Lehrlige auf 270,-€ vergüten: ... neueste Zeitungsmeldungen


Hallo Ihr Lieben in Nord-Süd-Ost und West,

wenn Ihr in den letzten Tagen die Zeitungen gelesen habt, ist es Euch sicher sauer aufgestoßen: sofern Ihr Kinder-Nichten-Neffen-Cousins habt, die vielleicht bald vor demselben Problem stehen:

Man diskutiert -nunmehr öffentlich- darüber, ob man die Lehrlingslöhne herabsetzt auf einen (einheitlichen?) Satz von 270€ / Monat. Zumindest ist dies in unserem Wurstblatt zu lesen, die "Bild", wird es sicher schon längst aufgegriffen haben und nun interessiert mich mal Eure Meinung dazu.

Meiner -unmaßgeblichen- Meinung und gemachten Erfahrungen nach erbringen Lehrlinge oft das Arbeitsvolumen eines Facharbeiters, wenn sie denn rührig sind und sich Mühe geben -und das tun die meisten, da sie ja weiterbeschäftigt werden möchten-.
Viele wohnen, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zu Hause, sondern haben eine eigene Wohnung (ein eigenes Leben) welches ja auch bezahlt werden muß. Mit Miete, Essen und Kleidung und allem, was dazukommt.

Wenn sich dieser durch irgendwelche weltfremden (Möchtegern-)Politiker angestrebte Gedanke durchsetzt, landet unser Nachwuchs wohl bald in der Schuldenfalle... und wir womöglich mit, wenn wir nicht genug verdienen und unsere Häuser groß genug sind, unsere Kiddies -Verzeihung, Großen- zu Hause zu behalten.

Da sind wir froh, daß sie denn mit Glück eine Lehrstelle haben- sie schuften 8-10 Stunden (oft, sicher nicht überall, jedoch zumindest dort, wo ich das erlebt habe) /Tag oder mehr und sie werden es nicht schaffen (es sei denn, durch zeitige gute Heirat oder sehr lukrative Beziehungen) ihr eigenes Leben zu führen...
Was haltet Ihr davon? :wallbash:


Ich glaube ebenfalls dass diese ziellosen, undurchdachten und von blindem Aktionismus durchdrungenen Aussagen direkt auf den Müll gehören.

Dem Bericht zufolge, den ich gestern sah, hat ein Meister nicht das Problem, dass die Lohnkosten zu hoch wären, sondern es fehlt ihm an qualifizierten Bewerbern (er war Elektriker und sagte, er erwartet dafür eben einen Mathe/Physik Durchschnitt zwischen 2 und 3. Duie Bewerber hätten alle zwischen 3 und 4).

Wenn ich ehrlich bin: der Mann hat Recht. Solange er sich es aussuchen kann, kann er die Massstäbe selbst setzen.

Es scheint ein generelles Problem zu sein, dass viele Schüler (inklusive der Eltern) nicht begreifen, dass die Schule Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung und zum Job sind und dass die Noten einfach wichtig sind.

Es wäre halt schön wenn diese Argumente wegfallen würden, es wäre sicher spannend, was dann der Grund wäre ;-)


Natürlich sagen Noten nicht alles (wenn das so wäre, hätte ich niemals studieren dürfen
:o ), aber ich wäre glücklich wenn ich nicht immer das Gefühl hätte, dass unsere Jugentlichen in der Schule immer schlechter ausgebildet werden. Und wir reden hier NICHT von den Gymnasien, die Schüler dort landen eher seltener in der Ausbildung (da Alternativen) als Haupschüler/Realschüler.

Ich glaube nicht dass es nur um den Lohn geht. Ich denke wenn man den Jugendlichen einen bessere Schulbildung "verpasst", haben sie bessere Chancen auf eine Stelle.
Leider sind vermutlich gerade die Hauptschulen ein Sammelbecken aller Leute, die ein Handicap aufweisen (Sprache, etc.). Die Lehrer müssen sich dann nach den Schwächsten richten, sodass selbst die, die gut wären und lernwillig sind, auf der Strecke bleiben. Hier gehört besser sortiert und ein Zwang geschaffen, die Mindestvoraussetzungen zu erfüllen. Jemand der nicht fliessend deutsch spricht, sollte erst intensiv Deutsch lernen müssen, und halt später in die Schule kommen, aber dafür kann derjenige dann richtig durchstarten...und er bremst die anderen nicht aus. Nur so kann langfristig das Bildungniveau gehoben und die Qualifikation von Schülern für eine anspruchsvolle Ausbildung gehoben werden.
Sonst kommt es immer öfter zu Effekten, dass ganze Jahrgänge "unbrauchbar" sind, weil der Anteil derer, die NICHT richtig deutsch reden, so gross ist, dass die anderen einfach keine Chance haben (und damit meine ich AUCH die Deutschen, die es nicht richtig können).

Und das würde sich sicher bemerkbar machen.

Murphy


270,- sind nicht viel. das stimmt! aber man sollte trotzdem nicht vergessen, dass es sich um eine ausbildung handelt. hier lernt man etwas. man bekommt das wissen, das es einem in den nächsten jahren ermöglicht, damit geld zu verdienen. warum sollte man dann während der ausbildung schon gut verdienen? dann könnten auch die studenten kommen und sagen: wir sitzen hier den ganzen tag und müssen geistig schwer arbeiten und wollen ein gehalt dafür....

lehrjahre sind keine herrenjahre! so war es immer und sollte es auch bleiben. vielen wird leider hier erst beigebracht, dass fleiss und einsatzbereitschaft, pünktlichkeit und fleiss, kollegialität und persönlicher einsatz den ernst des lebens ausmachen und sich später auch auszahlen.

und jetzt mal ganz ehrlich: warum muss ein auszubildener schon eine eigene wohnung haben? man kann es auch übertreiben! und warum sollte der ausbilder dann finanziell dafür aufkommen?

270,- können auch viel sein! nämlich dann, wenn die eltern ihrer pflicht nachkommen, den kindern eine ausbildung zu ermöglichen und für den unterhalt zu sorgen. dann sind die 270,- quasi ein taschengeld zum ausgeben. erstes selbstverdientes geld, sauer verdientes geld. und vielleicht darf man auch dann noch zusätzlich lernen, wie schwer es ist, an ander leute geld zu kommen und es sinnvoll auszugeben, bzw. den wert des geldes zu erkennen.

aber mal abwarten: wer weiss, ob es wirklich soweit kommt. ich habe noch nichts von einer einheitsvergütung gehört....

( so, und jetzt alle auf mich drauf! ich erwarte von euch zerhackt zu werden....)


Was ich nicht richtig finde, ist der große Unterschied zwischen den Ausbildungsvergütungen. der eine bekommt 300,-€ und ein anderer über 600,-€. :wallbash: in der beziehung finde ich es richtig, das die Vergütung gleich werden soll. wie sonnst soll man jemanden dazu bewegen können einen, einen z.B. Handwerksberuf zu erlernen, die ja bekanntermasen gering bezahlt werden. Wenn man sich ein bischen umschaut, wird man feststellen, das eben diese Handwerksbetriebe Lehrlingsmangel haben und warum? weil die zukünftigen Azubi´s mehr verdienen wollen. Und wie Sisserl auch schon geschrieben hatt, die Eltern sollen wieder mehr in die Pflicht genommen werden. Wenn einer ewig lange studiert wird auch nicht darüber gesprochen das der ne ausbildungsvergütung bekommen muß oder??
Übrigens ist 270-€ doch um einiges mehr, als ich in meiner Ausbildung bekommen habe, es war im ersten Lehrrjahr 103,- Mark!!!! und das ist gerade mal 20 Jahre her.
Gruß Tulpe :winkewinke:


Naja, aber heute wird ja auch von den Azubis erwartet, dass sie eine Lehrstelle nicht nur vor der Haustür annehmen...und dann wird es mit den 270€ eng.

Gleiche Lohnstrukturen sind sinnvoll, allerdings nicht auf niedrigem Niveau. Und der Vergleich mit dem Gehalt von vor 20 Jahren hinkt ein bisschen, weil damals zum Beispiel ein Brötchen vielleicht 40 Pfennig gekostet hat, heute jedoch 80 cent, was 4x soviel ist.

Grüße

Murphy


ich hab jetzt mal umgerechnet was mein pflegsohn
in seiner lehre erhält, die er HEUTE angetret hat (elektromonteur)
1 lehrjahr 322.-euro
2.lehrjahr 451.-
3.lehrjahr 580.-
4 lehrjahr 709.-
vielleicht gibt das hier eine kl. hilfestellung.


Zitat (murphy @ 02.08.2005 - 09:12:50)
Und der Vergleich mit dem Gehalt von vor 20 Jahren hinkt ein bisschen, weil damals zum Beispiel ein Brötchen vielleicht 40 Pfennig gekostet hat, heute jedoch 80 cent, was 4x soviel ist.

Grüße

Murphy

Öh wo kaufst du denn deine Brötchen? in der Apotheke?
aber rechne mal aus das verhältnis war vor 20 Jahren auch nicht anders als jetzt.
Gruß Tulpe :winkewinke:

Selbst wenn die Preise stabil wären, bleibt das Mobilitätsproblem...pendeln oder umziehen ist dann die Frage. Nicht jeder kann bei den Eltern wohnen bleiben (vorallem wenn diese sich das ebenfalls nicht leisten können).

Bearbeitet von murphy am 02.08.2005 10:04:24


Ich schließe mich sisserls Meinung an.

Ja, 270,00 Euro sind nicht viel. Aber jemand, der eine eigene Wohnung braucht, weil die Ausbildungsstelle weit weg von zu Hause ist, wird mit Sicherheit staatliche Unterstützung erhalten, wenn die Eltern nicht dafür aufkommen können. Ist das jetzt nicht auch schon so (Ausbildungsbeihilfe)?

Und mal ganz ehrlich: Mir stößt es sauer auf, wenn ein Lehrling im ersten Lehrjahr genauso viel Vergütung bekommt, wie beispielsweise eine Friseurin oder Verkäuferin mit ein paar Jahren Berufserfahrung. Da stellt sich mir doch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.

Zudem sehe ich wie Tulpe den Vorteil einer Einheitsvergütung ebenfalls darin, dass Berufe, die dringend Nachwuchskräfte brauchen, wieder Bewerber finden werden. Vielleicht lichtet sich so auch die Masse an jungen Leuten ohne Ausbildungsstelle, und möglicherweise ist die geringere Vergütung doch Anlass für das eine oder andere Unternehmen mehr, Jugendliche auszubilden. Und noch vielleichter: wer weiß, eventuell ist eine einheitliche Vergütung mehr Motivation, wirklich etwas lernen zu wollen und gute Ergebnisse zu erzielen, weil man sich bei der Ausbildungswahl doch eher darauf besinnen kann, was einem wirklich liegt?


Äh...ich glaube das artet gerade in schwarz-Weiss-Malerei aus.

Niemand sagt, die Lehrlinge sollen genauso wie ausgebildete Leute vergütet werden. Das wäre ja auch völlig unsinnig.

Es geht um einen Mittelweg, aber ich glaube, der ist zur Zeit auch gefunden (zumindest bei manchen Ausbildungsberufen). Ich bin dagegen, einfach alles zu reduzieren, es ist besser, allen das gleiche zu bezahlen. Nur über die Höhe muss noch verhandelt werden.

Murphy

Nachtrag: Es genügt nicht für Firmen, dass die Besoldung geringer wird, bei den Azubis sind die Lohnkosten NICHT das Problem. Du braucht aber Ausrüstung, Platz, Ausbilder, etc. um jemanden auszubilden, DAS kostet richtig Geld. Eine Firma die behauptet, es läge nur am gehalt, macht sich m.E. nach lächerlich.

Bearbeitet von murphy am 02.08.2005 10:24:59


Zitat
Niemand sagt, die Lehrlinge sollen genauso wie ausgebildete Leute vergütet werden. Das wäre ja auch völlig unsinnig.


Richtig. Genau das ist aber derzeit teilweise schon der Fall.

Zitat
Ich bin dagegen, einfach alles zu reduzieren, es ist besser, allen das gleiche zu bezahlen. Nur über die Höhe muss noch verhandelt werden.


Selbstverständlich wäre es schön, wenn alle das gleiche (und zwar mehr als 270,00 Euro) erhielten. Es können sich nur nicht alle Unternehmen leisten, gerade hier im Osten.

Zitat
Nachtrag: Es genügt nicht für Firmen, dass die Besoldung geringer wird, bei den Azubis sind die Lohnkosten NICHT das Problem. Du braucht aber Ausrüstung, Platz, Ausbilder, etc. um jemanden auszubilden, DAS kostet richtig Geld. Eine Firma die behauptet, es läge nur am gehalt, macht sich m.E. nach lächerlich.


Nicht nur Lohnnebenkosten sind Ausgaben für den Betrieb, sondern auch der Lohn an sich. (Abgesehen davon: die Sozialabgaben bei Ausbildungsvergütungen bis 340,00 ? Euro trägt der Betrieb allein, heißt, nicht nur der Arbeitgeberanteil fällt an). Sicherlich ist die Kapazität in einem Unternehmen ebenfalls ausschlaggebend, ebenso wie die Qualifikation der Ausbilder. Aber geringere Vergütungen könnten immerhin ein Anreiz sein, neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Die Ausbildung zum Ausbilder ist übrigens nicht so teuer; meine hat mich 150,00 Euro (HWK) gekostet. Da das in Eigeninitiative vonstatten ging und der Betrieb bereits Ausbilder beschäftigt (btw, diese sind alle Ausbilder nebenbei, üben also ganz normale Jobs hier aus), hat der Betrieb null Mehrausgaben, aber einen Ausbilder mehr.

Also zuerst muss ich mal sagen das ich es auch falsch finde was verschieden Ausbildungsberufe unterschiedlich vergütet werden... Es ist nahe zu schockierend... ein Auszubildender zum Kriminalbeamten im mittleren Dienst verdient im ersten Lehrjahr um die 1000€ (oder sogar mehr??) ganz genau weis ich es nicht. Im Gegensatzt dazu verdient zum Beispiel eine Auszubildende zur Schneiderin um die 250€... das ist n krasser unterschied.

Ich finde aber auch nicht das jeder Auszubildende das gleiche verdienen sollte. Es gibt halt nun mal anspruchsvollere Berufe und weniger anspruchsvollere Berufe. Später wenn man ausgelernt hat verdient man ja auch nicht in jedem Beruf das gleiche... Es sollten aber nicht so riesen große Differenzen sein.

Was die 270 € betrifft... davon habe ich zwar noch nichts gehört aber diese Vorstellung finde ich erschreckend. Ich nehm jetzt mal ganz gut mich als Beispiel. Ich war bis letztes Jahr noch in der Schule und hab mein Fachabitur gemacht. Jetzt bin ich 20 Jahre alt. Hab seit 3 Jahren versucht nen Ausbildungsplatz zu kriegen aber hab nicht mal ne Einladung zum Vorstelungsgespräch bekommen...Grund: polnische Staatsbürgerschaft...(das ist Tatsache, haben mit mehrer Leute bestätigt...) So jetzt bin ich gerade dabei mich einbürgern zu lassen... das wird wohl mitte nächsten Jahres der Fall sein. Jetzt bin ich schwanger, mein kleiner kommt im November... So wenn der kleine dann in KIGA gehen kann möchte ich dann auch endlich mal ne Ausbildung machen... Jedoch gestaltet sich das sowieso schwer... mit Kind... naja und wenn ich dann noch bedenke das ich 270 € verdiene... Natürlich denken jetzt viele ich bin selber Schuld weil zuerst Ausbildung dann n bissle arbeiten dann irgendwann Familie... so ist es aber nicht und ich muss das beste draus machen... Natürlich wird man auch unterstützt... BAFÖG und Wohngeld ... trotzdem finde ich 270€ ein bisschen zu weinig ...

Ach ja und es gibt auch Jungendliche die nicht von ihren Eltern unterstütz werden. Entweder weil die Eltern selber nix haben oder weil sie es nicht wollen wegen was auch immer... Die Leute müssen ja auch irgendwo wohnen und von irgendwas leben... ich wohn seit 2 1/2 Jahren alleine und ich weis wovon ich rede... Ist nicht einfach wenn man so wenig Geld zur Verfügung hat...

So das wollt ich nur mal loswerden

GLG *Daisy*'


Zitat (Die Bi(e)ne @ 02.08.2005 - 03:06:17)
Hallo Ihr Lieben in Nord-Süd-Ost und West,

wenn Ihr in den letzten Tagen die Zeitungen gelesen habt, ist es Euch sicher sauer aufgestoßen: sofern Ihr Kinder-Nichten-Neffen-Cousins habt, die vielleicht bald vor demselben Problem stehen:

Man diskutiert -nunmehr öffentlich- darüber, ob man die Lehrlingslöhne herabsetzt auf einen (einheitlichen?) Satz von 270€ / Monat. Zumindest ist dies in unserem Wurstblatt zu lesen, die "Bild", wird es sicher schon längst aufgegriffen haben und nun interessiert mich mal Eure Meinung dazu.

Meiner -unmaßgeblichen- Meinung und gemachten Erfahrungen nach erbringen Lehrlinge oft das Arbeitsvolumen eines Facharbeiters, wenn sie denn rührig sind und sich Mühe geben -und das tun die meisten, da sie ja weiterbeschäftigt werden möchten-.
Viele wohnen, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zu Hause, sondern haben eine eigene Wohnung (ein eigenes Leben) welches ja auch bezahlt werden muß. Mit Miete, Essen und Kleidung und allem, was dazukommt.

Wenn sich dieser durch irgendwelche weltfremden (Möchtegern-)Politiker angestrebte Gedanke durchsetzt, landet unser Nachwuchs wohl bald in der Schuldenfalle... und wir womöglich mit, wenn wir nicht genug verdienen und unsere Häuser groß genug sind, unsere Kiddies -Verzeihung, Großen- zu Hause zu behalten.

Da sind wir froh, daß sie denn mit Glück eine Lehrstelle haben- sie schuften 8-10 Stunden (oft, sicher nicht überall, jedoch zumindest dort, wo ich das erlebt habe) /Tag oder mehr und sie werden es nicht schaffen (es sei denn, durch zeitige gute Heirat oder sehr lukrative Beziehungen) ihr eigenes Leben zu führen...
Was haltet Ihr davon? :wallbash:

Ach haje!!!! :heul:

Ich habs zwar NOCH erleben dürfen das 5- fache zu verdienen (ungefähr).... und ich fände es für die nächste Generation recht unfair. Jedoch hab ich nicht verstanden warum, die großen KIDDIS dann in die Schuldenfalle kommen soll. Das mit den 270 € soll doch nur in der Azubi- Zeit sein, oder hab ich da was falsch verstanden?!?!? :wacko:
Danach werden die ja auch mehr bekommen und auserdem, das immer mehr Jugendliche auf der Strasse sitzen hat nicht NUR was mit unserer Regierung zu tun. Wenn ich mir vorstell, das bei meinem Freund im Betrieb JETZT noch 5 Ausbildungsplätze FREI sind, weil sie erst zu und dann abgesagt haben, dann frag ich mich auch: Warum wollen die KIDDIS heute net arbeiten gehen, nur einen auf Couch-potatoe zu sein - ist doch Langweilig!!!

Bin auf euer Feedback sehr gespannt. :ph34r:

Grüssli

Kiwi :blumen:

na toll,270,00Euro???
Und ich war echt am überlegen nächstes Jahr noch eine Ausbildung anzufangen,da ich mit meiner "Eisenbahner"Ausbildung nicht weiterkomme,arbeitslos bin und sich jegliche Hoffnung auf eine Übernahme bei meinem 1-Euro-Job zerschlagen hat...
Aber was will ich denn mit 270,00Euro?
Soll ich meinem Freund etwa sagen:du machst das schon,klopp halt noch mehr Überstunden,geh doch in Zukunft 15Stunden am Tag arbeiten...der würde sich bedanken. <_<

Also ist diese Zukunftsperspektive auch futsch,na vielen Dank!
Lande ich also doch wohl wieder bei so einer Leihfirma,die einen verarschen von vorne bis hinten... :angry:

Man was hatte ich es gut als Azubi,ich hab im 1.ten Lehrjahr 800,00DM bekommen...Netto ;) gute,alte Zeit.
Alles wird immer schwerer und teurer,aber verdienen sollen wir immer weniger.da fragt man sich doch,ob man überhaupt Kinder in die Welt setzen soll?Wir haben es jetzt schon nicht einfach,was soll denn mit meinem Sohn oder meiner Tochter in 20 Jahren erst werden??? :o


hi

Es kommt noch besser, was die, die ein Sommerloch im Kokpf haben, fordern.

Man will sich auch dafür einsetzen, dass "schlechte" Schüler, wenn sie zum Azubi erkoren werde, noch weniger verdienen sollen, damit sie ja in Grundrechenarten u.ä. schulen müsse.

Also, als ich vor Jahren im Ausbilder-Kurs war, habe ich gelernt, dass dies sowie die Aufgabe der Ausbilder ist.

Anscheinend befinden wir uns langsam wieder im Frühkapitalismus.

Schönen Tag :angry:

Syn


Erstens verstehe ich die Aufregung um die Höhe der Vergütung nicht so ganz.
Als ich im ersten Lehrjahr war, hatte ich umgerechnet etwa genauso viel und habe die Hälfte davon noch zu Hause abgegeben. Das war nicht vor 20, aber immerhin vor 9 Jahren. Lehrlingsvergütungen um die 300,00 Euro sind hier im Osten immer noch an der Tagesordnung (Büro, Technik, Gastronomie etc.).
Viele unserer Lehrlinge mieten sich in möblierte Appartments ein, weil sie weiter weg wohnen, und erhalten entweder vom Elternhaus, oder aber, falls dies nicht möglich ist, von Vater Staat entsprechende Zuschüsse. Sie werden alle groß und stark. ;)

Im Grunde tun die "Sommerlochdenker" nichts anderes als jeder kleine Konsument auch: wenn das Geld zu knapp ist, wird eingespart. Im Moment sparen viele Unternehmen, was (auch) die Zahlen an Jugendlichen ohne Lehrstelle dokumentieren, eben auch an Ausbildungsplätzen. Ist es nicht erst einmal wichtiger, den jungen Menschen ein Stück Papier in die Hand zu geben, das es ihnen ermöglicht, weiterzukommen? Die geringere, einheitliche Lohnvergütung soll einen Anreiz darstellen, Ausbildungsplätze zu schaffen und diejenigen, die das wollen, von der Straße wegzuholen! Bei der ganzen Jammerei stelle ich allmählich die deutsche Mentalität in Frage. Früher, als das Gras noch grün und die Büffel noch fett waren... äh, ja..., haben Lehrlinge dafür zahlen müssen, ausgebildet zu werden.

Meiner Meinung nach sind wir viel zu verwöhnt. Mittlerweile müsste es sich doch bei jedem durch die Hirnwindungen geschlängelt haben, dass die fetten Jahre vorbei sind und Maßnahmen ergriffen werden müssen, die den Einzelnen zwar wehtun, aber letztendlich Deutschland irgendwo aus der verdammten Krise holt.

@Syn: Richtig finde ich es nicht, schlechte Noten durch weniger Vergütung zu bestrafen. Dennoch kann ich den Grundgedanken - Motivation zum Lernen, wie ich annehme - nachvollziehen. Und natürlich gebe ich dir auch diesbezüglich recht: eine gute Ausbildung sollte alles umfassen, was der Azubi braucht, um im Berufsleben klarzukommen. Aber sie sollte bitteschön an Schulkenntnisse anknüpfen können, denn Ausbilder sind nunmal keine Grundschullehrer. Es kann doch nicht angehen, dass ich meinem Lehrling erst Lesen, (Recht-)Schreiben und Rechnen beibringen muss, bevor ich ihn auf seine eigentlichen Aufgaben vorbereiten kann.

@Kiwi: Mit Deutschlands Jugend geht bergab, und das schreibe ich persönlich nicht nur (einigen) Lehrern und unbedingt dem Staat zu, sondern vielmehr der Null-Bock-Stimmung, die daraus resultiert, dass viele schlicht keinen Bock mehr auf Schule haben. Schaut euch nur mal die Zahlen von Schulschwänzern an. Wenn Deutschland sogar schon Polizisten damit beschäftigen muss, solche aufzutreiben und sie wenigstens für diesen Tag zurück auf die Schulbank zu quetschen -
wo bitte sind die - kompetenten - Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die Theoretiker und Praktiker von morgen? Die Einstellung von Jugendlichen zu Lernen und Arbeit wäre wohl noch einmal einen gesonderten Thread wert...

@GeneralLee: Ich halte Leihfirmen für keine schlechte Sache. Ja, man bekommt weniger Geld. Aber man kommt wieder in einen Beruf und unter Leute, kann Kontakte knüpfen, und viele Leute hat das Ganze nach einer Weile in eine Festanstellung katapultiert. Generell sind die Chancen schlecht, nach einer Ausbildung eine weitere zu erhalten, wenn auf eine Stelle zig Bewerber um einen Ausbildungsplatz kommen. Die meisten Personaler geben eher jenen, die noch kein Papier in der Tasche haben, die Möglichkeit dazu. Eine Zweitausbildung blockiert diese einem Schulabgänger. Ich kann dir daher nur empfehlen, dich nach staatlich geförderten Weiterbildungsmaßnahmen umzuhören, die ggf. selbst finanziert werden müssen. Im Übrigen suchen CallCenter immer Leute, vielleicht wäre das eine Möglichkeit eines Nebenverdienstes.


gegen leihfirmen ist nx einzuwenden.
ich habe fast zehn jahrer bei einer gearbeitet.
man muss nur ein dickes fell haben, weil manche meinen, leiharbeiter seien dreck.


Das war ja ein großartiges Feedback, danke! Das Lesen war irre interessant!

Sicher sind Lehrjahre keine Herrenjahre, klar und ich selbst hatte damals auch noch die gute, alte Staffelung in Mark/Ost: 120,-/ 150,- /180,- ... da ich zu Hause wohnte, also kein Thema und da konnte ich natürlich auch noch trotz Kostgeld sparen.

Aber heute sind die Zeiten halt andere und viel teurer. Wie ich schon eingangs schrieb, wohnen viele junge Leute nicht mehr bei ihren Eltern und müssen selber zusehen, wie sie denn klarkommen. Vielen Eurer Beiträge habe ich entnommen, daß ich damit also gar nicht so falsch liege, wenn ich sage, daß das, was sich geltungsbedürftige Möchtegern-"Problemlöser" in Politik und Wirtschaft da ausdenken, Bullshit ist.
Leistung muß fair bezahlt werden, auch wenn jemand erst am Lernen ist.
Von daher finde ich die Idee, gute Noten zu honorieren, ausgezeichnet- dies ist doch der beste Ansporn, sich anzustrengen.
Einheitliche Leistungssätze finde ich auch in Ordnung, aber ein gewisses existenzerhaltendes Limit darf nicht unterschritten werden.

Die Zeiten werden immer schwieriger und teurer, Problemlösungen und Wunder sind gefragter denn je... aber doch bitte nicht auf Kosten derer, die für unseren späteren Erhalt Sorge tragen werden.

Habe mich in diesem Sinne nunmehr mit einem Schreiben (Diskussionsbeitrag) an unser Wurstblatt gewandt ... Dieses Thema wird nämlich diese Woche diskutiert.

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 02.08.2005 22:36:27


@ biene

ach soooo, ich wusste nicht, dass du aus dem ehemaligen osten kommst....


Zitat (sisserl @ 02.08.2005 - 22:36:47)
@ biene

ach soooo, ich wusste nicht, dass du aus dem ehemaligen osten kommst....

Tja, sisserl, da schau her :D :D !
Aber sowas steht ja -gottseidank- keinem auf der Stirn geschrieben.
Ich hoffe, das schmälert jetzt nicht Deine Meinung über mich und meine Schreibe :lol: !
Wir haben hier übrigens etliche aus Ost dabei, alles liebe Leute. Wieviele "Ehemalige", entzieht sich meiner Kenntnis und letztenendes ist das ja auch vollkommen "wurscht".
Das Wichtigste ist die Sympathie und deutsch sind wir ja doch... ob so oder so!
Liebe Grüße von Biene :blumen:

Zitat (Minikeks @ 02.08.2005 - 18:55:20)
@GeneralLee: Ich halte Leihfirmen für keine schlechte Sache. Ja, man bekommt weniger Geld. Aber man kommt wieder in einen Beruf und unter Leute, kann Kontakte knüpfen, und viele Leute hat das Ganze nach einer Weile in eine Festanstellung katapultiert. Generell sind die Chancen schlecht, nach einer Ausbildung eine weitere zu erhalten, wenn auf eine Stelle zig Bewerber um einen Ausbildungsplatz kommen. Die meisten Personaler geben eher jenen, die noch kein Papier in der Tasche haben, die Möglichkeit dazu. Eine Zweitausbildung blockiert diese einem Schulabgänger. Ich kann dir daher nur empfehlen, dich nach staatlich geförderten Weiterbildungsmaßnahmen umzuhören, die ggf. selbst finanziert werden müssen. Im Übrigen suchen CallCenter immer Leute, vielleicht wäre das eine Möglichkeit eines Nebenverdienstes.

Weisst du eigentlich wie SCH****E es im CALL CENTER ist??? :wallbash: :wallbash: :wallbash:

Ich habe da ein halbes Jahr (genauer ganze 7 Monate - EINE EWIGKEIT ALSO!!!!) ein Zu-Brot zum ALG dazuverdient und ich sage nur eins:

Respekt vor den Call- Agents!!!!

Ich war zwar immer unter den ersten 5 Besten aber SPAß ist was anderes...

Mich würde sowieso mal die Arbeitsmoral und Arbeitszeiten der Muttis interessieren und dies hier zur Diskussion stellen...

Denn als ich im CC war, da hieß es PUNKT 9 wird angefangen (oder auch früher) und Punkt 12 wird Mittag (aber NICHT früher!!!) gemacht und PUNKT 12:15 Uhr wird weitergearbeitet (oder auch früher) - ggf. gibt es noch 1-2 weitere Pausen, je nach Arbeitszeit- und PUNKT 20 Uhr wird aufgehört (aber NICHT früher!!!)

Fazit: ICh finde das Sklaverei, aber kein angenehmes Arbeitsklima!!!!!

Ich arbeite besser und mehr, wenn es mal nicht sooo genau genommen wird mit der Mittagspause oder mit dem Kommen und Gehen. Ich denke das sehen vorallem die Raucher so - oder ;) ?

Also ich finde alle Leihfirmen und Call Centers unter der Würde der Menschen und ich bin froh das ich es gepackt habe da raus zu kommen!!!!

Gruss
Eure Kiwi

Bearbeitet von kiwi1809 am 03.08.2005 20:30:37

Zitat (Minikeks @ 02.08.2005 - 18:55:20)
Erstens verstehe ich die Aufregung um die Höhe der Vergütung nicht so ganz.
Als ich im ersten Lehrjahr war, hatte ich umgerechnet etwa genauso viel und habe die Hälfte davon noch zu Hause abgegeben. Das war nicht vor 20, aber immerhin vor 9 Jahren. Lehrlingsvergütungen um die 300,00 Euro sind hier im Osten immer noch an der Tagesordnung (Büro, Technik, Gastronomie etc.).
Viele unserer Lehrlinge mieten sich in möblierte Appartments ein, weil sie weiter weg wohnen, und erhalten entweder vom Elternhaus, oder aber, falls dies nicht möglich ist, von Vater Staat entsprechende Zuschüsse. Sie werden alle groß und stark. ;)

Im Grunde tun die "Sommerlochdenker" nichts anderes als jeder kleine Konsument auch: wenn das Geld zu knapp ist, wird eingespart. Im Moment sparen viele Unternehmen, was (auch) die Zahlen an Jugendlichen ohne Lehrstelle dokumentieren, eben auch an Ausbildungsplätzen. Ist es nicht erst einmal wichtiger, den jungen Menschen ein Stück Papier in die Hand zu geben, das es ihnen ermöglicht, weiterzukommen? Die geringere, einheitliche Lohnvergütung soll einen Anreiz darstellen, Ausbildungsplätze zu schaffen und diejenigen, die das wollen, von der Straße wegzuholen! Bei der ganzen Jammerei stelle ich allmählich die deutsche Mentalität in Frage. Früher, als das Gras noch grün und die Büffel noch fett waren... äh, ja...,  haben Lehrlinge dafür zahlen müssen, ausgebildet zu werden.

Meiner Meinung nach sind wir viel zu verwöhnt. Mittlerweile müsste es sich doch bei jedem durch die Hirnwindungen geschlängelt haben, dass die fetten Jahre vorbei sind und Maßnahmen ergriffen werden müssen, die den Einzelnen zwar wehtun, aber letztendlich Deutschland irgendwo aus der verdammten Krise holt.

@Syn: Richtig finde ich es nicht, schlechte Noten durch weniger Vergütung zu bestrafen. Dennoch kann ich den Grundgedanken - Motivation zum Lernen, wie ich annehme - nachvollziehen. Und natürlich gebe ich dir auch diesbezüglich recht: eine gute Ausbildung sollte alles umfassen, was der Azubi braucht, um im Berufsleben klarzukommen. Aber sie sollte bitteschön an Schulkenntnisse anknüpfen können, denn Ausbilder sind nunmal keine Grundschullehrer. Es kann doch nicht angehen, dass ich meinem Lehrling erst Lesen, (Recht-)Schreiben und Rechnen beibringen muss, bevor ich ihn auf seine eigentlichen Aufgaben vorbereiten kann. 

@Kiwi: Mit Deutschlands Jugend geht bergab, und das schreibe ich persönlich nicht nur (einigen) Lehrern und unbedingt dem Staat zu, sondern vielmehr der Null-Bock-Stimmung, die daraus resultiert, dass viele schlicht keinen Bock mehr auf Schule haben. Schaut euch nur mal die Zahlen von Schulschwänzern an. Wenn Deutschland sogar schon Polizisten damit beschäftigen muss, solche aufzutreiben und sie wenigstens für diesen Tag zurück auf die Schulbank zu quetschen -
wo bitte sind die - kompetenten - Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die Theoretiker und Praktiker von morgen? Die Einstellung von Jugendlichen zu Lernen und Arbeit wäre wohl noch einmal einen gesonderten Thread wert...

@GeneralLee: Ich halte Leihfirmen für keine schlechte Sache. Ja, man bekommt weniger Geld. Aber man kommt wieder in einen Beruf und unter Leute, kann Kontakte knüpfen, und viele Leute hat das Ganze nach einer Weile in eine Festanstellung katapultiert. Generell sind die Chancen schlecht, nach einer Ausbildung eine weitere zu erhalten, wenn auf eine Stelle zig Bewerber um einen Ausbildungsplatz kommen. Die meisten Personaler geben eher jenen, die noch kein Papier in der Tasche haben, die Möglichkeit dazu. Eine Zweitausbildung blockiert diese einem Schulabgänger. Ich kann dir daher nur empfehlen, dich nach staatlich geförderten Weiterbildungsmaßnahmen umzuhören, die ggf. selbst finanziert werden müssen. Im Übrigen suchen CallCenter immer Leute, vielleicht wäre das eine Möglichkeit eines Nebenverdienstes.

Hallo Minikeks,
ich denke, es geht hier nicht darum, das Sommerloch zu füllen.
Vielmehr steht der Beginn des neuen Ausbildungsjahres bevor. Und diese Diskussion, daß Azubis zu viel verdienen, entstammt Kreisen der Wirtschaft.
Ich denke eher, daß hier schon mal vorgebaut werden soll. Denn die Frage, warum wieder einmal nicht genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden wird spätestens im September wieder aktuell sein. Und eine von vielen fadenscheinigen Antworten ist die Höhe der Ausbildungsvergütung.

Liebe Kiwi,

ich bedaure sehr, dass du persönlich solch schlechte Erfahrungen machen musstest. Sollte mich die Arbeitslosigkeit treffen, würde ich mangels Alternativen trotz deines Horrorberichts versuchen, in einem Call-Center oder über eine Zeitarbeitsfirma eine Beschäftigung zu finden. Tut mir leid, aber meine Meinung ist: wenn wir uns zu schade für etwas sind, geht's uns noch nicht schlecht genug

Suspekt finde ich deine Titulierung dieser Beschäftigungen als "menschenunwürdig". Wo genau geht da denn die Menschenwürde verloren, bzw. hast du dich schon mal mit menschenunwürdigen Verhältnissen auf dieser Welt überhaupt auseinandergesetzt?

Als spannend empfinde ich deine Antwort auf mein Posting und die gleichzeitige Frage nach Arbeitsmoral und Arbeitszeiten hier. Vermutest du da Zusammenhänge zwischen meiner Meinung und meinem Arbeitsleben oder gar Arbeitsmoral? Ich darf dir versichern, dass ich nicht zu denen gehöre, die Wasser predigen und Wein trinken. Wenn du willst, können wir uns gern intensiver darüber unterhalten.

@nettertyp:
Das "Sommerloch" entnahm ich lediglich einem Posting des Herrn Syntronica. Woher das Ganze rührt, weiß ich, denn mit den "Kreisen der Wirtschaft" habe ich genug zu tun. :)


Die kiwi hat schon nicht ganz unrecht, mit ihrer Meinung über CallCenter und wie dort mit den Menschen umgegangen wird... trotzdem würde auch ich wieder dort nachfragen (und sicher ankommen...), wenn es um die absolute Existenz meiner Familie ginge.

Lieber das machen, als um Wohltaten betteln zu müssen.
Und wenn meine Tochter denn endlich nach -erfolgreichem- Abi eine Lehrstelle hat, bei der sie nicht mehr verdienen kann als den genannten Satz, gibt es bei CallCentern umschichtigen Betrieb. ;)
Man kann also gerne noch zusätzlich verdienen, damit alle satt werden.
Auch zu frühkapitalistischen Bedingungen.


Zitat (Die Bi(e)ne @ 06.08.2005 - 02:27:36)
Die kiwi hat schon nicht ganz unrecht, mit ihrer Meinung über CallCenter und wie dort mit den Menschen umgegangen wird... trotzdem würde auch ich wieder dort nachfragen (und sicher ankommen...), wenn es um die absolute Existenz meiner Familie ginge.

Lieber das machen, als um Wohltaten betteln zu müssen.
Und wenn meine Tochter denn endlich nach -erfolgreichem- Abi eine Lehrstelle hat, bei der sie nicht mehr verdienen kann als den genannten Satz, gibt es bei CallCentern umschichtigen Betrieb. ;)
Man kann also gerne noch zusätzlich verdienen, damit alle satt werden.
Auch zu frühkapitalistischen Bedingungen.

Danke das du das auch so siehst!!!

Ich habe ja nicht gesagt, dass ich, wenn es um meine Existenz ginge, da nicht wieder hingehen würde.... aber ich finde es halt ziemlich derb wie es dort abläuft, mehr nicht!!!!

Und zu "fein" bin ich mir auch nicht die Hände dreckig zu machen, falls das hier so jemand verstanden haben sollte!!! :blink: :wacko:

Interessant...
270 € haben der heutigen Jugend gefälligst zu reichen, weil unsereiner hat ja damals - 1688, als wir noch mit gebrochenen Armen Schnee geschaufelt haben - viel weniger gekriegt und war froh, überhaupt 16 Stunden am Tag arbeiten zu dürfen.
Und schließlich leben die Blagen ja heutzutage sowieso alle bei Mama bis sie 30 sind.
Aber mobil solln sie gefälligst auch sein. Wer aus Usedom kommt, kann ja wohl auch locker nach Freiburg ziehen für 270 € Ausbildungsvergütung. Und wenn die dann entgegen jeglicher Logik doch nicht zum Überleben reichen sollten, dann - und jetzt kommts richtig toll visionär weit gedacht (Achtung, Brüller!) - kann ja der Staat was dazuschießen!!!!!BRRRRUUUHAARRRRHARRRHARRR!

Ich könnte direkt drüber lachen, wenn da nicht jedesmal Brocken bei rauskommen würden.

Und lasst es Euch von einem gestandenen Sozialromantiker sagen: Wenn Ausbildungsvergütungen gleich hoch sein sollen, warum sind dann nicht auch alle Löhne und Gehälter gleich hoch? Wollt Ihr das auch? Wenn ein Auszubildender zum Kriminalbeamten 1000€ verdient, ist das das Mindeste, was ich ihm gönne. Der soll nämlich spätestens nach der Ausbildung seinen Kopf für uns alle hinhalten, weil einige von uns diesen Job selbst nicht machen wollen würden geschweige denn überhaupt könnten.
:labern:


Du hast natürlich vollkommen Recht, 270,00 Euro sind einfach lächerlich.
Es ist viel besser, direkt nach der Schule von sozialer Unterstützung zu leben und den Tag zu vergammeln, als überhaupt erst die Chance zu bekommen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Ich glaube es geht den meisten darum dass es nicht sei kann dass die Ausbildungsvergütung extrem niedrig angesetzt wird wenn dann auf der anderen Seite von den Azubis verlangt wird sie sollen mobil, flexibel, ortsungebunden, etc. sein.

Wenn jemand mit 16 eine Ausbildung beginnt, geht es halt nicht, dass die Lehrstelle so weit weg ist (die er/sie ja unbedingt annehmen soll), sodass es finanziell einfach nicht machbar ist.

Murphy


Ich verstehe das Prinzip schon. Allerdings weiß ich als Mitarbeiterin eines Unternehmens, das derzeit 25 Lehrlinge ausbildet - die allesamt eine ähnlich niedrige Vergütung erhalten - dass es keine Utopie ist, dass der Staat für Mietkosten u. a. mittels der Ausbildungsbeihilfe aufkommt. Und soweit ich weiß, ist bei dem 270-Euro-Plan keine Streichung dieser vorgesehen.

Zudem meine ich, dass die Umstände, die einen Wegzug von Lehrlingen aus ihrer Heimat erfordern, durch eben diese 270-Euro-Regelung verringert werden könnten, weil sich mehr (im Heimatgebiet der Lehrlinge befindliche) Unternehmen in der Lage sehen werden, auszubilden.






Edit: Krammatick.

Bearbeitet von Minikeks am 08.08.2005 10:07:16


Vereinheitlichungen von Löhnen sind immer Quatsch!

...am Anfang leisten Lehrlinge relativ wenig, am Ende viel, wobei da immer noch die Erfahrung fehlt....

..je nach Branche, sollte ein Lohn ausgehandelt werden, der nicht ausbeuterisch ist, aber auch nicht qualifizierte Mitarbeiter neidisch macht...

..und bitte liebe Lehrlinge, seid euch nicht zu schade zum Kaffee holen, etc. :D


Zitat (Minikeks @ 08.08.2005 - 09:30:00)
Zudem meine ich, dass die Umstände, die einen Wegzug von Lehrlingen aus ihrer Heimat erfordern, durch eben diese 270-Euro-Regelung verringert werden könnten, weil sich mehr (im Heimatgebiet der Lehrlinge befindliche) Unternehmen in der Lage sehen werden, auszubilden.



In der Lage heisst nicht, dass sie es auch tun. Viele Unternehmen sind rein rechnerisch auch in der Lage, höhere Löhne zu zahlen -tun sie aber trotzdem nicht, weil ihre Prioritäten ander sitzen.

Zitat (Minikeks @ 04.08.2005 - 08:53:22)
Liebe Kiwi,

ich bedaure sehr, dass du persönlich solch schlechte Erfahrungen machen musstest. Sollte mich die Arbeitslosigkeit treffen, würde ich mangels Alternativen trotz deines Horrorberichts versuchen, in einem Call-Center oder über eine Zeitarbeitsfirma eine Beschäftigung zu finden. Tut mir leid, aber meine Meinung ist: wenn wir uns zu schade für etwas sind, geht's uns noch nicht schlecht genug

Suspekt finde ich deine Titulierung dieser Beschäftigungen als "menschenunwürdig". Wo genau geht da denn die Menschenwürde verloren, bzw. hast du dich schon mal mit menschenunwürdigen Verhältnissen auf dieser Welt überhaupt auseinandergesetzt?

In anderen Ländern ist es vollkommen üblich, das Zeitarbeiter das gleiche Geld bekommen wie festangestellte Kollegen. Warum auch nicht? Schliesslich machen sie die gleiche Arbeit. Was ist an "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" so absurd?

Ich wage zu behaupten dass, hätten wir ähnliche Konditionen für Zeitarbeiter wie andernorts, bei uns viel mehr auch diese Möglichkeit nutzen würden.

Zitat
In der Lage heisst nicht, dass sie es auch tun.


Fein. Lassen wir es dann doch einfach so wie es ist. ;)

Zitat
Was ist an "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" so absurd?


Das fragst du ernsthaft einen Ossi? *g*
Stell dir mal vor, wie sämtliche Ostdeutsche wegen "menschenunwürdiger Verhältnisse" hier mal eben die Arbeit verweigern, und sich mit ihrer Arbeitskraft in den Westen schieben...

Ich spreche doch überhaupt nicht davon, dass Niedrigstvergütungen, fragwürdige Zustände in CallCentern (die ich nicht beurteilen kann) und geringe Löhne über Zeitarbeitsfirmen (imho immer noch besser als gar nichts...) im Allgemeinen zu befürworten sind; ich sehe diese Dinge vielmehr als Chance, überhaupt etwas zu bekommen - mangels Alternativen! Die Deutschen meckern, meckern und meckern (und vergessen dabei zu gerne, wie gut sie es vergleichsweise immer noch haben), aber das ist dann auch schon alles.

Wenn ich hier Vorschläge zu lesen bekäme, wie man die Lehrstellensituation in Deutschland anderweitig verbessern könnte (ohne die Existenz weiterer Unternehmen zu gefährden) = *freu*! -> dann bin ich durchaus bereit, meine Position hier zu ändern.

In anderen Ländern ist es vollkommen üblich, das Zeitarbeiter das gleiche Geld bekommen wie festangestellte Kollegen. Warum auch nicht? Schliesslich machen sie die gleiche Arbeit. Was ist an "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" so absurd?


jo...supi, dann brauchen wir keine Ausbildung mehr und lernen alle nur noch an......

Bearbeitet von pestcontroller am 08.08.2005 21:49:46


Zitat
Du hast natürlich vollkommen Recht, 270,00 Euro sind einfach lächerlich.
Es ist viel besser, direkt nach der Schule von sozialer Unterstützung zu leben und den Tag zu vergammeln, als überhaupt erst die Chance zu bekommen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Genau solche Vorverurteilungen, minikeks, gehen mir auf denselbigen. Sorry.

Genauso wie Essen, Trinken und ein Dach überm Kopf hat auch Arbeitskraft ihren Preis. Der ist nunmal zwangsläufig so hoch, wie der Erhalt der Arbeitskraft es erfordert. Man kann natürlich nach unten hin Fantasielöhne proklamieren, allerdings hätte ich dann bitteschön gerne dazu die entsprechenden Fantasie-Lebenshaltungskosten.

@pestcontroller:
Auch die Zeitarbeitsfirmen vermitteln fast ausschließlich ausgebildete Arbeitskräfte, denn auch Zeitarbeit funktioniert wirtschaftlich nur mit vermittelbaren Arbeitskräften. Hier in Bremerhaven z.B. braucht ein Ungelernter bei denen gar nicht erst aufzutauchen.

Zitat
Genau solche Vorverurteilungen, minikeks, gehen mir auf denselbigen. Sorry.


Nicht doch entschuldigen. Ich hoffe nur, du hast dabei keine Schmerzen. ;)

Zitat
Genauso wie Essen, Trinken und ein Dach überm Kopf hat auch Arbeitskraft ihren Preis. Der ist nunmal zwangsläufig so hoch, wie der Erhalt der Arbeitskraft es erfordert.


Nun hätte ich jetzt von dir gern gewusst, wodurch du a) den Erhalt der Arbeitskraft definierst, und b ) warum es solche Lohnunterschiede innerhalb Deutschlands (West-Ost) und auch im Blick auf ausländische, in Deutschland sesshafte Arbeitnehmer gibt. Deiner Aussage nach kann man sich als Unternehmen "solche" Menschen dann einfach billiger "halten". Sind die besonders stabil, zweifelst du die Qualität ihrer Arbeit an, oder wie darf ich das deuten?

Bearbeitet von Minikeks am 08.08.2005 23:05:40

@ Koenich

eineseits teile ich deine Meinung und zwar das verschiedene Arbeiten verschiedne bezahlt werden müssen... es ist nun mal Tatsache das es weniger und mehr anspruchsvolle Berufe gibt. Genau wie ausgelernte Leutz unterschiedlich viel verdienen so sollten auch Auszubildende in den verschiedenen Berufen unterschiedlich viel verdienen. Schlieslich liegt es ja an jedem selbst wieviel er verdient... Hat jemand nur nen Hauptschulabschluss und somit ne schlechterbezahlte Ausbildung hat er selber Schuld. Er hätte sich auch anstrengen können und nen höchen Abschluss machen können dann hätte er auch die Chance auf ne bessere Ausbildung...

andererseits kann ich das was du geschrieben hast nicht so ganz nachvollziehen... Wenn ich mit meiner Ausbildung anfang bin ich 23. Das ist in 3 Jahren. Ich wohn seit ich 18 bin nicht mehr zu Hause... Ich weis auch ganau wie teuer ein eigener Haushalt ist. Außerdem wohn ich in nem kleinen Kaff und ich werd mit Sicherheit ein Auto benötigen um dann in 2 oder 3 Jahren auf die Arbeit zu kommen... Jetzt rechne das mal alles zusammen... Auto, Miete und Lebensunterhalt...da kommt ganz schön was zusammen und da reichen keine 270 Euro. Natürlich werd ich wahrscheinlihc auch vom Staat unterstützt werden, lässt sich wahrscheinlich nicht vermeiden aber das muss nicht sein... Stell dir vor ich bräuchte monatlich 500€ und bekomm nur 270€ so muss ich noch 130€ vom Staat beziehen... gäbe es aber keine Vereinheitlichung der Ausbildungsvergütung würde ich vielleicht schon im ersten Lehrjahr 500 € verdienen und bräuchte keine Unterstützung vom Staat... Dann nehmen wir noch an ich wär nicht die einzige... verstehst du worauf ich hinaus will.... alle klagen doch immer das jeder dem Staat auf der Tasche liegt...

GLG *Daisy*


Hallo Daisy,

ich glaube, du bist der gleichen Meinung wie Koenich. Sein Beitrag ist, denke ich, ironisch aufzufassen.

Liebe Grüße
Minikeks


ich finde es nicht gut. Mein Freund ist momentan auch noch in Ausbildung und bekommt über 500€. Allerdings arbeitet er etwas weiter weg und muss daher schon mal jede woche die Zugkosten zahlen und sein Chef zahlt dafür nur 60€ im Monat. Außerdem haben wir momentan außer seinen Lohn nur noch erziehungsgeld und Kindergeld. Also sieht es bei uns so oder so nicht gut aus. Wenn er aber jetzt nur 270€ verdienen würde, könnten wir nicht in einer eingene Wohnung überleben.
Man sollte allerdings in einem Beruf einheit schaffen, ich hab schon öfter von Leuten gehört die bis zu 200€ weniger verdienen als andere in ihrem Beruf


Zitat (pestcontroller @ 08.08.2005 - 21:48:54)
jo...supi, dann brauchen wir keine Ausbildung mehr und lernen alle nur noch an......

Häh?

Zeitarbeit hat mit Ausbildung nichts zu tun. Ein ausgebildetet Maler ist ein ausgebildeter Maler, ob er jetzt direkt für einen Malerbetrieb oder für eine Zeitarbeitsfirma arbeitet.

Zitat
Zitat
In der Lage heisst nicht, dass sie es auch tun.


Fein. Lassen wir es dann doch einfach so wie es ist. ;)


Das hat niemand gesagt. Aber bevor man jemandem Geld in den Rachen schmeisst, sollte man sicher sein, das man auch was dafür bekommt. Und da hapert's ganz gewaltig.

Zitat

Das fragst du ernsthaft einen Ossi? *g*
Stell dir mal vor, wie sämtliche Ostdeutsche wegen "menschenunwürdiger Verhältnisse" hier mal eben die Arbeit verweigern, und sich mit ihrer Arbeitskraft in den Westen schieben...


Nun, sämtliche nicht, aber nach meinen Informationen tun das zumindest viele

Zitat

Wenn ich hier Vorschläge zu lesen bekäme, wie man die Lehrstellensituation in Deutschland anderweitig verbessern könnte (ohne die Existenz weiterer Unternehmen zu gefährden) = *freu*! -> dann bin ich durchaus bereit, meine Position hier zu ändern.


z.B. in dem die Bildung vernünftig reformiert wird, sodass sich Arbeitgeber nicht mehr auf "die haben alle von den elementarsten Sachen keine Ahnung" rausreden können. Im Übrigen gefährden die Unternehmen ihre Existenz durch die fehlende Ausbildung selbst, denn sie führt früher oder später zu einem Mangel an Fachkräften.

Zitat
Aber bevor man jemandem Geld in den Rachen schmeisst, sollte man sicher sein, das man auch was dafür bekommt. Und da hapert's ganz gewaltig.


Wie kannst du diese Aussage mit der sozialen Marktwirtschaft, die in Deutschland ja immer noch Programm ist, vereinbaren? ;)

Zitat
Nun, sämtliche nicht, aber nach meinen Informationen tun das zumindest viele


Unumstritten. Sicher stimmst du mir aber zu, dass es verhältnismäßig wenige sind. Sonst wäre es hier im Osten ziemlich still und einsam. Die Leute, die trotz aller "menschenunwürdigen" (diesen Begriff finde ich immer noch lächerlich in diesem Zusammenhang) Verhältnisse hier das Banner hoch halten, sind immer noch die Mehrheit. Ich finde es deshalb mindestens arrogant, wenn solche Unterschiede in der Bezahlung zwischen Ost und West als akzeptabel durchgehen, bei "Wessis" in Zeitarbeitsfirmen gegenüber Festangestellten jedoch als unwürdig erachtet werden.

Zitat
z.B. in dem die Bildung vernünftig reformiert wird, sodass sich Arbeitgeber nicht mehr auf "die haben alle von den elementarsten Sachen keine Ahnung" rausreden können. Im Übrigen gefährden die Unternehmen ihre Existenz durch die fehlende Ausbildung selbst, denn sie führt früher oder später zu einem Mangel an Fachkräften.


Gegen eine Bildungsreform spricht nichts! Allerdings braucht's dafür dann wohl auch erst einmal (willige) Schüler. Ich weiß nicht, wieviel du mit jungen Leuten zu tun hast, aber, prozentual genommen, bilden die Null-Böckler und Wissens-Verweigerer meinen Erfahrungen nach eine erhebliche Mehrheit.

Mir stellt sich da also die Frage nach der Henne und dem Ei. Eine Bildungsreform ist sinnvoll, nützlich und so weiter, wird aber keine Ausbildungsplätze schaffen.

Menschen handeln nunmal nicht ohne wie auch immer geartete Motivation; und solange Unternehmen gravierende Nachteile in der Schaffung von Ausbildungsplätzen sehen, wird sich an dem Zustand nichts ändern. Den Gedanken, dass sie die "Nachwuchsheranzucht" verpassen, schieben sie - für meine Begriffe verständlicherweise - erst einmal weit weg in Anbetracht der Zukunftsaussichten. Im Grunde handeln sie damit auch nicht anders als der Durchschnittsbevölkerer, wie ein Blick auf die Geburtenrate in Deutschland bestätigt.

Zitat (Minikeks @ 09.08.2005 - 10:35:35)

Wie kannst du diese Aussage mit der sozialen Marktwirtschaft, die in Deutschland ja immer noch Programm ist, vereinbaren? ;)


"Soziale Marktwirtschaft" heisst nicht "effektlose Subvention privater Unternehmen"

Zitat

Unumstritten. Sicher stimmst du mir aber zu, dass es verhältnismäßig wenige sind. Sonst wäre es hier im Osten ziemlich still und einsam.


Das ist es in vielen Gegenden.

1991-1999 sind insgesamt NETTO fast eine halbe Million Menschen abgewandert. Da diese häufig aus ohnehin dünn besiedelten Gegenden kommen (weil's dort wenig Arbeitsplätze gibt) gibt es etliche "Dorfvergreisungen". Umsomehr, als von den Zuwanderern viele Rentner sind, die sich nach der Wende in der früheren Heimat einen Altersruhesitz gesucht haben.
http://www.mittelstand-deutschland.de/DOWN...Abwanderung.htm

Zitat
Ich finde es deshalb mindestens arrogant, wenn solche Unterschiede in der Bezahlung zwischen Ost und West als akzeptabel durchgehen, bei "Wessis" in Zeitarbeitsfirmen gegenüber Festangestellten jedoch als unwürdig erachtet werden. 


Bei wem gehen denn die Unterschiede als akzeptabel durch?

Zitat

Gegen eine Bildungsreform spricht nichts! Allerdings braucht's dafür dann wohl auch erst einmal (willige) Schüler. Ich weiß nicht, wieviel du mit jungen Leuten zu tun hast, aber, prozentual genommen, bilden die Null-Böckler und Wissens-Verweigerer meinen Erfahrungen nach eine erhebliche Mehrheit.


Nein, das Ziel einer Bildungsreform ist nicht zuletzt das durch motivierenderen Unterricht zu ändern.

Zitat

Menschen handeln nunmal nicht ohne wie auch immer geartete Motivation; und solange Unternehmen gravierende Nachteile in der Schaffung von Ausbildungsplätzen sehen, wird sich an dem Zustand nichts ändern. Den Gedanken, dass sie die "Nachwuchsheranzucht" verpassen, schieben sie - für meine Begriffe verständlicherweise - erst einmal weit weg in Anbetracht der Zukunftsaussichten.


Ich sehe da gar nichts verständliches. Es ist der hirnrissige Versuch, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Im Übrigen: Welche Zukunftsaussichten hindern Deutsche Bank oder BASF daran, mehr auszubilden?

Wenn einer kein Geld hat, dann ist es die öffentliche Hand. Aber hier vor Ort, in einer Region mit extrem hoher Arbeitslosigkeit haben sich ein Max Planck Institut, eine Uni und ein anderes Forschungsinstitut zu einem Ausbildungsverbund zusammengetan und schultern gemeinsam die Ausbildung von Leuten für zukunftsträchtige Berufe.

Das Problem ist nicht zuletzt, dass die Teile der Wirtschaft, die am lautesten Jammern, genauso inflexibel und uninnovativ sind, wie die potentiellen Arbeitnehmer, bei denen sie das gleiche beklagen. Da wird mehr Flexibilität gefordert und die Lockerung des Kündigungsschutzes, aber um Zeitarbeiter zu nehmen ist man zu stockkonservativ. Mit solchen neumodischen Methoden der Flexibilisierung der Belegschaft will man nichts zu tun haben. Man will sich auch von niemandem in die Ausbildung dreinreden lassen, deswegen keine Ausbildungsverbünde, etc.etc.

Bearbeitet von OliH. am 09.08.2005 12:22:41

....................

Bearbeitet von Nyx am 22.02.2007 01:32:19


Zitat (Oli)
Bei wem gehen denn die Unterschiede als akzeptabel durch?


Du hast mich zitiert, als ich Kiwis Aussage bezüglich "menschenunwürdiger Verhältnisse" im Blick auf Zeitarbeit/CallCenter in Frage stellte. Selber schriebst du:

Zitat

In anderen Ländern ist es vollkommen üblich, das Zeitarbeiter das gleiche Geld bekommen wie festangestellte Kollegen. Warum auch nicht? Schliesslich machen sie die gleiche Arbeit. Was ist an "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" so absurd?

Ich wage zu behaupten dass, hätten wir ähnliche Konditionen für Zeitarbeiter wie andernorts, bei uns viel mehr auch diese Möglichkeit nutzen würden.


Dem widerspreche ich auch gar nicht. Ich suchte nur parallel einen Bezug zum Osten und den dortigen, vergleichbar "menschenunwürdigen" Verhältnissen herzustellen, auf was du, abgesehen vom Abwanderungszahlenlink (welcher meine Aussage, dass die Mehrheit zu diesen Verhältnissen noch immer hier lebt und arbeitet, nicht in Frage stellt ;) ), sonst nicht wirklich weiter eingegangen bist.

Zusammenfassend, ohne jetzt mit rausgelösten Zitate zu jonglieren, kann ich aus deinen Postings lediglich ersehen, dass du

1. für eine lohnmäßige Gleichstellung innerhalb von Zeitarbeitsfirmen (und vielleicht, hoffentlich auch in Ost und West? ;) )
2. für eine nichteinheitliche Lehrlingsvergütung in Höhe von 270,00 Euro und
3. für eine Bildungsreform plädierst.

Außerdem meine ich zu erkennen, dass du von den Unternehmen ein soziales Denken forderst, bzw. sie stärker in die soziale Verantwortung einbinden willst.

In allen Dingen hast du meine vollste Zustimmung - genau das wünsche ich mir auch!

Was mir in deiner Argumentation noch fehlt, ist, wie sich das bewerkstelligen lässt, damit ich von dem recht unbequemen Standpunkt abrücken kann, keine andere Chance zu sehen, denn:

zu 1.) Ist es bei Zeitarbeitsfirmen nicht so, dass die Vergütung an sich schon der Höhe einer Standardentlohnung entspricht, ein Teil aber von der Zeitarbeitsfirma selbst einbehalten wird, und der Arbeitnehmer deshalb weniger erhält? Oder wie finanzieren die sich sonst? Müsste dann bei einer lohnmäßigen Gleichstellung von Festangestellten und Zeitarbeitern das Unternehmen letztendlich nicht noch draufzahlen, um letzteren zu beschäftigen? Worin besteht da der Nutzen für das Unternehmen?

zu 2. und 3. und außerdem) Gehen wir davon aus, dass deine Bildungsreform die jungen Leute wieder mehr zum freudigen Lernen animiert (sorry, ich sehe für das tatsächliche Gelingen einfach zu viele Freizeitmöglichkeiten...) - dann ist das für mich als Unternehmer dennoch nicht wesentlich für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze. Unternehmen werden gegründet, um Gewinn abzuschöpfen, und das nicht zu wenig. Also sieht man zu, dass die Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Auszubildende haben keinen leichten Job, das ist wohl wahr. Aber im Regelfall sind sie auch keine "vollwertigen" Arbeitskräfte. Sie können bei Fehlern nicht zur Verantwortung gezogen werden, es müssen bestimmte Gesetze und Auflagen beachtet werden (JArbSchG, Urlaubsgesetz, spezielle Richtlinien zur Arbeitsplatzgestaltung und was weiß ich) - das sind nunmal Nachteile und Kosten.

Die einzige Alternative, die ich sehe, ist eine gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen ab xy Beschäftigten, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Das könnte ähnlich wie bei den Vorgaben des Schwerbehindertengesetzes laufen, so dass das Unternehmen, wenn es trotz der Voraussetzungen keine Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt, in einen Ausbildungsfond zahlen muss.
Allerdings stellt sich mir dann die Frage, was ich wichtiger fände: einen (?)Arbeitsplatz zu erhalten oder einen Ausbildungsplatz zu schaffen. Denn solche Vorgaben zwingen mit Sicherheit das eine oder andere Unternehmen in die Knie - oder einmal mehr ins Ausland.

Warum welche Unternehmen nicht mehr Leute ausbilden, als sie es tun, weiß ich natürlich nicht. Wir bilden, wie geschrieben, derzeit 25 aus. Nicht 26 oder 27 oder 35 - weil die Leute ansonsten wesentlich weniger lernen würden. Wir hätten nicht genug für sie zu tun, keine ordnungsgemäßen Arbeitsplätze, nicht genügend Ausbilder, (wir können uns auch nicht leisten, noch mehr Leute einzustellen), zu wenig Budget für Vergütungen usw. Wenn die Vergütungen allerdings geringer wären, könnte man dafür vielleicht auch in eben diese bisherigen Defizite investieren.

Bearbeitet von Minikeks am 09.08.2005 13:28:44

....das stimmt nicht ganz! Der Lohn leitet sich von dem Preis ab, den der Kunde bereit ist zu zahlen!!!!!...und somit beißt sich die "Geiz-ist-geil-Schlange" selbst in den Schwanz!!!! :D

@pestcontroller:
Auch die Zeitarbeitsfirmen vermitteln fast ausschließlich ausgebildete Arbeitskräfte, denn auch Zeitarbeit funktioniert wirtschaftlich nur mit vermittelbaren Arbeitskräften. Hier in Bremerhaven z.B. braucht ein Ungelernter bei denen gar nicht erst aufzutauchen.

...das ist mir schon klar!

@minikeks: ich stimme dir voll zu!!! ...allerdings muß man erstmal ausbildungsfähige Lehrlinge bekommen!!! :D

Bearbeitet von pestcontroller am 09.08.2005 14:50:22


Zitat (Minikeks)

Dem widerspreche ich auch gar nicht. Ich suchte nur parallel einen Bezug zum Osten und den dortigen, vergleichbar "menschenunwürdigen" Verhältnissen herzustellen, auf was du, abgesehen vom Abwanderungszahlenlink (welcher meine Aussage, dass die Mehrheit zu diesen Verhältnissen noch immer hier lebt und arbeitet, nicht in Frage stellt ;) ), sonst nicht wirklich weiter eingegangen bist. 


Wenn überhaupt zeigt doch der Osten, dass einfach nur die Kosten zu senken nicht wirklich die Situation ändert.

Zitat

2. für eine nichteinheitliche Lehrlingsvergütung in Höhe von 270,00 Euro und


?

Zitat

zu 1.) Ist es bei Zeitarbeitsfirmen nicht so, dass die Vergütung an sich schon der Höhe einer Standardentlohnung entspricht, ein Teil aber von der Zeitarbeitsfirma selbst einbehalten wird, und der Arbeitnehmer deshalb weniger erhält? Oder wie finanzieren die sich sonst? Müsste dann bei einer lohnmäßigen Gleichstellung von Festangestellten und Zeitarbeitern das Unternehmen letztendlich nicht noch draufzahlen, um letzteren zu beschäftigen? Worin besteht da der Nutzen für das Unternehmen? 


Nicht ganz. Es gibt explizite Tarifverträge für die Mitarbeiter von Zeitarbeitsunternehmen, die unter dem normalen Tarif liegen.

Der Nutzen für das Unternehmen besteht nicht zuletzt darin, dass sie flexibel die Anzahl der Mitarbeiter anpassen können, dass krankheitsbedingte Ausfälle kein Thema sind, und dass Mitarbeiter, die nicht in den Betrieb "passen" ohne Probleme ausgetauscht werden können.

Zitat

Gehen wir davon aus, dass deine Bildungsreform die jungen Leute wieder mehr zum freudigen Lernen animiert (sorry, ich sehe für das tatsächliche Gelingen einfach zu viele Freizeitmöglichkeiten...) - dann ist das für mich als Unternehmer dennoch nicht wesentlich für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze.


Es gab hier in NRW die Zusammenlegung der Naturwissenschaften zu einem gemeinschaftlichen Unterricht. Eine Spitzenidee, die zum einen Fachidiotentum bekämpft, das Verständnis von Zusammenhängen erleichtert und heute, wo es schon biophysikalische Chemie gibt unabdingbare Tellerrandperspektiven eröffnet. Zusätzlich waren die Lehrer motiviert, haben zusammen neue Inhalte ausgearbeitet und konnten nicht zuletzt deswegen die Schüler zum experimentellen arbeiten motivieren.

Grandioserweise schafft der Ex-Zukunftsminister, der sich jetzt Ministerpräsident schimpft, dieses Modell wieder ab. Man kann erwarten, dass die "blühenden Landschaften", die er hier versprochen hat, bald genauso aussehen, wie die, wo eine Regierung unter seiner Beteiligung sie das letzte Mal versprochen hat.

Zitat

Unternehmen werden gegründet, um Gewinn abzuschöpfen, und das nicht zu wenig. Also sieht man zu, dass die Kosten so gering wie möglich gehalten werden.


Das Problem ist gerade, dass die Unternehmen KURZFRISTIGEN FINANZIELLEN Gewinn als das einzige Kriterium ansehen. Fachwissen, Loyalität und ein guter Ruf bei den Kunden sind Nebensache geworden. Gerade bei den Aktiengesellschaften denkt man nur noch bis zur nächsten Hauptversammlung. Und DAS ist ein riesiges hausgemachtes Problem der Wirtschaft.

Zitat

Wir hätten nicht genug für sie zu tun, keine ordnungsgemäßen Arbeitsplätze, nicht genügend Ausbilder, (wir können uns auch nicht leisten, noch mehr Leute einzustellen), zu wenig Budget für Vergütungen usw. Wenn die Vergütungen allerdings geringer wären, könnte man dafür vielleicht auch in eben diese bisherigen Defizite investieren.


A)Wo wäre der Sinn in das Defizit "nicht genug für sie zu tun" zu investieren? Der Azubi dann wieder als Bierkutscher für den Betrieb? Der Punkt ist, dass die Vergütung als Kosten gesehen werden, nicht als Investition in zukünftige Fachkräfte.

B)Würden die Vergütungen signifikant gekürzt und die Azubis können sich nicht mehr über Wasser halten, darf der Steuerzahler WIEDERUM einspringen. Kann das der Sinn sein?

Bearbeitet von OliH. am 09.08.2005 15:07:52

Zitat (OliH. @ 09.08.2005 - 15:07:01)
Wenn überhaupt zeigt doch der Osten, dass einfach nur die Kosten zu senken nicht wirklich die Situation ändert.


Das Problem ist gerade, dass die Unternehmen KURZFRISTIGEN FINANZIELLEN Gewinn als das einzige Kriterium ansehen. Fachwissen, Loyalität und ein guter Ruf bei den Kunden sind Nebensache geworden. Gerade bei den Aktiengesellschaften denkt man nur noch bis zur nächsten Hauptversammlung. Und DAS ist ein riesiges hausgemachtes Problem der Wirtschaft.

..du redest hier von einigen Aktiengesellschaften aus dem Dax und nicht vom Mittelstand, mit über 80% der Beschäftigten.....dieses Problem löst die Marktwirtschaft, wenn nicht wieder politisch und mit Subventionen eingegriffen wird, von selbst!!


..nicht die Kosten im Osten sind zu hoch, sondern die Produktivität(nicht im Einzelnen, sondern auf ganz Ostdeutschland bezogen) ist zu niedrig.....

....und nicht zu vergessen, die ganze Struktur der BRD ist völlig verkrustet, überschuldet und unflexibel...schon wieder wird im Wahlkampf nur geschachert und der Wagen weiter vor die Wand gefahren!!!!...ES IST ZUM HEULEN!!!

...viele Menschen, die das heute noch nicht sehen, werden bald schmerzhaft erwachen: z.B. die Rente...das System ist am Ende, aber es wird weiter gelogen und vertuscht...statt eine Alternative zu förden, einen Strukturwandel einzuleiten passiert nichts...nur kosmetische Reperaturen...ist dann die Rente am Ende (in wenigen Jahren) hat man nichts!....würde mal reformiert hätte man wenigstens etwas...und wenn es nur eine Alternative ist..... :angry:

(IMG:http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/g060.gif)

Zitat
Wenn überhaupt zeigt doch der Osten, dass einfach nur die Kosten zu senken nicht wirklich die Situation ändert.


Nein, zeigt er nicht. Hier wurde nix gesenkt, es war einfach schon immer so.

Zitat
?


!
Ich meinte, dass du die 270,00-Euro-Regelung ablehnst.


Zitat
Der Nutzen für das Unternehmen besteht nicht zuletzt darin, dass sie flexibel die Anzahl der Mitarbeiter anpassen können, dass krankheitsbedingte Ausfälle kein Thema sind, und dass Mitarbeiter, die nicht in den Betrieb "passen" ohne Probleme ausgetauscht werden können.


Das klingt gut. Solange sie mich nicht mehr kosten als meine Festangestellten, die sich ihre hohe Vergütung durch jahrelanges überdurchschnittliches Engagement verdient haben. Ich bin sicher, bei Mehrkosten ginge der Zugriff auf Zeitarbeiter zurück.

Zitat
Es gab hier in NRW die Zusammenlegung der Naturwissenschaften zu einem gemeinschaftlichen Unterricht. Eine Spitzenidee, die zum einen Fachidiotentum bekämpft, das Verständnis von Zusammenhängen erleichtert und heute, wo es schon biophysikalische Chemie gibt unabdingbare Tellerrandperspektiven eröffnet. Zusätzlich waren die Lehrer motiviert, haben zusammen neue Inhalte ausgearbeitet und konnten nicht zuletzt deswegen die Schüler zum experimentellen arbeiten motivieren.


Finde ich großartig. Das liegt aber an den Menschen und deren Initiative. Eine derartige Motivation lässt sich staatlich nicht erzwingen.

Zitat
Das Problem ist gerade, dass die Unternehmen KURZFRISTIGEN FINANZIELLEN Gewinn als das einzige Kriterium ansehen. Fachwissen, Loyalität und ein guter Ruf bei den Kunden sind Nebensache geworden. Gerade bei den Aktiengesellschaften denkt man nur noch bis zur nächsten Hauptversammlung. Und DAS ist ein riesiges hausgemachtes Problem der Wirtschaft.


Da stimme ich dir durchaus zu. Und wodurch möchtest du ein Umdenken veranlassen? *g*

Zitat
)
A) Wo wäre der Sinn in das Defizit "nicht genug für sie zu tun" zu investieren? Der Azubi dann wieder als Bierkutscher für den Betrieb? Der Punkt ist, dass die Vergütung als Kosten gesehen werden, nicht als Investition in zukünftige Fachkräfte.

B)Würden die Vergütungen signifikant gekürzt und die Azubis können sich nicht mehr über Wasser halten, darf der Steuerzahler WIEDERUM einspringen. Kann das der Sinn sein?


A) Nun, dieses Defizit lässt sich kurzfristig finanziell sicher schwer ausgleichen, in der Tat. Aber wer weiß, vielleicht lässt sich das Unternehmen durch Ansparungen ja sogar eines Tages vergrößern, womit es auch für Azubis wieder genügend zu tun gäbe. *g*

Ich stimme dir zu: Vergütungen sind heute erstmal Kosten, keine Investition. Aber wem will man es verdenken? Es verhält sich nicht anders bei den Otto-Normal-Bürgern: In schlechten Zeiten hält man eben das Geld zurück, statt es auszugeben für Dinge, die man vielleicht irgendwann mal brauchen könnte - wenn man das "Irgendwann" überhaupt noch erlebt. ;)

B) Gibt es nicht einen Unterschied in der Höhe der Finanzierung durch den Steuerzahler? Meines Erachtens rechnet es sich für diesen eher, Zuschüsse zu finanzieren als die komplette Lebenshaltung.


Zitat (pestcontroller @ 09.08.2005 - 15:34:23)

..du redest hier von einigen Aktiengesellschaften aus dem Dax und nicht vom Mittelstand, mit über 80% der Beschäftigten.....dieses Problem löst die Marktwirtschaft, wenn nicht wieder politisch und mit Subventionen eingegriffen wird, von selbst!!


Dein Glaube in die Marktwirtschaft in Ehren, die Erfahrung zeigt etwas anderes.

Zitat

..nicht die Kosten im Osten sind zu hoch, sondern die Produktivität(nicht im Einzelnen, sondern auf ganz Ostdeutschland bezogen) ist zu niedrig.....


Wir produzieren WEIT über Bedarf, da kann es mit der Produktivität nicht wirklich schlecht aus sehen.

Bearbeitet von OliH. am 09.08.2005 16:10:48


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