Rennradfahrer hier?


Nun habe ich 2 Fahrräder neu gekauft, doch mein Wunsch ist noch ein Rennrad zu nutzen...Allerdings habe ich neben dem ??vermutlich"hohen Preis noch Bedenken..die Rifen sind so schmal und wirken so, als würden sie häufig mit "Platten"beschert.Und wo kauft man Rennräder und welche Rahmenhöhen gelten hierbei und worauf muss man achten und was kostet solch ein Rad???Mein Händler bietet lediglich nur eins an, aber so richtig habe ich den Kauf noch nicht ins Auge gefasst.Wenn ich mein aber verkauft habe, rückt dieser Wunsch aber in die Nähe..Gibt es hier Rennradfahrer, die mir die Fragen beantworten können???


Ich bin zwar - noch - kein "richtiger" Rennradfahrer (mir kam ein gerissenes Kreuzband dazwischen und ich mußte den Start etwas verschieben), weiß aber, daß die Rahmenhöhe immens wichtig ist, wie aber auch die Oberrohrlänge (sprich die Länge der oberen Stange zwischen Sattelstütze und Lenkradvorbau). Am besten kauft man/frau das Rad bei einem guten Fachhändler, der einen vorher gut vermißt, wie z.B. Beinlänge, Armlänge und noch vieles mehr. Platten sind nicht so häufig, wie vielleicht vermutet, es gibt auch Mäntel, die dies ein wenig verhindern.

Mein Rennrad hat knapp 1000 Euro gekostet, ist aber noch sehr steigerungsfähig :pfeifen::P

Hier findest Du z.B. viel darüber... (ist ein gutes Forum für Rennradfahrer...)

Solltest Du noch Fragen haben, kann ich gerne meine rennradelnden Freunde fragen, die sind aber gerade in den Pyrenäen mit dem Rad unterwegs und kommen erst in 16 Tagen wieder...


Ernsthafte Rennradfahrer kaufen ihr Fahrgerät nicht von der Stange.
Man sucht sich alle Teile (Rahmen / Vorbau / Lenker / Sattelstütze / Sattel / Tretlager, Antriebskurbeln, Bremsen, Schaltung, Steuersatz, Naben, Zahnkranz [gibts als zusammenpassende Gruppe] / Pedale / Felgen / Bereifung / Speichen, Kette usw.) einzeln aus. Läßt montieren oder schraubt selbst (so wie ich :)).

Auf jeden Fall nicht zu einem Händler gehen, der halt so ein paar montierte Rennräder im Laden stehen hat, sondern dort kaufen, wo die Zusammenstellung aus Einzelkomponenten Philosophie des Ladens ist. Dieser Händler hat sicher auch Fertigmontiertes anzubieten, man muß ja was dahaben, um es seinen Kunden vorzeigen zu können.;) Dort ist es aber selbstverständlich, Teile auszutauschen (man hat das erforderliche Teil ja im Lager ;)), um dem Käufer sein maßgeschneidertes Wunschrad zu liefern.

Schmale Bereifung hat im Vergleich zu der von Standardrädern eine geringere Rollreibung, die Einsparung an Energieeinsatz merkst du enorm. Gefahren wird mit hohem Luftdruck (8- 12 bar für speziellere Fälle ;)) Die Bereifung dämpft Stöße daher kaum, diese Funktion übernimmt ein guter Rahmen aus dünnwandigen Rohren mit definierter Elastizität.
Bei richtig gewähltem Luftdruck ist die Pannenhäufigkeit in etwa vergleichbar mit der bei Standardbereifung.
Persönlch habe ich eine Schwäche für ultraschmale (18-19 mm) profillose :) Bereifung (22-23 mm ist z.Z. Standard).

Erforderliche Rahmenhöhe wird aus der Schrittlänge bestimmt. Übergroße Rahmen haben meist eine zusätzliche Querverstrebung, um die erforderliche Quersteife zu garantieren (wenn du hart in die Pedale trittst, sollte der Rahmen seitlich, also senkrecht zur Rahmen'fläche' nur bis zu einem Maximalwert durchfedern).
Sitzhöhe, bestimmt durch die Länge der Sattelstütze, ist wichtig. Wird ermittelt, indem du dich auf den Sattel setzt, Ballen vom Fuß auf die Pedalmitte, Bein unter den Zwangsvorgaben des Fahrrads (Po auf Sattel setzend, Fußballen auf Pedal) ausstrecken, so daß der Abstand Hüftgelenk-Fußballen maximal wird. Wenn dein Fuß dann waagrecht zur Erdoberfläche steht und dein Bein ganz durchgedrückt, also nicht angewinkelt ist, hast du die richtige Sitzhöhe.
Die dritte wichtige Größe ist die Länge des Vorbaus (das ist die Komponente, mit der Lenker und Rahmen miteinander verbunden sind). Wenn du den Ellbogen an die Sattelnase ansetzt, dein Unteram in Richtung Lenker zeigt, die Kuppen deiner ausgestrecken Finger gerade den Lenker von hinten berühren, hast du die Vorbaulänge passend gewählt.

Diese Einstellungen sind auch fürs Anpassen eines 08/15-Fahrrads richtig.

Du kannst dich zur Orientierung mal hier:
Rose Versand
oder da:
Brügelmann Fahrrad
umsehen, was der Markt an Teilen z.Z. zu bieten hat.


super, vielen vielen Dank...werde mich mal durchlesen :D


Zitat (Mosaik @ 02.09.2008 21:56:44)
Auf jeden Fall nicht zu einem Händler gehen, der halt so ein paar montierte Rennräder im Laden stehen hat, sondern dort kaufen, wo die Zusammenstellung aus Einzelkomponenten Philosophie des Ladens ist. Dieser Händler hat sicher auch Fertigmontiertes anzubieten, man muß ja was dahaben, um es seinen Kunden vorzeigen zu können.;)  Dort ist es aber selbstverständlich, Teile auszutauschen (man hat das erforderliche Teil ja im Lager ;)), um dem Käufer sein maßgeschneidertes Wunschrad zu liefern.


Das hört sich jetzt an, dass Du empfiehlst nicht zu einem Fahrradgeschäft zu gehen.

Wohin dann? Zum Supermarkt, Aldi oder in den Baumarkt?

Auch die teuren Rennräder aus Carbon sind nach dem ersten Sturz Schrott. So geschehen bei der Tour de France, wo ein Fahrer stürzte und der Rahmen zerbrochen ist. Dann sind einfach mal so 4- 8000 Euro zum Fenster hinausgeworfen.
An meinem Centurion 2000 DM-Trekkingrad ist nach 4 Jahren der Rahmen durchgerostet und gebrochen (am Tretlager).

Der beste Kauf ist im Frühjahr. Ich habe mein Rennrad letztes Jahr im 6-Tage-Rennen in Stuttgart bestellt und nach meinen Wünschen bauen lassen. Selbstverständlich stehen dort ca. 30 Rennräder montiert herum. Mein Bruder, welcher mehrmaliger Dt. Meister im Strassen-Vierer und Einzel ist, mit nötigem Fachwissen ein Rennrad im Wert von 1800 Euros für 800 Euro herausgesucht.

Ich getraue mich nicht am Rennrad selbst herum zu basteln. Das kann nicht jeder, und ist auch zu gefährlich. Leider ist es so, dass in vielen Fahrradgeschäften nur noch 1 Monteur für alle Räder da ist, welcher nebenher noch verkauft. Oft nicht mal vom Fach, sondern fremd angelernt.

Mein Rat ist: entweder in einem grossen Geschäft oder in einem kleinen Laden, welcher sich auf Rennräder spezialisiert hat. Ich kenne viele Radrennfahrer, die im Anschluss ihrer Sportkarriere sich selbstständig gemacht haben.

Ich habe z. Zt. 3 verschiedene Räder (hab vor kurzem 6 weg geworfen, davon eine Colnago). 1 Mountainbike, 1 Trekkingbike, 1 Rennrad.

Wenn ich vom Mountainbike zum Trekkingrad und zuletzt zum Rennrad wechsle, spüre ich grosse Unterschiede. Auf Wegen und Strassen ist das Rennrad selbst zum Trekkingrad bei weitem überlegen. Es ist mit weniger Kraftaufwand (bedingt durch das Gewicht von unter 10 Kg) fort zu bewegen, und ist wesentlich schneller. Am langsamsten ist man, bedingt durch den Rollwiederstand, das Mountainbike. Irgenwo dazwischen bewegt sich das Trekkingrad.

Das Trainingsprogramm von Rennfahrer sieht so aus: Bei schönem Wetter mit dem Rennrad, bei schlechtem Wetter im Wald mit dem Mountainbike.

Ansonsten sind die Tipps von @mosaik ok.

Labens

Bearbeitet von labens am 02.09.2008 23:18:07

Und für die Motivation zum Training gibts was auf meiner Homepage (s. Profil). Mir hilft diese Seite enorm. :wub:



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