Modrige Bücher

 

Habe heute den Keller entrümpelt. In den Kartons sind die bücher von mir leicht modrig geworden. Habe mal im Fernsehen gesehen, dass man was dagegen tun kann. Kann mich nur nicht mehr errinner wie :(
Weiß zufällig jemand was ich tun kann :unsure:

Liebe Grüße
Desina

Oh, ich glaube, da hast du verloren.
Es gibt zwar ein Verfahren, wo die Seiten aufgespaltet und dann mittels einer Vliesvariante stabilisiert werden, aber das ist nur ein sauteures Verfahren zur Restaurierung wirklich historischer Bücher. (Das Stadtarchiv Grimma bspw. nach der Flut hat solche Sachen in Auftrag gegeben oder oder die Anna-Amalia-Bibliothek für Bücher, die "nur" durch Löschwasser durchnässt wurden)

Normalerweise gibts wohl keine Möglichkeit, modrige Bücher zu "entmodern", ich kenne keine, hatte auch schon das Problem, eine Kiste alter Schulbücher war nur noch für den Container zu gebrauchen. Das einzige, was du versuchen kannst: Nimm die Bücher an einen trockenen Ort und lass sie austrocknen. Wenn du auftreiben kannst, gib so kleine Tütchen hygroskopisches Trockengranulat dazu. (Ich habe sowas mit meiner Fototasche geliefert bekommen, frag mich bt. nicht, wo sowas sonst zu haben ist.) Pass auf, dass die Seiten nicht aneinander kleben. Wenn sie trocken sind, dann wische mit einem weichen Lappen oder einem Pinsel den Schimmel ab. Drück nicht so fest auf dabei, du zerreibst sonst das Papier. Und sieh zu, dass du nicht zuviel davon einatmest, denn nicht nur Schimmelsporen, auch Kalk aus den Wänden deines Kellers hat fleißig am Papierfraß mitgewirkt. Aber es wird immer etwas zurückbleiben, Flecken und ein gewisser Modergeruch.

Das Granulat kannst du übrigens auf der Heizung oder in der Mikrowelle trocknen und wiederverwenden.

Wenn ich dir jetzt noch verrate, dass mein "wirklicher" Nachname Schimmel ist, ist das kein Witz. Manchmal bin ich mir selbst nicht mehr ganz geheuer... :unsure:

Gruß, SCHNAUF ;)


Zitat (SCHNAUF @ 23.11.2004 - 20:24:04)
Oh, ich glaube, da hast du verloren.
Es gibt zwar ein Verfahren, wo die Seiten aufgespaltet und dann mittels einer Vliesvariante stabilisiert werden, aber das ist nur ein sauteures Verfahren zur Restaurierung wirklich historischer Bücher. (Das Stadtarchiv Grimma bspw. nach der Flut hat solche Sachen in Auftrag gegeben oder oder die Anna-Amalia-Bibliothek für Bücher, die "nur" durch Löschwasser durchnässt wurden)

Normalerweise gibts wohl keine Möglichkeit, modrige Bücher zu "entmodern", ich kenne keine, hatte auch schon das Problem, eine Kiste alter Schulbücher war nur noch für den Container zu gebrauchen. Das einzige, was du versuchen kannst: Nimm die Bücher an einen trockenen Ort und lass sie austrocknen. Wenn du auftreiben kannst, gib so kleine Tütchen hygroskopisches Trockengranulat dazu. (Ich habe sowas mit meiner Fototasche geliefert bekommen, frag mich bt. nicht, wo sowas sonst zu haben ist.) Pass auf, dass die Seiten nicht aneinander kleben. Wenn sie trocken sind, dann wische mit einem weichen Lappen oder einem Pinsel den Schimmel ab. Drück nicht so fest auf dabei, du zerreibst sonst das Papier. Und sieh zu, dass du nicht zuviel davon einatmest, denn nicht nur Schimmelsporen, auch Kalk aus den Wänden deines Kellers hat fleißig am Papierfraß mitgewirkt. Aber es wird immer etwas zurückbleiben, Flecken und ein gewisser Modergeruch.

Das Granulat kannst du übrigens auf der Heizung oder in der Mikrowelle trocknen und wiederverwenden.

Wenn ich dir jetzt noch verrate, dass mein "wirklicher" Nachname Schimmel ist, ist das kein Witz. Manchmal bin ich mir selbst nicht mehr ganz geheuer... :unsure:

Gruß, SCHNAUF ;)

hmmmm
in einem so schlimmen Zustand sind meine Bücher nicht. Sie sind jetzt auf dem Dachboden.... aber sie richen eben leicht modrig :(

Habe mal im Fernsehen gesehen, dass man diesen Geruch von Büchern nehmen kann ohne großen Aufwand. Eine wage Errinnerung... hatte was mit dem Herd und ab in den Kühl/Eisschrank zu tun :unsure: leider kann ich mich nicht mehr so genau daran errinnern :( Wieviel Grat wo :(

Schimmer, ein interessanter Nachname. Am Besten läst sich Schimmel von Fugen und Fliesen mit einem Chorspray entfernen ;) Für dich braucht man bestimmt ne Menge Spray *gggg*.

Ich hab auch mal ´nen Beitrag im Fernsehen gesehen... Um den muffeligen Geruch wegzubekommen packst du das Buch in einen Frischhaltebeutel (oder auch Plastiktüte) und legst diese gut verschlossen (Knoten oder Clip) für 24 Stunden ins Gefrierfach. Danach aus der Tüte nehmen und aufgeschlagen (Blätter gefächert - sieht aus wie ´n Dach) zum "warmwerden" hinstellen. Ich hab´s mit meinen alten Büchern gemacht und es hat funktionert!

Bei Büchern die feucht sind, kommt der Backofen ins Spiel - das habe ich aber noch nicht ausprobiert... weiß also nicht, wie lange und auf wieviel Grad etc.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen :rolleyes:

Viele Grüße


Aus aktuellem Anlass hoch damit! :pfeifen:


Also da geb ich wenig Hoffnug. :huh:

Ich würde die im Sommer in der Sonne lagern - aufgefächert.

Richtig lange braten lassen.

Vielleicht hilfts ja.

Den Alptraum hatte ich auch mal. Aus Platzmangel hatte ich Bücherkisten

unterm Dach. Und mein vertrottelter Vermieter lies da Dachdecker dran

als es wie aus Kübeln regenete. Aber ich konnte die retten,

weil ich es gleich gemerkt hab.

Ich wünsch dir GLÜCK! :blumen:


Ich hab noch einige Bücher (inzwischen sind sie wieder im Keller) die wir aus der ausgebrannten Wohnung meines Onkels retten konnten. Sie sind zwar unbeschädigt an sich, stinken aber wie die Pest( nur wenn man drin herumblättert). Der Brand ist ca 25 bis 27 Jahre her, aber die Bücher müffeln, als wäre es gestern gewesen!!

Weiß auch nicht, warum ich die noch habe, aber ich kann mich von Büchern einfach nicht trennen! :pfeifen:


Gruß,

MEike

Bearbeitet von MEike am 27.11.2007 08:33:50


COOL!

Das würd ich auf jeden Fall testen:

Mögliche Adsorptionsmittel sind Aktivkohle (Drogerie oder Apotheke), Speisesoda, Katzenstreu. Achtung: Aktivkohle ist vermutlich die technisch wirksamste, jedoch auch die teuerste und damit vermutlich letzte Variante. Aktivkohle gibt es in Pulverform (vermutlich weniger günstig, da es leichter das Buch verschmutzen könnte) und als körniges Granulat (müsste besser geeignet sein). Über die Länge der Anwendung schwanken die Angaben zwischen "über Nacht" und "bis zu einem Monat"; sie bleibt also situationsabhängig. Wichtig ist es, das Adsorptionsmittel spätestens alle paar Tage zu wechseln (bei Aktivkohle wird das nicht notwendig sein, weil hier das Adsorptionsvermögen riesig ist). Mit Geduld wappnen. Als Absorptionsmittel kommt auch Kaffeepulver in Frage. Jedenfalls funktioniert es bei rauchbelasteten Handtaschen und mit Büroräumen. Möglicherweise riecht dann das Buch nach Kaffee.


Also Aktivkohle gibts günstig bei ebay.


Großer Müllbeutel - rein damit.

Abwarten.


Ich häng mich da mal dran, ist nicht genau das gleiche Thema aber n ähnliches. Hab n altes Buch mit Stoffumschlag gekauft von dem ich mittlerweile weiß, dass das ziemlich wertvoll ist. Das haben weder ich noch der Verkäufer beim Verkauf gewusst, sonst hätte ich das nicht für 10 c gekriegt.
Ich wills verschenken, aber der Umschlag hat n paar Flecken, die ich vorher gerne rauskriegen würd. Sieht eingetrocknet aus und glänzt n bisschen, nach Fettflecken oder sonstigen Essensflecken siehts mir nicht aus, mit Wasser will ich da auch nicht ran.

Gibts hier Bibliophile, die da n paar Tipps aus eigener Erfahrung haben? Links zu irgendwelchen Tipps interessieren mich nicht, googeln kann ich selber, ich brauch Quellen bei denen ich nachfragen kann.


Habe einige Jahre in einem Archiv gearbeitet. Verschmutzte Leineneinbaende habe ich vorsichtig mit einem weichen, mit (damals) Fitschaum benetztem Tuch bearbeitet. Der Einband darf nicht durchnaessen, am besten garnicht nass werden. Ganz vorsichtig und mit sehr viel Geduld wurde der Einband dann wieder (fast) wie neu.

Ein wertvolles Buch wuerde ich aber restaurieren lassen und nicht selber rumbasteln.


LG minchenmaus


Lass die Finger davon, Kalle! Oder lass es einen Fachmann machen. Aber letzteres wird ziemlich teuer, denn es kommt einer Restauration des Einbandes nahe, was kostet.

Bearbeitet von SCHNAUF am 08.12.2009 18:32:04


wie schon erwähnt, würde ich auch an alten, wertvollen Büchern nicht selber herumbasteln, sondern mich an eine/n Fachmann/Fachfrau wenden, ansonsten macht man mehr kaputt und mindert dadurch den Wert des Buches.

Zitat
Ich wills verschenken, aber der Umschlag hat n paar Flecken, die ich vorher gerne rauskriegen würd


Ist der Beschenkte ein Bibliophiler, hat er sicher mehr Freude an einem "original" fleckigen Umschlag als an einem, an dem laienhaft herumgepfuscht wurde.

Bearbeitet von Apsyrtides am 08.12.2009 18:56:43

Alte Bücher dürfen Flecken haben, sie dürfen auch etwas zerschlissen sein.

Man will sie nur vor dem Verfall retten.
Da gibt es jede Menge Möglichkeiten, Materialien, Chemikalien.........

Habe selbst alte Bibeln restauriert, indem ich das alte Leder vorsichtig vom Deckel gelöst und dünn sauber geschabt habe.
Einen neuen Umschlag herstellte und das alte Leder wieder draufklebte, die Ränder bearbeitete, so dass man keine Übergänge sah........neue Kapitalbändchen klebte.
auch zerschlissene und ausgefranste Seiten kann man stabilisieren,
doch das gehört in die Hände eines Fachmannes.

Wie gesagt, wenn es ein wertvolles altes Buch ist, darf es auch ein paar Flecken haben. (IMG:http://wuerziworld.de/Smilies/mx/mx15.gif)


Danke für alles, also schenk ich dem Kumpel den Schinken so, wie der ist, und der freut sich da wie blöde drüber? :unsure: :unsure: :unsure: Ich nehm an der wird erkennen dass das Buch ziemlich wertvoll ist und sich dann nicht dran stören, dass der das in so nem Zustand kriegt, oder?
Stimmt, kann sein ich versau dann noch mehr, will ich ja auch nicht, und ich nehm an wenn der das restaurieren will, wird der das selber machen oder jemandem geben der da Dunst von hat.


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