Der tägliche Ernährungswahnsinn: von Gesundheit, Klimawandel u. noch mehr


Mal ehrlich, geht euch das auch auf den Geist? Oder geht es nur mir so? Diese vielen Widersprüchlichkeiten von gesunder Ernährung und gesunder Umwelt und was weiß ich noch alles? Zur Erklärung: Ich bin schon zwar schon seit längerem auf dem Ernährungstrip, eigentlich schon seit meiner Schulzeit, ich weiß aber auch, dass man nicht alles beherzigen kann. In letzter Zeit lese ich aber immer, worüber sich die Katze in den Schwanz beißt. Wegen des angeblichen Klimawandels dürfte man noch nicht mal Tiefkühlgemüse kaufen (um die zu kühlen verbraucht man ja Energie) , Milchprodukte wären auch tabu(wegen dem Energieverbrauch um die herzustellen).

Wobei aber auch wieder beachten muss, dass Milchprodukte eigentlich gänzlich ungesund wären, da wir Menschen - außer der Muttermilch - keine Milch bräuchten. Die ist ja ohnehin den Kälbern vorbehalten. Das kann gut sein. Aber ich trinke so gerne Milch....und dann muss man außerdem erfahren, dass in Milchprodukten sowieso wieder so Sachen drinne sind, die nicht da rein gehören, weil der Bauer sein Vieh falsch füttert. Von den Eiern ganz zu schweigen, also sind die auch tabu. Zum Teil keine Neuigkeiten, aber...

Also steigen wir mal theoretisch auf Soja um. Das geht aber auch net bei manchen, weil die das nicht vertragen. Achso ich habe noch das Obst und Gemüse vergessen, das aus anderen Ländern kommt. Das ist ja sowieso tabu. Die werden ja von weit her geschifft und sind belastet. (Sehe ich auch ein) Jo, dann essen wir Obst und Gemüse vom Bauern. Ohje, die Bauern tuckern mit ihren vielen schmutzigen Traktoren zum Markt und der Dreck belastet das Klima.

Na, wisst ihr worauf ich hinaus will? So langsam stinkts wirklich. Man kann es keinem recht machen. Als ich mal wieder am Googeln war wegen gesunder Ernährung, ist mir das mal wieder klar geworden. Und um Missverständnisse vorzubeugen: Mir ist die Umwelt nicht egal, im Gegenteil. Aber so langsam wirds echt kompliziert.


Hallo Staubhase,

was willst du dann noch essen? Wenn du es so richtig gesund und umweltgerecht haben möchtest, musst du dir dein Gemüse und Fleisch im Garten selbst anbauen. Wenn du Eier haben möchtest, halte dir Hühner. Ein Hahn sorgt dann schon für Nachwuchs. Ist die Henne zu alt, kommt sie in den Kochtopf. Die Federn sind noch gut fürs Oberbett und Kopfkissen. Ein paar Kaninchen im Stall sind auch gut. Den Rasenschnitt und Löwenzahn mögen die gerne. Die Möhren die du selbst gezogen hast, kannst du denen auch zu essen geben. Weihnachten haste dann auch ein lecker Essen. Rotkohl kommt natürlich auch aus deinem Garten. Marmelade kommen von den herrlichen Erdbeeren, die auch aus deinem Garten kommen. Und für den morgendlichen Honig sorgen die Bienen aus deinem Bienenkorb.
Du merkst sicherlich, worauf ich hinaus will....

Es geht leider nur so wie oben beschrieben, wenn du dich gesund ernähren möchtest. 100 % Natur. Aber wer hat schon so einen großen Garten und so viel Zeit sich damit zu befassen? Wir selbst haben nur einen ganz kleinen Garten, dennoch bauen wir so viel wie möglich darin an. Meist ist es Salat, Kohlrabi, Gurken und Tomaten und Peperoni. Auch das ist ziemlich zeitaufwändig. Will gepflegt und vor allem gegossen werden.
Alles andere kaufen wir zu. Wir achten schon darauf, dass die Produkte auch nicht von allzuweit herkommen. Butter aus Bayern brauche ich als Rheinländerin nun wirklich nicht kaufen. Oder frische Erdbeeren an Weihnachten. Aber um Abwechslung auf den Teller zu bringen, geht es eben nicht anders. Zitrusfrüchte wachsen nun mal nicht in unserem Garten.
Man sollte aber auch bedenken, wieviel Menschen Arbeitslos wären, wenn jeder auf Selbstversorgung umsteigt. LKW-Fahrer und Flussschiffer hätten dann wohl kaum mehr Aufträge.
Milch und Joghurt sowie Wurstwaren kommen bei uns aus dem Supermarkt. Milchbauern haben wir hier nicht in der Nähe. Kenne aber einen sehr netten Milchbauern. Er ist sehr liebevoll im Umgang mit seinen Tieren. Ich glaube kaum, dass er die Kühe falsch ernährt. Unsere Familie hält sich daran, saisonalle Produkte beim Bauern zu kaufen.


Hallo
Es ist schwer alles unter einen Hut zu bringen.
Gesund essen,den Planeten schuetzen und auch das zu essen,wo man Lust drauf hat.

Ich versuche so viel wie moeglich saisonale Produkte aus der Region zu kaufen.
So fallen teure und umweltbelastende Transporte weg.

Aber wenn ich mal Lust auf ne Ananas habe,dann kauf ich mir auch eine.

Hier in Griechenland gedeiht vieles an Gemuese,das koche ich dann ein,oder lege es ein fuer den Winter.

Kuhmilchprodukte schmecken mir sehr gut,aber ich weiche auch oft auf Soja oder Schafs/Ziegenmilchprodukte aus,da diese wesentlich billiger sind.

Fleisch aus dem Supermarkt kaufe ich nur noch sehr selten,da der Bauer hier im Ort selber schlachtet und ich wieder ein paar Euroleins sparen kann.

Klar wuerde ich gerne mehr Bio und vorallem umweltbewusster einkaufen,aber das macht mein Geldbeutel einfach nicht mit.

Sojaprodukte sind eine gute Alternative,aber wie schon gesagt wurde,vertraegt die nicht jeder.
Ich trinke gerne mal einen Smoothie aus Sojamilch oder Sojabratlinge mit viel Gemuese.

Man kann halt nicht alles unter einen Hut bringen.

Lg Dara


Der alte Raaabe versucht auch meistens das zu kaufen, was aus der Umgebung kommt. Und vor allem saisonale Produkte.

Mein Gemüse kaufe ich überwiegend auf dem Markt (soll noch jemand behaupten, das wäre teurer.....). Bei pflanzlichen Produkten sehe ich zu, dass sie nicht gerade aus Spanien kommen. Aufgrund der Fresslust der Nordeuropäer haben die Spanier ihr Land nahe an den "verwüsteten" Abgrund gebracht.

Eier kaufe ich nur noch "Bio" oder vom Bauern nebenan. Aber der hat manchmal keine. Für mich ein Zeichen, dass er seine Tiere nicht quält bis zum Tod.

Fleisch und Wurst beziehe ich überwiegend bei meinem Stamm-Metzger. Der weiß, wo seine Ware herkommt und kann mir das lückenlos nachweisen.

Allerdings gebe ich zu, dass ich auch ab und zu auf ein Sonderangebot bei Real oder bei unserem Edeka zurückgreife. Ich habe da auch oft genug die Bilder im Kopf, die Schweine oder Rinder mit gebrochenen Beinen auf dem Weg ins Schlachthaus zeigen. Und ich sehe vor mir die Spritze mit Antibiotika, damit die Tiere nicht den Streß vorm Schlachten spüren.

Heute hatte ich wenig Zeit während der Arbeit (viele wissen, ich bin Taxifahrer; heute mal wieder im Außendienst). Durst. Hunger. Milch war angesagt. Im einer Rewe-Filiale in Kassels Osten. Habe leider erst nachgeschaut, wo die Milch herkommt, nachdem der Tetrapack leer war. DE-MV....... stand auf dem Stempel. Ich Idiot, dachte ich mir, mein Liter Milch kostete rund dreißig Liter Diesel auf hundert Kilometer. Und das mal 400 Kilometer. Ja, spinn ich denn? Bei uns in Nordhessen, rund um Kassel, stehen mehrere hunderttausend Milchviecher rum und sind froh, wenn die Melkmaschine kommt. Und unsereiner säuft Milch, die 400 Kilometer spazieren gefahren wird? In JEDEM Kasseler Edeka kommt die Milch aus der kurhessischen Molkereizentrale in Kassel-Waldau (ein Stadtteil von Kassel). Und im Rewe wird mir erklärt, der Einkauf würde zentral von Köln, der Hauptzentrale der Rewe gestaltet. Da kommt die Milch mal aus Freising (Weihenstephan), aus M-V, aus Rheinland-Pfalz, aus Brandenburg, aus Schleswig-Holstein. Nur NIE aus Nordhessen. Also, erstmal, nichts gegen die Produkte aus den vorgenannten Ländern (ausgenommen die GEN-MILCH aus Freising, nennt sich zwar "Staatliche Molkerei Weihenstephan", gehört aber GEN-MILCH-Müller aus Aretsried). Aber muss das sein, dass man Milchprodukte kauft, die teilweise bis 500 Kilometer spazieren gefahren werden? Nein. Ich achte normalerweise darauf, dass Milchprodukte das Kürzel "DE-HE 204" drauf stehen haben. Das ist unsere Kasseler Molkerei. Und auch aus der gibt es mittlerweile Bio-Produkte, die nicht viel teurer sind als "normale" Produkte.

Zum Thema Fisch habe ich bereits einen Fred zur Diskussion angestimmt. Ja, ich esse gerne Fisch. Aber ich achte fast immer drauf, keine überfischten Arten zu kaufen. Oder ich fange meine Fische selbst.

So, und was meine Gesundheit angeht, kann ich sagen, ich sterbe bestimmt nicht an versauten Lebensmitteln. Ich lebe ungesund, zugegeben, Übergewicht, Stress und wenig Bewegung mit viel zuviel Tabakgenuß sind der Gesundheit nicht grad förderlich.

Aber ich versuche, wenigstens der Natur (ich finde das Wort "Umwelt" ist das Unwort des Jahrhunderts) nicht mehr zu schaden, als unbedingt nötig. Ich bin ein Teil derselben. Also versuche ich, der Kreatur (egal ob Pflanze oder Tier) halbwegs gerecht zu werden. Und ich bin dankbar dafür, dass ich mein Essen genießen kann, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Dafür zahle ich eben den Preis.........


Gruß

Abraxas


Zitat (Abraxas3344 @ 24.02.2009 20:26:38)
Habe leider erst nachgeschaut, wo die Milch herkommt, nachdem der Tetrapack leer war. DE-MV....... stand auf dem Stempel. Ich Idiot, dachte ich mir, mein Liter Milch kostete rund dreißig Liter Diesel auf hundert Kilometer. Und das mal 400 Kilometer.

Na ja, Dein Liter Milch war ja auf dem LKw nicht alleine... bei so einem Tankzug mit 10.000 Litern Nutzinhalt relativiert sich das pro Liter. Aber ich verstehe Dich, ich brauche auch keinen Spargel zu Weihnachten oder Tiroler Äpfel, wo vor meiner Haustüre aromatischeres Obst wächst . Aber da achten wohl zu wenig Menschen drauf. Und wenn ich sehe, dass beispielsweise in der Kirschensaison bei Rewe die türkischen Kirschen nur halb soviel kosten wie die einheimischen, denke ich mir auch: irgendwas stimmt nicht. Ich selbst weiß wohl, dass ich die einheimischen Kirschen beim Erzeuger um die Ecke genauso preiswert bekomme wie die türkischen aus dem Supermarkt, die ein paar Tausend Transportkilometer auf dem Buckel haben, aber wer das nicht weiß und (wie die meisten Menschen) über ein begrenztes Budget verfügt, hat irgendwo schon mein Verständnis, wenn er im Supermarkt die einheimischen teuren Kirschen liegen lässt.

Ich kaufe auch soviel wie möglich von den einheimischen Erzeugern auf dem Wochenmarkt. Geht natürlich nur, weil mein Chef (bin auch Taxifahrer) nichts dagegen hat, dass ich in Schwachlastzeiten tagsüber auch mal private Dinge während der Arbeitszeit erledige. Ist mit Sicherheit nicht teurer, oft sogar deutlich preiswerter als die weitgereiste Supermarktware. Und bei uns (Mittelbaden) wächst so gut wie alles an Wein, Obst und Gemüse *genussvollseufz*

Ich denke,jeder dieser Berichte über gesunde Ernährung ,ist mittunter
bewußt etwas reisserisch aufgemacht.Man will ja den Artikel "verkaufen".
Andererseits ist es wichtig verschiedene Aspekte in Umlauf zu bringen.
Es soll ja auch zum Nachdenken anregen.
Und da ist praktisch schon die Lösung.Mit Verstand einzukaufen.
Jedes Stück Fleisch,jedes Gemüse oder Obst und anderes das weggeworfen
werden muß ist Verschwendung:auch von Resorssen.
Wenn ich bloß diese Erdbeeren aus Marokko sehe. <_< Sehen die nicht
furchtbar aus.Ich kann mir gar nicht vorstellen,dass die überhaupt jemand käuft.
Aber sie haben den weiten Weg gemacht und landen evtl. im Müll statt beim
Kunden.Dabei gibt es bei uns so schöne Erdbeerfelder zum Selberpflücken :rolleyes:


:D Hallöchen !
mmh alles schön und gut wir bemühen uns auch die Umwelt zu schonen,
jedoch sind wir Kleinen doch die wenigsten die alles zu nichte machen.
Und das meiste Obst und Gemüse aus dem Ausland wird echt überwacht was
jedoch bei uns oft versäumt wird.Und Bio mmh da würde ich mich nicht
unbedingt drauf verlassen und teuer dazu.z.B die kleinen Rispentomaten sind aus
Holland gesünder wie die aus Spanien oder Italien
und bei den Kartoffeln :pfeifen: glaubt ihr die Bauern suchen die Kartoffelkäfer
per Hand ab hihi
also esst worauf ihr Lust habt und fühlt euch einfach gut dabei
Achso ich arbeite mit Obst und Gemüse :D



L.G


Toffel,
ich stimme dir ein wenig zu. Bio-Produkte sind recht teuer. Im Discounter greife ich zu Bio-Saure-Sahne, da sie momentan die einzige Saure Sahne ist, die angeboten wird. Im Supermarkt würde ich mehr bezahlen. Ebenso steht auf den Möhren, die ich im Discounter kaufe, Bio. Auch hier bin ich mit dem Preis einverstanden. Allerdings gehe ich nicht in den Bio-Laden und kaufe dort. Das kann ich mir dann doch nicht leisten.
Gerade bei Tomaten achte ich doch sehr auf den Preis. Kleine Cocktail-Tomaten sind für ich einfach zu teuer. Warum soll ich für diese Tomaten im Pfund das doppelte bezahlen, wenn ich für den gleichen Preis ein ganzes Kilo-Tomaten kaufen kann? Hier zählt dann wieder, was kann ich mir leisten und was macht meine Familie glücklich?
Eine sehr gute Bekannte arbeitet mit Eiern. Wenn sie mir ein 30er Pack schenkt, frage ich nicht nach, woher die kommen. Ich sage danke, bin still und freu mich.


:blumen: Hallo Eifelgold
das mein ich man sollte nicht zuviel nachdenken sondern einfach das genießen
nicht vergessen denn das macht die Seele glücklich und ist eine Hilfe
zum alt werden


Zitat (Eifelgold @ 25.02.2009 19:27:45)

Eine sehr gute Bekannte arbeitet mit Eiern.

verhunzer an: so, so........ rofl
verhunzer aus!

Man soll einfach drauf achten, die Lebensmittel möglichst wenig verarbeitet zu kaufen, und falls möglich, regional. Das gilt nicht nur für Gemüse, sondern wie der Rabe schon sagte bspw. auch Milch oder Mineralwasser (also kein Evian trinken).
Dann hat man schon einen Riesenschritt in Sachen gesunder Ernährung getan.
Selber kochen und nicht jeden Quatsch wie ein belegtes Brötchen fertig kaufen, wenn es geht, Fleisch beim Metzger kaufen und nicht beim Discounter.
Bio- wer will und es sich leisten kann, okay.
Diätprodukte (und mit Diät mein ich nicht "light", sondern z.B. auch glutenfreie oder Sojaprodukte) denen überlassen, die drauf angewiesen sind.
Und alles in Maßen! Es gibt die tolle Ernährungspyramide der DGE, die sagt eigentlich alles aus.

Ich denke, wie bei so vielem ist auch hier die goldene Mitte richtig. Ich kenne Leute, die gucken dich schon schief an, wenn du die Kuh nicht persönlich kanntest, von der dein Fleisch stammt und die Tomate nicht selbst gezüchtet hast. Andere kaufen wirklich ohne auch nur ein kleines bisschen nachzudenken wo was herstammt. Oder wie Charlatan sagte, einfach alles fertiggemacht, ob Butterbrot oder Bratkartoffeln.

Ich muss im Winter keine Erdbeeren haben oder Spargel. Da kann ich auch auf den Frühling warten und kaufe die frisch vom Wochenmarkt. Und denke auch, wenn mehr Leute so handeln würden, würde die Nachfrage sinken und damit die Produktion - man kann also schon was bewirken. Ich glaube, wenn mehr Leute mehr selbst kochen, bzw. wenn sie wüssten wie einfach es wäre, bräuchte es so bescheuerte Sachen wie fertiggekochte Spaghetti (!!!) in der Packung nicht.

Andererseits geht einem wenn man sich dann wirklich nur strikt an Dinge hält, die es umme Ecke gibt, auch einem viel an Lebensgenuss flöten - Bananen, Orangen usw., sowas wächst eben nicht am Rhein, egal wat Wetter.

Von daher, man sollte schon ein bisschen den Kopf bemühen wenn man einkauft, aber sich davon nicht das Leben versauen lassen, das ist meine Devise :ph34r:

Bearbeitet von witch_abroad am 25.02.2009 19:55:40


Das klingt, eindeutig besorgniserregend, aber soll ich deswegen die Ernährung meiner Familie umstellen...

... wenn ich Toast essen will, zwei Scheiben Weißbrot aneinander reiben, bis sie braun oder zerkrümelt sind...

... meinem Kaffee, selbst pflanzen, pflücken, fermentieren, nach Deutschland schaffen, rösten... und kochen???

JA, ok Kaffee, Bananen und so seh ich ein, aber muß ich die Bodenseeäpfel kaufen obwohl ich in Sachsen wohne und da auch ebenso schmackhafte Äpfel wachsen...

Ich, nein wir kaufen, soweit es (Geldbeutel + 3 Kinder) geht ausschließlich regionale Produkte, aber man muß auch Abstriche machen können. Das ganz besonders, wo in Zeiten einer "Krise" immer noch Exoten angeboten werden, sollte da die Nachfrage sinken , werden die Verantwortlichen den Staat um Unterstützung bitten und aller Voraussicht nach auch bekommen, es sind ...

... und wer hilft dem normalen Bürger, letztendlich die ARGE oder/und die Tafel...


Ich würde wohl auch gerne mein eigenes Gemüse im Garten anbauen, aber bei uns ist es relativ feucht (wenn bei anderen der Rasen bei Trockenheit verbrennt, brauchen wir nur ein paarmal hin und her treten und das Grundwasser kommt hoch) und wir haben jedes Jahr wahnsinnig viele Nacktschnecken, also so widerliche Schleimer, die alles platt fressen, was ihnen in die Quere kommt.

Ansonsten denke ich, man sollte möglichst naturbelassene, nicht zu stark verarbeitete Lebensmittel essen. Das ist meist auch nicht aufwendiger in der Zubereitung als Fertiggerichte (womöglich noch in der Aluschale).

Jinx :rolleyes:


Ich habe die letzten drei Tage (und heute noch adelig) sogar gut exotisch gegessen. Das Pferdefleisch im Schmorbraten kam aus Holland, das Känguruhfleisch, zwar auch in Holland gekauft, kam aus Australien. Man wird eben nur einmal 50; Schatzl hatte 4er Schnapszahl). Wir haben es richtig genossen. Klar, da achtet man nicht auf den Wahnsinn. Aber ich habe auch geschrieben, dass man "Mensch" bleiben soll. Nur: der "Mensch" sollte auf seine Natur achten. Und das beseutet auch, dass man mit Verstand genießen sollte.

Sicher, gerade, wenn man Familie hat, Kinder zu ernähren, geht es nicht immer. Auch Harzt-IV-Empfänger können nicht einfach zum Metzger gehen und nach der Herkunft der Ware fragen. Logisch. Dann würde der "Warenkorb" gerade mal bis zum 10ten eines Monats reichen.

Trotzdem, auch der Ärmste kann auf einige Dinge achten. Zum Beispiel auf die Herkunft der Milchprodukte. Das kann man auf dem kleinen, ovalen Stempel auf jeder Packung sehen. Deutsche Produkte haben das Kürzel "DE" auf dem Stempel. Für Deutschland. Danach sieht man das Länderkürzel. "TH" für Thüringen. "HE" für Hessen. "MV" für Mecklenburg-Vorpommern. "RP" für Rheinland-Pfalz. Oder eben "BY" für Bayern. Wer darauf achtet, dass sein Milchprodukt aus dem Bundesland kommt, in dem man wohnt, tut schon eine ganze Menge.

Wer die Berichte im Fernsehen über Obst und Gemüse aus Spanien gesehen hat, wird schwerlich Tomaten aus Spanien kaufen. Nicht, dass ich etwas gegen die Spanier hätte. Aber wessen Land durch unsere unkontrollierte Freßsucht zur Wüste werden soll, bloß weil deren Tomaten mehr Wasser verbrauchen als Boden und Wetter hergeben, dessen Früchte kaufe ich nicht. Ich will nicht dazu beisteuern, dass Spanien in einigen Jahrzehnten zur Wüste wird.

Ebenso kaufe ich keine Früchte aus Israel. Ich kann es nicht mit ansehen, dass in Israel mit dem Wasser gehaust wird, als ob es völlig umsonst ist, während einige Kilometer weiter in Palästina die Menschen das Wasser in Eimern von einem Tankwagen holen müssen.

Mit dem Fisch ist es ja genauso. Die Meere werden völlig hirnlos ausgebeutet, bloß weil sich ein paar Leute eine goldenen Nase daran verdienen wollen. Es liegt ja nicht nur an Japanern und Norwegern, dass die Fischpopulationen immer weiter abnehmen. Sondern an uns allen. Allen, die eben auch behaupten, sie würden das kaum interessieren, was mit unserer Welt wird. Hauptsache, man ist satt. Und hat sein Sushi. Oder eben sein Kanguruhfleisch.

Mal geht das wohl. Aber nicht ständig. Und man sollte sich bei jedem Bissen überlegen, ob man wirklich die Krone der Schöpfung ist, oder eben nur ein winzig kleiner Teil der Natur.

Ich denke, wir sind alle nicht mehr oder auch nicht weniger wert als jedes andere Lebewesen dieser Erde. So sollten wir auch unser Essen betrachten. Nämlich als Teil der Natur. Aber wir sollten jedem anderen Lebewesen dieser Erde das gleiche Recht zugestehen. Ob es nun eine Tomate ist oder ein Schwein, ein Fisch oder ein Roggenhalm.

Genießt es, aber denkt auch ein bisschen daran, dass jedes Lebensmittel ein Geschenk der Natur ist. Wenn das alle täten, bräuchten wir nicht über den "täglichen Wahnsinn" nachzudenken..........



Gruß

Abraxas

Bearbeitet von Abraxas3344 am 27.02.2009 20:38:27


Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.


Stimmt.
Hinzufügen kann man kaum noch was.
Aber beipflichten.

Und einfach öfter das Hirn als die Werbung einschalten....


Zitat (Abraxas3344 @ 27.02.2009 20:37:43)

Milchprodukt
"RP" für Rheinland-Pfalz.

Ich achte darauf, das "MUH" für MilchUnionHocheifel drauf steht.
Da weiß ich, woher die Milch kommt. Das ist die Milch von vielen Bauern, deren Kühe ich "namentlich" kenne. Kühe, bei denen mein Junior schon Geburtshilfe geleistet hat.
Das ist die Milch, die ich kaufe. Da weiß ich, was drinne ist und es ist nicht allzu weit von mir entfernt. Sprich, die Milch hat keine große Anreise gehabt. Noch lieber trinke ich die Milch frisch gezapft, aber das geht leider nicht immer.

Huhuuu :-)

Ich kaufe viele Produkte, die eigentlich ein "Bio -Siegel" tragen müssten, wo aber die Händler sagen, wir machen das nicht, weil sonst das Produkt zu teuer wird !
Vor allem meine Gewürze stammen von solch einem Händler.
Meine Äpfel vom Markt kosten 10 cent weniger als im Discounter und schmecken um längen besser. Ich gebe aber ehrlich gerne etwas mehr aus für meine Lebensmittel, bevor ich produkte kaufe die irgendwann im Müll landen, weil sie nicht schmecken.

Ich bin H4 - Empfängerin und weiß nur zu gut wie schwer es ist damit Umwelt gerecht ein zu kaufen. Ich habe das große Glück keine Schulden zu haben, Nichtraucherin zu sein und ich kann kochen ohne Tütensuppen und co.
Ich versuche so Umweltgerecht zu leben wie es geht. Ich achte auf Lebensmittel aus der Region, treibe mich in Tauschbörsen rum, gehe viel zu Fuß, nutze die Öffis, fahre Fahrrad, nutze Fahrgemeinschaften, restauriere lieber etwas bevor ich was neues kaufe an Möbel, ziehe einen Pullover an oder kuschel mich in eine Wolldecke bevor ich die Heizung hoch drehe, usw. Die Liste könnte ich noch verlängern.

Nur ab und zu dann leiste ich mir mal einen kleinen Luxus und dann landet zum Beispiel ein Fläschchen Rosenwasser aus Indien in meiner Einkaufstasche. Ich bin mir bewusst das dieses Fläschchen eine sehr lange Reise hinter sich hat, aber der Mensch war schon immer ein Händler und viele würden in Armut leben wenn es diesen Handel nicht gäbe. Dieses Fläschchen hat ca 2 Euro gekostet, aber ich wäre auch bereit gewesen 5 Euro zu zahlen ! Das wäre mir dieser kleine Luxus wert gewesen.
Es macht einfach Spaß in fremden Kulturen zu schwelgen, sich diese nach Hause zu holen, weil ich mir eine Reise dorthin nicht leisten kann !
Außerdem wie war das mit dem Tourismus und Fliegen ? Ist ja auch nicht so Umweltfreundlich das ganze. Denn wer kann sich heut zutage noch eine Schifffahrt leisten, die womöglich mehrere Wochen dauert ? Kaum jemand.
Obwohl vielleicht sollte ich es wie eine amerikanische Freundin machen, die sich nur einmal im Jahr Urlaub leistet und dann für 6 oder 8 Wochen Europa bereist ? Sie schlüpft dann meist bei Freunden (wie mir) unter, was günstiger ist als ein Hotel und auch spaßiger. Und mittlerweile gibt es im Internet Agenturen die Weltweit Zimmer bei Privatleutn vermitteln für lau inkl. Chancen auf Weltweite Freundschaften.

So, hinter mir drängelt ein Hund der mal raus muss.

Lg, Kerstin


Ja, warum sollte man sich nicht das Fläschchen Rosenwasser aus Indien leisten?

Ich denke, es geht eher darum, die Dinge BEWUSST zu betrachten. Aber eben nicht nur das Essen, sondern eigentlich das ganze Leben.

Niemand muss dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen. Gott, ich gönne jedem seinen Urlaub. Egal wo. Ich kann mir nur einen Urlaub im Jahr leisten, und das auch nur, weil wir zu dritt ein Ferienhäuschen mieten und mit dem Wagen meines Schwagers (ein Diesel-Kombi) fahren. Wohlbemerkt, ich gönne es jedem. Von mir aus fünfmal im Jahr. Aber auch da sollte man sich sehr genau überlegen, was sein muss. Keine fünf Flüge möglichst um die ganze Welt. Denn das geht an die Substanz der Natur. Ich sage ganz bewusst nicht "Umwelt". Denn dieses Wort bezeichnet eigentlich nur das kleine Stückchen Natur, in dem sich jedes Einzelindividuum bewegt. Nein. Es geht um die Natur. Und die umfasst eben nicht nur die "Umwelt". Öl ist nur in begrenztem Mass vorhanden. Ebenso wie Holz. Wenn wir in Europa die Edelhölzer aus südamerikanischen oder afrikanischen Urwäldern grenzenlos abholzen lassen, nur um Teakholzmöbel zu haben ist es das Gleiche, als wenn wir fünfmal in den Urlaub fliegen müssen oder jeden Tag exotische Fische oder Früchte auf dem Tisch haben müssen. Oder im Dezember Erdbeeren. Oder jeden Tag Fleisch aus dem Supermarkt. Denn damit behandeln wir die Welt wie Dreck. Und das wäre viel zu egoistisch.

Ich will niemanden erziehen oder gar Vorschriften machen. Aber Denkanstöße geben.

Denkanstöße dazu, unser aller Natur, unsere Welt zu erhalten.

Viele geben sich sicher die größte Mühe. Und wir dürfen alle nicht nachlassen, eben nicht den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen.

Sonst leben unsere Enkel auf einem Wüstenplaneten. Und das will sicherlich niemand.......



Gruß

Abraxas


Zitat (Abraxas3344 @ 28.02.2009 18:29:11)

Niemand muss dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen. Gott, ich gönne jedem seinen Urlaub. Egal wo. Ich kann mir nur einen Urlaub im Jahr leisten, und das auch nur, weil wir zu dritt ein Ferienhäuschen mieten und mit dem Wagen meines Schwagers (ein Diesel-Kombi) fahren.

Ich gönne auch jedem seinen Urlaub. Doch leider kann ich mir einen Urlaub im Sinne von Fernreisen gar nicht leisten. Es würde ein riesen Loch in meine Kasse reißen.
Mein Urlaub heißt eine Woche in Rheinland-Pfalz bei meinen Eltern. Tagsüber ist das im Sommer bei schönen Wetter die reinste Entspannung. Zoobesuch mit Junior, wandern in den Ardennen, Brombeeren pflücken und Marmelade kochen, Rotwild beobachten oder einfach nur sonnen. Abends helfe ich in der Gastromie von den Eltern. Totmüde aber glücklich falle ich dann ins Bett.
Das ist mein Urlaub. Was brauche ich dazu? Ein bisken Bargeld und frische Kleidung und zwei Stunden Fahrt mit dem Auto.

Hallo

Da wollte ich heute ein Schnaeppchen jagen....Der Fleischer in einem Nachbarort hatte ein riesen Schild draussen stehen. "Regionales Rind,Lamm,Huhn fuer XXX Euro das Kilo.
Da ich ja eh schon da war,dachte ich mir ,dass ich zuschlagen sollte.Lohnt sich ja.

Also geh ich rein und hab etwas Gulasch bestellt.
Nebenbei frag ich den Metzger woher das Rinderfleisch denn kommt.

"Aus Thessaloniki"

Na toll! Seeehr regional.....

Als Argument bekam ich dann zu hoeren,dass alle Metzger hier das so machen. <_<

Lg Dara


So kommen wir schön vom Thema ab, aber ich denke, auch Urlaub gehört zum bewussten Leben dazu.

Mein ganzer Urlaub kostet mich dieses Jahr rund 280 Euro, plus Essen und ein bisschen Taschengeld. Soviel kosten gedrittelt (weil wir ja zu dritt fahren) Unterkunft, Sprit und Brückenbenutzung (von Dänemark nach Schweden muss man über mautpflichtige Brücken) sind voll in dem Preis enthalten. Essen muss ich zuhause auch, die Lebensmittel kosten in Schweden nicht mehr als bei uns. Wir gehen überwiegend angeln, da schlägt höchstens der Angelschein mal mit 20 Euro zu Buche. Und wir machen lange Waldspaziergänge, natürlich mit dem obligatorischen Korb, einem Messer und - zum Prüfen - einem Pilzbestimmungsbuch. Wir schauen uns die Tiere an, die in schwedischen Wäldern leben, fahren ab und zu zu den Sehenswürdigkeiten des Landes, relaxen auf dem Boot, was meist zum Ferienhaus dazu gehört und sind Teil der Natur.

So, und nun sind wir wieder beim Thema. Fische und Pilze habe ich angesprochen. Ist es nicht ein Geschenk der Natur, wenn ein Fisch sein Leben lässt, um für uns eine tolle Mahlzeit zu sein? Egal, ob gegrillt, gebraten oder gedünstet. Eins mit der Natur ist es, selbst gefangene Fische zu essen. Unsere Pilze: Was ist das für eine Freude, nach einer stundenlangen Wanderung quer durch Wälder, die selten ein Mensch betritt, Pilze zu putzen und anschließend in Butter zu schwenken? Sie dann dankbar zu genießen und sich zu freuen, dass es so etwas Schönes gibt?

Oder Wochen später, zuhause, ein paar der getrockneten Pilze in eine Soße zu tun? Man denkt dabei nicht nur an die stressfreien Tage in herrlicher Luft, die man ohne irgendeinen Zwang genießen konnte.

Früher war mir das auch alles egal, ich war eben einfach Egoist. Was geht mich das an, ob es nach meinem seligen Ableben noch Fische, Schweine oder eben Pilze gibt. Es war mir auch egal, ob Glutamat in meinem Essen war. Es hat ja geschmeckt. Und das war mir wichtig.

Heute sehe ich das alles ein bisschen anders. Auch mein Enkel soll noch Seezunge essen können, soll sich in der Natur wohlfühlen können. Und auch noch ein bisschen Öl übrig haben. Um sich seinen Hintern wärmen zu können. Um auf einen Fernseher schauen zu können, dessen Gehäuse aus Kunststoff ist. Um im Alter seine Tablette schlucken zu können, deren Inhaltsstoffe auch zum kleinen Teil aus Erdöl sind. Um Pilze, Beeren und Wild genießen zu können, wie ich das heute noch kann.

So, und nu schreib ich nix mehr.........



Gruß

Abraxas


Zitat (Abraxas3344 @ 28.02.2009 20:03:18)


So, und nu schreib ich nix mehr.........





Das wäre ziemlich schade,durch deinen vorhergehenden Post habe ich nämlich mal ganz bewußt auf die Milchverpackungen geschaut.
Bei uns in der Nähe gibt es nämlich eine Molkerei .Und der Bauernhof bei dem
ich die Ferienwohnungen putze liefert dorthin seine Milch.Müsste also
theoretisch RP für Rheinland - Pfalz auf der Verpackung im Laden stehen.
Leider nein,es war ein H - ich vermute Hessen.Nicht so weit entfernt,wie die
restliche Ware (die kam aus Bayern) ,aber verwundert hat es mich schon. :blink:

Siehst du ,ohne deinen Post hätte ich da nicht darauf geachtet.

Bearbeitet von Clochard am 01.03.2009 18:42:09

Abraxas, ohne Übertreibung, es ist schön solche Posts zu lesen. Ja, man sollte das Essen genießen und dankbar dafür sein können und auch daran denken, woher das alles kommt. Mich macht das eben nur so wütend, wenn z. B. die Bauern nicht wissen, was sie mit ihrer falschen Fütterung und den Hormonspritzen den Tieren - und uns - alles antun. Das sind Bauern, die müssten es eigentlich am besten wissen. Na gut, dann muss man halt den richtigen Bauern suchen oder den Metzger oder weniger Fleisch essen. Und naja, hin und wieder etwas exotisches zu sich nehmen macht schon Freude, gebe ich ja zu.

Kakaobohnen, Kaffee und andere Dinge lassen sich hier wirklich schlecht anbauen. Wahrscheinlich mache ich mir persönlich auch nur zuviel Gedanken, ist ja nicht verkehrt. Ich achte schon wo ich kann und mehr kann ich eben nicht tun und denke bei jeder Scheibe Wurst auch an das Tier, dass für mich sterben musste. Wenn noch etwas getan werden muss, dann bei denen, die meinen, das wir im Herbst und Winter noch Erbeeren brauchen.


Huhuuu :-)

Hey Abraxas, bleib bei uns, Deine Postings sind klasse, ich lese sie sehr gerne !

Ich habe das Thema Reisen angesprochen, weil es irgendwo dazu gehört zum Thema "(Umwelt) Natur gerechtes Leben". Ist nun mal mittlerweile so.

Lg, Kerstin; die sich ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellen kann :D


Wer sacht denn, dass ich abhaun will?

Ich hab doch nur gemeint, ich schreib zu DIESEM Theman nix mehr....... obwohl..... das überlech ich mir noch.



Gruß

Abraxas



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