Stern" habe ich mal gelesen, daß man anhand der Gemüseabteilung im Supermarkt erkennen kann, wie "gut"- oder "schlechtsituiert" ein Stadtteil ist, also, bei uns haut das 100 Pro hin!!!
Ich bin auch dagegen, daß der Staat drüber entscheidet, wofür wer sein Geld ausgibt.
Andererseits finde ich schon, daß Kinder vom Staat geschützt werden müssen, wenn nicht mal die eigenen Eltern das auf die Reihe kriegen
Wie gesagt, ich arbeite schon lange mit Kindern und was ich da schon gesehen und erlebt habe...ich könnte Bücher damit füllen!


Zitat (Heiabutzi @ 05.11.2007 23:26:27)

Andererseits finde ich schon, daß Kinder vom Staat geschützt werden müssen, wenn nicht mal die eigenen Eltern das auf die Reihe kriegen

Genauso sehe ich das auch.

Kinder müssen vor Eltern geschützt werden, die nicht in der
Lage sind die elementaren Grundbedürfnisse eines Kindes zu erfüllen.

hi,heiabutzi!klar gibt es das und es macht mich traurig.wir hätten hier auch genügend geld,möglichkeiten,um zu helfen.

nur mal kleiner bericht aus meiner wohngegend,in der zu 99% sog."bonzen"wohnen:die genannten probleme gibts hier genauso,werden aber durchs finanzielle "vertuscht",bzw wegen titel,status nicht wahrgenommen.
wenn dann der kleine vernachlässigte nachwuchs von der schule fliegt,kommt er halt auf ne teure privatschule,welche den zögling gegen bares durchbringt... ;)


Zitat (rostigernagel @ 05.11.2007 23:46:15)
hi,heiabutzi!klar gibt es das und es macht mich traurig.wir hätten hier auch genügend geld,möglichkeiten,um zu helfen.

nur mal kleiner bericht aus meiner wohngegend,in der zu 99% sog."bonzen"wohnen:die genannten probleme gibts hier genauso,werden aber durchs finanzielle "vertuscht",bzw wegen titel,status nicht wahrgenommen.
wenn dann der kleine vernachlässigte nachwuchs von der schule fliegt,kommt er halt auf ne teure privatschule,welche den zögling gegen bares durchbringt... ;)

Sicher gibt`s die Problematik woanders auch, ich habe auch mal im "Bonzenstadtteil" gearbeitet, und ich finde es genauso verwerflich, wenn "Reiche" ihre Kinder vernachlässigen. Aber es gibt es nicht so häufig. In den Bonzenstadtteilen werden die Kinder meist überbehütet und dürfen teilweise mit zehn den Schulweg noch nicht allein bewältigen, weil das zu gefährlich ist. Das finde ich auch nicht so prickelnd!

Zitat (rostigernagel @ 05.11.2007 22:53:01)
wow,da ist es mir mal wieder echt übel geworden,als ich die beiträge hier gelesen habe.. :o
die üblichen "bild-niveau-vorurteile":das geld wird natürlich zunächst für alk und zigos,sonnenstudio,pc,tv..etc ausgegeben..klaro,sozi=assi,alki,nikotin...!
ja,da werden sogar noch die gutgemeinten gaben "verkloppt"... ;)

Ich hab keinen Dunst wo du lebst und was du mitkriegst, aber mach dich nicht lächerlich indem du die Beobachtungen, Erfahrungen und das Wissen anderer wegwischst.
Schön für dich wenn du das nicht kennen solltest, ich kriegs jeden Tag mit in irgendner Form, ob ichs selber seh oder wieder mal durch andere mitkrieg, wies bei anderen läuft.
Wo du ne Verallgemeinerung siehst geht mir nicht rein, ist auch nicht nötig weils jedem normalen Menschen klar sein sollte, dass n Umstand nicht bei jedem zum gleichen Ergebnis führt, im Gegenteil, du bist der, der verallgemeinert hat.

Bearbeitet von Kalle mit der Kelle am 06.11.2007 00:02:50

kalle,ich hab hier weder was lächerlich gemacht,noch" weggewischt"!
dein letzter satz:bitte um klärung,war etwas unverständlich... :pfeifen:

heiabutzi,meinte nur,das geld nicht alles ist und vernachlässigung,alkoholismus,
physische/psychische gewalt in allen kreisen vorkommt.
LG,rosti!


Aber eins steht fest frisches Gemüse u.Ä. können sich arme Familien auch wenn sie nicht Alkohol und Zigaretten konsumieren (zumindest im Winter) kaum leisten.
Eine gesunde Ernährung auf HartzIV Niveau ist fast nicht möglich.
Nun gut es gibt ja die Tafeln, aber ich finds traurig, dass die in Deutschland nötig sind.
UND nötig sind sie!
Aber das Gefühl wenn man da hin muss?!?! :(
LG Froschli


Zitat (Froschli @ 06.11.2007 01:16:23)

Eine gesunde Ernährung auf HartzIV Niveau ist fast nicht möglich.
Nun gut es gibt ja die Tafeln, aber ich finds traurig, dass die in Deutschland nötig sind.
UND nötig sind sie!
Aber das Gefühl wenn man da hin muss?!?! :(
LG Froschli

Das sehe ich ein bißchen anders! Selbst Discounter bieten heute Gemüse an, teilweise sogar Bio. Und so furchtbar teuer ist Gemüse nun auch nicht im Vergleich zu "ungesunden" Lebensmitteln.
Um Kinderarmut zu verhindern, müßte schon früher angesetzt werden. Aufklärung und Hilfe zur Erziehung ist meiner Meinung schon während der Schwangerschaft erforderlich. Nur da wird es schon schwierig, weil es ja eben diskriminierend wäre, sich in einigen Familien "einzumischen", bei den anderen nicht!
Bei uns im Stadtteil gibt es beispielsweise sogenannte Elternschulen. Ist eine tolle Sache. Jeder kann dort hingehen, sich informieren, es werden kostenlos Kurse zu unterschiedlichen Themen angeboten und auch eine Stillgruppe sowie eine Erziehungsberatungsstele ist dort untergebracht. Die Angebote jedoch werden fast ausschließlich von Leuten genutzt, die sich eh interessieren und sich Gedanken machen, die, die es eigentlich dringend bräuchten, gehen dort nicht hin. Es ist halt schwierig, das zu ändern!

Zitat (Sparfuchs @ 05.11.2007 17:55:55)
Warum etwas tun, wenn Sozialhilfe etc. so hoch sind, wie für einfache Arbeit bezahlt werden.

Ich glaube das sogar Hartz4 mitunter ein Grund ist warum Kinderarmut (finanzieller Hinsicht) enstehen kann.
Hartz4 ist viel zu wenig für die, die es gebrauchen könnten und aber nicht mehr bekommen.

Ein Beispiel:

Der Onkel meines Ehemannes arbeitete in einer Computerfirma wo er wirklich sehr viel Geld verdient hatte. Die Frau war für Kinder zuständig (zwei aus erster Ehe).
Dann entschieden die beiden noch ein Kind zu zeugen und bei der Geburt (nachweislicher Fehler des Frauenarztes) waren es plötzlich drei Kinder und alle drei geistig behindert. Zwei mit 100, eins mit 50%. Er hatte dann die Arbeit mehr einschränken müssen um die Kinder mit erziehen zu können und vor allen Dingen helfen zu können. Immerhin besitzen die zwei fünf Kinder!
Nach drei Jahren bekam der Onkel schwerst Parkinson. Er musste seine Tätigkeit komplett aufgeben. Sie leider soweit ich weiß nichts gelernt geht nun Putzen etc. um ein bisschen noch was verdienen zu können (400,-- € Grenze). Die beiden bekommen aber sowenig Hilfe vom Staat das sie jetzt gezwungen sind umzuziehen sodass drei Kinder in einem Zimmer schlafen müssen.
Ich hatte mich neulich erst mit ihm unterhalten und ich kenne die Verhältnisse. Superfleißige Leute und tun alles für ihre Kinder. Es fehlt ihnen nicht an Kleidung. Auch nicht an Liebe. Aber bei einem schwerst kranken Papa und einer Mama die arbeiten gehen muss und fünf Kindern (wobei die ältesten zwei nun erwachsen sind und auch mithelfen) und drei Kindern die geistig behindert sind und somit noch viel mehr Aufmerksamkeit benötigen.........ja....was soll ich sagen? Es fehlt ienfach an Kohle. Ist auch so. :heul:

Vergesst bitte nicht Hartz4 ist KEIN Vermögen! Und man ist gezwungen Lebensversicherungen etc. anzuknöpfen. Kein Spaß!

PS. In dieser Whg gibt es keinen Fernseher, keine Playsation und keinen Computer und das obwohl der PC mitlerweile sogar zur schulischen Vorraussetzung geworden ist!

Mein Cousin bekam mit neun Jahren eine Hausaufgabe die er am PC erledigen musste. :heul:

Man müsste erstmal definieren, was "Armut" überhaupt ist! Was in Deutschland als Armut bezeichnet wird, ist ein Schlag ins Gesicht der Kinder in Ländern, in denen wirklich Armut herrscht. Bei uns herrscht leider nur vielfach Armut im Geiste.

Natürlich gibt es Menschen, denen es nicht so gut geht wie anderen, aber sind die wirklich arm? In Deutschland hat jedes Kind ein Dach über den Kopf, es wächst im Frieden auf hat und regelmäßig was zu essen - es gibt genügend Länder, da ist dies leider keine Selbstverständlichkeit.

Dass man sich mit wenig Geld nicht gesund ernähren kann, möchte ich jetzt einfach mal stark anzweifeln. Die Supermärkte haben jede Woche Angebote, auch an Obst und Gemüse. Auch gibt es Sorten, die generell wenig kosten, einheimische Äpfel z. B. oder Karotten, letztere sind das ganze Jahr über preiswert zu haben. Und dann sollte man auch darüber nachdenken, was der ganze Fertigfraß kostet, der so gern auf den Tisch gebracht wird, weil er wenig bis keine Arbeit macht!

Ich kenne Famlien, da stehen Flachbildfernseher (die Kinder haben ebefalls eigene Geräte), DVD-Pl.ayer, Playstation und was weiß ich, wie der ganze elektronische Schrott heisst, der da so rumsteht. Aber wenn Schulbücher gekauft werden sollen, dann wird gejammert und auf den Staat geschimpft.

Durch den Wohlstand der vergangenen Jahrzehnte hat eine Werteverschiebung sattgefunden und es wurde sich oft eine völllig überzogene Anspruchshaltung angeeignet. Diese fetten Jahre sind aber unweigerlich vorbei und meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, sich wieder auf die echten Werte im Leben zu besinnen.

Bearbeitet von silent am 06.11.2007 09:18:14


Kinderarmut! - allein das Wort ist ziemlich heftig!!

Aber ich sehe das so, dass die Familien nicht haushalten können.
Es gibt soviele die am Anfang vom Monat ihr ganzes Geld aus dem Fenster werfen, häufig für unnützen Plunder! Und dann bleibt nichts mehr für das tägliche Leben übrig. Dann werden die Kinder zur Arche geschickt und zur Tafel um dort die Dinge für den Alltag zu besorgen.

Es gab letztens einen TV-Beitrag, der zeigte das häufig junge Mütter oder Frauen die jung Mutte geworden sind nicht gelernt haben überhaupt zu kochen, und sinnvoll einkaufen zu gehen.
Mit kleinen Kniffen, wie einem Essensplan einem Einkaufsplan und ein bisschen Preisvergleich lässt sich häufig sehr viel Geld sparen. Es muß nicht immer Fleisch sein und nicht immer die Biotomate. Einheimische Produkte wo nicht BIO draufsteht sind auch sehr gut und häufig günstiger zu bekommen.

In dem o.g. TV - Beitrag wurde den sozial schwachen Frauen für 5 EURO Unkostenbeitrag an 5 Tagen gezeigt wie sie einfache Gerichte kochen können mit frischem Obst + Gemüse. Die Kinder wurden in der Zeit betreut und nachher haben alle zusammen gegessen. Für jede Mutter gab es dann einen Korb mit den an dem Tag verarbeiteten Produkten. Es wurden immer verschiedene Gerichte gekocht von unterschiedlichen Teams, so hatten die Frauen für den Rest der Woche schon eingekauft und konnten üben mit den vorgegebenen Produkten zu kochen. Konnten dann auch nachfragen wenn etwas nicht geklappt hat.

Ich finde das ist eine gute Maßnahme, bestimmt nicht das Maß aller Dinge. Aber wenn junge Mütter beim Sozialamt oder Arbeitsamt auf solche Kurse hingewiesen werden und aufgefordert werden daran teilzunehmen finde ich das einen guten Anfang!

Klar ersetzt das keine Liebe, die dann auch noch vielen Kindern fehlt, aber ich denke das ist ein Schritt in die richtige Richtung!

In meinen Augen müßen die Menschen in unserem Land wieder lernen, für sich selbst zu sorgen und lernen etwas zu tuen! Und auch lernen dass das Geld nicht vom Himmel fällt!


Zitat (Stierfrau82 @ 06.11.2007 11:02:59)
Es gab letztens einen TV-Beitrag, der zeigte das häufig junge Mütter oder Frauen die jung Mutte geworden sind nicht gelernt haben überhaupt zu kochen, und sinnvoll einkaufen zu gehen.
Mit kleinen Kniffen, wie einem Essensplan einem Einkaufsplan und ein bisschen Preisvergleich lässt sich häufig sehr viel Geld sparen. Es muß nicht immer Fleisch sein und nicht immer die Biotomate. Einheimische Produkte wo nicht BIO draufsteht sind auch sehr gut und häufig günstiger zu bekommen.

In dem o.g. TV - Beitrag wurde den sozial schwachen Frauen für 5 EURO Unkostenbeitrag an 5 Tagen gezeigt wie sie einfache Gerichte kochen können mit frischem Obst + Gemüse. Die Kinder wurden in der Zeit betreut und nachher haben alle zusammen gegessen. Für jede Mutter gab es dann einen Korb mit den an dem Tag verarbeiteten Produkten. Es wurden immer verschiedene Gerichte gekocht von unterschiedlichen Teams, so hatten die Frauen für den Rest der Woche schon eingekauft und konnten üben mit den vorgegebenen Produkten zu kochen. Konnten dann auch nachfragen wenn etwas nicht geklappt hat.


Eigentlich sollten unsere Kinder in der Schule fürs Leben lernen.
Dazu gehört auch mit Geld umzugehen, zu Kochen, Ernährung etc.
Leider hat ja heute kaum noch eine Schule noch eine Küche und im Lehrplan steht eben auch nichts davon. Wichtiger ist eben das Wissen, wer z.B. Karl der Große war etc.

Zitat (Sparfuchs @ 06.11.2007 11:34:29)
Eigentlich sollten unsere Kinder in der Schule fürs Leben lernen.
Dazu gehört auch mit Geld umzugehen, zu Kochen, Ernährung etc.
Leider hat ja heute kaum noch eine Schule noch eine Küche und im Lehrplan steht eben auch nichts davon. Wichtiger ist eben das Wissen, wer z.B. Karl der Große war etc.

Lieber Sparfuchs, ich glaube du bist falsch informiert.

Wo doch grade das Thema auch mit der Zusammenschiebung von Haupt zur Realschule läuft......in Rheinland-Pfalz gibt es an ALLEN Hauptschulen (von den andern Schulen weiß ich es nicht) noch Haushaltslehre im Rahmen des Arbeitslehre Unterrichts. Meist waren es drei Stunden in der Woche.

Da lernten die Kinder (mitunter ich auch damals) kochen, mit Ernährung umzugehen, was gesund ist, wie man sparen kann usw.

Aber ich glaube der Herr Sparfuchs hat wohl doch lieber den Unttericht mit dem Bohrer gewählt hm? hehe rofl

Jedenfalls kann man aus drei Dingern wählen und Haushaltslehre ist eines davon.

Nur so nebenbei

Ich bin jedoch weiterhin der Überzeugung, dass diese Dinge die Eltern und nciht die Schule vermitteln sollte. Der Einfluss der Eltern ist wesentlich größer alleine weil sie vorleben, was ein Kind nachmacht.

"Es hat keinen Sinn, unsere Kinder zu erziehen, sie machen uns ja doch alles nach".

Murphy


Zitat (murphy @ 06.11.2007 12:25:27)
Ich bin jedoch weiterhin der Überzeugung, dass diese Dinge die Eltern und nciht die Schule vermitteln sollte.

Beide Seite sollten so Grundlegendes vermitteln.

Ich selbst hatte insgesamt drei Jahre lang "Hauswirtschaft", wurde damals nämlich auch noch an Realschulen gelehrt. Wirklich kochen und haushalten gelernt habe ich aber durch das Vorbild zu Hause und als ich dann selber gefordert war. Ich denke, die Schule kann hier nur ergänzen und man macht es sich zu einfach, wenn man sich nur auf die Schule verlässt.

Ich selber kann meinem Kind beibrigen, wie man haushält, wie man Strümpfe stopft, wäscht, Betten bezieht und sicher auch noch ein paar Dinge, die zur Allgemeinbildung gehören. Für das, was darüber hinausgeht, ist die Schule zuständig.

Niemand kann den Tag auf der Couch vor dem Fernseher verbringen und darauf vertrauen, die Schule würde den Kindern schon beibringen, was nötig ist - um es jetzt mal überspitzt auszudrücken. Eltern sein bedeutet nicht umsonst in erster Linie, Verantwortung zu tragen.

Zitat (Stierfrau82 @ 06.11.2007 11:02:59)
Kinderarmut! - allein das Wort ist ziemlich heftig!!

Aber ich sehe das so, dass die Familien nicht haushalten können.

In meinen Augen müßen die Menschen in unserem Land wieder lernen, für sich selbst zu sorgen und lernen etwas zu tuen! Und auch lernen dass das Geld nicht vom Himmel fällt!

Schön, aber dann will ich keine 50 % Steuern und Sozialabgaben mehr zahlen! :angry:

Nur eines: Iich finde traurig, was einige hier für einen eingeschränken Horizont haben. <_<

Natürlich gibt es beide Seiten (die, die für Zigaretten und Alk genug Geld haben - für die Kinder aber nicht - und die, die WIRKLICH Geld brauchen), aber ich finde es bedenklich, dass in einem Sozialstaat (!) wie wir es nun mal sind, überall soziale Kälte gepredigt wird.

"JEDER SOLL SICH DOCH UM SICH SELBER KÜMMERN...." Klar, aber ich möchte diejenigen von Euch, die das jetzt predigen, mal sehen, wenn sie mal in eine Notsituation geraten.... Ob sie dann auch noch sagen "Ach, ich kümmer mich schon um mich selber". Ihr vergesst, dass JEDEN ein Schicksal treffen kann.

Deutschland mit 3.Welt-Ländern zu vergleichen finde ich müßig und denke dort werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Meine Meinung dazu. Jetzt dürft Ihr mich - wie meistens - steinigen. Haut drauf. -_-

In der Nähe eines sozialen Brennpunktes unserer Stadt befindet sich ein grosser Supermarkt mit einem riesigen Angebot. An manchen Tagen (wenn es gerade Geld gegeben hat) sieht man viele Familien, denen es anzusehen ist, daß es ihnen nicht gut geht, beim Einkauf. Wenn ich dann sehe was in den Einkaufswägen drin ist, dann befällt mich das kalte Grausen. Da ist kein Gemüse, keine Milchprodukte sondern Chips, Süssigkeiten, Fertigkonserven usw. Wahrscheinlich sind das Leute, die selbst nie erlebt haben wie es ist, gesundes Essen auf dem Tisch zu haben und die es ihren Kindern auch nicht beibrigen können.


Zitat (murphy @ 06.11.2007 12:25:27)


"Es hat keinen Sinn, unsere Kinder zu erziehen, sie machen uns ja doch alles nach".

Murphy


@ Murphy, da gebe ich Dir vollkommen Recht.



Nur was man in Kinder hinein interpretiert - kommt letztendlich nach einer gewissen Reife (spätestens nach der Pubertät) wieder heraus.


Wir Eltern sind unbedingt Vorbilder und wir müssen unsere Kinder lernen, auch wenn man mal Pech im Leben hat, aufzustehen und an sich weiter zu arbeiten, d.h. Eigenverantwortung zu übernehmen.

Heutzutage kann es allerdings ganz schnell mal jede/n treffen - sich hängen zu lassen ist dagegen falsch und führt erst richtig in die Armutsfalle.

Sorry, aber gesundes essen hat nichts mit Armut zu tun. Erstens weil z.B. tiefgefrorenes Gemüse angeblich viel gesünder ist (wegen der Schockfrostung bleiben Vitamine etc. erhalten) zweitens weil wenn jemand ne Tüte Chips anstelle eines Abendessens mit Kartoffeln und Spinat (sehr günstig zu bekommen) vorzieht, es seine Sache ist. :angry:
Man wird nicht arm weil man sich ungesunde Lebensmittel käuft. Man wird arm wenn man in die Situation von Hartz4 fällt und dabei zuwenig bekommt um die eigene Familie zu ernähren, oder aber wenn man einfach über seine Verhältnisse lebt.
Damit meine ich den PC mit Internetanschluss und einem Opel Omega usw. Jedoch sind glücklicherweise auch die Banken nicht mehr so einfach bereit (im Normalfall des Durchschnittverdieners) permanent über die Grenzen zu gehen. :pfeifen:


Zitat (Brinarina @ 06.11.2007 14:24:36)

Man wird nicht arm weil man sich ungesunde Lebensmittel käuft. Man wird arm wenn man in die Situation von Hartz4 fällt und dabei zuwenig bekommt um die eigene Familie zu ernähren, oder aber wenn man einfach über seine Verhältnisse lebt.
Damit meine ich den PC mit Internetanschluss und einem Opel Omega usw. Jedoch sind glücklicherweise auch die Banken nicht mehr so einfach bereit (im Normalfall des Durchschnittverdieners) permanent über die Grenzen zu gehen. :pfeifen:



Arbeitslose brauchen den PC mit Internetanschluß und ein Auto um für den Arbeitsmarkt flexibel zu sein - es wird geprüft ob es sich z.B. um ein angemessenes Auto handelt.

Unter meinestadt.de oder der Arbeitsagentur findet man offene Stellen - willst Du diesen Menschen den Zugriff verwehren? Es ist kostengünstiger als mit dem Auto z.B. auf das Arbeitsamt zu fahren - überhaupt bei den Spritpreisen. :pfeifen:

Zitat (nanamanan @ 06.11.2007 14:44:36)
Unter meinestadt.de oder der Arbeitsagentur findet man offene Stellen - willst Du diesen Menschen den Zugriff verwehren? Es ist kostengünstiger als mit dem Auto z.B. auf das Arbeitsamt zu fahren - überhaupt bei den Spritpreisen. :pfeifen:

Wieder schlecht informiert: Hartz4 Empfänger fahren meist kostenlos mit der Bus und der Bahn. Dafür genügt ein Antrag. In Ingelheim bei Mainz wird das z.B. so gemacht.

Internetanschluss findet sich kostenlos bei jeder Arbeitsagentur den man nutzen kann. ;)

Sorry, aber das sind alles nur ausreden. Wenn man sparen will dann kann man das. Und ich weiß wovon ich rede....wir lebten mein Mann und ich von (nach Abzug der Fixkosten) 200 Euro im Monat fürs tanken, Lebensmittel, Kleidung, außergewöhnliche Kosten usw. und selbst das ging. Hätte das Auto mehr gekostet oder hätten wirs uns nicht mehr leisten können dann hätten wirs verkauft. Selbst in dem Kaff wo ich wohne fährt einmal die Stunde der Bus.
Mit meinem Nettogehalt über 1.000 € (jedoch nicht wesentlich mehr) hatte mein Mann nach dem Arbeitslosengeld nämlich KEIN Hartz4 bekommen und wir kamen ohne Almosen über die Runden. Also bitte..... :wub:

PS. Das ist im Übrigen auch der Grund wesshalb ich noch keine Kinder mit meinem Ehemann zeuge. Ich hätte gerne eins, aber noch arbeitet er bei einer Firma die sehr sehr wenig bezahlt und ich wollte damals schon nicht ein Kind in Sozialhilfe reingebären!

Bearbeitet von Brinarina am 06.11.2007 14:59:31

Zitat (rostigernagel @ 05.11.2007 22:53:01)
wow,da ist es mir mal wieder echt übel geworden,als ich die beiträge hier gelesen habe.. :o
die üblichen "bild-niveau-vorurteile":das geld wird natürlich zunächst für alk und zigos,sonnenstudio,pc,tv..etc ausgegeben..klaro,sozi=assi,alki,nikotin...!
ja,da werden sogar noch die gutgemeinten gaben "verkloppt"... ;)

da gehen die gemüter hoch von wegen selbstbestimmung,zu grossem einfluss
vom staat,wenns um tempolimit geht(freie fahrt für freie /bekloppte bürger),
aber sozial schwache sollen sich mit zweckgebundenen gutscheinen noch mehr
einschränken/bevormunden lassen?

sozi ist  zu gering und die arbeit ist zu schlecht bezahlt!

lieber mal nichts schreiben,wenn man echt keine ahnung hat,bzw das wissen auf vorurteilen basiert!

Hallo Rosti,

wieso Bildurteile? Woher willst du das wissen??
Du urteilst hier voll ab, geanuso wie [B]Kröti
, die von einem eingeschränkten Horizont der User spricht.
Diese Äußerungen machen mich sauer, ihr greift hier die Meinungen anderer an, bzw. wertet euch auf, in dem ihr andere abwertet.
Falls euch dieses Thema nicht in den Kram passt, bleibt einfach weg!
Gerne diskutiere ich mit euch, aber ohne andere zu verletzen.[/B]

Zur Info, zum Thema Ahnung:

Kinderarmut mag ja heftig klingen,aber die Städte beschäftigen sich nun mal mit der Kinderarmut, da gibt es nichts zu beschönigen.
Ich bin vom Fach, privat wie auch beruflich, auch was den Alk angeht, da ich Angehörige bin und fast drauf gegangen wäre, meine Jungs gleich mit.
Ich kenne Jugendliche die die Verantwortung für ihre saufenden vom Sozialstaat lebenden Eltern übernommen haben und nichts zu fressen hatten, damit die Eltern ihren Alk hatten. Nicht zu verwechseln, mit den Menschen die wirklich Hilfe nötig haben und vom Staat unterstützt werden sollten, der eine mehr und der andere weniger.
Jetzt sage ich, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

Hier kann jeder seine Meinung vertreten, aber nicht verurteilen und ausfallend werden. Es ist hier eine Diskussionsrunde, die auch mal heftiger ausfallen kann und sollte, aber bitte behandelt jeden hier mit Achtung!!

In diesem Sinne

Pathi :blumen:




Kostenloser Newsletter